CDU in Baden-Württemberg: Hagel darf nicht zurücktreten
Der bei der Landtagswahl gescheiterte Spitzenkandidat Manuel Hagel bietet seinen Rücktritt an. Doch der Parteivorstand lehnt das ab und applaudiert.
Foto: Michael Kappeler/dpa
dpa | Baden-Württembergs CDU-Chef Manuel Hagel hat nach seiner knappen Wahlniederlage bei der Landtagswahl der Partei seinen Rücktritt angeboten. Das Angebot sei klar und einstimmig abgelehnt worden, sagte Landesgeneralsekretär Tobias Vogt. Es habe Standing Ovations in der Sitzung für Hagel gegeben, hieß es von Teilnehmern.
Führung heiße immer auch Verantwortung, sagte Vogt. „Klar und deutlich und einstimmig wurde dieses Angebot abgelehnt.“ Manuel Hagel werde die CDU in allen Gesprächen anführen. Als CDU stehe man mit Hagel an der Spitze für einen klaren Kurs.
Bei der Wahl am Sonntag hatten die Grünen mit 30,2 Prozent knapp Platz eins vor der CDU mit 29,7 Prozent erreicht. Im neuen Landtag kommen aber beide Fraktionen auf jeweils 56 Mandate. Die SPD war auf 5,5 Prozent abgesackt. Eine Fortführung der Koalition aus Grünen und CDU ist derzeit die einzig realistische Regierungsoption – aber die CDU ist wütend, wirft den Grünen eine „Schmutzkampagne“ im Wahlkampf vor.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert