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ÜbergewinnsteuerGnadenlose soziale Unwucht

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Union und SPD wollen Bür­ge­r:in­nen mit herben Kürzungen immer stärker belasten. Aber die enormen Übergewinne der Ölkonzerne schöpfen sie nicht ab.

F ast jeden Tag kommt der Ruf nach einer neuen sozialen Härte aus den Reihen der Regierungsfraktionen oder von Wirtschaftslobbyist:innen: weitere Zumutungen im Krankheits- oder Pflegefall, weniger Mittel für Eltern, Streichung beim Wohngeld. Die Bundesregierung schreckt unter der irreführenden Formulierung „Sozialreformen“ vor keiner Kürzung zurück.

Gleichzeitig unternimmt sie nichts zur Unterstützung der vielen Millionen Haushalte, die jetzt schon nicht mehr wissen, wie sie steigende Preise, Abgaben und Mieten bewältigen sollen. Das Einzige, was Union und SPD nicht antasten: hohe Vermögen und krisenbedingte Megaprofite. Die soziale Unwucht der schwarz-roten Regierung ist gnadenlos.

Aktuelles Beispiel: die Übergewinnsteuer. Ölkonzerne fahren infolge des Irankriegs enorme Krisengewinne ein. Im Windschatten der gestiegenen Preise legen sie nochmal eine Schippe drauf und nutzen die Krise, um sich über das gewöhnliche Maß hinaus zu bereichern. Jüngsten Zahlen einer Studie von Greenpeace zufolge haben die Ölkonzerne im März, April und Mai allein in Deutschland zusätzliche Krisenprofite in Höhe von 2,4 Milliarden Euro gemacht, davon 702 Millionen Euro im Mai, dem ersten Monat des Tankrabatts. Für den zweimonatigen Tankrabatt macht der Staat 1,6 Milliarden Euro locker – während er die 1 Milliarde Euro für die Bafög-Reform infrage stellt.

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Die enormen Profite der Ölkonzerne waren vorhersehbar. Zu Recht fordern Sozialdemokrat:innen, Grüne und Linkspartei seit Monaten die Einführung einer Übergewinnsteuer, um die Krisenrendite abzuschöpfen – und damit nebenbei auch die Preise im Zaum zu halten. Doch ausgerechnet SPD-Finanzminister Lars Klingbeil hat die Diskussion darüber eingedämmt, indem er sie auf die europäische Ebene gehoben hat.

Dort wolle er dafür „kämpfen“, kündigte er an. Aber außer einer Erwähnung der Übergewinnsteuer bei einer Eurogruppen-Sitzung kann sein Ministerium keine Initiative dafür nennen. Hat der SPD-Vorsitzende überhaupt vor, qua Übergewinnsteuer Geld für Maßnahmen zu beschaffen, mit denen Bür­ge­r:in­nen entlastet werden können? Offenbar nicht. Er hat wohl nur so getan und das für einen genialen Zug gehalten, um den Druck von den eigenen Ge­nos­s:in­nen abzuleiten, ohne Ärger mit der Union zu bekommen.

Will die SPD nicht bald bundesweit unter 10 Prozent rutschen und in Sachsen-Anhalt möglicherweise sogar aus dem Landtag fliegen, muss sie ihre Politik schleunigst ändern. Sie muss zum Bollwerk gegen die Sozialkürzungspläne der Union werden. Geld für eine bessere Sozialpolitik wäre genug da, der Staat muss es sich nur bei Kri­sen­ge­winn­le­r:in­nen und Superreichen holen.

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Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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34 Kommentare

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  • Herr Klingbeil schaufelt das Grab der SPD noch tiefer....

  • Es wird höchste Zeit, die Dinge laut und ständig beim Namen zu nennen: Übergewinnsteuer muss kommen, Beitrag aller zur Kranken und Pflegeversicherung muss kommen, die ständigen blödsinnigen Vorschläge, ausschließlich aus Arbeitseinkommen und Beitragserhöhungen die Löcher zu stopfen, muss aufhören. Doppelbesteuerung und Doppelverbeitragung von Rentnern müssen ans Licht gezerrt und gegen Ignoranz verteidigt werden. Dass manche hart arbeitenden Alleinerziehende mehr Steuern zahlen als manche Millionäre gehört an den Pranger. Die Vernachlässigung der Bildungspolitik und des Grundsatzes, dass gleiche Bildung für alle möglich sein muss, darf in keiner Weise gerechtfertigt werden. Das alles ohne Wenn und Aber und Whatabout und gegenseitiges aufeinander zeigen. Ohne Ignorieren und öffentliches Abwerten von Frau Bas, den Wohlfahrts- und Mieterverbänden, ohne Entschuldigungen für das Kuschen von Lars Klingbeil vor der CDU.

  • Es ist ein systemischer Offenbarungseid: Während die unteren sozialen Schichten unter der Last explodierender Lebenshaltungskosten erdrückt werden, verzeichnen die Ölkonzerne obszöne Rekordgewinne. Dass sich die Politik bis heute weigert, diese Krisengewinne über eine echte, kompromisslose Übergewinnsteuer abzuschöpfen, zeigt, für wen in diesem Land wirklich regiert wird.



    ​Hier offenbart sich die ganze Perversität des Prinzips „Geld geht immer zu Geld“. Wer ohnehin im Milliardenbesitz schwimmt, wird durch staatliche Untätigkeit weiter gemästet, während Familien am Monatsende entscheiden müssen, ob sie heizen oder essen. Die Zeche für die Inflation zahlt die Kassiererin, den Profit streichen die Aktionäre ein. Diese ungenierte Umverteilung von unten nach oben ist sozialer Sprengstoff. Eine Politik, die die Taschen der fossilen Oligopolisten schützt und die eigene Bevölkerung verarmen lässt, hat jeden moralischen Kompass verloren. Es ist Zeit, die Profiteure der Krise endlich bluten zu lassen.

  • Wer soziale Leistungen genau dann kürzt, wo sie besonders stark nachfragt, der spitzt soziale Problemlagen zu.



    Das ist m.M. der größte Schwachsinn überhaupt.



    Es läuft drauf hinaus, dass Sozialpolitik nur dann stattfindet, wenn es ausreichend Geld im Haushalt gibt, nicht dann, wenn Notlagen zunehmen.



    Da die Leistung ja noch erbracht wird, ist das Sozialstaatsgebot nicht gebrochen, aber das Vertrauen der Menschen wird gebrochen. Und das betrifft nicht nur die Menschen, die die Leistung brauche, sondern auch diejenigen, die dafür bezahlen: Die Steuerzahler der Mittelklasse. Die werden stark enttäuscht, weil sie merken, dass sie viel bezahlen, aber wenig Sicherheit dafür krigen.



    Schon Harz-IV (SGB 2) hat vor allem Arbeitnehmer durchgerüttelt, die haben gemerkt, dass Arbeit und Beteiligung entwertet werden können, der Frust ging 2003-2005 durch die Decke.



    Das dürfte hier auch passieren, vielleicht nicht mit dieser Wucht, aber es ist im Grunde genommen ein vollkommen falscher Schritt.



    Und er wird die Wirtschafts- und Konsumentenpsychologie weiter nach Unten drücken.



    Sprich: Das verbreitet Angst, viele Menschen werden nicht mehr optimistisch sein und einkaufen, sondern sparen.

  • Klingbeil hat die Zeit nach der Politik fest im Blick. Es gibt deutlich besser bezahlte Lobby-Posten, wenn man sich bei den Unternehmen beliebt gemacht hat. So einfach ist das und so sicher wird sich die sPD bald unter 5% wiederfinden. Gut so.

  • Alle Erwerbstätigen müssen in die Rentenkasse einzahlen. Politiker und neue Beamte natürlich auch. Ohne Pensionsreform keine Rentenreform.

  • Komplett unverständlich, angeblich reden wir ja hier einerseits über die Volksparteien CDU und CSU, mit Arbeitnehmerflügel, hier sind ja nicht nur die oberen 10.000 vertreten. Merz, Reiche, Linnemann und Spahn gerieren sich als neoliberale Taliban, Tickle-Down-Unsinn und die ewig gleichen, nicht funktionierenden Rezepte, gepaart mit offener Verachtung für die Armen und Schwachen.



    Und die SPD: macht das alles noch mit, das ist Selbstmord auf Raten, wer braucht denn solche "Sozis"?

  • Wenn man jetzt sieht, was die politische Konkurrenz auf der rechten Seite, also CDU und AgD angeht, scheint Deutschland ja zu min. 40% aus sehr reichen Menschen zu bestehen, die den armen darbenden Konzernen und den dahinterstehenden Superreichen gerne etwas abgeben. Anders lassen sich die Wahlumfragen ja nicht erklären.

    • @Axel Schäfer:

      Die Wahlumfragen erklären sich vor allem den Interessen der Reichen, verteidigt mit Lügen und Verschleierungstaktik der Regierenden, den Eloboraten von am Reichtum beteiligten sogenannten Denkfabriken, in denen höhere Töchter und Söhne nach Privatschule und -Universität ein sorgenfreies Arbeitsleben führen und noch jeder Menge weiterer Volksverdummungsmechanismen. Wir sollten diese in unseren Diskussionen hier nicht auch noch adptieren oder unterstützen. Es wird höchste Zeit, möglichst vielen die Realitäten bewusst zu machen und sie davon abzuhalten, Leuten zu glauben, die inzwischen nicht nur ein auskömmlliches Leben der meisten kaum noch zulassen, sondern schon Leben und Gesundheit der heutigen Durchschnittsbevölkerung und zukünftiger Generationen gefährden.

  • unsere Orts -SPD (REgensburg) lässt ihre Emails sperren…würde ich auch, wenn ich unfähig wäre, Politik zu machen und nichts anders zu tun hab, als kleinen Leuten das Messer von hinten reinzurammen und dann sagen, wer die AfD wählt ist…was weiss ich…



    Wau! Schafft den Mindestlohn ab, die 35h Woche und lasst das Internet Sperren und wir bennen uns um in OblastBRD…..



    Die CDU, die cSU und vor allem die AfD freut sich einen zweiten Kopf. DAnke SPD

  • Ja, die Geldpumpe von unten nach oben läuft super mit dieser Regierung. Die dürfte ein bisheriges Maximum darstellen, wenn man an die Regierungen der Vergangenheit denkt - vielleicht in Konkurrenz mit dem Schröder-Regime.



    Und es treibt fleissig die Wählerpumpe der AfD an:

    www.zeit.de/politi...-neuwahl-wahltrend

    Ich würde sagen, der Beginn medialen Diskussion der massivsten Sozialstaatskürzungen (der Sozialstaat ist im Grundgesetz festgeschrieben, anders als unser dysfunktionales und antidemokratisches Wirtschaftssystem) korreliert zeitlich recht gut mit dem neuerlichen Anstieg der AfD, in dem sie die cdU/csU nun wirklich überholt haben.

    Demokratie ist die Diktatur des Volks, in dem es seinen Peinigern selbst die Peitsche in die Hand drückt, scheint's.

  • R.I.P. SPD!

  • Ich bleibe dabei: die SPD ist seit Jahren eine Mogelpackung. "Sozial" steht zwar drauf, aber der Sozialanteil sinkt seit Jahren. Auch eine Art Shrinkflation, also Shrinkflation Partei Deutschland.

  • Man wundert sich, das die SPD nach der katastrophalen Erfahrung mit dem Kabinett Schröder und seiner Agenda 2010 Leute wie Klingbeil und Bas an die Spitze lässt.



    Das Vorgänger Duo Esken/Borjahns hatte ja wieder Boden gut gemacht, immerhin gab es danach die Ampel.

  • Die Zahlen mit denen Greenpeace hier zu den Gewinnen der Ölkonzerne hausieren geht sind Schätzungen, da die Ölkonzerne Greenpeace kaum die Bücher zum prüfen gegeben haben. Nur sind Schätzungen immer so eine Sache, die Union hat gemeint beim Bürgergeld zweistellige Milliardenbeträge einsparen zu können die jetzt bei der Grundsicherung nur noch ein paar Millionen sind. Das selbe kann hier auch passieren.

  • Statt sich wieder und wieder Illusionen hinzugeben, dass die karrieristische Seeheimer-sPD noch einen Kurswechsel in Richtung Sozialdemokratie hinlegen würde, wäre es m.E. angebrachter einzusehen, dass die bürgerlichen Parteien, gern medial vermarktet als das 'demokratische wir', längst geschlossen an einem Strang zieht zum Nutzen der Machterweiterung der oberen 0,1%, und zum wirtschaftlichen Nutzen der oberen 10-20% der Bevölkerung.



    Die Akteure und die Berater:innen der 'Berliner Blase' sind eh längst selbst integrierter Teil dieser oberen 10-20%.



    Wer das aber ausspricht ist umgehend wahlweise der verkürzten Kapitalismuskritik verdächtig, oder, sehr beliebt zur Zeit, spielt der Rechten mit populistischer 'Elitenkritik' in die Hände.



    Und "SCHNAPP":



    Falle zu, weshalb es wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, wann das 'bürgerliche Lager', wie schon auf EU-Ebene, mit den Rechten zusammenarbeitet, nach dem Motto:



    wollen wir 'eigentlich' nicht, aber geht halt nicht anders.



    Und so ziehen denn die Kettensägen incl. der 'Seeheimer' in immer mehr 'Volksvertretungen' 'dieses unseres' wieder 'kriegstüchtigen' EU-Europas ein.

  • Übergewinnsteuer - tolles Wort. Also ein Gewinn über dem Gewinn. What the f*k?

    Aktuell haben wir 51% Staatsquote. Und aus diversen Ecken die Forderung nach noch mehr Steuern und noch mehr Hilfe für noch mehr Bedürftige.

    Nichts gegen Bedürftige und nichts gegen Hilfe für diese. In meinem Koordinatensystem sind das die unteren 10-15% sowohl bzgl. Einkommen als auch Vermögen. Und die sollen Hilfe bekommen. Sowohl für ein menschenwürdiges Leben. Als auch insbesondere zur Selbsthilfe, z.B. Bildung.

    Aber umverteilt wird in D nach meinem Eindruck seit Jahren vielen zwischen praktisch allen. Und vor allem Bekommen immer mehr irgendwelche Unterstützung. Geraten/gefühlt: 70% der Bevölkerung? Warum? Wem dient das ausser der politischen Kaste zur Selbstbeweihräucherung?

  • Gerade hier in der taz lese ich sehr oft die Forderung nach einer Übergewinnsteuer. Und das mag aktuell auch ein sinnvoller Weg sein; der Anlass ist auf jeden Fall gegeben.



    Bevor es darum geht, wer sie einführt, stellt sich erst die Frage, wie eine solche Steuer überhaupt aussehen soll? Wie verhindert wird, dass sie die falschen Gewinne bzw. Unternehmen trifft? Oder dass umgekehrt gar keine Wirkung eintritt, also kaum Einnahmen und keine Preissenkung? Und dass sie überhaupt verfassungs- und unionsrechtskonform wird?



    Diese Punkte sind beim Thema Übergewinnsteuer überhaupt nicht einfach. Ich bin ehrlich neugierig auf ernsthafte Gestaltungsideen; nur die politischen Akteure schweigen sich, so laut sie auch mit der Forderung schreien, zu den Details aus.



    Doch da liegt der Hase im Pfeffer - es muss auch funktionieren, und da ist viel Konzeptionsarbeit gefragt. Aus einem Gefühl der Ungerechtigkeit und einem hingeworfenen Wunsch wird noch keine (sinnvolle) Politik.

  • Besonders perfide in der Erzugung "gnadenloser sozialer Unwucht" die deutschen TV-Talkshows, die durch die Bank CDU freundliche neoliberale Politik mit der Forderung nach Reformen Reformen, Reformen propagieren, wie z. B. die Sendung Miosga heute in der Miosga mit koketten Augenaufschlage - aber in Wahrheit vollkommen desinteressiert - Bärbel Bas nach ihren Ausgrenzungserfahrungen als Frau mit Hauptschulabschluss fragte, um sie kurze Zeit später den eingeladenen neoliberalen Experten, Chef des Weltwirtschaftsinstituts in Kiel, Chef des Tagesspiegels, medial zum Fraß vorzuwerfen.



    Antreiber im politischen Klassenkampf von oben, sind die deutschen politischern TV-Talkshows mit freundlicher Unterstützung von Bild und allen anderen Springer-Medien.

  • Gibt es das "S" in der SPD eigentlich noch?



    Die SPD hat wohl vergessen, wer ihre Wähler waren und für welche Politik sie mal stand. Wenn die SPD keine Sozialpolitik mehr macht, wer soll es dann noch machen? Und nein, die SPD ist selbst schuld, wenn sie jede CDU-Kröte schluckt.

  • Steuererhöhungen sind für die Union ein noch tiefroteres Tuch als Umverteilung. Die geht ja schließlich auch von unten nach oben, äh, Tankrabatt.

    Die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfanger werden lieber den Nebenkosten der unteren Löhne auffgedrückt, anstelle sie zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu deklarieren. Ach ja, dafür hätten Steuern erhöht werden müssen. Wenn die SPD ihrem Kernklientel so in den Rücken fällt, darf sie sich über gar nichts mehr wundern.

    • @Holger_0311:

      Rein vom Namen her, ja. Aber in der Sache sollten Kranken"versicherung", Renten"ersicherung", Pflege"versicherung" etc. ja eigentlich auch steuerfinanzierte Leistungen sein. Denn sie sind öffentliche Daseinsvorsorge. Sie wurden in der Vergangenheit nur nicht als Steuern bezeichnet, damit man die Reichen in diesem Fall nicht an den Kosten beteiligen muss, wie man es der Steuergerechtigkeit nach müsste. Stichworte: "wer zahlt ein" und "Beitragsmeessungsgrenze".

      Und wenn man sie zu den "Steuern" dazu zählt, dann werden sie kräftig erhöht - freilich nur für die ärmere zwei Drittel der Bevölkerung. Erhöhung der Abgaben für ärmere, Steuergeschenke für die Reichen: cdU/csU/AfDP-Markenkern. What you vote, ist what you get.

    • @Holger_0311:

      apropos Gesundheitskosten. D liegt in Europa. Unter den europäischen Ländern hat die Bevölkerung in D eine relativ niedrige Lebenserwartung - nicht wirklich niedrig aber halt relativ niedrig. Aber pro Kopf sehr hohe Kosten für das Gesundheitssystem.



      Scheint mir schlüssig, dass da nicht zu wenig Geld im System ist sondern zu viel Ausgaben für weniger sinnvolle Dinge.



      Sprich - bitte mehr Gedanken zur Verwendung der vorhanden Mittel (die sind eher zu hoch). Und weniger Gedanken, wie man noch mehr Geld ins ineffektive System schütten kann.

    • @Holger_0311:

      Alle gesetzlich Versicherten sitzen in einem Boot, die Lasten sind allerdings so verteilt, dass die Besserverdienenden den höheren Beitrag (>1.000 €) leisten (müssen), während Angehörige (Kinder, auch erwachsene Kinder, Eheleute, manchmal auch Eltern und Geschwister) umsonst dabei sind. Freiwillig Versicherte zahlen nur ca. 230 €. Für Minijobber sind 187€ fällig. Für Bürgergeldempfänger ist es noch weniger.



      Die wirklichen Lasten tragen also erstmal die höheren Einkommen, wie schon bei der Steuer. Das sollte man fairerweise schon so sagen.

  • Es geht gar nicht anders, als zu sparen, da in vielen früher einmal im Export erfolgreichen Ländern derzeit Flaute herrscht. Auch in Deutschland können die Importe -Rohstoffe, zur Zeit noch zu viel fossile, und Lebensmittel durch Ausfuhren nicht mehr ausgeglichen werden. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass Investoren ihr Kapital dort einsetzen, wo es mehr Profit bringt, neue Märkte suchen und darüber hinaus Patente und know how aus den früher einmal wohlhabenderen Ländern einfach woanders einsetzen und das ohne Rücksicht darauf, ob es Regelungen in Bezug auf Mitarbeiterrechte, Demokratie oder Klimaschutz gibt. Eher im Gegenteil, BASF geht dorthin, wo sie eben keine Spielregeln in Bezug auf Gewässerschutz und Umweltverpestung einhalten müssen. Wenn dann noch die in China oder anderswo produzierten Waren hierzulande verkauft werden, sind alle hier einmal erkämpften Gesetze Makulatur umd gleichzeitig hierzulande die ökonomischen Grundlagen, Beschäftigung und Wettbewerbschancen verloren gehen. Es bleibt: Kleinere Brötchen backen, sich unabhängiger vom Weltmarkt machen, weniger konsumieren, Reichtum und ARBEIT hierzulande besser verteilen! Autos und Flugreisen müssen verzichtbar sein !

  • Mehr Geld für Soziales und die SPD stünde stabil bei 35% oder wie?



    Und logischerweise dann die AfD bei unter 10?



    Ich habe stärkste Bedenken bar dieser Logik.

  • Taz, tax the rich!



    Meine Frau und ich Ende 50, aus Mittelstand zu Akademikern aufgestiegen mit Ende Studium Kontostand 0, 3 Kinder, sparsam gelebt und gut verdient. Aktuelles Vermögen 4 Mio. €, davon die Hälfte wenig beweglich in Immobilien inkl. dem selbst bewohnten Haus.



    Wir fühlen uns halbwegs vermögend aber in der taz auch regelmäßig hart angegriffen bis verunglimpft.



    Frage daher an Frau Krüger und Community: An wen soll ich jetzt wie viel abgeben, um der weiteren Beschimpfung zu entgehen und den Nimbus des „bösen Reichen“ von mir abstreifen zu können? Bitte nur ernstgemeinte Antworten!

  • Die Merz - CDU muß jetzt eine Beamten- Pensionsreform hinkriegen. Politiker und neue Beamte müssen mit der großen Rentenreform 2026 auch in die Rentenversicherung einzahlen. Die hohen Pensionen im Vergleich zu den mickrigen Renten sind ungerecht und unbezahlbar. Jährlich steigende Kosten für Beamtengehälter und Pensionsverpflichten von ca. 2 Mrd. € kann sich unsere Land nicht mehr leisten. Jetzt eine Grundgesetzänderung vorbereiten und dann geht es los. Andere europäische Länder haben die Integration der Beamten in die Rentenversicherung längst hinter sich. Österreich ist bereits seit 2005 dabei neue Beamte nach und nach über 30 Jahre ohne Schwierigkeiten in die Rentenkasse einzahlen zu lassen. Nur wir Deutschen kriegen es wieder mal nicht hin. Warum? Weil die Merz-CDU und Beamtenlobby es mit allen Mitteln verhindert. Ministerin Bärbel Bas, SPD hat recht, die Beamtenreform muß jetzt mit der Rentenreform mit eingeleitet werden. Ansonsten fliegt uns schon bald das ganze Pensionssystem um die Ohren.

  • Der Eindruck wird immer klarer, dass es bei den Parteiendemokratien nicht darum geht, den von der gesamten Bevölkerung geschaffenen Reichtum gerecht zu verteilen, sondern im Gegenteil dafür zu sorgen, ihn verstärkt bei denen zu konzentrieren, die es geschafft haben, Mechanismen zu etablieren, dass Reichtum in ihre Richtung von der Allgemeinheit abgeschöpft wird. Dieser Ansatz ist nicht neu, sondern seit den 80ern der Trend, aber in letzter Zeit wird er ganz offen umgesetzt, als wäre er ein Naturgesetz.

    Zu den Mechanismen zählen Automaten wie große Immobilienkonzerne genauso wie "Social" Media, Vendor-Lock-In der Hersteller, gesetzliche Vorgaben wie eine allgemeine Versicherungspflicht, windige Verträge mit geheimgehaltenen Gewinnzusagen für Konzerne, Staatl. Subventionen für systemrelevante Branchen, falls die mal ins Klo gegriffen haben. Und zukünftig, so die Hoffnung, alles im Dunstkreis "KI".

    Abhilfe? Reduzieren von Abhängigkeiten, wo immer sich die Möglichkeit bietet. Prüfen, ob man wirklich ständig überall so viel "einzahlen" muss. Die Politik wird hier nichts ändern, und die AfD erst recht nicht.

  • Klingbeil hat "Merzchens" Aussage "Wir schaffen das" voll ernst genommen.



    Wir schaffen die 4%!



    Gnadenlos.

  • Die Autorin hat absolut recht: "Will die SPD nicht bald bundesweit unter 10 Prozent rutschen und in Sachsen-Anhalt möglicherweise sogar aus dem Landtag fliegen, muss sie ihre Politik schleunigst ändern. Sie muss zum Bollwerk gegen die Sozialkürzungspläne der Union werden. Geld für eine bessere Sozialpolitik wäre genug da, der Staat muss es sich nur bei Kri­sen­ge­winn­le­r:in­nen und Superreichen holen."

    Als Ergänzung. Die Superreichen (also Personen mit mehr als 100 Mio. $ investierbarem Finanzvermögen) sind alleine 2025 um 300-500 Mrd. $ reicher geworden. Die um 100 Mrd. € höher zu besteuern, würde nicht einmal dafür sorgen, dass die ärmer würden, sondern nur etwas langsamer reicher.

    Wenn die bisherige soziale Unwucht nur bedeuten würde, dass die SPD unter 10% fällt und aus dem Landtag in Schleswig-Holstein fällt, könnte man sagen: "Ist einfach verdient".



    Aber leider bedeutet das auch, dass die AfD noch stärker wird und dass die AfD im September in Sachsen-Anhalt vermutlich allein regieren kann, in ein paar Monaten bundesweit mehr Stimmen haben wird als CDU/CSU und SPD zusammen und spätestens 2029 die Macht im Bund übernimmt.



    Daher ist dies so ziemlich die letzte Chance.

  • Nun, ich möchte wissen, wie genau Übergewinn, respektive Übergewinnsteuer definiert wird. Gewinn wird ja versteuert, ein höherer Gewinn entsprechend auch. Eine genaue Definition kenne ich nicht; vielleicht kann das jemand exakt definieren (ich bin nicht dagegen, dass ein höherer Gewinn auch höher versteuert wird).



    Auf der anderen Seite frage ich mich, ob dann, logischerweise Untergewinne oder auch Verlust genannt, entsprechend ausgeglichen werden müssten?

  • Wird schon seinen Grund haben dass Merz der unbeliebteste Kanzler ever ist.

  • Mit der Bafög Regelung so wie sie geplant ist sind die Sozen endgültig weg. Ich erinnere nur an die Möglichkeit Schnaps und Alkohol höher zu besteuern - wurde auch abgebügelt, die Alkohollobby ist zu stark. Billig saufen ist besser als gute Bildung. Klingbeil ist ohne Worte, er ist nutzlos. Auch den Bonus für E-Autos sehen viele als Selbstverständlichkeit an. Natürlich macht das die AFD stark. Ich bin Mieter und Fahrradfahrer - wen soll ich wählen ? - Sag jetzt nicht GRÜN....