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Tempolimit-Aktion von GreenpeaceDann machen sie es eben selbst

Greenpeace-Aktivist:innen haben an deutschen Autobahngrenzübergängen Schilder zur Richtgeschwindigkeit überklebt. So lange galten dort 100 statt 130 Kilometer pro Stunde.

An 26 Orten führen deutsche Autobahnen ins Ausland – überall dort haben Greenpeace-Aktivist:innen am Montag Tempo-100-Sticker auf die Schilder mit der offiziellen Richtgeschwindigkeit geklebt. Mit der Aktion macht sich Greenpeace für ein allgemeines Tempolimit in Deutschland stark, „als Antwort auf die fossile Krise“, wie die Umweltorganisation mitteilte.

Infolge des Krieges zwischen Iran, USA und Israel verkaufen Mineralölkonzerne in Deutschland Benzin und Diesel an den Tankstellen zu deutlich höheren Preisen. Um den Preisanstieg zu bremsen, führte die Bundesregierung Anfang Mai einen umstrittenen Tankrabatt ein. Der läuft noch bis Ende Juni.

Greenpeace argumentiert: Wenn auf Autobahnen eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Kilometern pro Stunde gälte, ließen sich längerfristig Spritkosten sparen als durch den Steuerrabatt. Außerdem diene ein Tempolimit erwiesenermaßen der Verkehrssicherheit und sorge insgesamt für einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch.

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An den 26 Grenzübergängen stehen normalerweise Schilder, die auf die in Deutschland gültige Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen hinweisen. Indem die Ak­ti­vis­t:in­nen die 130 dort überklebt haben, hätten sie gezeigt, wie schnell und einfach ein allgemeines Tempolimit umsetzbar wäre, sagt Swantje Michaelsen, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag.

Polizei teilweise schnell vor Ort

Tempolimit als CO2-Sparmaßnahme

kann ein Tempolimit von 130, kombiniert mit der geltenden Höchstgeschwindigkeit von 100 auf Landstraßen die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen im Straßenverkehr von 2025 bis 2035 um 24 Millionen Tonnen reduzieren.

Für ein Tempolimit von 100 auf Autobahnen und 80 auf Landstraßen, wie Greenpeace es fordert, errechnet das UBA für den gleichen Zeitraum 90 Millionen Tonnen eingesparte Emissionen.

In den vergangenen Jahren hat der gesamte deutsche Verkehrssektor seine Klimaziele stets deutlich verfehlt, im Jahr 2025 gingen 146,3 Millionen Tonnen ausgestoßene Treibhausgase auf sein Konto.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat Vorschläge für ein Tempolimit bislang konsequent abgelehnt. Nun starten die Grünen um Michaelsen einen neuen Versuch, sie bringen einen Gesetzentwurf für ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen in den Bundestag ein. Am 22. Juni soll der Entwurf dort besprochen werden.

An einigen Grenzübergängen, zum Beispiel bei Pomellen an der polnischen Grenze, rückte am Morgen schnell Polizei an und entfernte die Aufkleber wieder. An anderen Orten klebten die großen Tempo-100-Sticker noch am späten Montagmittag, wie ein Greenpeace-Sprecher der taz sagte.

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36 Kommentare

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  • Die SPD hat sich auf mehreren Parteitagen (unter anderem in den Jahren 2007 und 2010 gegen den Willen der Parteispitze) dafür ausgesprochen, ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen einzuführen. Auf die Sozen ist nun mal immer Verlass. (Satire aus!)

  • Tempolimit ja, aber bei 170 km/h um die Speed-Touristen abzuwehren.

  • Gibt keine guten Argumente gegen ein Tempolimit, einzig und allein primitive.

    Allerdings ändert dies natürlich nicht, dass sie Aktion illegal ist...

  • In fast jedem Europäischen Land hat man ein Tempolimit auf der Autobahn! Aber nein, Autors, rasen, Verbrenner sind der Deutsche Fetisch!

  • Das sollte sich theoretisch bald von selbst regeln. Wenn alle, die für ein Tempolimit sind, konsequent 100 bzw. 130 fahren rollt der Verkehr auf der mittleren und der rechten Spur synchron.



    Bleibt nur noch die linke Spur für die wenigen unvernünftigen und auch nur auf den Abschnitten auf denen es noch kein Tempolimit gibt (ca. 2/3).



    Die werden dann bestraft durch höheren Verbrauch und eine Teilschuld auch bei nicht selbst verursachten Unfällen wegen Überschreitung der Richtgeschwindigkeit von 130, die schon sehr lange gilt.

    • @Thomas2023:

      "Wenn alle, die für ein Tempolimit sind, konsequent 100 bzw. 130 fahren"



      Das ist ja das spannende - angeblich ist eine Mehrheit dafür, aber auf der Autobahn sehe ich diese Mehrheit nicht.



      Ich verbringe jeden Arbeitstag knapp 120 Kilometer auf der Autobahn, unbegrenzt bis auf ein Autobahnkreuz. Morgens um 6 und nachmittags um 15 Uhr fahren da nur die LKW unter 100.



      Eine handvoll Schleicher döst auf dem Mittelstreifen mit 120-130 dahin, der Rest fährt, wenn er kann, schneller.



      Zu Beginn des Irankriegs war mal ne Woche Zurückhaltung zu merken, seitdem ist aber wieder Tempo angesagt.



      Ich behaupte, mit der Zustimmung zum Tempolimit ist es wie mit der Zustimmung zum Klimaschutz. Bei Umfragen stimmt man da gerne zu, kost ja nix, aber wenns dann um die Wurst geht, da tritt die wahre Meinung zutage.



      Derlei Verhalten ist bei Menschen ja öfter zu beobachten. Man beugt sich dem vermeintlich sozialen Druck um zu gefallen, aber für sich denkt man anders

    • @Thomas2023:

      Die wenigen unvernünftigen sind gar nicht so wenige, Verkehrsschilder sind für die nur unnötige Dekoration - natürlich auch innerorts - und bestraft werden die, welche die unnötig produzierten Abgase und den vermeidbaren Feinstaub verstoffwechseln müssen.

  • Gute Aktion.



    Traurig, dass Deutschland beim Tempolimit immer noch auf seiner Sonderposition beharrt. MoTouristen aus aller Welt kommen her, um mal richtig Gas geben zu können.



    Wann wird der Geschwindigkeitswahn endlich als Sucht eingestuft, - natürlich mit der typischen Stigmatisierung der "Erkrankten"?

    • @Woodbine:

      Wenn Rasen eine Sucht ist und Süchte generell verboten gehören, dann frage ich sie, weshalb Rauchen und Saufen noch legal sind und warum das nicht verboten werden soll?



      Verbieten will man immer, was einem selbst unwichtig oder zuwider ist.

  • Anders als im Vorspann behauptet galten dort zu keiner Zeit 100 statt 130 Kilometer pro Stunde.

  • Wir hatten ja zuletzt die Ampel.



    Früher rot grün.



    Keiner ging ans Tempolimit - wird wohl seine Gründe haben...🤷



    Das Argument der Verkehrssicherheit ist ein Alibi. Klar, bei Stillstand passiert am wenigsten.



    Der größte Killer in Deutschland ist aber die Landstraße. Und in den USA, wo extrem langsam gefahren werden muss, passieren sogar mehr Unfälle prozentual als hier.



    Deutschland zählt in jeder Statistik weltweit zu den sichersten Ländern bezüglich Verkehr - trotz der German Autobahn...



    Fahrausbildung, TÜV und Überwachung des Verkehrs sind offensichtlich die ausschlaggebenden Parameter.



    Auch das Argument des Klimas ist nur ein Alibi, andernfalls würde Greenpeace ein Tempolimit für Verbrenner fordern und freie Fahrt für eAutos.



    Das würde sogar Anreize zum Umstieg schaffen.



    Da aber ein generelles Tempolimit immer gefordert wird, geht es nicht ums Klima oder die Sicherheit, es geht denen schlicht um Ideologie.

    • @Astrid Sehnefeld:

      „Auch das Argument des Klimas ist nur ein Alibi, andernfalls würde Greenpeace ein Tempolimit für Verbrenner fordern und freie Fahrt für eAutos." - Armin Laschet, sind Sie das? 😎



      Auch wenn der Strom aus der Steckdose kommt, steigt der Verbrauch mit der Geschwindigkeit. Bei 100 % aus „Erneuerbaren" sprechen wir wieder drüber. 🚜

    • @Astrid Sehnefeld:

      Was für ein Qurk, auch ein E-Auto verbaucht bei höherer Geschwindigkeit mehr, nur eben Strom anstatt Sprit, aber auch da sollte es wünschenswert sein zu sparen und nicht unnötig zu verbrauchen. Und auch E-Autos bergen bei höherer Geschwindigkeit ein höheres Unfallrisiko, erzeugen mehr Lärm und haben einen höheren Reifenabrieb und Bremsenverschleiß etc. AUßerdem: wie soll man bitte den Verkehr regeln wenn für unterschiedliche Fahrzeuge unterschiedliche Geschwindigkeitsregeln gelten? Etwa getrennte Straßen für E-Autos und Verbrenner? Das wäre schlicht Wahnsinn. Das Tempolimit sollte also natürlich für ALLE Fahrzeuge gelten, ihre Argumentation macht überhaupt keinen Sinn.

    • @Astrid Sehnefeld:

      "..in den USA, wo extrem langsam gefahren werden muss".. ?

      Interstates: 105-120 kmh, mit Bundesstaaten in den LKW so schnell fahren dürfen, wie PKW.



      Landstrassen: 80-105 kmh



      Innerorts: 48-65 kmh, beim Ortskern auch mal 40 kmh (25mph).

      Kurz, extrem ist das nicht. Die höhere Unfallzahl hängt eher mit größeren Entfernungen (Ermüdung) und schlechterem Autozustand zusammen.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Anders als Sie es hier darstellen, gibt es jedes Jahr zahlreiche Tote und Schwerstverletzte auf den deutschen Autobahnen, bei Unfällen mit sehr hohen Geschwindigkeiten. Diese liessen sich sehr wohl durch ein Tempolimit verhindern. Oder sind das ihrer Ansicht nach einfach zu wenige Opfer?

      Meines Erachtens haben auch die Unfälle auf Landstrassen einen mehr oder weniger direkten Zusammenhang mit dem fehlenden Tempolimit auf der Autobahn, da diese falsche Zeichen setzt. Man muss nur mal beobachten, wie auf Landstrassen und auch innerorts gerast wird.

  • Zwar sind ja bekanntermaßen 60% der Bevölkerung für ein Tempolimit. Aber man kann den Autofetischisten doch nicht damit kommen ihre "Dosis an Rausch* zu reduzieren.







    Was das wieder an Sprit kostet, ständig von 130kmh auf 100kmh runterbremsen (und dann wieder zu beschleunigen) zu müssen.



    Aus Sicht der Autofreunde ist diese Aktion sicher ein Akt von Freiheitsberaubung..vlt sogar ein " gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr".??

    Aber mal im ernst: im Grunde ist diese Aktion doch nur der Versuch, wenigstens ein bißchen (Klima-) Vernunft in den Strassenverkehr zu bringen. Ein Tempolimit ist eine der wirksamen Maßnahmen, den CO2 Ausstoß im Verkehrsektor zu reduzieren. Und da die Bundesregierung ansonsten keine Antwort auf die Frage hat, wie die Klimaziele im Verkehrssektor einzuhalten wären, ist sie geradezu verpflichtet diese Möglichkeit zu nutzen.







    Woran sich im Übrigen auch die Frage festmacht inwieweit die (Volks-) Repräsentanten den Willen der Bevölkerung wirklich repräsentieren..oder eben auch nicht..

    • @Wunderwelt:

      Es ist vor allem aus Sicht des Gesetzgebers ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung.

      • @JMarius:

        Rechtliche Lage: Sticker, die sich rückstandslos wieder entfernen lassen, sind keine Sachbeschädigung. Es entstand ja kein Schaden.



        Und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr?



        Ok, es war ein Eingriff. Und eigenmächtig Verkehrsregeln einführen, kann gefährlich sein, wenn Menschen sich darauf verlassen, dass diese Regeln gelten (wie beim eigenmächtig angelegten Zebrastreifen).



        Aber wo besteht die Gefahr, wenn ein Teil der Fahrer irrtümlich davon ausgeht, auf der Strecke würde ein Tempolimit von 100 gelten? Es wäre ja auch ohne das Schild jederzeit möglich, das Fahrzeuge diese Geschwindigkeit haben.

        • @Herma Huhn:

          Amtsanmaßung (§ 132 StGB) fiel mir als erstes ein. Verkehrsschilder sind normsetzende Verwaltungsakte, und die darf nur aufstellen, wer dazu hoheitlich befugt ist.

      • @JMarius:

        Richtig - hochkriminell. Dann lieber massiv Steuern hinterziehen und die Umwelt im industriellen Maßstab versaubeuteln, dann ist die Polizei nicht so schnell oder kommt gar nicht.

  • Dann setzen wir es eben selbst durch! Es braucht nur ein paar Entschlossene, um 130 km/h auf der Autobahn zur Realität zu machen. Wenn alle konsequent maximal 130 fahren ;-D auch links ;-) dann macht wir es einfach selbst.

    • @TempolimitSelberMachen:

      Machen Sie das lieber nicht. Denn dann flitzen Biker:innen zwischendurch - und über den Standstreifen auch PKW. Alles schon erlebt Auch bei Geschwindigkeitsbegrenzungen, die ausgeschildert waren.



      (Disclaimer: Ich war Vielfahrer - jetzt im Ruhestand)

      • @Mondschaf26:

        Biker, die sich über den Standstreifen mogeln werden auch von 160 fahrenden Fahrzeugen auf der linken Spur nicht aufgehalten.

      • @Mondschaf26:

        Tscha - Biker - eine andere Problematik....

    • @TempolimitSelberMachen:

      Wäre ich dafür, aber: Bitte alle konsequent maximal 100km/h fahren, das ist eindeutig das sinnvollere Tempolimit und wird von Greenpeace hier ja auch gefordert.

      • @Saile:

        Meine Dashcam hätte dann viel Futter und die Polizei ebenso. Die StVO regelt ziemlich genau wie ein Überholvorgang abzulaufen hat.

  • Dabei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Wie kann man so etwas befürworten oder unterstützen? Die Grünen saßen doch in der Bundesregierung. Sie hätten das Gesetz auch in dieser Zeit einbringen können.

    • @DiMa:

      Die Grünen waren sehr dafür, dieses Gesetz umzusetzen. Aber der FDP-Verkehrsminister glaubte ja, wir hätten nicht genug Schilder im Land, um das umsetzen zu können.



      Nun zeigt sich sehr deutlich: 26 Schilder sind ausreichend.

      • @Herma Huhn:

        Es tun sogar Aufkleber. Davon kann man der Bundesregierung sicherlich ein paar tausend zum schmalen Preis zukommen lassen.

  • "Indem die Ak­ti­vis­t:in­nen die 130 dort überklebt haben, hätten sie gezeigt, wie schnell und einfach ein allgemeines Tempolimit umsetzbar wäre, sagt Swantje..." Tempolimit nur für Ausländer, Swantje? Analoges hat schon bei Dobrindts Maut nicht geklappt.

  • Coole Aktion in einem immer rückständigeren Land. Schade dass es nur bei einem weiteren Appell und einer Symbolaktion bleibt

  • Heldenhaft.



    Wie schnell die Polizei mal wieder ist wenn es um:



    "Freiheit, Autofahren, Sterben"



    geht.



    Chapeau.

  • Wieder einmal verkauft Greenpeace Symbolpolitik als „einfache Lösung“. Ein Tempolimit wird hier wie ein Wundermittel inszeniert, das Klima, Geldbeutel und Moral zugleich retten soll. In Wahrheit ist es vor allem bequem: Es kostet den Staat nichts, verlagert Verantwortung auf Autofahrer – und lenkt elegant davon ab, dass beim Ausbau von Bahn, Netzen und erneuerbaren Energien seit Jahren geschlafen wird.

    • @Zippism:

      Wenn es den Staat doch nichts kostet, warum ziert er sich so? Ist ja nicht so, als wären unsere Regierungen ansonsten so allergisch gegen Symbolaktionen.

  • Was soll diese illegale Aktion bewirken?



    Ja, auch ich als Porsche und Pickup Fahrer bin für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen.



    130 KM/h ist im öffentlichen Raum genug, aber doch nicht 100 und schon gar noch 80 auf der Bundesstraße.

    Wenn ich mal "die Sau" rauslassen möchte gehts halt auf den Ring und dann wir in der abgesperrten Grünen Hölle so richtig Gas gegeben.



    Das macht richtig Spaß und gefährdet niemanden.



    Ach ja für die Umwelt tue ich auch noch was und zahle ganz viel CO2 Steuer in den Klima und Tranformationsfond.

    • @AuchNeMeinung:

      Ich fahre zwar nur nen RAM und nen AMG, aber warum sollte ich nicht täglich um 05:00 Uhr morgens mit 200+ Tür Arbeit fahren dürfen?