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Jason Arday Rassistische Pfade

Gilda Sahebi

Kommentar von

Gilda Sahebi

Bei weißen Pro­fes­so­r:in­nen wird bei Verfehlungen ein Auge zugedrückt, gegen Jason Arday brach Hetze los. Gelernt wird wohl wenig daraus.

N icht viele Menschen werden von William O’Reilly gehört haben. O’Reilly, Cambridge-Professor, wurde 2023 beschuldigt, von seinen Studierenden abgeschrieben zu haben. Er blieb im Amt, die Plagiate sollen keine Absicht gewesen sein. Nicola Morrison, ebenfalls Cambridge-Professorin, die 2010 plagiiert hat, behielt ihre Professur ebenfalls; kein großes Aufheben, sie entschuldigte sich. Zwei von vielen Fällen weißer Professor:innen, die plagiiert haben. Plagiate sind im akademischen Betrieb nichts Außergewöhnliches. Das ist unschön, ändert daran aber nichts.

Bei Jason Arday, jüngster Schwarzer Professor in der Geschichte der britischen Eliteuniversität Cambidge, lief es anders. Nachdem ein Wissenschaftler, der dafür bekannt ist, dass er die Intelligenz eines Menschen seinen Genen und damit der „Rasse“ zuschreibt, einen Blogartikel über mutmaßliche Plagiate von Arday verfasste und dessen Lebensgeschichte in Zweifel zog, brach ein medialer Feuersturm über ihm zusammen.

Jason Arday gab seine Stelle auf. Ende vergangener Woche wurde er tot aufgefunden.

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Seine Familie berichtet, dass Arday seit seiner Ernennung einer „anhaltenden Hetzkampagne“ ausgesetzt gewesen sei. Jolyon Maugham, Gründer der NGO Good Law Project, der Arday kannte, sagt, dass er Medien wie den Guardian immer wieder gewarnt hatte, dass Jason in einem gefährdeten Zustand war, sie aber sogar dann weiter berichteten, nachdem er die Universität verlassen hatte.

Jason Arday hatte Autismus und konnte als Jugendlicher wahrscheinlich lange Zeit weder lesen noch schreiben. Er schaffte es bis zur Professur in Cambridge. Diese außergewöhnliche Lebensgeschichte wurde bespuckt von Medien, die ihren eingefahrenen, rassistischen Pfaden folgten und Schlagzeilen produzierten, die Hass entfachten. Man könnte sich wünschen, dass daraus Nachdenklichkeit erwachsen würde. Aber darauf würde man vergeblich hoffen.

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Gilda Sahebi

Gilda Sahebi

Ausgebildet als Ärztin und Politikwissenschaftlerin, dann den Weg in den Journalismus gefunden. Beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Medizin und Wissenschaft, Naher Osten.
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1 Kommentar

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  • fly

    Ob es so rassistisch ist, wie in dem Kommentar beschrieben, hängt davon ab, was Fakten sind und wem man glaubt.



    Hier wurde nur die Plagiate erwähnt, damit könnte man dem Kommentar folgen.



    Aber in anderen Berichten werden wesentlich mehr problematische Seiten für eine exponierte Professur an einer Eliteuniversität aufgelistet, mit lauter Lügen im Lebenslauf. Wenn die stimmen, sieht die Einschätzung etwas anders aus, denn damit kämen auch Weiße kaum durch.



    Es bleibt natürlich die Frage, was davon auf die Neurodiversität zurückgeht.