Spahns Vaterglück durch Leihmutterschaft : Für konservative Werte – außer es betrifft ihn selbst
Der CDUler und sein Partner sind mithilfe einer Leihmutterschaft Eltern geworden. Hierzulande ist das verboten – auch wegen seiner Partei.
Foto: Julian Stratenschulte/picture alliance
D er Chef der konservativen Unionsfraktion im Bundestag findet die Politik seiner Partei nicht gut – zumindest wenn sie ihn persönlich einschränkt. Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke haben sich ein Kind gewünscht. Und weil es in Deutschland nicht erlaubt ist, eine andere Person mit dem Austragen eines Kindes zu beauftragen, mussten sie eben auf ein Land mit liberalerer Gesetzgebung ausweichen. In dem Fall die USA. Dort ist eine Leihmutterschaft kommerziell zu haben: für rund 150.000 bis 250.000 Dollar. Die Leihmutter erhält davon nur einen Bruchteil.
Spahns Partei hat unterdessen bei ihrem Parteitag vor ein paar Monaten erneut bekräftigt, dass Leihmutterschaft ausdrücklich verboten bleiben soll.
Die Frage der Legalisierung von Leihmutterschaft ist ein schwieriges Thema. Konservative können es sich dabei leicht machen – indem sie alles, was nicht heteronormativer Fortpflanzung entspricht, einfach ablehnen.
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Aus linker Sicht ist es komplexer. Natürlich sollen Queere und ungewollt Kinderlose die Möglichkeit haben, ein eigenes Kind zu bekommen. Natürlich sollen Frauen selbst entscheiden, was sie mit ihrem Körper tun.
Man kann aber auch argumentieren, dass Leihmutterschaft eine kapitalistische Ausnutzung des weiblichen Körpers bedeutet. Dass Frauen, die gegen Geld eine Schwangerschaft für andere auf sich nehmen, dies in den meisten Fällen aus finanzieller Notwendigkeit tun.
Dennoch hätte Spahn auch hierzulande seinen Kinderwunsch wahr werden lassen können, Stichwort Adoption oder Pflegeelternschaft. Geht es einem um ein biologisch eigenes Kind, ist Co-Parenting eine Möglichkeit. Es gibt einige Single-Frauen, die keine Lust oder Zeit mehr haben, nach einem passenden Partner zum Kinderkriegen Ausschau zu halten und sich stattdessen eine alternative Familiengründung vorstellen können. Aber dafür braucht es eben Kompromisse mit anderen. Etwas, was Spahn nicht so zu liegen scheint.
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