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Niedrigwasser in Mittel- und Osteuropa Stromkrise mit Ansage

Florian Bayer

Kommentar von

Florian Bayer

Die Trockenheit zeigt Europa die neue Realität in Zeiten des Klimawandels. Es muss dringend gehandelt werden, nicht nur bei der Energiepolitik.

D ie Trockenheit in Mittel- und Osteuropa bricht alle Rekorde. Das zeigt sich besonders drastisch an der Donau, Europas zweitlängstem Fluss. In Serbien ist der Pegel so niedrig wie seit 1909 nicht mehr, auch in Österreich ist der Schiffsverkehr stark eingeschränkt. In Rumänien mussten Autowerke vorläufig schließen, weil das AKW Cernavodă wegen fehlenden Kühlwassers nur mehr mit einem statt zwei Reaktoren läuft und Stromengpässe drohen.

Noch dramatischer trifft es Ungarn, dessen einziges AKW Paks aus demselben Grund fast komplett heruntergefahren werden musste. Die Auswirkungen sind enorm, denn Paks erzeugt etwa die Hälfte des ungarischen Stroms. Ersatz kommt vor allem aus den Nachbarländern, was die Preise hochtreibt: Die Notimporte kosten laut Regierung etwa 275 bis 550 Millionen Euro.

Wie teuer die Krise insgesamt kommt, ist offen. Ebenso, ob es zu großflächigen Stromausfällen kommt. Premier Péter Magyar rief die Un­ga­r:in­nen nun eindringlich zum Strom- und Wassersparen auf. Die Warnung kam reichlich spät. Ebenso wie die Androhung staatlicher Eingriffe, sollten die Aufforderungen nicht fruchten.

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Viel schwerer wiegen die Versäumnisse von Magyars Vorgänger Viktor Orbán, der von 2010 bis Mai 2026 durchregierte. Zwar baute Ungarn dank massiver Förderungen die Photovoltaik massiv aus. Windkraft dagegen blockierte Orbán konsequent: Spätestens ab 2016 wurde keine einzige Windturbine mehr genehmigt. Der Solarstrom fließt nur tagsüber, weshalb Ungarn auf die Atomenergie angewiesen blieb, statt die Lücke mit Windkraft zu schließen.

Orbán beschloss gar noch, das AKW Paks von vier auf sechs Blöcke zu erweitern. Damit wird Ungarns Stromversorgung noch verwundbarer, zumal die AKW-Brennstäbe aus Russland kommen. Orbán nutzte das Thema Klimaschutz, um gegen die EU zu wettern und für nationale Souveränität einzutreten.

Genau die ist in Ungarn nun aber gefährdet. Statt Milliarden für Folgekosten zu zahlen, wäre es vernünftiger, endlich massiv in den Klimaschutz zu investieren. Die Probleme betreffen schließlich nicht nur Ungarn, sondern ganz Europa. Auch der Rhein sank etwa auf einen neuen Tiefststand, was Kohlentransporte und die Kühlung deutscher Kraftwerke zunehmend erschwert.

Dieser Tage zeigt sich, dass es Anpassungen an die neue „Normalität“ bedarf. Städte brauchen Bäume, Wasserflächen und offene Böden statt Beton, damit sie nicht zu Hitzefallen werden. Der Wasserverbrauch muss sinken, der fossile Autoverkehr eingeschränkt werden. Und es braucht endlich den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien. Sonst steckt bald nicht nur Ungarn, sondern halb Europa in der Energiekrise.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Florian Bayer

Florian Bayer Korrespondent Wien

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41 Kommentare

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  • Hans Dampf

    Welch eine Ironie



    Die Atomkraft, als die garantierte Grundlastversorgung gepriesen, muss ihre AKWs ausschalten und die Photovoltaik als Lückenfüller einspringen.



    Wenn wir eines daraus lernen können, dann dass wir viel mehr für eine saubere und sichere Energieversorgung tun müssen. Wind und Sonne gehören da eben doch dazu.

  • ToMuch

    In Rumänien entlang der Moldau gibt es in manchen Gebieten aktuell nachts keinen Strom, weil durch den niedrigen Stand gespart werden muss. Auch blöde mit so einem nachhaltigen E-Fahrzeug… Ich bleib da lieber bei meinem Verbrenner.

    • Kahlschlagbauer

      @ToMuch:

      Na, das ist aber ein tief durchdachtes Argument. Wäre es nicht zielführender, Solarpaneele zu bauen und tagsüber an denen zu laden? Oder nachts von einer Batterie?

  • Opossum

    was ich hier lese macht mich sprachlos



    wir sitzten in der Klimakrise weil wie CO2 raushauen als gäbe es kein Morgen. Die Trockenheit ist eine Folge der Klimakrise.



    Atomkraft ist der teuerste Strom den es gibt, Erneuerbare sind die billigste Stromquelle die es gibt.



    Wir müssen Erneuerbare und Speicherkapazitäten ausbauen das ist die einzige Chance die gruselige Entwicklung abzudämpfen.



    Oder wir baggern die Fahrtrinne im Rhein so weit aus dass sie sich mit Meerwasser füllt auch eine Möglichkeit

    • Gerald Müller

      @Opossum:

      ach Opossum, Ihre Beiträge machen mich manchmal sprachlos. Den Rhein mit Meerwasser füllen damit das Land und das Grundwasser versalzt und unfruchtbar bzw ungenießbar wird? da würden die Holländer Ihnen was erzählen..



      Und, Atomkraft ist nicht billig aber immer, Tag und Nacht, verfügbar. Und wenn man Kühltürme hat (über die das AKW in Ungarn nicht verfügt) dann laufen die auch in trockenen Sommern. Batterien klingen gut, aber:



      1. Müsste genügend Batteriekapazität im Bereich von mindestens 10 TWh (7-Tage Bedarf) bereitstehen. Die Kosten für 1 kWh liegen derzeit bei etwa 120 Euro, das wären dann also coole 1,2 Billionen Euro.



      2. Müsste auch genügend Kapazität an Erneurbaren vorhanden sein um dies Batterien auch zu füllen. Wobei beime Laden und Entladen 20% verloren gehen. Wenn die Batterien voll sind, dann müsste der Strom abgeregelt werden weil niemand ihn braucht. Das treibt die Kosten weiter in die Höhe. Und was passiert wenn wir eine Dunkelflaute haben die länger als eine Woche dauert (2024 hatten wir drei Wochen Ende November / Anfang Dezember)?

      Das ist eben alles nicht so einfach..

      • Hans Dampf

        @Gerald Müller:

        1) Sie haben offensichtlich die Ironie des Beitrages von Opposum nicht verstanden, was "Meerwasser" betrifft.



        2) Kühltürme brauchen auch permanent viel Wasser, weil sie 1-2% der Durchlaufmenge verdunsten um die Kälte zu erzeugen. Zudem heizen die das Wasser stark auf, was dem Fluß den Sauerstoff nimmt.



        Aber ja, nur mit Batterien wird es nicht gehen.

      • Anna Bell

        @Gerald Müller:

        Sorry, aber ich denke Sie haben die Ironie in Opposums Beitrag nicht verstanden.

        Und das AKWs nicht zielführend sind beschreibt der Artikel ja gerade. Mit Solar- und Windkraftanlagen würde nicht 50% (!) des Stroms fehlen.

        Und Dunkelflaute: Im Vergleich zum Abschalten von Kraftwerken kommt das doch tatsächlich eher selten vor.

      • Opossum

        @Gerald Müller:

        Ach Herr Müller Satire wie mit dem Meerwasser scheint ihnen nicht geläufig egal



        Atomkraft haben wir nicht hat die Union abgeschaltet somit ist die DIskussion eh sinnlos weil ein neues Atomkraftwerk z.B. Flammanville 24 Milliarden kostet und schlappe 17 Jahre Bauzeit hatte



        Nebenbei könnten wir das Endlager dann in ihrem Landkreis errichten ? Dann würde ich nochmal darüber nachdenken.



        Zudem woher nehmen Sie die Zahl von 10 TW für 7 Tage aktuell haben wir ja noch andere Kraftwerkleistung



        Aber um bei ihren 10 TW zu bleiben Flammanville schafft 1,65 GW umgerechnet auf die Zeit (7 Tage x24 Stunden) bräuchten Sie 36 Flammanville 3 x24 Milliarden = 816 Milliarden ohne Kostensteigerung für Grossprojekte zu berücksichtigen



        Wobei ich davon ausgehe dass die 10 TW eh völlig sinnlos aus der Luft gegriffen sind

        • Gerald Müller

          @Opossum:

          Oposssum, erstmal sind es 10 TWh, nicht 10 TWh und, wie komme ich darauf:



          Durchschnittsverbrauch etwa 60 GWh/h, siehe agorameter

          24 Studen pro Tag x 7= Tage x 60 GWh/h = 10.000 GWh = 10 TWh

          So einfach ist das

  • Brombeertee

    Kürzlich hat ja ein Artikel den Wasserverbrauch der Brauereien erwähnt. Das wär doch eine Gelegenheit. Bier ist über Jahre lagerfähig. D. h. es ließe sich im Winter brauen. Und im Sommer könnten die Brauereien geschlossen bleiben. Ähnliches wäre vielleicht für die eine oder andere Industrie ebenfalls möglich.

    • Jesus

      @Brombeertee:

      Auch wenn Bier nicht genug Alkohol hat um jahrelang gelagert zu werden, im Grunde haben Sie Recht. Wir müssen unseren Konsum anpassen, hoher Stromverbrauch nurnoch wenn die Sonne scheint, im Sommer Wasser sparen, Dinge nicht vom anderen Emde der Welt importieren etc.. Da hat halt nur niemand Bock drauf daher werden wir einfach zuschauen wie um uns herum alles verbrennt.

  • Land of plenty

    Können bitte alle von industrieerzeugter Erderhitzung reden statt von "Klimawandel"?!



    Diese Berichte wie auf TS aus Baden www.tagesschau.de/...landwrite-100.html sind die eigentliche wichtige Nachricht.



    Wir müssen alle Emissionen reduzieren: öffentlich-rechtliche Sammeltaxis statt Pkws, alle Jeeps und todesröchelnde Dröhnmotoren abschaffen. Keine Privatjets, keine Jachten, keine Kreuzfahrtschiffe.



    Null.



    Stattdessen wollen die Rechten = CDU, FDP, Afd, und die Eigentumsherrscher den Armen alle Kosten aufbürden: bezahlen für Klospülung, mehr bezahlen für ÖPNV, das sind viel zu grobmaschige Haltestellen-Fahrpläne. Bildung und Jugendzentren werden von der Regierung wie die Afd fordert bekämpft.



    Die CDUler lesen ja selbst Tichys Einblick.



    Den Todeskult der Selbstvernichtung beenden.



    Die Industrie muss weniger Produkte ausstoßen, weniger verbrauchen.



    Vergleichen Sie die Warenmassen von 1990 mit heute und die dafür verbrauchten Ressourcen.



    Duschen verbieten, Auto-waschen verbieten spart 5 Liter Wasser ein. Das ist alles albern autoritäres Ersatzhandeln.



    Nein zum Emissionshandel.



    Verdrängen Sie nicht. "Deutschland lieben" ist lächerlich.

  • Landlüüt

    Wir steuern in eine strukturelle Wasserkrise. Eine aktuelle Folge ist eine Energieknappheit.



    Das Problem strukturelleWasserknappheit ist morgen nicht vorbei. Die Katastrophe im Ahrtal ist gerade 5 Jahre her.



    Wir haben ein Wasserdefizit und wir dann wieder zuviel Wasser.



    Wir betreiben massive Bodenversiegelung. Wir reinigen das Abwasser aus den Klärwerken nicht ordentlich. Mit der vierten Klärstufe wäre eine Verrieselung möglich. Bisher läuft es doch so Klospülung drücken, aber in die Leitung, dann ins klärwerk und ab in den nächsten Fluss.



    In den Niederlanden und in den Niederungen an der deutschen Nordsee fängt das Salzwasser in das Land zu drücken. Wir müssen das Wasser im Land länger halten und Grundwasser bilden.

    • Gerald Müller

      @Landlüüt:

      In der tat, das ist alles richtig. obwohl die Katastrophe im Ahrtal nicht einzigartig war, im Jahr 1910 gab es ein ähnliches Ereignis und die Flut von 1814 war deutlich schlimmer.

      Aber, Bodenversiegelung usw: da muss wirklich was geschehen. Auch der Wasserrückhalt muss verbessert werden, dazu würde gehören dass Stauwehre nicht mehr abgebaut werden (derzeit werden diese alten Mühlenwehre entfernt damit das Wasser schneller abliessen kann, was natürlich kontraproduktiv ist), und dass der schnelle Abfluss wenn es regnet verlangsamt wird. Wenn hierfür natürliche Biberdämme wegen des anarchischen Charakters der Erbauer nicht möglich oder gewünscht sind, können künstliche Biberdämme gebaut werden.



      Am Ende müsste man auch an den Bau neuer Stauwehre im Rhein denken die sowohl den Wasserspiegel stabilisieren (gut für die gerade jetzt viel berichtete Schiffahrt) als auch erneuerbaren und vor allen grundlastfähigen Strom erzeugen.

      • Anna Bell

        @Gerald Müller:

        Und auch hier zum wiederholten Male: Der Klimawandel erhöht die Anzahl und Stärke von Extremereignissen, aber natürlich gab es die auch schon früher (sagt zumindest die Wissenschaft).

        Und es ist auch nicht mit Biberdämmen getan, weil alle Arten von Extremwetterereignissen häufiger und stärker werden.

  • Tanja Seedorf

    Fakt ist:



    Wir zahlen die höchsten Energiepreise, die Bürger sind extrem belastet, also läuft bei uns etwas verkehrt, nicht bei den anderen Ländern mit AKWs. Das verstehen aber nur die, die die "Scheuklappen" abnehmen...

    • Stout

      @Tanja Seedorf:

      Es ist wichtig zu beachten, dass Atomenergie hoch subventioniert ist. Die Franzosen zahlen und werden es über viele Generationen zukünftig über Ihre Steuern zahlen. Wir wissen momentan noch nicht wo wir den Müll unterbringen wollen und was das kosten wird. Selbst eine Lagerzeit von 1000 Jahren - die angeblich lange nicht ausreicht - ist schwer zu kalkulieren und lässt auch annehmen, dass unsere Enkel und deren Nachkommen dafür aufkommen werden müssen. Die hohen Energiekosten in Deutschland sind aus meiner Sicht einer hohen Diversivität der Erzeugung und der politisch gewollten Preisfindung geschuldet. Momentan wird darüber diskutiert, wie man hier den Knoten lösen kann. Atomkraft spielt dabei aus meiner Sicht richtigerweise dabei keine Rolle.

    • Uwe Kulick

      @Tanja Seedorf:

      Russland zahlt tausende unschätzbarer Leben junger Männer, um Atomkraftwerke zu erobern und zu halten (Saporischia). Ukraine und Weißrussland haben gewaltige Preise an Menschenleben und Menschrengesundheit gezahlt nur für einen einzigen Reaktor in Tschernobyl! Im Übrigen frage ich mich, aus welcher Luft Ihre Behauptung "D hat höchste Energiekosten" wohl gegriffen ist ...

      • Birger Gerling

        @Uwe Kulick:

        "Deutschland hat im EU-Vergleich sehr hohe Strompreise (ca. 38–40 Cent pro kWh), belegt europaweit meist Platz 1, weltweit gehört es zu den Top 5. Die Aussage ist im europäischen Raum also im Kern richtig, weltweit gibt es jedoch wenige Ausnahmen (wie Bermuda oder vereinzelte Inselstaaten)."

        www.verivox.de/str...ompreise-weltweit/

        • Anna Bell

          @Birger Gerling:

          Ehrlich gesagt zweifele ich die Verivox-Daten an, zumindest was den Preis in D angeht. Wenn ich auf der Verivoxseite mir die Strompreise anzeigen lasse, dann ist der teuerste (!) Tarif bei 39.99 C/kWh (ohen Boni). Der zweitteuerste unter 38C/kWh. Beim günstigsten Anbieter kostet die kWh 27 Cent.

          Und das sind ja nur die Endkundenpreise. Die Industrie zahlt deutlich weniger.

          Darüberhinaus muss man natürlich auch Aspekte wie Versorgungssicherheit berücksichtigen. Wenn ich mich recht erinne, ist D weltweit das Land mit der geringsten Ausfallzeit.

  • Dr. Liselotte Kornstaedt

    Windkraft ubd Photovoltaik werden die Dürre nicht beseitigen. Viel wichtiger ist, dass wieder mehr Niederschläge ins Grundwasser gelangen, anstatt zur Ertragsoptimierung von Feldern und Wäldern auf dem schnellsten Wege in Flüsse und Meere wegdrainiert und abgeleitet zu werden!

    • Günter Witte

      @Dr. Liselotte Kornstaedt:

      Natürlich sind wieder die Landwirte die Schuldigen, wie halt immer. Das jeden Tag in Deutschland 50 Hektar für Wohnungen, Straßen, Industrie versigelt werden und somit gar kein Wasser mehr aufnehmen können ist Natürlich kein Grund.

    • Brombeertee

      @Dr. Liselotte Kornstaedt:

      Die überwiegende Ursache der Dürre ist der Klimawandel und dessen Ursache die CO2-Emission. Also helfen regenerative Energien auf die Dauer, den Klimawandel zu schwächen bzw. zu überwinden. Nur geht das in Jahrzehnten Reaktionszeit und es hätte in den siebziger Jahren angefangen werden müssen - wurde aber nicht. Daher: jetzt um so mehr zügig auf regenerative Energien + Energie-Einsparung setzen.

    • Klabauta

      @Dr. Liselotte Kornstaedt:

      "Windkraft ubd Photovoltaik werden die Dürre nicht beseitigen."

      Das behauptet auch niemand. Aber dass wir es immer häufiger aufgrund fehlender Niederschläge mit Niedrigwasser zu tun bekommen werden, steht wohl außer Frage. Und da AKW mit Flusswasser gekühlt werden, gibt es folglich ein Problem.

  • Semon

    Was wir uns alle bewusstmachen müssen: Das wird nicht mehr besser werden, sondern nur noch schlimmer. Die Jahre mit Regen im Sommer werden eher die Ausnahme.



    Leider berichten Journalisten noch immer über die Katastrophe als wenn es sich um ein einzigartiges Ereignis handelt (historischer Tiefstand und so)

  • namekianer

    Das Thema/Problem "Dürre" ist leider nicht neu. In der Vergangenheit mussten schon mehrfach AKW wegen fehlendem Kühlwasser runterfahren. Die Rechten stellen sich lieber blind und taub. Weg mit den Windrädern, her mit den AKW, ist ihr Motto. Eine Partei die nur nörgelt und alles schlecht redet, aber keinerlei Lösungen bietet ist klar: unwählbar.

    • Brombeertee

      @namekianer:

      Atomkraft als solches ist nicht rentabel, darum setzt die Atomlobby auf staatliche Zuschüsse. Erst die machen AKW wirtschaftlich.



      Außerdem gibt's die Abhängigkeit von Uranabbau, von Herstell-Firmen und -Ländern, im Beispiel Russland als Hersteller von Brennstäben (vielleicht künftig in Lingen im Emsland, also in Deutschland, wo Rosatom produzieren will), dann die Endlager-, Unfall-, und Proliferations(= Abzweigen für Atombomben) -gefahr

    • Christoph Strebel

      @namekianer:

      Man kann die AKW an die Meeresküste stellen. Dann muss man aber den Strom per 380kV oder 500kV DC ins Landesinnere transportieren. Diese Leitungen zu bauen ist schon für Ökostrom schwierig durchsetzbar und teuer.



      Oder man müsste zur Kühlung eine DN 800- Pipeline vom Meer zum AKW bauen, das Meerwasser im Kühlturm und weiteren Becken vollständig verdunsten und ca 17 000t Meersalz pro Woche produzieren (industriell sehr aufwändig) Billiger ist das auch nicht.



      Oder man speichert das Fluss-Wasser im Frühling neben dem AKW in einem großen Stausee.

      • Thomas Böttcher

        @Christoph Strebel:

        Nordseeanteil: ca. 621 km (Festland)



        Ostseeanteil: ca. 964 km (Festland)

        Küstenschutz & Deiche: Allein Niedersachsen sichert seine Festlandküste mit einer rund 610 km langen Hauptdeichlinie.

        Naturschutz: Etwa 70 Prozent der Küstengewässer und weite Teile der Küstenlinien (vor allem im Nationalpark Wattenmeer) unterliegen strengen Naturschutzvorgaben.

        Bebauung: Der direkt versiegelte oder verbaute Anteil (Siedlungen, Industrie, Häfen) konzentriert sich auf die großen Ästuar- und Hafenregionen (wie Hamburg, Bremen/Bremerhaven, Wilhelmshaven, Rostock) sowie touristische Zentren.

        Können Sie mir mal verraten, wo Sie an unsere Küste noch ein Atomkraftwerk hinzimmern wollen???

      • Brombeertee

        @Christoph Strebel:

        ... oder man erinnert sich daran, dass jeder Euro für regenerative Energien 10mal so viel bringt wie für Kernkraft und lässt das mit der Kernkraft sein und konzentriert sich auf Solar und Wind und Speicher.

  • Troll Eulenspiegel

    AKW-Befürworter so: Wir brauchen wieder mehr AKWs. Weil Solar und Wind und mittlerweile auch Wasserkraft ungenügend sind und uns der Wassermangel egal ist, den das AKW eigentlich drigend braucht.

    Baut mehr AKWs!

  • Hartmut Haas-Hyronimus

    Nu wird das Schauermärchen, dass wir bei "Dunkelflauten" massenweise Strom aus Atomkraftwerken importieren müssten, in sein Gegenteil verkehrt. Ohne die deutschen Exporte von Solarstrom würde jetzt z.B. auch die französische Energiewirschaft recht alt aussehen.



    Aber Märchenerzähler waren eben schon immer beliebter als Rechner.

    • sollndas

      @Hartmut Haas-Hyronimus:

      Stimmt, Wärmepumpenheizer sollten sich keine Sorgen machen. Im Winter gibt es wieder Kühlwasser für die AKW, und die liefern ihnen dann auch bei Dunkelflaute Strom :-)



      Auch halbe Wahrheiten sind Märchen.

      • PartyChampignons

        @sollndas:

        Auch in den Wintern gibt es zunehmend immer öfter Trockenphasen, es schneit weniger, es kommt weniger Wasser aus den Gebirgen.....Wassermangel und Trockenheit wird in Zukunft kein reines Sommerproblem bleiben....soviel zu Märchen

  • Christian Lange

    Der aktuelle, extreme Wassermangel führt es vor Augen: Die Atom- und Fossil-Lobby hat keine wirklichen Lösungen und an Erneuerbaren kein Weg dran vorbei führt ..

    • Tanja Seedorf

      @Christian Lange:

      FALSCH:



      Ein Mix aus ALLEM ist die Lösung, so wie es außer der Bundesrepublik auch alle Industrienationen handhaben.



      Deutschland hat sich einfach verrannt und in der Welt kann man darüber nur den Kopf schütteln...

      • Willifred

        @Tanja Seedorf:

        Wenn Sie "Welt" sagen, meinen Sie vermutlich den Mikrokosmos rund um gewisse Parteien "der Mitte". Denn keine Ihrer hier bisher getätigten Aussagen trifft zu:



        - WELTweit ist Kernenergie der am wenigsten ausgebaute Energieträger. Seit Jahren rückläufig.



        - WELTweit regelt der Markt, dass erneuerbare Energien stark wachsen, zunehmend gepaart mit Mitteln zur Speicherung.



        - WELTweit ist Kernenergie der teuerste Energieträger – mit Abstand. Sie ist nur wettbewerbsfähig, weil im Vorfeld massive Kosten durch steuerfinanzierte Subventionen abgefangen werden. Ebenso danach. Noch kein Land* hat eine Lösung für die Endlagerung und schon gar keinen Plan zur Aufrechterhaltung der dadurch entstehenden Kosten.



        *China hat anscheinend Reaktoren, die diese Übberreste verwerten können. Berichte widersprechen sich.



        - EUROPAweit wurde kein einziges AKW innerhalb seiner geplanten Zeit und noch weniger zu den geplanten Kosten in Betrieb genommen.



        Fazit: Würden die Kosten der Kernenergie allein von den Befürwortern getragen (einschl. aller Neben- und Folgekosten), würde ich sagen: Nur zu. Aber Sie würden zu schnell zahlungsunfähig und dann sind wir wieder alle gefragt.

  • Klabauta

    AKW sind keineswegs die zuverlässige Energieform, als die sie von ihren Apologeten angepriesen werden, auch wenn man von der Gefahr eines GAU oder den ungelösten Problemen der atomaren Endlager einmal absieht.

    Da Niedrigwasser an Flüssen absehbar häufiger werden wird, ist es Zeit, auch die letzten verbliebenen AKW endlich abzuschalten. Vorneweg Frankreich (57 AKW) sollte da endlich tätig werden.

    Pegelstand an der Rhône heute 11:00 Uhr:



    - Pierrelatte (AKW Tricastin): 0,336 m, Durchfluss 87,5 m³/s



    - Viviers bei Montélimar (AKW Cruas): 0,625 m, Durchfluss 568 m³/s

  • Uwe Kulick

    Wenn Hitze und v.a. damit verbundene Sonneneinstrahlung die Aushängeschilder des ausgehenden "Atomzeitalters" ausnocken und das mit steigender Regelmäßigkeit, gibt es nur Eines: Solarstromeinspeisevergütung erhöhen, während Dürreperioden für alle Einspeiser! Außerhalb Dürreperioden für Betreiber nachhaltiger Solaranlagen, die Mindestqualitätsanforderungen in Sachen Solarpanelqualität sowie wie Anlagen-Konzept- und -Wartungs-Qualität erfüllen.

    Ich fürchte, Frau Reiche braucht eigens dafür eineN kompetenteN StaatssekretärIn für wirtschaftsstandortsichernde ökologische Infrastrukturfördermaßnahmen - sie selbst würde so eine wirklich sinnvolle Politik allein niemalsnicht übers Herz bringen.

  • mwanamke

    "der fossile Autoverkehr eingeschränkt werden" - nicht nur der fossile, der gesamte motorisierte Individualverkehr muss eingeschränkt werden auf das Notwendigste. Öffis und Bahn fahren ist die Devise, deshalb Priorität für den Ausbau der Bahn-Infrastruktur.

    • Lahmarsch

      @mwanamke:

      So ist es, darüber wird aber nach wie vor überhaupt nicht mal nachgedacht oder gar diskutiert.

      Die heilige Kuh "Auto für jeden" darf nicht geschlachtet werden.