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Zuckerabgabe und soziale KonsequenzenGesellschaftspolitischer Sprengstoff

Kommentar von

Gunnar Hinck

Die Zuckerabgabe ist gesundheitspolitisch sinnvoll. Doch wieder einmal bekommen „die da unten“ das Signal, dass ihre Lebensart falsch ist.

Getränk der „Unterschicht“? Biosäfte hingegen werden bei der neuen Zuckerabgabe geschont Foto: imago

K ein Zweifel, die von der Bundesregierung geplante Abgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke ist gesundheitspolitisch sinnvoll. Der tägliche Konsum einer Ein-Liter-Flasche gelber Limo oder Cola ist eher nicht so gesund, nimmt man damit doch gleich mal 100 Gramm Zucker zu sich – das sind 33 Würfel Zucker.

Doch haben die Pläne eine gesellschaftspolitisch bedenkliche Unwucht. Ausdrücklich ausgenommen sind alle anderen Produkte, die viel – versteckten – Zucker enthalten. Feinkostsalate – Fleischsalat, Eiersalat, Heringssalat – enthalten satte fünf bis zehn Prozent Zucker (der Zuckeranteil ist bei ihnen in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gestiegen, weil es dann ja so schön yummy schmeckt und Zucker für die Industrie ein billiger Zusatzstoff ist). Und die angeblich so gesunden puren Fruchtsäfte haben rund zehn Prozent natürlichen Fruchtzucker, der auf Dauer im Körper genauso große Schäden anrichtet wie weißer Zucker. Sie sind damit genauso süß wie die Limo.

Es wird natürlich nicht so offen gesagt, aber das ist der Subtext: Softdrinks sind das Alltagsgetränk der sogenannten Unterschicht, und durch die Abgabe sollen sie endlich kapieren, was für einen Mist sie da trinken. Wenn die Mittelschichtseltern für Carlotta und Noah aber den hochpreisigen Direktsaft im Biomarkt kaufen, ist das okay, weil die sogenannten gebildeten Schichten sich ja im Griff haben. Wenn die Eltern von Selina und Mohammed jedoch bei Lidl den Sechserpack Eigenmarkenlimo kaufen, muss der Staat eingreifen, denn die Unterschichten haben ihr Leben – so die Lesart – nicht im Griff.

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Die Abgabe nur für Billiggetränke birgt gesellschaftspolitischen Sprengstoff. Wieder einmal bekommen „die da unten“ das Signal mitgegeben, dass ihre Lebensart falsch ist, während die Gebildeten angeblich alles richtig machen. Sollten die Pläne nicht auf alles, was süß ist, ausgeweitet werden, dürften sie der AfD weitere WählerInnen zuführen.

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ist Redakteur im taz-Ressort Meinung.
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157 Kommentare

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  • Die Armen sollen die Folgen ihrer Alltagsgewohnheiten also selbst finanzieren, wohingegen für die der anderen die Allgemeinheit aufkommt. Die Kosten für die Behandlung eines Basalioms, das durch Cabriofahrten und Sonnenbäder auf dem Promenadendeck entstanden ist, wird von der Solidargemeinschaft ebenso getragen wie die durch Reit- und Skiunfälle verursachten. Die Armen müssen sie als Teil der Gemeinschaft munter mittragen, sollen aber ihre eigenen vorab alleine stemmen, selbst wenn sie im Einzelfall gar nicht anfallen. Das ist geübte Solidarität nach oben. Bereits die relativ höhere Belastung für mittellose Menschen stößt im Hinblick auf den Gleichheitssatz und das darauf beruhende Leistungsfähigkeitsprinzip, wonach die stärksten Schultern die größten Lasten zu tragen haben, auf Bedenken. Die Steuer soll zudem nur bei gesüßten Getränken entstehen, was mit den gesundheitlichen Folgekosten begründet wird. Die ungleiche Besteuerung gegenüber steuerfrei bleibenden Getränken, die von Natur aus Zucker enthalten, ist damit aber nicht zu rechtfertigen, da deren Zucker nicht harmloser ist und genau die gleichen Beschwerden (Karies, Gewichtszunahme, Diabetes) und Folgekosten verursacht.

  • Man kann es sich nicht ausdenken:



    Ob "Die da oben" wieder gewählt oder von irgendwelchen Siewissenschon gesponsort werden, hängt davon ab, wie süß die Cola schmeckt und wieviel Zucker in den Kartoffelchips versteckt wird....

  • 1. Ich hätte mir gewünscht, dass man jeden Zucker, also auch den aus der Tüte beim Discounter, mit einer Zuckersteuer belegt.



    2. Steuern finden viele doof. Aber alle wollen die großartigen Leistungen des Staates haben. Zuckersteuer ist zumindest besser als noch mehr Lohnnebenkosten.



    3. Ich wünsche mir, dass der Anteil von noch viel mehr Zutaten in der Liste bei jedem verarbeiteten Lebensmittel aufgeführt wird. Wenn das ans Werksgeheimnis geht, dann kann man es ja ungenau machen, also z.B. "20A" =20% +/-6% oder "20B" =20%+/-3%

    • @Christoph Strebel:

      "Ich hätte mir gewünscht, dass man jeden Zucker, also auch den aus der Tüte beim Discounter, mit einer Zuckersteuer belegt."



      Das wäre tatsächlich konsequent gewesen. Einfacher. Und nachhaltiger, weil es umfassend keine Ausnahmen schafft.

  • Viele Kinder sind der Faulheit und Ignoranz bezüglich Ernährung ihren Eltern ausgeliefert, weil auch viel Lehrerinnen (w/d/m) bezüglich Ernährung unterinformiert und desinteressiert sind und auch wiederum die Bildungsministerien unterinformiert und desinteressiert sind. Da hat dann die Lebensmittelindustrie sehr leichtes Spiel ihren Schund zu verkaufen. Es wäre schön, wenn Kinder umfassend und nachhaltig in den Schulen vor den schäbigen Produkten im Supermarkt gewarnt würden, ist jedoch eine Utopie.



    Es entstehen so Millionen von Einzelschicksalen, weil Menschen von mieser Ernährung krank werden und Milliarden Euro Kosten im Gesundheitssystem.



    Für einigermaßen gesunde Ernährung braucht es Selbstbeherrschung und daran mangelt es mindestens jedem dritten Mensch ganz enorm.



    Es ist das ganz alte Sachlage: Die mit mehr Macht verschaukeln die mit weniger Macht ganz gewaltig. Die mit weniger Macht wehren sich zu wenig.



    Schon lange wünsche ich mir in der Schule ein Pflichtfach "Gesundheitslehre" in dem physische und psychische Aspekte von Gesundheit umfassend und nachhaltig vermittelt werden.



    Ist von denen meist nicht gewollt, die ihren schäbigen Produkte an die Menschen verkaufen wollen.

    • @tsitra:

      Was soll denn Schule noch alles leisten? Wie wäre es denn, wenn man mal die Eltern in die Pflicht nimmt.

    • @tsitra:

      "Für einigermaßen gesunde Ernährung braucht es Selbstbeherrschung und daran mangelt es mindestens jedem dritten Mensch ganz enorm".







      Es gibt ein sehr aussagekräftiges Experiment, bei dem Kindern A im Alter von 1-2 Jahren und B Kindern im Alter von 5-6 Jahre jeweils ein Buffet dargeboten wurde, mit den unterschiedlichsten natürlichen Lebensmitteln, aber auch bunten Süßigkeiten oder anderen Hochverarbeiteten Lebensmitteln. Ergebnis: die jüngeren Kinder nahmen sich genau die natürlichen Lebensmittel, die ihnen gut taten. Wohingegen die älteren Kinder sich vor allem bei den bunten ungesunden LMs bedienten..







      Was bedeutet: es braucht keine Selbstbeherrschung, sondern ein Ende der massiven Manipulation seitens der Lebensmittelindustrie und Gesellschaft.







      Menschen bringen so etwas wie einen Instinkt mit auf die Welt..genannt *gesunder Appetit*..und es ist die Gesellschaft die ihnen das austreibt..

      • @Wunderwelt:

        Es ist wie so oft tatsächlich die massive Manipulation, mit Beispielen fange ich jetzt gar nicht erst an...

  • Es ist grundsätzlich sinnvoll im Sinne eines "nudging" die Menschen zu einer gesunden Lebensweise anzuregen.

    Als Begleitmaßnahme für die Sozialverträglichkeit zur Einführung einer Zuckerabgabe könnte ich mir gut vorstellen, die Mwst auf eindeutig gute Lebensmittel - also vor allem Gemüse - ganz auf Null abzusenken.

  • Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass die Leute wegen der Zuckersteuer plötzlich mehr Obst und Gemüse und weniger Fertigprodukte essen?



    Die Lebensmittelindustrie wird den Zucker durch billige Süßstoffe und Aromen ersetzen. Und die eingesparten Kalorien werden dann halt über andere ungesunde Produkte aufgenommen.



    Seit den 60er-Jahren beglücken Ernährungsexperten die Menschheit mit ständig neuen Diäten, alle natürlich mit wissenschaftlicher Grundlage. Und die Menschheit ist davon immer dicker geworden. Dass jetzt die Zuckersteuer auf einmal zum Gamechanger wird, übersteigt meine Vorstellung.

    • @Oma:

      Seltsamerweise ist in GB nach Einführung der Zuckersteuer genau das passiert, was Sie anzweifeln

      • @Kaboom:

        GB wird ja auch nicht von Brüssel/Straßburg gegängelt und unter Druck gesetzt.

      • @Kaboom:

        Die Studienlage ist noch ziemlich offen, eine Langzeitbetrachtung fehlt. Kurz- und mittelfristig gab es lediglich bei Mädchen im Grundschulalter einen leichten Rückgang bei der Adipositas, nicht jedoch bei Jungen. Gesamtgesellschaftlich ist zwar der Zuckerkonsum zurückgegangen, aber dafür der Verbrauch an Süßstoff gestiegen. Wie nachhaltig diese Effekte sind, ist noch offen. Klarster Nutzen ist bisher der Rückgang an Karies.



        Ob man Lifestyle-Probleme durch das Drehen einer einzelnen Stellschraube in den Griff kriegt? Die Nebenwirkungen erkennt man meistens erst Jahre später. In Schweden hat man in den 50er Jahren eingeführt, Kindern nur Samstags Süssigkeiten zu geben. Für die Zahngesundheit gut, aber der sonstige Zuckerkonsum ist in den letzten Jahrzehnten ziemlich heftig angestiegen. Könnte ein Bumerang gewesen sein.

  • Lebensmittelverordnung verbindlich für die Hersteller, durch die Regierung per Gesetz ändern.



    Die Konsumenten sind nicht für die verwendeten Zutaten & Zusatzstoffe verantwortlich zu machen.

  • Was soll das mit "Gebildeten angeblich alles richtig machen"?



    Es geht hier um finanzielle Mittel und die haben nur bedingt mit Bildung zu tun.



    Da die aktuellen Lebenshaltungskosten selbst beim Mittelstand an der Substanz kratzen finde ich diese Aussage sehr schwierig.



    Dabei denke ich noch nicht mal daran wie gebildet man wohl sein muss um Millionen zu erben...

  • Die Zahlen über Diabetiserkrankungen in der Bevölkerung mit



    entsprechenden Kostensteigerungen im Gesundheitsbereich



    beweisen Handlungsbedarf, daraus ein „Klassenthema“ zumachen



    ist ein bisschen grotesk .Es ist eventuell richtig, dass auch im



    Fleischsalat oder Ketchup viel Zucker ist, beides wird aber nicht



    Tonnenweise verzehrt bzw. so verbreitet konsumiert wie Limmos etc.

  • Namen als Synonyme für gesellschaftliche Schichten zu verwenden ist immer etwas unglücklich. Dass man mit Noah und Carlotta in diesem Fall durchaus richtig liegen kann, von mir aus. Schwierig wird es ja immer bei den sog. Unterschichten, zumal in einem solidarischen Medium. Dass ausgerechnet Selina und Mohammed selbst gewählte, Bildungsschicht spezifische Eigendeklassierungen durch Missgriffe bei der Namenswahl darstellen sollen - ich glaub's nicht ganz. Und wenn doch - die hier als Limo trinkende Unterschicht dargestellten Selinas und Mohammeds würden ihrem Ärger wahrscheinlich nicht mittels der AfD Luft machen. Oder habe ich was entscheidendes nicht mitbekommen?

  • "Wieder einmal bekommen „die da unten“ das Signal mitgegeben, dass ihre Lebensart falsch ist, während die Gebildeten angeblich alles richtig machen."

    Ich denke da in eine ähnliche Richtung, aber etwas anders:



    "*Ich* weiß besser was gut für *dich* ist als du selbst" kann als übergriffig empfunden werden. Selbst wenn es in der konkreten Situation stimmt.

    • @metalhead86:

      Das ist in entwa so übergriffig wie eine Ampel. Sie weißt darauf hin was gut für sie ist und hindert sie dadurch ja nicht trotzdem das Falsche zu tun.



      Mit allen Kosten für Beteiligte.



      Und diese Kosten sind nunmal nicht ihr alleiniges Problem wenn ihr Verhalten die Gesellschaft belastet (Gesundheit ist natürlich Jeden persönlich überlassen - jedoch wäre es fair wenigstens darauf hingewiesen werden zu dürfen. Schließlich zahlen am Ende alle falls man sich die Gesundheit ruiniert.)

      • @Das B:

        Haben sie da gerade darüber bestimmt, was andere als übergriffig empfinden dürfen und was nicht?



        Das Schlüsselwort an der Stelle ist übrigens "empfinden".

  • Das Gegenteil ist der Fall



    Wie ja im Text korrekt steht, ist es, wenn die Mittelschichtseltern den hochpreisigen Direktsaft im Biomarkt für Carlotta und Noah kaufen, genauso schädlich. Carlotta und Noah werden also nicht geschützt, lediglich die Unterschicht (die ja laut Artikel die Limo kauft) profitiert von dem Schutz.



    Klassische Umverteilung von unten nach oben. Umverteilung von Adipositas, Karies, Diabetis etc.



    Und natürlich profitiert auch hier am Ende die AfD. Dieser Hinweis darf selbstverständlich bei keiner kritischen Betrachtung eines Regierungsvorhabens fehlen.

  • Ich wäre sehr für eine baldige extra hohe



    " Abgabe " auf die gewaltigen Mengen von Antibiotika in Fleisch & Geflügel.



    Den Begriff der Steuer wollen wir mal lieber vermeiden. Steuererhöhungen gibt ja nicht mit dieser Regierung, laut Wahlversprechen, Bundestagswahl 2025.



    Zudem Antibiotika & Medikamente sollten wir lieber in Apotheken kaufen oder bestellen.

  • Langsam reicht's!

    Immer sind's regelrecht schon reflexhaft "die Armen", denen es gerade mal wieder an den Kragen, respektive ans Portemonnaie, geht! Erst bei den Kippen, jetzt bei den Zuckerwassern...

    Nein - es geht hier allen an die Brieftasche, die überdimensional ungesund konsumieren. Um die rein optischen Auswirkungen solchen Lebensstils zu sehen muss Mensch nur mal durch unsere Einkaufsmeilen gehen. - Das Ergebnis sieht inzwischen schon fast so aus wie bei Onkel Donnie in Amerika.



    Doch, ich denke schon, dass es sinnvoll ist den Zuckerkonsum von uns allen zu senken. Gern schon über Druck auf die Produzenten, man kann ja leider nicht alles genz einfach umgehen, wo zuviel Zucker drin (ver)steckt ist.

    Grade erst vorgestern habe ich im Restaurant mal einen Tonic bestellt. Und war schon beim ersten Schluck entsetzt, wie süß das Zeug war. - Was'n Leichtsinn!!!

    Tja, zu Hause trinken wir sowas tatsächlich gelegentlich auch. Aber mit Wasser verdünnt, ungefähr zu zwei Dritteln, gelegentlich mehr...

    • @Der olle Onn:

      Wenn aber tatsächlich nicht jeder versteckte Zucker von der neuen Abgabe erfasst wird, sondern nur eine bestimmte Gruppe von Getränken, während alles, was eher nicht in ärmeren Schichten verzehrt wird, einer Ausnahme unterliegt, hat das schon ein G'schmäckle.

  • Sorry, aber das ist doch wirklich Klassismus in Reinstform. "Die da unten" fressen nur Zucker und Fett und werden AfD wählen, wenn man ihnen das wegnimmt? Ist dem Autor klar, dass extrem viele ärmere Menschen in Deutschland einfach nur abgestiegene Mittelschicht sind, die lieber selber auf Essen verzichten, als ihren Kindern ungesunden Fraß vorzusetzen?

    Abgesehen davon sind wir hier nicht in Amerika. Hier gibt es keine "food deserts", weil jeder freie Platz direkt von einem Discounter besetzt wird, in dem man von Mineralwasser bis Tiefkühl-Biogemüse alles kaufen kann. Viele dieser Energydrinks, die die einschlägige Kundschaft gerne konsumiert, gibt es doch schon längst als zuckerfreie Version von allen Marken. Es kostet außerdem sogar mehr, sich ungesund zu ernähren, als frisch zu kochen.

  • Wenn sie kein Wasser haben, dann sollen sie doch Limo trinken.

  • Zucker ist in all seinen Varianten billige Füllmasse, und zT Konservierungsstoff, der in der Masse so widerlich schmeckt, dass als Ausgleich Essig, Salz und künstliche Aromen erforderlich sind.



    Der Körper assoziiert Süße mit Reife, also Gesundheit. Braucht er Mineralien, Vitamine, usw., verlangt er nach Süßem (= reifen Früchten). Deshalb macht eigentlich nicht Zucker, sondern „Süße“ die Sucht.



    Süßstoff-Chemie wurde ursprünglich zur Schweinemast entwickelt. Mit Erfolg. Deshalb sollte man statt von Lebensmittel- besser von Futtermittelindustrie sprechen.



    Säfte werden, weil teuer, gerne lecker verdünnt, auch ohne höhere Bildung. Schon mal jemand Cola-Schorle versucht?



    Ginge es um die Vermehrung der Volks-Gesundheit, würde Zucker wie andere Zutaten gesetzlich begrenzt, und nur noch als Gewürz erlaubt. Hier geht’s nur um die Vermehrung von Steuereinnahmen (und vielleicht auch Parteispenden?).

  • Schon im Untertitel zeigt Hr. Hinck, wo er steht: Das „Signal“ bekommen „die da unten“, und nicht „wir hier unten“.



    Dem entsprechend gibt er der gebildeten Mittelschicht die Namen „Carlotta und Noah“ (warum nicht auch gleich Gunnar?), und markiert die Unterschicht, die sich nicht im Griff hat, mit den Namen „Selina und Mohammed“. Seine Namensgebung mengt ein Nebenthema in das Hauptthema hinein, und macht den ganzen Kommentar damit ungesund und schwer verdaulich. Woran erinnert das? …



    Schade.

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @Selbstauslöser:

      Hallo, ob Sie es glauben oder nicht, ich komme nicht aus dem Milieu, wo man seine Kinder Carlotta oder Noah nennt. MfG Gunnar Hinck, Autor des Kommentars und taz-Redakteur.

  • Noch ein Gedanke.







    Die angedachte Zuckersteuer ist nur ein kleines Teil in einem großen Mosaik.







    Der *große Wurf* wäre aber denkbar einfach..und würde in einem *Verbot für Werbung auf Nahrungsmittel* bestehen.

    Kleiner Einsatz -> riesige Wirkung.







    Ich bin sicher: alle Ernährungswissenschaftler (außer den von der Industrie gekauften) würden sofort zustimmen..

    • @Wunderwelt:

      Ein Werbeverbot beschränkt die Meinungsfreiheit und die Berufsfreiheit der Produzenten (Art. 5 Abs. 1, Art. 12 Abs. 1 GG). Zudem die Warenverkehrsfreiheit (Art. 34 AEUV) und die Dienstleistungsfreiheit (Art. 56 AEUV). Die Hürden dafür sind jeweils hoch - ein absolutes Werbeverbot für ansonsten legale Produkte ist daher juristisch nicht haltbar.

    • @Wunderwelt:

      Wo hören Nahrungsmittel auf, wo fangen Genussmittel an?

      • @metalhead86:

        Da wo Nährstoffe enden und leere Kalorien anfangen...

    • @Wunderwelt:

      Wo fängt Werbung an, wo hört Verpackungsgestaltung auf? Solange nicht alle Produkte in einheitlicher Schachtel mit Namen in Einheitsschriftart in genormter Größe stecken, wird es nicht anders werden.

  • ""Ich (Soziologie-Professor Holger Lengfeld) bevorzuge den Begriff des Modernisierungsverlierers -- und die Taz detektiert eine Spaltung der Gesellschaft in unten und oben wobei die Zuckwawassertrinker sich ausschliesslich im Kellersegment der Gesellschaft zu finden sein sollen.""



    =



    Der Bierkonsum i ist auf ein Rekordtief gesunken, mit einem Absatzrückgang von 6 % auf rund 7,8 Milliarden Liter, dem niedrigsten Stand seit 1993. Gründe sind der demografische Wandel, veränderte Trinkgewohnheiten (weniger Alkohol) während alkoholfreies Bier stark im Trend liegt.



    =



    Ein taugliches gesellschaftliches Analyseinstrument hinsichtlich klassenspezifischen Verhaltens wäre der Vergleich des Kaufverhaltens in unterschiedlichen Läden die man schichtenszifisch nach Einkommen differenzieren kann.



    =



    In Bezug auf Bier werden sie in Läden für Reiche und für Arme keinen Unterschied entdecken - erst kommen in den Läden die alkolfreien Geränke und erst am Schluss das tradinonelle Bier mit Alkohol.



    =



    Die Gesellschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel aus sehr vielen Gründen - und die einkommensschwachen Schichten wandeln sich auch - siehe Bierkonsum & künftige ANTI-Zuckerwasser Trinker.

  • Zwar halte ich das mit dem "Signal an die da unten" für reichlich überzogen. Ansonsten stimmt es aber, daß die Zucker-Steuer für Geträke nur ein Anfang sein sollte.







    Denn für die Lebensmittelindustrie ist Zucker so was wie der *Alibi-Stoff für Alles und Jedes.



    Sog. *Hochverarbeitete Lebensmittel* werden grundsätzlich mit den billigst möglichen Zutaten versehen..und ohne den Zusatz von Zucker würden sie entsprechend - also eben NICHT SCHMECKEN. Mit anderen Worten:



    -> mit dem *Zuckertrick* wird den Menschen wird absolut minderwertiges Essen angedreht - und damit es keiner merkt, braucht es eben viel Zucker.







    Wer sich bevorzugt von natürlichen Lebensmitteln ernährt, weiß wie REICH und LEBENDIG sich der Körper anfühlt, wenn er das bekommt was die Evolution für ihn entwickelt hat.



    Industriefood dagegen macht Menschen mit der Zeit immer ärmer, lethargischer und irgendwann auch krank.



    Der gute alte Satz: " du bist was du isst" trifft es auf den Punkt.



    Von daher ist die jetzt geplante Zuckersteuer auch eher so was der Türöffner für eine echte *Nahrungsqualitätsoffensive*.







    ..schaun wer mal..

  • Nikotin und raffinierten Zucker zu konsumieren ist eben falsch. Besonders wenn man angeblich eh kein Geld hat.



    Es sind Drogen. Daher fehlt einen nichts wenn man sie weg lässt und man schont den Geldbeutel.



    Von Langzeitkosten mal abgesehen.



    Auch wenn dieses Geld einfach nur verschwendet wird, zumindest das Signal ist richtig und wichtig!



    Bitte auch Gesundheitshinweise auf Zucker und Alkohol.



    Wer nicht bereit ist so wenig zu lernen der braucht nicht über seine Lebensumstände zu jammern.

  • In Großbritanien hat die Zuckersteuer dazu geführt, dass die Hersteller den Zuckeranteil ihrer Getränke verringert haben, aus Angt, dass sie niemand mehr kauft, wenn sie teurer werden.



    So wird es auch hier kommen. Und das ist doch in jedem Fall gut, egal wer diese Getränke kauft. Da muss man nicht eine "Die da oben und die da unten"-Debatte drauß machen.

    • @sujall:

      Bei Getränken, die nicht erhitzt werden, ist das ja auch unproblematisch. Da kann ja beliebiger Süßstoff verwendet werden.

      • @Matt Olie:

        Wenn die Getränke dann schlicht mit Süßstoffen auf dem gleichen Level gehalten werden, hätte in meinen Augen die Zuckersteuer ihr Ziel verfehlt.



        Angeblich wurde in GB nichts ersetzt, sondern tatsächlich weniger süße Getränke zur Normalität.



        Bin mal gespannt, ob das hier so kommen wird.



        Ich fürchte nicht, denn Limos ohne Süßstoff sind hier jetzt schon kaum zu finden.

  • Zweifellos wäre es am besten, wenn alle Zucker gleich behandelt und versteuert würden würden – und die daraus resultierenden Einnahmen direkt der gesetzlichen Krankenversicherung zugeführt würden. Aus der Steuer jetzt aber einen Klassenkampf auf Kosten der Armen abzuleiten, ist, mit Verlaub, völlig bescheuert. Ich habe selbst Jahrzehnte mit meinen vier Kindern nah an der Armutsgrenze gelebt, aber niemand hat mir befohlen, Cola oder Fanta in Literflaschen oder Gummibärchen in Großpackungen zu kaufen. Wir sind ganz gut zurecht gekommen mit gesundem Essen und viel Wasser, willkommene Ausnahmen mit Zucker und Fett eingerechnet.



    Es ist eine Bildungsfrage ist, aber das gilt nicht nur für Zucker.

    • @HaKaU:

      Die Probleme sind, dass arme Leute einen größeren Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, und dass die billigsten Produkte eher zuckerhaltig sind. Gerecht wäre es, wenn im gleichen Zug die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel gesenkt würde. Da das ja nicht geschieht, sind vor allem die ärmsten, die wirklich das günstigste Produkt kaufen müssen, am stärksten betroffen. Sehr viel stärker als die durchschnittliche Kommentierendenschaft dieser Zeitung.

      • @Marvienkäfer:

        Die billigsten Nahrungsmittel enthalten überhaupt keinen Zucker. Der ist nur in sinnlos überteuerten Fertigprodukten drin.

        • @Oma:

          Vergessen Sie nicht, dass auch fast alle Grundnahrungsmittel Zucker enthalten. Günstige Nahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Kartoffeln und Brot enthalten viel Stärke, die bei der Verdauung in Einfachzucker umgewandelt wird, und als solcher ins Blut gelangt.



          Obst und Gemüse enthalten von Natur aus Zucker, da Pflanzen ihn bei der Photosynthese selbst herstellen. Gemüse ist dabei meist eher zuckerarm, wohingegen z. B. ein Boskoop-Apfel in etwa soviel Zucker enthält wie ein Glas Cola.

          • @Yes:

            Darum geht es bei der Diskussion um die Zuckersteuer nicht, sondern nur um zusätzlich beigemischten Zucker.



            Im übrigen braucht der Körper durchaus auch Kohlehydrate. Halt nicht unbedingt aus Limo.

            • @Oma:

              Das bezog sich auf Ihre Behauptung, dass die billigsten Nahrungsmittel überhaupt keinen Zucker enthielten.

              • @Yes:

                Da war ich nicht präzis, mir ging es um dir „Veredelung“ von Lebensmitteln mit Zucker etc. durch die Lebensmittelindustrie. Diese Produkte sind immer teurer als das schlichte Basisprodukt. Weißer Joghurt und weißer Quark, Haferflocken, schlichte Nüsse und Mandeln, Obst und Gemüse kosten weniger als die entsprechenden verarbeiteten Produkte. Am Geld scheitert gesunde Ernährung nicht.

  • Ich finde das auch zu Stumpf.



    Ich bin mir fast sicher, hätte das eine grün linke Koalition verabschiedet, würde der Tenor lauten. Gut, endlich wird was getan.



    Und jetzt ist es wieder ein Angriff auf die Unterschicht. Das ist das erhöhen der Tabak Steuer dann ja auch.



    Und überhaupt, die Einführung der Gurt Pflicht ja dann auch....



    Man kann auch als zereden. Übrigens, ich jätte auch nix dagegen wenn das mit dem Zucker für die bioschorles und Fruchtsäfte mit viel Zucker gelten würde.

    • @Duplozug:

      Ich sage, der Tenor würde lauten: Bevormundung, DDR 2.0, Skandal, das hilft nur der AfD.



      Das ist aber nur Spekulation, da Deutschland noch nie eine linksgrüne Regierung hatte.

  • Die Zuckerabgabe ist vor allem Ausdruck einer faulen, ideenlosen Politik, die auch den kleinsten Bereich des Lebens regulieren will - also genau das Gegenteil von dem, was unser Land gerade braucht.



    Am Ende nimmt der nimmersatte Staat von den Bürgern wieder etwas mehr und wird dabei selbst immer fetter, denn irgendwer muss diese Regelungen ja überwachen.



    Eine Reform- und Leistungsverweigerung ist das, unfassbar.

    • @Jens Köster:

      Genau so ist es

    • @Jens Köster:

      Wir reden hier von Drogen.



      Die jemanden wegnehmen nennt sich Suchtprävention.



      Wie soll der Staat fetter werden wenn er ihnen doch etwas nimmt - sie es also nicht mehr kaufen (können)?



      Davon hat der Staat lediglich eine (geringfügig) schlechtere Wirtschaft.



      Allerdings würde langfristig der Kassenbeitrag sinken oder zumindest nicht noch höher.



      Plötzlich bekämen die Bürger was.



      Und wer hat ihnen das vorher genommen? Richtig, die Zuckerjunkies welche sie hier unterstützen möchten.

      • @Das B:

        Sorry, aber das ist Unsinn. Eine definierte Suchterkrankung für Zucker existiert - anders als für alle Substanzen, die wir als "Drogen" bezeichnen - nicht. Wenn man den Begriff auf alles erweitert, was ungesund für Menschen ist, aber von diesen gerne genutzt wird, dann kann man auch gleich Sofas als Drogen bezeichnen. Das erweitert den Begriff bis zur Sinnlosigkeit.

        • @Agarack:

          Zuckersucht googeln.

          • @Das B:

            Ich Dummerchen habe natürlich nur in Quellen wie DSM V (keine Zuckersucht) oder ICD-11 (keine Zuckersucht) geschaut, statt einfach zu googlen. Deshalb habe ich das nachgeholt. Erster Treffer: www.aok.de/pk/maga...-eine-zuckersucht/

            Ich zitiere mal:



            "Bisher gibt es keine Studie, die eine Zuckersucht nachweisen konnte. Auch dass Süßes eine Sucht auslösen kann, gilt nicht als bewiesen. Dies liegt daran, dass man bei einer Sucht von einer physiologischen und psychologischen Abhängigkeit ausgehen muss. Typisch für eine Sucht ist außerdem, dass der Süchtige immer wieder versucht, Nachschub vom süchtig machenden Mittel zu bekommen, um die Entzugserscheinungen (zum Beispiel Schmerzen) zu verhindern – dafür ist er oft bereit, bis zum Äußersten zu gehen. Davon kann beim Zucker nicht die Rede sein."

  • Jede Änderung von Gesetzen, die eine Änderung der Lebensweise nahelegt, erzeugt dieser Tage bei Teilen der Bevölkerung Schnappatmung.



    Es geht NULL um Inhalte, es geht um Änderungen. Würde der Gesetzgeber heute versuchen, Tempo 50 innerorts oder die Gurtpflicht einzuführen, würden diese Leute ebenfalls kurz vor dem Herzkasper stehen.

    • @Kaboom:

      Ja genau, "null um Inhalte". Es gibt zig Gründe, die für eine Zuckersteuer sprechen. Keine Frage. Die werden hier aber nur vvorgeschoben.



      Die Zuckersteuer wird eingeführt, weil Geld in den Kassen fehlt. Und da isses natürlich am Einfachsten Billglimos zu besteuern und zu erklären, es gehe doch um die Gesundheit. Genau wie bei der Tabaksteuer. Schließlich lebt das Präkariat ja bekanntlich ungesund und liegt dem System auf der Tasche.



      Würde man gleichzeitig Steuern auf gesunde Lebensmittel senken, wäre es glaubwürdig, dass es um die Gesundheit geht. Es geht aber schlicht ums Geld. Und das Linke das nicht sehen wollen, spricht Bände.

      • @Deep South:

        In der realen Welt haben über 100 andere Länder aus den gleichen guten Gründen diese Steuer eingeführt. Und nein, die Gründe sind nicht das Geld. Steuern haben eine Lenkungswirkung.



        Und ich würde einiges Geld darauf verwetten, dass die gleichen Leute, die sich jetzt über die Zuckersteuer aufregen, sich ebenfalls aufregen würden, wenn auf gesunde, oft teurere Lebensmittel Steuern gesenkt würden.

        • @Kaboom:

          Natürlich gehts hier ausschließlich ums Geld. Die CDU hat die Zuckersteuer noch vor 2 Monaten auf ihrem Parteitag explizit ausgeschlossen. Und rausgeholt wurde die Idee dann, als man festgestellt hat, dass die Kassen ein Defizit von 15 Mrd für das kommende Jahr aufweisen und man irgendwo her Geld zum Löchestopfen brauch.



          Und die Wette hast du schon verloren. Ich konsumiere überhaupt keine zuckerhaltigen Getränke, kritisiere Einführung die Zuckersteuer (aus oben genanntem Grund) und den Vorschlag mit der Senkung der Mehrwertsteuer hab ich hier auch gemacht.

    • @Kaboom:

      "Schnappatmung" ist nicht was Sie gemeint haben. "Schnappatmung" ist die langsame Atemform Sterbender. Das wird auch in der Politik immer wieder fehlerhaft gebraucht, findet sich so auch in Bundestagsprotokollen.

      Sei meinen: "die (aufgeregte) oder (empörte) Hyperventilation". Das ist etwas umständlicher zu sprechen, dafür aber richtig.

      www.pschyrembel.de/Schnappatmung/K0KH2



      "präfinal" " präterminal" heißt in der Medizin : Unumkehrbar vor Eintritt des Todes.

      Ich finde die Zuckerdebatte eher symptomatisch, es geht um de.wikipedia.org/w...gemeinsamer_Teiler, also darum wer durch welche Zugeständnisse/Forderungen an wen von der Gesamtmasse am meisten € bekommt.



      In der Diskussion hat ein Teilnehmer (ZTUC) geschrieben, dass die Zuckerabgabe in GB wirksam funktioniert = Der gesundheitliche Nutzen spielt bei unserer derzeitigen politischen Diskussion eine sekundäre Rolle.

      • @Hans - Friedrich Bär:

        Mal abgesehen davon, dass ich den Einwand, diese Redewendung sei "falsch", etwas pedantisch finde: "Schnappatmung" folgt oft dem Herzinfarkt und dem daraus folgenden Herzversagen. Da Aufregung akute Herzinfarkte auslösen kann, ergibt die Redensart auch in diesem Kontext Sinn: Jemand regt sich so sehr auf, dass er daran verstirbt.

        • @Agarack:

          " Falsch" steht da nicht, es steht da "fehlerhaft", ich hätte besser gesagt "unzutreffend", denn das habe ich gemeint. Man kann den Zusammenhang so sehen, dass sich jemand so aufregt, dass er daran stirbt, das gibt´s medizinisch. "Pedantisch" weiß ich nicht. Wortgebrauch im Umfeld von Tod und Sterben, warum nicht genau oder ernst nehmen aus Respekt vor den Sterbenden?

          • @Hans - Friedrich Bär:

            Ich halte es nicht für respektlos gegenüber Sterbenden, Formulierungen in dieser Art zu verwenden. Ansonsten wäre es ja auch respektlos gegenüber Hypertonikern, wenn man sagen würde: "Wenn ich XYZ höre, krieg ich Blutdruck". Nicht alles, was auf etwas Bezug nimmt, ist dadurch respektlos den entsprechenden Personen gegenüber.

  • Guter Kommentar. Triffts auf den Punkt.

  • In UK war die Zuckersteuer ein Erfolg. Rezepturen wurden angepasst und die Zuckeraufnahne bei Erwachsenen und Kinder signifikant gesenkt.

    • @ZTUC:

      Wurde weniger gesüßt oder wurde der Zucker durch Süßungsmittel ersetzt?

  • Wenn einem der Staat vorschreiben will was man zu essen hat dann nervt das total. Das geht ihn - und auch den Rest der Gesellschaft - einfach nichts an.

    • @Generator:

      Vorgeschrieben wird doch gar nichts? Mich geht es sehr wohl etwas an, wenn ich mit meiner Krankenkassengebühr irgendwelche Zuckerjunkies mitfananzieren muss.

      • @Matt Olie:

        @Matt Olie



        Aber Sie sollten bitte nicht auch noch den, aufgrund hoher CO2 & Feinstaub, an Krebs Erkrankten, Ihre Solidarität - bezüglich der von Ihren gezahlten Krankenkassesgebür - entsagen.

    • @Generator:

      Es ist nicht der Staat, der einem vorschreibt, was man essen soll, sondern die Lebensmittelindustrie, die die Menschen mit ausgefeiltesten Methoden manipuliert und hinter die Fichte führt, um ihnen DeFacto vorzuschreiben was sie essen sollen.

      ...und dabei so geschickt vorgeht, daß es kaum jemand merkt und sich niemand darüber aufregt..

    • @Generator:

      1. Der Staat schreibt dir nicht vor was du essen sollst, du hast nach wie vor die Freiheit alles in dich reinzustopfen wie es dir beliebt



      2. wenn deine ungesunde Ernährung Arzttermine oder Krankenhausbetten blockiert und die Gesundheitskosten für die Allgemeinheit, also auch mich, in die Höhe treibt, dann geht das sehr wohl jeden etwas an und nicht nur dich!

      • @PartyChampignons:

        Punkt 2 ist quatsch! Auch das geht ihnen nichts an und beeinflusst Ihnen so oder so nicht! Wer das Krankehausbett belegt und warum geht sie nichts an

    • @Generator:

      Dem würde ich zu 100% zustimmen, wenn denn auch die Folgen einer falschen Ernährung der Gesellschaft nichts angehen würde. Doch das ist leider nicht der Fall: die medizinischen Behandlungskosten von Krankheiten und körperlichen Verschleiß durch Übergewicht werden sozialisiert.

      Ich möchte damit keinesfalls einem übergriffigen Staat das Wort reden, der sich in alle Belange des Lebens einzumischen gedenkt. Richtig ist aber, das gerne mit der Freiheit des individuellen Konsumverhaltens argumentiert wird, die (negativen) Folgen daraus dann aber nicht so gerne privat beglichen werden wollen. Die Lösung kann tatsächlich eine solche Steuer sein. Ob dies diese am Ende zielführend ist, wird man sehen.

    • @Generator:

      Macht der Staat aber auch nicht, oder?

  • Und die bisherige Alternative ist:

    Wir, die Eliten, wissen das Zucker schlecht ist. Deswegen ermuntern wir die Konzerne viel davon überall hinein zu tun, was die Unterschicht konsumiert. So haben wir ein schönes Distinktionsmerkmal und schädigen uns nicht. Oder ist es anders?

    Leider müssen wir immer noch die Sektsteuer zur Finanzierung der kaiserlichen Marine tragen.

  • Dieser Artikel ist immerhin schon mal weit weniger bizarr als der - ähnlich argumentierende - Kommentar zur Tabakststeuer von Dirk Engelmann (taz.de/Tabaksteuer...ermeren/!6174989/).

    Das Argument, dass alle zugefügten Zucker gleich besteuert werden sollten, ist stichhaltig - schon aus Gründen der Einfachheit. Inwieweit Fruchtzucker und andere Süßstoffe davon betroffen sein sollten, wäre zu diskutieren.



    Ansonsten gilt auch hier: Solche Lenkungsabgaben dürften nicht zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet werden, alleine schon weil das die Lenkungsintention konterkariert (am besten Zweckbindung für gesundheitliche Prävention und Aufklärung).



    Darüberhinaus ist es aber kein Zeichen von Geringschätzung der Armen, wenn man den Verbraucherschutz verbessert - eher im Gegenteil. Und schließlich sollte es in einer Marktwirtschaft immer auch um "ehrliche Preise" gehen, sonst kann man das Konzept nämlich gleich ganz vergessen.

    • @Eric Manneschmidt:

      "ehrliche Preise"? ... Ah ja, deshalb sind ja z.b. bei Eiscreme Vergleichspreise je Liter erlaubt. Mehr Luft sieht dann günstiger aus, weil es um Raumvolumen des gefrorenen Produktes geht.

      Oder, "der Preis am Produkt oder Regal ist egal"...

  • Ich wäre unbedingt dafür, dass die Zuckersteuer ausnahmslos für überzuckerte Lebensmittel gilt. Ich bin nämlich öfter mal wütend darüber, wenn mal wieder bei sauren Gurken oder anderem eingelegten Gemüse der bisherige Zuckerrekord gerissen wurde, denn das schmeckt mir einfach nicht. Es bleiben ja auch as anderen Gründen - nämlich wegen der zunehmenden macht von Lebensmittelkonzernen und Handelsketten - immer weniger Marken übrig, und die, die man noch, ohne sich zu ekeln, verschwinden dann irgendwann ganz. Komplett ekelhaft finde ich auch den vielen Zucker in Wurst und Feinkostsalaten. Und durchaus nicht unerheblich ist auch, dass inzwischen nachgewiesen ist, dass viele Süßstoffe die Appetitsteuerung und damit letztendlich den ganzen Stoffwechsel stören. was eigentlich als Körperverletzung gewertet und entsprechend bestraft werden sollte.

    • @Christine_Winterabend:

      Mir schmecken Fertigprodukte auch nicht. Ich kaufe sie einfach nicht. Bin trotzdem noch nicht verhungert.



      Ich hatte noch nie Appetit auf so Zeug. Kantinenessen war schon schlimm genug. Liegt vielleicht daran, dass ich die letzte Generation bin, die noch ohne Ketchup und Fischstäbchen aufgewachsen ist.



      Wenn Sie Heißhunger auf Wurst haben, gucken Sie sich doch einfach ein paar Söder-frißt-Videos an. Danach haben sie garantiert nur noch Appetit auf selbstgemachten Kräuterquark.



      In den sogenannten Feinkostsalaten ist überhaupt nichts Feines drin. Da fährt man allemal besser, wenn man einfach ein paar Reste aus dem Kühlschrank zusammenschnippelt. Falls es die Mayonnaise ist, die sie bei diesen Salaten anmacht: die kann man sich mit einem Stabmixer, einem rohen Ei, etwas Rapsöl und ganz einfachen Gewürzen in zwei Minuten selber machen. Wenn man hygienisch arbeitet, hält sie im Kühlschrank ein paar Tage. Ich hatte noch nie Salmonellen. Wenn sie eine Familie versorgen müssen, ist sie eh gleich weg.

    • @Christine_Winterabend:

      Auch interessant. Wenn jetzt Zucker nicht mehr rentabel ist, gibt das dann einfach mehr Süßstoff?

      • @Paul Anther:

        ist jedenfalls bei den "Diät"-Lebensmitteln schon lange gängige Praxis und deshalb sehr wahrscheinlich.

    • @Christine_Winterabend:

      Ich halte mich von zuckerhaltigen Lebensmitteln fern, bin aber dagegen, dass ich der Staat in diese private Angelegenheit einmischt. Es geht den Staat gar nichts an. Und in diesem speziellen Fall bin ich mir auch ziemlich sicher dass das keine Lenkungswirkung haben soll sondern einfach nur mehr Steuereinnahmen bringen muss

      • @Horst Sörens:

        Es ist keine private Angelegenheit mehr, wenn man gezwungen ist, Dreck zu essen, weil es keine preiswerten Alternativen mehr gibt, und in diese Reichtung geht es auf allen Ebenen. Am Ende bauen wir alle Möhren und Kartoffeln an, bis das Klima kippt und Landwirtschaft nicht mal mehr mit Champignons im Keller geht. Wenn doch, fehlt zwar dann irgendwann der Zucker, um die als Kompott anzubieten, aber bis dahin bin ich dann verhungert.

      • @Horst Sörens:

        Dann sollte den Staat auch die Behandlung der Folgen von dem überzogenen Zuckerkonsum angehen, das würde es für Frau Warken wesentlich vereinfachen.

    • @Christine_Winterabend:

      Ab wann genau ist bei Ihnen "überzuckert"?



      Mir zumindest ist richtiger Zucker lieber als die Erzeugnisse der Industrie.

      • @Herbarius Zunichten:

        Aus dem echten Leben: U.a. Saure Gurken 10%, Vanillesauce 15%, Curry Ketchup 22%, Eiersalat 6% kauf ich nicht. Bei Wurst der meisten Sorten ist meine Toleranzgrenze bei etwa 0,5% (wird aber ziemlich of gerissen), bei Gemüse (gefroren oder Dosen) bei 0% extra Zucker. Aber ich kann leider auch nicht alles selber machen. Bin halt noch nicht gleich als Baby dran gewöhnt worden - und dafür, dass der Trick angewendet wird, denn das funktioniert. Ach ja, und für alle Fälle mal für den Kuchen: wo gibt gleich es den handgemachten Zucker?

      • @Herbarius Zunichten:

        Naja, Zucker wird auch nicht handgeklöppelt oder mundgeblasen, da steckt auch eine Industrie dahinter, vielleicht mehrere.



        Es ist die Überdosis, die Probleme macht. Und dagegen hat die Zuckerindustrie sowie ihre Helfer (Düngemittel, ...zide) garantiert nichts.

  • Eine gesetzliche Vorgabe maximal verwendbarer Zuckeranteile wäre wohl zweckdienlicher geworden. Selbst Essen bei McDonalds war mal gesünder als es noch mehr Fett, statt nun Zucker enthielt. Das könnte man per Verordnungenen zurück drehen und damit direkt Diabetiszahlen senken.

    Aber für echte gesundheitlich relevante Maßnahmen sind unsere Politiker schlicht zu doof. Oder zu unterausführlich, was auf das Selbe hinaus läuft.

    Und ja: Smoothies sind ungesund.

  • Man muss schon sehr gebildet sein, wenn man dieser Meinung folgen will. Grüße!

  • Bin selber jemand, der ganz gerne Softdrinks trinkt und gleichzeitig synthetische Süßstoffe meidet. Etliche der erhältlichen Getränke sind jedoch für meinen Geschmack deutlich zu süß. Für mich war es deshalb erfreulich, als ich bemerkt habe, dass die Eigenmarkeneistees und -limonaden einer großen Supermarktkette lediglich 58 bzw.76 Gramm Zucker pro Liter enthalten, was gegenüber Markenprodukten schon deutlich weniger ist. Bei einem Discounter habe ich sogar Eistee mit lediglich 200 Kalorien pro Liter entdeckt, der mir jedoch, dank enthaltener Stevia, zu süß schmeckt.



    All dies geht in die richtige Richtung und es ließe sich mit breit angelegten Studien sicher feststellen, wieviel Zuckerreduktion von den Kund*innen akzeptiert wird. Kinder dürften nicht mehr vom Säuglingsalter an, auf zu süßen Geschmack geprägt werden, was derzeit schichtenübergreifend der Fall ist. Wäre froh, überall nur das absolute Zuckerminimum zu erhalten. Davon ausgehend, dass dies für den Durchschnittsgeschmack ermittelt wird, sehe ich nicht, dass das zu Aufständen führen sollte. Der derzeitige Zuckereinsatz ist weit davon entfernt, was Altersdiabetes schon bei (zum Glück nur wenigen) Kindern beweist.

  • Nein, das ist nicht so . Die "Unterschicht" fühlt sich nicht annähernd so schnell pikiert (=hält Stigma und Beleidigung ohne Rachegefühle aus) wie die "Oberschicht". Die Zuckerabgabe sollte ein Verbraucherschutz wie jeder andere (Gurtanlegepflicht, TÜV-Pflicht ...) sein.



    - Warren Buffet ist m.W. konsequenter Kirschcola - Trinker , extensiver Eiscreme- und Burger-Esser, ernährt sich am liebsten wie Calvin aus Hobbes.



    - Schichtmodelle der Gesellschaft sind mehr oder weniger kreisschlüssig, den "Unterschichtlesern" zum Trost.

    www.deutschlandfun...isten-den-100.html

  • Viele günstige "süße" Limonaden werden auch nur teilweise mit Zucker gesüsst, der Rest wird mit Süßstoffen ergänzt.



    Wie sieht das z.b. im Ausland aus, wo der Zuckergehalt reguliert wird, ist da einfach weniger bis kein Zucker drin oder kommen da auch Süßstoffe zum Einsatz?

    • @Axel Schäfer:

      Ich finde es immer wieder lustig wenn Menschen die raffinierten Zucker oder Nikotin konsumieren bei anderen Stoffen plötzlich genau hinschauen (leider nicht bei den Quellen der meisten Süßstoff-Mythen).



      Mankind in a Nutshell 🤦‍♂️

      • @Das B:

        Es könnte auch schlicht sein, dass Süßstoffe schlechter schmecken als Zucker und man eine weniger süße Limonade einer mit Zuckeralternativen vorziehen würde.

        • @Herma Huhn:

          Geschmack ist Meinung. Ich finde man gewöhnt sich sehr schnell um. Wenn man nach einen Softdrink greift und sich dann weniger Süße wünscht hat man was Grundlegendes nicht verstanden.



          Es ist Zuckerwasser und kein Fruchtsaft oder Schorle...



          Wer hindert sie denn ihre Limonade mit Sprudel auf die gewünschte Süße zu regulieren?

          • @Das B:

            Die danach fehlende Säure. ;-)



            Aber im Ernst: Die Leute kaufen Apfelschorle, weil sie zu faul zum Mischen sind, und denen schlägt man dann vor, Sprudel beizumischen, damit der Geschmack stimmt?



            Wer zum Softdrink greift, will einen fertigen Drink mit Geschmack, normale Marktwirtschaft würde da für Vielfalt in den Sorten sorgen. Wenn es die nicht gibt, ist schon ein Zeichen, dass es mit der freien Wahl nicht so weit her sein kann. (Bei einer Marke, die gefühlte 50 Sorten im Sortiment hat, wären verschiedene Zuckergehalte doch sicher ein versuch wert, wurde aber nie versucht)

            • @Herma Huhn:

              Normale Marktwirtschaft würde niemals auf etwas verzichten das süchtig macht.



              Verschieder Zuckergehalt wäre teurer in der Produktion.



              Dafür gibt es keinen Markt.



              Wie gesagt es ist Zuckerwasser. Wer Zuckerwasser kauft der möchte das auch.



              Alle anderen dürften sich ihre Schorle mit Saft und Verhältnis nach Wahl anmischen.



              Wer zu faul ist muss dann eben den Preis der Faulheit tragen das braucht niemanden sonst zu kümmern egal wie sehr der Faule quengelt.

    • @Axel Schäfer:

      In UK hat die Zuckersteuer zu Änderungen bei den Rezepturen und eine geringere Zuckeraufnahne in der Bevölkerung geführt.

      • @ZTUC:

        Und Süßstoff?

        • @rero:

          @ rero



          Geheimtipp 🍋 nur ein, zwei Spritzer Lemone oder Zitrone machen die süße Plörre genießbar, dazu ein paar Würfel 🧊🧊🧊 Perfekt🍹

          • @Alex_der_Wunderer:

            Danke Hört sich gut an.

            • @rero:

              @ rero



              Gerne doch, in Krisenzeiten hilft man doch wo es möglich ist 😉

        • @rero:

          Ist Ihnen bewusst wieviele Süßstoffe es gibt und wie unnötig und schwer es wäre die im Blut nachzuweisen?

          • @Das B:

            ???



            Wozu sollte man sie im Blut nachweisen?

            • @rero:

              Wie soll man sonst wissenschaftlich nachweisen ob und welche Mengen konsumiert wurden?

              • @Das B:

                Wozu soll das gut sein?

                Um festzustellen, wie die Rezeptur geändert wurde, schaue ich Naivling einfach auf die angegebenen Zutaten.

  • Ich bin ja durchaus auch der Meinung, dass von rot-schwarz-grün bis blau und früher auch von gelb Politik so gestaltet wird, dass die Interessen des ärmeren Teils der Bevölkerung den Interessen der Besitzenden untergeordnet werden.

    Es wäre sicher, wenn's um Gesundheit geht zielführend, die Zuckerabgabe generell für alle Lebensmittel einzuführen.



    Der Haken an der Sache ist, dass das vermutlich erstmal zu einer erneuten Verteuerung der Lebensmittel führen würde. Das träfe einkommensschwache stärker als andere.



    Außerdem gibt es im Handel schon seit langem für fast alle Softdrinks auch süße aber zuckerfreie Varianten.

    Die Annahme, dass die AFD von einer Einführung der Zuckerabgabe profitieren könnte, weil sich ärmere oder bildungsferne Teile der Bevölkerung diskriminiert fühlen, halte ich doch für sehr gewagt.

    • @Bürger L.:

      So gewagt ist die Annahme auch nicht, das sehe ich an den Diskussionen einiger Kollegen von mir. Die müssen zwar nicht mehr überzeugt werden, lassen es aber sehr wohl in ihre Argumentation einfließen.

  • Worin liegt genau noch einmal der gesellschaftspolitische Sprengstoff? Wird eine erhöhte Steuer auf zuckerhaltige Getränke endlich die große Revolution auslösen? Wird der Sozialismus ausgerechnet durch Coca-Cola siegen?

    • @FraMa:

      Nö, die Leute denken, die Politik würde sie unangemessen gängeln, und wenden sich ab oder wählen die AfD. Wenn Sie daran zurückdenken, wie sehr sich die Öffentlichkeit einst von einer (lächerlich geringfügigen) Forderung nach einem "Veggie Day" in Kantinen in Wallung bringen ließ, dann können Sie sich vielleicht ausmachen, wie die Reaktion auf einen tatsächlich signifikanten Eingriff dieser Art aussehen könnte.

  • Ja, diese Lesart kann es geben, wenn die Verordnung nicht für alle Lebensmittel gilt, aber nicht anfangen, weil nicht perfekt, ist auch keine Lösung.

    • @DieLottoFee:

      Völlig verkehrt und erkennbar kontraproduktiv anzufangen, ist aber auch keine.

  • Spannend was man alles in so ein Gesetz interpretieren kann. Hätte es diese Kritik auch gegeben, wenn die Linke den Vorschlag eingebracht hätte? Oder wäre es dann einfach nur ein gesundheitspolitisch vernünftiger Vorschlag gewesen? Natürlicher Fruchtzucker ist selbstverständlich NICHT genauso ungesund wie das, was in die Cola etc. gemischt wird, natürlicher Fruchtzucker wird über die Ballaststofe und Vitamine aufgenommen, was die Aufnahme verlangsamt und dementsprechend weniger ungesund ist. Ansonsten ist es ähnlich wie bei der Diskussion um die Steuererhöhung von Zigaretten: Nur weil man die Alkoholsteuer nicht AUCH hochsetzt, ist die Erhöhung der Tabaksteuer nicht falsch. Und andauernd zu behaupten, dass sich sämtliche Gesetze gegen die "Unterschicht" richtet, weil diese laut der Mehrheit der hier berichtenden Journalisten scheinbar nicht in der Lage sind sich vernünftig zu ernähren, sagt wohl mehr über die Schreibenden und deren Haltung gegenüber "Selina, Mohammed und deren Eltern", als über die Poltiker, die die entsprechenden Gesetze verfassen.

    • @MarsiFuckinMoto:

      Fruchtzucker wurde in den USA während der siebziger als Alternative zum bösen Weißzucker entdeckt und als gesunde Lösung vermarktet. Wie Sie richtig anmerken,wird er dann eingelagert. Das hat mit unserer Genetik zu tun, da in der Vorzeit die Früchte nicht gelagert werden konnten. Also wird die Energie des Fruchtzuckers in Form von Fett eingelagert zur späteren Verwendung. Bei mangelnder Bewegung führt das dann, in den USA deutlich sichtbar, zu Übergewicht und Fettsucht.

    • @MarsiFuckinMoto:

      Die Grünen hätten sich dieses Gesetz gar nicht leisten können.



      Es hätte eine Aufschrei gegeben.



      Besser als mit einer Zuckersteuer hätte man den "Verbotspartei"-Troll gar nicht füttern können.

      Mit Fruchtzucker füttern Sie Ihre Fettleber sehr effektiv.

      Dazu reicht schon normales Obst.

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @MarsiFuckinMoto:

      Hallo! Das mit dem Fruchtzucker ist nicht richtig. Längst ist erwiesen, dass Fructose genau so schnell in den Blutkreislauf gelangt wie Glucose (weißer Zucker). Das mit dem "guten Fruchtzucker" ist eine Mär von früher. Was aber stimmt: Fruchtzucker in unverarbeitetem Obst wird langsamer verstoffwechselt. MfG Gunnar Hinck, Autor und taz-Redakteur

    • @MarsiFuckinMoto:

      Das ist totaler Blödsinn. Ich möchte sogar behaupten, dass Fruchtzucker viel übler ist als anderer. Der wird von der Leber abgebaut und die kennt kein Ende. Die Er wandelt das direkt in Fett um. Und dann gibt es eine schöne Fettleber und fette Menschen

      • @Horst Sörens:

        Nee, wenn Sie denn ganzen Apfel essen sicher nicht, dann haben Sie auch noch jede Menge Ballaststoffe. Außerdem steigt der Blutzuckerspiegel langsam und man bleibt länger satt. Der Mensch hat zu 99% seiner Evoutionsgeschichte kaum Zucker konsumiert, also Finger weg von dem Zeug und auch Obst nur in Maßen.

    • @MarsiFuckinMoto:

      Es ist halt nur so, dass solche Lebensmittel dann auch die am billigsten verfügbaren sind. Und deshalb ist es durchaus gerechtfertigt, die Nachteile vor allem bei Discount-Käufern zu sehen. Und die Behauptung, dass diese prozentual mehr Cola trinken und nicht einfach nur Wasser, wäre auch noch zu beweisen. Ees darf auf keinen Fall nur gegen Cola Fanta &Co gehen, sondern gegen alle Lebensmittel, die inzwischen mit überhöhten Zuckerdosen ungenießbar gemacht und durch Wertminderung auch noch mal relativ verteuert werden, vor allem Kinder- und Babynahrung und preisgünstigere Fruchtsäfte.

      • @Christine_Winterabend:

        Das Problem liegt ja nicht nur bei dem, was man bei flüchtigem Lesen der Zutatenliste überhaupt als Zucker erkennt.



        Mittlerweile gibt es Zucker mit so vielen Namen und in so vielen Erscheinungsformen, dass man schon echtes Interesse für Informationen aufbringen muss, um nicht hinters Licht geführt zu werden.

  • Saft enthält oft mehr Zucker als Zitronetee, Orangenlimo etc. . Das sollte inzwischen jeder wissen, und Cola ist ungesund, auch wegen der Phosphorsäure. Wer das Zeug dennoch konsumiert, schadet sich vorsätzlich. Wenn die Steuer insgesamt den Zuckergehalt in Ungesundem senkt, ist allen geholfen, auch den Armen!

    Ja, es stimmt, der Zuckergehalt sollte bei allen Lebensmitteln bzw. Süßigkeiten besteuert werden. Eine Flasche Saft oder Cola enthält deutlich mehr Zucker, als man täglich zu sich nehmen soll, ca. 500 bis 650ml reichen je nach Sorte, um die 50 Gramm zu erreichen

    Bedenklich finde ich, dass die Steuer nur zur Haushaltskonsolidierung eingeführt wird, und nicht wie in GB zur Zuckersenkung.

    • @menschbin:

      Jetzt mal ehrlich, wer rechnet jetzt immer genau aus was wo drin ist. Wer es sich leisten kann kauft konsequent Bio, aber damit kann man sich auch "falsch" ernähren. Auch Alkohol, Kohlenhydrate, rotes Fleisch und was sonst noch schmeckt etc. ist nicht gesund aber die Dosis macht das Gift und man kann sich natürlich auch nach Plan komplett genussbefreit ernähren. Aber wer will das schon?

      • @Axel Schäfer:

        Zu wissen, was man isst, ist eine Frage des Interesses, der Übung und der Gewohnheit.



        Es gibt abseits von teuren Bio-Labels durchaus vernünftige Lebensmittel, Weiterhin kann man seine Prioritäten hinterfragen - mit meiner überschaubaren Rente haben wir jedenfalls kein Problem damit, uns gesundheitsbewusst zu ernähren.

      • @Axel Schäfer:

        Wem seine Gesundheit etwas bedeutet, der achtet auf Inhaltsstoffe. Ich z.B. Viele andere auch. Wer das nicht tut, konsumiert gedankenlos und schadet sich und auch der Solidargemwinschaft. Krankenssenbeiträge steigen auch deshalb! Sehr viele Zahnarztkosten sind unnötig!

        Mal ehrlich, wer das nicht tut ist entweder ein Kind oder sehr unreif. Wer sich nicht um seine Gesundheit kümmert wird krank. Wo ggfwnvwenatoqer

        • @menschbin:

          Mein letzter Kommentar wurde versehentlich abgeschickt mit Buchstabensuppe.

          Ich ergänze: Einfacher geht es nicht, der Zucker- und Salzgehalt steht auf jeder Packung! Wer da nicht nachschaut und das auch noch als normal bezeichnet, muss dann seinen kranken Körper ertragen. Arm oder reich, Selbstverantwortung hat jeder Erwachsene!, Ganz ehrlich, so sehe ich es.

          Natürlich sollte es leichter sein. Der Nahrungsmittelndustrie werden viel zu viele Geschenke gemacht. Lobbyarbeit sei dank.

          Aber die Gesamtzuckermenge über den Tag ungefähr zu prüfen ist wirklich einfach geworden. Dazu entscheidet sich jeder selbst!

          • @menschbin:

            So ist es. Aber Eigenverantwortung und Bildung sind das tatsächliche Problem. Sebastian-Lege-artige Unterrichtsstunden in jeder Schulform. Kochuntericht! Herstellen von guter Ernährung aus Grundzutaten vermitteln. Man sieht doch dass es von alleine nicht funktioniert hat. Der bequeme, sich nicht informierende Mensch, das Suchtpotenzial von Zucker, Salz und Fett in fertigen Speisen, in Verbindung mit einer ausschließlich auf Profit gierenden Industrie ist eine böse Mischung. Die Zuckersteuer ist richtig, aber nicht damit die sogenannten armen Leute mehr bezahlen müssen, sondern damit die Industrie gezwungen wird anders zu produzieren. Und Süßstoffe sind überhaupt keine Lösung, da auch deren gesundheitlicher Einfluss auf den Körper sehr bedenklich ist. Der gesamtgesellschaftliche Geschmack muss von dem überzuckerten und versalzenen Industriematerial, das fälschlicherweise als Nahrung bezeichnet wird, wieder wegtrainiert werden.

  • Die Zuckerabgabe ist ein guter Anfang in Richtung der Verbesserung der Volksgesundheit und niemand wird daran gehindert auch weiterhin preiswerte Softdrinks von Aldi oder Lidl zu konsumieren. Bei solchen Massenprodukten ist auch die Überprüfbarkeit leicht zu bewerkstelligen. Anders bei den sog. versteckten Zuckeranteilen. Die wenigsten werde kiloweise Fleisch- oder Heringssalate essen. Ausgerechnet beim Aspekt der Zuckerreduzierung die Klassenfrage zu stellen ist nun wirklich mehr als widersinnig. Da bieten sich genügend relevantere Lebensbereiche an.

    • @Thomas Müller:

      Eine sehr berechtigte Kritik am Artikel. Danke.

  • "Es wird natürlich nicht so offen gesagt, aber das ist der Subtext: Softdrinks sind das Alltagsgetränk der sogenannten Unterschicht, und durch die Abgabe sollen sie endlich kapieren, was für einen Mist sie da trinken."

    Das hat nie jemand behauptet. Das ist einzig die Interpretation des Autors und möglicherweise gleich auch die seines Milieus. Das lässt tief blicken.. Vorurteile ohne Ende. Ich kenne genug Unterschichtler, die sich gesund ernähren und genug Oberschichtler, deren Kinder jeden Tag die original Milchschnitte und teure Softgetränke mitbekommen..

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @Petzi Worpelt:

      Nö, das ist nicht "mein Milieu", aber ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und werde durchaus auch mal bei Leuten eingeladen, wo die 1,5-Liter-Softdrink-Plastikflaschen zum Essen auf dem Tisch stehen. MfG Gunnar Hinck, Autor des Kommentars und taz-Redakteur

  • Der letzten Satz ist Quatsch. Die AFD wird in jedem Fall gegen die Steuer mit ihrem Freiheits Blabla polemisieren egal wie breit die besteuerbare Produktpalette aufgestellt ist ...

    Hinsichtlich der sozialen Ausgewogenheit gilt dass jede soziale Sparmaßnahme und jede neue Steuer für die Allgemein Bevölkerung jede Glaubwürdigkeit der Regierung sowie der Demokratie an sich verspielt solange die



    gesetzlich vorgeschriebene Vermögenssteuer nicht wieder eingezogen wird.



    In der sozialen und ökonomischen Mobilität ist unsere Gesellschaft ein internationales Extrembeispiel für ungleiche Vermögensverteilung ... Das zerstört den Glauben der Menschen an die Grundwerte der Demokratie...

    Wenn die Besteuerung sozial ausgewogener verteilt würde, gäbe es doch mit der Zuckersteuer kein Problem... Außer wie der Artikel richtig feststellt, dass es überhaupt keinen Sinn ergibt sämtliche anderen Zucker haltigen Lebensmittel außer Softdrinks auszunehmen.



    Letzteres würde ich sehr begrüßen, wäre prima wenn die Hersteller unter Druck stünden etwa den Zuckergehalt in sämtlichen Produkten zu senken. Mich ärgert der versteckte Zucker überall, für Diabetiker ist das richtig blöd ...

  • Das sehe ich genauso. Ich finde es schon einigermaßen bedenklich, wie ganz gezielte staatliche Konsumsteuerung an einer Stelle, an der (anders als bei Zigaretten und Alkohol) nicht von einer klassischen Suchtentwicklung auszugehen ist und an der ein Konsum bereits durch Kinder und Jugendliche in problemlosem Umfang bereits jetzt möglich ist, gar nicht mehr groß hinterfragt wird. Die Grünen wollten vor kurzem die "neuen Liberalen" sein - davon scheint nicht viel übrigzubleiben. "Der Staat muss dich vor dir selber schützen" ist weder ein populäres, noch in einer Demokratie besonders überzeugendes Mantra.

    • @Agarack:

      Man kann im Hinblick auf Zucker sehr wohl von einer Art Sucht ausgehen. Insbesondere die Kombination von Zucker und Fett kommt in natürlichen, unverarbeiteten Lebensmitteln nicht vor. Deswegen hat das menschliche Gehirn, anders als zB bei der Kombination Fett und Protein oder allein bei Kohlehydraten, keinen Aus-Schalter, der ein Sättigungsgefühl erzeugt. Kuchen oder Eis kann daher in viel größeren Mengen konsumiert werden als der darin enthaltene Zucker oder das darin enthaltene Fett allein. Sie würden zB durchaus einen Liter Eiscreme essen können, aber wohl kaum den darin enthaltenen Zucker pur, geschweige denn das enthaltene Fett. Erst die Kombination ermöglicht die (objektiv ungesunde) Aufnahme von soviel Zucker und Fett.

      • @Suryo:

        Das ist zwar ein durchaus interessanter Einwand, der aber mit der aktuellen Thematik sehr wenig zu tun hat, da die betreffenden Getränke, über die wir sprechen, meines Wissens nach kein Fett enthalten.

  • "Wieder einmal bekommen „die da unten“ das Signal mitgegeben, dass ihre Lebensart falsch ist...!. Beim besten Willen, man macht etwas falsch im Leben, wenn man sich Literweise Softdrinks reinzieht. Was soll man daran schönreden oder politisieren bis es absurd wird?

    • @Nachtsonne:

      Ganz genau. Die Ungesundheit solche Dinge überhaupt, und dann auch noch dermaßen unkontrolliert, zu konsumieren bleibt einfach bestehen.

  • Sorry, aber die Argumente passen auch auf alles was mit Klima zu tun hat. Allerdings stört es da gar nicht (es geht ja auch um eine "richtige" Sache). Während Carlotta und Noah auch mit dem Zug zum Ferienhäuschen an die Nordsee fahren, sollen Selina und Mohammed nicht eine Woche pauschal nach Malle, Griechenland und die Türkei fliegen dürfen, weil das ja so schlecht für das Klima ist...wenn das mal nicht ebeso viele in die Arme der AfD treibt.

  • Natürlich könnte man sich darüber beschweren, dass Selina und Mohammed höhere Steuern bezahlen sollen, nur dann soll man sich nicht darüber beschweren, dass Selina und Mohammed wegen schlechter Ernährung eine geringere bzw. schlechtere Lebenserwartung bzw. -qualität haben.

    Nur am Ende stimmt der Vorwurf noch nicht einmal. Apfelsaft und Mineralwasser (im Mischverhältnis 1:3) aus dem Discounter kosten in etwa das gleiche wie das Sixpack Discounterlimo. Man muss nur wollen und selbst mixen.

    • @DiMa:

      Soviel Nazisprech ist in der Taz ok?!



      Was da los? Gibt der Name neuerdings Aufschluss über die soziale Schicht oder das Vermögen?



      Apfelsaft aus dem Discounter ist Konzentrat und mindestens genauso ungesund wie jeder Softdrink.



      Man kann in Deutschland zudem auch aus dem Hahn trinken habe ich gehört.



      Schuss Zitronensaft dazu und es passt auch.



      Was das Argument freilich mit Zuckersteuer zu tun hat bleibt ungewiss.

      • @Das B:

        Die Wahl der Namen hat der Autor ausgeübt; da müssten Sie sich direkt bei der taz beschweren. Wenn Sie ansonsten irgendwelchen Nazisprech sehen wollen, bitte ich um Konkretisierung.

        Mir persönlich schmeckt Wasser pur nicht. Ich trinke Schorle mit Saft naturtrüb von A..i. Das ist allemal gesünder als die Limo des gleichen Ladens.

        Der Vorwurf, dass die Eltern von Selina und Mohammed durch die Zuckersteuer mehrbelastet werden ist mangels Alternativen nicht haltbar.

  • Bei der aktuellen Zuckersteuer geht es nicht mehr um Pädagogik sondern darum das bodenlose Loch im Haushalt zu stopfen. Von der Unterschicht ist halt keinerlei politische Gegenwehr zu erwarten, besonders seit die Linke sich zu einer Vertretung burgeoiser Liberaler aus den Ballungszentren entwickelt hat.

    • @Šarru-kīnu:

      Alle Zahlen Zuckersteuer. Keiner muss Zucker konsumieren.

  • Also soll man um des "richtigen Signals" Willen, das falsche tun?!

  • Dieser Punkt sticht.

    Hat Herr Hinck völlig recht.

    Dass die Steuer den Bio-Direktsaft treffen wird, der ohnehin bereits mehr als 5 € kostet, kann ich mir nicht vorstellen.

    "Der ist doch schon so teuer", "der ist doch gesund", "Biobauern haben es doch schon so schwer", " wir verdünnen ihm doch"...

    Letztendlich wird es eine Steuer für die Unterschicht werden.

    • @rero:

      Ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen dem Biodirektssaft und Cola oder Fanta und ähnlichen Limonaden ist doch, dass der Fruchtzucker in den Äpfeln enthalten ist und nicht extra zugesetzt wird.( dass Früchte und auch Gemüse in den letzten Jahrzehnten genetisch manipuliert wurden und jetzt extreme Mengen Fruchtzucker enthalten, was vorher nicht der Fall war, steht auf einem anderen Blatt und ist ein anderes großes Problem). Ein Anreiz auf die Industrie, diesen extremen Zusatz von Süßungsmitteln, sowohl Zucker als auch Süßstoff, in ihre sogenannten Erfrischungsgetränke zu unterlassen, ist allemal richtig. Der Aufschrei geht wahrscheinlich dahin dass es eine Steuer ist. Die Vermischung, etwas Richtiges zu tun und gleichzeitig Einnahmen für den Staat zu generieren.

      • @Lotte Huber:

        Wo kaufen Sie denn "genetisch manipulierte" Äpfel?

        Der Apfelsaft ist seit mehreren Jahrzehnten von den Kalorien her gleich geblieben.

        Und mit Fruchtzucker füttern Sie ganz hervorragend eine Fettleber.

    • @rero:

      Es geht nicht nur um die Kaufkraft der Konsumenten. Wenn etwas vorher schon teuer war, ist die relaive Wirkung der Steuer gering. Erhebliche und sichtbare Änderungen erzeugt sie bei Billigprodukten, die hauptsächlich nach dem Preis gekauft werden.



      Falsch ist vor allem die Engführung auf eine Produktgruppe. Es gibt so vieles, das ich gern kaufen würde, wenn nicht solche Mengen dieses billigsten aller Füllstoffe drin wären.

  • Das macht Sinn, da ja vor allem die Union eng mit den Unternehmen aus der Lebensmittelbranche verbandelt ist. Hinzukommt, dass die Regierungsparteien, welche ohnehin nur ca. 25% der deutschen Bevölkerung repräsentieren, reine Klientelpolitik für die Besserverdienenden machen. Die unteren 70% interessieren sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr, da sie den jeweiligen Politiker: innen keinen finanziellen Nutzen bringen.



    Es sieht leider so aus, dass das Land erst durch ein tiefes Tal der Tränen gehen muss bevor eventuell grundlegende Änderungen an dem korrupten, ausbeuterischen System angegangen werden.

  • Jetzt also doch noch die Zuckerergänzung zur Tabaktirade.



    Ich möchte vor dieser Art der Polemisierung aus vermeintlich linker Sicht warnen!



    Es spielt überhaupt keine Rolle, wer was konsumiert. Es geht darum, was insgesamt, also in Masse, konsumiert wird. Denn das ist der Faktor, der massive Auswirkungen auf die gesellschaftliche Gesundheit hat.



    Und da sind die Softdrinks tatsächlich das viel größere Problem als Fruchtsäfte.

    Die nach Clickbait riechende Argumentationsstruktur dieses und des Tabak-Artikels haben ein essentielles Problem:



    Das Problem der Armen ist ein deutlich schlechterer Gesundheitszustand, erhöhte Morbidität und Mortalität, sowie eine deutlich geringere Lebenserwartung. Ursachen dafür sind neben Schichtarbeit und körperlicher Arbeit auch ein höherer Konsum gesundheitsschädigender Substanzen wie Tabak, Alkohol und.... Zucker!

    Die linke Perspektive heißt aber nicht, den Armen ihr Recht auf Gesundheitsschädigung zu verteidigen, sondern die Mechanismen zu entlarven, die die Ursache dafür sind. Und dazu gehören nunmal die hoch zuckerhaltigen Billigprodukte, die die Industrie zur Profitmaximierung einsetzt.

    • @Ringsle:

      Sehr schön passend formuliert, danke.

  • Ich halte die Zuckersteuer für Unfug. Wer jeden Tag einen Liter Cola trinkt, wir das auch in Zukunft tun. Wirksamer wäre es, den Zuckergehalt von Produkten, die Zucker nicht zwingend benötigen, per Gesetz zu begrenzen.

  • Wenn also so gut wie alles, was aus dem Supermarkt kommt, nur mit Zucker belastet ist, auch den versteckten, so wittere ich eine Verschwörung: Nicht die Gesundheit ist das Ziel, sondern Unternehmen profitieren von höherem Gewinn. Dabei sind Umverteilungen in Gesundheitsprojekte nur zum Schein und Nestlé, Kraft und wie sie alle heißen verdienen sich dumm und dämlich.

    Wer eröffnet also nun den ersten zuckerfreien Supermarkt? Kekse und Kuchen ohne Zucker sollten machbar sein, auch Brot ohne Zucker. Mineralwasser hat standardmäßig kein Zucker. Manche Früchte enthalten relativ wenig Zucker, usw. usf.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Der Zucker in Süßungsmitteln wie Früchten, Honig und dunklem Melassezucker ist derselbe. Ihr Vorteil liegt woanders. Sie haben alle einen deutlichen Eigengeschmack. Wenn man zuviel davon nimmt, schmeckt das Ergebnis nicht mehr. Raffinierten weißen Zucker kann man ohne diesen "Nachteil" fast unbegrenzt hinzufügen und oft wird genau das auch getan. Deshalb gibt es den in meinem Haushalt gar nicht, Fertigprodukte, wo er drin ist, wegen der Bequemlichkeit und Zeitersparnis in Maßen aber leider doch.

  • Mein Geld ist bei mir besser aufgehoben als bei Klingbeil und Konsorten. Trotzdem ein guter Kommentar. Er zeigt, dass die taz teilweise noch links ist und der Arroganz der Satten zumindest gelegentlich etwas entgegensetzt.

  • Also lasst uns ruhig weiter zu tode saufen, hauptsache niemand ist beleidigt.



    Liebe Grüße



    Edgar Schmauch

  • Und irgendwann glauben „die da unten“ dann tatsächlich, dass sie selbst schuld sind an ihrer Situation – haha, und dadurch ja dann indirekt sogar auch daran schuld, dass die da oben sich die Taschen füllen