piwik no script img

Fahrrad-UnfallstatistikDeutscher Sonderweg

Kommentar von

Svenja Bergt

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Rad­fah­re­r:in­nen steigt, zumindest in Deutschland. Das ist auch kein Wunder – bei der Politik.

Ein Geisterrad am Straßenrand als Mahnmal für einen getöteten Radfahrer in Berlin Foto: Stefan Boness/Ipon

E s ist eine der Merkwürdigkeiten in der deutschen Politik: Wenn der Autoverkehr zunimmt, dann braucht es natürlich neue Straßen. So werden im Jahr 2026 ernsthaft noch Autobahnen (aus)gebaut – wo doch schon jetzt die Mittel für die Instandhaltung und -setzung der vorhandenen knapp und umkämpft sind. Und, ach so, eine Klimakrise ist da ja auch noch, aber die in der Verkehrspolitik zu berücksichtigen, ist anscheinend ein bisschen viel verlangt.

Doch nun nimmt regional der Radverkehr zu. Mehr Menschen legen Strecken per Rad zurück, mit den beliebten E-Bikes lassen sich auch längere Wege leichter bewältigen – gerade für Menschen, die sich früher aus Fitnessgründen nicht dazu in der Lage fühlten. Und was passiert? Bekommen wir Fahrradschnellwege, flächendeckend geschützte und breite Radspuren, abbiegesichere Kreuzungen, vielleicht gar angepasste Ampelschaltungen und konsequente Räumdienste im Winter? Vielleicht in einem Paralleluniversum. Aber jedenfalls nicht hier.

Wo die Infrastruktur knapp ist, kommt es zu Nutzungskonflikten. Wo es Nutzungskonflikte gibt, steigt das Unfallrisiko. Es ist also kein Wunder, wenn das Statistische Bundesamt nun meldet, dass die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fahr­rad­fah­re­r:in­nen im vergangenen Jahr gestiegen ist. Und auch, wenn dieser Anstieg vor allem auf ältere E-Bike-Fahrer:innen zurückzuführen ist, darf nicht untergehen, dass die meisten von ihnen eben nicht mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Einwirkung von außen gegen einen Baum rasen. Bei dem Großteil der Unfälle ist jemand zweites beteiligt, und davon sind der Großteil: Autofahrende.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Einer aktuellen Analyse des Europäischen Verkehrssicherheitsrats zufolge ist EU-weit die Zahl der getöteten Rad­fah­re­r:in­nen von 2014 bis 2024 um 0,5 Prozent jährlich gesunken. In Deutschland ist sie derweil jährlich um 1,5 Prozent gestiegen. Das bedeutet: Es ginge besser. Aber es ist politisch offenbar nicht gewollt.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Redakteurin für Wirtschaft und Umwelt
schreibt über vernetzte Welten, digitale Wirtschaft und lange Wörter (Datenschutz-Grundverordnung, Plattformökonomie, Nutzungsbedingungen). Manchmal und wenn es die Saison zulässt, auch über alte Apfelsorten. Bevor sie zur taz kam, hat sie unter anderem für den MDR als Multimedia-Redakteurin gearbeitet. Autorin der Kolumne Digitalozän.
Mehr zum Thema

82 Kommentare

 / 
  • Toll..!!!

    ..wenn man den Querschnitt der hiesigen Kommentare nimmt, dann sind Radfahrende eigentlich fast immer selber schuld:



    - weil sie nicht "beiseite springen", wenn Autofahrende sich nicht an die Regeln halten.



    - weil sie keinen keine Schutzkleidung tragen oder Helm (in Holland würden Radfahrende niemals einem Helm tragen - warum wohl.??).



    - weil sie sich flexibel auf oft total prekäre Verkehrsgestaltungen einstellen (was ja auch total böse ist wenn sie dabei zu Fuß Gehenden zu nahe kommen..).



    - weil sie ja nicht mal einen Füherschein haben



    - usw.







    Das es allerdings Fakt ist, daß in 3/4 der Unfälle die Autofahrenden die Hauptschuld tragen, scheint hier kaum jemanden zu interessieren. Genauso wenig wie den Umstand, daß zu viele Führerscheinbesitzer es nicht für nötig halten, den gesetzlich vorgeschriebenen.!! Mindestabstand einzuhalten oder Radwege als solche zu respektieren, usw. usw.







    Wenn Sie also jemandem den Begriff *VICTIMNBLAMING* erklären wollen nehmen Sie einfach diese Kommentarspalte...

    ..ist ein echtes Paradebeispiel..

  • Ein wunderbarer Artikel um meine ganz private Wut gegen die Gattung der E-Bike-Renter loszuwerden. Ich kenne keine Gruppe von Verkehrsteilnehmern, die rücksichtsloser agiert und unsicherer unterwegs ist, da seit Jahren nicht mehr Rad gefahren.

  • Mit keinem Wort gibt die Autorin den Autofahrenden die Schuld an Kollisionen mit Radfaherenden. Dass Fahrlässigkeit, Überforderung in Kombination mit übermotorisierten Rädern einen großen Teil in der Unfallstatistik einnimmt, mag ja sein; der Zustand unserer Radwege ist dennoch in einem erbärmlichen Zustand und so ein großer Faktor in der Unfallstatistik. Das muss nicht sein und steht in direktem Zusammenhang mit einer fehlgeleiteten Verkehrspolitik, die glaubt sie muss noch neue Autobahnen in einem Land planen, welches das neben Niederlande und Japan das dichteste Straßen- und Autobahnnetz der Welt hat; und dass Berlin einen lächerlichen Jahresbeitrag fürs Anwohnerparken erhebt, selbst unabhängig von Städten wie Kopenhagen und Amsterdam, ganz zu schweigen von Städten vergleichbarer Größe wie London und Paris, wirft nochmal ein grotesk helles Schlaglicht auf unseren von autoindustriellen Interessen komplett deformierten Verkehrssektor.

  • Ich mag die Geisterräder nicht.



    1. weil Radfahren zu sehr mit Unfällen verknüpft wird, dabei ist es viel Spaß.



    Und 2. weil ich das Ausstellen dieser Mahnmale durch die Radverkehrsverbände scheinheilig finde. Immerhin sind (meist) Männer dieser Verbände mitverantwortlich dafür, dass es kaum noch von Kfz-Verkehr abgetrennte Radwege gibt.



    Nicht allein verantwortlich, aber gemeinsam mit den Bros von der Kfz-Politik.



    Der Anstieg der Unfälle hat natürlich mit dem Fahrbahnzwang der §§ 2 (Fahrräder müssen die Fahrbahn benutzen) und 45/9 (There must be blood, ansonsten keine Ausnahme) zu tun, von o. a. Bros ins Werk gesetzt (die Einen , weil "30er-Schnitt, Digga!" geht nur auf der Fahrbahn, die Anderen, weil gute Radwege Radverkehr generieren und damit die Kfz-Verkäufe Schaden nehmen könnten).



    Bros halt. Transport is a man's world.

    Die Toten sind Opfer dieser Politik. Wenn der Testosteronwert mit dem Alter runtergeht, Adrenalin-Produktion und die einstmals gute Reaktion bzw threat-response nachlässt ...

    Unmittelbar mit den steigenden Unfallzahlen, mit dem immer höherem Risiko zusammenhängend:



    Man sieht kaum noch Kinder auf dem Rad zur Schule fahren.



    Zu gefährlich.

  • Hier mal eine andere Sicht: ich bin viel mit dem Rad unterwegs, sehr viel, beinahe täglich. Ich mache auch größere Mehrtages-Touren, erst kürzlich durch den Westerwald, oder vorletztes Jahr drei Wochen durch den Pfälzer Wald, davor das Jahr drei Wochen durch die Eifel oder einmal eine Tour von Aachen nach Berlin. Ich bin dabei durch ländliche Gebiete aber auch durch Klein- und Großstädte gekommen. Regelmäßig unterwegs bin ich in Kleinstädten. Ich habe mich noch NIE unsicher gefühlt, egal ob mit viel Verkehr oder wenig, ob mit Radwegen oder ohne, ob auf der Landstraße oder der Hauptstraße in der Stadt. Ich kann die ganze jammerei nicht verstehen. Wer ein bisschen auf sich und seine Umgebung achtet, den anderen auch mal den Vortritt lässt und vorausschauend fährt, dabei etwas die Ruhe bewahrt und nicht wegen jeder Kleinigkeit gleich an die Decke geht und stur auf seinem Recht beharrt, der hat als Radfahrer in Deutschland überhaupt keine Probleme. Ja es gibt rücksichtslose Autofahrer, es gibt aber auch rücksichtslose Radfahrer und rücksichtslose Fußgänger. Bei uns werden Radwege übrigens massiv ausgebaut.....scheint ein Berlin Problem zu sein.....

    • @PartyChampignons:

      Ich pendle im Frühjahr/Sommer gern Mal mit dem Rad aus dem Umland ins Berliner Zentrum und halte mich dabei sklavisch an die StVO.



      Ich hab inzwischen alles mögliche erlebt:



      - überholt werden mit ca 50cm



      - überholt werden mit ca 50cm und dabei angehupt werden



      - in der 30-Zone überholt werden, obwohl ich selbst 30 fahre - natürlich mit etwas 50cm und gern Mal mit Hupe



      - Rechtsabbieger, die mich schneiden, nachdem sie mich gerade überholt haben (ich auf dem Radweg)



      - überholender Gegenverkehr ohne Rücksicht



      - überholt werden bei Gegenverkehr



      -...



      Berliner n oder Brandenburg - egal.



      Ich habe neonorange Jacken/Trikots, Radarrücklicht, helles Frontlicht...



      Ich schätze, ich mache alles überlebensnotwendige dafür dass ich sowas friedliches wie Radfahren betreiben kann.



      Aber nein, sicher fühle ich mich nie auf oder neben der Straße. Und das ganze relativieren dieser Zustände durch viele der hiesigen Foristen ist in meinen Augen einfach nur genauso rücksichtslos wie das Verhalten einer gewissen Gruppe an Autofahrern.



      Das Mindset in diesem Land trägt dazu bei/fördert das. Ich sag nur: Tempolimit.

    • @PartyChampignons:

      Kann ich so nur zum Teil bestätigen. Auf relativ engen Landstrassen, ohne Fahrradstreifen o.ä. fühle ich mich prinzipiell unsicher, wenn Autos überholen wollen (oder gar LKWs), gleichzeitig Gegenverkehr ist, Autos Überholvorgänge müssen usw.



      Auch auf vielen Strassen in der Stadt ist eine prinzipielle Unsicherheit dabei, wenn Autos und Radfahrer sich die Fahrbahn teilen müssen. Insbesondere im Bereich grosser Kreuzungen, wenn dann auch noch Busspuren kreuzen oderwo viel Lieferverkehr unetrwegs ist.



      Was für ein Unetrschied, wenn man mal in den Niederlanden unterwegs ist. Da gibt es die o.g. Situationen so gut wie nicht, da es baulich sauber gelöst ist, oft eben mit einem baulich getrennten Fahrradstreifen. Oder innstädtisch halt mit schärferen Regeln in Bezug auf Unfälle (vereinfacht gesagt hat der Autofahrer bei einem Unfall mit einem Radfahrer immer Schuld, wenn er nicht das Gegenteil beweisen kann bzw den Unfall nachweisbar nicht verhindern konnte).

    • @PartyChampignons:

      "Ich habe mich noch NIE unsicher gefühlt,"

      Willkommen in Berlin. Ich bewege mich im Verkehr im Grunde sehr souverän, aber wenn ich von einem Kfz, das mit 50 km/h durch die 30er Zone knallt, mit 50 cm Abstand überholt werde, fühle ich mich unsicher.



      Ich fühle mich auch unsicher, wenn motorisierte Rechtsabbieger mich ganz offensichtlich erst zur Kenntnis nehmen, wenn ich sie anbrülle. Der Gesichtsausdruck sagt dann meistens "ey, wo kommt denn der jetzt her?". Schulterblick hätte geholfen.



      Das hat nichts mit "den anderen auch den Vortritt lassen" zu tun, sondern mit einer zu hohen Zahl an Autofahrern, die im Straßenverkehr die nötige Umsicht vermissen lassen.

  • Die Autorin kann also Statistiken lesen. Gut.

    Nur gehört dann auch zur Wahrheit, dass inzwischen jeder dritte (!) tödliche Fahrradunfall ein Alleinunfall ist. Rechnet man die Alleinunfälle aus der Statistik heraus haben wir in Deutschland eine rückläufige Statistik. Und gegen die ganz bösen Bordsteine, Bahnschinen & Co. (bei uns in unmittelbarer Nähe war es die tödlich Kollision mit einer Parkbank) ist halt kein Kraut gewachsen.

    Richtig und gewichtig wäre dann die Forderung nach Führerschein (einschl. Höchstalter), Helm, Kennzeichen und Versicherungspflicht. Das ist allemal wirksamer und kostengünstiger als der Umbau.

    • @DiMa:

      Dann aber bitte erst einen Führerschein und Helmpflicht für Fussgänger. Die erleiden nämlich im Verkehr noch häufiger schwere Kopfverletzungen bei Unfällen als Radfahrer.

    • @DiMa:

      "Alleinunfälle"? Hm.



      Sind meist Infrastrukturunfälle. D. h. Schlaglöcher, Baumwurzeln, Schnee/Eis/Laub, Längs- & Querkanten bzw -rillen.



      Je schneller das Rad (Pedelec) und je älter die radfahrende Person (zunehmend verlangsamte Reaktion), desto tödlicher die Gefahrenstellen.



      Je mehr Aufmerksamkeit der Untergrund erfordert, desto weniger bleibt für Anderes.

      Der Zustand der meisten Radwege ist nur als kriminell zu bezeichnen.

      Was bleibt: Radfahren im Alter erhält die Mobilität, geistige und körperliche Gesundgeit sowie soziale Kontakte. Es wirkt also nicht nur lebensverlängernd sondern erhöht auch die Lebensqualität, auch und gerade im Alter.

      • @Vorstadt-Strizzi:

        Dann muss man sich das passende Gefährt kaufen. Dreiländer oder Rollstühle wären passende und altersgerechte Alternativen.

    • @DiMa:

      Hinzu kommt, dass die Häufigkeitszahl tödlich verunglückter Radfahrer gemessen an der Bevölkerung in Deutschland im EU-Durchschnitt liegt. Demgegenüber liegt die Häufigkeit der Fahrradnutzung der deutschen Bevölkerung auf Platz 6 im EU-Schmitt. Deutschland steht tatsächlich also auf einem durchschnittlich recht guten europäischen Platz was die Sicherheit von Radfahrern betrifft. Ich würde daher ergänzen, dass die Autorin die Statistik leider nicht vollständig gelesen haben kann

  • Die immer wieder fast zwanghaft geführte Diskussion, ob es nun die bösen Autofahrenden oder die bösen Radfahrenden sind, die Schuld an den Unfällen haben, ist wenig zielführend. Es sollte doch wirklich Allen darum gehen, mehr Sicherheit für alle am Verkehr Beteiligten zu schaffen.



    Dazu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen und praktische Beispiele, wie man es besser macht. Die nötigen Maßnahmen liegen auf dem Tisch, nur werden die Erkenntnisse von der Politik nicht umgesetzt. Das ist das Problem.

    • @Klabauta:

      Vergessen Sie die Zu-Fuß-Gehenden nicht, wenn die teilweise zwischen den geparkten Autos hervorkommen, ist Bremsen für Auto und Rad eine Herausforderung!

  • Der Kommentar macht deutlich: Mehr Radverkehr ohne sichere Infrastruktur führt zu mehr Unfällen – das ist politisch bedingt. Maßnahmen wie geschützte Radstreifen und Tempo 30 könnten schnell Abhilfe schaffen. Wer – wie Kai Wegner – an überholten Konzepten festhält, muss sich politisch dafür verantworten lassen.

  • "Und auch, wenn dieser Anstieg vor allem auf ältere E-Bike-Fahrer:innen zurückzuführen ist, darf nicht untergehen, dass die meisten von ihnen eben nicht mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Einwirkung von außen gegen einen Baum rasen. "

    Ich denke der Anteil Fahrradfahrer die in Städten gegen Bäume rasen ist schwindend gering und ein Beweis für die Behauptung, dass die meisten nicht zu schnell fahren, gibt es auch nicht. Was ist überhaupt zu schnell bei einem Fahrrad?

    Es liegt wohl auf der Hand, dass E-Bikes immer das Potential haben, sich schneller zu bewegen, als man dies allein durch Beinkraft tun würde. Einmal mehr bei ältere Leute die motorisch und sensorisch nicht mehr fit sind. Nur weil man alt ist, ist man nicht zwingend vernünftig und vorsichtig.

    Auch bei den besten Fahrradwegen, ganz fern den Autos und Fußgängern, werden die Leute stürzen - womöglich sogar mehr und schlimmer, weil dort Schnellfahren erst richtig Spaß macht ... ;)

  • Der Radverkehr hat sich in zehn Jahren massiv motorisiert. Früher war das Fahrrad ein Fahrrad. Heute rollen überall E-Bikes, Lastenräder und zweirädrige Stadtpanzer durch Berlin.



    Mehr Tempo, mehr Gewicht, mehr Selbstüberschätzung – aber angeblich soll das nichts mit mehr schweren Unfällen zu tun haben. Genau diesen Unsinn muss man erst mal hinkriegen.



    Beim Auto wäre die Debatte längst entschieden: Wenn Fahrzeuge immer stärker, schwerer und schneller werden und gleichzeitig mehr Menschen verunglücken, würde niemand ernsthaft nur über Infrastruktur reden.



    Nur beim Radverkehr gilt offenbar Welpenschutz. Schuld sind Autos, Politik, Klima – alle, nur nicht die Leute, die bei Rot fahren, ohne Licht unterwegs sind, über Gehwege ballern oder sich mit 25 km/h durch jede Lücke pressen.



    Ich fahre selbst in Berlin Rad. Was man täglich sieht, ist oft keine Verkehrswende, sondern Selbstüberschätzung auf zwei Rädern.



    Wer das ausblendet, betreibt keine Aufklärung, sondern Realitätsverweigerung.

    • @Eichelherr:

      "Was man täglich sieht, ist oft keine Verkehrswende, sondern Selbstüberschätzung auf zwei Rädern."

      Was mich betrifft: "Meine" Hauptgefährder sind Rechtsabbieger, die vergessen haben, dass der Kopf drehbar auf den Schultern gelagert ist. Wenn die mich umnieten, ist das nicht Selbstüberschätzung meinerseits, sondern ein grobes Fehlverhalten der Person am Lenkrad.

    • @Eichelherr:

      "Beim Auto wäre die Debatte längst entschieden: Wenn Fahrzeuge immer stärker, schwerer und schneller werden und gleichzeitig mehr Menschen verunglücken, würde niemand ernsthaft nur über Infrastruktur reden."

      Ja, klar. Deshalb haben wir ja auch schon lange ein generelles Tempolimit, scharfe Restriktionen im städtischen Raum und empfindliche Strafen für Verstöße gegen die StVO.

    • @Eichelherr:

      Als regelmäßiger und langjähriger Fahrradfahrer kann ich nur jeden Satz unterstreichen. Das einzige, was sie vergessen haben: Fahrradfahrer, die auf Handys starren.



      PS. Meine letzten Unfälle: Ein Jogger, der mir spontan vor's Rad hüpfte und drei nebeneinander spazierende Fußgänger, die trotz Klingelns keinerlei Bereitschaft zeigten, auszuweichen. Mitten auf der verkehrsberuhigten Straße, wohlgemerkt!

  • Eine Initiative zum Ausbau besserer Radwege und besseren Ampelschaltungen würde ich sofort unterstützen, wenn auch folgendes wenigstens mal in Erwägung gezogen wird: dass auch Radfahrer, genauso wie Autofahrer (generisches Maskulinum) die PFLICHT haben, einen MINDESTABSTAND zu Fußgängern einzuhalten, wenn sie von hinten kommen.



    Das hat beides etwas miteinander zu tun: denn dafür braucht es tatsächlich Platz. In der Innenstadt und auf Spazierwegen außerhalb.

    • @Dreja:

      Mit vernünftigen Radwegen stellt sich die Frage nach dem Abstand nicht. Radfahrer kurven nur sehr selten aus Vergnügen dort herum, wo Fußgänger sind.

  • Und schuldig waren immer die Autofahrer?



    Und wieviele Fußgänger werden von Radlern verletzt?

  • Politiker sein, mit Verkehrsinfrastruktur für Radfahrer zu tun zu haben oder mit der Exekutive, die die StVo nicht durchsetzt (oder durchsetzen kann....ich sag nur Mindestseitenabstand) und jeden Tag zufrieden in den Spiegel schauen zu können, mag so gut wie ausgeschlossen sein. In einem Land in dem die Zahl der getöteten Radfahrer STEIGT, während sie sonst europaweit sinkt, zeugt von grösstmöglichen Ingnoranz und bodenloser Inkompetenz der Verantwortlichen.

  • Ja, es ist ein Kommentar.

    Trotzdem hätte ich mir mehr Journalismus gewünscht.

    Der Autobahnbau findet außerhalb von Siedlungen statt.

    Dort wurde in der Vergangenheit in einigen Bundesländern auch richtig viel für Radfahrer getan.

    Brandenburg etwa hat massenhaft "Radbahnen" gebaut, auf denen man sich richtig in Geschwindigkeitsrausch versetzen kann.

    Das macht enorm Spaß.

    Abgetrennt von der Landstraße.

    Auch Meck-Pomm hat da richtig viel gemacht.

    In den Zentren der Großstädte werden auch Autobahnen nur im Ausnahmefall gebaut.

    Deshalb hinkt der Vergleich.

    " ... darf nicht untergehen, dass die meisten von ihnen eben nicht mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Einwirkung von außen gegen einen Baum rasen."

    Die meisten nicht.

    Aber ein erschreckend hoher Anteil.

    Im vergangenen Herbst brachte die ZEIT einen ausführlichen Artikel zu tödlichen Radunfällen und stellte eine ganze Reihe davon vor.

    Das Erschreckende war: Mehr als 20% davon waren Alleinunfälle.

    Vor allem Ältere, die mit dem Rad einfach umgekippt sind, oft wohl weil sie die Geschwindigkeit ihres E-Bike nicht beherrschten.

  • Moin in die Runde,



    ich gehe davon aus, dass in den letzten mehr Menschen aufs Fahrrad gewechselt sind. Gleichzeitig steigen auch die Unfälle mit Fahrradbeteiligung.



    Hat da wer Zahlen dazu um das mal in Relation zu setzen?

    PS: Ich bin selber sehr passionierter Radfahrer, pendele täglich 15-20km mit dem Fahrrad zur Arbeit, also Team Rad.

  • Ein E-Bike-Verbot ab 65 sollte die klare Antwort sein um die Unfallstatistiken zu korrigieren. Bei den jungen Leuten wird doch auch immer sofort nach Verboten gerufen?

    • @Šarru-kīnu:

      Hä?



      Die Statistik sagt doch eindeutig, dass bei Kollisionen zwischen Radfahrenden und Autofahrenden weit überwiegend die Schuld beim Autofahrenden lag.



      Das ist doch wohl völlig unabhängig davon, wie alt die Radfahrende Person ist oder ob sie eine Tretunterstützung am Fahrrad hat.



      Wenn es im Rahmen des demografischen Wandels immer mehr ältere Menschen gibt und immer mehr Fahrradfahrende (vielleicht gerade ältere Menschen) eine Unterstützung beim Treten nutzen, ist es doch gar nicht verwunderlich, dass beide Kennzahlen in der Statistik proportional steigen. Mit Kausalität hat das noch lange nichts zu tun.

  • Es fällt mir schwer, diese Diskussion emotionsfrei zu bewerten, aber sehr viele Unfälle zwischen Radfahrern und Autos im Straßenverkehr würden sich vermeiden lassen, wenn die Radfahrer nicht auf ihr Recht pochen würden und einfach mal darüber nachdenken, dass sie eben keinen Karosserieschutz um sich herum tragen.



    Ich fahre viel Fahrrad und gehe viel zu Fuß. Bisher zum Glück ohne jeden Unfall. Ich vertraue aber auch keinem Autofahrer, dass er mich sieht, gehe nicht bei Grün auf die Straße, ohne zu schauen, ob das Auto auch anhält, poche gegenüber Autos nie auf mein Recht (weil da verliere ich immer) und denke immer für den Autofahrer mit. Ich verlasse mich nicht darauf, dass er mich gesehen hat, ich gehe davon aus, dass er mich nicht gesehen hat.



    Dann macht Radfahren Spaß.

    • @Dirk Osygus:

      Man kanns nicht oft genug sagen, es geht generell um gegenseitige Rücksichtsnahme und Aufmerksamkeit im Verkehr. Viele wollen immer Recht haben, Erster sein, es den Anderen zeigen. Und genau deshalb gehts bei uns auch heftiger zu auf den Straßen, als in manch anderen Ländern. Ich fahre Rad und Auto und erlebe alles, vom rücksichtslosen Autodrängler hin zum Harakiri Radfahrer, ohne Licht aber mit Kopfhörern.



      Es brauch sichere Straßenkonzepte für alle. Von reinen Fahrradstraßen, über Tempo 30 Zonen. Und es brauch mehr Verständnis für einander und weniger "wir gegen die". Das wär schon mal ein guter Anfang.

    • @Dirk Osygus:

      Sie wünschen sich also, dass der schwächere Verkehrsteilnehmer zu Gunsten des stärkeren Verkehrsteilnehmer auf seine Rechte verzichtet?

      Das Recht des Stärkeren also?

      Ich halte dagegen:



      Rechtsstaatlichkeit statt Willkür: Art. 20 Abs. 3 GG bindet Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung an Gesetz und Recht. Dies bedeutet, dass staatliches Handeln nicht auf Macht basieren darf, sondern auf verfassungsmäßigen Grundlagen beruhen muss, was das „Recht des Stärkeren“ ausschließt

      Menschenwürde und Grundrechte: Der Schutz der Menschenwürde (Art. 1 GG) ist das Fundament und richtet sich direkt gegen die Unterdrückung des Schwächeren durch den Stärkeren. Grundrechte gelten für alle Menschen, unabhängig von ihrer Macht oder Position.

    • @Dirk Osygus:

      Das halte ich genauso, das gebietet schon allein mein Überlebensinstinkt. Spaß macht mir das aber keineswegs, dass im Verkehr das Recht des Stärkeren gilt, und ich bin auch nicht geneigt, mich damit abzufinden.



      Verkehr sollte für alle sicher sein, gleich ob für zu Fuß Gehende, Fahrrad- oder Autofahrende. Und das ist möglich, wenn der politische Wille dazu da ist.

    • @Dirk Osygus:

      Das ist aber schon eine ziemliche Täter-Opfer-Umkehr nach dem Motto "was verlässt sich hier eigentlich irgendwer auf die Straßenverkehrsordnung?". Zu behaupten jeder, der verunfallt war selber schuld, weil er nicht für mindestens zwei mitgedacht oder für den Fall dass der Autofahrer gerade am Smartphone ist, ist aus der Luft gegriffen.



      Leute die "auf ihr Recht pochen" sind mir übrigens auch nicht sympathisch, weil gerade der Typ oftmals nicht mal im Recht ist.



      Das erinnert mich an ein Erlebnis mit bösem Radfahrer, der fuhr eine Frau an einer grünen Fußgängerampel fast um

  • Bei solchen Artikeln merkt man immer ganz deutlich dass der Autor Das Fahrrad und Auto und nur als Fortbewegungsmittel sieht um zum Baggersee zu fahren. Die Straße ist aber vor allem ein Wirtschaftsfaktor , der direkt zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Und vor allem zu Produktivität. Autobahnen sind in primär dazu da, Das Millionen Tonnen Güterverkehr stattfinden können. Im übrigen ist nichts zu wenig Geld da, es wird nur missverwendet für die Deutsche Bahn. Die Einnahmen Durch Maut und Mineralölsteuer sind deutlich höher als die Ausgaben für die automobil und lkw-infrastruktur. Und Fahrradfahren macht ganz interessant und ein schönes Hobby sein trägt aber überhaupt nicht zur Förderung der Wirtschaft bei.

    • @Horst Sörens:

      Ich kann mir eine Öllampe ans Fahrrad hängen. Dann bin ich doch sicher Teil des Wirtschaftsfaktors.



      ...

    • @Horst Sörens:

      Schön dass Warentransport per Bahn nicht als Alternative betrachtet wird, sondern die schon per Design in der BRD kaputte Bahn als Problem-Ursache genannt wird. Personenverkehr, Warenverkehr, sogar Rüstungsverkehr hat mal einwandfrei funktioniert. Aber der Auto-Lobbyismus hat verfangen...

  • Aus meiner Sicht gibt es diverse Konflikte im Straßenverkehr. Davon auszugehen, dass man selbst fehlerfrei fährt ist ein Fehler. Jeder macht Fehler, deshalb gibt es Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung. Und übersehe ich ein Auto wenn ich radel, so bin ich darauf angewiesen, dass der Autofahrer wachsam ist. Andersrum wird mir 5 min später von einem Auto die Vorfahrt genommen. Ja es gibt viele Konfliktsituationen. Rechts vor Links gehört dazu ich sehe oft schlecht ein, besonders wenn Autofahrer die zugeparkte Zone 30 Richtung 45kmh dehnen und sich dann beschwehren. Hinzukommt holpriger Straßenbelag, Dooring, Bordsteine an den unmöglichsten Stellen, HansguckindieLuft der kreuz und quer über die Straße oder Radweg trödelt. Darauf muss ich alles aufpassen, nicht fallen, und dann noch am Besten Handzeichen geben. Zwischendrin werd ich von Radlern rechts überholt, ein Auto rauscht noch kurz gegen die Einbahnstraße über Rotlicht an mir vorbei, gefährdet einen über Rot fahrenden Radler (ja beide waren falsch und das ist verdammt Lebensgefährlich). Ja ich fahre Flott mit meinem Ebike, ja ich bin jung, ja ich falle aber wenn dann über verdammte Barrieren oder von Autos abgedrängt

  • Ich wohne in Hamburg und wenn man sich hier an die simpelsten Verkehrsregeln beim Fahrradfahren hält, kann man das Fahrrad gleich schieben und muss sich auch dann immer noch Sorgen machen platt gefahren zu werden.

    Wenn die Straßen genauso autounfreundlich gebaut wären wie sie für Fahrräder untauglich sind, würden auch deutlich mehr Autounfälle passieren.

    Die Statistik von @JMarius ist übrigens überhaupt nicht repräsentativ. Bei der Gesamtzahl der Fahrradunfälle mit Fremdeinwirkung liegt die Schuld deutlich seltener beim Fahrrad. Zumal die Schuldfrage sowieso skeptisch zu betrachten ist. Bei einem Zusammenstoß durch einen Raser wurde dem Fahrrad Mitschuld gegeben, die überhöhte Geschwindigkeit hätte man bemerken müssen.

    Ja wenn wir so argumentieren, kann ich ja auch einfach sagen ja hätte das Auto ja bemerken müssen dass ich bei Rot über die Straße radel... Bringt mir aber nichts weil ich dann tot bin.

    Auf Schwächere muss Rücksicht genommen werden und im Stadtverkehr sollten diese Vorrang haben, egal ob Fahrrad oder zu Fuß.

  • Keine Frage, ein Ausbau der Fahrradwege ist in sehr vielen Städten sinnvoll und notwendig, ABER: Laut Statistik war im letzten Jahr jedes zweite Fahrrad, das in einen Unfall verwickelt war, ein E-Bike. Von den tödlich verunglückten E-Bike-Fahrern waren gut zwei Drittel (67,3 %) mindestens 65 Jahre alt. Das ist doch kein Zufall! Ich fahre selber E-Bike und weiß seitdem, wieviel schneller man auf einmal in der Stadt unterwegs sein kann, gleichzeitig sehe ich ständig betagte, ältere Leute, die zwar kaum noch sturzfrei geradeaus laufen können, gleichzeitig aber mit 25 km/h durch die Innenstadt fahren. Zweimal habe ich bereits Unfälle ohne irgendeine Fremdbeteiligung erlebt, die betreffende Person hatte einfach in einer Kurve, bzw. engem Kreisverkehr die Kontrolle über das zu schnelle Fahrrad verloren. Die Unfallzahlen werden in den nächsten Jahren weiter steigen, völlig egal wieviele Fahrradstraßen wir bauen. Wenn jemand das Gefährt, mit dem er/sie unterwegs ist nicht beherrscht (aus welchen Gründen auch immer), dann ist das gefährlich. Da tragen nicht zwangsläufig Autofahrer die Schuld, Radfahrtraining (oder ein E-Bike Führerschein) wäre für viele Menschen äußerst sinnvoll...

  • Zahlen sind Zahlen. Und die Politik ist immer Schuld. Aber geht es auch etwas tiefer?

    Sind denn in den anderen EU Ländern überall Radschnellwege gebaut worden? Seit Covid sind in vielen Städten rote Radspuren markiert worden, mit Aufstellflächen an den Kreuzungen etc. Tragen diese deutlich sichtbaren Wege nichts zur Sicherheit bei? Der Anstieg hängt wohl auch mit den Senioren mit ebike zusammen. Benötigen die besondere Konzepte?

    Gestern ist das rote Rennrad abgeholt worden. Es hat einige brenzliche Situationen gesehen (die aber auch mit der Geschwindigkeit zusammenhingen…). Geknallt hat es aber bei der Fahrt auf einem Strassenbegleitenden Radweg als ein Autofahrer meinte, da muss man nicht halten und schauen. Die Politik war unbeteiligt.

    • @fly:

      Ich empfehle Ihnen eine Reise nach Paris -- da kann man sehen, wie es anders geht, wenn man will. Und dass politische Maßnahmen dann auch zu einer deutlichen Verhaltensveränderung führen: Man muss als Fußgänger urplötzlich nicht mehr vor jedem Autofahrer die Flucht ergreifen -- und das selbst auf viel befahrenen Plätzen der Innenstadt! Offenbar hat der Autofahrer in Paris also erkannt: es gibt auch noch andere Verkehrsteilnehmer, und die haben auch Rechte. Von deutschen Autofahrern habe ich diesen Eindruck eher seltener.

  • Ich sehe eigentlich täglich Radfahrer, die ihr Leben risikieren, um irgendwo nicht zu bremsen, nicht zu halten, nicht auszuweichen. Und ich kann das verstehen, fürs Radfahren wird ja gar nichts verlangt, keinen Nachweis über Verkehrsregeln oder Fahrverhalten, man kauft das Rad und dann geht's los. Dazu kommen dann andere Verkehrsteilnehmer, die zu schnell, zu hektisch fahren und ebenfalls sehr risikobereit sind. Das ergibt keine gute Mischung. Und die Infrastruktur für Fahrräder muss dringend ausgebaut werden. Aber manchmal gibt es die Infrastruktur und dann pesen die Radfahrer dennoch kreuz und quer über die Straßen und vertreten das auch mit einem alternativen Verkehrskonzept, das sozusagen auf zivilen Ungehorsam im Verkehr beruht. Es scheint wirklich schwer zu sein, alle Seiten zu beteiligen und vor allem sinnvoll einzubinden.

    • @Andreas_2020:

      "fürs Radfahren wird ja gar nichts verlangt, keinen Nachweis über Verkehrsregeln oder Fahrverhalten, man kauft das Rad und dann geht's los."

      Unfassbar! Das wahre Problem und der Quell der Anarchie ist allerdings das Laufen.



      Gerüchte halber fällt da auch noch die letzte Hürde, nämlich der Kaufpreis, weg, und wir lassen das selbst Kleinkinder ohne Prüfung und Genehmigung tun. Das kann ja nur schief gehen.

    • @Andreas_2020:

      ich kann das insofern bestätigen, als die ausgebauten Spazierwege die Situation für Zu-Fuß-Gehende nicht unriskanter gemacht haben. Weil es für Radfahrende anscheinend noch nicht einmal die Pflicht gibt, einen klar definierten Mindestabstand einzuhalten. Jeder ausgefahrene Ellenbogen kann da zur Unfallgefahr werden. Und so leise, wie die Räder auf extra für Radfahrende asphaltieren Spazierwegen sind, hört man sie auch erst viel zu spät. Also --- mit eingeklemmten Armen spazierengehen?



      Der Kiesbelag früher hatte da einen Vorteil - aber nur für die Fußgänger.

    • @Andreas_2020:

      Ich sehe eigentlich täglich Autofahrer, die das Leben von anderen riskieren, um irgendwem eine Nachricht zu beantworten, Instagram-Bildchen zu begutachten, Musiktitel zu ändern. Wahre Probleme erkennen und benennen und sich nicht jedem emotionalem Hingeben, nur weil es angenehmer ist.

      • @QuantumRider:

        Ich sehe auch täglich Radfahrer die mehr mit ihrem Smartphone als mit dem Verkehr beschäftigt sind.



        Er gibt Autofahrer die nicht nach Radfahrern schauen und Radfahrer die jede rote Ampel überfahren. Beide Seite haben Grund sich an die eigenen Nase zu fassen.

    • @Andreas_2020:

      "Es scheint wirklich schwer zu sein, alle Seiten zu beteiligen und vor allem sinnvoll einzubinden."



      Wenn das ach sooo schwer ist: Wieso schaffen andere Länder wie Holland und Belgien das?



      Wie schafft das eine Bürgermeisterin Hidalgo das für die größte Stadt in Europa?

      Etwas anderes scheint mit in diesem Land schwer zu sein: Zu kapieren, das es für ganz viele Menschen ein Leben OHNE Führerschein und Auto gibt.



      Und das diese Menschen ein Recht auf Teilhabe am Verkehr haben - und zwar absolut gleichberechtigt.



      Vielleicht schauen sie sich mal den Film "Cycling Cities" an und überprüfen ihre Vorurteile.

      • @hsqmyp:

        Mindestens in den NL investieren sie mehr in den Fahrradverkehr. Ich propagiere nicht das Autofahren, aber der Führerschein, der fehlt bei den Radfahrern und mein Gefühl ist, dass in vielen Schulen und Kindergärten nicht genug der Verkehr erklärt wird ...

    • @Andreas_2020:

      Das ist eine ziemlich subjektive, anekdotische Wahrnehmung ("Ich sehe..."). Die Statistik besagt nunmal eindeutig, dass Autofahrer immer die überwiegenden Verursachen - grade der tödlichen Unfälle - sind.

      • @Gagman:

        Natürlich ist das subjektiv, aber wohl auch typisch für die Stadt, in der ich lebe. Und das bestreite ich nicht, dass die Statistik, Autofahrer als Ursache/Verursacher nachweist. Mein Punkt ist, a) Infrastruktur ginge deutlich besser - für alle b) Verkehrsverhalten muss verbessert werden, momentan geht das ja nur für Autofahrer bzw. LKW und Motorrad.

  • Jeder Unfall ist tragisch, egal, durch wen verursacht.



    Ich wundere mich allerdings, dass es nicht noch viel mehr Radfahrer erwischt. Bei nahezu jeder etwas längeren Autofahrt durch die Stadt würde ich mindestens 2-3 Radfahrer "mitnehmen", die sich nicht an die simpelsten Verkehrsregeln, wie "rechts vor links", Stopschilder, rote Amplnl etc. halten. Da wundert es auch nicht, dass bspw. in Berlin 2024 (laut Polizeistatistik) 8 der 11 Todesfälle durch die Fahrradfahrer selbst verschuldet waren.

    • @JMarius:

      Bei jeder auch relativ kurzen Fahrt mit dem Fahrrad im Stadtverkehr erlebe ich real die Chance, von einem Autofahrer "mitgenommen" zu werden, der die simpelsten Verkehrsregeln nicht beachten kann oder will.



      Ich muss das in jeder Situation mitdenken und davon ausgehen, dass für mich weder Vorfahrt noch grüne Ampeln Sicherheit bieten, von eingehaltenen Mindestabständen mal ganz zu schweigen. Ich mache das, weil mir mein Leben und meine körperliche Unversehrtheit lieb sind. Und by the way.... Ich kenne die Verkehrsregeln und halte mich daran. Gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern wie zu Fuß gehenden und insbesondere Kindern nehme ich besondere Rücksicht, weil ich weiß, dass sie im Falle einer Kollision mit mir den Kürzeren ziehen.



      Das ist extrem anstrengend und ich hoffe, es gelingt mir weiterhin und ich bleibe unverletzt.



      Und ich weiß, dass ich damit nicht allein bin.



      Wie passt das zu Ihrer vorgetragenen Einschätzung?

      • @Life is Life:

        "Ich muss das in jeder Situation mitdenken und davon ausgehen, dass für mich weder Vorfahrt noch grüne Ampeln Sicherheit bieten, von eingehaltenen Mindestabständen mal ganz zu schweigen. "

        Das sollte jeder Verkehrsteilnehmer tun und zwar immer und überall, das ist die Grundvoraussetzung um am Verkehr teilnehmen zu können und ganz sicher kein Negativbeispiel. Bekommt man auch in jeder Fahrschule beigebracht, mit den Fehlern anderer zu rechnen.



        So anstregend ist das nicht. Und wenn man einmal aufhört sich darüber aufzuregen fährt es sich plötzlich viel entspannter....



        Gruß von einem Radfahrer

        • @PartyChampignons:

          "Das sollte jeder Verkehrsteilnehmer tun und zwar immer und überall"

          ja

          "das ist die Grundvoraussetzung um am Verkehr teilnehmen zu können"

          nein

        • @PartyChampignons:

          Ah, deshalb sehe ich täglich massenhaft Autofahrende, die in Schrittgeschwindigkeit an grüne Ampeln heranfahren, weil sie versehentlich bei rot die Straße überquerende Fußgänger nicht gefährden möchten.....

    • @JMarius:

      2024 ist eine Ausnahme gewesen in Berlin, abgesehen davon dass bei PKW und Fahrrad sowieso 50% Alleinunfälle sind, also ohne weitere Beteiligte, bei den Motorradfahrern ist der Anteil eher bei 60%.



      Bei tödlichen Unfällen von Radfahrern und PKW/LKW ist meist der Motorisierte schuld blog.crashhappens....age-fahrrad-unfall

      So wie 2025: ein paar Alleinunfälle aber ansonsten waren immer PKW und LKW schuld nordost.vcd.org/zi.../verkehrstote-2025

  • Bei älteren Autofahrer:innen, die Unfälle verursachen, schütteln viele nur die Köpfe und verlangen das Abgeben der Führerscheine. Nachvollziehbar. Wenn aber Fahrräder plötzlich motorisiert und viel schneller und schwerer werden als bisherige Drahtesel, ist es selbstverständlich, dass das Alter plötzlich keine Rolle mehr spielt? Wenn der Verkehr immer komplexer wird, hilft es nicht, wenn die Kommentierung immer vereinfachender daherkommt. Wir müssen verkehrspolitisch an vielen Schrauben drehen; dazu gehören eine geänderte Infrastruktur, aber genauso Vorgaben für Schutzeinrichtungen wie Fahrradhelme und reflektierende Bekleidung und die verpflichtende Schulung in den Verkehrsregeln. Wenn Fahrradfahrer:innen zu Schaden kommen, weil sie überhaupt nicht einschätzen können, wie der motorisierte Verkehr, dem sie begegnen, überhaupt reagieren kann, ist das überflüssig. Wir müssen alle mal von unseren Zinnen herunterkommen und die anderen Verkehrsteilnehmer:innen mit in den Blick bekommen. Dieses ständige "Ja aber, die anderen" mag in der eigenen Bubble verfangen; es bringt uns weder weniger Verletzte noch Unfalltote im Verkehr.

  • Gefühlt jeden Tag ein Beitrag gegen den schrecklichen Gegner "das Auto", mit dem Ziel die individuelle Automobilität am beste zu verbieten.

    Dies wird dann auch in den jeweiligen Artikel zum Teil mit schrägen Argumenten und unrichtigen Verknüpfungen verbunden und dann mit absurden Forderungen verbunden.



    Beispiel die beiden letzten gestorbenen Fahrradfahrer, die jeweils von einem LKW beim Abbiegen erfasst wurden. Die Forderung Tempo 30 um die PKW Raser zu bremsen! Was hat LKW beim Abbiegen mit PKW zu tun.



    So auch hier im Artikel, angeprangert wird die gestiegene Todesrate und schuld sind Autofahrer. Das ist nicht richtig, vielmehr sind die Fahrradzahlen und dabei die ebikes gestiegen in Verbindung mit älteren Fahrern die sonst kein Fahrrad mehr fahren würden.



    Eine der Hauptursachen sind schwere Stürze und Kopfverletzungen, deshalb wäre eine erste Maßnahme die Einführung einer Helmpflicht

    • @AuchNeMeinung:

      Individuelle Automobilität würde recht gut auch ohne Rasen, Lärmen, Protzen, unnötige Verkokeln von Ressourcen, ausuferndes Zubetonieren..... funktionieren.



      Soviel zum ersten Absatz, den Rest unterschreibe ich größtenteils.

    • @AuchNeMeinung:

      "und schuld sind Autofahrer" - ja, weil die Statistik das nunmal eindeutig, unwiderlegbar und unleugbar belegt 🤷‍♂️

      • @Gagman:

        Nein, genau DAS tut die Statistik nicht. Es ist lediglich häufig ein Auto beteiligt, d.h. aber mitnichten, dass der Fahrer des PKW schuldig ist.



        Mir ist vor 8 Monaten ein Radfahrer von Links ins Fahrzeug gefahren.



        Rechts vor Links misachtet!



        Erst wurde mir noch eine Schuld gegeben, weil mein Fahrzeug zu groß sei und ich eine besondere Verantwortung hätte. blabla.



        Die unfalltechnische Untersuchung hat dann vor Gericht eindeutig ergeben ich hatte Schrittgeschwindigkeit und der Radfahrer muß mit über 30 km/h rein sein.



        Ein klarer Freispruch für mich, wenn sich die Richterin denoch zu einer "Ermahnung" hinreisen lassen musste bzgl. der besonderen Aufmerksamkeitspflich bei großen US Trucks.

  • Touché, der Punkt mit dem bedarfsgerechten Ausbau der Verkehrswege.



    Das krasse Mißverhältnis der Investitionen in den Straßenbau zu ungunsten anderer Verkehrsträger wie Bahn, Schiff, Fahrrad und Fußgängern gibt hierzulande leider seit Jahrzehnten.



    Früher kam man aus Holland oder Dänemark mit Visionen für ein besseres Leben nach Hause – schließlich sieht man ja dort, das eine Verkehrswende möglich ist.



    Heute ist da einfach nur noch die Wut auf eine verantwortungslose, rein macht- und lobbyorientierte Politik im Land und im Bund, die uns all das vorenthält.



    Und sogar noch behauptet, dies wäre demokratisch.



    Nein, ist es nicht!



    Es gibt seit Jahren eine Mehrheit für ein umfassendes Tempolimit (130/80/30).



    Es gibt ein steigende Anzahl von Touristen, die es nicht mehr hinnehmen, das Bundesländer wie SH behaupten sie wären ein „Fahrradland“ und sich gleichzeitig nicht um die Sanierung & Neubau der kaputtgesparten Fahrinfrastruktur zu kümmern.



    Und es gibt immer mehr Radfahrer*Innen, die nicht mehr ihr Leben auf‘s Spiel setzen wollen, nur weil da draußen ein Haufen fahruntüchtiger Autofahrer*Innen sein/ihr Unwesen treiben.

    • @hsqmyp:

      "Und es gibt immer mehr Radfahrer*Innen, die nicht mehr ihr Leben auf‘s Spiel setzen wollen, nur weil da draußen ein Haufen fahruntüchtiger Autofahrer*Innen sein/ihr Unwesen treiben." Echt jetzt? Diese Medaille hat zwei Seiten. Autofahrer müssen uns sollen Rücksicht nehmen. radfahrer aber auch: Unverantwortliche Radfahrer, die sie sich für Busse halten und die falschen Spuren nutzen, rote Ampeln nicht beachten und einfach über die Kreuzung brettern, Vorfahrt nicht beachten, das Rechtsfahrgebot für optional halten, an Füßgängerübergängen nicht halten und absteigen, etc. Rücksicht im Verkehr geht nicht nur in eine Richtung. Fragen Sie mal die Fußgänger, was diese von E-Biken halten.

      • @Bluewater:

        "Fragen Sie mal die Fußgänger, was diese von E-Biken halten."

        Warum? Fußgänger haben keinen Fußgängerschein, keine Versicherungs- und Kennzeichenpflicht und sind damit keine vollwertigen Verkehrsteilnehmer.

  • "Bei dem Großteil der Unfälle ist jemand zweites beteiligt, und davon sind der Großteil: Autofahrende."

    Gestern:



    Eine Einbahnstraße, rechts ein Parkstreifen für KFZ, links ein 2 m breiter Radweg auf Gehweghöhe. Ich parke, drehe mich zur Tür, um mit der *rechten* Hand die Tür zu öffnen, als ich einen Schatten wahrnehme und innehalte.

    Ein Radfahrer auf einem Rennrad, beim Vorbeifahren keine 2 cm von meinem Außenspiegel entfernt.

    Der Radweg: LEER.

    Wem wäre wohl die Schuld zugewiesen worden, wäre es zu einem Unfall gekommen?

    • @p2c2e:

      Da hätten Sie die Schuld gehabt, ohne dass irgendwer zuweisen muss. Darum guckt man ja auch vorher, was Sie zum Glück aller Beteiligten getan haben.

    • @p2c2e:

      Zu großen Teilen wärst du Schuld! Es gibt offene Fragen hier die teilweise relevant sind, um ggf eine Teilschuld des Radfahrerenden zu klären, aber in erster Linie bist du verantwortlich, sicherzustellen, dass du die Tür öffnen kannst ohne andere zu gefährden.

      Aus Radfahrersicht stellt sich die Frage, ob der Radweg benutzungspflichtig ist. Wenn nein, dann kann er auf der Straße fahren. Was überhaupt nicht geht ist 2cm entfernt von den Türen vorbei zu jagen, man sollte immer 1-2m Türenabstand halten. Das kann evtl eine Teilschuld begründen und ich verstehe Deinen Ärger darüber

      • @SpanishSahara:

        Auch als benutzungspflichtig ausgewiesene Radwege müssen nicht zwingend benutzt werden, da sie zusätzlich in zumutbarem Zustand sein müssen, was oft genug nicht gegeben ist (Glasscherben, usw.).



        Durch die Windschutzscheibe ist das unmöglich festzustellen, und es ist selbstverständlich IMMER und überall (Autobahnen ausgenommen) mit Radfahrenden auf der Fahrbahn zu rechnen, zumal etwa S-Pedelecs ja sowieso auf der Fahrbahn fahren müssen.



        Die 'Benutzungspflicht' ist ein bizarres Relikt aus der NAZI-Zeit mit explizitem Ziel der Förderung des Autoverkehrs.

    • @p2c2e:

      ist recht einfach zu beantworten: Sie beide hätten jeweils eine Teilschuld bekommen, und dass unabhängig ob da ein benutzungspflichtiger Radweg gewesen wär. Sie selbst wären Ihrer Sorgpfaltspflicht nicht vollständig nachgekommen, vor dem Öffnen zu warten und, und der Radfahrende, weil er zu nah am Auto fuhr (mind. 80 cm besser 1 m Abstand).

    • @p2c2e:

      Hätten Sie die Autotür geöffnet, ohne sich vorher nach einem möglichen Radfahrer umzuschauen, dann hätten natürlich Sie die Schuld an einem Unfall getragen, das hat nichts mit Zuweisung zu tun.

      Der Radfahrer darf übrigens allein entscheiden, wenn er es für nötig hält auf die Straße zu wechseln. Möglicherweise war Ihnen ja der zugeparkte Radweg, der Sandhaufen von der Baustelle oder die zerschmissene Glasflasche gar nicht aufgefallen.

      • @Doraemon:

        Zwischen dem Radweg und dem Parkstreifen befindet sich die Straße. Der Radweg und der Gehweg sind auf derselben Höhe, aber deutlich voneinander getrennt. An Einmündungen von rechts (links ist ein Gewässer) sind die Bordsteine abgesenkt, sodass Radfahrer problemlos nach rechts abbiegen können. Auf der Fahrbahn sind entsprechende Radwegmarkierungen.

        Zugeparkter Radweg: Kein Grund dafür vorhanden, es gibt mehr als genug kostenfreie Parkplätze in dieser Straße und in umnittelbarer Umgebung.

        Sandhaufen befinden sich im Zweifel auf den Parkplätzen, da nur auf dieser Seite Gebäude stehen (Rad- und Gehweg grenzen an ein Gewässer.

        Glasflaschen: Extrem unwahrscheinlich, wer hier einen Gastronomiebetrieb mit Getränk verlässt, bekommt Kunststoff. Geschäfte, in denen man Glasflaschen kaufen könnte, sind nicht in der Nähe.

        Die Benutzung der Radwege ist hier Pflicht und Radfahrer müssen hier - genau wie Autofahrer - Abstand hanlten. 2 cm von meinem Außenspiegel entfernt ist kein Abstand.

        • @p2c2e:

          Die Pflicht für Autofahrer besteht darin, sich vor dem Öffnen ihrer Autotür zu vergewissern, dass sie damit niemanden gefährden. Sie besteht nicht darin, sich zu vergewissern, dass da gar kein Radfahrer sein dürfte.

          Zweispurige Lastenräder und Fahrräder mit Anhänger dürfen übrigens jederzeit auf der Fahrbahn fahren, auch damit sollten Sie rechnen. Achten Sie bitte einfach weiterhin vor dem Öffnen Ihrer Autotür darauf - vielen Dank!

      • @Doraemon:

        Und wie sehen Sie das, wenn Radfahrer genauso knapp an Spaziergängern vorbeirasen, dass die nicht mal mehr den Arm hätten ein bisschen von sich strecken dürfen? Sind dann auch die Fußgänger verpflichtet, sich erst umzuschauen?



        Wieso verpflichten sich Radfahrer nicht selbst, wenn es schon kein klares Gesetz gibt wie bei Autofahrern, einen Mindestabstand einzuhalten, um Fußgängern nicht ständig einen Schreck einzujagen?



        Die Unbeliebtheit von Radfahrern kommt genau durch solche ständigen Erlebnisse, gerne auch in Fußgängerzonen, die für Fahrräder verboten sind.

        • @Dreja:

          Es geht im Artikel um von Autofahrern getötete Radfahrer, und die Gefahr eines tödlichen Unfalls durch Autotüren ist für alle Radfahrer*innen jederzeit real. Dieses Risiko mit "Unbeliebtheit von Radfahrern" rechtfertigen zu wollen, ist einfach abenteuerlich. Wir sind uns hoffentlich einig, dass auch unbeliebte Mitbürger*innen nicht gefährdet oder getötet werden dürfen.

          Dass Radfahrer keine Fußgänger erschrecken sollten, sehe ich übrigens auch so, mir ist allerdings nicht bewusst, wie viele Fußgänger dabei jedes Jahr ums Leben kommen.

    • @p2c2e:

      "Wem wäre wohl die Schuld zugewiesen worden, wäre es zu einem Unfall gekommen?"

      Ich möchte lösen:



      Dem/Derjenigen die den Radfahrer übersehen hat.

      • @Hauke:

        Der nicht auf dem Radweg gefahren ist sondern extrem dicht an den autos vorbei?

    • @p2c2e:

      Anekdoten bringen uns nicht weiter, ansonsten könnte ich den ganzen Tag von den dummen Aktionen der Autofahrer erzählen, und dann noch die ganze Nacht vom Lärm den einige wenige Motorisiserte eben in der Nacht machen.

      Was hilft ist aber ein Blick ins Ausland wo die Mobilität nicht mehr allein vom Auto abhängig ist. Egal ob die Niederlande wo die Radfahrinfrastruktur jedem Verkehrsteilnehmer im ganzen Land das notwendige Sichersgefühl vermittelt um überhaupt Rad zu fahren, oder Paris und London wo man den öffentlichen Platz erfolgreich neu verteilt auch wenn die Regierungen es den Städten eher schwer als leicht machen.

      • @Thomas Koll:

        Anekdotisch meinerseits:



        Der motorisierte Lärm ist nicht nur nachts präsent.



        Hier (anekdotisch) sind samstags und sonntags auf einer 70-km-limitierten Landstraße über tausend Motorräder, überwiegend zu laut, meistens zu schnell, keineswegs anekdotisch, sondern der üblich Wochenendterror.

    • @p2c2e:

      Das ist ja genau das Problem. Wer kommt auf die raffinierte Idee, direkt neben einem Radweg Parkplätze zu bauen? Da ist Dooring vorprogrammiert.

      • @1Mj3tI39F:

        Lesen macht den Unterschied, ich zitiere mich selbst:

        Eine Einbahnstraße, RECHTS ein Parkstreifen für KFZ, LINKS ein 2 m breiter Radweg auf Gehweghöhe.

        Der Radweg befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

      • @1Mj3tI39F:

        Sie haben da was nicht richtig gelesen. Der Parkplatz war wohl rechts der Einbahnstraße, der Radweg auf der linken Seite.