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live Neuer Landtag in Sachsen-AnhaltRechtsextremer Hardliner wird überraschend Vizepräsident

Tobias Rausch wurde zum ersten AfD-Parlamentspräsidenten gewählt, wohl auch mit Stimmen von der CDU. Auch ein Vizepräsident der AfD bekommt eine Mehrheit.

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommen die 83 gewählten Abgeordneten an diesem Dienstag zu ihrer ersten gemeinsamen, konstituierenden Sitzung zusammen. Die Sitzung im Plenarsaal wurde um 11 Uhr von Alterspräsidentin Eva von Angern von der Linkspartei eröffnet.

Anschließend wurde ein neuer Landtagspräsident gewählt. Die AfD-Fraktion, mit 39 Abgeordneten die stärkste Kraft im Parlament, schickte ihren parlamentarischen Geschäftsführer Tobias Rausch als Kandidaten ins Rennen. Er wurde mit 48 von 82 Stimmen gewählt. Neben den Stimmen von AfD (39 Abgeordnete) und BSW (fünf Abgeordnete) muss er mindestens vier Stimmen von CDU, SPD, Grünen oder Linken bekommen haben. Die CDU-Fraktion (15 Abgeordnete) hatte vorab angekündigt, sich zu enthalten. Es gab aber nur fünf Enthaltungen. 29 der Abgeordneten stimmten mit Nein.

Als erster Landtagsvizepräsident wurde ebenfalls ein AfD-Politiker gewählt. Hardliner Hans-Thomas Tillschneider erhielt 44 der 82 abgegebenen Stimmen, obwohl das BSW vorab hatte verlauten lassen, ihn nicht wählen zu wollen.

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Livestream aus dem Landtag in Sachsen-Anhalt

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Als weitere Vizepräsidenten kandidierten Carsten Borchert (CDU) im zweiten Wahlgang und Armin Willingmann (SPD) im dritten. Borchert wurde gewählt, Willingmann fiel durch. Damit besteht das Präsidium in Sachsen-Anhalt zu zwei Drittel aus der AfD und zu einem Drittel aus der CDU.

Die Geschehnisse des Tages können Sie hier verfolgen, die taz ist vor Ort. (efi)

Es wird dunkel in Sachsen-Anhalt

17.47 Uhr: Die Lampen im Plenarsaal des Landtags verdunkeln sich. Nachdem an diesem Dienstag zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein Politiker einer rechtsextremen Partei zum Parlamentspräsidenten gewählt wurde, sind die meisten Abgeordneten schnell gegangen. Parlamentspräsident Tobias Rausch hat eine klare Mehrheit bekommen, die Fragen aufwirft. Es stimmten vier Abgeordnete mehr für ihn, als die AfD und das BSW Mitglieder haben. Ist das das Ende der Brandmauer? Ein erstes Vorzeichen einer Mehrheit für einen AfD-Ministerpräsidenten namens Ulrich Siegmund? Durch die Fenster scheint Abendsonne. Es wird langsam dunkel in Sachsen-Anhalt. (dmn)

SPD-Kandidat fällt durch

17.40 Uhr: Der SPD-Kandidat ist durchgefallen. Armin Willingmann erhielt 33 Stimmen für und 48 Stimmen gegen sich. Vorab hatten das BSW und die AfD angekündigt, ihn nicht zu wählen. Als Grund gaben sie an, dass er derzeit noch geschäftsführend Wissenschaftsminister ist. Das sei Ämterhäufung.

Allerdings haben auch mindestens vier weitere Abgeordnete gegen Willingmann gestimmt. Das war nicht abzusehen und wird die Debatte weiter befeuern, wer die heimlichen Ab­weich­le­r:in­nen bei den anderen Fraktionen an diesem Dienstag waren. Somit wird es auch keinen dritten Vizepräsidenten im Landtag geben. Laut Landesverfassung muss es nur mindestens einen Vize geben.

Kurz nach Verkündung des Wahlergebnisses schließt Tobias Rausch die Sitzung. Innerhalb von fünf Minuten leert sich der Saal. (dmn)

CDU weist zurück, für Tillschneider gestimmt zu haben

17.35 Uhr: Aus der CDU-Fraktion ist mittlerweile zu hören, dass man vor dem Tillschneider-Wahlgang intern abgestimmt habe. Alle 15 Anwesenden hätten demnach angekündigt mit „Nein“ zu stimmen. Zudem wird auf die spontane Reaktion des BSW nach der Wahl verwiesen. Deren Fraktionsvorsitzender Thomas Schulze hatte Tillschneider sehr lange die Hand geschüttelt. Draußen vor dem Plenarsaal behauptete er dann aufgebracht, dass das BSW Tillschneider wie angekündigt nicht gewählt habe. Dann forderte er den Rücktritt vom Noch-Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU). (gjo)

Der Wahlgang für den dritten Vize startet

17.19 Uhr: Nun zieht der SPD-Kandidat Armin Willingmann ins Rennen. Es folgt das übliche Prozedere. (efi)

Auch CDU stellt Vizelandtagspräsidenten

17.15 Uhr. Die Ergebnisse der Wahl sind da. Von 82 abgegeben Stimmen waren alle gültig. 64 Stimmen konnte CDU-Kandidat Carsten Borchert für sich gewinnen, das bislang höchste Ergebnis an diesem Tag. 17 Abgeordnete stimmten gegen ihn, ein Parlamentarier enthielt sich. Borchert nimmt die Wahl als Vizepräsident des Landtags an.

Mit Sicherheit hat der CDU-Vizepräsident auch Stimmen von der AfD bekommen. Die Frage, die nun im Raum steht: War das abgesprochen, CDU-Stimmen für Rausch und Tillschneider und im Gegenzug AfD-Stimmen für Borchert? Teile der AfD-Fraktion behaupten schon länger öffentlich genau das. Allerdings: Borchert hatte zuvor bereits die Zusagen von den restlichen Fraktionen. Das hätte für die Mehrheit gereicht. Warum sollte die CDU sich trotzdem auf einen Deal mit der AfD einlassen? (efi/dmn)

Wer hat Tillschneider gewählt?

17.14 Uhr: Während bei der Wahl von Rausch mit 48 Stimmen Absprachen zwischen CDU-Abgeordneten und der AfD vermutet werden, ist es bei der Wahl von Tillschneider komplizierter: Das BSW behauptet vehement, ihn nicht mitgewählt zu haben. Sven Schulze von der CDU behauptet das Gleiche. (gjo)

Wahl der Vizepräsidenten wird fortgesetzt

17.11 Uhr: Alle Abgeordneten haben ihre Stimme abgegeben. Nun wird ausgezählt und die Sitzung solange abermals kurz unterbrochen. (efi)

16.54 Uhr: Der zweite Vizepräsident des Landtags wird gewählt. Die CDU stellt Carsten Borchert auf. Die SPD will ihren Kandidaten Armin Willingmann erst im dritten Wahldurchgang ins Rennen schicken. (efi)

16.25 Uhr: Die Sitzung wird fortgesetzt. Die Linke zieht ihren zwischenzeitlich eingebrachten Vorschlag für den Vizeposten zurück. CDU und SPD halten an ihren Kandidaten fest. Tobias Rausch unterbricht die Sitzung erneut, jetzt müssen die Wahlzettel gedruckt werden. um 16:55 Uhr geht es weiter. Tobias Rausch wird vom Pressesprecher der AfD nach draußen geleitet, mutmaßlich für ein Interview. (dmn)

AfD stellt auch Vizepräsidenten

16.06 Uhr: Der völkische Hardliner Hans-Thomas Tillschneider ist tatsächlich zum Vizepräsidenten des Landtags Sachsen-Anhalt gewählt worde. Der AfD-Politiker erhielt 44 der 82 abgegebenen und auch gültigen Stimmen. Es gab keine Enthaltungen. 38 Abgeordnete stimmten mit Nein. Damit besetzt die AfD mindestens die Hälfte des neuen Präsidiums.

Das BSW hatte angekündigt, Tillschneider nicht mitzuwählen. Nach seiner Wahl gibt es dennoch Applaus aus den Reihen der BSW-Abgeordneten, allerdings nur von Michael Reim. BSW-Fraktionschef Thomas Schulze überreicht Tillschneider nach der Wahl einen Blumenstrauß und schüttelt ihm lange die Hand. Einige CDU-Abgeordnete wirken regelrecht konsterniert, ebenso Grüne und Linke. Die SPD bittet um eine 15-minütige Unterbrechung, der stattgegeben wird. (efi/gjo)

Die Wahl der Vizepräsidenten läuft

16.00 Uhr: Alle Stimmen für den ersten Wahlgang wurden abgegeben. Nun wird ausgezählt und die Sitzung solange unterbrochen. (efi)

15.43 Uhr: Alle Abgeordneten werden erneut namentlich aufgerufen und gehen zur Wahlkabine. Im ersten Wahlgang lässt sich lediglich ein Kandidat der AfD aufstellen: Fraktionsvize Hans-Thomas Tillschneider, Putin-Fan und völkischer Ideologe. Selbst das BSW hält ihn für unwählbar.

Die Kandidaten von CDU und SPD, Carsten Borchert und Armin Willingmann, kandidieren nicht im ersten Wahlgang. Die AfD ließ durchblicken, nicht für die Kandidaten anderer Parteien zu stimmen, wenn diese vorab auch nicht für ihren Kandidaten stimmen. (efi/gjo)

Die Sitzung geht weiter

15.30 Uhr: Rausch setzt die Sitzung fort. Der Ältestenrat hat eine einstimmige Beschlussempfehlung bezüglich der Wahl der Vizepräsidenten vorgelegt. Es sollen drei Vizepräsidenten gewählt werden.

Rausch wirkt zunächst leicht überfordert und etwas unsouverän, liest alles vom Zettel ab. Das Problem: Er kann nicht sonderlich gut vorlesen. Fun Fact: Rauschs Vater, Daniel Rausch, heute noch immer Abgeordneter, war 2016 kurzzeitig Vizelandtagspräsident, warf aber nach nur wenigen Minuten überfordert das Handtuch und trat aus persönlichen Gründen wieder zurück. Die neue Geschäftsordnung bezüglich der Vizepräsidenten-Wahl beschließt die AfD hingegen gemeinsam mit dem BSW. Dagegen: SPD, Grüne, Linke. Die CDU enthält sich. (efi/gjo)

SPD-Politiker Hakan Demir spricht von einem „suizidalen Akt“

15.17 Uhr: Rausch hat mindestens vier Stimmen außerhalb der Reihen von AfD und BSW gewonnen. „Sollten darunter tatsächlich vier Stimmen aus der CDU-Fraktion gewesen sein, wäre das ein suizidaler Akt“, sagt Hakan Demir, SPD-Bundestagsabgeordneter für Berlin-Neukölln. „Die Erfahrungen konservativer Parteien in anderen europäischen Ländern zeigen, dass sich die Konservativen abschaffen, wenn sich eine solche Annäherung verfestigt. Die AfD hätte damit ihr Ziel erreicht“, so Demir gegenüber der taz. „Die Brandmauer muss stehen. Deutschland braucht eine CDU mit Haltung“, forderte er. (ale/efi)

Unterbrechung der Sitzung verlängert

14.58 Uhr: Die Glocke im sachsen-anhaltischen Landtag läutet als Zeichen, dass sich die Abgeordneten wieder im Plenarsaal einfinden sollen. Doch der neue Parlamentspräsident verkündet ledliglich, dass die Sitzung noch bis 15:30 Uhr unterbrochen wird. Der Grund: Die Stimmzettel für die Wahl des Vizepräsidenten müssen noch gedruckt werden. (efi)

Reichinnek: „Es ist eine absolute Schande“

14.57 Uhr: Die Linke im Bundestag hat die Wahl eines ersten Landtagspräsidenten der AfD scharf kritisiert und die CDU mitverantwortlich gemacht. „Das ist der nächste große Schritt zur Machtergreifung einer Partei, die die geistige Erbin derer ist, die dieses Land in seine dunkelste Zeit geführt haben“, sagte Fraktionschefin Heidi Reichinnek vor Journalisten in Berlin.

Das Amt sei nicht irgendein Amt, sondern eines mit erheblichen Befugnissen. Zudem vertrete der Landtagspräsident den Landtag nach außen etwa bei Gedenkveranstaltungen. „Es ist eine absolute Schande im Angesicht der Opfer des Nationalsozialismus, dass diese Funktion nun von einem Vertreter einer Partei ausgeübt werden soll, die die Erinnerungskultur in Deutschland um 180 Grad drehen will.“

Die AfD habe den nächsten Sieg errungen, „weil eine angebliche Partei der Mitte sie diesen Sieg erringen ließ“, sagte Reichinnek im Hinblick auf die vier zusätzlichen Stimmen, die Rausch außerhalb des AfD-BSW-Lagers erhielt. Sie sagte an CDU-Chef Friedrich Merz gerichtet, sie erwarte von ihm, dafür zu sorgen, dass es aus seiner Partei bei der Ministerpräsidentenwahl im Magdeburger Landtag, die für Dezember geplant ist, keine einzige Stimme für die AfD gebe. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich dann zum Ministerpräsidenten wählen lassen und gibt an, bereits eine Mehrheit dafür organisiert zu haben. (dpa)

Die Sitzung ist bis 15 Uhr unterbrochen

13.39 Uhr: Nachtrag, während der Ältestenrat tagt: Die SPD überreichte dem frisch gewählten AfD-Landtagspräsidenten übrigens das Grundgesetz und eine weiße Rose. Weiß war vermutlich auch die Kreide, die Tobias Rausch vor seiner Antrittsrede gefressen hatte: Der frisch gewählte AfD-Landtagspräsident setzte bei seiner Rede erkennbar auf Normalisierung statt auf Krawall. Der erste rechtsextreme Landtagspräsident seit 1945 betonte, dass er der Landtagspräsident des gesamten Parlaments sein wolle. Seine Antrittsrede las er Wort für Wort vom Blatt ab, las vor, dass seine Tür für alle offen stünde und hielt ein Loblied auf die parlamentarischen Regeln. Die wurden freilich gerade umgeschrieben, weil seine Fraktion so viel Steuergelder in Vetternwirtschaft und die Taschen von Verwandten gewirtschaftet hatte. Rausch sagte, er wolle überparteilich agieren und die Rechte der Opposition achten, dabei hatte die AfD versucht, die Zahl der Ausschusssitze zu erhöhen, um alleine beschlussfähig zu sein – entgegen jeglicher demokratischer Prinzipien. Und die Überparteilichkeit wird auch nicht dadurch glaubwürdiger, dass er neben seinem neuen Amt zugleich Generalsekretär seiner Partei bleiben will. Rausch sagt: „Die Zeiten von politischen Brandmauern sollten der Vergangenheit angehören.“ Am Ende klatschte niemand außer der AfD und dem BSW. Putin gefällt das. (gjo)

13.10 Uhr: Die Sitzung wurde unterbrochen. Der Ältestenrat kommt zwischenzeitlich zusammen, um über das weitere Vorgehen für die Wahl der Vizepräsidenten zu beraten. Die AfD will die Geschäftsordnung ändern, damit zusätzlich zum AfD-Landtagspräsident auch ein AfD-Vizepräsident gewählt werden kann. Um 15 Uhr geht es wieder weiter. (efi)

Wer stimmte von der CDU für Rausch?

13.10 Uhr: Schon bei Wahlen zu Vize-Landtagspräsidenten in den letzten Legislaturen hatte die AfD mehr Stimmen bekommen, als sie Abgeordnete hatte – auch als das BSW noch gar nicht im Landtag saß. In Sachsen-Anhalt gab es auch schon länger Stimmen in der CDU, die forderten, mit der AfD zusammenzuarbeiten – deswegen wurde stets darüber spekuliert, dass die zusätzlichen Stimmen aus der Union kommen müssten. Ganz aufzuklären wird das nicht sein, weil die Wahl geheim ist. Allerdings ist die Zahl 48 überaus interessant: Denn innerhalb der AfD gilt die Zahl als Testballon auch für die Ministerpräsidentenwahl von Ulrich Siegmund im Dezember, ob eine Mehrheit auch für ihn zustande kommen könnte. Die AfD tönt immer wieder darüber, dass es Gespräche mit einzelnen Abgeordneten gebe. Waren sie es, die heute Rausch mitwählten? Erfahren wird man es vermutlich nie. (gjo)

13.02 Uhr: Während Rausch spricht, schaut Sven Schulze, der Fraktionsvorsitzende der CDU, auf sein Handy. Zufrieden sieht er nicht aus. Der neue Landtagspräsident Rausch hat mehr Stimmen bekommen, als es AfD- und BSW-Abgeordnete im Landtag gibt. Offenbar hat die CDU nicht einheitlich gestimmt. Die 15 Unionsabgeordneten hatten vorab angekündigt, sich zu enthalten. Aber am Ende gab es nur 5 Enthaltungen. Der taz gegenüber hatten vorab zwei CDUler angekündigt, gegen Rausch zu stimmen. Offenbar gab es doch mehr Parlamentarier, die sich dazu entschieden haben. Gleichzeitig stimmten aber vermutlich vier von ihnen für den AfD-Kandidaten. (dmi)

Rausch wird erster AfD-Parlamentspräsident in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

12.51 Uhr: Tobias Rausch nimmt am Präsidiumstisch Platz, trinkt einen Schluck Wasser und beginnt mit einer kurzen Rede. Er werde das Amt des Präsidenten des ganzen Landtags führen, nicht als das von einer Fraktion, liest Rausch vor. „Parlamentarische Regeln sollten sich nicht danach richten, wem sie gerade nützen.“ Er wünsche sich einen Landtag, in dem gestritten werde, aber die Sachpolitik vor der Parteipolitik gehe. „Die Zeiten politischer Brandmauern sollten der Vergangenheit angehören.“ Als Landtagspräsident werde er Entscheidungen treffen, die nicht allen gefallen. Aber er verspricht, dass für alle Fraktionen die gleichen Regeln gelten. Er wolle transparent Entscheidungen treffen. Applaus bekommt er von der AfD und dem BSW. (dmn)

12.50 Uhr: Nun tritt Susan Sziborra-Seidlitz (Grüne) ans Pult. Als Fraktionsvorsitzende darf sie immer im Landtag das Wort ergreifen. Sie erinnert daran, dass der Landtagspräsident die Würde und die Rechte aller Abgeordneten zu wahren habe. Die AfD habe sich zwar in die Mitte gesetzt, aber sie stehe deshalb nicht in der „Mitte der Gesellschaft“. Aus einem Wahlergebnis folge kein Anspruch auf Unterordnung. Die Grünen hätten einen Wählerauftrag bekommen, den wollten sie erfüllen. „Demokratische Institutionen schützen sich nicht von selbst“, sagt Sziborra-Seidlitz. Sollte der Landtagspräsident die Rechte im Parlament nicht achten, wolle die Grüne juristische Konsequenzen ziehen. „Sachsen-Anhalt braucht Menschen, die hier her kommen.“ Ausgrenzung dürfe nicht zum Aushängeschild des Landes und des Parlaments werden. Zum Schluss schaut sie nochmal in die fünf Reihen der AfD-Fraktion direkt vor sich. „Lassen Sie uns, mit Blick auf die Sitzordnung, diese Fraktion in die Zange nehmen“, sagt Sziborra-Seidlitz. Lachen von der AfD. Ulrich Siegmund krümmt sich auf seinem Sitz. Applaus gibt es von den Grünen. (dmn)

12.39 Uhr: Die Stimmzettel sind ausgezählt. Von Angern verliest das Ergebnis: 82 Stimmen wurden abgegeben, 0 davon waren ungültig.

Auf AfD-Kandidat Tobias Rausch entfielen 48 Ja-Stimmen, 29 Abgeordnete stimmten gegen ihn. Es gab fünf Enthaltungen. Damit ist Rausch gewählt und der erste Landtagspräsident der AfD. „Ich gratuliere Ihnen hierzu“, sagt von Angern. Von seiner Fraktion gibt es stehend Applaus. Auch das BSW klatscht. Ansonsten herrscht Ruhe. Rausch hat vier Stimmen mehr erhalten, als AfD und BSW Abgeordnete stellen. Das bedeutet, dass auch aus den Reihen von CDU, SPD, Grünen und Linken Parlamentarier für ihn votiert haben.

Auf die Frage, ob er die Wahl annehme, antwortet Rausch: „Jawoll, ich nehme die Wahl an.“ (efi/dmn)

Die Stimmen werden ausgezählt

12.36 Uhr: Die neugewählten Schrift­füh­re­r:in­nen versammeln sich um einen Tisch neben der Regierungsbank, leeren die Urne und sortieren die Zettel. Rausch kommt zurück und setzt sich wieder in die erste Reihe der AfD-Fraktion. Neben ihm steht Hans-Thomas Tillschneider und blickt zur Auszählung. Einer der Matthias Büttners (Staßfurt) erscheint mit einem Blumenstrauß und legt ihn schon mal auf den Tisch vor den Fraktionsvorsitzenden Siegmund, neben Rausch. (dmn)

12.32 Uhr: Der namentliche Aufruf der Abgeordneten ist beendet. Von Angern fragt ein letztes Mal, ob jemand noch nicht seine Stimme abgegeben hat. Da dies nicht der Fall ist, ist die Abstimmung beendet. Die Sitzung wird für die Stimmauszählung unterbrochen, die Abgeordneten sollen so lange im Plenarsaal bleiben, Tobias Rausch verlässt dennoch kurz den Raum. (efi/dmn)

Die Wahl des Parlamentspräsidenten geht los

12.17 Uhr: Ein Abgeordneter nach dem anderen wird aufgerufen, macht sich auf den Weg zu einer hölzernen Wahlkabine, verschwindet kurz und schmeißt dann einen gefalteten Zettel in die Urne. Vorab hatten zwei Fraktionen angekündigt, Tobias Rausch zu wählen: seine AfD und das BSW. Gemeinsam kommen sie auf 44 Stimmen und hätten damit eine Mehrheit, Rausch wäre gewählt.

Grüne, SPD und Linke hatten sich gegen Rausch ausgesprochen. Zum einen wäre es eine Zäsur: Rausch wäre der erste Landtagspräsident einer rechtsextremen Partei in der Geschichte der Bundesrepublik. Außerdem spielte er in der Vetternwirtschaftsaffäre der AfD eine zentrale Rolle. In der vergangenen Legislatur hatte er mehrfach Ordnungsrufe bekommen. Die drei Parteien haben deshalb die Sorge geäußert, dass der Landtag Sachsen-Anhalt unter seiner Leitung rauer werden könnte.

Die CDU-Fraktion hat hingegen beschlossen, sich zu enthalten. Allerdings haben gegenüber der taz zwei CDU-Politiker angedeutet, sie würden trotzdem mit Nein stimmen. (dmn)

12.05 Uhr: Der zentrale Tagesordnungspunkt 8 steht nun an: die Wahl des Landtagspräsidenten. Laut Landesverfassung reicht die stärkste Fraktion einen Vorschlag ein. Von Angern verliest dementsprechend den Vorschlag der AfD, die wie angekündigt Tobias Rausch ins Rennen schickt. Als Par­la­ments­prä­si­den­t:in gewählt gilt, wer die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Enthaltungen gelten als nicht abgegebene Stimmen. Eine Aussprache über das Wahlergebnis erfolgt nicht. Gewählt wird geheim mit einem Stimmzettel in der Wahlkabine. Schriftführerin Katharina Kohl (SPD) dreht die Wahlurne einmal sichtbar zum Plenum und bestätigt: „Die Urne ist leer.“ Dann geht es los. (efi/dmn)

Die Sitzung beginnt

11.58 Uhr: Die Wahl der Schrift­füh­re­r:in­nen steht an. Sie werden von den Parteien vorgeschlagen. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, die Wahlzettel zu verteilen und anschließend die Stimmen zu zählen. Von allen Fraktionen gibt es Vorschläge. Bei dem der AfD stimmt nur der neue Linken-Abgeordnete Mustafa Groener dagegen. Er selbst wird wenig später mit Stimmen aus allen Fraktionen zum Schriftführer gewählt. (efi/dmn)

11.49 Uhr: Es herrscht Verwirrung über die Tagesordnung: Wann wird über die Geschäftsordnung debattiert – vor oder nach der Wahl des Landtagspräsidenten? Deswegen gibt es eine kurze Besprechung der parlamentarischen Geschäftsführer vor dem Präsidentenpult. Das Ergebnis: Der Geschäftsordnungsantrag der AfD wird in den Ältestenrat verwiesen, nach der Wahl des Vizepräsidenten wird die Sitzung deshalb unterbrochen. Der Landtag hat derweil die bisherige Geschäftsordnung angenommen, um weiter zu verfahren. (gjo/dmn)

11.38 Uhr: Bis auf eine Ausnahme sind alle Abgeordneten anwesend. Von Angern stellt damit die Beschlussfähigkeit des Parlaments fest. Der fehlende Abgeordnete ist Frank Bommersbach von der CDU. (efi/dmn)

11.31 Uhr. Alle Mitglieder des Landtags werden nun in alphabetischer Reihenfolge vom jüngsten Abgeordneten des Parlaments, John Lucas Dittrich (BSW), verlesen und ihre Anwesenheit überprüft. Bei der AfD-Fraktion gibt es mehr Abgeordnete mit Vornamen Matthias als Frauen. Als die beiden AfD-Abgeordneten namens Matthias Büttner aufgerufen werden, fällt das besonders auf. (efi/dmn)

11.29 Uhr: „Sachsen-Anhalt ist immer noch eine bunte, vielfältige, tolerante Gesellschaft“, sagt von Angern. In einer langen Aufzählung nennt sie Menschen verschiedener Geschlechter, verschiedener Herkunft, mit unterschiedlichen Erfahrungen bei Krieg, Studium, Familie. „Wir sind alle Sachsen-Anhalt“, beendet die Linke ihre Rede. Applaus gibt es von allen Fraktionen bis auf der AfD. Dann ebbt er beim BSW ab, gefolgt von der CDU, der SPD, den Grünen und zum Schluss den Linken. Von Angern holt Luft und geht weiter in der Tagesordnung. (dmn)

11.17 Uhr: Von Angern zitiert die „Antifa-Klausel“, Artikel 37a der Landesverfassung von Sachsen-Anhalt. „Die Wiederbelebung oder Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts, die Verherrlichung des nationalsozialistischen Herrschaftssystems sowie rassistische und antisemitische Aktivitäten nicht zuzulassen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt und Verantwortung jedes Einzelnen.“ Klopfen von fast allen Fraktionen, bei der AfD-Fraktion bemüht sich nur Christian Hecht darum, auf seinen Tisch zu trommeln. Die anderen rühren sich nicht. (dmn)

11.07 Uhr: Von Angern berichtet in ihrer Rede, dass bislang in Deutschland nur wenige Frauen Alterspräsidentinnen waren. Auch im Landtag seien wenige Frauen vertreten: Nur knapp 22 Prozent der Abgeordneten sind weiblich. Trotzdem würden sie die Interessen von Frauen und Mädchen vertreten, verspricht von Angern. Fast alle Parteien klopfen zustimmend auf ihre Tische. Die 39 Abgeordneten der AfD-Fraktion, ganz in der Mitte des Plenarsaals, zeigen keine Regung. (dmn)

11.01 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ist zu der Sitzung mit einer Tasse mit dem Aufdruck „Linke Tränen“ erschienen. Der Spruch „Linke Tränen“ ist verbreitet in konservativen und rechten Kreisen. Damit wird die angebliche Wehleidigkeit des politischen Gegners aus dem linken Spektrum spöttisch zum Thema gemacht. Auf der Tasse finden sich auch die ineinander verschlungenen Buchstaben U und S – vermutlich die Initialen Siegmunds. (dpa)

11.00 Uhr: Pünktlich auf die Minute eröffnet Eva von Angern als dienstältestes Parlamentsmitglied die Sitzung. Als Erstes fragt sie, ob noch jemand anderes als sie länger Mitglied des Landtages sei. Seit 2002 ist sie ununterbrochen Abgeordnete in Magdeburg. Tobias Rausch, der AfD-Kandidat für das Amt des Landtagspräsidenten, schaut auf sein Handy. (efi/dmn)

Der Plenarsaal füllt sich

10.50 Uhr: Der Landesvorsitzende der SPD, Andreas Schmidt, ist mit einer leeren Kaffeetasse auf dem Weg zum Plenarsaal. Er trägt, anders als sonst, Jeans und ist unrasiert. Darauf angesprochen, erklärt er, politische Kleidung sei im Plenarsaal nicht gestattet. Aber sein Outfit sei ein Statement. „Das ist kein feierlicher Tag, an dem ziehe ich mich nicht festlich an. Ich komme, aber ich erhebe den Tag für mich nicht mit festlicher Kleidung. Nicht, wenn ein Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt wird.“ Dann schlurft er mit seiner Kaffeetasse weiter. Ein Gong ertönt. In zehn Minuten geht es los. (dmn)

AfD zieht sich zur Strategiebesprechung zurück

10.15 Uhr: Die AfD zieht sich in einen Raum zur Strategiebesprechung zurück. Auf dem Flur hört man mehrmals, wie die Abgeordneten trommeln, rufen und zu Sprechchören ansetzen, die eher an einen Ultrablock erinnern als eine Landtagsfraktion –Dominanzgehabe. (gjo)

Großteil der AfD-Fraktion trifft ein

09.36 Uhr: Vor dem Landtag ist nun ein großer Teil der AfD-Fraktion aufgetaucht. Begleitet von Polizeibeamten filmen sie die Kundgebung. Nach kurzen Buh-Rufen wird das Grundgesetz weiter vorgelesen. Aktuell geht es um den Artikel, der Parteiverbote regelt. Kurz jubeln die Teil­neh­me­r:in­nen der Kundgebung, dann setzen sie ihre Lesung fort. Unterdessen redet Ulrich Siegmund mit dem Streamer Hannes Kreschel, rechte Streamer begleiten ihn auf Schritt und Tritt. Tillschneider will nicht mit der taz reden. (dmn/gjo)

Grundgesetz-Chor vor dem Landtag

09.19 Uhr: Auf dem Domplatz lesen etwa 300 Personen die ersten 20 Artikel des Grundgesetzes vor. Hinter ihnen steht der Adenauer-Bus des Zentrums für politische Schönheit. Dessen laute Boxen geben den Takt vor. Unter den Teil­neh­me­r:in­nen sind mehrere Abgeordnete von Linken und Grünen. Auch die Alterspräsidentin Eva von Angern, die in Kürze den Landtag eröffnet, betet den Gesetzestext mit. Während sie dabei auf ein Handy schaut, haben andere kleine Grundgesetzbüchlein aufgeschlagen, auf deren Rückseite die Nationalhymne steht. Zwischen Kundgebung und Landtag hat die Polizei Absperrgitter aufgebaut. (dmn)

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Der Grundgesetz-Chor in Magdeburg

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BSW will Tillschneider nicht wählen

08.55 Uhr: Nach der Wahl des Landtagspräsidenten steht an diesem Dienstag auch die Wahl der Vizepräsidenten an. Es kandidieren drei Männer: Carsten Borchert (CDU), Armin Willingmann (SPD) und Hans-Thomas Tillschneider (AfD). Zu deren Wahl hat die BSW-Fraktion am Montagabend erklärt, nur Borchert bekomme Stimmen von ihr.

Tillschneider sei „Busenfreund der deutschen Rüstungsindustrie“ und „das Gegenteil einer ausgleichenden und präsidialen Persönlichkeit“, begründete Claudia Wittig, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende des BSW in Sachsen-Anhalt. „Das BSW gibt der AfD keinen Blankoscheck für ihre Kandidatenvorschläge“, erklärte Wittig weiter. Rausch bewerte sie anders als den für das AfD-Wahlprogramm maßgeblichen Tillschneider.

Beim SPD-Kandidaten Willingmann kritisiert das BSW, dass er geschäftsführend als Wissenschaftsminister in Sachsen-Anhalt arbeitet. Er ist noch bis zum Regierungswechsel im Amt. „Es gehört sich nicht, sowohl ein herausgehobenes Amt in der Exekutive zu besetzen und gleichzeitig für eines der wichtigsten Ämter in der Legislative zu kandidieren“, heißt es aus der BSW-Fraktion.

Ob die beiden Kandidaten trotzdem genügend Stimmen bekommen, bleibt abzuwarten. Für die erste Landtagssitzung genügt es laut Geschäftsordnung, wenn eine stellvertretende Person zum Präsidenten gewählt wird. (dmn)

CDU will sich bei Rausch enthalten

8.31 Uhr: Der AfD-Kandidat Rausch werde von seiner Fraktion keine Stimmen bekommen, erklärte Sven Schulze als Fraktionsvorsitzender der CDU am Montag. Allerdings würden die Unions-Abgeordneten auch nicht gegen Rausch stimmen. Die Fraktion habe sich auf Enthaltung geeinigt. Rausch sei zwar durch seine bisherigen Ordnungsrufe und seine Rolle in der Vetternwirtschaftsaffäre kein Kandidat, den die CDU aufstellen würde. Aber man habe sich darüber unterhalten, ob es richtig sei, den Kandidaten einer so großen Fraktion abzulehnen. Außerdem brauche die AfD keine Stimmen von der CDU für eine Mehrheit, das BSW stimme schließlich schon für Rausch. (dmn)

Zusammensetzung des Landtags, Umbau des Plenarsaals

08.13 Uhr: Bei der Wahl am 9. September hat die AfD den höchsten Stimmanteil bekommen: rund 44 Prozent. Damit ist sie im Landtag von Sachsen-Anhalt die größte Fraktion und stellt 39 der 83 Abgeordneten, darunter sind zwei Frauen. Durch die Geschäftsordnung des Landtags von Sachsen-Anhalt darf die Partei deshalb den ersten Vorschlag für das Amt des Landtagspräsidenten machen. Die Fraktion hat sich einstimmig auf Tobias Rausch als Kandidaten geeinigt.

Die CDU hat 15 Abgeordnete (darunter ebenfalls zwei Frauen), Grüne, SPD und Linke je acht Sitze und das BSW fünf. Kurz nach der Wahl haben AfD und BSW Gespräche über „gemeinsame Projekte“ aufgenommen. Die BSW-Fraktion betont allerdings, sie wolle weder eine Regierungskoalition mit der AfD noch werde sie für einen AfD-Ministerpräsidenten stimmen. Tobias Rausch würde das BSW dennoch wählen. Seine Rolle in der Vetternwirtschaftsaffäre der AfD spiele laut BSW für das mit 18.000 Euro dotierte Amt keine Rolle. Immerhin verfüge er über parlamentarische Erfahrung und es sei eine gute parlamentarische Gepflogenheit, den Kandidaten der größten Fraktion zu wählen.

Eine nicht so gute parlamentarische Gepflogenheit scheint hingegen die Sitzordnung zu sein. Zumindest haben BSW und AfD diese im Landtag Sachsen-Anhalt verändert. Während die Fraktionen bisher, wie in allen deutschen Parlamenten, an der politischen Ausrichtung orientiert von links nach recht angeordnet waren, sitzen die AfD- und BSW-Abgeordneten nun in der Mitte. Die Grünen müssen dafür nach rechts außen. Darauf angesprochen, erklärte der BSW-Fraktionsvorsitzende Thomas Schulze: Er wisse nicht, woher die Anordnung stamme. Aber die Grünen am rechten Rand, das halte er für amüsant. (dmn)

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172 Kommentare

  • Filou

    Die Wahl war geheim, wie wer insbesondere in der CDU abgestimmt hat sind Vermutung. Kann sein, kann auch anders gewesen sein. Das wird sich nicht eindeutig klären lassen.

  • Tazilo

    Man kann die AfD für höchst unsympathisch und ausgefranst in unappetitliche Milieus halten. Trotzdem ist sie nicht die neue NSDAP. Das immer wieder zu behaupten, stellt meiner Meinung nach eine Verharmlosung des historischen NS dar. Entscheidend ist nicht, ob man die Politik einer Partei völlig ablehnt, sondern ob diese wirklich ihre eigene Abwahl verhindern und die Grundordnung des Grundgesetzes abschaffen wird. In diesem Rahmen ist eine sehr weite Politik möglich und in der freiheitlichen Gesellschaft auch erwünscht. Von Vergesellschaftung bis zu strenger Migrationspolitik (wie sie über Jahrzehnte in der Bundesrepublik herrschte) reicht da der Rahmen. Bei der Linken wird ja auch nicht gleich vermutet, dass sie die DDR wieder aufrichten oder ein stalinistisches Regime installieren will.

    • Alex_der_Wunderer

      @Tazilo:

      @ Tazilo



      Klingt voll nach Verharmlosung einer unrechtstaatlichen, rechtsextremistischen unser Grundgesetz nicht achtenden AfD Partei , deren Wähler sich durch demokratische Wahlen in ihre Unfreiheit wählen wollen.



      Finde Ihr Statement vollkommen schräg und wohl für's falsche Medium abgesondert. Sie befinden sich hier im rechtstaatlichen Forum der taz.

      • Ricky-13

        @Alex_der_Wunderer:

        *Klingt voll nach Verharmlosung ...*

        Das hatte ich auch sofort gedacht.

        Aber auch die Umdeutung von historischen Fakten wird jetzt immer "beliebter". Besonders seit Alice Weidel (AfD) behauptet, dass Hitler und die NSDAP linksradikal oder sogar kommunistisch gewesen seien.

        Und Beatrix von Storch (AfD) redet schon seit Jahren davon, dass der Klimawandel nicht menschengemacht ist. Frau von Storch sagt, dass Klimaschützer erst einmal beweisen müssten, „dass der Klimawandel nichts mit der Sonnenenergie und der Sonnenintensität zu tun hat“. Diese Argumentation von Beatrix von Storch wird in der Klimaforschung als wissenschaftlich unhaltbar und als gezielte Falschinformation eingestuft.

        Leider sind aber besonders Jugendliche - mit einer geringen Bildung - sehr anfällig für solche sogenannten AfD-"Fakten". Solange aber demokratische Parteien wie CDU/CSU und (S)PD lieber auf 'Die Linke' schimpfen, anstatt den wahren Feind in diesem Land zu benennen und zu bekämpfen, wird das alles in den nächsten Jahren wohl noch viel schlimmer werden.

    • Encantado

      @Tazilo:

      "Entscheidend ist nicht, ob man die Politik einer Partei völlig ablehnt, sondern ob diese wirklich ihre eigene Abwahl verhindern und die Grundordnung des Grundgesetzes abschaffen wird."



      Erst einmal nicht, ob sie wird, sondern ob sie will.



      Und, was sagt Ihnen Ihr Gefühl bezüglich einer gesichert rechtsextremen Partei dazu?

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Tazilo:

      "Bei der Linken wird ja auch nicht gleich vermutet, dass sie die DDR wieder aufrichten oder ein stalinistisches Regime installieren will."

      Als Ramelow Ministerpräsident wurde, haben die "bürgerlichen" genau so getönt. Und eine Kampagne, wie sie nach der Wahl in Berlin gestartet wurde, hatten wir auch lange nicht. Die Vorwürfe sind nur etwas modernisiert worden.

      Das die AfD keine 1:1 Kopie der NSDAP ist, ist klar. Die Zeiten haben sich ja auch geändert. Allerdings ist die Grundrichtig gleich. Verachtung der Demokratie, autoritäre Vorstellungen und Hass und Hetze gegen Menschen, die nicht zum imaginären Volkskörper gehören oder einfach nur anderer Meinung sind. 1933 dachten auch viele, dass es nicht so schlimm wird. Schließlich hat die NSDAP nicht mit dem Bau von Gaskammern geworben. Damals war auch "nur" von Vertreibung die Rede. Der Rest hat sich dann entwickelt...

  • Ricky-13

    taz: *Rechtsextremer Hardliner wird überraschend Vizepräsident*

    Ja, da war man wirklich sehr "überrascht". 😂 In Sachsen-Anhalt wird es wohl in nächster Zeit noch so einige "Überraschungen" geben.

    • Alex_der_Wunderer

      @Ricky-13:

      @ Ricky-13



      Überraschungen ?



      Spielen Sie da etwa auf den schon bestellten Maaaschendrooohtzschaun für Sachsen-Anhalt an ?

      • Ricky-13

        @Alex_der_Wunderer:

        Eigentlich eher auf so etwas hier: www.youtube.com/watch?v=y8KndTxRJ3s

        Die "Alternative" zeigt jetzt langsam ihr wahres Gesicht.

        • Alex_der_Wunderer

          @Ricky-13:

          @ Ricky-13



          Oh je, und der süße, äääh duftende Siegmund gehört doch zu dieser " Alle für Doofis " , die auch noch die Schulpflicht abschaffen wollen. Nach dem Statement fragt man sich doch echt :



          " Hatten die ein Sachsen-Anhalt eigentlich eine, eine Schule mit Schulpflicht ? " . Ich hoffe wirklich der Ztschaauuuun trifft dort tatsächlich bald ein, 10 Meter hoch soll der ja angeblich zum Glück sein.



          Puuuh....

  • Auweiowei

    Da scrolle ich, wie es so schön auf neudeutsch heißt, über schier endlose Protokollseiten hinweg - weil ich gewisse eindrückliche Bilder darüber und darunter noch einmal in Augenschein nehmen will:

    Beide zeigen Begückwünschungen (neugewählter Repräsentanten des Magdeburger Landesparlaments).

    Das eine, ganz oben, zeigt so etwas wie eine Geste der Demut. Irgendwo habe ich doch so etwas Ähnliches in meinem Gedächtnis gespeichert...? Als es mir wieder einfällt, erschrecke ich "in meinem Gemüt", wie es in einem Dichterwort heißt (dessen Name mir vor lauter Schreck auch nicht mehr einfallen will).

    Das andere, weiter unten, aber den first man des neuen Landtags abbildend, löst bei mir (nur) ein gewisses Befremden aus - aber auch hier ein 'gesenkter' Blick.

    Nun frage ich mich nur noch, ob ich denn eine Art Seh-Schwäche habe, die mir den Blick trübt. Denn soweit ich sehe, sind alle (?) Mitscrollenden,



    -lesenden und -kommentierenden dafür blind. (Das meine ich natürlich - in aller Demut - bloß im ironischen, eventuell denkanstoßenden Sinn. Ich möchte ja schließlich niemand zu nahe treten und keinesfalls Anstoß erregen. Ich kann es ja selber kaum glauben.)

  • Carsten S.

    Ich bin gespannt, wie die AfD das Jobwunder in der Pflege und in der Medizin managen will, wenn die Remigration Wirklichkeit wird.



    Ich wäre überrascht, wenn Heerscharen deutscher Pflegekräfte und Ärzte z.B. aus der Schweiz nach Sachsen-Anhalt kommen, um dort die neuen Chancen zu nutzen.



    Ich persönlich (Physikochemiker) bleibe lieber erstmal in der Schweiz.

    • Saile

      @Carsten S.:

      Es ist halt auch schlichtweg falsch der AfD zu unterstellen dass sie gut integrierte und arbeitende Migranten in z.B. Pflegeberufen abschieben möchte, dazu findet sich im Parteiprogramm auch nicht der kleinste Hinweis.

    • Andreas_2020

      @Carsten S.:

      Sie werden sehen, dass es dazu kommen wird, dass Wirtschaftsverbände nach relativ kurzer Zeit kein gutes Haar an der AfD lassen werden. Aber ein Mann wie Hans-Thomas Tillschneider wird das ideologisch-rhethorisch so abbilden, als ob die AfD zu einem Opfer von 'Feinden' geworden ist, da kommen dann die Altparteien, Linke, Homosexuelle, Antifa was auch immer. Die AfD übernimmt grundsätzlich keine Verantwortung für ihr Handeln. Das ist ihr Grundmuster. Etwa Hans-Thomas Tillschneider im Podcast mit der Funke-Gruppe ist ein Ideologe der Partei, weiß aber oder kennt die Positionen von Björn Höcke nicht. Blablabla



      Kurz: Erstmal laut schreien, danach zeigt man auf eine andere Gruppe etc. Das Problem ist, dass die Wähler dieser Partei dieser Partei trotzdem treu bleiben werden. Und in gewisser Weise das mit stiller Freude genießen, wenn sich deren Politiker durch Plenarsitzungen, Interviews und politische Vorträge randalieren.

  • Wanderin

    Der lange Arm Russlands in Gestalt der AfD hat nun in Sachsen-Anhalt Zugriff auf die Daten des Verfassungsschutzes.

    Und im Fall Hanning geht es darum, dass der Chef (!) des BND geheime Dokumente auf dem privaten Markt verkauft hat - mittels seiner privaten Consulting- Firma. Es geht um Landesverrat und den größten Spionageskandal seit des Kalten Krieges.

    • dtx

      @Wanderin:

      Hanning war mit seinen achtzig Lenzen schon lang nicht mehr Chef von irgendwas. Daß er es dennoch nicht vermocht hat, gesittet in Rente zu gehen, wie jeder vernünftige Mensch in diesem Alter ...

  • Gerhard Krause

    Das wird eine sehr schöne neue "DDR" in "Sachsen-Durchfahrt"; marktradikal, es wird tolle Erfolgsmeldungen geben, eine neue Alltagssprache, mit welcher man die Zugehörigkeit zur rechten Sache hervorheben kann, mit gehorsamen Jubel und russischen Fahnen am Platz ist zu rechnen - und vielleicht befreit die AfD die Menschen endlich von der Last der Wahl und des komplexen Denkens. Traditionen, wie beispielsweise Beleidigungsstraftaten, gefährliche Körperverletzung oder Untreue, Unterschlagung, Betrug, werden entkriminalisiert. Was ich mir persönlich wünsche ist, dass diese unangenehmen *örperöffnungen in der CDU, die gerne blaue Schlümpfe mögen, endlich ihr schwarzes Parteibuch gegen das blaue tauschen, um sich wenigstens hierin ehrlich zu machen. Für soviel Abneigung gegen diese ganz bestimmten Personen bei der CDU gibt es in unserer Sprache keine Ausdrücke, die das entsprechende Maß an Verachtung angemessen deutlich zum Ausdruck bringen können. Schade.

  • Ansgar Reb

    Tillschneider ist ja nun ein smarter Typ, auch wenn man seine Ansichten so gar nicht mögen kann. Am Ende weiß in einer Demokratie eben das Volk besser als wir selbst, was es will, und bekommt wie bestellt. Immerhin: Kein Führerprinzip oder autoritärer Umbau des Staates bislang in Sicht. Am besten wählt man etwas Vernünftiges wie Volt, auf CDU, Linke, Grüne und SPD kann man nicht mehr setzen, schon gar nicht auf FDP. Der AfD wird schon automatisch die Luft ausgehen.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Ansgar Reb:

      "Der AfD wird schon automatisch die Luft ausgehen."

      Hat man 33 von der NSDAP auch gesagt.

    • Encantado

      @Ansgar Reb:

      "Am besten wählt man etwas Vernünftiges wie Volt..."



      Egal wie man zu denen steht, der Knackpunkt dabei ist: die kommen nicht ins Parlament. Das mag man sich wünschen, aber wenn's bislang nicht geklappt hat, wird das auch nix mehr.



      Also die Stimme verschenken? Da kann man am Wahltag auch gleich zu Hause bleiben.



      "Der AfD wird schon automatisch die Luft ausgehen."



      Das sagen sich die 'normalen' Parteien seit der Gründung der AfD als reine Anti-Euro-Partei. Hätte auch fast geklappt. Und dann kam das Theme Migranten. Nee, das hört nicht einfach so auf.

    • dtx

      @Ansgar Reb:

      Zitat: "Der AfD wird schon automatisch die Luft ausgehen."

      Das hat man schon mal geglaubt. Da hat es dann zwölf Jahre gedauert und nichts als Trümmer hinterlassen.

    • Carsten S.

      @Ansgar Reb:

      Gottfried Curio ist auch blitzgescheit und mir dennoch nicht sympathisch.



      Auch ein Joseph Göbbels war sicher intelligent und trotzdem ein Verbrecher. Erfolgreiche Verbrecher sind in aller Regel nicht strohdumm.

  • Andreas_2020

    Hans-Thomas Tillschneider wird das Bundesland nachträglich verändern.



    Tillschneider ist ein typisches Beispiel für einen Menschen, der oberflächlich sehr gebildet, ja kulturell ein Experte für die islamische Welt zu sein scheint, tatsächlich Inhalte und Ideen vertritt, die durchaus mit der militanten Neonazis-Szene, der Identitären Bewegung, der NSDAP und anderen rechtsextremen Hardcore-Gruppen in Verbindung stehen.



    Hans-Thomas Tillschneider will ein reines, deutsches Volk, welches quasi in einer pseudo-demokratischen Apartheit getrennt von anderen Menschen lebt, die den deutschen völkische Normen nicht entsprechend und nach Tillschneider das auch gar nicht können. Seine Islamexpertise ist insofern kritisch, weil es ihm dabei eher um eine fundierte Feindkenntnis geht, als um ein souveränes Wissenschaftsverständnis einer anderen Religion.



    Seine ehemalige Liberalität ist längst einem Freund-Feind-Schema gewichen. Er wird diesen Landtag nicht polarisieren, sondern wird jede Chancen nutzen, um die Debatten und die kritische Rede einzuschränken. Er wird den Parlamentarismus zu demolieren suchen. Das ist wohl auch sein Auftrag.

    • esgehtauchanders

      @Andreas_2020:

      Ich befürchte er hat diesen Vizejob nur vorübergehend übernommen, um aktuell die Testläufe im Landtag für die "Mehrheiten" mitzugestalten. Es geht der AfD im.Moment darum die "Zuverlässigkeit" von BSW und den wahrscheinlich 4 oder 5 CDU-rechtsaußen-offenen MdL auszutesten, damit die MP-Wahl für Siegmund im Dezember im 1. Wahlvang klappt.

      Tillschneider wird, wenn's durchgeht, sofort zurücktreten und Minister für ("doitsche") Kultur & Indoktrinierung (früher schlicht "Bildung" genannt) werden.

      Der Mann ist ayatollah-artiger Eiferer. Er will den Kulturkrieg, ... nicht "-kampf"

      Wer seine politische Karriere seit Parteigründung 2013 verfolgt hat, "Wahlbeobachter" in den bereits 2014 überfallenen u. annektierten Gebieten der Ukraine, seine aktivistischen Auftritte, weiß, was kommt. Er ist seit dieser Zeit mit hartrechten, Neonazi-Zirkeln verbunden. Ich erinnere mich an so ein rechtsextremistisches Hausprojekt (Halle, meine ich war's), gegenüber einer als "links" markierten Einrichtung (Uni/Hochschule etc) in der er mit dem bekannten Neonazi Mario Müller demonstrativ eingezogen war und aktivistIsch Präsenz zeigen, Hegemonie erobern, provozieren wollte.

      Er ist eklig.

      • Andreas_2020

        @esgehtauchanders:

        Der ist ehrgeizig und er will Minister werden. Dazu muss das aber auch sicher sein. Und noch ist das nicht in sicheren Tüchern. Deswegen haben sie ihn in dieses Gremium gedrückt und Hans-Thomas Tillschneider steht für eine brutale Dominanz bzw. ein Dominanzstreben der AfD. Sprich ihm geht es darum, dass er seine Inhalte ventilieren kann, während kritische Nachfragen nicht nur unerwünscht sind, sie soll es nicht geben. Wenn so ein Mensch Vizepräsident des Parlaments wird, ist das eine klare Ansage an die anderen Parteien.

  • Westlahn

    Wenn Siegmund dann im Amt ist, wird es ja eine Reihe namentlicher Abstimmungen geben, es sei denn das Präsidium kann die Regeln so ändern, dass nur noch geheim abgestimmt wird.



    Irgendwie muss der Mann ja das echte Regieren versuchen. Das wird nur mit Dauergrinsen a la Farage in die Kameras nicht gehen.



    Interessant wird werden, ob es bei den privaten Investitionen in Sachsen-Anhalt auffällige Änderungen geben wird: entweder, weil geplante Investitionen abgesagt werden - oder weil andere mit übervollen Kassen Raketen voller Dollars über Sachsen-Anhalt abregnen lassen.

    • Andreas_2020

      @Westlahn:

      Hans-Thomas Tillschneider hat den Auftrag die Checks and Balances, die freie Rede und die Debatte abzuwürgen. Investitionen sind vollkommen egal. Wenn Sie kommen, dann wegen der AfD, wenn sie ausbleiben, sind Ausländer, Linke, Gewerkschafter, fehlgeleitete Christen, Frauen, Schwule, Transpersonen, Prostituierte und ausländische Arbeitskräfte und vor allem Asylbewerber daran schuld.

    • Minderleister

      @Westlahn:

      Sogar AfD-Fan und -Unterstützer Theo Müller will zwei Produktionsstandorte in Sachsen-Anhalt und Sachsen schließen. Da sind die betriebswirtschaftlichen Kriterien am Ende doch wichtiger.

  • Wolfgang Laux

    Gestern am Gartenzaun diskutierte ich mit meinem Nachbarn über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt. Mein Nachbar ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen und hat Anfang der 80`er "rübergemacht". Originalton : " Ihr habt die Mauer abgerissen. War ein grosser Fehler ".

  • qwe

    Spätestens wenn es die ersten CDU-Überläufer zur "AfD"gibt, oder diese mit der "AfD" gemeinsam abstimmen, werden wir es wissen, wer da diese "Leute" gewählt hat.

    • dtx

      @qwe:

      Die erste Abstimmung zusammen mit der AfD lassen erstmal Wittig und ihr Schulze steigen. Thema: Den Kreml hätscheln und die Ukrainer unter den Bus werfen. Dafür darf Rausch auch gleich eine Sondersitzung einberufen.

  • test_name

    >weil seine Fraktion so viel Steuergelder in Vetternwirtschaft und die Taschen von Verwandten gewirtschaftet hatte<

    Wir sollten und davon frei machen in Politikern bessere Menschen zu sehen. Es wird mitgenommen was an persönlichen Vorteilen zu erreichen ist - von Politikern aller Parteien. Die Regeln müssten so geändert werden, dass das politische Mandat zwar gut bezahlt - aber nicht überzahlt ist. Jedem Abgeordneten stehen rund 30.000€ monatlich zur zusätzlichen Verfügung um Mitarbeiter zu bezahlen. Was wird er wohl machen wenn er eigentlich keine Mitarbeiter braucht?

    • Gerhard Krause

      @test_name:

      Das sachlich völlig korrekt. Womöglich ist die von Ihnen gezogene Konsequenz auch die einzig richtige. Der freie finanzielle Spielraum, damit tröste ich mich, ist indes clever gelegte Verführung, dessen Nutzung Spuren hinterlässt, die sich prüfen und berichten lassen.

    • Kaboom

      @test_name:

      "Wir sollten und davon frei machen in Politikern bessere Menschen zu sehen. Es wird mitgenommen was an persönlichen Vorteilen zu erreichen ist - von Politikern aller Parteien. "

      Blödsinn. Es gibt kein Beispiel in der Geschichte dieses Landes, das auch nur einen ähnlichen Grad an Korruption aufweist, wie die massenhafte Beschäftigung von Familienangehörigen durch AfD-Funktionsträger.

    • Minderleister

      @test_name:

      In Landtag von SA beträgt die steuerfreie Aufwandspauschale aktuell 2.372,27 Euro, im Bundestag 5.467,27 Euro monatlich.

      • Minderleister

        @Minderleister:

        P.S. Die Mitarbeiterpauschalen sind höher (bei MdBs ca. 27.000 Euro mtl.), aber zweckgebunden. Die kann sich ein Abgeordneter nicht einfach in die eigene Tasche stecken, wie er das bei der steuerfreien Aufwandspauschale theoretisch könnte.

      • test_name

        @Minderleister:

        Die Höhe der Mitarbeiterpauschale/Bundestag liegt aktuell bei 27.396 Euro monatlich. Wenn der Abgeordnete es geschickt anstellt kommt das dann zu Diäten und Aufwandspauschale noch oben drauf.

        • Minderleister

          @test_name:

          Die Mitarbeiterpauschalen sind zweckgebunden, und deren ordnungsgemäße Verwendung muss belegt werden (siehe meine Ergänzung oben).

  • Zippism

    In der linken Bubble ist man mal wieder schockiert. Dabei sollte dieses Ergebnis vor allem ein Weckruf sein. Wenn die etablierten Parteien bei den Themen, die die Menschen tatsächlich beschäftigen, nicht schleunigst Lösungen anbieten, wird man sich bald über noch ganz andere Wahlergebnisse wundern. Dazu gehören Migration, innere Sicherheit, Wirtschaft, steigende Preise und ein handlungsfähiger Staat.

    44 Prozent für die AfD in Sachsen-Anhalt und nun erstmals ein AfD-Landtagspräsident lassen sich jedenfalls weder mit dem nächsten „Nie wieder“-Appell noch mit noch mehr Empörung über die Wähler aufhalten.

    • Bussard

      @Zippism:

      Was erwarten Sie persönlich denn noch in Sachen Migration? Ist Ihnen persönlich die aktuelle Migrationspolitik immer noch nicht "konservativ", also in offener Sprache nicht hart genug? Was sollte Ihrer Meinung nach denn da noch kommen? Da bleibt dann ja eigentlich nur noch massenhafte "Remigration". Ist es das, was die CDU Ihrer Meinung nach umsetzen soll? Und für wie erfolgversprechend halten Sie es, dass diese Politik dann auf das Konto der CDU einzahlt, und nicht das Original AFD stärkt?



      Bitte seien Sie da doch mal etwas konkreter, wenn Sie es so oft hier in diversen Kommentaren mitteilen.

      • Klabauta

        @Bussard:

        Danke für diese Intervention!

      • Strolch

        @Bussard:

        Schauen Sie nach Dänemark.

    • Chris McZott

      @Zippism:

      Ja bisher gab es nicht nur ein "Weiter so" sondern eher ein "Noch mehr davon" als Antwort.

    • Minderleister

      @Zippism:

      Dafür, dass Sie von der "linken Bubble" so wenig halten, bewegen Sie sich aber erstaunlich oft in dieser.

      • Klabauta

        @Minderleister:

        Das wäre an sich ja nichts Schlechtes, sich aus der eigenen Blase rauszubewegen, das sollten wir alle tun. Nur hege ich den Verdacht, dass @Zippisms Aktivitäten hier mit Hilfe von KI zustande kommen und vor allem auf Meinungshoheit in der taz-Kommune zielen.

        • Auweiowei

          @Klabauta:

          Ganz ähnlich habe ich (bei anderer Gelegenheit) meinen Verdacht auf 'Fremdsteuerung' vorgetragen, bin damit aber bei der taz abgeblitzt. Danke deshalb für Ihren Beitrag!

    • xia

      @Zippism:

      Seit 10 Jahren ist jede Wahl ein Weckruf und man müsse ja endlich was machen und die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten ernst nehmen.

      Nur schade, dass sich die Regierenden bisher nicht haben wecken lassen.

      • Astrid Sehnefeld

        @xia:

        Werden sie auch zukünftig nicht. Die haben JEGLICHEN Bezug zur Realität verloren.



        Es gab zwischen 2000 und 2010 ein völligen Wandel in der Politik - seither denken die parteiübergreifend, dass sie es besser wissen als der Wähler.



        Das mag im Spezifischen so sein, allerdings sind die Wähler halt immer noch die Auftraggeber.

        • Klabauta

          @Astrid Sehnefeld:

          Wie bestellt, so geliefert? So funktioniert das nicht. Die "Auftraggeber" haben nämlich durchaus unterschiedliche, auch gegensätzliche Bestellungen aufgegeben.

  • FtznFrtz

    Immerhin: die Masken des netten Uli und seiner (im wahrsten Sinne des Wortes) Spießgesellen werden sehr bald fallen. Die AfD-Wähler werden sich sehr bald erschrocken auf der Verliererseite finden oder wie die Trumpisten weiterfeiern.

  • Ruhig bleiben

    Nicht vergessen: Alexander "Vogelschiss" Gauland war ebenfalls mal CDUler.

    • Astrid Sehnefeld

      @Ruhig bleiben:

      Ein sehr guter übrigens. Der wurde seinerzeit selbst von der taz gelobt.



      Das ist gerade mal 10 Jahre her



      taz.de/Alexander-G...-die-AfD/!5042954/



      Der konservative Aderlass, ausgelöst durch die aggressive Verfremdung der Union durch Merkel, war der Anfang allen Übels.



      Totengräberin der Union und auf lange Sicht vllt sogar der gesamten demokratischen Ordnung - diese beiden Titel könnten ihr in den Geschichtsbüchern winken.

      • Klabauta

        @Astrid Sehnefeld:

        Ich kann da kein Lob herauslesen, es sei denn, Sie betrachten die Beschreibung als "konservativer Intellektueller" als ein solches.



        "Man hat das Gefühl, stets auf verlorenem Posten zu stehen, immer umringt von einem übermächtigen linksliberalen Mainstream“, wird Reineke zitiert, was bis heute die Strategie der AfD ist: Aufrechte Konservative im Widerstand gegen linksgrün-versiffte Meinungsvorherrschaft.



        Wo ist da das Lob?

      • Kaboom

        @Astrid Sehnefeld:

        Die CDU hat bis Merkel immer Bräunliche "eingehegt". Das war offizielle Politik.



        Das die CDU mit Merkel begann, sich gegen die Bräunlichen abzugrenzen (an der Personalie Hohmann, der von Merkel nach seinen antisemitischen Ergüssen aus der CDU geworfen wurde, beispielhaft sehr schön abzulesen) ist das, was real in der CDU stattfand, und vom rechten Rand gern als "Linksruck" der CDU geframt wird. Es gab keinen Linksruck unter Merkel.



        Was wirklich stattfand, war, dass kein Platz mehr war für Leute, die früher in der CDU Karriere machen konnten. Leute wie Globke, Filbinger, Kiesinger, Hupka, Czaja, Hohmann etc. pp. Und deshalb schäumt der rechte Rand so. Weil sie von der CDU bei Eintritt in die Partei nicht mehr das Label "konservativ" erhalten.

      • FtznFrtz

        @Astrid Sehnefeld:

        Erstaunlich, Merkel war also jetzt (alleine) an allem schuld? Sie wurde 16 Jahre mit kaum nachlassender Begeisterung von Partei und Volk in Ämter gehievt und bestätigt.



        Man kann ihr dahingehend sicher Vorwürfe machen, dass sie die Partei nur für ihr eigenes Fortkommen genutzt hat, ansonsten war Ihr die CDU weitgehend schnurz. Allerdings hat das die CDU ja auch gerne mitgemacht, solange Merkel (Wahl-) Ergebnisse geliefert hat.



        Die Volkspartei CDU hätte sich ja auch in eine konservative Partei transformieren können, die es eben besser macht als die Nazis. Hätte, hätte, aber sie wollten ja den ungelenken Fritze nicht schon wieder vom Hof jagen, jetzt haben wir ihn am Hals und er dilettiert die Union in den Abgrund.

      • Bussard

        @Astrid Sehnefeld:

        Aggressive Verfremdung der CDU? Können Sie das bitte etwas konkretisieren? Hat Angela Merkel überbordende Sozialpolitik betrieben? Hat sie entgrenzte Umweltpolitik umgesetzt? Hat sie die Westbindung Deutschlands infrage gestellt?



        Nichts dergleichen hat sie getan. Sie dichten ihr hier wegen einer einzigen humanistisch begründeten Entscheidung so einen Unsinn an, dass das wenig über Angela Merkel, aber eine Menge über Sie aussagt.



        Abgesehen davon war Angela Merkels Problem einfach, dass sie eine Frau ist. Das hat die widerlichen Anfeindungen ihr gegenüber ungemein erleichtert, vor allem bei den Ewiggestrigen.

        • Astrid Sehnefeld

          @Bussard:

          Angela Merkel war eine Verwalterin.



          Politisch war sie SPD.



          Das ist kein Makel, aber als Chefin der Union halt denkbar ungünstig.



          Die CDU Wähler haben sich dadurch heimatlos gefühlt.



          Der Aufstieg, überhaupt die Gründung der AfD, liegt definitiv in der Verantwortung Merkels durch ihren liberalen Kurs als von konservativen Wählern gewählten Kanzlerin.



          Wenn ich ein schwarzes Auto bestelle und ein rotes bekomme, bin ich als Wähler unzufrieden - so ist das halt.



          Außerdem hat Frau Merkel in sehr guten Zeiten regieren dürfen - wirtschaftlich und politisch war das nah am Optimum. Gerade in dieser Phase hätte sie ernsthafte Reformen anstoßen müssen - es kam aber nichts.



          Stattdessen hat sie jegliche interne Konkurrenz weggebissen. Die Kompetenzschwäche im Führungszirkel der Union ist definitiv durch Merkels Unfähigkeit Konkurrenz dulden zu können entstanden.



          Unterm Strich stehen bei ihr meiner Meinung nach 16 Jahre Kanzlerschaft, an deren Ende kein politischer Nachfolger aufgebaut und Deutschland wirtschaftlich nicht zukunftsfähig war.



          Das nenne ich dann doch eine schlechte Bilanz.

          • Klabauta

            @Astrid Sehnefeld:

            "Der Aufstieg, überhaupt die Gründung der AfD, liegt definitiv in der Verantwortung Merkels durch ihren liberalen Kurs als von konservativen Wählern gewählten Kanzlerin."

            Die AfD wurde von einer Gruppe Europa-skeptischer, neoliberal tickender konservativer Professoren als Reaktion auf die von ihnen kritisierte Eurorettungspolitik der CDU gegründet, mit dem Ziel, den Euro abzuschaffen.



            Das können Sie natürlich gerne Merkel alleine vorwerfen, aber damit machen Sie es sich ein bisschen einfach.

      • Minderleister

        @Astrid Sehnefeld:

        »aggressive Verfremdung der Union durch Merkel«



        #



        Weil Merkel die CDU ins 21. Jhd. führen wollte? Aber zum Glück geht es mit Merz jetzt wieder zurück in die 90er oder noch früher.

        • Ricky-13

          @Minderleister:

          *... zum Glück geht es mit Merz jetzt wieder zurück in die 90er oder noch früher ...*

          Wir haben einen Kanzler der immer noch in den 1950‘er Jahren feststeckt und sich eher um seine reichen Freunde Sorgen macht, als um die nachfolgenden Generationen. Und bei vielen konservativen CDU/CSU-Wählern habe ich die Befürchtung, dass sie demnächst ihr Kreuz 'ganz rechts' machen; dann werden wir allerdings noch weiter in die Vergangenheit reisen.

        • Kaboom

          @Minderleister:

          Frühe 80er. Als Birne in Bitburg mit Reagan vor Gräbern der Waffen-SS Händchen hielt. Als Umweltschutz als linke Spinnerei galt, und deshalb schwarze Alibi-Umweltminister im Ganzkörper-Neopren den Rhein durchquerten. Als die Deutschen schon mal faul waren. Etc. pp.

    • Hans Dampf

      @Ruhig bleiben:

      Und Sahra Wagenknecht mal Linke.



      Nun ist sie Steigbügelhalter der AfD.

      • Minderleister

        @Hans Dampf:

        Hauptsache, sie kann mitreiten und wird wieder in Talkshows eingeladen.

    • rero

      @Ruhig bleiben:

      Der wäre mir lieber als die Figuren, die jetzt in der AfD dort auftauchen.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Ruhig bleiben:

      Siegmund übrigens auch.

  • economista

    Ob Tobias Rausch den Aufgaben des Parlamentspräsidenten gewachsen sein wird, eine geordnete Arbeitsumgebung sicherzustellen und für einen fairen Umgang zu sorgen, kommt in der Diskussion höchstens am Rande vor.

    • dtx

      @economista:

      Muß er das? Es ist eh die Frage, ob die Abstufung zwischen ihm und Tillschneider nicht nur formeller Natur, weil einer zu pessimistischen Vorhersicht der tatsächlichen Wahlergebnisse geschuldet ist. Für die Arbeit des Präsidiums dürfte sie belanglos sein.

    • Encantado

      @economista:

      "Ob Tobias Rausch den Aufgaben des Parlamentspräsidenten gewachsen sein wird, eine geordnete Arbeitsumgebung sicherzustellen und für einen fairen Umgang zu sorgen"



      Primär steht die Frage im Vordergrund, ob er das überhaupt vorhat. Wenn nicht, sind die nachgeordneten Fragen eh obsolet.



      Und seine gewählte politische Richtung lässt Zweifel aufkeimen. Dafür brauch ich nicht mal was über seinen persönlichen Hintergrund zu wissen.

      • economista

        @Encantado:

        Es sind hauptsächlich organisatorische Aufgaben, Sitzordnung, ich vermute auch Zuweisung von Sitzungsräumen und Büros. Und durch geeignete Moderation die Debattenkultur zu fördern. Einige Legislaturperioden Parlamentserfahrung können nicht schaden und ansonsten Fairness. Ich hätte mir gewünscht, alle Fraktionen im Präsidium zu finden. Klar kann ich mich irren, aber ich rechne damit, dass in Sachsen-Anhalt trotz AfD-Präsidium ein geregelter Parlamentsbetrieb möglich sein wird.

        • Encantado

          @economista:

          "... ich rechne damit, dass in Sachsen-Anhalt trotz AfD-Präsidium ein geregelter Parlamentsbetrieb möglich sein wird."



          Solange es der AfD nutzt, mag das sein. Machen Sie sich aber keine Illusionen darüber hinaus.

  • Alex_der_Wunderer

    Stecker ziehen...

  • Stavros

    Dass es Mittel gegen die AfD gibt, haben die Berliner Linken gezeigt.

    • rero

      @Stavros:

      Indem sie bei der Tolerierung von Antisemitismus rechts überholen?

    • Michael Fischer

      @Stavros:

      ja, die migrantische Community

    • Deep South

      @Stavros:

      Welche wären dass denn bitte? Außer in den sowieso linksgeprägten Mittebezirken war die AfD in Berlin so stark wie noch nie. Alles was sich in Berlin gezeigt hat, ist eine weitere Polarisierung. Es gibt weder ein Wohnraumproblem in SA, noch wollen die Menschen da autofreie Innenstädte, noch interessiert die Menschen da der Nahostkonflikt. Das Flächenlandland Sachsen Anhalt und die Großstadtblase Berlin sind nicht im Ansatz vergleichbar. Sind sind gegenteiliger, wie sie nicht sein könnten. Die Linke hat Menschen aus dem Lager liks der Mitte gheolt, nicht von der AfD.

      • Stavros

        @Deep South:

        Direkt mit den Menschen sprechen. Ihre Probleme adressieren. Nicht nach Herkunft einteilen. Nicht mit Hass aufpeitschen, sondern eine lebenswerte Zukunft für Alle unter Einbezug Aller formulieren.

        Kurz: Das Mittel und der weg ist Basisarbeit, gemacht von Linken, aber für die gesamte Bevölkerung.

        • Josef 123

          @Stavros:

          "Direkt mit den Menschen sprechen. Ihre Probleme adressieren.": Das ist genau das, was die AFD in den letzten Jahren gemacht hat und wodurch sie groß geworden sind.



          Um den von Ihnen genannten Rest haben sie sich einen Dreck geschert. Das scheint aber einem großen Teil der Bevölkerung egal zu sein. Wenn sie nicht gar mit der AFD gemeinsam hetzen. In Anleitung von Trump: Deutschland und die Deutschen zuerst.

  • Westlahn

    2 Rechtsextreme sind die "höchsten Amtsträger" in Sachsen Anhalt. Mehr als 30 Ordnungsrufe für die AfD in der abgelaufenen Legislatur - ganze 5 für alle anderen Parteien zusammen.



    Und diese Experten für schlechtes Benehmen (das ist die höflichste Formulierung, die mir einfiel) definieren nun die Regeln, was im Parlament geht und was nicht.



    Aber eine CDU Bundesministerin namens Reiche findet, die Machtergreifung geschähe durch die Linke in Berlin. Und es gibt offenbar 4 Stimmen über den Durst für Rausch. Sollen wir wirklich glauben, die kämen von SPD, Grünen oder Linke ? Ernsthaft?



    BSW behauptet, Tillschneider als Vize nicht gewählt zu haben - aber es gibt 5 Stimmen mehr als AfD-Abgeordnete.



    Brandmauer ? Ich glaube der CDU nichts mehr.



    Ach ja, da gibt es ja noch einen Parteivorsitzenden. Wer bundesweit von einer existierenden Brandmauer zwischen CDU-CSU und AfD spricht, der muss seinen Laden auch bundesweit im Griff haben. Vorläufig gehört Sachsen-Anhalt ja noch dazu.



    Auch an dieser Front versagt Merz.

    • Bussard

      @Westlahn:

      Also, ich bin jetzt nicht allzu überrascht, dass einige Ost-CDUler bereitwillig mit der AFD gemeinsame Sache machen...

      • Andreas J

        @Bussard:

        Auch CDU-Mitglieder aus dem Westen liebäugeln damit.

  • esgehtauchanders

    Der innere und von außen (per Stimmenkauf, Abwerbung, dubioser Zusagen an rechtsoffene CDU-MdL) aller Wahrscheinlichkeit nach mit bewirkte Zerfallsprozess der Union schreitet fort.

    Vielfach vorhergesagt, befürchtet, sehen wir einen Noch-MP Schulze, dem die gesamte Fraktion zugesagt hatte mit Enthaltung zu stimmen, die da aber sofprt in drei Teile zerfällt: ihm gegenüber loyale "Enthalter", 5 wahrscheinlich von Schulzes Indifferenz vergraulte, aber stabile Demokraten, die ihm per Nein-Stimme vermitteln wollten "Wir brauchen eine aufrecht gehende liberal-konservative CDU, die aus dem Versagen der Weimarer Rechtskonservativen gelernt hat (von AfD -Krah mal hönisch Merkel-/Rest-CDU abgetan) ... und eben diesen schon lange in Sachsen-Anhalt im Hintergrund aktiven rechtsautoritären, antiliberalen Kreis von MdLs mit Ost-CDU-Vibes aus DDR-Zeiten, die sich in einem Strategierpapier mal vor Jahren zu sowas verstiegen hatten, man müsse als CDU das "Soziale mit dem Nationalen verbinden!" Gruselig.

    Die rechtsoffenen Verräter an der 2.m deutschen Demokratie werden nun von der AfD für die MP-Wahl eingespannt, wahrscheinlichlich bezahlt.

    Wieviel Prozent in CxU bundesweit mögen so drauf sein?

    • Morrad Mo

      @esgehtauchanders:

      Und Guido Reil, der für die AFD im EU Parlament sitzt, war früher in der SPD. Was sagt uns das jetzt?

      • Kaboom

        @Morrad Mo:

        Das sagt uns, dass nicht nur Horst Mahler, sondern auch andere von links nach rechts rücken können.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @esgehtauchanders:

      Ich stimme Ihnen weitgehend zu. Nur in einem Punkt nicht. Es wird eher kein Geld fließen. Teile der ehemaligen Blockflöten und ihrer Erben hängen wohl einfach ihr Mäntelchen in den neuen Wind. Ist ja eine geübte Sache...

    • Nico-1

      @esgehtauchanders:

      'Stimmenkauf..., wahrscheinlich bezahlt..' Persönlich empfinde ich das als perfide Unterstellungen (egal ob von links oder rechts), wenn Sie dafür Belege haben, melden Sie diese bitte,



      Ohne Belege sind solche Aussagen nur Hass und Hetze, egal von welcher Seite.

      • Westlahn

        @Nico-1:

        Nun ja, einerseits ist es kein Geheimnis, das in der S-A CDU schon länger durchaus ein paar Sympathisanten für Kooperation mit der AfD zu finden waren, die gegen die Brandmauer gesprochen haben. In anderen Parteien gab es solche Äußerungen nicht (BSW natürlich ausgenommen).



        Andrerseits ist die noch kürzlich getroffene Aussage der CDU, dass die S-A-Fraktion Rausch geschlossen nicht unterstützen will. Und seit dem Wahlergebnis von 44% war klar, dass die AfD als stärkste Fraktion Abstimmungen für ihre Leute haben wird. Da haben also innerhalb !weniger Tage! ein paar von der CDU, den offiziellen Kurs verlassen. Warum jetzt auf einmal? Die "offenen Rechnungen" der in 2 Lager gespaltenen CDU-Fraktion scheinen mir da etwas dünne: es müssten Gründe sein, die in den letzten Tagen dazu gekommen sind. Das können eigentlich nur Kulissen-Deals mit der AfD sein. Vom 2. Vize-Präsident für die CDU hat eigentlich nur der etwas. Wie sind die anderen so flott ins Boot geholt worden? Jobs für Freunde und Verwandte in den AfD Büros? Ämter, wenn man in 3 Monaten "rüber macht" ? Wir werden es ja sehen...

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Westlahn:

          "Andrerseits ist die noch kürzlich getroffene Aussage der CDU, dass die S-A-Fraktion Rausch geschlossen nicht unterstützen will."

          Die Aussage kam von der Fraktionsführung. Kann auch sein, dass man sich dort die Situation schön geredet hat.

          Ich vermute, dass die CDUler, die mit der AfD wollen, einfach ihr Ding durchziehen. Vielleich gibt es da die eine oder andere Absprache. Es ist aber auch möglich, dass man einfach so eine kleine Belohnung hofft.

        • Deep South

          @Westlahn:

          Trotzdem sind Behauptungen, da seien Stimmen "gekauft" oder "Jobs für Verwandete" vereinbart worden, wilde Behauptung ohne jede Boden. Genauso fraktenfrei könnte man auch daherschwurbeln, es haben Mitglieder der Linken den AfD Typen gewählt, um der CDU mal richtig eine mitzugeben.



          Dass die CDU in SA ihren Laden nicht im Griff hat, hat man ja bei der Wahl zum Fraktionschef gesehen und dass da auch Leute unterwegs sind, die gern mit der AfD zusammenarbeiten würden, ebenfalss nicht. Da muss man sich gar nicht in irgendwelche Verschwörungstheorien stürzen.

    • PeWi

      @esgehtauchanders:

      Haben Sie irgendeinen Beleg für Ihre Behauptung, die CDU-Stimmen seien van der AfD gekauft worden?

      Falls ja, bitte mal vorlegen.

      Falls es aber nur dem Bereich "Ist doch naheliegend" zuzurechnen ist, wäre es wieder eine Hinweis darauf, dass es das "Hufeisen" wohl doch ab und zu gibt. Hier in der Neigung zu Verschwörungstheorien, da neigen "weiter links" und "weiter rechts" ja gerne dazu.

      Auf der rechten Seite konnte man das heute wieder bei einem Kommentar zu der Verhaftung des EX-Verfassungsschutzes Hanning sehen, wo jemand spekulierte, man habe ihn aus dem Verkehr gezogen, weil er "zu viel Material zum Landesverrat der Bundesregierungen seit Merkel" gesammelt habe.

      Auch so was gibt es, und auch solche Leute dürfen wählen.

  • Kaboom

    Ab heute muss man damit rechnen, eine von den Schwatten ins Amt gewählte braune Regierung zu bekommen, wenn man CDU wählt. Man kann diesen Leuten kein einziges Wort glauben.

    • Carsten S.

      @Kaboom:

      ... und Sie glauben ernsthaft, dass der blindwütige "Kampf gegen rechts" die Demokratie stärkt? Wenn Demokraten übereinander herfallen?

    • Astrid Sehnefeld

      @Kaboom:

      Auf kommunaler Ebene stimmen Vertreter aller Parteien, selbst von Die Linke, regelmäßig mit der AfD.



      Letztes Jahr gab's mal ne interessante Auflistung von Auflistung in der B**D.



      Da wurde ein gutes Dutzend Anträge aus NRW aufgelistet, die die SPD kommunal mit der AfD durchgepeitscht hat.



      Oder schauen sie sich den SPD Bürgermeister von Nordhausen Thüringen an...



      Das alleinige Geißeln der Union nimmt hier unverdient die restlichen Parteien aus dem Fokus.



      So viel Ehrlichkeit sollte schon sein.



      'Wir warens nicht' kann jedenfalls keine Partei hinterher sagen

      • Kaboom

        @Astrid Sehnefeld:

        Aaahja. Nun ist also die BEHAUPTETE Zusammenarbeit der SPD mit dem rechten Rand in Hintertupfing-Unterdorf sowas ähnliches wie die Wahl von Rechtsradikalen zum LT-Präsident und Vize in SA durch CDU-Abgeordnete.



        Und demnächst ist das dann dasselbe wie die Wahl des MP in SA durch CDU-Landtagsabgeordnete.



        Die einzige Partei, die NICHT sagen kann: 'Wir warens nicht', ist die CDU. Die sich offenbar aufgemacht hat, die "Strategie" des Zentrums zu wiederholen.

  • Filou

    Das ist eben Demokratie und die Abgeordneten sind demokratisch gewählt.



    Ich bin auch nicht glücklich über diese Wahl, muss sie aber akzeptieren.



    So ist das nun mal in einer Demokratie.

    • Captain Hornblower

      @Filou:

      So lange bis die Demokratie abgeschafft ist.

      • Carsten S.

        @Captain Hornblower:

        So ungern ich das sage, aber wenn die Demokratie keinen Rückhalt im Volk hat, wird sie über kurz oder lang scheitern.



        Ich denke, da müssten wir ansetzen. Den Leuten sagen, was sie an der Demokratie haben.



        Die DDR wollte auch ihre Spielart der "Demokratie" vor dem Volkswillen beschützen.

  • Astrid Sehnefeld

    Ja, läuft heute.



    Rausch, Tillschneider, mal schauen ob die anderen Vize auch noch aus der AfD kommen...



    Es scheint alles möglich.



    Heute wird bestraft was längst überfällig war - die absolute Bräsigkeit der Parteien.



    Niemand entwirft Lösungen um dem Unmut zu begegnen, stattdessen setzen sich SPD, Grüne und Linke seit bald 10 Jahren hinter eine Mauer 🧱 die bitte ewig halten soll, dabei weiß man aus der Realität, dass eine Brandmauer nur Zeit gewinnt. Man weiß auch historisch das noch keine Mauer ewig hielt - jede Abschottung wurde irgendwann löchrig.



    Trotzdem begnügen sie sich seit 10 Jahren mit aussitzen und abwarten.



    Die Union ist seit Merz völlig orientierungslos, erst stimmt er einmal mit der AfD, dann geriert er sich als Gegner - Glaubwürdigkeit nullkommanull.



    Heute ist nicht weniger als der jüngste Tag. Das wird Schallwellen bis weit über Sachsen-Anhalt werfen und könnte der letzte Tropfen zum Scheitern von schwarz-rot im Bund sein.

  • Il_Leopardo

    Ich fall gleich tot um: 39 Stimmen hat die AfD, Tillschneider hat 44 Stimmen erhalten.

    • Westlahn

      @Il_Leopardo:

      Vier über den Durst waren klar, als Rausch gewählt wurde. Aber es muss da mindestens (!) eine(n) geben, der Rausch nicht, Tillschneider jedoch sehr wohl in den Sattel geholfen zu haben.

      • Il_Leopardo

        @Westlahn:

        Bin auf die erste Sitzung gespannt, die dieser Mann leitet.

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @Il_Leopardo:

      Wahrscheinlich 1 vom BSW und 4 von der CDU.

      • Il_Leopardo

        @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Das ist das Ende der CDU - zumindest in Sachen-Anhalt.

        • Carsten S.

          @Il_Leopardo:

          So unschön dieser Vorgang ist: ich sehe keinen Sinn darin, die CDU jetzt zu verteufeln. Wenn jetzt demokratische Parteien und ihre Unterstützer aufeinander losgehen, ist das das beste, was der AfD passieren kann.



          Ich werde mich daran nicht beteiligen.

          • Kaboom

            @Carsten S.:

            An dem Tag, an dem die CDU aufhört, Rechtsextremisten in Ämter zu wählen, kann man wieder über die Gemeinsamkeiten von Demokraten reden.

            • Carsten S.

              @Kaboom:

              In derselben Allgemeinheit kann ich feststellen, dass die Linken erst dann wählbar sind, wenn sie keine Antisemiten und deren Sympathisanten in ihren Reihen dulden.



              Und nun?



              Überlassen wir bis dahin der AfD das Feld?

              • Kaboom

                @Carsten S.:

                "In derselben Allgemeinheit kann ich feststellen, dass die Linken erst dann wählbar sind, wenn sie keine Antisemiten und deren Sympathisanten in ihren Reihen dulden."

                Da sind wir wieder beim Gleichsetzen von Dingen, die nicht gleich sind.



                Und wenn die "Duldung von Antisemiten" ein relevantes Kriterium ist, was ist eigentlich aus dem CDU-Politiker in Bochum mit seinen antisemitischen Statements geworden? Wird der in der CDU nach wie vor geduldet? Oder mit dem in Würselen?

                "Überlassen wir bis dahin der AfD das Feld?"

                Na, es wär ja schon mal ein Anfang, wenn die CDU erklären würde, dass nicht die Grünen, sondern die AfD der Hauptgegner ist, nicht? Oder wenn die Schwatten aufhörten, die Linke mit den AfD-Faschos gleichzusetzen. Oder der BK ausnahmsweise mal das machen würde, was er selbst versprochen hat. Nämlich jeden aus der CDU zu werfen, der mit den Neubraunen zusammenarbeitet.



                The ball is in blacks court!

  • Warim Wilke

    Menschenfeindlichkeit ist nach Ansicht der angeblichen Mitte okay, Kapitalismuskritik, eine Verteilung von oben nach unten, dagegen nicht. Für diese These hätte es jetzt keinen weiteren Beweis gebracht, aber bitteschön: böse Linke in Berlin, AfD-Unterstützung in Sachsen-Anhalt. Das hat alles so gar keine Überraschungspotenzial, ist aber maximal abstoßend.

    • Schmetterling

      @Warim Wilke:

      Schön gesagt, dem kann ich nur zustimmen

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Ich würde darauf tippen, dass bis zum Dezember einige CDU-Abgeordnete ganz offen entweder Siegmund unterstützen oder sogar zur AfD wechseln. Und das wird dann das Ende der CDU einläuten.

    • Carsten S.

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Das kann schon sein.



      Eine CDU als politische Heimat der bürgerlichen, konservativen und eventuell christlich geprägten Menschen in Deutschland brauchen wir dennoch, und vielleicht sogar so dringend wie lange nicht.



      Wir werden diese Menschen nicht dahingehend umerziehen können, dass sie freudig den Sozialismus wählen werden.

      • Kaboom

        @Carsten S.:

        "Eine CDU als politische Heimat der bürgerlichen, konservativen und eventuell christlich geprägten Menschen in Deutschland brauchen wir dennoch, und vielleicht sogar so dringend wie lange nicht."

        Sicherlich. Aber vielleicht braucht es erstmal einen Reinigungsprozess in der CDU. Den Leuten, die im Moment den "Laden schmeißen", traue ich nämlich schlicht nicht zu, den Mindestabstand zu den Blaunen zu wahren.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Alles wie zu erwarten.

  • Martin Sauer

    Wenn CDU Abgeordnete den AfD Kandidaten gewählz haben, werden möglicherweise die gleichen den Ministerpräsidenten Ullrich wählen und danach zur AfD überlaufen. Es sieht nicht gut aus für die CDU

    • Carsten S.

      @Martin Sauer:

      Das kann schon sein.



      Umso mehr lohnt es sich, um die anständigen bürgerlichen und konservativen Kräfte zu kämpfen statt sie in die Arme der AfD zu treiben.

      • Kaboom

        @Carsten S.:

        Anständige CDU-Abgeordnete wählen keine Rechtsextremisten.

        • Carsten S.

          @Kaboom:

          Richtig!



          Aber wenn wir jetzt alle CDU-Abgeordneten bekämpfen, oder gleich die ganze CDU, passiert genau was?



          Was meinen Sie, was passiert, wenn man die Wähler vor die Alternative AfD oder Linke stellt? Mal Grossstädte wie Berlin ausgenommen?

          • Kaboom

            @Carsten S.:

            Niemand bekämpft alle CDU-Abgeordneten oder die ganze CDU. Es geht um die Leute, die gerade in Berlin den Kurs der CDU bestimmen. Am Ende des Tages geht es um den völlig überforderten BK und seine Entourage. Und es geht natürlich um die Leute in der CDU, die Schwarz-Braun anstreben.

    • Captain Hornblower

      @Martin Sauer:

      Sehe ich genau so.

  • Hans Dampf

    Volkes Wille, zu spät zum jammern. Da hätte man früher gegensteuern müssen.

  • amigo

    Die Wahl von Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Magdeburg setzt dem Dammbruch in Sachsen-Anhalt die Krone auf. Dass nun ausgerechnet ein Vertreter einer gesichert rechtsextremen Partei an der Spitze des Landesparlaments steht, ist ein verheerendes Signal für die gesamte Bundesrepublik.



    ​Noch skandalöser als das Agieren der Rechten selbst ist das Umkippen aus den Reihen angeblich bürgerlicher Kräfte. Dass Abgeordnete der CDU durch ihr Stimmverhalten oder ihre Inkonsequenz diesen Schritt erst ermöglicht haben, offenbart einen beispiellosen moralischen Offenbarungseid. Die selbsterklärte Brandmauer ist nicht nur gebröckelt, sie wurde für das Erreichen parlamentarischer Vereinbarungen endgültig eingerissen.



    ​Sachsen-Anhalt lässt sich damit zum Einfallstor für rechtsextreme Machtpolitik machen. Wer Steigbügelhalter für solche Entwicklungen spielt, trägt die direkte Verantwortung dafür, wenn die Grundlagen unserer demokratischen Kultur Stück für Stück ausgehöhlt werden.

    • Carsten S.

      @amigo:

      Für die CDU als ganzes ist es auch keine einfache Situation.



      In Deutschland kennen wir die Freiheit des Mandats. Keine partei hat das Recht, Abweichler zu disziplinieren oder ihnen gar das Mandat abzuerkennen.



      Es ist nicht schön, mit der Dummheit der Menschen leben zu müssen, aber leider unvermeidlich.



      Jetzt noch die anständigen vor den Kopf zu stossen ist alles, aber kein Dienst an der Demokratie.

      • amigo

        @Carsten S.:

        Entschuldigen Sie, wer bitte sind hier die Anständigen?

  • Encantado

    "Bei der konstituierenden Sitzung in Magdeburg wurde Tobias Rausch zum ersten AfD-Parlamentspräsidenten gewählt. Er bekam wohl auch Stimmen von der CDU. "



    Und wir sind darüber natürlich total verwundert.

  • Struppo

    Rausch wuchs in Staßfurt auf. Sein Vater ist der AfD-Politiker Daniel Rausch, der ebenfalls Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt ist. Tobias Rausch absolvierte zunächst eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker . Von 2010 bis 2013 hatte er eine Ausbildung als Immobilienkaufmann absolviert und ist seit 2014 als Unternehmer in diesem Bereich tätig. Er ist Geschäftsführer einer Immobilienfirma mit Sitz in Hecklingen. ( Aus Wikipedia) Alles klar? Bei mir ist alles klar!!! Solche "Flachzangen" braucht das Land! Ob er schon mal Goethe, Kleist, Thomas Mann, Brecht, Marx, Fromm, Russell, Nietzsche, Dawkins....etc...etc...etc...gelesen hat?????

    • Carsten S.

      @Struppo:

      Damit ist er sicher repräsentativer für die meisten Wähler als der typische linke Intellektuelle - und hat entsprechend bei den Wählern auch grösseren Zuspruch gefunden.



      Nicht schön, ist aber so.



      Und nun?

    • Chris McZott

      @Struppo:

      Solch bildungsbürgerlicher Elitismus ist Teil des AfD-Problems.

      Ihre Einstellung war früher mal ein Feindbild linker Politik.

    • Gast100100

      @Struppo:

      Immerhin außerhalb des Politikbetriebs gearbeitet. Mittlerweile eine Rarität.

    • rero

      @Struppo:

      Richtige Analyse.

      Genau deshalb sprechen Politikwissenschaftler von einer Fragmentierung des Wahlvolkes.

      Anhanden von Metadaten zu den Einwohnern ließ sich das einzelne Wahlergebnis recht gut vorhersagen.

      Ist auch in Berlin so gewesen.

      Die AfD ist die neue Arbeiterpartei.

      Ignoranz und Verachtung der gebildeten Mittelschicht wird das Arbeitermilieu nicht davon abbringen, AfD zu wählen.

      Übrigens:



      Wer in Sachsen-Anhalt heute Mitte 50 und älter ist, kennt Marx.



      Ggf. mehr als ihm lieb ist.

      • Der olle Onn

        @rero:

        "Wer in Sachsen-Anhalt heute Mitte 50 und älter ist, kennt Marx."



        Vom Hörensagen. Viel mehr nicht. Mir ist z. B. bekannt, dass es zu Marx Schriften und Thesen unendlich viele Anmerkungen und Erläuterungen gibt. Wäre mir - und Millionen anderen - früher viel zu anstrengend gewesen. Jene, die sich Parteischulungen und ähnliches antaten oder antun ließen, sind mittlerweile so alt, dass sie das Meiste davon vergessen haben dürften.

    • TOM1976

      @Struppo:

      Was hätte das gebracht? Ich greife hier mal Raoul Pecks Aussagen zum Führungspersonal der NS-Diktatur auf: „Wie konnte sich die gebildete, kultivierte, zivilisierte Nation Deutschland dazu entschließen, Millionen zu vernichten?“... „Sie waren zu gebildet, um jemals als Bestien angesehen zu werden.“

      Die haben vielleicht sogar Goethe, Kleist, Mann, Brecht,... gelesen, trugen Maßanzüge und hatten akademische Titel.

      Was damals und heute fehlt ist der vollständige Mangel an den Grundwerten: Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Toleranz, Sozialstaatlichkeit und dem anderen Kram, der in unserem Grundgesetz steht. Ähnliche Tendenzen findet man auch in der Union.

      Da ist mir jeglicher akademischer Firlefanz herzlich egal. Er kann manchmal sogar hinderlich sein.

    • kiwitt

      @Struppo:

      Jetzt mal die Partei außen vor lassend.



      Was haben Sie für ein Problem mit jemandem der anscheinend zwei Ausbildungen absolviert und dann ein Unternehmen aufgebaut hat? Das können so einige andere Parlamentarier oder auch Bundespolitiker wahrscheinlich nicht vorweisen. Ich finde es sehr herablassend sich so zu äußern. Hätten Sie das auch gemacht, wenn er einer anderen Partei angehören würde.



      ?

    • PeWi

      @Struppo:

      Es wäre jetzt schon interessant, zu wissen, wie viele der anderen und früheren Parlamentspräsidentinnen und Präsidenten die von Ihnen genannten Autoren gelesen haben.

      Und wie groß der Anteil in der Bevölkerung ist, der das getan hat.



      Ich vermute, dass sehr viele Menschen mit einem Politiker, der zwei abgeschlossene Berufsausbildungen außerhalb des politiknahen Bereichs vorweisen kann, und in diesen Berufen auch noch gearbeitet hat, mehr anfangen können, als mit der Kreißsaal-Hörsaal-Plenarsaal-Gruppe, die parteiübergreifend einen großen Anteil der Abgeordneten stellt. Von denen, die ihr Studium nie abgeschlossen haben, aber relativ rasch auf höhere Positionen gelangen (Lang, Kühnert), ganz zu schweigen.

      Es gibt an Rausch's politischen Vorstellungen genug auszusetzen, da braucht man nicht in seinen Bücherschrank, oder auf sein Bücherbrett zu schauen.

      Und unter den Nazis gab es auch gebildete und belesene Leute, wenn auch eher in der zweiten Reihe.

      • TOM1976

        @ PeWi:

        Wenn man sich die Teilnehmer der Wannseekonferenz anschaut, hatten 9/15 einen akademischen Titel. Das war eher die erste Reihe.



        Und ja: An den politischen Vorstellungen von Rausch gibt es mehr als genug auszusetzen.



        Die von Struppo vorgebrachten Vorwürfe treiben nur noch mehr Wähler in die Arme der AfD. Die haben in weiten Teilen die Nase voll vom akademischen Getue und dem abgehobenen Politikbetrieb im Bundestag mit seiner Clankriminalität aka. Maskendeals, Untätigkeit bei Steuerbetrug, weitere Aussetzung der Vermögenssteuer und einer Wirtschaftsministerin, die etwas zu offensichtlich der Agenda ihrer früheren Arbeitgeber folgt.

        • PeWi

          @TOM1976:

          Anders als Sie glaube ich, dass AfD-Wähler zwar auch die Nase voll vom "abgehobenen Politikbetrieb" oder den kriminellen Maskendeals haben, aber Steuerbetrug, die Vermöengssteuer oder tatsächliche oder nur gefühlte "Auftragsarbeiten" der Bundeswirtschaftsministerin dürften eher Dinge sein, die politisch links stehenden Leuten sauer aufstoßen.

          AFD-Wähler regen sich da eher über die angeblichen faulen Bürgergeldempfänger, die Zahlungen an die Flüchtlinge, das "Stadtbild" oder fehlende Abschiebungen usw. auf.

          Es erstaunt mich immer wieder, wenn hier erklärt wird, man könne die Wähler einer dezidiert rechten Partei mit einer dezidiert linken Politik dazu bringen, der AfD nicht mehr ihre Stimme zu geben.

      • Der olle Onn

        @ PeWi:

        ...genau so sehe ich das auch...

  • SHAKE[s]BEER

    Traurig...

    Da haben die persönlichen Gespräche seitens der AfD mit den CDU-Abgeordneten wohl Früchte getragen.

    Nicht dass es etwas am Ergebnis geändert hätte wenn sich alle wie geplant enthalten hätten, aber was haben sich diese vier Personen dabei gedacht?



    "Na der wird schon nicht so schlimm sein wie der Rest seiner Partei."?

  • Andreas J

    Faschisten werden mit Hilfe von Wagenknecht und ihren Anhängern aus der ehemaligen Kommunistischen Plattform in Machtpositionen gehievt, aber alle regen sich nur über die Linke in Berlin auf. Verkehrte Welt.

  • Josef 123

    Rot angestrichenes Braun. Jetzt weiß man wenigstens, daß eine Stimme für die Splitterpartei BSW eine Stimme für die AFD ist. Das wird überall so kommen, wo man meint, ein bissl an der Macht mitschnüffeln zu können, vor allem, wenn beim größeren Bruder ein Hang zur Diktatur auszumachen ist.

    Frage an die ewig Gestrigen: Warum dann nicht gleich das Original wählen?

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    Wenn Rausch 4 Stimmen mehr bekommen hat, als AfD und BSW zusammen Mandate haben, lässt das für mich folgende Rückschlüsse zu:

    1. Ich gehe davon aus, dass diese 4 Stimmen aus dem Kreis der CDU stammen.

    2. Die Wahrscheinlichkeit, dass US Ministerpräsident wird, steigt.

    3. Sven Schulze hat seine Fraktion nicht im Griff - bzw. wegen seines unguten Griffs nach dem Fraktionsvorsitz hat er parteiintern Feinde, die es ihm nun mit einem abweichenden Votum heimzahlen wollen, auch wenn die mündlichen und schriftlichen Zusicherungen aller CDU-Abgeordneten anders gelautet haben.

    • Der olle Onn

      @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Da kann der Schulze nicht wirklich etwas für. Seine Performance ist nicht besonders gut. Aber diese Gurkentruppe gab es schon vorher. Und die Leute, die ihre Stimme für Herrn Rausch abgegeben haben, haben nur auf solch eine Gelegenheit gewartet. Schulze hin oder her...

  • pumble

    Schande über die CDU, dass sie sich enthalten. Und in Anbetracht der Tatsache, dass Rausch mehr als 44 Stimmen bekommen hat, offenbar sogar zum Teil für ihn gestimmt haben.

    Die Geschichte wiederholt sich.

    • FtznFrtz

      @pumble:

      Super bitter, so springt die Union dem braunen Haifisch noch in den Rachen, vermutlich wählen sie den netten "Uli" auch noch zum MP, denen ist offenbar nicht zu helfen.

  • ganzjahres Reichweite

    Bei 48 Ja Stimmen haben also auch Leute von der CDU für den AfD Präsidenten gestimmt.

    • Saile

      @ganzjahres Reichweite:

      …oder von der SPD, den Grünen oder den Linken…das weiß außer den Abweichlern selbst wohl niemensch wirklich genau.

      • Comerade Aardvark

        @Saile:

        Das habe ich mir auch schon gedacht... wenn ich da als Linke (Oder SPD oder Grüne) so richtig der CDU einen mitgeben wollen würde... dass die AfD/BSW halten würde war klar, man macht durch so eine taktische Wahl den Schaden am Parlament also nicht noch größer... allerdings ist nicht zu erwarten, dass die Beteiligten hinterher dichthalten, oder?



        Aber jedenfalls ist das Ergebnis, dass alle Welt auf die CDU eindrischt. Wenigstens eine Kleinigkeit, an der man sich in der ganzen Misere erfreuen kann.

      • Captain Hornblower

        @Saile:

        Mal sehen wer nach der Wahl des Ministerpräsidenten rüber macht.

    • Encantado

      @ganzjahres Reichweite:

      "Bei 48 Ja Stimmen haben also auch Leute von der CDU für den AfD Präsidenten gestimmt."



      Und die Schleusen sind geöffnet. Die Hemmschwelle für die nächsten Male wird geringer oder nicht vorhanden sein.

    • Josef 123

      @ganzjahres Reichweite:

      Es haben auch SPDler, Grüne und Linke mit abgestimmt. Woher stammt Information, daß es 4 CDUler waren?

      • Encantado

        @Josef 123:

        "Es haben auch SPDler, Grüne und Linke mit abgestimmt. Woher stammt die Information, daß es 4 CDUler waren?"



        Eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Bewiesen ist das natürlich nicht, aber wenn es aussieht wie eine Ente und quakt wie eine Ente, wird es wahrscheinlich eine sein.

        • Josef 123

          @Encantado:

          Das halte ich allgemein für einen gefährlichen Standpunkt, Leute ohne Beweise nur aufgrund von Mutmaßungen und Wahrscheinlichkeiten zu verurteilen.

          • Encantado

            @Josef 123:

            "...Leute ohne Beweise nur aufgrund von Mutmaßungen und Wahrscheinlichkeiten zu verurteilen."



            Da ich hier nicht in richterlicher Funktion tätig bin, sondern lediglich Kommentare abgebe, und nicht einmal Namen nenne, sondern ausschließlich Gruppenwahrscheinlichkeiten aufzeige, können Sie getrost davon Abstand nehmen, mich als gefährlich zu verurteilen.



            Stört mich zwar nicht groß, könnte Ihnen aber zu denken geben, von wegen Verurteilung und so.

            • Josef 123

              @Encantado:

              Ich kann momentan nicht nachvollziehen, woraus Sie schließen, daß ich Sie persönlich als gefährlich verurteile. Und da ich nicht weiß wo das Missverständniss liegt, kann ich auch nichts richtigstellen.

      • 655321

        @Josef 123:

        gebe @Josef123 recht:



        vorschnelle Schlüsse sind selten hilfreich - insbesondere in der aktuellen Situation zahlen sie auf die Strategie der Extremisten ein, den Konsens der Abwehr zwischen den anderen Parteien weiter aufzubrechen.

        • Encantado

          @655321:

          "vorschnelle Schlüsse sind selten hilfreich"



          Blauäugiges blindes Vertrauen ebenfalls.



          Schwachstellen können und müssen gezeigt werden, damit der erwähnte Konsens Stabilität aufweisen kann.

      • Westlahn

        @Josef 123:

        Aus einem durchschnittlichen gesunden Menschenverstand. Ab morgen wird man wohl "gesundes Volksempfinden" sagen müssen.

      • TOM1976

        @Josef 123:

        Man wird spätestens im Dezember sehen, wer zur AfD wechselt bzw. aus der Union austritt. Aber dann ist das alles längst vergessen.

      • Captain Hornblower

        @Josef 123:

        Das werden die sein die nach der Wahl des Ministerpräsidenten die Seiten wechseln.

      • drusus

        @Josef 123:

        Der gesunde Menschenverstand.

        • Josef 123

          @drusus:

          Ein Begriff, den ich meide, vor allem im Umfeld von rechten bis rechtsradikalen Themen:

          www.politik-kommun...-menschenverstand/

          • drusus

            @Josef 123:

            Wenn man sich mit der aktuellen Geschichte der CDU Fraktion in Sachsen-Anhalt beschäftigt, kann man Schlüsse ziehen, für die man nicht unbedingt in einen diskursiven Elfenbeinturm klettern muss.

            • Josef 123

              @drusus:

              Sie können den Begriff "Gesunder Menschenverstand" gerne benutzen. Ich benutze ihn aus dargelegten Gründen nicht. Wo liegt Ihr Problem?

  • Andreas_2020

    Es gibt sicherlich deutlich gefährlichere Menschen in der AfD, aber das Problem an dieser Personalie ist die festgestellte mangelhafte Reife von Rausch.



    Er steht für ein System an Postenvergabe, die einfach nicht erklärbar und korrekt war und ist. Dass Steuermittel bei mehreren Verwandten versanden, deren Ausbildung und Qualifikation zudem noch schwierig ist, gut, dass stört die AfD in diesem Bundesland nicht die Bohne.



    Das disqualifiziert ihn m.M. vollständig.



    Es ist wohl aber auch kein Mensch mehr in der Fraktion, der für so ein Amt überhaupt in seriös Frage käme, ohne ein Ah und Echt?



    Die Partei ist m.M. nicht nur von rechtsextremen Ideen zersetzt, sondern auch von Klientelismus, Korruption und Nepotismus geprägt.



    Es ist ein Wunder, dass es den Wählern der AfD egal war, dass sie diese Menschen tatsächlich gewählt haben.



    Kurz: Das Land Sachsen-Anhalt sinkt hier ein gutes Stück ab. Die Position ist demokratie-theoretisch und vom Rang der Verfassung sehr wichtig, dass sie jetzt so einen Menschen an die Spitze bekommen soll, wird die politische Kultur des Bundeslandes sehr negativ prägen.

    • Westlahn

      @Andreas_2020:

      Als ich das triumphierende Grinsen von Siegmund unmittelbar nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses gesehen habe, wurde mir kalt.

      • Andreas_2020

        @Westlahn:

        Siegmund ist überhaupt nicht qualifiziert für dieses Amt. Seine Ankündigung hat das mehr oder weniger auch deutlich gemacht, er rechnet nicht mit neutraler, respektvoller Leitung des Plenums, sondern alle, die nicht AfD sind, werden gleich behandelt. Damit ist nicht gleich gut oder im Sinne der Verfassung gemeint. Siegmund ist da ja inzwischen auch nicht alleine, sondern hinter (eher vor ihm) steht noch ein richter Ideologe, ein Vordenker, ein Macher, der wird direkt daran arbeiten, wie er dieses Parlament klein machen kann.

      • Hans - Friedrich Bär

        @Westlahn:

        Ja, das kann man sehen. Die haben größeres vor. Deswegen wollen Italiener und Franzosen mit ihnen auch nichts zu tun haben.

  • amigo

    Dass ausgerechnet im Jahr 2026 im Landtag von Sachsen-Anhalt eine als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei den Plenarsaal dominiert und den Takt vorgibt, ist eine Schande für ganz Deutschland. Dass für das Völkisch-Autoritäre im Magdeburger Landtag sogar Stühle umgebaut wurden, spricht Bände: Es ist der symbolische Umbau unserer Demokratie zur Tribüne für Verfassungsfeinde.



    ​Es gibt absolut nichts Schönzureden, wenn eine Gruppierung, deren Spitzenpersonal das völkische Denken und die Verachtung des Rechtsstaats zelebriert, die Regie in einer deutschen Volksvertretung übernimmt. Dieser Tag stellt eine historisch beispiellose Zäsur dar.



    ​Die Gleichgültigkeit und das Taktieren jener Kräfte, die den Steigbügel halten oder zusehen, sind unentschuldbar. Ein Parlamentssaal, in dem Rechtsextremisten den Ton angeben, ist kein Forum der Demokratie mehr, sondern ihre permanente Entweihung. Wer heute schweigt oder relativiert, hat aus der deutschen Geschichte rein gar nichts gelernt!

  • Il_Leopardo

    Na, da bin ich mal auf die Antrittsrede des designierten Landtagspräsidenten Rausch gespannt. Bei seiner "Sachkenntnis" wird er ganz sicher über das Problem der Vetternwirtschaft reden.

    • Westlahn

      @Il_Leopardo:

      Die Rede hörte sich an, als hätte er vorher eine Flasche Weichspüler getrunken. Könnte von einer KI geschrieben sein. Allerdings mit dem prompting "für einen CDU Landtagspräsidenten"...

      • Il_Leopardo

        @Westlahn:

        Zwischen dessen Rede und der von Frau von Angern lagen Welten. Die von Frau von Angern habe ich wirklich genossen.

    • TOM1976

      @Il_Leopardo:

      Er wird sich dem Publikum anpassen und ganz sicher den richtigen Ton treffen. Alles eine Frage des allgemeinen Niveaus.

      • Il_Leopardo

        @TOM1976:

        Wenn er sich dem Niveau der AfD-Mitglieder anpasst - wird's "lustig".