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Jugendproteste in Deutschland Die Wut ist berechtigt

Timm Kühn

Kommentar von

Timm Kühn

Zehntausende junge Menschen gehen gegen hohe Preise, schlechte Bildung und Wehrpflicht auf die Straße. Auch Krawalle ändern nichts daran, dass das legitim ist.

E in Gespenst geht um in Europa und der Welt – das Gespenst einer wütenden Jugendbewegung. Nicht nur in Frankreich, auch in Italien, Spanien, Serbien, Albanien oder Indien gehen junge Menschen auf die Straße. Sie protestieren gegen Krieg und Aufrüstung, gegen miserable Zustände in den Schulen, die Wohnungsnot und soziale Ungleichheit. Kurz: gegen eine Politik, die ihnen zunehmend jede Vorstellung einer besseren Zukunft nimmt. An diesem Wochenende hat diese Protestbewegung auch Deutschland erreicht.

120.000 Teil­neh­me­r:in­nen zählen die Or­ga­ni­sa­to­r:in­nen der „Gen Z regelt“-Proteste bundesweit. Das sind zwar weniger als die 180.000, die sich angekündigt hatten – aber für das erste Auftreten der Bewegung ist das doch beachtlich. In 34 Städten gab es bunte und laute Proteste, die den Verlauf über friedlich blieben. Doch vielerorts trafen Demonstrierende auf eine martialisch auftretende Polizei, die Wasserwerfer und Räumpanzer auffuhr und damit die Stimmung der Kriminalisierung fortsetzte, die bereits die letzten Wochen den Diskurs bestimmte.

Und nein, auch dass es nach Ende der Demos – und gegen den Willen der Or­ga­ni­sa­to­r:in­nen – vor allem in Frankfurt aber auch in Hamburg, Köln und Berlin zu teils heftigen Krawallen gekommen ist, ändert nichts an der Legitimität der Wut der Jugendlichen. Vielfach dürften die brennenden Mülltonnen sogar eine Folge dieser Gewaltdebatte gewesen sein: ein trotziger Versuch zu zeigen, dass man sich eben nicht vorschreiben lässt, wie man zu demonstrieren hat. Bei den auf den Protesten vielerorts den Ton angebenden sozialistischen Jugendgruppen kommen sicher auch Gefühle von Fomo (der Angst, etwas zu verpassen) mit Blick auf Frankreich dazu.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Vor alldem kommt aber das in der Generation real verbreitete Gefühl, verraten und verkauft zu werden. Junge Menschen leben in einer Welt, in der die Merz-Regierung mit offen vorgetragener Verachtung für arme Menschen die Bildungs- und Sozialsysteme dieses Landes kaputt spart. Sie blicken auf eine Zukunft auf einem brennenden Planeten, doch sie sehen, wie die fossile Wirtschaft einfach weitermacht wie bisher. Wie erst Flüssiggasterminals und jetzt Rechenzentren aus dem Boden gestampft werden, während eine Ex-Vorstandsvorsitzende eines fossilen Konzerns das Bundeswirtschaftsministerium leitet.

Und dann erklären Po­li­ti­ke­r:in­nen der Jugend unentwegt, ein kommender Krieg sei wahrscheinlich, sie könnten sich schon mal darauf einstellen. Weil aber nicht genügend Freiwillige in die Bundeswehr wollen, wird ziemlich offen die Wehrpflicht vorbereitet. Wie Krieg aussieht, sehen die jungen Leute dabei jeden Tag in ihren Livefeeds, wo die Bilder des auch mit deutschen Waffen begangenen Völkermords Israels in Gaza in Dauerschleife laufen, gefolgt von Szenen brutaler Polizeigewalt auf palästinasolidarischen Demos.

Es ist gut, dass sich nun zumindest Ansätze einer emanzipatorischen Gegenbewegung gegen die Gefühle von Hoffnungslosigkeit zeigen, die all das auslöst. Denn auf der anderen politischen Seite trägt diese Stimmung wohl entscheidend zum grassierenden Fremden- und Frau­en*­hass bei – also zu Wertesystemen, in denen man wenigstens noch durch die Abwertung anderer glaubt, etwas zu gelten. Doch dass die bürgerliche Mitte den demokratischen Impuls der Proteste versteht, darf bezweifelt werden.

Wahrscheinlicher ist, dass sich nun wieder alle in rassistisch aufgeladener Sprache auf die Bilder des geplünderten Snipes-Stores auf der Frankfurter Zeil stürzen. Bei rechten Po­li­ti­ke­r:in­nen und Medien ist das keine Überraschung. Aufhören muss aber die Moralpanik im linksliberalen Lager. Und zwar nicht, weil man geplünderte Läden gutheißen müsste. Es gibt gute Gründe für die Kritik, dass Krawallromantik der Sache mehr schadet als nützt. Aber im Zentrum sollte das politische Versagen stehen, das solche Proteste hervorbringt – nicht das Verhalten derjenigen, die offenbar nicht mehr wissen, wie sie sich sonst Gehör verschaffen sollen.

Das müssen sich im Übrigen auch die Or­ga­ni­sa­to­r:in­nen der „Gen Z regelt“-Proteste sagen lassen, die sich in vorauseilendem Gehorsam von allem distanziert haben, was man ihnen irgendwie anlasten könnte. Dabei müssen sie verstehen, dass Deutschland 2026 nicht mehr dasselbe ist wie zur Zeit von Fridays for Future. Die Zeiten sind rauer geworden, und es ist absehbar, dass nur wenige Teile von Medien und Politik der Bewegung wohlwollend gegenüberstehen werden. Der Blick auf den Rest der Welt zeigt, dass „Gen Z regelt“ trotzdem etwas erreichen kann. Dafür muss die Bewegung aber Druck aufbauen – und darf sich nicht spalten lassen.

Timm Kühn

Timm Kühn Redakteur

Timm Kühn ist Redakteur für soziale Bewegungen im Inland und in Berlin. Für die taz schreibt er seit 2021 über Klima, Kapitalismus und kleine Risse im großen Ganzen. Hat auch mal Politische Theorie studiert.
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107 Kommentare

  • Martin Rees

    "Ein Gespenst geht um in Europa und der Welt – das Gespenst einer wütenden Jugendbewegung."



    Das Anliegen, sich auch zeitnah Aufmerksamkeit zu verschaffen, ist unbedingt und auch unverzüglich ernst zu nehmen!



    Aber die routiniert abgespulte Panikmache der Konservativen geht an der Sache sicher vorbei.



    /



    Ein kurzer Blick in das deutsche "Geschichtsbuch" schadet hier sicher nicht:



    "Deutschlands mächtigste Jugendbewegung



    "Macht Platz, ihr Alten"



    In der Weimarer Republik tobte ein Kampf in der Jugend um ihren Platz in der Gesellschaft. Die Nationalsozialisten machten sich den Frust der nachwachsenden Generation zunutze."



    Bei spiegel.de 2008



    Weiter dort:



    "In keinem anderen Jahrzehnt prallten die Generationen so heftig aufeinander wie in den zwanziger Jahren." ... des letzten Jahrhunderts



    /



    So weit sollte es nie wieder kommen:



    "Ihr Hass richtete sich gegen den Staat, der sie nicht vor sozialem Abstieg bewahren konnte."



    Was daraus in der Weimarer Republik wurde, sollte Warnung genug sein!

  • Gerald Kolb

    Die Anti-Haltung zur Wehrpflicht wird nicht zuletzt durch einen entsprechenden Journalismus verbreitet. Putin freut's.

  • economista

    Wohnungsnot und soziale Ungleichheit wurden durch die verfehlte Wirtschafts- und Notenbankpolitik seit der Finanzkrise 2008 wesentlich verschärft und ein fortgesetztes Krisenmanagement auf der Grundlage von exzessiven Schulden und Niedrigzinsen wird alles nur noch schlimmer machen. Dennoch wird ebendies in den berechtigten Jugendprotesten kaum thematisiert. Auch das Geld für Schulen und Ausbildung fehlt nicht zuletzt wegen der ausufernden Staatsverschuldung.

    Aufrüstung und Kriegstreiberei sind der klassische Ausweg für Herrschaftssysteme, denen die Antworten auf die sozialen Probleme ihrer Zeit ausgehen. Im Westen nichts Neues, möchte man sagen.

    • Alex_der_Wunderer

      @economista:

      @ economistra



      Wohl wahr 👍👍

  • Deep South

    "Und dann erklären Po­li­ti­ke­r:in­nen der Jugend unentwegt, ein kommender Krieg sei wahrscheinlich, sie könnten sich schon mal darauf einstellen."

    Achja? Wer sagt denn das "unentwegt"? Wie ich das warhnehme, gibt es völlig zu Recht Warnungen, dass es eine Bedrohung durch Russland gibt und deshalb eine Verteidigungsfähigkeit hergestellt werden muss.



    Ob es dafür eine Wehrpflicht braucht und welche Investtionen notwendig und richtig sind, darüber kann man sicher streiten. Aber Abstreiten, dass Vertreter Russlands offen drohen, das Land in den letzten Jahren massiv augfgerüstet hat und hybrider Angriffe in ganz Europa bereits ausführt, das kann man nicht.

    Ich frag mich wirklich, warum man einfach wilde Behauptungen aufstellt, die Jugend würde unentwegt "auf einen wahrscheinlichen Krieg eingestellt", die so faktisch überhaupt nicht haltbar sind.

    • economista

      @Deep South:

      Die Wehrpflicht wurde abgeschafft, weil Berufsarmeen in Training und Kampfkraft überlegen sind. Wer mit Befehl, Gehorsam und Töten nichts am Hut hat, wird durch Wehrpflicht, die eine Form der Zwangsarbeit ist, nicht zu motivieren sein. In meiner Wehrdienszeit gab es regelrecht einen Wettstreit, sich trotz Faulheit und Desinteresse geschickt um Strafen zu drücken. Deswegen glaube ich nicht, dass es bei der Diskussion um die Wehrpflicht um militärische Schlagkraft geht. Eher schon will die Politik jungen Männern die Ausreise verweigern, damit sie angesichts der schlechten Aussichten nicht auswandern.

      • Encantado

        @economista:

        "Die Wehrpflicht wurde abgeschafft, weil Berufsarmeen in Training und Kampfkraft überlegen sind."



        Nein. Sie wurde ausgesetzt, weil laut Bundesverfassungsgericht die Wehrgerechtigkeit nicht gewährleistet war und - viel wichtiger - der Glaube vorherrschte, eine starke Armee wäre nicht mehr vonnöten.



        "...will die Politik jungen Männern die Ausreise verweigern, damit sie angesichts der schlechten Aussichten nicht auswandern."



        Und aus welchem Grund sollte das gewünscht sein?

        Nee, da dürften Sie ziemlich neben der Realität liegen.

  • Klaus2001

    Berechtigte Anliegen sind kein Freibrief für Gewalt

    Wer bessere Schulen, bezahlbares Wohnen und politische Mitsprache fordert, verdient Gehör. Wer Steine wirft, Brände legt oder Geschäfte plündert, muss sich dafür verantworten. Beides festzuhalten, ist keine „Moralpanik“, sondern die notwendige Unterscheidung zwischen demokratischem Protest und Gewalt.

    Timm Kühn hat recht, wenn er davor warnt, eine überwiegend friedliche Bewegung anhand einzelner Gewalttäter abzuwerten. Umgekehrt überzeugt sein Vorwurf des „vorauseilenden Gehorsams“ gegenüber Organisatoren, die sich von Gewalt distanzieren, nicht. Eine solche Abgrenzung ist keine Unterwerfung, sondern Verantwortung.

    Wut kann politisches Engagement auslösen. Sie beweist aber weder, dass jede Forderung richtig ist, noch rechtfertigt sie jedes Mittel. Wer von Politik und Öffentlichkeit Differenzierung verlangt, sollte denselben Maßstab an die eigene Argumentation anlegen: zwischen Tatsachen und Deutungen, Anliegen und Lösungen, Protest und Gewalt.

    Demokratie braucht Widerspruch, aber keine Krawallromantik.

  • udo123

    Ähnlich heißt nicht gleich, die Ausgangslage in Deutschland ist anders, das Schulsystem (Bildungssystem) in Deutschland ist Prinzipiell offen, allerdings sind auch hier in Deutschland die Schulen in einem sehr schlechtem zustand.

    Die Chaoten welche Geschäfte plündern, das sind die gleichen Leute, welche auch bei anderen Gelegenheiten Geschäfte Plündern und Zerstörung anrichten, das hat mit den Protesten in Frankreich aber auch rein gar nichts gemein.

    Was man in Deutschland lernen sollte ist:



    Wahlversprechen einzuhalten (z.B. Senkung der Stromsteuer) und wenn man sehr viel Geld für Aufrüstung ausgeben kann, dann muss auch Geld da sein für Bildung, Straßen, Brücken, Stromspeicher, Digitalisierung, Öffentlicher Nahverkehr und vieles mehr, halt all das was durch die “schwarze Null” in den letzten Jahren nicht angegangen worden ist.

    Jetzt muss mit sehr viel Geld das korrigiert werden, was in den letzten gut 20 Jahren nicht angepackt wurde, deshalb wäre ich generell dafür, das ein Kanzler (Kanzlerin) nur maximal 2 Amtszeiten haben darf, ansonsten gibt es zu viel Filz und Untätigkeit, dann wird irgendwann nur noch verwaltet und nicht mehr gehandelt.

    • commonsense444

      @udo123:

      Das Schulsystem ist offen in welchem Sinne? Wir haben immer noch starke Chancenungleichheit in Deutschland, was Bildung angeht.

      • Gerald Kolb

        @commonsense444:

        Da müssten Sie erst mal nach Frankreich.und England schauen.

        • Gerald Müller

          @Gerald Kolb:

          wollte ich auch schreiben. Diejenigen die in Deutschland eine starke Ungleichheit im Bildungssystem sehen haben noch nie ein Bildungssystem in einem anderen Land aus der Nähe gesehen. England ist ein gutes Beispiel, Frankreich auch, ebenso die USA.

  • Nachtsonne

    Da ich schulpflichtige Kinder in einer mittelgroßen deutschen Stadt habe, kann ich mitreden. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund für Massenproteste zum Thema Schule und Bildung und schon gar keine Entschuldigung für Plünderungen. Das bedeutet nicht, dass alles bestens ist und nicht fortwährend auf den Prüfstand gehört. Aber meiner Kinder lernen etwas und nicht gerade wenig. Hier kommt es zu einer unheiligen Allianz zwischen Extremisten und Kleinkriminellen - mit links sein hat das nichts zu tun! Das ist schlicht abstoßend.

    • Moby Dick

      @Nachtsonne:

      Da kann ich mich anschließen.

    • commonsense444

      @Nachtsonne:

      Deine Kinder sind nicht repräsentativ für das ganze Land und du bist auch nicht repräsentativ für deine Kinder. Frag die doch mal was die denken.

      • Josef 123

        @commonsense444:

        Ach? Gegenpositionen sind jetzt plötzlich nicht repräsentativ? Interessant.

        • commonsense444

          @Josef 123:

          Wenn du sagst deiner Meinung nach gäbe es keinen Grund zu Massendemos und gibst als Argument deine Kinder an, dann musst du halt damit rechnen, dass dir anekdotische Evidenz vorgeworfen wird.

  • Tom Tailor

    "120.000 Teil­neh­me­r:in­nen zählen die Or­ga­ni­sa­to­r:in­nen der „Gen Z regelt“-Proteste bundesweit. Das sind zwar weniger als die 180.000, die sich angekündigt hatten – aber für das erste Auftreten der Bewegung ist das doch beachtlich."

    Naja - diese Zahl entspricht knapp 1 Prozent der Bevölkerung die sich zur "Gen Z" zuordnen lässt. Da diese Generation darüber hinaus sehr heterogen ist lässt sich aus den Protesten eines sehr kleinen Teils dieser Kohorte kein übergreifendes gemeinsames Ziel definieren, für das die Protestierenden auf die Straße gehen.

    • Walterismus

      @Tom Tailor:

      Zumal die Proteste von klassisch linken Gruppen gekapert wurden und man das Gefühl hatte, dass vor allem Antifaschismus und Palästinasolidarität das Thema war und im Nachgang mit Krawallen geendet haben.

      Das war keine beachtliche Demo, das war eine Ansammlung klassisch Linker Gruppen. Mit Gen Z und Schüleranliegen hatte das kaum noch was zu tun.

      Zumal wohl spätestens am 20.11.2026 bei der zweiten Demo kaum noch echte Gen Z Demonstranten da sein werden, weil jeder der etwas mitdenkt nicht mit hineingezogen werden will in wahrscheinlich erneute Krawalle von irgendwelche Deppen.

      Eine Bewegung ist dann Tot, wenn linke Gruppen sich ihr anschließen, denn dann wird eine Bewegung aus der Mitte gezogen und die Menschen wenden sich von ihr ab (siehe FFF).

  • nurumdieeckegeschaut

    Protest nach altem Stadtplan



    Demonstrationsrouten scheinen nach einem einfachen Prinzip geplant zu werden: Wo viele Schaufenster stehen, muss besonders viel Öffentlichkeit sein. Dabei wäre eine weitläufige, gut erreichbare Fläche sicherer und würde vielleicht sogar mehr friedliche Interessierte anziehen, mich eingeschlossen. Es ist nicht zeitgemäß, an alten Strukturen und festgefahrenen Wegen festzuhalten, nur weil man sie schon immer gegangen ist. Das Internet findet eine Kundgebung übrigens auch außerhalb der Einkaufsstraße.

    • Oma

      @nurumdieeckegeschaut:

      Das hat man in München so gemacht. Die Demo war vor der Uni, durchaus zentral, viel Platz und weit und breit keine Schaufenster. Thematisch hat es ja auch gut dahingepasst.

    • Flix

      @nurumdieeckegeschaut:

      Das Abdrängen von Demonstrationen an den Stadtrand oder in wenig frequentierte Gegenden ist eine beliebte Taktik in Autokratien. Zum Grundrecht der Demonstrationsfreiheit gehört es eben auch, dieses dort abzuhalten, wo es die Veranstalter möchten.

    • DerBlondeHans

      @nurumdieeckegeschaut:

      100% Zustimmung! Gen Z folgt Boomer-Mustern.

  • zartbitter

    Noch jemand der differenzieren kann.....



    ==



    Nach der Krawallnacht in Frankfurt hat der Einsatzleiter der Polizei von einer »neuen Dimension der Gewalt« im Anschluss an die aufgelöste Demonstration berichtet. »Die weit überwiegende Zahl der Menschen, die gestern in Frankfurt demonstriert haben, hat dies friedlich getan«, sagte Erik Hessenmüller in Frankfurt. »Wir müssen klar zwischen der Versammlung und den Ausschreitungen im Nachgang differenzieren.«

  • zartbitter

    ""...dass nur wenige Teile von Medien und Politik der Bewegung wohlwollend gegenüberstehen werden. ""



    =



    Karin Prien hat die Demonstranten eingeladen und seitens der SPD-Bundestagsfraktion gab es vor den abendlichen Krawallen klaren Zuspruch für den Kernfokus der Demonstrationen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt betonte, dass das Recht auf gute Bildung ein Schwerpunkt sei, bei dem die Politik „schnell handeln“ müsse. Die SPD forderte die Bundesbildungsministerin auf, einen nationalen Bildungsgipfel mit Ländern und Kommunen einzuberufen.



    =



    Die Masse der Politiker und Medien haben es nicht verlernt zu differenzieren.

    • Alex_der_Wunderer

      @zartbitter:

      Die Prien ist dich wohl nun echt nur krass, sie will ein auf Verständigung machen, hat Null Ahnung wie nun alles klar zu kriegen wäre. Zitat von der Frau Prien vom Inhalt her , die Anliegen der Jugendlichen GenZ müssen erst genommen werden, hier müssen die älteren Generationen sich solidarisch zeugen und mitfinanzieren. Bedeutet nix anderes von der Prien als die Generationen gegeneinander auszuspielen, im schlimmsten Fall aufeinanderzuhetzen, geht's noch ? So sieht dich keine kompetente Politik einer Familienministerin aus, total bekloppt ist so ein Vorgehen gegen die Bevölkerung,



      PFUI ❗️

    • commonsense444

      @zartbitter:

      Komischerweise fehlen hier ein paar CDU Zitate, die genau das Gegenteil tun.

      • Josef 123

        @commonsense444:

        Das ist demokratische Vielfalt. Schauen Sie mal nach Berlin, dort findet gerade alles sogar innerhalb einer einzigen Partei statt.

  • Philippo1000

    Welche Bewegung?



    Die Forderungen sind doch ziemlich diffus.



    Die Forderung gegen die Wehrpflicht bleibt weiterhin ein Scheingefecht.Es gibt keine Wehrpflicht.



    Entgegen der Behauptung des Autors gibt es in diesem Jahr auch genug Freiwillige um den geplanten Ausbau der Bundeswehr fortzusetzen.



    Dass die Polizei die Krawalle provoziert habe ist eine lächerliche Behauptung.



    Mal schön tief durchatmen.



    Es ist alles halb so wild.



    Die Demos in Deutschland sind in keinster Weise mit denen in Frankreich zu vergleichen.



    Weder in der Größe, noch im Krawallfaktor.



    Es ist grundsätzlich zu begrüßen, dass Menschen auf demokratische Art für Ihre Rechte einstehen.



    Aber das "Problem" bzw. die Lösung sollte doch etwas deutlicher definiert werden.



    Bessere Bildung? Dann demonstriert von den Landtagen für mehr Lehrer*Innen oder Profs.



    Das ist nämlich Ländersache .



    Bessere Ausstattung def Bildungseinrichtungen?



    Gleiche Adresse.



    Die Regierung hat 100 Mrd. zur Verfügung gestellt, dafür und damit müssen die Länder aber auch arbeiten, damit es in den Schulen und Kommunen ankommt.



    Wer wirklich etwas erreichen will, sollte statt bloßem Populismus klare Forderungen formulieren.

    • Davin_112

      @Philippo1000:

      Oder Sie lassen die jungen Leute das so machen wie sie wollen, nicht wie Sie wollen. Suchen Sie sich ein eigenes Thema, da können Sie ihre strategische Brillanz leuchten lassen.

      • Philippo1000

        @Davin_112:

        Tja, ich bin Teil dieser Gesellschaft.



        Die von Ihnen genannten "Jungen Leute" sind sehr unterschiedlich alt



        Leider grassiert das Problem in der Gesellschaft, dass Probleme gerne anderen angelastet werden.



        "Ich will dies oder das", ist keine Lösung.



        Man*frau muss schon Teil der Lösung sein wollen.



        Keine Ahnung zu haben ist kein persönliches Problem, sondern ein gesellschaftliches.



        Sicher haben Sie von der Entwicklung erfahren, dass viele "junge Leute" keine Texte mehr verarbeiten können und fake news so auch nicht weiter identifizieren können.



        Auch da glaube ich , dass dies nicht nur "Junge"( von wem sprechen wir da eigentlich?) betrifft.



        Gerade in der Berichterstattung über die Demos in Frankreich und fake Videos ist dies ein aktuelles Problem.



        Ich bin Demokrat und froh in einem Land zu leben,



        in dem Menschen wie Sie, die anderen den Mund verbieten wollen, keine Macht haben.

      • Encantado

        @Davin_112:

        "Oder Sie lassen die jungen Leute das so machen wie sie wollen, nicht wie Sie wollen."



        Es ist einfach sinnvoll, wenn 'die jungen Leute' nicht einfach alles machen wie sie wollen, sondern - so ganz im demokratischen Sinne - versuchen den Rest der Bevölkerung zu überzeugen und einzubinden. Sonst machen 'die Alten' nämlich auch ganz einfach was sie wollen.

  • uvw

    Ich feier allein schon das Motto: Gen-Z regelt. Außerdem sind die Anliegen allesamt richtig. Bildung statt Bomben, bezahlbares Leben/Wohnen, keine Wehrpflicht. Kurz: Eine Lebensperspektive, die den Namen verdient. Ich habe meiner Mutter (85) erläutert, um was es da geht, und sie "natürlich, Bildung ist das Wichtigste, was ein Land hat". Meine Tochter (23) hat zum ersten Mal in ihrem Leben einen Wasserwerfer gesehen und so ein weiteres Update bekommen, wie die Regierung auf berechtigte Anliegen reagiert.

    Eine Regierung, die die Demos im Vorfeld kriminalisiert, um Zuhören zu verhindern. Die hunderte Milliarden in die deutsche Rüstungsindustrie pumpt, und dabei konsequent ignoriert, dass heutzutage eine 500-Euro-Drohne einen 20-Millionen-Euro-Panzer zerlegt. Aber es ist ja leider kein Geld da für all die sinnvollen und dringend nötigen Dinge in diesem Land. Es kotzt mich maximal an.

    • Tom Tailor

      @uvw:

      "Ich feier allein schon das Motto: Gen-Z regelt."

      Ja, nur das es keinesfalls zutrifft oder den Protesten gerecht wird. Wenn nur knapp 1 Prozent der "Gen Z" auf die Straße geht und Forderungen stellt die mitunter diffus oder falsch adressiert sind, regelt sich gar nichts.

      • commonsense444

        @Tom Tailor:

        Ab wie viel Prozent wären die Anliegen für dich relevant?

    • Tom Tailor

      @uvw:

      "Ich feier allein schon das Motto: Gen-Z regelt. Außerdem sind die Anliegen allesamt richtig. Bildung statt Bomben, bezahlbares Leben/Wohnen, keine Wehrpflicht."

      Bin ich dabei. Solange Nachbarstaaten ihre Prioritäten ebenso setzen.

      • Šarru-kīnu

        @Tom Tailor:

        Wie ist das eigentlich in den alten Ländern mit dem Motto Bildung statt Bomben? Wer hier bei uns auf die Tour anfängt, will immer zuerst die Hilfen für die Ukraine kappen und mit den freiwerdenden Billionen dann alle anderen Probleme lösen. Kann das inzwischen aus diesem Grund nicht mehr hören.

        • Altbayer

          @Šarru-kīnu:

          Sarru-kinu eine Weile wurde hier so getan, als wäre die "Friedenspartei" tot - brauchte es ja nicht mehr. Kenne es aber fast nicht anders, von klugen Köpfen genau dies zu hören. Geht halt immer schön unter, wenn die brave C regiert... Zum Teil wird halt auch das eigene Umfeld ein wenig wider gespiegelt.

  • Land of plenty

    Krawalle richten Schaden an. Stimmt.



    Was kostet die Reproduktion eines armen Menschen, einer armen Familie?



    Wie viel kostet die Finanzierung von Sozialarbeit, Jugendzentren - die die Regierung in Bremen kürzen und schließen will - die Suchtkranken-Therapien?



    Wie viel Geld ist im Umlauf?



    Wie kommt es, dass so viele Passanten - jederzeit von WDR-Heimat-Stadtbildsendungen abfragbar - sagen: Die Anderen, die arbeiten nicht, die solle man zurückschicken, die sollen alles gestrichen bekommen.



    2010-2018 stellten die Proteste in Griechenland und den anderen Regionen Südeuropas die Frage, wer für die Krise bezahlen soll. Nun gibt es bald wieder eine Krise des Kapitalismus - es wurde nur Zeit gekauft, Aufschub.



    Streichen bei den Reichen statt Entsolidarisierung.



    Die Streichung der Deutschkurse und Integrationskurse sind so eine Integrationsverweigerung. Die Quittung bekommen andere dafür durch diese Proteste.



    Wird der Todesschütze von Lorenz A in Oldenburg angeklagt? Alles das spielt bei diesen Krawallen eine Rolle.



    Auf Verachtung folgt Hass und Wut.



    State-Society-Relations.



    Wie Merz in den Wald hineinruft, so schallt es zurück.

    • Altbayer

      @Land of plenty:

      Wird den werten Herrn halt nen feuchten Kehrricht interessieren. Übrigens war es bereits 1983 normal, dass der Taxifahrer, bei unserer Rückkunft nach München, ein tunesischer INGENIEUR war. Chancengleichheit und so.

      Also nicht Student - und was dazu verdienen - nein, nein. Fertig. Kohl fing ja erst richtig an!

  • Leo Onlin

    Mit FFF forderte angeblich die Jugend eine grüne Gesellschaftswende weg von Kapitalismus. Nun geschieht diese Wende und die Wirtschaft und der Sozialstaat knicken ein. Kriege, die keiner Klimaänderung bedürfen, bedrohen Europa. Der Westen ächzst unter den Folgen der Armutsmigration. Und was fordern die Jugend und ihre selbsternannten Anwälte jetzt?

    • hornyunicorn

      @Leo Onlin:

      Mit Verlaub, wo geschieht diese Wende? Muss ich wohl irgendwie verpasst haben...

    • Retsudo

      @Leo Onlin:

      Lächerlich ihre Analyse. Die Wende wurde von Technologie offenen und sich nach China prostituirenden Managern untergraben. Die Wirtschaft knickt ein weil es einen neuen Exportweltmeister gibt, der die Schlüsseltwchnologien der dt. Wirtschaft mehr und mehr übernimmt. Des weiteren würde diese Wende auch offensichtlich von Erdöl exportierenden Nationen wie Russland offensichtlich sabotiert.

      • Altbayer

        @Retsudo:

        Zumindest beweist er Optimismus!

      • Leo Onlin

        @Retsudo:

        Und wer wird jetzt die ganzen SozialstaatsForderungen der Jugend bezahlen? Das Geld geht schon für die Rentner, die Aufrüstung und den Green Deal der EU drauf, dessen jeweiligen Profiteure von ihrem Gewinn nix abgeben.

        Wenn Sie grünen Reichtum auf Kosten der Allgemeinheit leugnen: Wissen Sie, welcher Partei die Bundestagsabgeordnete mit den höchsten Nebeneinnahmen angehört und woher diese Gewinne kommen?

  • Zimmerurwald

    Ich kann sie gut verstehen, meine Kinder, also die Gen Z, und ihre Forderungen. Und deshalb bin ich gestern gemeinsam mit ihnen auf die Straße gegangen.

    Statt sich an den Krawallmachern abzuarbeiten - wie wäre es denn zu betonen, dass es in Dresden TROTZ Provokation von Querdenkern und Rechten ruhig und friedlich geblieben ist? Dass sich die Jugend ruhig und friedlich auf ihre legitimen Interessen aufmerksam machen kann, auch wenn das den rechten Rand oder wen auch immer stört?

    • Gerhard Krause

      @Zimmerurwald:

      👍

    • marilyn.hanson

      @Zimmerurwald:

      Der Zynismus der heutigen Medienlogik dabei ist doch aber, dass aus Dresden wegen der relativen Ruhe kaum, aus Frankfurt aber viel berichtet wird.

      • Altbayer

        @marilyn.hanson:

        Was hat dies mit Zynismus zu tun? Von Wiesbaden, Mainz, Offenbach ist man mit der S-Bahn in Frankfurt. Dresden ist da nicht ganz so mit "Metropolnachbarschaft" versorgt.

        Bambule ist eines der hessischen Wörter, welches ich gelernt habe.

        Witz: Warum gehen in Frankfurt die Gangster nur zu zweit über den Hbf? Weil sie alleine Angst haben.



        Wir schrieben den Anfang der 80er.

        Deshalb passt Frankfurt halt der CDU auch mehr ins aktuelle Konzept als das endlich mal "beschaulichere" Dresden.

        Wir waren Anfang der 90er, bei den Irak-Krieg-Protesten die gleichen "rücksichtslosen Banausen, die gefälligst in ihre Ausbildung/Schule zurückkehren sollen, weil wir nix verstehen!" ( Zitat )

        Persönlich kannte ich es (fast!) schon gar nicht mehr anders, als dass die Haus- und Hofblätter wohlgefällig für die Union berichteten.

  • Land of plenty

    Jepp. So ist es.



    Ich empfehle allen, auch der taz die transnationale Protestbewegung im Blick zu behalten.



    Es ging wesentlich mit den Protesten gegen die Wohnungsnot in Spanien los und das Bild von Maricarmen Abascal wurde zum Gesicht der Bewegung. Auch in Deutschland. Das geht von Portugal bis Albanien! Und weiter in Marokko und afrikanischen Ländern.



    "Dafür muss die Bewegung aber Druck aufbauen – und darf sich nicht spalten lassen."

  • fly

    Sorry, aber nein.



    Der Sozialstaat und die Bildung sind nicht kaputtgespart. Die Sozialquote des Haushalts ist was? Über 50%.



    Bildung funktioniert. Es gibt Excellenzzentren und überall, wenn es auch nicht alle sind, gut ausgestattete Schulen etc. Klar, es gibt auch Mängel und ein Spardiktat. Aber es ist nicht alles kaputt.



    Wehrpflicht ist ein Thema. Aber es gibt keine Kriegsvorbereitungen. Ein Krieg würde auch schnell nicht nur die Jugend betreffen, sondern alle. Dann ist es vorbei mit starkem Sozialstaat und Wirtschaftswachstum (und kann damit in keinem inneren Interesse liegen).



    Aber ja, man muss ständig für Verbesserungen kämpfen. Aber es ist hier nicht alles grundlegend schlecht.

    PS Zukunftssorgen gab es schon bei den Römern. Dort war aber das Motto nicht, die Kinder sollen es mal besser haben, sondern, sie sollen den gleichen Standard anstreben.

    • EffeJoSiebenZwo

      @fly:

      Also das mit der Bildung stimmt nicht wirklich, es gibt zB zu wenig Lehrer. Anekdotisches zu Gym. Süddeutschland: bei meinen Kindern fällt regelmäßig Unterricht aus, und dass sie sich nach dem ersten Halbjahr auf 'neue' Lehrkrãfte, auch in Kernfächern, einstellen müssen, weil die dann neue Referendare, mit unterschiedlichem Erfolg, auf sie losgelassen werden, ist auch Usus. Das gab's zu meiner Zeit Ende 80er /Anfang 90er definitiv nicht.

    • Mindɘrlɘistɘr

      @fly:

      Die alten Römer haben auch gesagt: „Si tacuisses, philosophus mansisses.“

    • Mindɘrlɘistɘr

      @fly:

      Ich frage mich, in welchem Land Sie leben. Bildung funktioniert in der Breite absolut nicht. Daran ändern auch irgendwelche Leuchtturmprojekte und Excellence Cluster nichts. Die Mängel sind nicht, wie Sie es darstellen, die Ausnahme, sondern die Regel. Das sagen auch die OECD‑Statistiken. Der größte Einzelposten im Sozialhaushalt sind die Bundeszuschüsse zur Rentenversicherung.

      • Mindɘrlɘistɘr

        @Mindɘrlɘistɘr:

        »Der größte Einzelposten im Sozialhaushalt sind die Bundeszuschüsse zur Rentenversicherung.«



        Und zwar der mit Abstand größte (127,8 Mrd. € im Bundeshaushalt 2026).

    • Philippo1000

      @fly:

      Genau!

    • IG Timo

      @fly:

      Die Sozialstaatsquote ist bei 50% weil wir eine der reichsten Gesellschaften der Welt sind, also viel zu den Renten zu schießen müssen und weil wir die letzten Jahre wenig Wirtschaftswachstum hatten (der Nenner in der Quote also nicht mit gewachsen ist) zudem werden vermögen nicht besteuert und hohe Einkommen bei der Rente gedeckelt, sowie bestimmte Gruppen ausgenommen. So braucht es einen höheren Steuerzuschuss.



      Und das schulen in Ordnung sind, kann nur für ausgewählte Gebäude gelten. Hier sind einzelne Klassen oft in Containern, halbe Schulen wegen des Zustandes nicht benutzbar, Unterrichtsausfall etc. Ähnliches für viele Unis (zb Berlin)



      Und zu mieten braucht man wohl nichts mehr sagen.

    • Gerhard Krause

      @fly:

      Der Hinweis auf die Sozialquote ist dürftig, lassen wir ihn dennoch einmal so stehen, denn .. es dürfte schon eine solche Bezeichnung nebst dem Wort "Quote" gar nicht geben. Einkommen ist Einkommen. Und noch ist diese Form des Einkommens eines der herzlichsten, wenn auch gerne oft verachtend bestritten. Es geht nicht darum, Betriebe und Leistungen, die sich für so etwas halten, vorzuführen, sondern dass es diese Nieten in Nadelstreifen in jeder Hinsicht übertrieben haben und es geht gegen den Hass, dem sich Bedürftige und solche, die es auch nur denken und sich auch darin irren, entgegenschlägt. Schlicht geht es darum, wie wir miteinander leben wollen. Und Reiche, selbstverständlich nicht alle, haben sich bereits entschieden.

    • taz.manien

      @fly:

      Wie blind kann man denn sein, nicht sehen zu können oder zu wollen, das in unserem Land vieles sehr schief läuft! Es reicht doch nur seine Augen dafür zu öffnen. Dabei sind die Anliegen der Gen Z absolut gerechtfertigt, das sind die selben Themen die seit 20 Jahren sich immer weiter verschärfen, und immer die selbe Leier von wegen wir haben verstanden, dabei hat sich die ganze Zeit nicht nur nichts geändert sondern alles wird schlimmer ( siehe Pisa und den dysfunktionalen Wohnungsmarkt ). Das bekommen anscheinend nur die mit, die direkt betroffen sind, alle anderen scheinen in normaler ignoranter Manier nicht sehen zu können oder es nicht sehen zu wollen.

    • Schleicher

      @fly:

      "Der Sozialstaat und die Bildung sind nicht kaputtgespart."



      Definiere "kaputt".

      "Bildung funktioniert. Es gibt Excellenzzentren"



      Definiere "funktionieren". Exzelennzzentren sind kein gutes Argument für funktionierende Bildung. Die Univsersitäten sind überlastet und marode, die Schulen genau so. Bitte nicht so tun, als sei das irgendwie hinnehmbar in einem Rohstoffarmen land wie Deutschland.

      "Aber es gibt keine Kriegsvorbereitungen."



      Wenn Pistorius (und der Rest der Regierung und 9/10 Taz Autoren und Leser) fordern: "Deutschland muss schnell kriegstüchtig werden!", dann darf sehr wohl von Vorbereitung für einen Krieg gesprochen werden. Alles andere wäre Wortklauberei.

      "Aber ja, man muss ständig für Verbesserungen kämpfen. Aber es ist hier nicht alles grundlegend schlecht."



      Einverstanden. Lass uns nicht darauf warten, bis alles "grundlegend schlecht" ist.

    • Flix

      @fly:

      Bildung funktioniert in Deutschland überhaupt nicht. Solange der Bildungserfolg vor allem vom Einkommen und Bildungsniveau abhängt, wie kaum einen anderen OECD-Land läuft etwas komplett schief. Die Kluft zwischen Menschen ohne oder mit Primärabschluss und denen mit Tertiärabschluß mag den Blackrocks dieser Welt vielleicht kurzfristig entgegenkommen, da sie billige, rechtlose Arbeitskräfte produziert, langfristig ist dies für die Gesellschaft hingegen katastrophal. An einer vertikalen Durchlässigkeit hatte weder damals die römische Aristokratie noch hat dies die Union in ihrer aktuellen Verfassung.



      Dazu kommt, dass die Reformen vor allem sozial Schwache treffen und damit diesen Zustand weiter verfestigen oder verschlechtern werden.



      Es grenzt in meinen Augen an ein Wunder, dass es nicht wöchentlich zu Demonstrationen kommt, berechtigt wären sie allemal.

      • Machiavelli

        @Flix:

        Es ist aber kein ausgabenproblem. Andere Länder erreichen deutlich besser Ergebnisse mit weniger geld. Es wird genügend geld in soziales und Bildung gesteckt, das problem ist ein verwaltungswasserkopf und das geld in die zementiert von status quo fließt.

      • rero

        @Flix:

        Auch die Bildung funktioniert hierzulande grundsätzlich.

        Anfang der 50er hat hatte ein Schuljahrgang eine Abiturientenquote von 4, 5 %.

        Selbst in den 70ern lag die bei gut 10 %.

        Heute sind wir bei rund einem Drittel.

        Zusammen mit den Fachabituren ist man heute bei rund 50 % Hoschulberechtigte in einem Schuljahrgang.

        Das ist schon ganz ordentlich.

        So zu tun, als würde Merz es gutfinden, wenn möglichst wenige das Abitur machen, ist doch Quatsch.

        Schule ist Ländersache.

        Ich befürchte, die Pädagogen wissen nicht, was sie bessermachen sollen, um das zu ändern.

        Herzliche Grüße aus Berlin.

        Hier hat mal ein SPD-Senator das Schulsystem gründlich umgekrempelt.

        Zusammen mit der Linken.

        Nur wurde nichts besser.

        Sie finden seitdem Schulen mit allen möglichen pädagogischen Konzepten.

        Ich hatte zwei Töchter auf einer Grundschule, die Preise gewann.

        Alle Kinder, die eine Gymnasialempfehlung bekamen, haben zuhause mit den Eltern gearbeitet.

        Meine natürlich auch.

        Politiker haben dafür zu wenig Expertise.

        Die glauben, was die hohen Pädagogen ihnen sagen.

        Wenn man nicht weiß, was man machen soll, nützt es nichts, selbst wenn täglich Millionen demonstrieren.

        • Flix

          @rero:

          Wir leben im zweiten Viertel des 21. Jahrhunderts, da ist der Vergleich mit den Fünfziger- oder Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts nicht zielführend. Berufe, für die damals ein einfacher Schulabschluss ausreichend war, erfordern heute Abitur oder ein Studium. Und dass damals vielen Menschen ein Zugang zu höherer Bildung aus finanziellen Gründen verwehrt war, sollte man auch nicht unter den Tisch fallen lassen.



          Und das Beispiel, dass die Kinder die eine Gymnasialempfehlung bekommen haben, dies nur mit Unterstützung durch die Eltern geschafft haben, illustriert doch gerade das Problem, denn nicht jedes Elternhaus kann den Kindern diese Unterstützung auch bieten. Hinzukommt, dass die Schullaufbahnempfehlung auch davon abhängt, ob das Kind einen migrantischen Hintergrund hat, dann fällt diese häufig schlechter aus als bei nicht migrantisch gelesenen Kindern. Struktureller Rassismus ist halt auch dem Bildungssystem nicht fremd.

          • rero

            @Flix:

            Verkürzt:



            Dass Bildung heute nicht funktioniert, stimmt sachlich nicht. Sie funktioniert heute besser als früher.

            Unter den Fachleuten hat niemand eine belegbare Vorstellung, wie man Schulbildung besser machen könnte.

            Da nützen auch Demonstrationen gegenüber den regierenden Politikern nichts.

            Die würden es ändern, wenn ihnen jemand Kompetentes sagen würde wie.

            Die desaströse Schulreform in Berlin war übrigens unter Rot-Rot.

            Ich bin mir sicher, dass alle guten Willens waren.

          • Hitchhiker

            @Flix:

            Dazu gibt es eine Studie.migrantisch oder Migranetisch gelesen hat nahezu keine Auswirkung auf den Schulerfolg. Die Sozioökonomische Schicht ist entscheidend.der rest nahezu vernachlässigbar.

  • Udo Schweikart

    Ich halte die Proteste für mehr als gerechtfertigt. Ich war in Frankfurt dabei, wo sich viele unterschiedliche – meist junge – Menschen versammelten; alles verlief friedlich. Viele kreative Plakate.



    Obwohl ich meine Meinung zur Wehrpflicht geändert habe und auch dort Investitionen für notwendig halte, bin ich überzeugt, dass in den in den Demos geforderten Bereichen Bildung, Wohnen und Klima etc. nicht gekürzt werden darf . Das wäre demokratiegefährdend. Der Berg an Problemen ist immens und über Jahrzehnte durch Misswirtschaft gewachsen. Wir haben fast alles, inkl. der Infrastruktur verfallen lassen, als wir noch Milliarden mehr hatten, die wir nicht zwingend in Rüstung stecken mussten. Nun mit so viel Sondervermögen im Hintergrund dieselbe Misswirtschaft fortzusetzen, Milliardengeschenke wie den Tankrabatt zu verteilen, gleichzeitig das Bafög nicht anzupassen und das Deutschlandticket teurer zu machen etc., ist problematisch. Es ist ärgerlich, dass die Protestierenden nicht vor Randalierenden geschützt werden, während ihre Rechte eingeschränkt werden sollen.



    Die Hetze im Vorfeld und danach ist extrem übertrieben und vergiftend. Wenn nicht reagiert wird , darf man sich über…

  • Wanderin

    Diejenigen, die gerne Leistungsträger -Selbstmythologisierung betreiben und wahlweise Flüchtlinge bzw die Jugend damit terrorisieren, sind damals ins Wirtschaftswunder hineingeboren und in den bräsigen, bequemen Kohl- und Merkel-Jahren sozialisiert worden. Gerne unterschlagen wird, dass der Motor des Wirtschaftswunders durch den Marshall-Plan und die Ausbeutung der Gastarbeiter als Wegwerf-Arbeitskräfte in der Industrie ermöglicht wurde. Später profitierte das Erfolgsmodell “Exportweltmeister” von billigem russischen Gas für die Industrie durch NordStream 2 ( ein wichtiger Faktor, von dem andere EU- Länder z.B. NICHT profitierten), dem damaligen Absatzmarkt in China und den Sicherheitsgarantien, die die US- Bürger mit ihren Steuern für uns finanziert haben. Seit Ukraine, Trump, etc. funktioniert dieses Modell nicht mehr. Ideen fehlen, also bleiben nur noch intellektuell sowie moralisch bankrotte Belehrungen über den guten Ton und narzisstisches Nach- Unten- Treten. Verschärft wird die Situation durch die Demografie. Die Mehrheit der Wähler ist +50, hat kurzfristige Interessen ( Rente) und interessiert sich nicht für langfristige Problemlösungen. Willkommen in der Gerontokratie.

    • Josef 123

      @Wanderin:

      Ich weiß nicht wie jung Sie sind, kann Ihnen aber versichern, daß die von Ihnen skizzierten Lebenswege der "in das Wirtschaftswunder Hineingeborenen" -von Ausnahme abgesehen- nicht mal Sozialfolklore sind.

    • Goodfella

      @Wanderin:

      Die "bräsigen" Kohl Jahre waren gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit, massiven Strukterwandel z.B. im Ruhegebiet etc. Ich kann mich an Assessment Center erinnern mit 150 Teilnehmern in denen zwei Stellen zu vergeben waren. Das war nicht ungewöhnlich. Die Zeiten waren nicht leichter und auch nicht härter als heute, nur anders in ihren spezifischen Herausforderungen.

      Damals wie heute gab es zwei Möglichkeiten: Selbstmitleid und Schuldzuweisung oder das Leben mit Optimismus anpacken. Letztere werden immer das glücklichere Leben führen.

      • mats

        @Goodfella:

        Leben mit Optimismus muss aber auch das optimistische Anpacken notwendiger Veränderung mit einschließen, wenn es eben nicht nur um *unser* glückliches Leben sondern auch um das unserer Kinder gehen soll. Gerade unter Kohl gab es viel zu wenig ernsthaften Protest von unten dagegen, wie die Regierenden die Weichen für die Zukunft stellten (oder eben, wie in den 90ern, auch nicht stellten).



        Ehrlich gesagt find ich Wurscht, ob man sich aus Selbstmitleid oder aus sanguinischem Optimismus duckmäuserisch verhält. Ich finde gut, dass die Jungen jetzt mal aufstehen. War überfällig.

      • Schleicher

        @Goodfella:

        "Damals wie heute gab es zwei Möglichkeiten: Selbstmitleid und Schuldzuweisung oder das Leben mit Optimismus anpacken. Letztere werden immer das glücklichere Leben führen."

        Die Demos sind exakt das: Ein Zeichen von "Anpacken" und das Gegenteil von "Selbstmitleid".

  • Donald Duck

    Wenn Medien Bilder zeigen, auf denen Bürger einen überwiegend migrantischen Hintergund der Plünderer erkennen könnten, ist dies Wahlwerbung für die AfD.

    • rero

      @Donald Duck:

      Die AfDler haben sich sowieso gerade eine Familienpackung Popcorn besorgt.

      Jetzt passiert das, was sie meinen, seit Jahren vorausgesagt zu haben.

    • Sole Mio

      @Donald Duck:

      Und wenn diese Bilder die Realität zeigen?

  • Eric Manneschmidt

    Die Bewegung müsste halt auch mal wissen, wo sie eigentlich hin will.

    Vielleicht so?

    Der britische Ökonom Prof. Guy Standing:



    Why we all deserve a social dividend



    www.youtube.com/watch?v=2CX2wlTWFDk



    en.wikipedia.org/w...anding_(economist)

  • Jutta57

    Wenn man den Kindern ständig in antikapitalistischer Grundüberzeugung erzählt, dass ein rassistischer Kanzler mit offen vorgetragener Verachtung für arme Menschen und Frauen als Kriegstreiber die Sozialsystem kaputtspart, dann kann man die Wut durchaus verstehen. Die Frage, ob die Gewaltexzesse Folge einer Gewaltdebatte oder eher einseitiger Erzählungen sind, bleibt offen. Meist liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

    • Libuzzi

      @Jutta57:

      Na ja, in einigen Städten (z.B. in Leipzig, Hamburg, Stuttgart) trifft der kleine Rest einer militanten autonomen Szene einfach auf eine Polizei, die bekannt dafür ist, sehr eskalationsfreudig zu sein. V.a. dann, wenn es darum geht, linken Flegeln mal zu zeigen, was eine Harke ist.



      Und das, was wir heute "Gewaltexszesse" nennen, wäre vor 40 Jahren eine kleine Rauferei gewesen.



      Frankfurt mag da eine Ausnahme sein, da gibt es irgendwie immer Krawall, sobald die Polizei irgendeine "Ordnung" durchsetzen will. Ob an Silvester oder bei Demos ... Aber auch da findet man Gründe für diese Dauerkonfrontation.



      Einfach mal die Kirche im Dorf lassen.



      Und dass unser Kanzler die kleinen Paschas, die ihm das Stadtbild versauen, besonders lieben würde und eine sozialistische Grundüberzeugung mit sich herumtragen würde, wäre mir auch neu.

      • Jutta57

        @Libuzzi:

        ...vor 40 Jahren eine kleine Rauferei. Stimmt, ich erinnere mich an meine erste militant-pazifistische Antifa-WG in Bonn. Bei den Raubzügen und Plünderungen wurde ich leider nicht mitgenommen.

      • Ruhig bleiben

        @Libuzzi:

        Wenn Molotows fliegen, 100 Polizist*innen verletzt werden, Barrikaden brennen und Geschäfte verwüstet werden, nennt man das also "Rauferei".

        Au weia. Da ist der Kompass arg weit verrutscht.

        • marilyn.hanson

          @Ruhig bleiben:

          "100 Polizist*innen verletzt werden"



          Haben Sie sich mal mit den besonders unappetitlichen Details der bundesrepublikanischen Statistik auseinandergesetzt? Nein?



          Die deutschen Polizeien dürfen alles Mögliche an "Verletzungen" aufnehmen lassen - vom Verheben bei Aufnahme des "schweren" Anti-Riot-Schildes bis hin zur Verstauchung des Handgelenks, wenn irgendein Demonstrant mal wieder die Frech- und Trägheit besaß, seinen Kiefer nicht rechtzeitig aus der Schlaglinie des Schlagstocks zu ziehen.



          Diese Angaben sind zumindest mit allerhöchster Vorsicht zu genießen - eigentlich sind sie ein schamloses, wehleidiges & empörendes Instrument der Propaganda, angesichts der in Deutschland im internationalen Vergleich besonders himmelschreiend schlechten juristischen Aufarbeitung von Polizeigewalt und der Verletzungsfolgen bei Demonstrierenden, die damit meist von Unfall-, manchmal sogar von gesetzlichen Krankenversicherungen im Stich gelassen und teils in Regress genommen werden.



          Verbeamtete im Einsatz haben nicht nur die für sie kostenlose Beihilfe von Staats wegen zur privaten Krankenversicherung, sondern natürlich auch die BG-Unfallversicherungen - weil, war ja im Dienst.

          • Ruhig bleiben

            @marilyn.hanson:

            Au weia

            Versucht da etwa jemand zu relativieren?

    • Henne Solo

      @Jutta57:

      Also besser die Missstände verschweigen und hoffen, dass die Leute zu blöd sind, sie zu bemerken oder andere verantwortlich machen?

      • Jutta57

        @Henne Solo:

        Das es besser sei, die Missstände zu verschweigen, habe ich nicht geschrieben. Gebe aber geren zu, dass man meine "einseitige Erzählung" so verstehen kann. Ich korrigiere daher in "differenziertere Erzählung".

    • Flix

      @Jutta57:

      Es ist leider nicht von der Hand zu weisen, dass wir einen misogynen, homophoben Rassisten zum Kanzler haben, dem ein gegen geltendes Recht verstoßender, ähnlich gestrickter Innenminister sekundiert.



      Dass die Polizei im Vorfeld verbal aufgeputscht wurde und daher teils mit völlig überzogener Gewalt gegen Jugendliche vorgegangen ist, ist nicht verwunderlich, beschämend ist es dennoch.



      Letztendlich hat die Rechte die Bilder bekommen, die sie benötigt, um die völlig berechtigten Forderungen der Demonstrierenden zu deligitimieren.

      • Katharina Reichenhall

        @Flix:

        Es sind schon Wohnungen für weniger durchsucht worden als für das, wie Sie Herrn Merz darstellen.



        Man muss ihn ja nicht mögen und kann und soll ihn kritisieren, ihn als "misogynen, homophoben Rassisten" zu bezeichnen, könnte aber schon durchaus strafrechtlich relevant sein.

        • Life is Life

          @Katharina Reichenhall:

          Es ist aber leider die Wahrheit. Seit wann ist die strafrechtlich relevant?

          • Altbayer

            @Life is Life:

            Es gab in Bayern eine Referendarin der die Lehrerinnen-Laufbahn versagt wurde, weil sie eine Plakette gegen Strauß trug. Noch weitere Fragen? - Anders ausgedrückt wird im Moment von betreffender Person das Amt beleidigt. Hier geht es dann gar nicht mal um die persönliche Beleidigung, ( §185 ), sondern um §188. Beleidigung gegen politische Persönlichkeiten.

        • Flix

          @Katharina Reichenhall:

          Wenn er das nicht ist, warum äußert er sich dann ständig entsprechend?

  • Sam Spade

    Korrekte Einschätzung des Autors. Hinzuzufügen wäre, dass das autoritäre Gebaren der Regierungen in Frankreich oder Deutschland der Demokratie einen größeren Schaden zufügt, als es Krawallmacher je vermöchten.

    Ein Innenminister in Deutschland der nur im politischen Lagerdenken verharrt und nach dem Sündenbockprinzip verfährt ist für die Entwicklung der Demokratie ebenso schädlich wie eine Lobbyistin als Wirtschaftsministerin die an fossilen Energien festhält.

    Der Kern ist jedoch, dass unter dem Druck der Rechtspopulisten die etablierten Parteien sich in vielen Ländern nicht nur nicht mehr an die demokratischen Spielregeln halten sondern auch eine willkürliche Politik betreiben, die zunehmend nur auf den Interessenausgleich einer Minderheit, fälschlich oftmals ettikettiert als Elite, ausgerichtet ist.

    In Frankreich ist das nicht erst seit Macron zu beobachten. Deutschland ist spätestens seit 2020 auf dem besten Wege, es den Franzosen gleichzutun und spielt damit, wie in den anderen Ländern auch, den Extremisten in die Karten. Links wie Rechts wohlgemerkt.

    • YeahYeah

      @Sam Spade:

      Das wird lustig, wenn in Berlin vergesellschaftet wird, der norwegische Staatsfonds ist ja grösster Anteilseigner an Vonovia zB.

      • RagnarDannesjkoeld

        @YeahYeah:

        So what? Der Anteil von Vonovia an besagtem Staatsfonds liegt bei 0,015 Prozent. Und der Anteil der Berliner Wohnungen des Gesamtbestandes beläuft sich gerade mal auf 30 Prozent. Kurzum: das wird nicht lustig. Das merkt keiner.

        • Nachtsonne

          @RagnarDannesjkoeld:

          Es gibt aber internationale Regularien zum Schutz von Aktionären. Norwegen wird also klagen - und nicht nur die.

          • Altbayer

            @Nachtsonne:

            Tjo, dann sollte man mal die Bundesrepublik "verklagen", weil sie die ehemaligen Postwohnungen so lau verscherbelt hat. Locker 65% des heutigen Vonovia-Bestandes... Und schon spielen wir in einer ganz anderen "juristischen" Liga. Norwegen wird "abgefunden" - und weiter geht's. Bißchen überhöht ausgedrückt.

      • Sam Spade

        @YeahYeah:

        Dazu noch für 3,5 Mrd € Immobilien in Berlin.

        Eine Enteignung wäre aber kein Minusgeschäft für den Staatsfond sondern eher das Gegenteil.

        Einmal informieren über den Inhalt der Investitionsschutzabkommen die Deutschland mit über 100 Ländern getroffen hat.

        Das sind völkerrechtliche Verträge. Enteignungen werden völkerrechtlich nach dem Hull Prinzip durchgeführt und sind nur gültig, wenn der volle Markwert erstattet wird.

        Da helfen auch keine deutschen Gesetze oder Urteile des BVerfG. Bei Enteignung unter Marktwert werden internationale Investoren die Weltbank als Schiedsgericht anrufen. Die Macht dann die Bundesrepublik haftbar.

        Schnellster Weg und daher gängiges Vorgehen von internationalen Investoren bei Verletzungen des Rechtsschutzes. Die können dann nämlich noch zusätzlich Schadensersatz für entgangene Gewinnmitnahmen geltend machen.

        Verlieren wird Berlin und zwar auf ganzer Linie. Der Bund wäre dann verpflichtet Berlin gemäß GG in Regress zu nehmen.

        Falls internationale Investoren dann überhaupt noch in den Berliner Wohnungsmarkt investieren, würden sie einen Risikoaufschlag erheben der nicht nur Kredite verteuert. Gängige Praxis bei Heuschrecken.

      • Sam Spade

        @YeahYeah:

        Dazu noch für 3,5 Mrd € Immobilien in Berlin.

        Eine Enteignung wäre aber kein Minusgeschäft für den Staatsfond sondern eher das Gegenteil.

        Einmal informieren über den Inhalt der Investitionsschutzabkommen die Deutschland mit über 100 Ländern getroffen hat.

        Das sind völkerrechtliche Verträge. Enteignungen werden völkerrechtlich nach dem Hull Prinzip durchgeführt und sind nur gültig, wenn der volle Markwert erstattet wird.

        Da helfen auch keine deutschen Gesetze oder Urteile des BVerfG. Bei Enteignung unter Marktwert werden internationale Investoren die Weltbank als Schiedsgericht anrufen. Die Macht dann die Bundesrepublik haftbar.

        Schnellster Weg und daher gängiges Vorgehen von internationalen Investoren bei Verletzungen des Rechtsschutzes. Die können dann nämlich noch zusätzlich Schadensersatz für entgangene Gewinnmitnahmen geltend machen.

        Verlieren wird Berlin und zwar auf ganzer Linie. Der Bund wäre dann verpflichtet Berlin gemäß GG in Regress zu nehmen.

        Falls internationale Investoren dann überhaupt noch in den Berliner Wohnungsmarkt investieren, würden sie einen Risikoaufschlag erheben der nicht nur Kredite verteuert. Gängige Praxis bei Heuschrecken.

  • Goodfella

    Für soziale Wohltaten kann nur das verteilt werden was vorher eingenommen wurde, natürlich inklusive der massiven Schulden die dieses Land jährlich aufnimmt. Wenn das nicht reicht und man nicht sparen will muss die Wirtschaft wachsen. Wenn man diese aber gängelt mit hohen Strompreisen, immer neuen Berichtspflichten und Regularien und mitunter zum moralischen Feind erklärt (weil kapitalistisch!) muss man sich nicht wundern, dass der Lebensstandard sinkt. Da können noch 100 Demos organisiert werden, das ändert nichts.

    • Life is Life

      @Goodfella:

      Meinen Sie soziale Wohltaten wie Deckelung der Kapitalertragssteuer, Dienstwagenprivileg, Tankrabatt und Dieselprivileg für Landwirtschaftliche Betriebe?

    • makei1200

      @Goodfella:

      Wenn jemand was einnehmen will, muss jemand anders was ausgeben. Nur Einnahmen, die andere vorher als Ausgaben hatten, können verteilt werden, wobei das verteilte Geld (also Einnahmen) dann wieder zu Ausgaben führt, das andere einnehmen.

      Wenn sie sparen geben sie nichts aus, wobei andere dann wiederum nichts einnehmen können und dann auch anschließend nichts ausgeben können.

      Ich denke, wenn sie sparen, schrumpft die Wirtschaft.

      • Nachtsonne

        @makei1200:

        Wenn man mehr ausgibt als man einnimmt spart man explizit nicht.

    • Libuzzi

      @Goodfella:

      Mehr CDU wagen?

  • Perkele

    Mit ganzem Herzen stehe ich hinter dieser Jugend und ihren Protesten. Gewalt will die übergroße Mehrheit nicht. Verhindern kann sie jedoch nicht, dass "Agents provocateur" sich eingeschlichen haben oder "eingeschlichen" wurden. Ganz sicher kamen die Störungen nicht nur von Links, wie gerne verbreitet wird, die Faschos haben deutlich mehr von den Krawallen. Die jungen Leute sind NICHT dafür verantwortlich.

    • Ahnungsloser

      @Perkele:

      Die Bilder im Internet und TV sagen etwas anderes.

    • Kai Ayadi

      @Perkele:

      Ich war lange genug in der autonomen Szene aktiv, um zu wissen und erfahren zu haben, dass viele Aktivisren und auch UnorganisierteGewalt herbeiführen und auch ausüben. Hinterher waren dann die Polizei oder die geheimnisvollen "Agents provocateurs" schuld.



      Nicht dass ich den Zorn von Jugendlichen nicht verstehe und natürlich haben auch die Polizisten Lust auf Gewalt - aber wenigstens ehrlich sollte man sein.

    • Thomas2023

      @Perkele:

      Ich sehe es auch so, das die jungen Leute nicht für die Krawalle verantwortlich sind.



      Aber das hier "Agents provocateur" eingeschleust wurden glaube ich nicht. War ja auch gar nicht notwendig. Hier in der TAZ und von diversen linken Politikern war doch vorab schon zu lesen und zu hören daß die nicht gegen Gewalt sind.



      Mit linksextremen Krawallen war also fest zu rechnen.

      • Altbayer

        @Thomas2023:

        Man muss nur lange genug die Werbetrommel rühren, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Leider! Es mag der Gen Z um Veränderungen gehen - die halt ich für notwendiger als die Effekthascherei einer Dame aus FFF.