piwik no script img

Springer vs. Volksbad „Bild“ will Becken

Clara Dünkler

Kommentar von

Clara Dünkler

Die Schwarze Community reserviert das Berliner Volksbad für einen Mittag. Die Springerpresse nennt das Diskriminierung von Weißen. Hetze ist das.

E s ist der Aufreger der Stunde bei Bild, Welt, Nius und Co: Diskriminierung im Schwimmbad. Untypische Themensetzung, könnte man denken, aber nein, besagte Medien haben natürlich ihren eigenen Zugang gefunden. Sie werfen den Betreibern eines öffentlichen Schwimmbeckens in Berlin vor, Menschen aufgrund ihrer weißen Hautfarbe auszuschließen. Was dahinter steckt? Eine rechte Medienkampagne.

Die wichtigsten Zutaten hierfür sind: eine große Portion vermeintliche Verschwendung von Steuergeldern, Schimpfen auf ein angebliches Elitenprojekt, die Verdrehung von linken Argumenten und zu guter Letzt eine kleine Prise Wahrheit. Dabei ist darauf zu achten, dass diese feinst säuberlich aus dem richtigen Kontext entfernt wird.

Hintergrund der Kampagne ist das Projekt der Berliner Volksbühne. Anlässlich der neuen Intendanz von Matthias Lilienthal gibt es in der Sommerpause statt Bühne ein Becken. Das riesige Schwimmbecken ist von August bis Anfang Oktober mitten in Berlin vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz aufgebaut. Eintritt frei – nur Zeitslots müssen gebucht werden.

An den meisten Tagen kann kommen, wer es schafft, einen dieser Slots zu buchen. An manchen Tagen sind allerdings einige Stunden für Vereine reserviert, die sich in der einen oder anderen Weise für ein offenes Berlin engagieren.

Event für Menschen aus der Schwarzen Community

Einer davon ist der Verein Each One Teach One (Eoto). Am kommenden Freitag sind die Schwimmbahnen für einige Stunden nur für den Verein vorgesehen. Wer kommen will, muss sich über diesen anmelden. Theoretisch kann das je­de:R machen, das Event ist aber speziell für Menschen aus der Schwarzen Community gedacht.

Eoto setzt sich für die Interessen Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland und Europa ein. Gestartet als Kiez-Bibliothek im Berliner Stadtteil Wedding bietet der Verein mittlerweile auch Workshops und Seminare an. Ein Ort, an dem Menschen der Schwarzen Community sich austauschen und unterstützen können.

Der Verein wird unter anderem vom Bundesprogramm Demokratie leben! gefördert. Allein das dürfte die rechte Medienblase provoziert haben, an dem geplanten Badespaß Anstoß zu nehmen. Die AfD nimmt dankend an, was die Springerpresse ihnen so willig auf dem Tablett serviert. So postete die Partei in den sozialen Medien ein KI-generiertes Bild mit dem Titel „Rassentrennung auf Staatskosten“. Darauf Schwarze Menschen, die Spaß im Volksbad haben. Schlimmeres scheint sich die AfD nicht ausmalen zu können.

CDU-Politikerin macht mit

Nicht nur AfD, auch die CDU springt auf. Die Berliner CDU-Bezirksverordnete in Berlin-Pankow, Aileen Weibeler, postet ein Reel dazu auf Instagram. Darin beschwert sie sich, dass sie ihre Pläne, am Freitag ins Volksbad zu gehen, ändern muss. Und das nur aufgrund ihrer Hautfarbe. Stimmung machen, egal wie – es ist schließlich Wahlkampf in Berlin.

Bei der Aktion von Eoto geht es nicht darum, weiße Menschen auszuschließen, selbst, wenn sich diese offenbar kaum vorstellen können, dass es einmal nicht um sie geht. Sondern darum, einen sicheren Ort für Menschen der Schwarzen Community zu schaffen. Viel zu oft gehören öffentliche Orte, wie auch Schwimmbäder, nicht dazu.

Einmal einen Nachmittag Schwimmspaß einer von strukturellem Rassismus und ständiger Diskriminierung betroffenen Community zu überlassen, ist nicht zu viel verlangt. Die rechten Medien sehen darin aber einen Angriff auf die freie Gesellschaft. Es wird argumentiert, dass damit das „Volks“-bad seinen Zweck verfehle, da nicht das ganze Volk baden könne. Ausdruck einer freien und offenen Gesellschaft ist aber gerade das: Die Gruppen zu unterstützen, die benachteiligt sind.

Zumal weitere Termine exklusiv für andere Vereine und Gruppen reserviert sind. Beispielsweise für den Streetworkerverein Gangway, der sich um obdachlose Jugendliche und Erwachsene kümmert. Da erkennt allerdings niemand eine Diskriminierung von Nicht-Streetworker:innen. Einmal bleibt das Bad auch ganz zu, um den Verein Flussbadberlin zu unterstützen, der sich für den Spreekanal einsetzt. Das erwähnen aber weder Bild, Welt noch Nius in ihrer Berichterstattung. Es eignet sich wohl schlechter als Kampagne.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Clara Dünkler

Clara Dünkler

Seit 2025 Volo bei der taz. Gerade im inland. Davor in Leipzig Journalismus und in Freiburg Kulturanthropologie studiert.
Mehr zum Thema
Fotomontage eines wochentaz-Titels und dem Buchcover „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit

10 Wochen taz + Sachbuch „Autoritäre Rebellion“

Zeiten wie diese brauchen Seiten wie diese: unabhängig, konzernfrei und mit klarer Kante gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsruck. Teste jetzt die taz und erhalte das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit als Prämie.

  • Das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit als Prämie
  • Die wochentaz jeden Samstag frei Haus + digital in der App
  • Die tägliche taz von Mo-Fr digital in der App
  • Zusammen für nur 28 Euro

10 Wochen taz + Buch „Autoritäre Rebellion“

Jetzt bestellen

130 Kommentare

 / 
  • Eugen-Emilio

    Die Volksbühne ist jetzt ja keine Badeanstalt, die für alle gleichermaßen zur Verfügung stehen muss.

    Ich vermute mal, dass die das machen, um ihre Publikumsbasis zu verbreitern. Und da ist ein Signal an gesellschaftliche Gruppen und Milieus, willkommen zu sein, schon legitim. Das war in den Neunzigern nicht anders, da konnte man für einen schmalen Taler in den roten oder gründen Salon zu Lesungen und Konzerten und das junge, zahlungsschwache Volk fühlte sich willkommen.

  • Stechfliege

    Im Untertitel den Zeitraum zwischen 12:00 und 18:00 Uhr als "Mittag" zu bezeichnen, ist schräg.

  • Maock

    Eigentlich sollten doch alle einschließlich Kinder unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Glauben oder was auch immer nebeneinander leben und schwimmen können anstatt in labels zu denken. Im Grunde sind alles Menschen und jeder Mensch kann nett oder blöd sein. Und eigentlich sollte doch der Mensch zählen. Schwarze Kinder aber so ungeschickt in den Fokus zu stellen und potentiell zur Zielscheibe von Aggressionen zu machen ist unverantwortlich.

  • Sebas125b

    Der gesamte Beitrag von Frau Clara Dünkler entspricht leider nicht der tatsächlichen Sachlage und ist in dieser Form nicht haltbar.

    Zur Richtigstellung: Auf der Internetseite der Volksbühne hieß es zunächst für den 14. August, das Volksbad sei von 12 bis 18 Uhr „exklusiv für schwarze Communitys geöffnet“. Das unmittelbar vor dem Theater installierte Becken ist regulär von 12 bis 20 Uhr öffentlich zugänglich. Nach dieser ursprünglichen Ankündigung wäre es somit nur zwei Stunden für alle anderen Besucherinnen und Besucher geöffnet gewesen.

    Weiter hieß es: „Wir bitten diese kollektive Selbstbezeichnung und die damit verbundenen Räume zu respektieren.“ Die Anmeldung sollte über „Each One Teach One“ (EOTO e. V.) erfolgen.

    Im Laufe des Dienstagnachmittags wurde die Programmankündigung jedoch geändert. Am Abend war die ursprüngliche Formulierung verschwunden. Stattdessen hieß es nun: „Das Volksbad ist heute für Each One Teach One (EOTO) e. V. reserviert.“

    Damit wurde die ursprüngliche Darstellung offenbar geändert. Das Becken war nun nicht mehr ausdrücklich für Schwarze Communities reserviert, sondern für den Verein EOTO e. V.

    Diese Änderung der offiziellen Ankündigung ist für eine s

  • Budzylein

    "Schwarze Community"? Die Vorstellung, sämtliche in Deutschland lebenden Menschen, die nichts, aber auch gar nichts gemeinsam haben als die Hautfarbe - genauer gesagt: die Kategorie, in die ihre Hautfarbe eingeordnet wird - bildeten eine "Community", ist abenteuerlich. Niemand käme auf die Idee, dasselbe von den Weißen zu behaupten. Diese werden als Individuen oder zumindest als Gruppenzugehörige wahrgenommen und nicht als "Community". Niemand käme z. B. auf den Gedanken, zu behaupten, der Müllermilch-Müller und ein weißer deutscher Obdachloser seien Angehörige derselben "Community". Bei den Schwarzen ist das aber anders; die werden hierzulande häufig durch den Begriff der "Community" alle in einen Topf geworfen und nicht als Individuen, sondern als Kollektiv wahrgenommen. Genau das entspricht der traditionellen Sicht weißer Rassisten ("die sehen alle gleich aus und sind auch alle gleich", und den Rest kann man sich denken).

  • Nansen

    All denen hier unter den Kommentaristen, die eine Unterdrückung der eigenen weißen Mehrheit sehen, die es nicht verkraften, dass etwas für jemanden anderen reserviert sein könnte als ihresgleichen und die fragen, wie groß der Aufschrei wäre, wenn ein Bad „nur für Weiße“ reserviert würde... Denen sei gesagt:



    Springt nicht nur auf den Hetzkampagnenzug der AFD und einiger CDUler auf, nein geht AfD wählen. Das habt ihr eh vor und es passt hervorragend zu eurer nur mühsam maskierten faschistischen Grundhaltung.



    Die Volksbühne hat es euch gezeigt: Ein bisschen Kultur und schon seid ihr nackt

    • Chaos-NRW

      @Nansen:

      Früher war man Antirassist, wenn man gegen Rassentrennung war, heute scheint das anders zu sein. Das überrascht.

  • Eugen-Emilio

    Ernstgemeinte Frage: Gibt es die, die "schwarze Community"? Fühlen sich Menschen aufgrund unterschiedlicher, auf Afrika verweisender Herkunftsmerkmale als Teil einer Gemeinschaft? Oder aufgrund ähnlicher Diskriminierungserfahrungen?

    Für keinen anderen Kontinent kann ich mir diese Beschreibung vorstellen mit Ausnahme von Australien. Die Australier sind so wenige, die freuen sich vermutlich, wenn sie einen der ihren treffen. Die Chinesen in Deutschland sind so viele, die nehmen sich jedenfalls ein Berlin nicht als Teil einer Gemeinschaft war.

  • Troll Eulenspiegel

    Wenn es Damenschwimmen gibt oder Ladies-Only, dann schimpft der Mann doch auch nicht, sondern nimmt das zur Kenntnis.

    Aber wenn die Hautfarbe zu dunkel ist, dann ist es plötzlich der Untergang des Abendlandes.

    Sorry, liebe PoC. Ihr habt es immerhin versucht.

    • si tacuisses

      @Troll Eulenspiegel:

      Beim Damenschwimmen sind alle Frauen inkludiert. Egal welche Abstammung sie haben.



      Und ab welcher Hautfarbe darf man dann rein? Nur so, als Frage. Gibt es am Eingang dann eine Farbtafel zum Abgleich?



      (Das ist übrigens als Satire zu verstehen)



      Die Aktion ist einfach ganz daneben. Egal wie gut es gemeint war.

  • Metulski

    DerVolksbad-Spaß kostet den Steuerzahler 300000 Euro, wie kolportiert wird. Die Volksbühne wird mit knapp 200 Euro pro Karte vom Steuerzahler subventioniert. Vielleicht sollten sie mal etwas anbieten was dem Namen gerecht wird und nicht oft vor halbleerem Theater spielen. Dass, wenn auch nur tageweise, das Bad an einzelne Gruppen vergeben wird, ist nicht in Ordnung. Private Unternehmen können vermieten, an wen sie wollen. Öffentlich geförderte Angebote sollten auch öffentlich bleiben.

  • Sybille Bergi

    Wer ernsthaft denkt, dass Schwarze Menschen nicht gegen andere Schwarze Menschen rassistisch sein können, offenbart vollkommene Ignoranz gegenüber der Geschichte Afrikas. Da wimmelt es nur so von Versklavung, Genoziden etc zwischen schwarzen Völkern. Wie alle anderen Menschen aus den anderen Kontinenten auch halt.

    • Encantado

      @Sybille Bergi:

      "Wie alle anderen Menschen aus den anderen Kontinenten auch halt."



      Wer hätte das gedacht? Menschen sind Menschen und benehmen sich wie solche.



      Leider einschließlich der Unsitte, andere Menschen in Kategorien einzuteilen und ihnen unterschiedliche Wertigkeiten und Rechte zuzugestehen.

  • Katharina Reichenhall

    Wer dem politischen Gegner einen Elfmeter ohne Torwart anbietet, darf sich nicht wundern, wenn der Gegner diesen auch verwandelt. Wer schreibt "exklusiv für die schwarze Community" provoziert solche Reaktionen und sei es nur, um vermeintliche oder tatsächliche Rassismusvorwürfe zu spiegeln. Sollte das nicht beabsichtigt gewesen sein, war die Kommunikation ziemlich naiv und ungeschickt.



    Ich behaupte, in Zeiten, in denen die politische Debatte nicht so polarisiert wäre, würde so ein Event wahrscheinlich kaum jemanden in Wallung versetzen. Man könnte diese Geschichte natürlich auch zum Anlass nehmen, sich selbst kritisch zu hinterfragen, was man selbst zu dieser Polarisierung beigetragen haben könnte. Und nein, damit meine ich jetzt die schwarze Community, sondern die politischen Lager, rechts wie links.

    • si tacuisses

      @Katharina Reichenhall:

      Das war kein Elfmeter ohne Torwart, das war schon ein Eigentor mit Ansage. Denn einen Elfmeter muss man ja noch reinmachen. Hier ist der Ball schon im Netz.

      Man kann fast denken, dass bei den Veranstaltern einige AfD-Unterstützer dabei sind, die sich das, kurz vor den Wahlen, extra ausgedacht haben. Weil so naiv oder ... muss man erst mal sein, wenn es keine Absicht war.

  • migra

    Früher galten für Schwarze in den USA besondere Regeln. Nur hinten im Bus, nur auf bestimmten Bänken im Park. Wurde abgeschafft. Hurra! Ein Sieg für die Menschheit - könnte man meinen. Heute fordern sie (oder deren Vertreter, Verbündete und Fürsprecher) diese Segregation teilweise wieder ein, damit der alte Zustand wieder hergestellt wird. Was für ein Quatsch! Zu meiner Zeit gab es kaum Schwarze in meinem Viertel, aber wir hatten einen Jungen aus Serbien, der sah auch schon "anders" aus. Das hat uns überhaupt nicht interessiert. Er war und ist einer von uns. Die andere Optik interessiert Kinder doch gar nicht. Erst wenn so ein Bohei gemacht wird wie in diesem Fall des Planschbeckens, entsteht doch Trennung. Safe Spaces hin oder her. Was wohl los wäre, wenn mal jemand ein öffentliches Schwimmbad einen Tag nur für Biodeutsche reservieren würde, damit es mal wieder einen Tag wieder "wie früher" wäre....

    • BoLuz

      @migra:

      Schwarze Menschen sind tagtäglich Anfeindungen und zumindest Blicken wegen ihres "Andersseins" ausgesetzt.



      Für ein paar Stunden in der eigenen Community Spaß haben, kann sehr erholsam sein.



      Das bedeutet noch lange nicht, dass hier eine brutale Segregation zurück gewünscht wird. Wie kann man auf so eine absurde Idee kommen.

      • Encantado

        @BoLuz:

        "Schwarze Menschen sind tagtäglich Anfeindungen und zumindest Blicken wegen ihres "Andersseins" ausgesetzt."



        Und da ist es bestimmt hilfreich, dieses 'Anderssein' noch öffentlich deutlich hervorzuheben.

        "Das bedeutet noch lange nicht, dass hier eine brutale Segregation zurück gewünscht wird."



        Brutal nicht. Segregation offensichtlich schon.

        "Wie kann man auf so eine absurde Idee kommen."



        Logisches konsequentes Weiterdenken gezeigter Absichten. Ganz einfach.



        Absurd ist es, derartige Gedankengänge pauschal als 'absurd' abzutun statt einmal ein wenig selber zu reflektieren.

  • Alex_der_Wunderer

    Wie wäre es mit einem Spaßtag nur für



    " Springer " vom Beckenrand, natürlich



    nur für Bild, Welt & Nius , an einem kalten Tag im November , und kein Wasser im Becken ?

  • Oma

    „Sondern darum, einen sicheren Ort für Menschen der Schwarzen Community zu schaffen. Viel zu oft gehören öffentliche Orte, wie auch Schwimmbäder, nicht dazu.“ Wieso sind Schwimmbäder kein sicherer Ort für Menschen der Schwarzen Community?

    • BoLuz

      @Oma:

      Kein Ort in der Weißen Mehrheitsgesellschaft ist ein sicherer Ort.



      Damit ist nicht gemeint, dass Schwarze Menschen immer gleich um ihr Leben fürchten müssen.



      Schräge Blicke und Beleidigungen sind jedoch Alltag.



      Ein sicherer Ort bedeutet, davon unbehelligt zu sein.

      • Encantado

        @BoLuz:

        "Kein Ort in der Weißen Mehrheitsgesellschaft ist ein sicherer Ort.



        (...)



        Ein sicherer Ort bedeutet, davon unbehelligt zu sein."



        Und ein provokativ reserviertes Schwimm-Event im Blick der Öffentlichkeit ist ein solch sicherer Ort?



        Das müsste mir jemand erklären.

  • Strolch

    Erinnert sich hier keiner an dieses Freibadthema:



    taz.de/Diskriminie...0220&s=schwimmbad/

  • Black & White

    Geht es noch ungeschickter?

    Wenn an diesem exponierten Platz offiziell (ursprünglich) mit der Reservierung "exklusiv für die Schwarze Communities" geworben wird, dann interessiert sich keiner mehr für das "Kleingedruckte". Die Reaktion der konservativen/rechten Medien war zu erwarten. Und die Gegenreaktion der linken Medien (wie dieser Artikel beweist) war ebenfalls erwartbar. Warum macht man so ein Angebot und publiziert es so fahrlässig.? Warum ist die Volksbühne so naiv und was war die Intention?

    Die Volkbühne hat wohl nun die Veranstaltung wegen rassistischer Anfeindungen abgesagt. Warum hat man die Situation eskaliert?

    Ich habe Kinder, die zur "schwarzen Community" gehören. Ich stelle mir vor, wie meine Kinder mit anderen schwarzen Kindern 6 Stunden auf dem Präsentier-Teller sind und neidisch bei heißem Wetter angeglotzt werden. Es ist unverantwortlich diese Kinder so in den Mittelpunkt zu stellen und evtl. Aggressionen auszusetzen. Würde man schwarze und weiße Kinder zusammen schwimmen lassen, dann würde ich sagen: Bravo. Dass wäre ein Zeichen von Zusammenhalt.

    • Jutta57

      @Black & White:

      bester Kommentar. Danke.

    • migra

      @Black & White:

      Genau so stelle ich mir das vor! Gemeinsame Erlebnisse im prägenden Kindesalter mit anderen Menschen schützt später vor Angst und Hass auf andere. Viele fragen sich, warum so mancher im "Osten" andersfarbige nicht mag. Vielleicht, weil sie nie zusammen planschen durften?

    • Nachtsonne

      @Black & White:

      Dazu hätte man die Hautfarbe einfach in keiner Weise ins Spiel bringen müssen und dürfen. Das war hier aber eindeutig nicht die Intention des Intendanten: Er wollte nach Hautfarbe differenzieren. Um das durchzudenken hat es wohl nicht gereicht. Da der Herr noch in der Probezeit sein dürfte - falls nicht im Vertrag vergessen - wäre es wohl angebracht wenn der Herr demnächst einer anderen Aufgabe nachgeht. Auch das Verschleiern mit dem Verein wurde jetzt zurückgenommen. Der Protest kam wohl zurecht nicht nur von der nervigen Bild. Ein bemerkenswerter Bärendienst!

  • Oma

    In München ist Lilienthal mit dem



    Vorsatz angetreten, die Kammerspiele für eine neue Publikumsschicht, insbesondere mit migrantischem Hintergrund, zu öffnen. Das sah dann so aus: in den Toiletten gab es Hinweisschilder in arabischer Sprache, die Einlasskontrolle und der Verkauf der Programme oblag dunkelhäutigen Menschen, die Putzkolonne hatte vermutlich ebenfalls migrantischen Hintergrund und auf der Bühne radebrechte ein einzelner arabischstämmiger Schauspieler inmitten deutschsprachiger Kollegen. Im Publikum saßen ausschließlich deutsche Frauen 50plus, Typ bildungsbeflissene Hausfrau mit Abitur. Wieso es bei den Vorstellungen plötzlich englischsprachige Übertitel gab, war völlig unklar. Ich habe dort nie irgendwelche Zuschauer gesehen, die nicht Deutsch als Muttersprache hatten.



    Falls das Volksbad tatsächlich was Nachhaltiges für die schwarze und queere Community tut, wunderbar. Falls nicht, konnten sie wenigstens ein bisschen kostenlos planschen, bei den aktuellen Temperaturen nicht das Schlechteste. Ich habe aber den Verdacht, dass das Ganze eher ein Gag war und diese Gruppen für eine Werbeaktion instrumentalisiert wurden.

  • Gerhard Krause

    Nicht provozieren lassen. Denn Bild ist doch der größte Spalterladen ever, Empörungsunternehmen.

  • SGouldo

    Wer nach der Hautfarbe unterscheidet, handelt meiner Meinung nach rassistisch, völlig irrelevant, ob schwarz oder weiß. So wie es schwarze Deutsche gibt, gibt es doch auch weiße Afrikaner, dürfen die dann auch nicht rein?

    • Andreas J

      @SGouldo:

      Eine an den Haaren herbeigezogene Argumentation. Es geht überhaupt nicht um Afrikaner, sondern um einen diskriminierungsfreien Safe Space für schwarze Kinder. Die können überall geboren sein. Sie wollen nur einen Fall von Rassismus gegen Weiße konstruieren, der keiner ist. Das ist rassistisch.

    • Alex_der_Wunderer

      @SGouldo:

      @ SGouldo



      Wie jetzt , auch keine getrennten Badetage nach Geschlechtern, oder es gibt auch Tage da schwimmen nur Stundenweise Sportler, diese Diskriminierungskiste ist doch nur vorgeschoben, sollen doch die Springer Leutz ins Becken ohne Wasser abtauchen...

    • Anna Bell

      @SGouldo:

      Artikel lesen und darüber Nachdenken beantwortet ihre Frage.

  • Warim Wilke

    Es gibt dieses sehr bekannte Zitat Max Goldts über die Bild. Das Wort Niedertracht spielt darin eine entscheidende Rolle. Das Zitat ist meiner Erinnerung nach über 25 Jahre alt, könnte aber aus wurschtegal welchem Jahrzehnt stammen. Einfach nur ekelhaft.

    • Flix

      @Warim Wilke:

      Da fragt man sich, was seine Bezeichnung für Nius gewesen wäre.

  • Tom Tailor

    Mal ganz pragmatisch: wenn es grundsätzlich vorgesehen ist, dass ein Verein oder Gruppe dieses Bad für einen bestimmten Zeitraum exklusiv buchen darf, gibt es gar nichts zu diskutieren.

    Sofern dies aber nicht vorgesehen ist, stellt sich die Frage



    - mit welcher Begründung hier das Bad eine zeitlang blockiert wurde so dass es der Allgemeinheit in dieser Zeit nicht zur Verfügung stand



    - und ob diese Begründung plausibel genug ist, um gerade dieses Objekt dafür zur Verfügung zu stellen. Denn streng genommen könnte man ja jede städtische Einrichtung, die von der Allgemeinheit 24/7 genutzt werden darf, für bestimmte Zeit nur einer ausgewählten Gruppe überlassen, solange dies nur irgendwie begründet wird.

    Daher empfinde ich es schon als gerechtfertigt diese Aktion in dieser Richtung zu hinterfragen. Denn wenn die Argumentation lautet, dass die Gruppe um die es hier geht strukturellem Rassismus und ständiger Diskriminierung ausgesetzt ist, gilt es nachzuweisen dass dies insbesondere auch in diesem öffentlichen Bad der Fall ist. Und wenn dem nicht so ist, welche Kriterien bei der Auswahl der Freizeitstätte maßgeblich waren.

    • Outis

      @Tom Tailor:

      Die Ausgangsfrage ist ja im Artikel klar beantwortet: Ja, es ist grundsätzlich vorgesehen, dass Vereine das Bad für bestimmte Zeitblöcke buchen können. Insofern erübrigt sich der Rest der Diskussion eigentlich.

      Kann natürlich auch sein, dass Bild eigentlich gegen die Diskriminierung von Transmenschen in binären Toiletten hinweisen möchte, wo ja die Exklusivität aufgrund des Geburtsgeschlechts auch immer wieder mal Thema ist. Ich vermute aber, dass Bild (und die "gesunde Volksstimme") hier deutlich gegen freien Zugang nach Selbstwahrnehmung argumentieren würden. (Das Spannungsfeld zwischen Freiheit der Selbstdefinition und der Kategorisierung nach äußeren Faktoren finde ich generell interessant, aber ich nehme weder der Springerpresse noch der AfD ein ernsthaftes diskursives Interesse abseits von politischen Kampagnenzielen ab.)

    • Gerhard Krause

      @Tom Tailor:

      Keine Kritik, nur Ergänzung: es muss auffallen, dass die Besprechung immer am Ende, am Ergebnis ansetzt. Es bleibt vollständig - bei der konkreten rechtlichen Ausgestaltung in Berlin bin ich blank, greife mit der gebotenen Zurückhaltung einen Erfahrungswert auf - außer Betracht, dass es Verantwortliche geben dürfte, denen das Recht bzw die Befugnis eingeräumt wurde, eine Entscheidung oder auch Ausnahmeentscheidung zu treffen. Da besteht zwar Kausalität zwischen Befugnis und "Ende", aber wenn die Befugnis nicht überschritten worden ist, könnte man sie ja auch vorliegend akzeptieren und Änderungen besprechen. Genau das geschieht verbal nicht.

    • Anna Bell

      @Tom Tailor:

      Steht doch genau so im Artikel: Das Bad ist zu manchen Zeiten für unterschiedliche Gruppen exklusiv reserviert.

  • Wiesel24

    Wann wird diese künstliche und unscharfe Trennung zwischen scharz und weiß endlich überwunden werden? Alle Menschen sind homo sapiens, es gibt keine Rassen und auch keine Kulturrassen.

  • Andreas_2020

    Wie ekelhaft sind diese Menschen?



    Unterstellung, Gefühle, Mobilisierung, das alte Lied der Nazis, gegen andere Menschen hetzen.



    Vielleicht hätten sie sich mal anmelden sollen und es auf eine Begegnung ankommen lassen sollen.



    Allerdings zeigt das auf, wie gefährlich selbst Kleinigkeiten werden können. Die Propagandamaschine steht für solche Sachen zur Verfügung - egal wie idiotisch das ist.

  • Müller Christian

    Diese Aktion soll ja auch was mit Kunst zu tun haben. Kunst soll ja Menschen zusammenbringen. Heißt ja auch Volksbad. Da sollte man das Bad nie einzelnen Gruppen, egal wie positiv deren Arbeit ist, zur Verfügung stellen. Wenn, dann maximal Gruppen, die total unterschiedlich sind. Zum Beispiel Eoto und dem AfD Ortsverein. Mitglieder der Linken und Immobilien Investoren. Ultras von Hertha, BFC und Union. Das wäre für mich interessant und positiv. Und Kunst. So werden, aus meiner Sicht, Gruppen selektiert, die aber eigentlich mal miteinander sprechen sollten.

    • Oma

      @Müller Christian:

      Diese Gruppen zu einer gemeinsamen Veranstaltung zu motivieren wäre wirklich eine Kunst.

    • Mondschaf26

      @Müller Christian:

      Die Paarungen, die sie vorschlagen, könnten Unterwasser-Rugby aufführen. Oder Wasserballett.



      taz.de/picture/865...1200/38613143.webp



      Aber die Ente bleibt draußen!

  • Günter Witte

    Wie groß währe der Shitstorm wenn jetzt eine Gruppe das Bad nur für Weiße reservieren würde ? So nutzt halt jede Gruppe das Stöckchen das man ihr anbietet ...

    • Sven Krüger

      @Günter Witte:

      Herr Witte nicht richtig gelesen? Erstens es gibt Zeitslots für Vereine. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese von Vereinen belegt werden, die nur Weiße Mitglieder haben? Das Zweite, jeder kann sich über den Verein anmelden. Natürlich werden die Vereinsmitglieder bevorzugen, aber versuchen sie es aus eigener Erfahrung (ich bin mit einer Senegalesin verheiratet) weiß ich, dass es auch einige Weiße in den Vereinen gibt. Trauen Sie sich.

      • Nachtsonne

        @Sven Krüger:

        Klar, Bevorzugung für Schwimmvereine. Merken Sie nicht, wie Sie ihren eigenen Interessen schaden, wenn Sie eine unbegründete Bevorzugung für Ihre Kinder und Frau in Anspruch nehmen?

    • Selbstauslöser

      @Günter Witte:

      Sie können ja einen Verein zum Schutz der weißen Minderheit gründen.

      • Nachtsonne

        @Selbstauslöser:

        Was dann passiert können Sie sich denken. Ich frage mich nur, warum Sie eine solchen Verein bei Nicht-Weißen anders bewerten?

      • aujau

        @Selbstauslöser:

        Lol

    • FtznFrtz

      @Günter Witte:

      Man fragt sich, wann dieser Unsinn sich auch einmal abnutzt. Das unterirdische intellektuelle Niveau ist man vom Reichelt-Käsesender ja gewohnt, das der tumbe, hinter dem Mond lebende Unionsteil mit blökt ist an Peinlichkeit nur schwer zu überbieten.



      Die arme unterdrückte weiße Mehrheit in Deutschland, geht's noch?

      • Nachtsonne

        @FtznFrtz:

        Lasse Sie einfach das Thema Hautfarbe für den Schwimmbadbesuch ganz weg. Sonst haben Sie mit Reichelt mehr gemeinsam als Ihnen lieb sein dürfte.

      • Encantado

        @FtznFrtz:

        "'Wie groß währe der Shitstorm wenn jetzt eine Gruppe das Bad nur für Weiße reservieren würde ? So nutzt halt jede Gruppe das Stöckchen das man ihr anbietet ...'



        Die arme unterdrückte weiße Mehrheit in Deutschland, geht's noch?"



        Ich bin offenbar in nem Alter, wo man nicht mehr richtig lesen kann... wo genau hat der Mitdiskutant von einer 'armen unterdrückten weißen Mehrheit in Deutschland' gesprochen?

        Man fragt sich tatsächlich, wer hier denn nun über welche Stöckchen springt...

        • Outis

          @Encantado:

          Explizit hat das erst der von dir zitierte Kommentar reingebracht. Angesichts dessen aber, dass der Grund der Existenz von Vereinen wie dem kritisierten (zumindest als Teil ihrer Mission) die Unterstützung von systematisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen ist, scheint die umgekehrte Annahme plausibel, dass ein Verein für "weiße" Menschen eine ähnliche Zielstellung haben würde (was eine vergleichbare systematische Benachteiligung implizieren würde). Das hat der Kommentar vielleicht etwas zugespitzt, aber durchaus treffend formuliert.

          • Encantado

            @Outis:

            "...scheint die umgekehrte Annahme plausibel..."



            Sie scheint, ja. In einer Diskussion, die man rational halten möchte, sollte man allerdings nicht mit scheinbar richtigen Annahmen (oder Unterstellungen, was es m. E. besser trifft) arbeiten. Denn speziell diese Annahme ist eine Meinung, die zudem auf weiteren Annahmen beruht.



            Insofern hat der Kommentar _meiner Meinung nach_ deutlich überzogen; meine Annahme hier ist, dass die Ursprungsaussage einen wunden Punkt berührte und die Diskussion als solche deshalb so schnell wie möglich abgewürgt werden sollte.



            Eine plausible Annahme, finden Sie nicht?

            Und so können wir uns hin- und herannehmen, ohne irgendwohin zu kommen. Wem nutzt das? Den extremen Rändern.

        • Alex_der_Wunderer

          @Encantado:

          @ Encantado



          Dienstags nur die Blauen und Freitags die Karierten - wa...🛀

      • Andreas Flaig

        @FtznFrtz:

        👍

      • Chris McZott

        @FtznFrtz:

        In Frankfurt am Main könnte man das vielleicht machen ;)

      • Zippism

        @FtznFrtz:

        Genau solche Antworten sind ein schönes Beispiel für die linke Arroganz, die seit Jahren dazu beiträgt, Wähler eher von sich weg als zu sich hin zu treiben.

        Statt sich mit dem Einwand auseinanderzusetzen, wird der Gegenüber als „tumb“, „hinter dem Mond“ und intellektuell unterirdisch abgekanzelt. Das ist keine Auseinandersetzung mit einem Argument, sondern die selbstgerechte Botschaft: Wer das anders sieht als wir, ist eben dumm und rückständig.

        Und anschließend ist die Verwunderung wieder groß, warum der AfD-Wähleranteil steigt. Vielleicht sollte man irgendwann erkennen, dass Menschen sich nicht unbedingt deshalb von der Politik abwenden, weil sie plötzlich alle Rechtsextreme geworden sind, sondern auch, weil sie keine Lust darauf haben, bei jeder abweichenden Meinung moralisch und intellektuell abgekanzelt zu werden.

        • Kaboom

          @Zippism:

          Seltsamerweise haben all diese Leute gar kein Problem damit, wenn Rechtsradikale beispielsweise auf WELT-Online von "Nürnberg 2.0" schwadronieren, oder davon, dass die demokratischen Parteien "verschwinden " müssten, oder das Millionen abgeschoben werden müssten.



          Aber das ist sicherlich reiner Zufall.



          Achja: Nach wie vor ist Faschismus keine "andere Meinung".

        • Altbayer

          @Zippism:

          Da capo!

        • Klabauta

          @Zippism:

          Falsch. Der "Einwand" von Herrn Witte ist das, was Nils Kumkar als kommunikative Realitätsdestruktion bezeichnet, die es erlaubt, wider besseres Wissen weiterzumachen wie bisher.



          Ich werde deshalb weder Herrn Witte noch Ihnen ein weiteres Mal erklären, warum wir es in diesem Fall nicht mit Rassismus zu tun haben, wie von ihm angedeutet.

          • Zippism

            @Klabauta:

            Sie müssen mir gar nichts „ein weiteres Mal erklären“. Sie könnten stattdessen einfach auf meinen tatsächlichen Einwand eingehen.

            Ich habe weder behauptet, dass die konkrete Aktion per se rassistisch ist, noch den Veranstaltern ihre Motive unterstellt. Mein Punkt war ein anderer: Wie würde dieselbe Aktion bewertet, wenn dort ausdrücklich „nur für Weiße“ stehen würde? Dass die Reaktionen darauf vermutlich erheblich anders ausfallen würden, ist eine legitime Frage.

            Ihr Beitrag beantwortet diese Frage nicht. Stattdessen erklären Sie meinen Einwand zur „Realitätsdestruktion“ und erklären die Debatte damit für beendet. Das ist bemerkenswert bequem: Die eigene Position muss nicht mehr argumentativ verteidigt werden, weil der Widerspruch kurzerhand zum Ausdruck einer gestörten Wahrnehmung erklärt wird.

            Und genau damit bestätigen Sie übrigens meinen ursprünglichen Punkt: Wer andere Meinungen nicht argumentativ aushält, sondern sie als dumm, rückständig oder jetzt eben als „Realitätsdestruktion“ etikettiert, muss sich über die zunehmende Distanz vieler Menschen zu diesem politischen Milieu nicht wundern.

            • Klabauta

              @Zippism:

              "Wie würde dieselbe Aktion bewertet, wenn dort ausdrücklich „nur für Weiße“ stehen würde?"

              Nein, das war nicht Ihr Einwand, sondern der von Herrn Witte.



              Sie hingegen kritisierten die Antwort von @FtznFrtz als, Zitat, "ein schönes Beispiel für die linke Arroganz, die seit Jahren dazu beiträgt, Wähler eher von sich weg als zu sich hin zu treiben."



              Inhaltlich-argumentativ haben Sie den Einwand von Herrn Witte in keiner Weise unterstützt.

        • Andreas Flaig

          @Zippism:

          Günter Witte hat da etwas, was zB. In den USA ein dickes Problem ist, nach Deutschland verfrachtet.



          Die Kritik von Ftzn Frtz ist daher völlig angebracht und hat mit Arroganz nun gar nichts gleich.



          Die Auseinandersetzung hätte stattfindenden können wenn Witte sich als kleiner Zyniker geoutet hätte, hat er aber nicht.

    • PartyChampignons

      @Günter Witte:

      Das Bad ist nicht NUR für weiße oder NUR für schwarze reserviert worden, es ist für Mitglieder eines bestimmten Vereins reserviert worden! Das ist ein Unterschied! Es gibt hier kein Verbot für weiße Menschen, da ist ja gerade der Punkt! Es werden regelmäßig für irgendwelche Schwimm- und Wassersport-Vereine Becken gesperrt, da beschwert sich auch niemand!

      • gyakusou

        @PartyChampignons:

        Das ist nicht korrekt. In der Beschreibung des Volksbad wurde explizit darauf hingewiesen, dass es um schwarze Menschen geht:

        In diesem Zeitraum ist das Volksbad exklusiv für schwarze Communities geöffnet. Wir bitten diese kollektive Selbstbezeichung (...) zu respektieren.

        • Altbayer

          @gyakusou:

          Alleine so ein Aushang ist in meinen Augen schon ### - wozu gibt es solche Veranstaltungen? Zwei, drei Leute hinstellen: Heut nur für Vereine - tut uns leid. ( Falls "weiß" )



          - einen Moment bitte ... hier entlang ( falls "schwarz" ) -



          manchmal lösen wir Bayern die Dinger scheinbar wirklich geschickter - wenn auch nur manchmal ;)

    • Hektor Rottweiler

      @Günter Witte:

      Das Bad wurde aber auch hier nicht für „Schwarze“ reserviert, sondern für einen Verein. Im Artikel steht sogar, dass alle Menschen sich über den Verein anmelden können.

      • Bommel

        @Hektor Rottweiler:

        Na ganz so war es nicht. Zu Anfang hat die Volksbühne verkündet, dass das Bad am Freitag von 12-18 Uhr für die schwarze Community reserviert ist. Aus meiner Sicht eine klare Unterscheidung nach Hautfarbe. Nachdem irgendwer der Volksbühne eine Kerze angezündet hat, wurde die Ansage geändert und verkündet, dass am Freitag von 12-18 Uhr das Bad für einen Verein reserviert ist. Letzteres ist vollkommen in Ordnung, ersteres nicht. Wegen der Reihenfolge der Bekanntmachungen bleibt ein schaler Beigeschmack.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Günter Witte:

      Reservieren Sie doch...

  • 7G
    753902 (Profil gelöscht)

    Da veranstalten die üblichen Verdächtigen wieder viel Tam Tam um quasi nichts. Wenn niemand ausgeschlossen wird auf Grund seiner Herkunft oder Hautfarbe liegt wohl auch kein Fall von Rassismus vor.



    Wenn ja, ist das eben klar Rassismus.

    Ich finde der Vergleich mit den Streetworkern hinkt aber gewaltig. Niemand kann sich seine Hautfarbe aussuchen, den Beruf aber meistens schon.

    • Selbstauslöser

      @753902 (Profil gelöscht):

      Es ist immer wieder der selbe Ego-Mechanismus: den eigenen Fehler jemand anderem unterstellen und vorwerfen.



      Rassisten werfen anderen Rassismus vor, die üblichen Verdächtigen bezeichnen andere als übliche Verdächtige, die mit den Halbwahrheiten werfen anderen Halbwahrheiten vor, die Spalter bezichtigen andere der Spalterei, ... immer getreu dem Mott: ich bin gut, WEIL du schlecht bist, und deshalb mache ich dich schlecht.



      Sich selbst im anderen erkennen können wäre jedoch ein Zeichen persönlicher Reife.



      Man kann nur hoffen, daß die Eoto-Badegäste nicht von Bild-„Zeitung“ und noch aggressiveren Verteidigern von weißen Rechten behelligt werden.

    • Alexander Diehl , Autor , Redakteur taz nord

      @753902 (Profil gelöscht):

      Die Grundannahme ist doch, dass der Ausschluss der einen - für einen nicht mal vollständigen Nachmittag! - für die anderen eine Unterbrechung darstellt von Ausgrenzungen, die sich nicht gerade auf ein paar Stunden beschränken. In der - von den genannten Akteuren natürlich gezielt waffenfähig gemachten - Empörung liegt dinsofern doch eine Chance: Was, sagen wir: Hans-Dieter, traurig und "diskriminiert" am Beckenrand kurz mal aushalten muss, wird anderen ihr ganzes Leben zugemutet. Ihr könntet voneinander lernen, wenn die weißen Wuttränchen erst getrocknet sind.

      • Berliner_Kaepsele

        @Alexander Diehl:

        Sich zu separieren, trägt nicht zu einer irgendwie gearteten Integration bei. Aber das erforderte ja Reflexion, um das zu erkennen. Da ist die Opferrolle davor.

        Bei der AfD dürften wieder die Sektkorken geknallt haben.

      • Maja Kero

        @Alexander Diehl:

        Genau! Diskrimierungen bzw. Ausschluss ist dann in Ordnung, wenn es die Richtigen trifft. Es ist genau diese Absage an den Universalismus wegen der es vielen Menschen schwer fällt sich mit linken Werten zu identifizieren. Garniert wird das ganze mit einem an Arroganz nicht mehr zu überbietenden Schmunzeln über „ die Tränchen von Hans-Dieter am beckenrand“.

        Und genau in diese Lücke muss dann nur noch eine Partei stoßen, die Hans-Dieter sagt: „Siehste ! Die halten sich nicht an ihre eigenen Werte. Und lachen dich darüber hinaus noch aus, wenn du dich beschwerst. Komm zu uns, wir nehmen dich und deine Sorgen ernst!“

        Wundert sich da noch einer über die Umfragewerte für die besagte Partei ?

      • Sam Spade

        @Alexander Diehl:

        "Ihr könntet voneinander lernen, wenn die weißen Wuttränchen erst getrocknet sind."

        Kluge Antwort des Autors. So sollte es sein, wenn der Mensch seinen Verstand benutzt. Nur leider ist Empathie nicht die stärkste Währung unserer Zeit.

        Hans-Dieter wird da lieber nach dem Sündenbockprinzip verfahren, Parallelgesellschaften beklagen und in diesem Zusammenhang Minderheiten mangelnden Integrationswillen vorwerfen. Das geht alles leichter von der Hand und man verweilt mental bequemer an der Oberfläche anstatt in die Tiefe zu gehen und grundlegendes zu hinterfragen.

        Persönlich halte ich Idealismus jedoch nie für verkehrt.

        • Deep South

          @Sam Spade:

          Im Grunde genommen ist das Ganze eigentlich den Aufreger nicht wert. Eine durchaus bewußt provokante Aktion provoziert und die Provokation wirkt. Ob das nun den gewünschten Effekt hat, nämlich zum Nachdenken/Diskurs über Ausgrenzung und Rassisismus anzuregen, dürfte je nach Bubble wie immer unterschiedlich bewertet werden. Soweit, so belanglos erstmal.



          Etwas interessanter find ich dann aber, wie selbstverständlich da so ein "Hans-Dieter" ins Spiel kommt. Wem soll das bitte nützen, Menschen pauschal nach Klischees als Hans-Dieters, Alis, Ivans, Luigis, Kevins oder Chantalles oder Karens abzuheften? Solche verächtlichen Stereotype, nach Herkunft oder Klasse sind nämlich durchaus Teil der Denke, die zu der zitierten "vergifteten Atmosphäre" führen. Um BILD und Konsorten zu entlarven, brauchts das zumindest mal nicht.

      • 7G
        753902 (Profil gelöscht)

        @Alexander Diehl:

        Mit „Tam Tam der üblichen Verdächtigen“ bezog ich mich eben auch auf den Tam Tam der Bild-Zeitung und rechten Medien. Unabhängig davon, ob es nun wirklich im Sinne des Vereins lag, das Bad nur „Mitglieder der Schwarzen Community“ zu reservieren, fände ich es halt besser, wenn alles zusammen Spaß haben würden und die geistigen Schranken fallen lassen würden, die nach Hautfarbe unterscheiden. Wer ist denn bitte Hans-Dieter muss man den kennen?

  • Jan Schubert

    Das einzige, was ich dieser Diskussion entnehmen kann, ist die offenkundige Tatsache, dass die Hautfarbe weiterhin ein, nun ja, Unterscheidungskriterium ist.

    • nihilist

      @Jan Schubert:

      Richtig. Die Schwarze Community definiert sich vor allem über die Hautfarbe und die damit verbundene Tatsache, eine Minderheit zu sein, die sich nicht verstecken kann.



      Und dafür brauchten Sie diese Diskussion?

      • Encantado

        @nihilist:

        "Die Schwarze Community definiert sich vor allem über die Hautfarbe und die damit verbundene Tatsache, eine Minderheit zu sein, die sich nicht verstecken kann."



        Man kann natürlich auch der Ansicht sein, eine Betonung der Hautfarbe würde diese Unterscheidung verstärken, nicht abschwächen.



        Aber das ist offensichtlich Ansichtssache.

      • Jan Schubert

        @nihilist:

        Das Menschenbild unserer Verfassung kennt weder eine Zugehörigkeit zu einer Mehrheit noch zu einer Minderheit, wie auch immer sich diese selbst definieren mögen.

    • Vigoleis

      @Jan Schubert:

      Das dachte ich auch so. Die unterschiedliche und unterscheidbare Hautfarbe (und andere "Merkmale", auf die man naturgemäß keinen Einfluss hat) darf nur dann "bemerkt" werden, ein Unterschieds-"Merkmal" sein und als solches instrumentalisiert werden, wenn es gerade ins eigene Geschäftsmodell passt. Wenn nicht, ist es rassistisch.

  • Ruhig bleiben

    Springer hetzt mit Halbwahrheiten?

    Nein!

    Doch!

    Oooh!

    • aujau

      @Ruhig bleiben:

      So ist das zu sehen. :)

  • miri

    Das hätte sich früher niemand getraut, nicht mal "Bild". Schließlich gibt es in jedem Kleinstadtschwimmbad Zeiträume für Damenschwimmen, Seniorenschwimmen, Schulschwimmen... Die Behauptung, das sei Diskriminierung, wäre zu offensichtlich albern gewesen -- gerade im Schwimmbad. Nein, es ist erst Donald Trump, der die Latte des Möglichen so abgesenkt hat, und zwar genau mit dieser Zielrichtung: Die armen Weißen! Und seine emsigen europäischen Adepten folgen ihm begeistert hechelnd. Alles hat zum Ziel, die Schuld für Ungleichheit und Unrecht bei den Opfern abzuladen. War nicht auch Rosa Parks eine Rassistin? Wieso wollte sie denn ihren Sitzplatz keinem Weißen überlassen? Aber über Diskriminierung jammern, ja? Die sind doch alle selber schuld!

    • si tacuisses

      @miri:

      "Schließlich gibt es in jedem Kleinstadtschwimmbad Zeiträume für Damenschwimmen, Seniorenschwimmen, Schulschwimmen... Die Behauptung, das sei Diskriminierung, wäre zu offensichtlich albern gewesen..."



      Vielleicht finden Sie in Ihrem Kommentar selbst den Fehler!



      Wenn nicht, dann helfe ich Ihnen mal.



      Senioren sind Menschen die Alt sind. Das wird jeder Mensch einmal.



      Damen, also alle Frauen, etwa die Hälfte der Weltbevölkerung sind weiblich.



      Schüler, alle jungen Menschen in Deutschland.



      Alle Kategorien sind vollkommen unabhängig von der Herkunft und oder Ethnie.



      Also ist Ihr Beispiel sehr schlecht gewählt.



      Und Rosa Parks ins Spiel zu bringen? Mhh, auch nicht passend, meiner Meinung nach.

    • Sybille Bergi

      @miri:

      Mit dem feinen Unterschied, dass Rosa Parks wollte, dass alle Menschen auf allen Sitzen sitzen dürfen, und nicht, dass wieder nach Hautfarbe unterschieden wird.



      Hier mal ein Zitat von Martin Luther King:



      Judge people by the content of their character, not the colour of their skin.

      Gilt für mich bis heute. Leider ist die progressive Linke davon weggekommen, und wundert sich dann, warum mit Identitätspolitik keine Mehrheiten zu holen sind.

    • Altbayer

      @miri:

      Die meisten Artikel gegen "die Burka-Invasionen" ca. 2017 bis 2019 in den Schwimmbädern wurden massivst zurückgepfiffen! Von wegen schon früher nicht getraut.

      Als auf den Philippinen der Präsi "jeden Verdacht auf Drogendealer" zum Vogelfreien erklärte, gab es eine Doppelseite, in der eine trauernde Frau ihren erschossenen Freund in den Armen hielt. Verpixelt halt, damit man nicht wieder "Ärger" bekommt -.- Ca. 2015 bis 2017.

    • 7G
      753902 (Profil gelöscht)

      @miri:

      Rosa Parks hier las Vergleich? Ehrlich? Ist heute der Tag an dem wie Äpfel mit Birnen vergleichen? Meines Wissens und korrigieren sie mich, wenn ich falsch liege, ging es bei Rosa Parks darum, das sie auf einem Platz saß, der dauerhaft für Mitglieder der „weißen Community“ reserviert wurde und nicht verlangt hat, das nur Mitglieder der „schwarzen Community“ dort sitzen durften sondern eben alle Menschen.

      • Kawabunga

        @753902 (Profil gelöscht):

        Kann es sein, dass Sie miris Kommentar in den völlig falschen Hals bekommen haben, wie es so schön heißt?

  • Il_Leopardo

    Hallo Frau Weibeler, wann und wo ist Ihre Toleranz abhanden gekommen?

    "Mein Lieblingsort auf der Welt:



    Überall dort, wo Toleranz, das Miteinander und Ehrlichkeit tagtäglich gelebt werden"

    cdupankow.de/person/91/Aileen-Weibeler

    • Sybille Bergi

      @Il_Leopardo:

      Genau! Miteinander, nicht nebeneinander.

  • Janix

    Die Bild ist doch sonst immer für die Freiheit des Besitzenden.

    Und eine Brunnentrüberin seit ihrer Gründung.

    Sie sollte mal für mehr öffentliche Schwimmbäder streiten - das Geld dafür wäre bei den Poolbesitzern auch mal zu holen (ja, Privatpool ist grob ineffiziente Volksvermögenverwendung und kein "normaler" Lebensstandard).

    In Deutschland sollte niemand ertrinken, weil er/sie in ein Gewässer rutscht und nie Schwimmen gelernt hatte, weil das Schwimmbad wegen öffentlicher Armut dicht war.

    • Altbayer

      @Janix:

      Janix da (Blöd) wird dann ab und zu auch a bisserl berichtet, was die DLRG geleistet hat. Über die Wasserwacht schreiben? Nicht der Rede wert. Schön, dass hier in Bayern niemand entweder gerettet wird, oder leider ertrinkt.

    • Offebacher

      @Janix:

      Hm, als ehemaliges Landei muss ich sagen, hier unterscheiden sich mal wieder Stadt und Land. In der Stadt werden die Schwimmbäder geschlossen, auf dem Land gibt und gab es gar keine. Von meiner alten Heimat aus waren es ca. 20 Km bis zum nächsten Schwimmbad - da waren die meisten Menschen Nichtschwimmer.

  • Peter Schmidt

    Naja man muss aber so ehrlich und sagen, dass erst nach den Artikeln von BILD etc auf der Website der Schaubühne stand, dass das Bad für den Verein reserviert ist. Davor stand da explizit, dass an diesem Freitag der Eintritt nur für Menschen aus der schwarzen Community reserviert sei

    • Offebacher

      @Peter Schmidt:

      Kann man das jetzt noch nachvollziehen? Wenn ja, wäre vielleicht eine Korrektur des Artikels und eine Entschuldigung von manchen Kommentatoren angebracht. Dann würde der Fehler bei der (Fehl-)Kommunikation des Theaterchefs liegen.

      • si tacuisses

        @Offebacher:

        Die Reservierung für die schwarze Community wurde explizit so gewählt und verkündet.



        Alles andere kam nachträglich hinzu.

    • doofi

      @Peter Schmidt:

      VoLks~



      ist schau. wa

    • Jens Köster

      @Peter Schmidt:

      Das ist ein interessanter Kommentar, der die im Artikel kritisierten Reaktionen erklärt - und ich frage mich, ob das der Autorin bekannt und bewusst war.

    • Sam Spade

      @Peter Schmidt:

      Beschreibt sehr gut das vergiftete Klima in Deutschland.

      Wenn ein einfacher Hinweis wie reserviert für die schwarze Community in einem Schwimmbad schon ausreicht, das dem Betreiber Ausgrenzung und Rassismus vorgeworfen wird und er sich daraufhin genötigt sieht die Beschreibung um den Zusatz Verein zu ergänzen, dann gute Nacht Deutschland.

      In meiner norwegischen Heimatstadt gibt es im öffentlichen Schwimmbad einmal die Woche einen Schwimmkurs für Muslimminnen. Da hängt ein simpler Hinweis am Eingang ohne zusätzliche Erklärungen warum diese jetzt einen exklusiven Schwimmkurs belegen.

      Ein Erklärung fehlt auch beim wöchentlichen Kurs für inklusives Schwimmen.

      Private Betreiber wie die schwimmende Sauna "Pust Tromsø" direkt im Hafen bieten regelmäßig exklusiv Termine für Queer Saunen an. Beliebt bei der queeren Community im In- und Ausland.

      Kein Mensch der seine Sinne noch beieinander hat würde hier bei uns auf die Idee kommen in diesem Zusammenhang von Ausgrenzung oder gar Rassismus zu sprechen.

      Ihr Kommentar zeigt jedoch deutlich auf, dass die Hetzpropaganda der populistischen Medien in Deutschland anscheinend auch in den Köpfen der Bevölkerung Spuren hinterlässt.

      • Altbayer

        @Sam Spade:

        Sam, häufig genug ist es hier in D aber eben auch genau andersrum. Ca. 2022 bis 2024 gab es in München zig Palästina-Samstage auf der Leo.

        Nun wagte man an einem Sommertag 2024 ein Zeichen für Israel zu setzen. ( 50. Jahrestag eines verhinderten Anschlags der PLO hier - Gedenken an 1972, 1970 etc. )Sofort wollten, Nicht-Münchner!, Aktivisten und Studierende den "Zionismus" an den Pranger stellen.

        So quasi: Ihre Demos wären bereits Tradition.

        Upps, zurückgepfiffen - die Veranstaltung fand statt, und war mit locker 10.000 Besuchern wohl auch rundum gelungen.

        Und der Bayer, an und für sich, verwehrt sich übrigens ganz entschieden gegen andauernden Politischen Wahlkampf ( Erdogan ) von außerhalb! Ist halt nicht links - oder rechts - sondern unsere Haltung!

      • Oma

        @Sam Spade:

        Die Gleichberechtigung von Frauen zu erkämpfen, hat in Europa über 100 Jahre gedauert und wir sind immer noch ein gutes Stück von einer wirklich gleichberechtigten Gesellschaft entfernt. Separate Schwimmkurse für Muslimas zementieren ein Weltbild, in dem die Frau Eigentum ihres Ehemanns bzw. ihrer Familie ist und nur von diesen leicht bekleidet gesehen werden darf. Ich halte gemeinsame Schwimmkurse von Jungen und Mädchen als Teil des obligatorischen Schulunterrichts für wichtig, um zumindest für die nächste Generation die überkommenen patriarchalen Denkmuster etwas aufzubrechen. Ein kleines Mosaiksteinchen, damit sich junge Muslimas irgendwann auch mal völlig frei in unserer Gesellschaft bewegen können, ohne von ihren Brüdern, Cousins und Eltern überwacht zu werden.

        • Sam Spade

          @Oma:

          Das klingt wie die Generalisierung des "American way of life". Es gibt auch junge Musliminnen die absolvieren aus Überzeugung keine gemischten Schwimmkurse.

          Nicht jeder aus einem anderen Kulturkreis möchte so leben wie es im Westen geläufig ist. Jeder Kulturkreis pflegt seine eigenen Werte und Traditionen, das gehört zur Vielfalt dazu. Anpassung kann lediglich in Bezug auf die Einhaltung der Regeln eingefordert werden, aber nicht auf die Art zu Leben.

          Und ihr letzter Absatz in Bezug auf die Unterdrückung der muslimischen Frau durch die Familie ist nun wirklich Klischee hoch drei.

          Frauen werden auch in deutschen Familien unterdrückt und benachteiligt, das ist kein Alleinstellungsmerkmal der Muslime. Ob deren Anteil höher ist wage ich nicht zu beurteilen. Das die Familie einen anderen Stellenwert hat dagegen schon. Und der "Deutsche way of life" mit seinen 50% Singlehaushalten in den Großstädten und kontinuierlich steigender Vereinsamungsquote scheint für die meisten Muslime in Deutschland anscheinend nicht als Vorbild zu taugen.

          • Budzylein

            @Sam Spade:

            Also ist das von der AfD propagierte Familienmodell eigentlich gar nicht rechtsextrem, weil eben nicht jeder Mensch den (heutigen) "deutschen Way of Life" praktizieren will, oder wie darf ich das verstehen? Merkwürdigerweise gibt es zahlreiche Linke und Progressive, die seit vielen Jahren traditionelle Familien- und Geschlechterrollenvorstellungen kritisieren, aber immer dann, wenn es um dasselbe im Zusammenhang mit dem Islam geht, die Vielfalt der Lebensweisen preisen. Müsste man um der Vielfalt willen nicht alle staatlichen Bestrebungen, die Erwerbstätigkeitsquote bei Frauen zu erhöhen, abschaffen, z. B. die Vätermonate beim Elterngeld?

        • Altbayer

          @Oma:

          Oma, schönerweise ist man in München von den "Burkina-Abenden" ein wenig abgewichen. Warum?!? Schwimmen nebeneinander - und wird beim Überholen ( Drunter durchtauchen - für mindestens drei Beteiligte ) äußerst gefährlich.

          Noch besser wird es dann bei Gegenverkehr - auf der gleichen Bahn.

      • Offebacher

        @Sam Spade:

        Ich nehme an, bei dem wöchentlichen Schwimmen für Musliminnen sind auch keine männlichen Muslime erlaubt. Das kann ich dann noch eingermaßen nachvollziehen, obwohl ich einen "normalen" Frauenschwimmtag für durchaus ausreichend und sinnvoller, auch für Musliminnen, erachte.



        Aber die Hautfarbe als Unterscheidungsmerkmal - warum dann nicht auch die Haar- oder Augenfarbe?

        Ich erinnere an das Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 3:



        "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."



        Hier steht absichtlich "benachteiligt oder bevorzugt": Ohne einen zwingenden, nachvollziehbaren Grund geht es eben nicht, und Hautfarbe ist in einem Schwimmbad kein Grund. (Oder ist es in Berlin mal wieder anders als im Rest von Deutschland und es werden in Berlin PoCs bei Schwimmbadbesuchen diskriminiert?)

        • Sam Spade

          @Offebacher:

          Ihnen ist aber schon bewusst, das sich der von ihnen genannte Artikel im Grundgesetz auf das öffentliche Leben, in erster Linie auf die staatliche Gewalt, bezieht und für Privatpersonen keine direkte rechtliche Bindung sondern nur eine indirekte Wirkung im Rahmen des Zivilrechts hat.

          Gruppen definieren sich über die Zugehörigkeit, Ausgrenzung ist daher ein fester Bestandteil dieser Definition.

          Exklusivität einzufordern ist kein Privileg dieser Gruppen und hat auch nichts mit Rassismus oder Diskriminierung zu tun. Es ist zudem unerheblich, ob die Voraussetzungen biologischer, geschlechtlicher, religiöser oder ideologischer Natur sind oder sich nach den persönlichen Interessen der Personen richten.

          Eine geschlossene Gesellschaft ist eben nicht Teil des öffentlichen Lebens sondern privater Natur. In welcher Umgebung sie stattfindet ist daher unerheblich. Bei Nutzung öffentlicher oder privaten Einrichtungen obliegt es einzig dem Betreiber darüber zu entscheiden, ob er diesen Gruppen seine Einrichtung für ihre Zwecke zur Verfügung stellt oder nicht.

          Und wer nicht dieser Gruppe zugehörig ist, der muss für den Zeitraum der Veranstaltung halt draußen bleiben.

  • Yoriko N.

    Das Volksbad ist für mich schon jetzt eines der gelungensten Kunstprojekte des Jahres. Ich hätte nicht gedacht, dass man mit so einfachen Mitteln eine derart große Resonanz für gesellschaftlich relevante Themen erzeugen kann.

    Chapeau, Herr Lilienthal!

    • behr Behr

      @Yoriko N.:

      300.000 Euro ist auch Geld u. ist ja wohl in 1. Linie eine



      Marketingmaßnahme für das Theater, wenn auch eine gelungene. Aber heute wird ja jede/r Influencer/in mit mehr als



      100000 followern zum Ereignis.

      • Oma

        @behr Behr:

        Ob diese Marketingmaßnahme gelungen ist, wird man erst gegen Ende der Spielzeit wissen. In München hat Lilienthal sein Pulver zu Beginn seiner ersten Spielzeit verschossen. Dann kam nichts mehr, kaum Publikum, miserable Auslastung. 70er-Jahre-Theater, völlig aus der Zeit gefallen, wollte niemand sehen.

    • Ramaz

      @Yoriko N.:

      300k Euro aus dem Kulturetat für das Kunstprojekt Bad.



      Ob das Bad gut oder schlecht ist sei dahin gestellt. Es macht zumindest darauf aufmerksam, dass es viel zu wenige Plätze zum Schwimmen gibt.



      Jedoch ist die Aufgabe eines Intendanten Theater zu produzieren, nicht Planschbecken.

    • Müller Christian

      @Yoriko N.:

      Nö, den es ist Kunst, die selektiert, und nicht vereint. Und es ist eine Aktion, die in keinen guten Zeiten, noch mehr trennt statt zu vereinen. Ich weiß, Kunst muss auch wehtun. Aber an der richtigen Stelle. Zur richtigen Zeit. Das hat hier überhaupt nicht funktioniert. Zumindest für mich.

      • Yoriko N.

        @Müller Christian:

        Ich verstehe den Einwand. Unterschiedliche Reaktionen sind aber nicht automatisch Spaltung. Im Gegenteil: Der Austausch eröffnet die Möglichkeit, die eigene Sicht durch die eines anderen zu verändern – und so einander näherzukommen.

        • Oma

          @Yoriko N.:

          Und finden Sie, dass das hier gelungen ist? Sowohl die Presse (taz links, Bild und Nius rechts) als auch die Kommentatoren in dieser Rubrik haben sich doch in dem ideologischen Schützengraben, in dem sie sich ohnehin schon befanden, noch tiefer eingebuddelt. Reflektiert ist der Beitrag von Black&White, was weniger dieser Aktion als vielmehr eigenen dunkelhäutigen Kindern geschuldet ist.

      • Klabauta

        @Müller Christian:

        Ich denke nicht, dass Kunst vereinen soll. Kunst soll irritieren, zum Nachdenken anregen, eingeübte Seh- und Denkgewohnheiten in Frage stellen, im besten Fall zur Diskussion anregen.



        Das alles scheint das Volksbad zu tun. Ziel erreicht :-)

        • Müller Christian

          @Klabauta:

          Richtig, nur sollte der Denkanstoß in die richtige Richtung gehen.

  • aujau

    Meine Fresse, es badet ein Verein eines Schwarzen Selbsthilfezusammenhangs. Dann genau dann MÜSSEN Weiße auch baden, die sich sonst um das Becken an der Volksbühne nicht scheren würden. Was für ein dämliches Drama.

  • hedele

    Witzig, dass sich offenbar kein Cis-Mann für die queeren Kraulkurse interessiert hat, die ausdrücklich offen für alle waren;-)

    • Janix

      @hedele:

      Kein Querschwimmen im Schwimmbad! Oder so ähnlich laut (C) TOM. Queerschwimmen sollte gehen, auf welchen Bahnen auch immer.

      • Altbayer

        @Janix:

        Schwimm mal quer, auf einer "8er Bahn", wie dem Olympia-Bad, wenn die Schwimmvereine trainieren - viel Spaß! :)

      • Offebacher

        @Janix:

        Wo ist Tom und seine beiden Bademeister, wenn man sie braucht :-)

    • Warim Wilke

      @hedele:

      Da musste ich jetzt sehr lachen. Danke.

  • Saile

    Wichtig bleibt das was hängen bleibt und das ist gerade in Zeiten des Wahlkampfes für die freiheitliche Demokratie nicht hilfreich! Alles was auch nur scheinbar eine Einteilung nach Hautfarbe/Herkunft/Ethnie vornimmt ist äußerst fragwürdig und sollte unterlassen werden.

    • Hatespeech_is_not_an_opinion

      @Saile:

      Wieso? Dürfen benachteiligte schwarze Communities keine Safe-Spaces für



      sich beanspruchen? Nur weil rechtslastige Pseudo-Medien laut blöcken? Mit Verlaub, das ist Unsinn. Oder wollen Sie allen Ernstes bestreiten, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe in diesem Land tatsächliche Benachteiligungen erfahren?

  • Flix

    Die Springer-Presse hetzt, was für eine Überraschung. Die Bild hetzt seit ihrer Gründung fast jeden Tag. Das MAGA-Fanboys wie Reichelt oder die AfD auf den Zug einer angeblichen Diskriminierung Weißer aufspringen, verwundert kaum, auch die CDU bewegt sich in großen Teilen mittlerweile auf ähnlich niedrigen Niveau.



    Absurd wird es aber, wenn von diesen Gruppen das Unwort „Volk“ ins Feld geführt wird, spricht man den PoC und anderen Gruppen doch sonst gerne die Zugehörigkeit zu selbigen ab.

    • Altbayer

      @Flix:

      Ich betrachte Volk nicht als Unwort. Völker hört die Signale...



      Damit kann man wunderbar jeden konservativen ein wenig die Hutschnur nach oben krempeln!