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ÜbergewinnsteuerGnadenlose soziale Unwucht

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Union und SPD wollen Bür­ge­r:in­nen mit herben Kürzungen immer stärker belasten. Aber die enormen Übergewinne der Ölkonzerne schöpfen sie nicht ab.

F ast jeden Tag kommt der Ruf nach einer neuen sozialen Härte aus den Reihen der Regierungsfraktionen oder von Wirtschaftslobbyist:innen: weitere Zumutungen im Krankheits- oder Pflegefall, weniger Mittel für Eltern, Streichung beim Wohngeld. Die Bundesregierung schreckt unter der irreführenden Formulierung „Sozialreformen“ vor keiner Kürzung zurück.

Gleichzeitig unternimmt sie nichts zur Unterstützung der vielen Millionen Haushalte, die jetzt schon nicht mehr wissen, wie sie steigende Preise, Abgaben und Mieten bewältigen sollen. Das Einzige, was Union und SPD nicht antasten: hohe Vermögen und krisenbedingte Megaprofite. Die soziale Unwucht der schwarz-roten Regierung ist gnadenlos.

Aktuelles Beispiel: die Übergewinnsteuer. Ölkonzerne fahren infolge des Irankriegs enorme Krisengewinne ein. Im Windschatten der gestiegenen Preise legen sie nochmal eine Schippe drauf und nutzen die Krise, um sich über das gewöhnliche Maß hinaus zu bereichern. Jüngsten Zahlen einer Studie von Greenpeace zufolge haben die Ölkonzerne im März, April und Mai allein in Deutschland zusätzliche Krisenprofite in Höhe von 2,4 Milliarden Euro gemacht, davon 702 Millionen Euro im Mai, dem ersten Monat des Tankrabatts. Für den zweimonatigen Tankrabatt macht der Staat 1,6 Milliarden Euro locker – während er die 1 Milliarde Euro für die Bafög-Reform infrage stellt.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Die enormen Profite der Ölkonzerne waren vorhersehbar. Zu Recht fordern Sozialdemokrat:innen, Grüne und Linkspartei seit Monaten die Einführung einer Übergewinnsteuer, um die Krisenrendite abzuschöpfen – und damit nebenbei auch die Preise im Zaum zu halten. Doch ausgerechnet SPD-Finanzminister Lars Klingbeil hat die Diskussion darüber eingedämmt, indem er sie auf die europäische Ebene gehoben hat.

Dort wolle er dafür „kämpfen“, kündigte er an. Aber außer einer Erwähnung der Übergewinnsteuer bei einer Eurogruppen-Sitzung kann sein Ministerium keine Initiative dafür nennen. Hat der SPD-Vorsitzende überhaupt vor, qua Übergewinnsteuer Geld für Maßnahmen zu beschaffen, mit denen Bür­ge­r:in­nen entlastet werden können? Offenbar nicht. Er hat wohl nur so getan und das für einen genialen Zug gehalten, um den Druck von den eigenen Ge­nos­s:in­nen abzuleiten, ohne Ärger mit der Union zu bekommen.

Will die SPD nicht bald bundesweit unter 10 Prozent rutschen und in Sachsen-Anhalt möglicherweise sogar aus dem Landtag fliegen, muss sie ihre Politik schleunigst ändern. Sie muss zum Bollwerk gegen die Sozialkürzungspläne der Union werden. Geld für eine bessere Sozialpolitik wäre genug da, der Staat muss es sich nur bei Kri­sen­ge­winn­le­r:in­nen und Superreichen holen.

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Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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132 Kommentare

 / 
  • Sollte es dann nicht auch einen Steuernachlass bei überhohem Umsatzsteueraufkommen geben?

  • Geld für eine bessere Sozialpolitik wäre genug da, der Staat muss es sich nur bei Kri­sen­ge­winn­le­r:in­nen und Superreichen holen.



    Genau darum geht es die ganze Zeit.



    Die Wählerkreuzchen sind pervers gegen ihre eigenen Interessen.



    Die Millionen Menschen, die 2024 und 2025 auf der Straße waren, müssen es jetzt wieder gegen diese Gemeinheiten.



    Wir sind unkürzbar.

    • @Land of plenty:

      Ne. Es geht nicht darum, dass man sich einfach nur das Geld bei den Krisengewinnern und Superreichen holt.



      Es geht darum, ob es überhaupt funktioniert, sich das Geld dort zu holen (sprich: Laufen die nicht alle weg) und vor allen Dingen: Reicht das aus???



      Selbst wenn Sie alle Milliardäre in Deutschland komplett enteignen, kriegt jeder in Deutschland lebende Einwohner nur ca. 16.000 Euro. Einmalig. Nur als Gedankenstütze.



      Damit steht die Antwort meinerseits: Es reicht nicht. Wir müssen leider alle ran. (die Reichen natürlich auch)

      • @CR43:

        "Rund 5.000 Superreiche besitzen nach Berechnungen der Boston Consutling Group (BCG) mehr als ein Viertel des Finanzvermögens in Deutschland. Der Unternehmensberatung zufolge ist die Zahl der Menschen, die hierzulande mehr als 100 Millionen Dollar besitzen, 2025 um rund 1.100 gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

        Ihnen gehören 27,3 Prozent des Finanzvermögens von 12,4 Billionen Dollar, also knapp 3,4 Billionen Dollar. Das zeigt der aktuelle "Global Wealth Report"."



        Quelle: tagesschau.de v. 27.5.26

        3,4 Billionen / 80 Millionen = 42.500 pro Kopf.

        Die Pro-Kopf-Verschuldung in D liegt derzeit bei 33.000 EUR. Wir könnten den armen Reichen also noch genug für ein auskömmliches Leben belassen und wäre trotzdem auf einen Schlag alle Staatsschulden los.

        Huch, das klingt ja fast nach einem Plan! ;-)

        • @Anders Heister:

          Für Schulden, die wir alle eingegangen sind, sollen also nur 5.000 Leute bezahlen. Mit Werten, die eher virtuell sind, wie eben Geschäfts- und Firmenwerte.



          Trifft zumindest nicht mein Gerechtigkeitsgefühl.



          Mal abgesehen davon, dass dies auch nur vier Jahre durchschnittliche Ek-Steuer pro Kopf.

        • @Anders Heister:

          Finanzvermögen - d.h. vor allem Aktien und andere Wertpapiere. Deren Nennwert wird ins Bodenlose fallen wenn diese Papiere großflächig enteignet werden...

  • Übergewinne werden schon jetzt besteuert. Mit der üblichen Mischung auf Körperschaftsteuer, Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag.

    • @meerwind7:

      Das ist richtig



      Übergewinne sollen mit der windfall tax aber höher besteuert werden - evtl zeitlich begrenzt



      Aber das wissen Sie -:)

    • @meerwind7:

      Das ist Unfug. Es werden nur Gewinne besteuert bzw. Einkommen und Überschüsse. Ein Übergewinn ist nirgends in der Gesetzgebung definiert.



      Was es gibt sind Steigerungen im Tarif der Einkommensteuer in Form der sog. Reichensteuer. Solche Progressionsanstiege sind aber auch in den unteren Einkommensklassen völlig normal.



      Die Kapitalertragsteuer ist übrigens eine Flat-Tax mit Anpassungsmöglichkeit nach unten. Sie ist übrigens nur ein Erhebungsverfahren der Einkommensteuer (vgl. § 32d EStG).



      Die Soli ist ebenfalls eine Flat-Tax ab einer bestimmten Einkommenshöhe.



      Ebenso die Körperschaftsteuer mit aktuell 15% für alle. In den kommenden Jahren sinkend (vgl. § 23 KöStG). Ebenfalls eine Flat-Tax.



      Kurz gesagt: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal....

  • Zusätzliche Gewinne entstehen hauptsächlich in den Förderländern. Und da kann Deutschland wenig ausrichten.

    Wir können froh sein, dass ein genügender Teil unseres Verbrauchs aus anderen Ländern als den Golfstaaten kommt.

    • @meerwind7:

      Zusätzliche Gewinne entstehen in der Ölindustrie, die auch in D Geschäfte betreibt und besteuert wird.



      Aber auch das wissen Sie -:)

      • @horsefeathers:

        Das ist die Frage. Die "Übergewinne" entstehen zur Zeit bei der Förderung und der macht in D nur 2 Prozent des Gesamtgeschäftes aus. Die in D von den Ölkonzernen betriebenen Geschäftsfelder sind vorrangig Mineralölverarbeitung und Raffinierung, Großhandel und Logistik sowie Tankstellennetz und Endkundengeschäft.



        Und ob in diesen ebenfalls relevante "Übergewinne" erzielt werden ist eine ganz andere Frage.

  • könnte mir hier jemand mal erklären, was ein übergewinn eigentlich sein soll? wie berechnet der sich?

    • @Emmo:

      Ich versuche es mal ganz allgemein und universell, sehen Sie es mir nach, falls nicht gelungen:



      Es gibt ein gesundes, vertretbares oder schlimmstenfalls tragbares Maß von allem. Alles was darüber hinausgeht, und beginnt, schädigend zu werden, sei es für die Moral, die Gesellschaft oder die Gesundheit ist ein problematisches "Über-", um dessen Regulierung man sich kümmern sollte, wenn man nicht möchte, dass sich Fehlweichenstellungen auf Dauer manifestieren und auswirken, siehe da z.B.: Überfluss, Überangebot, Überproduktion, Übergewicht, Überlastung, Übertreibung, Übermaß, Überfüllung, Überreizung, Überbewertung, Übermacht, Überdruss usw usf.

      Egal, um welches "Über-" es geht, aber erst recht natürlich im Kapitalismus ist Regulierung ein sehr wichtiges Instrument, zumindest, wenn man Werte wie sozialen Frieden und gesellschaftlicher Gerechtigkeit und Chancengleichheit für nennenswerte Werte hält. Dem Markt selbst überlassen, Moral und Gewinn in fairer Abwägung zwischen Belastung und Bereichung der Gesellschaft als Parameter, bewährt sich einfach nicht!

      Wie das Aussehen mag, dafür gibt es sie verschiedene Szenarien und sei jedem selbst seiner Fantasie überlassen.

      • @Edda:

        Ich finde das sehr gelungen. Zu ergänzen ist noch, dass auf Dauer ein Über- nicht funktioniert.

    • @Emmo:

      Mathematische und analytische Ermittlung windfall profit

      Die Identifikation eines Windfall-Profits basiert in der Regel auf folgender Formel:

      \(Windfall\ Profit = Tatsächlicher\ Gewinn - (Durchschnittlicher\ Gewinn\ der\ Vorjahre \times Faktor)\)

      Gewinn-Baseline definieren: Zunächst wird der historische Durchschnittsgewinn eines Referenzzeitraums (z. B. der letzten drei Jahre) ermittelt.



      Schwellenwert festlegen: Oft wird ein branchenüblicher Schwellenwert angesetzt (beispielsweise das 1,2-fache des historischen Durchschnitts).



      Differenz berechnen: Übersteigt der aktuelle Gewinn diesen Schwellenwert drastisch, gilt die Differenz als Windfall-Profit.

  • Da es in Deutschland ein Verbot der Gesetzgebung für den Einzelfall gibt, muss das Gesetz für eine Übergewinnbesteuerung abstrakt und für eine Vielzahl von Fällen einen sog. "Übergewinn" definieren.



    Das kann nur keiner. Auch keiner hier im Forum.



    Keiner kann abstrakt sagen, was ein Übergewinn ist, wenn mehrere Branchen betrachtet werden.



    Insofern ist das Ganze eine Schnapsidee.

    • @CR43:

      Der Schnaps liegt evtl. auf Ihrer Seite ?

      Einfach mal windfall-profit/windfall-tax recherchieren.



      Gibt es aktuell in mehreren Ländern und gab es auch in D



      schon:



      Die nationale Umsetzung der EU-Vorschriften zur Übergewinnsteuer in der Energiewirtschaft (Übererlösabschöpfung) wurde ausgesetzt, da die Energiepreise stark gesunken sind. Die Maßnahme galt als einmalig.

  • Das die beiden Unionsparteien vorrangig Politik zugunsten von Beamt*innen, Unternehmer*innen, Reichen und Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen machen ist "normal" und nicht überraschend.

    Die Erwartung an die SPD war zumindest in der Vergangenheit eine andere. Dass sich die "Sozial"demokratische Parteiführung aus Gründen des "Machterhalts" durch faule Kompromisse immer mehr den CDU/CSU-Positionen angenähert hat, rächt sich jetzt mit einem kontinuierlichen Abwärtstrend in der Wählergunst.

    Wen sollen Gering- bis Durchschnittsverdiener*innen dann noch wählen, wenn selbst die "SPD-Sozial_Expertin" Frau Baas vor der Argumentation der Wirtschaftslobbyisten einknickt...?

    Traurigerweise profitieren momentan davon die rechten Reaktionäre, die so tun, als würden sie die Interessen des "kleinen Normalbürgers" vertreten. Wer liest schon die Parteiprogramme, die genau das Gegenteil belegen?

    Einen Ausweg aus der Misere sehe ich momentan nur, wenn die SPD-Basis bzw. der linke Flügel der SPD lautstar gegen den Kurs der Parteiführung aufbegehrt und den Schulterschluss mit der zurzeit erstarkten Linkspartei sucht. Beide Parteien könnten davon profitieren und den Sozialabbau stoppen.

  • taz: *Union und SPD wollen Bürger:innen mit herben Kürzungen immer stärker belasten. Aber die enormen Übergewinne der Ölkonzerne schöpfen sie nicht ab.*

    Schauen wir uns doch das Foto oben mal an. Links sieht man einen Seeheimer (= der konservative Flügel der SPD-Fraktion) und rechts einen ehemaligen(?) BlackRock-Lobbyisten. Mit den beiden wird es weder eine Übergewinnsteuer, noch eine Vermögens- oder Erbschaftssteuer geben.

    Die Merz(CDU)/Söder(CSU)/Klingbeil(SPD)-Koalition treibt nur noch die kleinen Bürger vor sich her, während die Reichen in diesem Land immer reicher werden.

    • @Ricky-13:

      @Ricky-13



      ...und wenn den Bürgern die finanzielle Puste ausgeht , kannste prima, gefügige Soldaten aus ihnen machen. Die sind dann so unzufrieden, da geht alles was man sich so nicht Vorzustellen vermag....

  • Die Regierung braucht Geld. Das holt sie sich nach ihrer Denkungsart bei den "Faulen", "Totalverweigerern" und "Teizeit-Lifestylern". Warum macht die SPD da mit? Weil sie längst genauso denkt wie die neoliberale und reaktionäre schwarze Brut. Oder wie erklärt ihr euch, dass sich Klingbeil im Trachtenjanker und Masskrug mit Heidi und Bill im Käferzelt ablichten lässt, wo das Wiesensteak schlappe 400 Okken kostet. Jeder echte Sozi rotiert im Grabe! Aber leider ist diese Regierung nur der Anfang vom Ende der freiheitlichen Demokratie. Mit Beginn der Nazi Machtübernahme im Osten im Herbst und dann im Bund 2029, wird uns die heutige Korruption wie Kindergeburtstag erscheinen. Wenn die Nazis am Drücker sind, wird es richtig Dunkel in Deutschland. Mir graut vor den braunen Horden, die dann durch Behörden fegen und jeden auskehren, der nicht auf Linie ist und sie durch Onkel, Tante und Schwippschwager ersetzten werden. Aber was ist die Alternative, was kann die SPD tun? Den ganzen Mist nicht mitmachen und sich der Merztruppe mit Linnemann, Reiche, Spahn und Konsorten entgegenstellen und rufen: "So nicht!". Illusorisch ich weiss.

  • Übergewinnsteuer. Die Platte ist so alt.



    2022 hat man es zuletzt versucht.



    Sogar in einem neuen Kleid namens "Zufallsgewinnsteuer'.



    Das Ergebnis blieb freilich das gleiche - die Verfahren gingen erstinstanzlich verloren.



    Und das ist logisch, denn WAS soll der Referenzwert sein?



    Wer will das festlegen?



    Gerade fossile Energiepreise sind besonders spekulativ und volatil seit jeher.



    Die Welt besteht nicht nur aus der Straße von Hormus. Da spielen knapp 200 Volkswirtschaften mit rein. Wetterphänomene, Naturkatastrophen, menschliche Fehler (querstehendes Schiff im Suez bspw), politische Entscheidungen, undundund...



    WAS wieviel den Preis letztendlich beeinflusst kann niemand beweisen.



    Und deshalb sind Übergewinnsteuer und Zufallsgewinnsteuer zwei ganz dicke Nebelkerzen.



    Statt das das progressive Lager die Gelegenheit beim Schopfe packt und wehement für erneuerbare Energien und eine Unabhängigkeit von Diktatoren und Oligarchen trommelt, singt man lieber das hohe Lied von den raffgierigen Ölmultis und lenkt unnötig Medien und eigene Gefolgschaft ab.



    Die Ölkonzerne freilich freuts.



    Leider typisch links. Moralisch überlegen in Schönheit sterben statt wirkliche Abhilfe zu fokussieren.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Die Übergewinnsteuer fand in Form der Strompreisbremse statt und verunsichert bis heute die Investoren.

  • Warum versteifen sich Linke immer an solchem Quatsch.

    Die „Übergewinne“ der Ölkonzerne kommen anhand eines kurzfristig höheren Ölpreises wenn die Förderung außerhalb des Golfs ist.

    Ea sind übrigens keine Deutschen Gewinne, in Deutschland gibt es kein Öl.

    Und würde man irgendeiner Logik folgen: Zahlt man bei „Untergewinnen“ eine Entschädigung?



    Was wenn der Ölpreis fällt, weil UAE aus OPEC aussteigt, weil Guyana frecherweise mehr fördert, weil Chinesen schneller auf E-Autos umsteigen.

    Also: weder hat es was mit Deutschland zu tun, noch folgt es irgend einer logik.

  • Bevor sich die Granaten von Polikern sich Gedanken machen und ihre, von uns Steuerzahlern finanzierte, teure Arbeitszeit weiter verschwenden wie sie an das Geld von Vermögenden / Mitbürgern kommen könnten, sollten die Poliker ein Auge auf die die über 25.000 Stiftungen in Deutschland werfen & berücksichtigen, gut die Hälfte der jährlich 600 neu hinzukommenden Stiftungen sind nicht ohne Grund Familienstiftungen, da kommt eh keiner mehr an das Familienvermögen...



    Viel Spaß weiterhin bei einer Diskussion die nix bringt.

  • Ein Aspekt wird hier vollkommen übersehen.



    Die Konzerne, die im Moment Riesengewinne machen, sind meistens Aktiengesellschaften. Viele Menschen haben ihr hart (?) erarbeitetes Geld in Aktien angelegt. Darunter auch sicher viele TAZ-Leser. Die Banken profitieren auch davon, so können sie ihren Kunden gute Zinsen bieten. (Sonst wechsel diese die Bank!).



    Eine hohe Besteuerung ist also überhaupt nicht im Interesse der Sparer. Und das sind eine Menge Wähler, und auch meist normale, nicht unbedingt diejenigen, die man so als die Reichen bezeichnet. Dass z.B. die Internetkonzerne überhaupt keine Steuern bezahlen, ist doch gut für die Aktienbesitzer. In vielen Zeitungen wird doch empflohlen, in Aktien dieser Firmen zu investieren. Und wenn der Staat pleite ist und wenn gespart werden muss, na, bei wem spart man dann?

    • @Stumm Roland:

      Ich denke, taz-Leser sind schlauer, als auf ein Nullsummenspiel am Aktienmarkt zu setzen.

    • @Stumm Roland:

      Sie haben da etwas ganz Grundsätzliches nicht verstanden. Daa, was sie an Aktiengewinnen nicht haben, weil es eine Übergewinnsteuer gubt, ist nur ein Bruchteil dessen, was die Unternehmen Ihnen durch die Übergewinne und zu hohen Spritpreise nehmen.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Ich denke da täuschen Sie sich. Der Spritpreis ist in D nur deswegen so hoch, weil er so hoch besteuert wird. Ohne Steuern würde der Liter nur die Hälfte kosten. In Ländern wie Polen, die den Benzinpreis weitaus geringer besteuern kostet der Liter Superbenzin nur 1,50 € statt wie in D 2,10 €.

        • @Tom Tailor:

          @Tom Tailer



          👍👍Genau, & wo fließt das Steuergeld hin ? Direkt in die Kassen der Unternehmen, so richtig viel gerade unter anderem über die Rüstungsindustrien z. B. zu den BlackRocky's - also an die Vermögenden die ihr Vermögen von BlackRock vermehren lassen. In Deutschland wird dieses vermehrte Kapitalvermögen teilweise von den Familien, in Stiftungen vor dem Zugriff vor dem Staat gesichert.



          Wird schon nix schiefgehen.

    • @Stumm Roland:

      Sorry, auch wenn ich selbst ein paar Aktien für meine Altersvorsorge habe, finde ich ihre Argumentation reichlich schräg.

      Dann müssten wir ja alle eine Steuerbefreiung für alle Aktien Gesellschaften fordern.

      Glauben sie mir, für den Shareholder value



      Zahlen die Mitarbeiter schon genug!

    • @Stumm Roland:

      Entschuldigung, aber es geht hier um Übergewinnsteuer.

      • @Christine_Winterabend:

        @Christine Winterabend



        Richtig 👍👍



        Jetzt verstehen wir doch auch warum unsere Regierung am Bildungssystem massiv Kürzungen vornehmen will. 😁

      • @Christine_Winterabend:

        ÜBERGewinn? Was soll das eigentlich sein? Was ist darüber und ab wann ist es darunter? Als BIONTech einen Impfstoff gegen Corona brachte, machte es viel Umsatz und logisch auch viel Gewinn. Die Jahre davor gab's ausschließlich Verluste. Jetzt sieht's wieder mau aus. Also was soll ein ÜBERGewinn sein? Und gibt's auch einen UNTERVerlust oder heißt er dann auch ÜBERVerlust?



        Aber egal. Es gibt entweder einen Gewinn oder einen Verlust.

  • 2022/2023 hatten wir ja schon eine Übergewinnsteuer und bis heute ist noch nicht geklärt ob die Juristisch haltbar ist. Deutschland, Dänemark, EU haben schon Prozesse in den ersten Verhandlungen verloren und gehen jetzt vor die nächste höhere Instanz. Selbst die taz hat darüber informiert (taz.de/Deutschland...sgericht/!6113768/ )



    Jetzt, ohne jegliche Gesetzliche Sicherheit, nochmal das selbe zu fordern ist nur billiger Populismus.

    • @Günter Witte:

      diese 'erste Instanz' ist ein privatrechtliches Schiedsgericht, eingerichtet durch (mE äusserst fragwürdige) 'Investitionsschutzverträge' - aber natürlich fühlt sich diese Regierung an so etwas gebunden ...

    • @Günter Witte:

      Ich finde nicht, dass dass diese Blüten des Eigenlebens der deutschen und europäischen Justiz ein guter Grund sind, auf diese Forderung zu verzichten. Dinge wie Schutz von Eigentum, Besitzstandswahrung und was da sonst angeblich eine Rolle spielt gelten ja meist nur für Leute, die diese Justiz aus ihren eigenenen Reihen hervorbringen und für deren Kreativität bei der Rechtsbeugung großzügig bezahlen. Was in Bezug auf weniger Vermögende schützenswert und rechtens ist, erleben wir ja gerade bei den Reform-Verhinderungs-Bemühungen unserer Regierung. Ich bin schon sehr gespannt, ob sich das Klima sich auch fürchten wird, populistisch zu wirken, wenn es sich weigert, unter den gegebenen Bedingungen zu funktionieren, wenn die Gerichtsurteile zu seinem Schutz nicht umgesetzt werden.

  • Ist mit einer solchen SPD die Austeritäts-Projekte der Union durchwinkt ohne sich dagegen zu stellen eine Rot-Rot-Grüne Koalition (überhaupt) möglich? Die Antwort scheint leider Nein zu sein. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder die SPD besinnt sich zu einem linken Kurs oder sie wird leider in Wahlen immer weiter absacken. Im Westen unter die 10% Marke und im Osten einstellig bis unter 5%. Da ist viel möglich. Da gibt sich eine Volkspartei leider selbst auf. Bleiben als einzige Opposition Linke und Grüne übrig.

  • Ab wann wird aus Gewinn Übergewinn? Unten wenn es mal Untergewinn gibt, entfällt dann die Besteuerung oder wird ein Untergewinn durch Subventionen ausgeglichen? Willkommen in der Staatswirtschaft.



    Auf den Tankrabatt hätte man gut verzichten können. Hohe Benzinpreise sind doch das beste Konjunkturprogramm für Elektromobilität, und man hätte endlich die Subventionierung der Elektromobiliät zurückfahren können.

    • @Pfennig:

      "wenn es mal Untergewinn gibt, entfällt dann die Besteuerung oder wird ein Untergewinn durch Subventionen ausgeglichen?"

      Ja (wo kein Gewinn gemacht wird, kann auch keiner besteuert werden) und ja, jedenfalls wenn die Betroffenen der Untergewinne sich nicht gar zu dumm anstellen (wobei auch das keine Voraussetzung ist, vgl. Dieselskandal oder regelmäßige milliardenschwere Kaufhausrettungen).

    • @Pfennig:

      "Unten wenn es mal Untergewinn gibt, entfällt dann die Besteuerung oder wird ein Untergewinn durch Subventionen ausgeglichen? "



      Ja - nennt sich Verlustvortrag



      Ein Verlustvortrag im Unternehmenskontext erlaubt es steuerliche Verluste eines Geschäftsjahres in Folgejahre zu übertragen. Dort werden sie mit künftigen Gewinnen verrechnet, um Ihre Steuerlast (Körperschaft-, Gewerbe- und Einkommensteuer) zu senken



      = Staatswirtschaft ??

      • @horsefeathers:

        @horsefeathers



        Richtig - & so rechnen sich auch unter anderem die guten Gehälter, die sich die Eigentümer, - eingesetzte Geschäftsführer und im Aufsichtsrat sitzenden, oftmals auch Famielienangehörige oder anderweitig vernetzte Personen genehmigen dürfen. 😁

      • @horsefeathers:

        👍

      • @horsefeathers:

        Nein Verlustvortrag gilt bei Verlusten.

        Wenn man sagt es gäbe Übergewinne dann trennt man Gewinn in 2 Kategorien ein.

        Normaler gewinn - normale Steuer



        Über gewinn - Übergewinnsteuer

        Der Logik nach muss es dann also ein Untergewinn geben. Wenn es gewinn ist, aber weniger als angemessen.

        Also wenn der Ölpreis mal unter 60 USD fällt zum Beispiel.

  • Herr Klingbeil schaufelt das Grab der SPD noch tiefer....

  • Es wird höchste Zeit, die Dinge laut und ständig beim Namen zu nennen: Übergewinnsteuer muss kommen, Beitrag aller zur Kranken und Pflegeversicherung muss kommen, die ständigen blödsinnigen Vorschläge, ausschließlich aus Arbeitseinkommen und Beitragserhöhungen die Löcher zu stopfen, muss aufhören. Doppelbesteuerung und Doppelverbeitragung von Rentnern müssen ans Licht gezerrt und gegen Ignoranz verteidigt werden. Dass manche hart arbeitenden Alleinerziehende mehr Steuern zahlen als manche Millionäre gehört an den Pranger. Die Vernachlässigung der Bildungspolitik und des Grundsatzes, dass gleiche Bildung für alle möglich sein muss, darf in keiner Weise gerechtfertigt werden. Das alles ohne Wenn und Aber und Whatabout und gegenseitiges aufeinander zeigen. Ohne Ignorieren und öffentliches Abwerten von Frau Bas, den Wohlfahrts- und Mieterverbänden, ohne Entschuldigungen für das Kuschen von Lars Klingbeil vor der CDU.

    • @Christine_Winterabend:

      👍

  • Sollte man angehen bzw hätte man schon viel früher angehen sollen. Aber, ich stelle mir das nicht einfach vor. Man muss zunächst mal definieren was "Übergewinn" eigentlich ist, dann einen Steuersatz festlegen. Mit sagen wir 50% vom Gewinn wären das also 1.2 Mrd für drei Monate, geht so würde aber das Ausgabenproblem der Regierung kaum ankratzen. Dazu kommt, dass erwartet werden kann dass der Übergewinn verschwindet wenn die Preise wieder sinken. Ich bin nach wie vor der Meinung dass die Regierung die Ausgaben verringern muss um die Finanzprobleme in den Griff zu bekommen. Man kann von den Bürgern nicht erwarten dass sie ständig mehr bezahlen und der Staat gleichzeitig Geld zum Fenster rauswirft, das untergräbt die Glaubwürdigkeit kolossal wie die Umfragewerte für Merz und Klingbeil zeigen.

    • @Gerald Müller:

      Halten Sie nicht am Begriff "Üüüübergewinn" fest. Das führt zu dem ggf. gewollten Denkfehler. Eine Über-*hust*-gewinnsteuer ist einfach eine Steuererhöhung.

    • @Gerald Müller:

      Man kann Übergewinne nicht definieren. Übergewinne sind ein Vibe, nicht mehr, nicht weniger.

      • @Tim Hartmann:

        Jein. Man schaut auf vergangene vergleichbare Geschäftsjahre. Dennoch, wie gesagt, nicht am Begriff festhalten.

    • @Gerald Müller:

      Aber die Ausgaben verringern, das stellen Sie sich einfach vor oder wie?

  • Ziemlicher Populismus, wenn man suggeriert, man könne in Deutschland mal eben eine konfiskatorische Besteuerung einführen.

    Die generierten Umsätze unterliegen der Mineralölsteuer und der Umsatzsteuer. Die mit den Umsätzen erzielten Gewinne, egal ob Untergewinn oder Übergewinn, unterliegen der Körperschaftsteuer bzw. Einkommensteuer. Der Fiskus kommt nicht zu kurz.

    • @Jan Schubert:

      Wir haben seit 20 Jahren keine Mineralölsteuer mehr, Sie Experte.

      • @nihilist:

        Haben Sie ernsthaft angekreidet das hier nicht von Energiesteuer die Rede war und statdessen der Begriff Kraftstoffsteuer verwendet wurde?

        Und diese Begrifflichkeit nutzen Sie um zu insinuieren ein inhaltlicher Denkfeher fand statt?

      • @nihilist:

        Die Mineralölsteuer wurde 2006 in "Energiesteuer" umbenannt, weil sie in das Energiesteuergesetz übernommen wurde. Sie ist im Spritpreis enthalten. Auf Dieselkraftstoff fällt eine geringere Energiesteuer als auf Benzin an (sog. Dieselprivileg) . Aktuell ist die Energiesteuer um 17 Cent verringert - der berühmt-berüchtigte Tankrabatt!

        Die Expertin :-))

    • @Jan Schubert:

      "konfiskatorische Besteuerung "



      Schönes Wort, klingt so martialisch



      Konfiskation bedeutet faktische Enteignung - davon kann hier doch überhaupt keine Rede sein.



      Es geht um die "Windfall"-profits, die man sehr wohl berechnen und besteuern kann (wenn man willO

      • @horsefeathers:

        Unser semantisches Verständnis scheint nicht dasselbe zu sein. Abschöpfung ist juristisch en Synonym für Einziehung und führt damit natürlich zur Enteignung.

      • @horsefeathers:

        Was ein Windfall ist, ist aber subjektiv. Und das man Verstärkt in Erdölförderung außerhalb des Nahen Ostens investiert weil da immer mal was passeren kann, ist nun nicht so weit hergeholt.

        Dann wäre es kein Windfall, sondern Unternehmertum.

        Schon beim Gas war es juristisch nicht durchsetzbar, und der Case bei Öl ist viel schwächer.

  • Es ist ein systemischer Offenbarungseid: Während die unteren sozialen Schichten unter der Last explodierender Lebenshaltungskosten erdrückt werden, verzeichnen die Ölkonzerne obszöne Rekordgewinne. Dass sich die Politik bis heute weigert, diese Krisengewinne über eine echte, kompromisslose Übergewinnsteuer abzuschöpfen, zeigt, für wen in diesem Land wirklich regiert wird.



    ​Hier offenbart sich die ganze Perversität des Prinzips „Geld geht immer zu Geld“. Wer ohnehin im Milliardenbesitz schwimmt, wird durch staatliche Untätigkeit weiter gemästet, während Familien am Monatsende entscheiden müssen, ob sie heizen oder essen. Die Zeche für die Inflation zahlt die Kassiererin, den Profit streichen die Aktionäre ein. Diese ungenierte Umverteilung von unten nach oben ist sozialer Sprengstoff. Eine Politik, die die Taschen der fossilen Oligopolisten schützt und die eigene Bevölkerung verarmen lässt, hat jeden moralischen Kompass verloren. Es ist Zeit, die Profiteure der Krise endlich bluten zu lassen.

  • Wer soziale Leistungen genau dann kürzt, wo sie besonders stark nachfragt, der spitzt soziale Problemlagen zu.



    Das ist m.M. der größte Schwachsinn überhaupt.



    Es läuft drauf hinaus, dass Sozialpolitik nur dann stattfindet, wenn es ausreichend Geld im Haushalt gibt, nicht dann, wenn Notlagen zunehmen.



    Da die Leistung ja noch erbracht wird, ist das Sozialstaatsgebot nicht gebrochen, aber das Vertrauen der Menschen wird gebrochen. Und das betrifft nicht nur die Menschen, die die Leistung brauche, sondern auch diejenigen, die dafür bezahlen: Die Steuerzahler der Mittelklasse. Die werden stark enttäuscht, weil sie merken, dass sie viel bezahlen, aber wenig Sicherheit dafür krigen.



    Schon Harz-IV (SGB 2) hat vor allem Arbeitnehmer durchgerüttelt, die haben gemerkt, dass Arbeit und Beteiligung entwertet werden können, der Frust ging 2003-2005 durch die Decke.



    Das dürfte hier auch passieren, vielleicht nicht mit dieser Wucht, aber es ist im Grunde genommen ein vollkommen falscher Schritt.



    Und er wird die Wirtschafts- und Konsumentenpsychologie weiter nach Unten drücken.



    Sprich: Das verbreitet Angst, viele Menschen werden nicht mehr optimistisch sein und einkaufen, sondern sparen.

  • Klingbeil hat die Zeit nach der Politik fest im Blick. Es gibt deutlich besser bezahlte Lobby-Posten, wenn man sich bei den Unternehmen beliebt gemacht hat. So einfach ist das und so sicher wird sich die sPD bald unter 5% wiederfinden. Gut so.

  • Alle Erwerbstätigen müssen in die Rentenkasse einzahlen. Politiker und neue Beamte natürlich auch. Ohne Pensionsreform keine Rentenreform.

  • Komplett unverständlich, angeblich reden wir ja hier einerseits über die Volksparteien CDU und CSU, mit Arbeitnehmerflügel, hier sind ja nicht nur die oberen 10.000 vertreten. Merz, Reiche, Linnemann und Spahn gerieren sich als neoliberale Taliban, Tickle-Down-Unsinn und die ewig gleichen, nicht funktionierenden Rezepte, gepaart mit offener Verachtung für die Armen und Schwachen.



    Und die SPD: macht das alles noch mit, das ist Selbstmord auf Raten, wer braucht denn solche "Sozis"?

    • @FtznFrtz:

      "Tickle-Down-Unsinn und die ewig gleichen, nicht funktionierenden Rezepte, gepaart mit offener Verachtung für die Armen und Schwachen."

      Das ist nun mal, was die Mittelschicht will.

      • @nihilist:

        Offensichtlich ja, traurigerweise. Muss man das dann auch gut finden?

  • Wenn man jetzt sieht, was die politische Konkurrenz auf der rechten Seite, also CDU und AgD angeht, scheint Deutschland ja zu min. 40% aus sehr reichen Menschen zu bestehen, die den armen darbenden Konzernen und den dahinterstehenden Superreichen gerne etwas abgeben. Anders lassen sich die Wahlumfragen ja nicht erklären.

    • @Axel Schäfer:

      Die Wahlumfragen erklären sich vor allem den Interessen der Reichen, verteidigt mit Lügen und Verschleierungstaktik der Regierenden, den Eloboraten von am Reichtum beteiligten sogenannten Denkfabriken, in denen höhere Töchter und Söhne nach Privatschule und -Universität ein sorgenfreies Arbeitsleben führen und noch jeder Menge weiterer Volksverdummungsmechanismen. Wir sollten diese in unseren Diskussionen hier nicht auch noch adptieren oder unterstützen. Es wird höchste Zeit, möglichst vielen die Realitäten bewusst zu machen und sie davon abzuhalten, Leuten zu glauben, die inzwischen nicht nur ein auskömmlliches Leben der meisten kaum noch zulassen, sondern schon Leben und Gesundheit der heutigen Durchschnittsbevölkerung und zukünftiger Generationen gefährden.

  • unsere Orts -SPD (REgensburg) lässt ihre Emails sperren…würde ich auch, wenn ich unfähig wäre, Politik zu machen und nichts anders zu tun hab, als kleinen Leuten das Messer von hinten reinzurammen und dann sagen, wer die AfD wählt ist…was weiss ich…



    Wau! Schafft den Mindestlohn ab, die 35h Woche und lasst das Internet Sperren und wir bennen uns um in OblastBRD…..



    Die CDU, die cSU und vor allem die AfD freut sich einen zweiten Kopf. DAnke SPD

  • Ja, die Geldpumpe von unten nach oben läuft super mit dieser Regierung. Die dürfte ein bisheriges Maximum darstellen, wenn man an die Regierungen der Vergangenheit denkt - vielleicht in Konkurrenz mit dem Schröder-Regime.



    Und es treibt fleissig die Wählerpumpe der AfD an:

    www.zeit.de/politi...-neuwahl-wahltrend

    Ich würde sagen, der Beginn medialen Diskussion der massivsten Sozialstaatskürzungen (der Sozialstaat ist im Grundgesetz festgeschrieben, anders als unser dysfunktionales und antidemokratisches Wirtschaftssystem) korreliert zeitlich recht gut mit dem neuerlichen Anstieg der AfD, in dem sie die cdU/csU nun wirklich überholt haben.

    Demokratie ist die Diktatur des Volks, in dem es seinen Peinigern selbst die Peitsche in die Hand drückt, scheint's.

    • @Jalella:

      Dem Schröder-Regime muss man allerdings zugute halten, dass es vor 20 bis 25 Jahren noch sehr viel mehr umzuverteilen gab. In den Hartz-Gesetzen spielte das Existenzminimum, was man darunter versteht, was dazugehört und wie man es berechnet, noch eine wichtige Rolle.



      Heute kann unten nichts mehr weggenommen werden, wenn man das Konzept aufrecht erhält. Also ist es aus der Debatte verschwunden. Bin gespannt, wann das Bundesverfassungsgericht klarstellen muss, dass man das nicht einfach aus den Gesetzen streichen darf.

  • R.I.P. SPD!

  • Ich bleibe dabei: die SPD ist seit Jahren eine Mogelpackung. "Sozial" steht zwar drauf, aber der Sozialanteil sinkt seit Jahren. Auch eine Art Shrinkflation, also Shrinkflation Partei Deutschland.

  • Man wundert sich, das die SPD nach der katastrophalen Erfahrung mit dem Kabinett Schröder und seiner Agenda 2010 Leute wie Klingbeil und Bas an die Spitze lässt.



    Das Vorgänger Duo Esken/Borjahns hatte ja wieder Boden gut gemacht, immerhin gab es danach die Ampel.

  • Die Zahlen mit denen Greenpeace hier zu den Gewinnen der Ölkonzerne hausieren geht sind Schätzungen, da die Ölkonzerne Greenpeace kaum die Bücher zum prüfen gegeben haben. Nur sind Schätzungen immer so eine Sache, die Union hat gemeint beim Bürgergeld zweistellige Milliardenbeträge einsparen zu können die jetzt bei der Grundsicherung nur noch ein paar Millionen sind. Das selbe kann hier auch passieren.

    • @Günter Witte:

      Als Windfall Profits (auf Deutsch Zufalls- oder Marktlagengewinne) werden unerwartete, plötzliche Gewinne bezeichnet. Sie entstehen nicht durch unternehmerische Leistung, Innovation oder strategisches Geschick, sondern als direkte Folge unvorhersehbarer externer Marktereignisse wie Krisen, Gesetzesänderungen oder Naturkatastrophen.



      Die lassen sich durch Branchen- und Zeitvergleich schon recht gut abschätzen.



      Vor Einführung einer windfall-tax kann man einen Sicherheitsabschlag vornehmen.

      • @horsefeathers:

        Nehmen wir mal an, die Geschäftsleitung richtet ihr Unternehmen strategisch so aus, dass es in Fällen von Krisen oder Naturkatastrophen besonders viel Geld verdient. Handelt es sich dann auch um Übergewinne?

      • @horsefeathers:

        Und sie wollen im allen ernstes sagen das man ein Krieg im Nahen Osten niemals hätte kommen sehen hätte können?

        Darauf baut ihr Case auf.

    • @Günter Witte:

      Greenpeace geht "hausieren" - danke, ich weiß Bescheid.



      Was nimmt man bei Merz als Synonym für "hausieren"?



      Ich hätte da schon Ideen, aber manchmal ist die Netiquette aber auch so streng....

    • @Günter Witte:

      Also für mich ist Greenpeace deutlich glaubwürdiger als die CDU, kann also auch sein, dass das stimmt.

      • @Schmetterling:

        Die Wahrheit dürfte bestenfalls in der Mitte liegen...

  • Statt sich wieder und wieder Illusionen hinzugeben, dass die karrieristische Seeheimer-sPD noch einen Kurswechsel in Richtung Sozialdemokratie hinlegen würde, wäre es m.E. angebrachter einzusehen, dass die bürgerlichen Parteien, gern medial vermarktet als das 'demokratische wir', längst geschlossen an einem Strang zieht zum Nutzen der Machterweiterung der oberen 0,1%, und zum wirtschaftlichen Nutzen der oberen 10-20% der Bevölkerung.



    Die Akteure und die Berater:innen der 'Berliner Blase' sind eh längst selbst integrierter Teil dieser oberen 10-20%.



    Wer das aber ausspricht ist umgehend wahlweise der verkürzten Kapitalismuskritik verdächtig, oder, sehr beliebt zur Zeit, spielt der Rechten mit populistischer 'Elitenkritik' in die Hände.



    Und "SCHNAPP":



    Falle zu, weshalb es wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, wann das 'bürgerliche Lager', wie schon auf EU-Ebene, mit den Rechten zusammenarbeitet, nach dem Motto:



    wollen wir 'eigentlich' nicht, aber geht halt nicht anders.



    Und so ziehen denn die Kettensägen incl. der 'Seeheimer' in immer mehr 'Volksvertretungen' 'dieses unseres' wieder 'kriegstüchtigen' EU-Europas ein.

  • Übergewinnsteuer - tolles Wort. Also ein Gewinn über dem Gewinn. What the f*k?

    Aktuell haben wir 51% Staatsquote. Und aus diversen Ecken die Forderung nach noch mehr Steuern und noch mehr Hilfe für noch mehr Bedürftige.

    Nichts gegen Bedürftige und nichts gegen Hilfe für diese. In meinem Koordinatensystem sind das die unteren 10-15% sowohl bzgl. Einkommen als auch Vermögen. Und die sollen Hilfe bekommen. Sowohl für ein menschenwürdiges Leben. Als auch insbesondere zur Selbsthilfe, z.B. Bildung.

    Aber umverteilt wird in D nach meinem Eindruck seit Jahren vielen zwischen praktisch allen. Und vor allem Bekommen immer mehr irgendwelche Unterstützung. Geraten/gefühlt: 70% der Bevölkerung? Warum? Wem dient das ausser der politischen Kaste zur Selbstbeweihräucherung?

    • @uwe:

      Vor allem wird konfiskatorisch von Jung nach Alt umverteilt, weil die Mehrheit auf ewig Ü50 sein wird.



      Demokratie, Baby.

    • @uwe:

      "Also ein Gewinn über dem Gewinn. What the f*k?"

      Ja - nennt sich windfall-profit.

      Dr. google hilft -:))

  • Gerade hier in der taz lese ich sehr oft die Forderung nach einer Übergewinnsteuer. Und das mag aktuell auch ein sinnvoller Weg sein; der Anlass ist auf jeden Fall gegeben.



    Bevor es darum geht, wer sie einführt, stellt sich erst die Frage, wie eine solche Steuer überhaupt aussehen soll? Wie verhindert wird, dass sie die falschen Gewinne bzw. Unternehmen trifft? Oder dass umgekehrt gar keine Wirkung eintritt, also kaum Einnahmen und keine Preissenkung? Und dass sie überhaupt verfassungs- und unionsrechtskonform wird?



    Diese Punkte sind beim Thema Übergewinnsteuer überhaupt nicht einfach. Ich bin ehrlich neugierig auf ernsthafte Gestaltungsideen; nur die politischen Akteure schweigen sich, so laut sie auch mit der Forderung schreien, zu den Details aus.



    Doch da liegt der Hase im Pfeffer - es muss auch funktionieren, und da ist viel Konzeptionsarbeit gefragt. Aus einem Gefühl der Ungerechtigkeit und einem hingeworfenen Wunsch wird noch keine (sinnvolle) Politik.

    • @Frauke Z:

      Das wären ja alles Punkte, für deren Ausarbeitung so ein Bundesfinanzministerium gut aufgestellt wäre. Gestaltungsideen sind allerdings dort, wo ein Klingbeil das Zepter schwingt, strengstens verboten.

    • @Frauke Z:

      windfall-tax



      Großbritannien (Energy Profits Levy): Der Steuersatz auf Öl- und Gasförderungsgewinne wurde auf 38 % angehoben und soll bis März 2030 gelten.



      Tschechische Republik: Hier wurde eine spezielle Sondersteuer von 60 % auf außergewöhnliche Gewinne im Energiesektor eingeführt



      Australien: Die Windfall Gains Tax greift beispielsweise, wenn sich der Wert von Grundstücken durch staatliche Umwidmungen drastisch erhöht.



      Es geht also - wenn man will -:))

      • @horsefeathers:

        Grossbritannien besteuert Ölförderung im eigenen Land.

        Auf welche deutschen Ölfelder bezieht sich Ihre idee?

      • @horsefeathers:

        Britisches Modell: Würde offensichtlich in D nicht funktionieren, denn hier wird wenig Öl und Gas gefördert.



        Australisches Modell: dito.



        Tschechien: Was ist außergewöhnlich? Funktioniert das in Tschechien? Würde es in D funktionieren? Trifft es die richtigen Gewinne?



        Wie gesagt, so einfach ist es nicht.

        • @Frauke Z:

          Einfach ist es nicht, aber wenn man will kann man statt immer an der Steuerschraube für uns zu drehen auch mal woanders Geld holen, aber ich befürchte mit dieser Regierung wird das nix.



          Mit ein klein wenig Fantasie kann man alles auf D anwenden.



          Britisches Modell: Statt Steuer auf Förderung eben auf Gewinne im Verkauf.



          Tschechiches Modell: Außergewöhnliche Gewinne im Energiemarkt werden gerade an der Tankstelle gemacht und könnten z. B. auch ab und an beim Strommarkt anfallen.



          Australisches Modell: Gibt es in D keine Grundstücke die drastisch im Wert steigen?

        • @Frauke Z:

          Sie stellen rhetorische Fragen.

          windfall-tax ist sehr einfach durch Branchen- und Zeitvergleich zu bemessen - wenn man will und das zeigen die Beispiele.

          Die konkrete Durchführung der Besteuerung dürfen Sie eigenständig recherchieren.

        • @Frauke Z:

          Das Australische Modell beschränkt sich nicht auf Energie und Bodenschätze, wie schön das genannte Beispiel zeigt. Gerade die Profite aus Flächenumwidmungen wären ein interessanter Ansatzpunkt. Da gibt es auch in Deutschland eine Menge dessen, was andernorts Korruption genannt würde.

          • @Comerade Aardvark:

            Korruption bei Immobiliengeschäften, was auch immer Sie genau meinen, ist etwas anderes als Übergewinn aus Ölpreissteigerung. Ihre Kommentare zeigen gerade, wie vieles durcheinander geht, weil der Stein des Anstoßes wirtschaftlich nicht leicht zu packen ist.

  • Besonders perfide in der Erzugung "gnadenloser sozialer Unwucht" die deutschen TV-Talkshows, die durch die Bank CDU freundliche neoliberale Politik mit der Forderung nach Reformen Reformen, Reformen propagieren, wie z. B. die Sendung Miosga heute in der Miosga mit koketten Augenaufschlage - aber in Wahrheit vollkommen desinteressiert - Bärbel Bas nach ihren Ausgrenzungserfahrungen als Frau mit Hauptschulabschluss fragte, um sie kurze Zeit später den eingeladenen neoliberalen Experten, Chef des Weltwirtschaftsinstituts in Kiel, Chef des Tagesspiegels, medial zum Fraß vorzuwerfen.



    Antreiber im politischen Klassenkampf von oben, sind die deutschen politischern TV-Talkshows mit freundlicher Unterstützung von Bild und allen anderen Springer-Medien.

  • Gibt es das "S" in der SPD eigentlich noch?



    Die SPD hat wohl vergessen, wer ihre Wähler waren und für welche Politik sie mal stand. Wenn die SPD keine Sozialpolitik mehr macht, wer soll es dann noch machen? Und nein, die SPD ist selbst schuld, wenn sie jede CDU-Kröte schluckt.

  • Steuererhöhungen sind für die Union ein noch tiefroteres Tuch als Umverteilung. Die geht ja schließlich auch von unten nach oben, äh, Tankrabatt.

    Die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfanger werden lieber den Nebenkosten der unteren Löhne auffgedrückt, anstelle sie zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu deklarieren. Ach ja, dafür hätten Steuern erhöht werden müssen. Wenn die SPD ihrem Kernklientel so in den Rücken fällt, darf sie sich über gar nichts mehr wundern.

    • @Holger_0311:

      Rein vom Namen her, ja. Aber in der Sache sollten Kranken"versicherung", Renten"ersicherung", Pflege"versicherung" etc. ja eigentlich auch steuerfinanzierte Leistungen sein. Denn sie sind öffentliche Daseinsvorsorge. Sie wurden in der Vergangenheit nur nicht als Steuern bezeichnet, damit man die Reichen in diesem Fall nicht an den Kosten beteiligen muss, wie man es der Steuergerechtigkeit nach müsste. Stichworte: "wer zahlt ein" und "Beitragsmeessungsgrenze".

      Und wenn man sie zu den "Steuern" dazu zählt, dann werden sie kräftig erhöht - freilich nur für die ärmere zwei Drittel der Bevölkerung. Erhöhung der Abgaben für ärmere, Steuergeschenke für die Reichen: cdU/csU/AfDP-Markenkern. What you vote, ist what you get.

    • @Holger_0311:

      apropos Gesundheitskosten. D liegt in Europa. Unter den europäischen Ländern hat die Bevölkerung in D eine relativ niedrige Lebenserwartung - nicht wirklich niedrig aber halt relativ niedrig. Aber pro Kopf sehr hohe Kosten für das Gesundheitssystem.



      Scheint mir schlüssig, dass da nicht zu wenig Geld im System ist sondern zu viel Ausgaben für weniger sinnvolle Dinge.



      Sprich - bitte mehr Gedanken zur Verwendung der vorhanden Mittel (die sind eher zu hoch). Und weniger Gedanken, wie man noch mehr Geld ins ineffektive System schütten kann.

      • @uwe:

        Es ist etwas nicht total schlüssig und nachvollziehbar, dass im Regierungsbezirk Oberbayern mehr MRT-Systeme stehen als in ganz Großbritannien?

    • @Holger_0311:

      Alle gesetzlich Versicherten sitzen in einem Boot, die Lasten sind allerdings so verteilt, dass die Besserverdienenden den höheren Beitrag (>1.000 €) leisten (müssen), während Angehörige (Kinder, auch erwachsene Kinder, Eheleute, manchmal auch Eltern und Geschwister) umsonst dabei sind. Freiwillig Versicherte zahlen nur ca. 230 €. Für Minijobber sind 187€ fällig. Für Bürgergeldempfänger ist es noch weniger.



      Die wirklichen Lasten tragen also erstmal die höheren Einkommen, wie schon bei der Steuer. Das sollte man fairerweise schon so sagen.

      • @Leo Onlin:

        Stimmt, mit Ausnahme der Privatversicherten. Die würden sich bei einer Steuerfinanzierung an den Kosten beteiligen, sind nun aber raus. Da die i.d.R. über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, beteiligen sich Spitzenverdienenden nicht an den Kosten. Das ist in meinen Augen höchst ungerecht.

      • @Leo Onlin:

        Sicher leisten die Besserverdienenden einen höheren Beitrag, aber 15% 10000€ schmerzen weniger als 15% von 2000€.

        • @Xanyd:

          Abgesehen davon, dass niemand 15% von 10.000 Euro bezahlt, weil schon 4000 Euro vorher die Beitragsbemessungsgrenze greift.

          • @nihilist:

            Private zahlen schon mal 1500€ im Monat. Die Schmerzen auch, insbesondere wenn das Einkommen knapp über der Beitragsbemessungsgrenze liegt und dann auch noch die höhere Steuerlast (bei 10.000 im Monat sind das 42% + Soli für den letzten Euro) dazu kommt.

  • Es geht gar nicht anders, als zu sparen, da in vielen früher einmal im Export erfolgreichen Ländern derzeit Flaute herrscht. Auch in Deutschland können die Importe -Rohstoffe, zur Zeit noch zu viel fossile, und Lebensmittel durch Ausfuhren nicht mehr ausgeglichen werden. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass Investoren ihr Kapital dort einsetzen, wo es mehr Profit bringt, neue Märkte suchen und darüber hinaus Patente und know how aus den früher einmal wohlhabenderen Ländern einfach woanders einsetzen und das ohne Rücksicht darauf, ob es Regelungen in Bezug auf Mitarbeiterrechte, Demokratie oder Klimaschutz gibt. Eher im Gegenteil, BASF geht dorthin, wo sie eben keine Spielregeln in Bezug auf Gewässerschutz und Umweltverpestung einhalten müssen. Wenn dann noch die in China oder anderswo produzierten Waren hierzulande verkauft werden, sind alle hier einmal erkämpften Gesetze Makulatur umd gleichzeitig hierzulande die ökonomischen Grundlagen, Beschäftigung und Wettbewerbschancen verloren gehen. Es bleibt: Kleinere Brötchen backen, sich unabhängiger vom Weltmarkt machen, weniger konsumieren, Reichtum und ARBEIT hierzulande besser verteilen! Autos und Flugreisen müssen verzichtbar sein !

  • Mehr Geld für Soziales und die SPD stünde stabil bei 35% oder wie?



    Und logischerweise dann die AfD bei unter 10?



    Ich habe stärkste Bedenken bar dieser Logik.

    • @Tom Farmer:

      Nein, nicht einfach "mehr Geld für Soziales", sondern eine gerechte Verteilung der Wohlstandsgewinne, so dass keiner in Deutschland, der seinen Teil Arbeit beiträgt, sich Sorgen darum machen muss, ob er Miete zahlen, Lebensmittel kaufen, Kinder großziehen und in der Rente ohne Armut leben kann. Wenn die SPD das erreichen würde, stünde sie stabil bei 35% und die AfD bei unter 10%.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Mit Ihrem Allgemeinplatz "Verteilung Wohlstandsgewinne" habe ich Probleme, unter anderem da das keiner fassen kann was das ist.



        Aus Gewinnen was verteilen ist auch deshalb ungerecht, da Gewinne einen Besitzer haben. Daher viel besser: Aus den Umsätzen muss das kommen. Also alles was die Gewinne VORHER schmälert. Also gerechte Löhne etc. Da muss man niemand qas wegnehmen! Das kann man als Unternehmer vorher kalkulieren. Unter diesem Aspekt bin ich bei Ihnen.

        • @Tom Farmer:

          @Tom Tailer



          Die Gehälter für Geschäftsführer und Aufsichtsräte werden selbstverständlich vor Gewinn rausgerechnet 😁

        • @Tom Farmer:

          Na, Wohlstandsgewinne sind es beispielsweise, wenn die Personen, die mehr als 100 Mio. € besitzen, in 2025 um 300-500 Mrd. $ reicher geworden sind. Im Augenblick haben die einen Besitzer. Aber die sollten eben so besteuert werden, dass da hinterher nicht mehr 300-500 Mrd. $ mehr steht, sondern 100-300 Mrd. €. Die restlichen 200 kann man dann dafür nutzen, um die Wohlstandsgewinne gerechter zu verteilen.

          • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

            Einen Besitz wegzunehmen halte ich für unklug, weil das auch bei weniger Vermögenden für Ängste sorgen kann.



            Daher dafür sorgen, dass eine gerechte Arbeitentlohnung steht.... wer danach sein Vermögen vermehrt durch Bitcoin (als Beispiel), dann ist das halt so. Dann konnte er eben mehr als die Anderen.

            • @Tom Farmer:

              Bei Unternehmern ist es absolut üblich, denen am Ende des Jahres etwas wegzunehmen, was sie bis dahin brsessen haben. Das nennt sich Steuer.

              Und das, was die Superreichen da auf ihrem Konto haben, haben Sie zu einem guten Teil nicht durch eugene Leustung auf ihrem Konto, sondern weil der Staat und Zentralbanken seit 2008, seit der Finazkrise durch Lehmann, 60.000 Mrd. $ in die Finanzmärkte gepumpt haben, damit die nicht zusammenbrechen. Dadurch sind die Aktuenkurse gestiegen und dadurch haben die profitiert, deren Besitz fast zu 100% aus Aktien bestehen, nämlich die Millardäre und Superreichen (Vermögen größer als 100 Mio€ Finanzvermögen), währen die meisten normalen Menscchen, die höchstens ein Auto oder Haus besitzen, davon gar nicht profitiert haben.



              Sie mögen sich ha für schlau halten, dasa sie mit Bitcoins ein paar Euro verdient haben, aber das sind nur ein paar Krümel, die vom Tusch derjenigen herabgefallen sind, auf deren Konten ein Grossteil der 60.000 Mrd. € gelandet sind. Wenn das gerechter verteilt würde, würde auch sie profitieren - falls Sie nicht zu den Superreichen gehören, also nicht mehr als 100 Mill. $ auf dem Konto haben - wovon ich mal nicht ausgehe.

              • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

                Nein, ich habe keine Bitcoins.



                Eine Steuer die vorher bekannt ist, die kann ich kalkulieren. Eine Sonderabgabe auf Vermögen nicht. Ich halte das für fatal. Da hat doch jeder Sparer die Angst, dass bei ihm auch mal was abgezwackt wird, wenn der Staat hungrig wird, weil: Politik ist NICHT verlässlich. Unser aktuelles Hauptproblem!

  • Taz, tax the rich!



    Meine Frau und ich Ende 50, aus Mittelstand zu Akademikern aufgestiegen mit Ende Studium Kontostand 0, 3 Kinder, sparsam gelebt und gut verdient. Aktuelles Vermögen 4 Mio. €, davon die Hälfte wenig beweglich in Immobilien inkl. dem selbst bewohnten Haus.



    Wir fühlen uns halbwegs vermögend aber in der taz auch regelmäßig hart angegriffen bis verunglimpft.



    Frage daher an Frau Krüger und Community: An wen soll ich jetzt wie viel abgeben, um der weiteren Beschimpfung zu entgehen und den Nimbus des „bösen Reichen“ von mir abstreifen zu können? Bitte nur ernstgemeinte Antworten!

    • @Flocke:

      Frau Krüger hat von Superreichen gesprochen. Das sind alle, die mehr als 100 Mio. $ Finanzvermögen besitzen. Da fallen Sie garantiert nicht drunter.



      Auch ich setze mich seit Jahr und Tag für die stärkere Besteuerung von Superreichen ein.



      Personen wie Sie sind für mich keine "bösen Reichen", sondern ehrliche Reiche, die ihr Vermögen auf ehrliche Weise und sozusagen mit eigener Hände Arbeit erworben haben. Um die geht es nicht.



      Es kann meiner Meinung nach nur um die stärkere Besteuerung von Milliardären und Superreichen (mit mehr als 100 Mio. $ Finanzvermögen) gehen. Die haben alleine 2025 ihr Vermögen um 300-500 Mrd. € erhöhen können und das garantiert nicht durch eigener Hände Arbeit. Die würden nicht einmal ärmer, wenn dieser Einkommenszuwachs stärker besteuert würde, so dass die Wohlstandsgewinne gleichmäßiger über die Bevölkerung verteilt würden. Bei 300-500 Mrd.$ Einkommenszuwachs würde es denen nicht schaden und für den Rest der Bevölkerung und des Staates einen Riesenunterschied machen, wenn die mit 100 Mrd. € stärker besteuert würden

  • Die Merz - CDU muß jetzt eine Beamten- Pensionsreform hinkriegen. Politiker und neue Beamte müssen mit der großen Rentenreform 2026 auch in die Rentenversicherung einzahlen. Die hohen Pensionen im Vergleich zu den mickrigen Renten sind ungerecht und unbezahlbar. Jährlich steigende Kosten für Beamtengehälter und Pensionsverpflichten von ca. 2 Mrd. € kann sich unsere Land nicht mehr leisten. Jetzt eine Grundgesetzänderung vorbereiten und dann geht es los. Andere europäische Länder haben die Integration der Beamten in die Rentenversicherung längst hinter sich. Österreich ist bereits seit 2005 dabei neue Beamte nach und nach über 30 Jahre ohne Schwierigkeiten in die Rentenkasse einzahlen zu lassen. Nur wir Deutschen kriegen es wieder mal nicht hin. Warum? Weil die Merz-CDU und Beamtenlobby es mit allen Mitteln verhindert. Ministerin Bärbel Bas, SPD hat recht, die Beamtenreform muß jetzt mit der Rentenreform mit eingeleitet werden. Ansonsten fliegt uns schon bald das ganze Pensionssystem um die Ohren.

  • Der Eindruck wird immer klarer, dass es bei den Parteiendemokratien nicht darum geht, den von der gesamten Bevölkerung geschaffenen Reichtum gerecht zu verteilen, sondern im Gegenteil dafür zu sorgen, ihn verstärkt bei denen zu konzentrieren, die es geschafft haben, Mechanismen zu etablieren, dass Reichtum in ihre Richtung von der Allgemeinheit abgeschöpft wird. Dieser Ansatz ist nicht neu, sondern seit den 80ern der Trend, aber in letzter Zeit wird er ganz offen umgesetzt, als wäre er ein Naturgesetz.

    Zu den Mechanismen zählen Automaten wie große Immobilienkonzerne genauso wie "Social" Media, Vendor-Lock-In der Hersteller, gesetzliche Vorgaben wie eine allgemeine Versicherungspflicht, windige Verträge mit geheimgehaltenen Gewinnzusagen für Konzerne, Staatl. Subventionen für systemrelevante Branchen, falls die mal ins Klo gegriffen haben. Und zukünftig, so die Hoffnung, alles im Dunstkreis "KI".

    Abhilfe? Reduzieren von Abhängigkeiten, wo immer sich die Möglichkeit bietet. Prüfen, ob man wirklich ständig überall so viel "einzahlen" muss. Die Politik wird hier nichts ändern, und die AfD erst recht nicht.

    • @uvw:

      Sie scheinen Ihr Dasein weit entfernt von produktiven Einkommen zu verbringen. Ich habe jedenfalls obwohl seit 40 Jahren arbeitend und relativ gut verdienend, keinen Anteil am Vermögen irgendeines Superreichen. Das gleiche gilt für Sie.

  • Klingbeil hat "Merzchens" Aussage "Wir schaffen das" voll ernst genommen.



    Wir schaffen die 4%!



    Gnadenlos.

  • Die Autorin hat absolut recht: "Will die SPD nicht bald bundesweit unter 10 Prozent rutschen und in Sachsen-Anhalt möglicherweise sogar aus dem Landtag fliegen, muss sie ihre Politik schleunigst ändern. Sie muss zum Bollwerk gegen die Sozialkürzungspläne der Union werden. Geld für eine bessere Sozialpolitik wäre genug da, der Staat muss es sich nur bei Kri­sen­ge­winn­le­r:in­nen und Superreichen holen."

    Als Ergänzung. Die Superreichen (also Personen mit mehr als 100 Mio. $ investierbarem Finanzvermögen) sind alleine 2025 um 300-500 Mrd. $ reicher geworden. Die um 100 Mrd. € höher zu besteuern, würde nicht einmal dafür sorgen, dass die ärmer würden, sondern nur etwas langsamer reicher.

    Wenn die bisherige soziale Unwucht nur bedeuten würde, dass die SPD unter 10% fällt und aus dem Landtag in Schleswig-Holstein fällt, könnte man sagen: "Ist einfach verdient".



    Aber leider bedeutet das auch, dass die AfD noch stärker wird und dass die AfD im September in Sachsen-Anhalt vermutlich allein regieren kann, in ein paar Monaten bundesweit mehr Stimmen haben wird als CDU/CSU und SPD zusammen und spätestens 2029 die Macht im Bund übernimmt.



    Daher ist dies so ziemlich die letzte Chance.

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      "Aber leider bedeutet das auch, dass die AfD noch stärker wird und dass die AfD im September in Sachsen-Anhalt vermutlich allein regieren kann, in ein paar Monaten bundesweit mehr Stimmen haben wird als CDU/CSU und SPD zusammen und spätestens 2029 die Macht im Bund übernimmt."

      Was soll man machen? Die AfD muss ja nicht mal was tun, damit das passiert.



      CDU und SPD machen die ganze Arbeit, schlagen dann beim Ergebnis die Hände überm Kopf zusammen und beschließen dass man schleunigst noch viel mehr tun muss.

  • Nun, ich möchte wissen, wie genau Übergewinn, respektive Übergewinnsteuer definiert wird. Gewinn wird ja versteuert, ein höherer Gewinn entsprechend auch. Eine genaue Definition kenne ich nicht; vielleicht kann das jemand exakt definieren (ich bin nicht dagegen, dass ein höherer Gewinn auch höher versteuert wird).



    Auf der anderen Seite frage ich mich, ob dann, logischerweise Untergewinne oder auch Verlust genannt, entsprechend ausgeglichen werden müssten?

    • @Nico-1:

      Die Unkenntnis über Definitionen, bestehende Regeln und vieles Weitere, was zum Thema gehört, ist prägend für die Debatte.



      Verluste werden mittels des entsprechend benannten Verlustvortrags steuerlich ausgeglichen.

    • @Nico-1:

      "Auf der anderen Seite frage ich mich, ob dann, logischerweise Untergewinne oder auch Verlust genannt, entsprechend ausgeglichen werden müssten?"



      Das ist das was mir bei dem gesamten Konzept ebenfalls Bauchschmerzen verursacht. Meiner Meinung nach ja.

      • @Encantado:

        Verluste können mit aktuellen Gewinnen verrechnet werden, nennt sich Verlustvortrag.



        Also keine Sorge, gibt es schon.

        • @2Cents more :

          "...keine Sorge, gibt es schon."



          Ja, und eine Steuer auf erzielte Gewinne gibt es ebenfalls bereits.



          Worauf wollen Sie hinaus?

  • Wird schon seinen Grund haben dass Merz der unbeliebteste Kanzler ever ist.

  • Mit der Bafög Regelung so wie sie geplant ist sind die Sozen endgültig weg. Ich erinnere nur an die Möglichkeit Schnaps und Alkohol höher zu besteuern - wurde auch abgebügelt, die Alkohollobby ist zu stark. Billig saufen ist besser als gute Bildung. Klingbeil ist ohne Worte, er ist nutzlos. Auch den Bonus für E-Autos sehen viele als Selbstverständlichkeit an. Natürlich macht das die AFD stark. Ich bin Mieter und Fahrradfahrer - wen soll ich wählen ? - Sag jetzt nicht GRÜN....

    • @Hildebrand Felixflash:

      Die Linken. Und auf kommunaler Ebene (dort, wo Entscheidungen für oder gegen Radinfrastruktur getroffen wird) doch die Grünen, auch wenn Sie es nicht gerne hören.