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Männliche ModeWarum Männer sich nicht anziehen können

Matthias Kalle

Essay von

Matthias Kalle

Zu enge Hosen, Hoodie als Dauerlösung: Der Mann wirkt erstaunlich gleichgültig gegenüber seiner Erscheinung. Er hat nie gelernt, sich selbst zu sehen.

Sprezzatura – die modische Arbeit, die ihre eigene Arbeit versteckt, ist in Deutschland eher eine Seltenheit Foto: Granger/imago

F angen wir am besten mal ganz von vorne an, ist ja auch alles ein bisschen kompliziert. Also: Um das Jahr 1800 verbrachte ein englischer Dandy namens George Bryan Brummell jeden Morgen mehrere Stunden damit, seinen Schlips zu binden. Sein Ziel war es, dass der Schlips am Ende so aussah, als habe das Binden höchstens eine Minute gedauert. Diese gepflegte Nachlässigkeit – das Ergebnis äußerster Sorgfalt, die alle Spuren ihrer selbst tilgt – hat einen Namen. Die Italiener nennen es sprezzatura: gekonnte Nonchalance. Eleganz, die wie Zufall wirkt.

Brummell war der erste moderne Modemann. Vor ihm trugen europäische Aristokraten Kleidung als Machtdemonstration: Perücken, Spitze, Seide, jede Menge Gold. Herrschaft, sichtbar gemacht in Stoff und Tand. Dann kam Brummell, bürgerlicher Herkunft, ohne Titel, kein Vermögen – und zog einen dunklen Wollrock an, schlichte cremefarbene Hose, weißes Leinenhemd; Schnitt, Sitz und Qualität.

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Männer bauen Autokratien auf, Männer bilden Manosphären, Männer üben Gewalt gegen Frauen aus. Aber: Männer leisten auch mehr Care-Arbeit als früher, Männer supporten Frauen, Männer gehen sogar in Therapie (manchmal). Alte Männlichkeitsbilder geraten ins Wanken, zugleich klammern sich manche Männer um so mehr ans Patriarchat und verklären die Vergangenheit. Ein Schwerpunkt über Manfluencer und Maskulinismus, Körperlichkeit und Vater-Sohn-Beziehungen, männliches Altern und diverse Männeridentitäten. Alle Texte der Ausgabe erscheinen unter taz.de/männertaz

Der britische Psychologe John Carl Flügel nannte das, was Brummell da, ohne es zu wollen, etabliert hat, in seinem Buch „The Psychology of Clothes“ 1930 die „Große Männliche Absage“: den Moment, in dem die Männer des aufsteigenden Bürgertums kollektiv auf Farbe, Prunk und Ornament verzichteten. Was blieb, war der Anzug. Das war kein Stilwechsel. Das war eine Gründungsurkunde des Liberalismus in Stoff.

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Wie können wir Männlichkeit in ihrer Vielfalt darstellen und unterschiedliche Perspektiven zeigen? 14 Antworten von Fo­to­gra­f:in­nen der taz finden Sie hier in der Bildergalerie zur männertaz.

Und diese Urkunde enthielt von Anfang an ein Paradox. Denn Brummells Anzug verlangte, was Männer bis dahin nie geübt hatten: ein bewusstes Verhältnis zur eigenen Erscheinung. Sprezzatura meint keine Selbstvergessenheit, sondern das Gegenteil. Sie setzt voraus, dass man seinen Körper kennt, weiß, was ihm steht, und dann so tut, als hätte man darüber nie nachgedacht. Brummell verbrachte Stunden vor dem Spiegel, damit es aussah, als habe er gar keinen. Oder als habe er sich morgens einfach durch seinen Kleiderschrank gerollt – und was hängen blieb, zog er halt an.

Quellen der Männermode

Problematisch ist dabei nur, dass Männer historisch nie gelernt haben, Kleidung als persönliches Verhältnis zum eigenen Körper zu denken. Und der Grund dafür sitzt tief in der Geschichte ihrer Kleidung selbst. Folgendes sollte man nämlich wissen: Die Quellen der Männermode sind nicht Eleganz oder Selbstausdruck; die Männermode speist sich vielmehr aus den Bereichen Militär, Arbeit und Sport.

Feldjacken, Trenchcoats, Bomberjacken – Uniformteile, die in die Alltagsmode eingewandert sind. Jeans und Chambray-Hemden trugen Minenarbeiter, und die Canvas-Jacke gehörte auf Baustellen, bevor sie in Boutiquen landete. Seit dem frühen 20. Jahrhundert setzte sich dann die Sportmode durch: erst der Blazer aus dem Ruderclub, dann der Trainingsanzug, heute die Allherrschaft von Sneaker und Hoodie.

Diese drei Quellen haben etwas Entscheidendes gemeinsam: Kleidung war Funktion, nicht Sprache. Männer trugen, was die Gruppe trug, der sie angehörten. Immer hat eine Institution die Wahl der Kleidung vorgegeben – die Armee, der Betrieb, der Verein. Der Mann selbst musste nie entscheiden. Er musste sich nie vor den Spiegel stellen und fragen: „Was bin ich? Wie will ich vor der Welt erscheinen?“

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Das ist natürlich keine Kleinigkeit. Denn wer nie gelernt hat, sich selbst anzusehen, kennt seinen Körper nicht. Die meisten Männer wissen nicht, wo ihre Schulternähte sitzen sollen. Sie wissen nicht, dass eine Hose, die am Bund passt und an der Wade zieht, schlicht die falsche Hose in der falschen Größe ist. Sie wissen nicht, welche Silhouette zu ihrer Figur passt, welcher Kragen ihren Hals verlängert oder verkürzt. Und sie ahnen nicht, dass Passformprobleme meist keine Frage des Geldes sind, sondern des Wissens: Ein günstiger Anzug, der sitzt, schlägt jeden teuren, der schlottert.

Der Anzug – ein kulturelles Versprechen

In unserer Kultur ist es nun einmal so, dass Frauen damit aufwachsen, ihren Körper früh zu thematisieren. Das ist falsch und eine Zumutung. Männer lernen das Gegenteil (das ist auch falsch und eine andere Art der Zumutung): Der Körper soll funktionieren, nicht erscheinen. Also stecken sie ihn in Funktionsjacken, Hoodies, in zu große Hemden. Der Mann in formlosen Zeugs hat sich nicht gegen Mode entschieden. Er hat sich gegen die eigene Sichtbarkeit entschieden. Seine Rettung wäre – na? – genau: der Anzug.

Die Bourgeoisie des 18. und 19. Jahrhunderts hatte eine andere Vorstellung davon, wie Sichtbarkeit hergestellt werden sollte: nicht durch ostentativen Reichtum, sondern durch Selbstkontrolle. Der dunkle Anzug signalisierte Disziplin, Ernsthaftigkeit, Verlässlichkeit. Seine Botschaft lautete: Ich habe mich im Griff. Er war demokratisch an der Oberfläche, weil ihn im Prinzip jeder tragen konnte; in der Praxis verlangte er Wissen – über Schnitt, Stoff, Passform, Kontext —, das man sich aneignen musste.

Der Anzug war somit ein kulturelles Versprechen: Ich bin die Sache, nicht das Spektakel. Dann liberalisierte sich die Mode selbst. Die Grenzen zwischen formell und leger lösten sich auf. Fast Fashion machte Kleidung zu Wegwerfware. Der „Missing Middle“ – gute, bezahlbare, alltagstaugliche Herrenbekleidung – verschwand, zerrieben zwischen H&M und Maßschneider. Und die industriellen und militärischen Kontexte, die die funktionale Männerkleidung einst mit Bedeutung aufgeladen hatten, verschwanden ebenfalls.

Das Problem ist heute nicht, dass Männer sich schlecht anziehen. Das Problem ist, dass niemand mehr sagen kann, was „gut angezogen“ eigentlich bedeutet – und dass Männer nie gelernt haben, diese Frage selbst zu beantworten.

Der formlose Mann und der Hyperkurierte

Kleiderregeln sind keine ästhetischen Absolutheiten, sondern geronnene Geschichte. Schwarze Oxfords passen zum dunkelblauen Anzug, weil das die Uniform von Männern einer bestimmten Klasse war, wenn sie in London Geschäfte machten. Wenn diese Geschichte sich auflöst, lösen sich die Regeln auf. Und wer keine Regeln mehr hat, an denen er sich abarbeiten kann – und nie gelernt hat, jenseits der Regeln selbst zu urteilen —, hat auch keine Sprache mehr für sich selbst.

Charles Baudelaire schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts, Mode sei ein Spiegel, der den Geist des Zeitalters reflektiert. Was sich heute im Spiegel zeigt, sind zwei entgegengesetzte Erscheinungen, die dasselbe verraten.

Die erste: der formlose Mann. Nichts passt, weder von der Größe noch von der kulturellen Sprache. Alles ist bequem bis zur Selbstaufgabe – oder funktional ohne Grund.

Die zweite: der hyperkurierte Körper. In bestimmten Ecken des Internets wird Männlichkeit als Optimierungsprojekt betrieben – Training, Ernährung, Disziplin. Der Körper wird zur sichtbaren Leistung, Kleidung zum Rahmen: eng, damit das, was man geschafft hat, zur Schau gestellt werden kann. Aber auch das ist keine persönliche Sprache, sondern Konformität – diesmal nicht zur Gruppe, sondern zum Instagram-Algorithmus. Diese Ästhetik ist keine Marotte, sondern Ideologie. Sie zeigt sich im engen Stoff und ist quasi eine Gegenreaktion auf eine Kulturlandschaft, in der traditionelle Geschlechterbilder unscharf geworden sind.

Beide Erscheinungen – der Formlose und der Hyperkurierte – sind Reaktionen auf dieselbe Leere. Der Anzug war eine Schöpfung des Liberalismus – und er wurde vom Liberalismus getötet. Dort, wo der Anzug als gemeinsamer Code stand, ist nichts nachgewachsen.

Unfähigkeit und politische Orientierungslosigkeit

Brummells vermeintlich zufällig Eleganz war kein Betrug, sondern Kunst. Das Maximum an Luxus im Dienst minimaler Protzigkeit. Sprezzatura – die Arbeit, die ihre eigene Arbeit versteckt.

Genau diese Fähigkeit fehlt. Nicht die Fähigkeit, sich herauszuputzen. Sondern die Fähigkeit, die eigene Erscheinung in der Welt ernst zu nehmen, ohne sich dafür schämen zu müssen. Den eigenen Körper zu kennen, statt ihn zu verstecken. Die Frage zu stellen: Wer bin ich – und wie will ich aussehen?

Der deutsche Mann ist nicht deshalb, wer er ist, weil er schlecht gekleidet ist. Aber es ist auch kein Zufall, wie er rumläuft. Seine Kleidung ist nicht die Ursache der politischen Orientierungslosigkeit – sie ist ihr sichtbarstes Symptom. Sie zeigt, dass das bürgerliche Versprechen, das der Anzug einmal verkörperte, nicht mehr geglaubt wird. Und dass an seiner Stelle nichts steht: kein neues Versprechen, keine neue Sprache, kein neues Bild davon, wie ein Mann in der Welt erscheinen will.

Die große männliche Absage war einmal ein politischer Akt.

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Matthias Kalle
Ressortleiter wochentaz
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155 Kommentare

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  • Hmm, irgendwelche oxfords die zu irgendnem scheiss anzug passen... das modische ideal: der weisse, europaeische mann des 19. jahrhunderts...

  • Mir genügt mein Rock'n'Roll/Redneck-Style: Basecap auf dem kahlen Schädel, Chucks oder schwarze Harness Boots an den Füßen, dazwischen nicht zu enge Jeans, offen getragenes kurzärmliges Vintage-Hemd (meist kariert oder Hawaii) und ein originell bedrucktes T-Shirt - hier bitte beachten: zu Hank Williams oder Brando als "Die Wild One" passen besser Stiefel als Turnschuhe! Hab für meine Hemden und T-Shirts schon öfters Komplimente bekommen, und, oh Wunder, mein originellstes Hemd (zuverlässig kombiniert mit einem Chuck-Berry-T-Shirt) fand jüngst bei einer lieben Kollegin einen Doppelgänger!

    • @Volker Scheunert:

      Ohne mein Camp-David-Outfit gehe ich nicht aus dem Haus, nur damit finden mich alle MEGA!

  • Ok Ok. Much all wesen. But.



    Was hier noch gar nicht verhackstückt wurde:



    Die Binnendifferenz. Newahr



    Ein Kollege mit Frau im Ministerium - mußte sich mal während einer Dienstfahrt mit Ministerialen B2 aufwärts vorhalten lassen - wieso er als (popeliger R1Richter anstehe - n Jackett mit knöpfbaren Manschetten zu tragen.



    &



    In Itzenblitz “Unabhängig und nur Recht und Gesetz unterworfen“ fing ein Neuer in der Kammer “…ooch nett weiße Fliege statt Langbinder!“ sich vom Herrn Vorsitzenden ein



    " ,,,in meiner Kammer pflege nur ich eine Fliege in der Sitzung zu tragen!“



    Normal

    kurz - was hier vom Autor und einigen Deliquenten abgefeiert wird - sind auch ganz reichlich Arschkriecherballaden - durch alle Tonarten! Gellewelle&Wollnichtwoll

  • Was ich mich frage:



    Würden Männer stärker durch ihr Outfit kommunizieren, stünde dann hier ein Artikel darüber warum das ein Ausdrucks fragiler männlicher Egos ist?

    • @metalhead86:

      Eine spannende Frage. :-)

    • @metalhead86:

      Fast jeder Mann vermittelt ein Teil seiner Persönlichkeit durch seine Kleidung und zum Teil durch das, was er nicht trägt oder immer noch trägt. In der BRD gibt es genug Kleidung im Angebot, da muss jeder Mann am Ende auswählen...

  • Männer über 40 sollten Hoodie und Jogginghose beim Sport anziehen. Wer ernst genommen werden will, sollte sich gut überlegen, was er anzieht. Bäcker und Polizisten haben eine Arbeitskleidung, Lehrer, Journalisten oder Sozialarbeiter haben sie nicht - offiziell.



    Deswegen ist es angebracht, sich zu überlegen, was Mann anziehen sollte, welche Wirkung die Kleidung haben muss und was sich gut anfühlt.



    Anzüge können einem das Leben erleichtern und sie können auch bequem sein. Sakkos können warm und bequem sein. Es kommt drauf an, wer das trägt und wie.



    Casual Look kann ziemlich nach hinten losgehen ... Auch wenn der im Grunde genommen, überall sich ausbreitet.



    Vielleicht ist es ein Irrtum, dass ein deutscher Mann nicht elegant sein soll und/oder muss. Oft können Frauen dem Mann da helfen ...

  • Nie werde ich den warmen Wintermantel vergessen, den in der Nachkriegszeit (es gab ja nix) eine Nachbarin aus einem alten Mantel meiner Mutter geschneidert hatte, damit ich chic in Schale mit dem Dampfzug zur „weiterführenden" Schule in die Stadt fahren durfte... [keine Satire].

    • @Mondschaf26:

      So eine gelungene Mini-Reminiszenz an die Nachkriegszeit hätte unserem gemeinsam verehrten Heinrich Böll bestimmt sehr gefallen.

    • @Mondschaf26:

      Tööf - da kann ich mit um.



      Der umgearbeitete Mantel



      Mein Lieblingsfotto - ausse SzowjetBZ - Szone



      Es liegt noch etwas Schnee im Hof - ein semmelblodes mit einem breiten - die Ohren liegen Beseuk - Grinsen zum Lachen.



      (ich konnte Werbung zum Rotbäckchen Appelsaft machen) in einem nem umgehäkelten tiefblauen (=vom Ohl;) Mantel!



      Die Krönung aber die grauen Handschuhe - Fäustlinge - aus ner feldgrauen Wolldecke zusammengefrickelt! Woll



      (Zum lachsfarbenen Anzug für Blümchen streuen zur Hochzeit - aus Mutters rohseidenen Kostüm & Blusen geschneidert!



      Ein andermal! Wollnich



      Tja Anzug Jackett - meinen Vater uns Ohl kenne ich nur im Anzug mit Schlips un Kragen!



      Aber. “Kiik die an - denn Ohl! Niijen Hout un all wedder verwohnt!“



      Icke? Ja den schwarzen zum Examen!



      Zwei absolvierten vier Examen darin!;))🙀



      Höhere Weihen. Der Sohnemann wollte mir dazu ne Weste andrehen! “Büst verrückt! Bin ich der (Weltpolitiker) Joseph F.?“



      Als ich ins Casino zurückkam: “Was ist los?! Wollen Sie etwa seriös werden?“



      “Nein Nein - daß überlaß ich weiterhin ganz Ihnen!“ - “Ah jetzt verstehe ich! Das Boss-T-Shirt für dem Personalrat! Den Anzug für den Intendanten!“ 🥳🧐🤙😂



      Ed🎡dE

  • Mit dem richtigem Maß an Charming, guter Laune & Natürlichkeit ziehen Männer doch am besten an...

    • @Alex_der_Wunderer:

      Wenn man dann noch weiß, wo und bei wem, ist die Sache wirklich einfach.

  • "Die Frage zu stellen: Wer bin ich – und wie will ich aussehen?"



    Das sind zwei Fragen, die für mich nichts miteinander zu tun haben.

  • What the f... sind Oxfords?

    • @Peta Parka:

      Halbschuhe mit geschlossener Schnürung.

    • @Peta Parka:

      Ich glaube, ein englischer Regenmantel…

      • @Stefan Schmitt:

        Das sind Herrenschuhe....

      • @Stefan Schmitt:

        Nein, wie der Budapester ein Schuhmodell.

        • @charly_paganini:

          Oh, Ich dachte,



          ss sind gebildete Regenmäntel!!

    • @Peta Parka:

      Manche, wenn sie diese kaufen,



      lebenslang darin dann laufen🤓



      Es gibt sie aus Samt und Leder,



      In Banken trug sie früher jeder👞

    • @Peta Parka:

      Oxfords sind klassische Herrenschuhe, die sich durch ihre geschlossene Schnürung auszeichnen.

      • @Il_Leopardo:

        @II Leopardo



        ⚠️ Achtung - Oxfords in Sicht - Vertreter nicht weit ❗️😁

        • @Alex_der_Wunderer:

          Viel schlimmer sind aber noch Birkenstocks und die Gesellen, die sie tragen.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Schlimme Erfahrungen mit Vertretern dieses Gewerbes gemacht?

  • Toller Artikel und sehr interessante Kommentare! Deshalb bin ich auch irgendwie lieber beim FKK!

    • @Tian:

      Wer's tragen kann...

  • Anzug habe ich im Büro , Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung getragen und mein Leben lang als Uniform unangenehm gefühlt. Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

    • @A.S.:

      Einen Anzug habe ich zum letzten Mal bei meiner Jugendweihe (für Uneingeweihte: ähnlich Konfirmation, bloß auf Sozialismus) getragen. Fast 60 Jahre her. Fühlte sich krank an. - Aber wers mag...



      Steht halt meist nur Leuten, die sich auch wohl drin fühlen.

    • @A.S.:

      Aber natürlich lässt sich über Geschmack trefflich streiten. Der Kommentator MarsiFuckinMoto scheint auf jeden Fall Geschmack zu haben!

    • @A.S.:

      Ich trage ebenfalls (gerne) Anzug. Teils bei der Arbeit (wenn auch selten), und eben zu den von Ihnen genannten Anlässen plus was sonst mal so dazwischenkommt. Seit ich aus der Pubertät raus bin, habe ich noch NIE das Gefühl gehabt, eine „Uniform“ tragen zu müssen, schon gar nicht fühle ich mich unwohl dabei. Mal davon abgesehen, dass man selbstverständlich über „Geschmack“ streiten kann finde ich, dass die Männermode eigentlich im Großen und Ganzen in den letzten Jahren immer besser wird, aber vielleicht ist das auch eine subjektive Betrachtung. Den Wechsel von Pharrell Williams zu Louis Vuitton z.B. empfinde ich in seiner Wirkung als phänomenal, mit Auswirkungen auf viele andere Labels. Ein Tipp: Wenn Sie sich unwohl in Ihrer "Uniform“ fühlen: Vielleicht ist es einfach mal wieder Zeit für ein paar neue Anzüge, oder generell neue Klamotten...

  • Alle haben Augen. Alle sehen die Wahrheit.



    Bis ein Kind ohne soziale Agenda einfach ausspricht, was offensichtlich ist:



    Der Kaiser ist nackt!



    Statusangst, Gruppendruck und Eitelkeit, kam das eigentlich im Artikel vor?

  • Was ist eigentlich modisch und wer gibt vor, was Mode ist?



    Wenn man die letzten Jahrzehnte betrachtet wiederholt sich viel mit leichten Abänderungen. Was modisch ist gibt doch die Modeindustrie vor, die wollen ja Geld verdienen. Was heute als modisch bezeichnet wird ist es schon morgen nicht mehr.



    Wir sollten nicht immer über jedes Stöckchen springen, das uns die Modeindustrie hinwirft.

  • Wenn ich mir hier die Kommentare vieler Geschlechtsgenossen so durchlese, dann komme ich zu dem Schluss, das die meisten hier keine Ahnung davon zu haben scheinen, wie viel Zeit und Mühe durchschnittliche Frauen in Optik investieren.

    Nur mal so Männers: Frauen haben auch Körperbehaarung und die glatten Beine und die schönen Haare der Partnerin, sind nicht von Natur aus so. Eine gesundheitsbewusste Ernährung bei Frauen ist auch oftmals auch "schönheitsbewusst" gedacht.

    Von euch wird nicht der perfekte Look erwartet, aber mal die Nasenhaare trimmen ider zu überlegen ob die Schuhe zur Hose passen, ist jetzt wirklich nicht zu viel Druck.



    Zumal das aus meiner Erfahrung heraus, durchaus genug Männer bei Frauen als selbstverständlich einfordern

    • @R. Mc'Novgorod:

      Diese Männer gibt es aber Frauen sind in der Angelegenheit die eigentlichen Treiber. Für Frauen sind Äußerlichkeiten entscheidende soziale Distinktionsmerkmale. Und zwar aus sich selbst oder dem Druck anderer Frauen heraus, nicht (in erster Linie) weil es Männern so wichtig ist.

      Kennen Sie das Klischee dass der Mann gar nicht erkennt ob die Frau eine neue Frisur hat?

      Man kann morgens in der Kita immer gut sehen ob der Vater oder die Mutter das Kind angezogen hat;)

      • @Chris McZott:

        Klischee Klischee Klischee



        Ich schmeiß mich fott!



        Es sprach - 🥴😂 Chris McZott!



        Doch hübsch auch was so alles fällt



        In seine Zigarettenschachtelwelt •

    • @R. Mc'Novgorod:

      Es geht doch in dem Artikel nicht um Partnerschaften und Sexualität, sondern um das Erleben von wildfremden Menschen auf der Straße, bei der Arbeit,...

      Frauen wurden so lange von der Gesellschaft gegängelt, dass sie schlank, fit, faltenlos, stets ausgeruht und attraktiv aussehen sollen, dass ganz viele dies in ungesunder Weise für sich angenommen haben. Rausgehen ohne Make-up? Für viele unmöglich. Den kurzen Rock lässt man im Schrank hängen, weil man keine Zeit mehr hat sich zu rasieren, auch wenn man ihn gerne tragen würde.

      Mir ist völlig unklar, warum man, nachdem es bei den Frauen schief gegangen ist, nun auch die Männer unter denselben gesellschaftlichen Druck stellen will.

      Als Frau kann ich dazu nur sagen, dass es mir geholfen hat in einem Umfeld zu arbeiten, in dem durch einheitliche geschlechtergleiche Kleidung die Leistung und Kompetenz mehr zählt als das Aussehen. Ich weigere mich nämlich mich außerhalb meiner Sexualität sexualisieren zu lassen. Und die Arbeit gehört ganz sicher dazu. Wo und wann ich bereit bin, körperbetont die Aufmerksamkeit von Männern zu erregen, sei doch bitte mir überlassen.

      • @Nick riviera:

        Ich denke nicht, das sich das Eine( Privat) und das andere Thema( Arbeit/ Öffentlichkeit) so einfach trennen lässt, denn die meisten Menschen wollen ihre Partner/innen immernoch im realen Leben kennenlernen und nicht online.

        Um Sexualisierung ging es mir nun trotzdem nicht, oder anders gesagt; was bei Frauen zu viel gefordert wird, das geschieht bei Männern ( zumindest die Ü40 Generation) zu wenig.

        Zwischen übersexualisiert ( Frauen) und entsexualisert ( Männer) gäbe es meiner Meinung nach ein gesunden Mittelweg, im Sinne einer Wahrnehmung des eigenen Körpers und ein Bewusstsein für Stil.

        Mein Beispiel mit den Nasenhaaren war übrigens nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern real aus meinem Arbeitsumfeld. Ausgerechnet der Kollege (Ü50) , der immerzu Frauen nach Äußerlichkeiten beurteilte, hatte überhaupt keinerlei Empfinden im Bezug auf das eigene Spiegelbild und die eigenen modischen Unzulänglichkeiten.

        • @R. Mc'Novgorod:

          Ich möchte auch nicht in einem „gesunden Mittelmaß” sexualisiert werden, sondern einfach gar nicht. Ich bin nun einmal nicht auf Partnersuche. Und nur weil andere es sind, gibt es ihnen doch kein Recht irgendetwas in Hinsicht auf meine Erscheinung zu fordern.

          Problematisch an Ihrem Kollegen ist nicht das Äußere, sondern seine Einstellung, weil er Frauen nach Äußerlichkeiten beurteilt. Weder wird das von kürzeren Nasenhaaren besser noch ergäbe sich irgendein Recht darauf, das zu tun, aus einem eigenen besseren oder gepflegteren Aussehen.

      • @Nick riviera:

        Zu fordern hat in der Hinsicht niemand irgendwas. Da gerade wieder aktuell: Sogar der "Teufel in Prada" aus dem Film verachtet zwar die Neue mit dem Schlabberlook für ihren mangelnden Modesinn, lässt sie aber selbst darauf kommen, dass es (a) jede Menge Bestätigung einheimst, bei der Arbeit in der Modebranche auch stets modisch-bombig auszusehen, und (b) selbst dann noch gute Gründe gibt, der Modebranche den Rücken zu kehren. Letztere Erkenntnis war wohl nicht ganz im Sinne der Meisterin. Aber auch auf sie kommt die Protagonistin selbst - und geht und zieht sich fortan wieder normaler an.

        Will sagen: "Druck" macht sich das Individuum meist zu einem großen Teil selbst. Mit dem Anzug zur Arbeit zu gehen, kann Vorteile bringen, kann aber auch überkandidelt wirken, kann einem aber auch egal sein. Das ist wie mit Tischmanieren oder dem Gefühl, wann ein Witz angebracht ist und wann man ihn sich besser spart: Es geht auch ohne, hat dann vielleicht seinen Preis, aber wer selbstbewusst genug ist, den nonchalant zu zahlen, den wird es im Zweifel auch nicht aus der Bahn werfen.

        • @Normalo:

          Genau dann ist es doch aber Druck von außen. Wenn der Anzug einem im Büro Vorteile verschaffen kann (oder eben nicht), besteht ja der gesellschaftliche Druck sich „richtig“ zu kleiden. Als würde sich die Leistung dadurch verändern, die man bei der Arbeit bringt.



          Druck entsteht auch durch Beleidigungen, wenn man nicht dem Erscheinungsbild entspricht, das sich der gegenüber von einem wünscht. Da heißt es dann: „Wie sieht die denn aus?“ Es gibt Fettshaming, auch hier in den Kommentaren gibt es reichlich Häme zu lesen von „Modesünden“ und „No Gos“ - selbst bei Freizeitkleidung. Trauen Sie sich als Frau mal ohne BH oder mit unrasierten Beinen und Rock raus und sagen Sie mir dann, den Druck würde man sich nur innerlich machen.

          • @Nick riviera:

            Ich weigere mich ein wenig, jede potenziell negative Reaktion oder Fremdbewertung gleich als "Druck" zu verspüren, dem ich mich unterwerfen "muss". Dass mein Handeln als Individuum immer auch negative Folgen hat, gehört für mich zu den "facts of life". Was ich tun kann, ist wählen, welche Folgen ich in Kauf nehme, mehr nicht. Das sind einfach Entscheidungen. Von denen treffe ich täglich hunderte und lebe halt mit den Folgen.



            Will sagen: Druck "funktioniert" nur, wenn er auf Angst trifft. Die macht erpressbar.

            • @Normalo:

              Druck ist erstmal nur die Wirkung einer Kraft.



              Dabei geht es bei weitem nicht nur um “potentielle” Wirkungen negativer Reaktionen, sondern um die Lebensrealität vieler Menschen (z.B. Frauen). Ihnen zu unterstellen, sie seien das Problem, weil sie nun einmal wählen würden, sich nicht der gesellschaftlichen Erwartung anzupassen und deshalb mit den erwartbaren Folgen zurechtkommen müssten während Sie diejenigen, die für eben diese Folgen verantwortlich sind, unkritisch ihre eigenen Ideale auf andere übertragen lassen wollen, überrascht mich als Argumentation im linken Politikspektrum.



              Von “unterwerfen müssen” habe ich auch nicht gesprochen. Natürlich kann man dagegen ankämpfen. Wir Frauen tun es tagtäglich. Daher mein fehlendes Verständnis dafür, dass man das, wogegen wir ankämpfen, nun an anderer Stelle implementieren will.

  • Dieser Artikel fasst wunderbar zusammen, was ich nie in Worte bringen konnte und könnte… vielen Dank dafür! Aber manchmal fühle ich mich in meinem Anzug wie der letzte Mohikaner. Ich hoffe inständig darauf, dass wir Männer das Klamotten-Niveau wieder angehoben bekommen.

    • @Frank Schouren:

      "Ich hoffe inständig darauf, dass wir Männer das Klamotten-Niveau wieder angehoben bekommen."



      Das hoffe ich auch, wenn ich so aufs "Stadtbild" schaue... Obs dafür aber Anzüge braucht, die häufig - sieht man mal von der Farbe ab - einer wie der andere aussehen? Ich fänd's schon hilfreich, wenn nicht ein übergroßer Teil der Jüngeren daher käme, als hätte er sein Zeug komplett aus der Wühlkiste gezogen...

  • Ein schöner Artikel - und wie ein Stich ins Wespennest, wie man zahlreichen Kommentaren hier sieht. Man ahnt, warum insbesondere deutsche Männer im Ausland so ihren Ruf haben (Stichwort: weiße Socke in Sandale). Ein stilvollerer Auftritt zeigt ja auch Respekt für sich selber und ist vielleicht eine Voraussetzung für den Respekt anderen gegenüber. So wie Tischsitten, die ja auch nicht "egal" sind, auch wenn der deutsche Mann vielleicht denkt, sein selbtgerissenes Reh mit den Fingern essen zu können. Barbaren eben, wie der Römer schon wusste.

    • @Birken:

      In einer italienischen Tageszeitung fand ich mal den Begriff „aufgeplatzte Frankfurter Würstchen“ für deutsche Touristen.

  • Was sich die Frauen gerade abgewöhnen, sollen sich die Männer dann angewöhnen. Spannend!

    • @BerlinerausBerlin:

      Die goldene Mitte macht's, denke ich. Bei den meisten Männern dürfte, wenn sie sich ein gehöriges Maß an Stilbewusstsein und "ästhetischer Hygiene" zusätzlich angewöhnen immer noch genug Luft zu sehr vielen Frauen, selbst wenn sie das bei sich eine wenig zurückschrauben.

  • „Der Mann wirkt erstaunlich gleichgültig gegenüber seiner Erscheinung. Er hat nie gelernt, sich selbst zu sehen.“

    Das war auch nie vorgesehen. Natürliche Spiegel wie Wasseroberflächen geben allenfalls ein stark verzerrtes Abbild der Realität wieder. Moderne Spiegel, Fotos und Videos lassen uns etwas unnatürliches erleben, auf das wir uns dann zu extrem fokussieren.



    Dabei geht es vielen nicht mal um das „sich selbst sehen“, sondern um die Erscheinung, die Wirkung auf andere. Kleidung und Mode wird zur Demonstration von Macht, Geld, Wohlstand, usw genutzt. Gesellschaftliche Zwänge gängeln den Einzelnen, wie hier auch schön zu lesen, weil dieses oder jenes ein „No Go“ oder eine „Modesünde“ sein soll. Das Werten, Überbewerten und Reduzieren von und auf Äußerlichkeiten nimmt dabei den Blick weg von dem, worauf es wirklich ankommt: wer in der Kleidung steckt. Das ist eher kontraproduktiv, wenn jemand wirklich „sich selbst sehen“ will.

    • @Nick riviera:

      Kleidung ist nur einer von vielen sozialen Codes, um Gruppenzugehörigkeit ausdrücken. In der Jugendkultur zB. gerne in Verbindung mit Musik.



      Einen gesellschaftlichen Zwang, der einen dabei gängelt, kann ich nicht erkennen, ausser dass FKK nicht flächendeckend erlaubt ist. Man kann sich sein soziales Umfeld schließlich selbst aussuchen. Wenn einem ein Dress Code nicht gefällt, geht man halt nicht dort hin, wo er gefordert wird.

      • @Oma:

        Einen gesellschaftlichen Zwang in der Öffentlichkeit sehen Sie nicht? In der Kita der Kinder meines Bruders galt er unter den Erzieherinnen fälschlicherweise als arbeitslos, weil er häufig Jogginghose beim Abholen trug. Zu diesem Kleidungsstück wird gesellschaftlich dann auch gerne Karl Lagerfeld bemüht. Mehr Urteil geht nicht! Männer in Socken und Sandalen, die gerade Urlaub machen, werden schräg angeguckt und verspottet. Als Frau alles doppelt so schlimm, wenn man sich erdreistet keinen BH zu tragen oder unrasierte Beine zu haben. Ein gewisser Dresscode wird nicht nur in Subkulturen, sondern in der Öffentlichkeit verlangt. Das sieht man ja an den zahlreichen Kommentaren hier und an dem Hauptartikel.

  • Schönes Thema und wie man den Kommentaren entnehmen kann,wird sich dagegen gesträubt. Kein Wunder,das im Club alle uniformiert einlaufen wie seinerzeit in China mit dem Maoanzug,über den sich lustig gemacht wurde. Sneaker in weiß, Jeans, T-Shirt.Mehr Langeweile geht nicht. Werden die Club Besucher älter, tragen sie Funktionskleidung,als wollten sie auf den Mount Everest. Der Text war mal wichtig und kann nicht oft genug wiederholt werden.

    • @fmraaynk:

      Mittlerweile gibt es schon Clubs, in die man mit weissen Sneakern nicht mehr reinkommt. Wobei ich das originell und avantgardistisch sein um jeden Preis auch ein bisschen anstrengend finde.



      In den 70ern haben einem übrigens 99% aller Männer erklärt, sie würden Jeans statt Anzug tragen, weil sie unangepasste Individualisten wären 🤣.

  • Das Gute aufn Dorf ist ja, dass man 6 von 7 Tagen in Arbeitsklamotten unterwegs sein kann. Also unterwegs meint: Wege vom Haus in den Garten und zurück. Aber auch bei der Arbeitsmode ist es mir nicht egal, was ich so anziehe. Während Freunde von mir in klassischen Blaumännern ihr Holz hacken, verbringe ich Stunden im www, nur um die wirklich coole Arbeitshose (schwergewichtig mit vielen Taschen, und teuer) und die besten Arbeitsschuhe zu finden, die auch cool aussehen (niemals bunt, meistens schwarz mit fetter Sohle).



    Aber an Tag 7 haue ich dann echt einen raus: Feine Soffhose (niemals Jeans!), Henleyshirt (nicht zu dünner Stoff), Baumwolljacke (im Fieldjacketsyle) UND natürlich Chelseaboots, geputzt! Fertig. Es ist nicht so schwer, aber sicher, man muss auch mal hineinschauen in den Spiegel. Und im übrigen merkt man eigentlich schnell, was zu einem passt, man muss nur ein bißchen üben.

    • @Jochen Mahlke:

      War das mit den Arbeitsklamotten Satire? Bitte kennzeichnen...

  • Sehr unterhaltsam. Wenn ich meinen Blick so schweifen lasse finde ich alles. Gut, dann in gewisser Weise auffallend, gekleidete Männer und Frauen. Der große Mittelbau der halt das anzieht was aktuell so verkauft wird. Dann noch die "Alternativen", die tatsächlich ihren eigenen style kreieren, oder teilweise die 60er/70er wiederbeleben. Kurzum, es gibt alles und den meisten ist irgendwie wurscht was sie anziehen. Hauptsache es passt ,auch farblich, und entspricht irgendwie dem Mainstream.



    Ich, als Oldie, habe von der Jugend gelernt und ziehe nur noch an was bequem ist und mich durch den Schnitt nicht einquetscht.

  • Der Autor kreist ja irgendwie um den Anzug als "letzte ästhetische Aussage" und geißelt Kleidung die der Arbeit etc. entlehnt ist. Dabei entstammt das klassische Sakko ja durchaus dem Bauernkittel. Also Arbeitskleidung. Im Laufe der Zeit nur mit immer feineren Stoffen getragen und so nicht mehr als Arbeitskleidung tauglich. Wie eben Jeans mit Löchern.

    Davon abgesehen sollte der klassische Anzug genau das machen und war gerade deswegen Zeichen des Liberalismus: den Körper verstecken und keine Standeszugehörigkeit zeigen. Dann wurde historisch mehr und mehr aus Standesdünkel daraus eine Wissenschaft für sich gemacht, wie der Anzug zu sitzen hatte, welche Stoffe zu tragen sind etc. Der Anzug wird also vor allem deswegen nicht mehr getragen, weil er nicht mehr als Zeichen des Liberalismus (v.a. im sozialliberalen Sinn) taugt. Der Hoodie schon viel eher.

    Militäruniformen waren auch grade im Adel (aber vor allem im Kaiserreich dann nicht nur) schon vor den Zeiten des bürgerlichen Anzugs verbreitet. Also auch da blendet der Autor historischen Kontext aus, oder kennt ihr nicht.

    Hoodie - nicht anziehen - Treyvon Martin... Zum Bourgoisen kommt da dann noch 'n anderes Geschmäckle...

    • @N. Ietsche:

      Der klassische Anzug wird doch immer noch getragen, und zwar als Arbeitskleidung in sehr vielen Berufen. Ich musste die weibliche Variante dieser Uniform, also Business Kostüm oder Hosenanzug, 40 Jahre lang tragen, wenn Kundentermine anstanden, und habe sie durchaus praktisch gefunden. Man muss sich morgens nicht den Kopf zerbrechen, was man anziehen soll, sondern hat den Kopf für spannendere Dinge frei. Und vor allem hat niemand während meiner Präsentationen mein Outfit studiert, sondern jeder wusste hinterher, was ich gesagt habe und was er zu tun hatte. Großer Unterschied zur Schulzeit, in der wir gerne über die Klamotten unserer Lehrer abgelästert und vom Lehrstoff eher weniger mitgekriegt haben. Auch Merkels 3-Knopf-Blazer waren nur zu Beginn der ersten Amtszeit ein Thema, dann hat es 15 Jahre lang niemanden mehr interessiert.



      Ein Maßanzug optimiert übrigens den Körper in erstaunlicher Weise. Ich hatte viele Kollegen, die ich tagsüber im Büro sehr gut aussehend fand. Wenn ich sie am Feierabend im Biergarten in T-Shirt, 3/4-Cargo-Hose und Trekking-Sandalen traf, war das jedesmal ein Gänsehaut-Moment der eher unangenehmen Art. Da half nur noch die andere Art von Edelstoff ...

      • @Oma:

        Wie sie schon sagen, nicht als freiwillige Entscheidung. Ihre Kollegen haben sich dem ja offensichtlich sobald wie möglich entledigt.

        Und auch im Arbeitskontext ist das ja nurnoch sehr bedingt der Fall. Während des Studiums habe ich für einen Versanddienstleister im Büro gearbeitet. Da hatte nichteinmal der Niederlassungsleiter einen Anzug an. Mittlerweile arbeite ich in der Gebäudetechnik und bin daher in vielen Kontexten unterwegs. Bei einem unserer Kunden ist eine amerikanische Großkanzelei in Frankfurt in der Innenstadt angesiedelt, bei einem anderen ein bekanntes Geldinstitut am selben Ort (nur Backoffice). Einen vollständigen Anzug mit Krawatte habe ich da noch nie gesehen, nichteinmal bei den Partneranwälten. Die tragen dann ab und an mal ein Sakko, bei sehr seltenen Kundenterminen. Die meisten Anwälte kommen in Chino und Hemd mit Pulli oder ähnlichem und das war's.

        Und wenn ein Lehrer im Anzug käme, da wär heutzutage was los. Da würden sich die Schüler das Maul zerreißen.

        Und über die 3/4-Cargo-Hose hat sich der Kollege sicherlich auch nicht den Kopf zerbrochen.

  • Wenn Kleidung nicht funktional ist, sondern ein Bewusstsein der eigenen Erscheinung bedeuten soll, liegt das häufig daran, dass man in einer Art und Weiss „erscheinen“ will, die man eigentlich nicht zu bieten hat. Mode wird genutzt um sich selbst zu verkaufen, wenn die eigene Leistung/Kompetenz/Liebenswürdigkeit oder was auch immer allein nicht überzeugen kann.



    Man will schöner, reicher, selbstbewusster, stärker, sanfter, dicker oder dünner wirken als man eigentlich ist.



    Da bin ich raus.



    Kleidung soll meinen Körper vor Kälte und anderen Umwelteinflüssen schützen. Bei der Arbeit sollten Äußerlichkeiten unerheblich sein. Bin ich froh, dass wir bei der Arbeit alle einheitliche Kleidung tragen müssen! Sich täglich in irgendein „Kostüm“ zu zwingen ist doch eher etwas für Karnevalisten.

  • Interessant zu lesen, vielleicht hat der Autor auch an dem einen oder anderen Punkt Recht, aber mir kommt es in der Gesamtschau wie freidrehende Überinterpretation vor.

  • Wir können uns durchaus anziehen. Es juckt uns nur nicht, wenn es anderen nicht gefällt.

  • Was für ein bourgeoiser Quark. Lasst die Leute halt tragen was sie wollen. Das wertend zu kommentieren oder davon selbst noch unterstellte charakterliche Defizite abzuleiten scheint mir kaum weniger übergriffig als body shaming. Und statt für politische Orientierungslosigkeit könnte man es ja auch für einen Zugewinn individueller Freiheit halten wenn Menschen nicht länger gezwungen sind sich täglich stundenlang mit dem korrekten Sitz der Krawatte zu befassen oder sich fremdbestimmten Kleidungsnormen zu unterwerfen die eben auch immer, mehr oder minder subtil, als Affirmation der sozialen Stratifizierung angelegt sind.

  • Dem Anspruch der taz angemessen:



    "Mode. Ein Thema für die politische Bildung?"



    Weiter dort schon 2014:



    "Mode hat bisher weder Eingang in den Kanon der politischen noch der kulturellen Bildung gefunden. Unter den Bedingungen von fortschreitender Ästhetisierung und Inszenierung sollten Kenntnisse über soziale Zeichensysteme wie die Mode Bestandteil demokratischer Persönlichkeitsbildung werden.



    Eine Überschrift, die politische Bildung in einen Kontext mit Mode stellt, ist wahrscheinlich geeignet, zunächst die Aufmerksamkeit solcher Leser(innen) zu wecken, die sich für eine Kritik der Kleidungsstile deutscher Politikakteurinnen – die Kostüme der Kanzlerin, die Handtaschen der Verteidigungsministerin – interessieren..."



    Quelle:



    www.bpb.de/shop/ze...olitische-bildung/



    Keine Satire!

  • "Mode ist vergänglich. Stil niemals."

    • @Il_Leopardo:

      Geld ist nicht anhänglich. - Bote des Verfalls?

      • @Martin Rees:

        Geld muss in den Kreislauf!

  • Pictures or it didn't happen. Wie geht denn wohl der Autor selbst auf die Straße, und sei es nur um den Müll wegzubringen? Wir gebürtige Düsseldorfer hätten zu dem Thema einiges zu sagen.

  • „Einen schönen Menschen kann nichts entstellen." (Volksmund)



    taz.de/Met-Gala-Au...-Storrie/!6176768/

  • „To be truly elegant one should not be noticed.“



    „Um wirklich elegant zu sein, sollte man nicht auffallen“.



    (George Bryan Brummell, auch Beau Brummell genannt)

  • Schön geschrieben, wird aber voraussichtlich nichts ändern. Wer einmal das Angebot von Herrenschuhen in Italien zur Kenntnis genommen hat und auf einer Piazza in der Lombardei die Menschen flanieren sah, erkennt den Unterschied.



    Ist aber teuer, auch der elegante "Zwirn" an den Beinen und aufwärts.



    Wir Deutschen sparen ganz gerne, weltbekannt sogar oft beim Essen. Keinen Igel in der Tasche haben wir hingegen eher beim Automobil und den kompatiblen Accessoires oder bei Fernreisen und den Angeboten für Ausflüge dabei.



    Hüte sind auch ein sehr schönes Thema für Mode abseits von sogenannten Events.



    Es muss ja nicht ein Fedora sein.



    Die Kategorie "praktisch" gehört nicht zur Mode konstitutionell hinzu, da gibt es geniale Beispiele.



    Übrigens: ein falsches Zitat verbindet oft Karl Lagerfeld und den Jogging-Anzug.🤓



    Den fand der exzentrische Modeschöpfer nämlich nicht adäquat, weil man darin sein Gewicht nicht kontrollieren kann.😳



    www.kleinezeitung....lagerfeld-wirklich

    • @Martin Rees:

      Mehr Waage wagen...

  • "Männer sind...", "Männer können..."

    Artikel mit solchen (meist negativen) Aussagen über "die Männer" ließt man in letzter Zeit oft hier. Dabei sind Männer vor allem:

    Alle unterschiedlich!

  • Also meine Frau und ich sehen deutlich mehr schlecht gekleidete Frauen als Männer. Oft mit unförmiger Softshelljacke und ausgebäulten Hosen.

  • Ach Gottchen leevs Lottchen.



    Gehöre der onditlike schlechtgekleideten (m) Alterskohorte der 68er an.



    Ja is denn nicht längst alles gesagt?!



    Ok Ok wiedermal der Alte aus Wiedensahl



    ER STELLT SICH VOR SEIN SPIEGELGLAS



    Und arrangiert noch dies und das.



    Er dreht hinaus des Bartes Spitzen,



    Sieht zu, wie seine Ringe blitzen,



    Probiert auch mal, wie sich das macht,



    Wenn er so herzgewinnend lacht,



    übt seines Auges Zauberkraft,



    Legt die Krawatte musterhaft,



    Wirft einen süßen Scheideblick



    Auf sein geliebtes Bild zurück,



    Geht dann hinaus zur Promenade,



    Umschwebt vom Dufte der Pomade,



    Und ärgert sich als wie ein Stint,



    Daß andre Leute eitel sind.“

    Naja - Teilte mir mit großem Bruderherz ~ 3 1/2 Hosen 👖 Aber. Wer trug einst die 1. Nylor-🧐 - trug Clarks oberrattenscharf nen Raglang-Kamelhaar von Lodenfrei mit ~ 5mlangen Shawl blau mit etwas schwarz lässig donnerstags Die Zeit am langen Arm: step-jump nach ☕️ Arko wieder auf den Schulhof.



    Ließ Muttern am Rudereinteiler Höhe Hüfte Abnäher passen & die Beinschlabber schräg kürzen (wie mir unlängst mein 2er-Kumpel steckte)🙀



    Na und als Richter in Westfälisch Sibirien?



    Pullover-Richter: Ehrensache. Ok das AGA Strickjackett in dunkelblau zur Robe

    • @Lowandorder:

      Pullover-Richter: Ehrensache. Ok das AGA Strickjackett in dunkelblau zur Robe - das unlängst der Jüngste - 😎 paßt - aus dem Schrank klaubte!

  • Kleider machen Leute. Eine Binsenweisheit. Kommt es nicht eher darauf an, was/wer in den Kleidern steckt?



    Ich bilde mir eine Einschätzung nach letzterem Kriterium....

  • Über Jahrzehnte hinweg Schlips- und Anzugträger als fiese Kapitalisten madig machen und dann beklagen, dass selbst die "Eliten" aus Angst nur noch weiße Sneakers tragen - genau mein Humor ;)

  • Danke für den Artikel!

    Das ist aber auch ein sehr deutsches Problem. Ich erinnere mich daran als meine damalige Freundin, die Stewardess bei der Lufthansa war, mir erzählte dass die Piloten und Kapitäne der Lufthansa international dafür berüchtigt wären dass sie im Layover am Pool mit Tennissocken und Adiletten und Hawaihemd abhängen würden, so daß sich die anderen Kollegen internationaler Airlines durchaus drüber lustig gemacht haben. Ist einfach kein schönes Aushängeschild. Im Endresultat hat sich die Deutsche Lufthansa dann dazu entschieden Styling-Workshops für Kapitäne und Piloten anzubieten! Die Frauen brauchten sowas natürlich nicht :D

    Zum totlachen.

  • Also zu Zeiten von Beau Brummel gab es wohl auch einen Dandy, der von seinen Dienern mehrere verschiedenfarbige Puder in den Raum werfen lief, um dann in Ruhe längere Zeit in dem Raum auf und ab zu schreiten, da er sicher war, nur so könne er die richtige Färbung seiner Perücke erreichen. Setzt nur irgendwie voraus, dass man keine Arbeit hat...

    • @larasu:

      Um das doch recht arg angestrengte



      Anzüge Jubilee con sprezzatura: gekonnte Nonchalance. Eleganz, die wie Zufall wirkt.… den Proppen aus dem Hintern zu ziehen -



      For something completely different - oder auch nicht! Gelle



      Lassemer mal Rud Hurzelmeier zu Bild und den 🐻 mir geringem Verstand Harry Rowohlt zu Wort kommen.



      Lord Brummel - Gerd Haffmans bei 2001 -



      Lord Brummel ist ein illustriertes Buch von Rudi Hurzlmeier (Bilder) und Harry Rowohlt (Verse), das das Leben eines Bären als Dandy beschreibt. Es handelt von einem Bären, der im Forst als "möblierter Herr" lebt, genießt und



      … im Forst … betreibt das Nötigste: Pennen, Schlemmen, Süffeln, bissl mit Wildschweinen rumferkeln, leichtes Wald-Golfen und einmal im Jahr im Schongang zum Nerven-Tierarzt. Eines Vormittags knutscht er noch zufrieden herum, doch abends kommt der Schornsteinfeger und mit ihm der Gruselkram. Brummel sieht sich nach einer gemütlicheren Gegend um, entführt bei der Gelegenheit ein Schwein, das ihm hernach gute Dienste leistet. Wohin die Reise geht? Lord Brummel erzählt…

      unterm——



      Was ihr Hype des Anzugs - dem Vereinsacko mit Kotzfleck angeht 🚣 - 🥴Garrp - wir Ratzeburger 🚣 waren dafür halt schneller •

      • @Lowandorder:

        Puder in den Raum werfen... Nicht Ruder. 😉😎

  • Die Kommentare weiter unten zu lesen ist extrem beruhigend - angesichts des Anspruchs, den der Autor hier an die Männerwelt richtet...

    Gibt allerhand "Moden", denen man sich sogar auf Teufel komm raus entziehen sollte.



    Zum Beispiel diese hellgraue "Knastwäsche", die jetzt ganz selbstverständlich allenorts getragen wird, gern mit ausgebeultem Hintern, unterm Bauch hängend und angeschmuddelt. Oder Bekleidung, die modehalber schon vorm Verkauf zerstört wird...







    Und sind die persönlichen Körperabmessungen erst einmal jenseits von Gut und Böse angelangt, verhilft der edelste Anzug in der Regel auch beim Wohlmeinendsten nicht mehr zu gesellschaftlichen Höhenflügen.

  • Meine Rede und schön das es mal thematisiert wird. In Bereichen wo Frauen übersexualisiert werden, da werden Männer entsexualisiert.

    Als stilbewusster Mann habe dieses Gespräch auch schon des öfteren mit anderen Männern gesucht, die frustriert über das mangelnde Interesse von Frauen klagten und dabei festgestellt, das es den meisten Männern nicht möglich ist, ihr Erscheinungsbild über die Grenzen eines funktionellen Seins hinaus zu denken.

  • Jedes Outfit ist ein Statement, dass viel über die Persönlichkeit aussagt, egal ob man das möchte oder nicht. Getreu dem Satz von Paul Watzlawick „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Und weil die taz sehr sensibel bei beim Thema Stereotype ist: Die Bandbreite des Bekleidungsgeschmacks innerhalb der Geschlechter ist größer der Unterschied zwischen den Geschlechtern.

  • »Der Mann wirkt erstaunlich gleichgültig gegenüber seiner Erscheinung. Er hat nie gelernt, sich selbst zu sehen.«

    Nach diesem Pauschalverdikt hatte ich keine Lust mehr, weiterzulesen. Im Übrigen ist das Internet voll auch mit männlichen narzisstischen Influencern, die sich ausschließlich mit ihrem Aussehen befassen.

    • @Forist Grump:

      Nicht nur das internet. Wenn man in der Umkleide eines Fitness-centers manchen Leuten zuhört, könnte man meinen in der Mädchen-Umkleide zu sein..

    • @Forist Grump:

      Hätten Sie den Artikel mal bis zum Ende gelesen. Der Teil mit den Influenzern kommt noch...

  • mehrere Stunden vor dem Spiegel stehen, damit es so aussieht als hätte man keinen.



    Geschlechtsunabhängig ist das die augefälligste Dekadenz, die je ein Mensch sich ausgedacht hat. Wer in dieser Gesellschaft von Wert ist, hat keine Zeit sich solange vor den Spiegel zu stellen, nur um Fremde glücklich zu machen. Denn diejenigen, die man kennt und schätzt, würden sich über gemeinsam verbrachte Zeit mehr freuen, als über ein scheinbar lässiges Erscheinungsbild.

    • @Herma Huhn:

      mehrere Stunden vor dem Spiegel stehen, damit es so aussieht als hätte man keinen



      Gnädigste is mit Harry Rowohlt in memoriam gesprochen - n typischer Übersetzungsfehler



      Genau Genau - “…so aussieht als hätte mann sie nicht alle! Wollnichwoll



      Gewiß immer gern - aber siehe ollen Busch -



      Sodrum wird n Schuh draus.



      Always at your servíce 🥳

    • @Herma Huhn:

      Korrekt. Daumen hoch.

      Nur, "gemeinsam verbrachte Zeit mehr freuen" - das genannte Zurechtmachten ist auch gerne mal Bestandteil des Balzrituals. Manchmal auch das Balzritual für bestimmte Subgruppen in der Gesellschaft.

    • @Herma Huhn:

      Ich sage zu meiner Friseurin auch immer, dass ich hinterher nicht aussehen möchte, als wäre ich gerade beim Friseur gewesen. Mit anderen Worten - flott, aber nicht gestylt.



      Und Frauen, die etwas von Kosmetik verstehen, tragen dezent auf. Sie wollen gut ausschauen - nicht geschminkt. Schließlich wollen sie ja nicht als Darstellerinnen in einer Kabuki-Vorstellung auftreten.

      • @Il_Leopardo:

        Versteh ich ja alles, aber der Aufwand muss doch dem Nutzen angemessen sein.



        Dezente Schminke, die schnell geht, ist ja ne feine Sache.



        Aber wenn dezent mehr Arbeit macht als aufgebrezelt, dann läuft halt was falsch. (Oder man sollte lieber Maskenbildner bei Film und Theater werden)

  • Es gibt nichts Oberflächlicheres als Modetrends, Gesellschafts- oder Szencodes, politische Erscheingsbilder, etc. "Gut angezogen" ist derjenige, der -egal was- mit einem gesunden Selbstbewußtsein trägt und einen feuchten drauf gibt, was irgendwelche Wichtigtuer davon halten.



    Und die "bestimmten Ecken des Internets (wo) Männlichkeit als Optimierungsprojekt betrieben (wird)", sind doch genau solche Artikel, wie dieser hier.

    • @Deep South:

      Ich habe den Artikel nicht als Aufforderung gelesen irgendwelchen Modetrends hinterher zu hecheln, sondern ein Bewusstsein für den eignenen Stil zu entwickeln. Da geht es dann auch nicht um Lob oder Kritik von Aussen.

      • @R. Mc'Novgorod:

        Den eigenen Stil habe ich entwickelt. Ich gebe nur nichts darauf, dass er irgendwelchen Wichtigtuern missfällt. Meine Freunde kommen damit klar, wie ich aussehe.

    • @Deep South:

      Genau, alles andere ist Verkleidung.

  • Mir fehlt hier völlig ein Grund: WARUM sollte man sich einem Modediktat unterwerfen?



    Es ist doch schon zuviel wenn Frauen das tun, all diese verschwendeten Ressourcen, Tierversuche, weggeworfenes Geld nur wegen der Optik...

    Nein Danke, ich bleibe bei meiner echten Nonchalance.



    Obwohl es in der Industrie einige Bestrebungen gab und gibt, auch Männer zu Modeopfern zu machen. Denn so kann man ja den Umsatz erhöhen.

    • @realnessuno:

      Ich konnte aus dem Artikel keine Forderung herauslesen, sich einem Modediktat zu unterwerfen. Wem der neueste Schrei nicht steht, sieht damit eher doof aus und ein Jahr später, wenn die Sachen aus der Mode sind, noch viel doofer.



      Man drückt sich mit seiner Kleidung immer aus, egal ob man stundenlang vorm Spiegel steht oder ob das eher unbewusst passiert. Was sie als echte Nonchalance bezeichnen, ist auch eine Message ("you go to your closet and you select that lumpy blue sweater, because you are trying to tell the world that you take yourself to seriously to care about what you put on your back"), die von anderen Leuten immer verstanden wird.

      • @Oma:

        Mode hat durchaus auch was Zwanghaftes. 😉



        Von Trend zu Trend zu Trend...



        Es zählt auch Mann am End



        Nur als Konsument.

  • Interessanter Text mit manch Neuem für mich. Allerdings kommt der Einfluss und die Eigenheiten sogenannter Subkulturen zu kurz (bzw. deren Ausbeutung). Die Mods fallen mir da vor allem im Zusammenhang mit Anzügen ein.



    Ist zwar ziemlich ‚dated‘ aber die Arbeit von Dick Hebdige „Subculture: The Meaning of Style“ (1979) ist da wegweisend.



    www.modetheorie.de...Subkultur_1983.pdf



    Außerdem, man kann ja so Einiges gegen die Popper (Begründung der FDP-Ästhetik) sagen; jedoch sind sie so ziemlich die einzige genuin-deutsche Jugendsubkultur der Nachkriegszeit.

    • @guzman:

      Popper? Ach du heiliger Strohsack 🙀😂🥺



      Werner Brösel - hat alles wesentliche dazu gesagt.



      “Könnt ihr mal eure Toiletten wegräumen?!“



      (psst Prolo!)



      Dräääääng & “Popper überfährt man mit nem Shopper!“ 🤙

      kurz - der letzte Krampf •

      • @Lowandorder:

        Und damit’se ungefähr wissen von welchen Milchreisbubis von damals zu reden suchen

        HAMBURGER GANGS



        Martialisch im Auftritt, berauscht vom Testosteron

        Von Michel Ruge



        Veröffentlicht am 17.06.2016Lesedauer: 10 Minuten



        Sie trugen Bomberjacken, führten Kiez-Kriege und beherrschten die Hamburger Straßen. Jetzt trafen sich die Gangs der 80er wieder. Autor Michel Ruge hatte Freunde und Feinde eingeladen.



        www.welt.de/politi...r-Street-Gang.html



        “… Vor mir bauen sich die Streetboys auf, Hamburgs bekannteste Achtzigerjahre-„Bombergang“ (sie trugen Bomberjacken als Erkennungszeichen). Ich schaue zurück auf die Straße, ein paar Teds in Lederjacken und mit Tolle – die tragen sie wirklich noch, nach 30 Jahren! – laufen jetzt auf die Bar auf der Terrasse zu, dort sind wir verabredet..…“



        &



        Eine andere Gegenkultur zur Konsumgesellschaft der Popper war die zweite Welle der Mods. Es gibt mit dieser Gruppe auch einige Gemeinsamkeiten

        Für uns echte Mopedsfahrer



        “Die Gesteppten & Gebiesten - keine Haare am Sack - aber Kamm in der Tasche!“;))



        Stilett Kamm DAS 70er Jahre Zubehör Haarkamm Metall Erwachsene Partygänger Retr

  • Jede Kleidung, auch die von Frauen, sind Zeichen, die wir an unsere Umwelt und Mitmenschen geben.



    Der angebliche Individualismus führt dazu, dass die Leute genau das verlernen. Jeder sollte sich dessen bewusst sein und dafür sorgen, dass Zeichen und Gelegenheit sich wieder decken.

    • @Herbarius Zunichten:

      "Jede Kleidung, auch die von Frauen, sind Zeichen, die wir an unsere Umwelt und Mitmenschen geben"



      Sicher anschlussfähig, eine Beispiel:



      "Seinen Namen erhielt der Fedora Ende des 19. Jahrhunderts durch das gleichnamige Theaterstück „Fédora“, in der die Hauptdarstellerin einen Hut dieser Form trug. Anfang des 20. Jahrhunderts fand er schließlich seinen Platz im Alltag und etablierte sich als stilvoller Schutz vor Wind und Wetter. Für die Herren aus der Oberschicht war der klassische Fedora wesentlicher Bestandteil formaler Outfits. Auch wird er als Accessoire von Gangsterbossen und Privatdetektiven zur Zeiten der Prohibition assoziiert. Zu den bekanntesten Vertretern der Fedora-Liebhaber zählen unter anderem Al Capone, Humphrey Bogart, Indiana Jones, Marlene Dietrich und Katherine Hepburn. Durch den Trend hin zu informaler Kleidung verlor der Fedora jedoch in den 50ern an Popularität und wurde ersetzt durch schmalkrempigere Hüte."



      Quelle hutlexikon.de



      Ein Klassiker, ohne Frage.

      • @Martin Rees:

        Am Sonntag wird Udo Lindenberg 80. Wer produziert den angesagten Hut? Fa. Mayser - aus 88161 Lindenberg. 🤠

        • @Mondschaf26:

          Schlagzeugstudium Oldenburg In Oldenburg - mit meiner späteren Nachbarin.



          “Der sagte den Music-Profs



          “Und das sag ich euch - mit 30 hab ich meine 1. Million!“ So kam‘s

          Hamburger 🚣 Regatta auffe Binnenalster - beinahe abgesoffen!



          Und rein zu Onkel Pö (“…da spielt ne Band seit dreißig Jahren Dixeland!“)



          Schwingtür - gibts heut nicht mehr schade - rein - ein Zwerg mit Schlägermütze wollte raus?!



          85 kg austrainiert - No Chance & n Jahr jünger noch - geht ja gaanich!



          “Wer war denn dieser Zwerg?“



          “Haste nich erkannt?!



          Udo Lindenberg!“



          “Ach was! Kanns mal sehn!“



          - Helzrichen Gwücklunsch Udo -



          Jung - Bleib sauber Alter

        • @Mondschaf26:

          Diese Meldung, die ist gut,



          Da zieh ich doch mal gleich den Hut.



          Ich hab' mich aber schwer getan,



          Kaum Hüte gibt es made "vegan"😉

  • Mode? Brauch ich nicht. Sichtbarkeit? Brauch ich auch nicht.

    Die Welt wäre so entspannt, wenn es bezüglich Kleidung keine gesellschaftlichen Erwartungen gäbe, wie sie der Autor offenbar implizit hat. Und es gäbe wohl auch viel weniger Fast Fashion und die Müllberge, die man so hinterlässt.

    Gilt so auch für Kosmetikartikel und sonstige Äußerlichkeiten, die letztlich die menschiche Eitelkeit bedienen - bis hin zu unglaublich teuren Schönheits-OPs. Aber wozu das alles? Mal locker machen! Den Menschen (egal ob Frau oder Mann) nicht als Objekt sehen, das sich schön machen muss oder sich irgendeiner Mode oder Konformität unterwerfen muss.

  • Der Trainingsanzug ist doch der beste Anzug. Passt zu allen Anlässen und zu allen Körperformen. Und trocknet schnell. Wozu braucht man überhaupt etwas anderes?

    • @karotti106:

      Furchtbar....und dann sicher noch aus Fallschirmseife.

    • @karotti106:

      Denken Sie dabei eher an einen klassischen mittelblauen Vintage-Adidas, wie ihn Fidel Castro gerne trug, oder an ein opulentes 80erJahre-Modell, das man z.B. an Johnny Depp in der Schlußszene von Blow bewundern kann?

  • Mein Gott.....Themen gibt's.



    Vielleicht sollte man nicht gleich das gaaanz große Rad drehen.



    Mein nicht immer geschmackskonformer Verpackungsrahmen liegt nicht an politischer Orientierungslosigkeit, sondern schlichtweg daran, das es Wichtigeres gibt. Ich halte es mit" Bernd das Brot " (der meinem Charakter recht nahe kommt), er bemerkte sinngemäß mal:"Zieh ne Hose an, wenn du rausgehst, da liegst du immer richtig ".



    Alles andere ist Lebensenergieverschwendung.....

    • @Andreas Horn:

      Bernd ist schon ein kleiner Philosoph, das muß man ihm lassen. 😁



      Mich hat ein Spruch aus dem Sputnik seit frühester Jugend begleitet: "Die Mode schreitet voran, ihre Opfer bleiben zurück."

  • Vielleicht kann der Autor sich nicht richtig anziehen - aber ich sehe jeden Tag gut gekleidete Männer, die sehr genau wissen, was ihnen steht und was nicht. Gutgeschnittene Anzüge sind in meinem Umfeld der Regelfall, man hilft sich und gibt auch Empfehlungen. Vielleicht ist die Redaktion der taz und die dort getragene Kleidung Ursache für Irritation?

  • Vielen Dank für diesen Artikel. Beim Lesen fand ich mich wieder. Auch ich schaue selten in den Spiegel, kaufe die gleichen Größen in der Hoffnung, dass sie irgendwie passen und trage Fleece mit Regenjacke drüber, weil praktisch.

  • Der dunkle Anzug signalisierte Disziplin, Ernsthaftigkeit, Verlässlichkeit. Seine Botschaft lautete: Ich habe mich im Griff.



    ----



    Deswegen tragen den vortugsweise auch DIE Männer, die von diesen Tugenden weit, weit, entfernt sind.



    Siehe dazu CEO's. Banker, Versicherungsleute ... bis Gebrauchtwagenverkäufer! :-)

    Seine Kleidung ist nicht die Ursache der politischen Orientierungslosigkeit – sie ist ihr sichtbarstes Symptom. Sie zeigt, dass das bürgerliche Versprechen, das der Anzug einmal verkörperte, nicht mehr geglaubt wird.



    -----



    Ich schlage das den Suomi-Style (finnisch) vor.



    Wichtige Dinge werden "in der Sauna" verhandelt! Da kann MANN nichts mehr verstecken & wenns kritisch wird, ein Aufguss & alles verschwindet im Wasserdampf! :-)



    Btw. Netter Versuch Mathias "Mann MODE einzureden". Doch mMn. sollten wir DIE den "Männern" überlassen, die Defizite ausgleichen müssen.



    Ist schlimm, das unsere XX Mitmenschinnen teilweise auf diese "Nummer" reinfallen, sich "aufbrezeln" & sich dann beschweren, das XY "Ihnen hinterherpfeift"!



    Kleidung hat, mMn. in unseren Klimazonen reine/nur Funktion! Damit rumzuspielen, "... überlassen wir den Kindern & den Pfaffen!"H.H. aus dem Kopf zitiert! :-)

    • @Sikasuu:

      Deswegen tragen den vortugsweise auch DIE Männer, die von diesen Tugenden weit, weit, entfernt sind.

      Siehe dazu CEO's. Banker, Versicherungsleute ... bis Gebrauchtwagenverkäufer! :-)

      Sehr gut😂😂😂

  • Ich war nach dem Lesen des Untertitels ziemlich skeptisch, aber Chapeau! Hervorragender Artikel!

  • "Kleiderregeln sind keine ästhetischen Absolutheiten, sondern geronnene Geschichte." usw., TL; DR.

    In Sachen Mode und Kleidung ist bei Männern kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Und wenn der Installateur morgens 2 Stunden vor dem Spiegel steht, hat er noch weniger Zeit, Wärmepumpen einzubauen.

    Natürlich ist es traurig, wenn Männer schluffig aussehen, aber das ist eine Petitesse, verglichen mit den Bergen von fast fashion, die täglich verkauft und dann wieder weggeschmissen werden. Oder den Bergen von teurer Markenkleidung, die dann unausgepackt im Kleiderschrank landen.

  • Das "schlimmste Verbrechen" sind deutsche Männer, die in Horden mit Birkenstock und weißen Frotteesocken rumrennen - und das auch noch in Mailand. Von den unförmigen kurzen Hosen in Kaki will ich erst gar nicht reden.



    Von T-Shirts im Büro, insbesondere wenn sie durch Maschinen-Wäsche unförmig geworden sind, halte ich ebenfalls nicht viel. Ein Oberhemd oder Kurzarmhemd mit Kragen wäre angebrachter.



    Turnschuhe, insbesondere weiße, gehören auch nicht ins Büro, sondern auf den Tennisplatz. Die wenigsten Männer haben überhaupt das Recht, Sportschuhe zu tragen - sie sehen nämlich absolut unsportlich aus.



    Jogging-Hosen sind ein absolute No-Go. "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ (Karl Lagerfeld). Gürtel oder Hosen, die unter dem Bauch hängen ebenso. Jacketts, die über dem Gesäß enden sehen furchtbar aus - ebenso Hosen, die 6-10 cm zu kurz sind.



    Ich könnte jetzt die Liste fortsetzen, will aber Gnade zeigen und belasse es bei der Aufzählung der Hauptsünden.

    • @Il_Leopardo:

      Ich empfinde solche apodiktischen Urteile als Anmaßung. Wer gibt einem das Recht, so über seine Mitmenschen zu urteilen? Gar von "Verbrechen" (wenn auch in Anführungszeichen) zu sprechen?

    • @Il_Leopardo:

      ALso ich trage im Büro kurze Hose und T-Shirt und laufe im Sommer auch mal Barfuß. Warum? Weil es bequem ist. Hat das irgendwelche Auswirkungen auf meine Arbeit? Nein. Hat das irgendwelche Auswirkungen auf meine Kollegen? Nein.



      Interessiert es mich was sie oder andere davon halten? Nein.

      Weiße Turnschuhe gehören nur auf den Tennisplatz? Sind sie in der Vergangenheit stecken geblieben?

      • @PartyChampignons:

        Ich glaube schon, dass es Auswirkungen auf die Kollegen hat, wenn man so rumläuft..nur wissen Sie es wahrscheinlich nicht, was Ihre Kollegen über Sie denken🤣🤣

      • @PartyChampignons:

        Eine lange, leichte Hose und ein schönes hellblaues Kurzarmhemd sieht meiner Meinung nach besser aus, ist für den Anlass passender und würde Sie auch nicht bei der Arbeit behindern.

    • @Il_Leopardo:

      Bester Kommentar - nur bei den Kurzarmhemden muss ich wiedersprechen.

      Als bei meinem Ex-Arbeitgeber Business Casual durch die hohen Herren angesagt wurde, war ich wieder kurz davor mich regelmäßig zu rasieren und wieder die Krawatten aus dem Schrank zu holen…

      • @Max Daniel:

        Ich finde "Ansagen" gar nicht so schlecht. Das befreit mich davon, das "Falsche" zu tun. Außerhalb kann ich dann ja anziehen, was ich möchte. Aber auch da achte ich auf "ansprechend rüberzukommen.

    • @Il_Leopardo:

      Schön, wenn die Modepolizei wieder ein trauriges Lied singt. Wo arbeiten Sie denn? Oder sind das nur Stereotypen, die Sie einfach mal los werden wollten? In meinem Arbeitsumfeld trägt niemand Birkenstock, Jogginghosen oder weiße Turnschuhe - warum auch?

      • @FraMa:

        Ich weiss ja nicht, wo Sie arbeiten, aber bezüglich der Kleidung Ihrer Kollegen scheinen Sie einigermaßen Glück zu haben.



        Und wenn Sie Ihr Arbeitsumfeld verlassen, da schaut es dann schon wesentlich trostloser aus, mit all den Jogginghosen, weißen Turnschuhen und bedruckten Hoodies.

      • @FraMa:

        Haben Sie außer ihrem Arbeitsumfeld kein Umfeld?

    • @Il_Leopardo:

      "Die wenigsten Männer haben überhaupt das Recht, Sportschuhe zu tragen - sie sehen nämlich absolut unsportlich aus."

      Klingt ja fast so, als wollten Sie Personen das Recht aberkennen, Kleidung zu tragen, die Sie für unpassend halten. Ist das Ihr Ernst?

      • @Katharina Reichenhall:

        Vermutlich will Forist II_Leopardo das nicht...



        Aber was stimmt, stimmt nun mal.



        Die meisten Citywandler in Highspeed-Trainingsschuhen sehen schlicht aus als seien sie besonders ungeschickte Hochstapler. - Nur sagt ihnen das kein Verkäufer vorher...

        • @Der olle Onn:

          Sie sind einer, der den Unterschied zwischen "zugespitzter Meinung" und Verboten, die mir selbstverständlich nie in den Sinn kommen würden, kennt. Danke dafür!

      • @Katharina Reichenhall:

        Sie nehmen meinen Kommentar und den Artikel viel zu ernst!

    • @Il_Leopardo:

      Der Karl hat das nur über das Draußen gesagt. Zuhause ist Jogging-Hose ok. Und ich habe über zwei Ecken gehört Sandale mit Socke sei jetzt wieder "in". Es gibt nichts was mir mehr egal ist als Mode. Kleidung muss funtional sein, unkomliziert, gedeckte Farben (meistens, sogar ich habe ein, zwei Ausreißer). Mode überlasse ich gerne den selbsternannten Fashionistas. Was hauptberufliche Designer so gelegenlich auf die Laufstege schicken ist noch schlimmer als die Sandaletten.

      • @Bluewater:

        Ich habe nicht über das "Drinnen" geschrieben. Drinnen kann jeder tun und lassen, was er will - von mir aus auch ganz ohne Klamotten rumlaufen. Wenn da die Ehefrau aushält!

    • @Il_Leopardo:

      Das "schlimmste Verbrechen" ist diese individualistische Dekadenz, Mode einen deutlich höheren Stellenwert zuzuteilen, als sie haben sollte. Wir haben so viele große Probleme in der Welt.

      Was Menschen an Geld, Ressourcen und CO2 ausstoßen, nur um letztendlich irgendwelchen gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen, ist einfach nur absurd.

      Wer sich ernsthaft für so erhaben hält, anderen vorschreiben zu wollen, was sie wo anzuziehen haben, hat offensichtlich keine anderen Sorgen.

      Wie wäre es, wenn wir uns mit ernsthaften Problemen auseinandersetzen würden, als darüber, wer wie in seiner Kleidung aussieht und was er zu tragen hat?

      Dieser Artikel versucht der männlichen Mode künstlich irgendeine höhere Bedeutung zu geben - ist aber am Ende nur ein Mitschwimmen im immerwährenden Strom von Konsum und Selbstdarstellung.

      Das Symbol der politischen Orientierungslosigkeit ist nicht die Kleidung "des deutschen Mannes", sondern, dass sich eine Kolumne einer linkten Tageszeitungen ernsthaft solche Gedanken darüber macht.

      • @Turban:

        This!

      • @Turban:

        Anschließe mich.



        Ich habe auch andere Sorgen als irgendwelchen affigen Modetrends zu folgen.

      • @Turban:

        Als erstes sollten Sie mal auf die Hochkommas achten. Es ist eine beabsichtigte Übertreibung und nur auf die Mode bezogen.



        Nun zu den Problemen der Welt. Dann dürfte es Ihrer Meinung nach keine Theater, keine Konzerte - keinen Spaß mehr in dieser Welt geben bevor nicht alle Probleme beseitigt sind.



        Ich schreibe niemanden vor, was er zu tragen hat, sondern teile meine Beobachtungen mit.



        Warum sollen nicht auch Linke oder linke Leser sich ansprechend kleiden. Kommt bei den Damen auf jeden Fall gut an.

        • @Il_Leopardo:

          Mir ist klar, dass Sie nicht über die Straße gehen und dem nächstbesten seine Jogginghose verbieten wollen. Trotzdem drücken Sie mit Ihrem Kommentar eine gewisse Erhabenheit über die Art und Weise, wie andere sich kleiden, aus.

          Jeder setzt seine Prioritäten unterschiedlich. Sie dürfen sich gerne der Oberflächlichkeit hingeben, ich habe das für mich anders entschieden. Sie stören sich an Birkenstock und T-Shirts im Büro, ich mich am Artikel und Ihrem Kommentar. Ist doch super, da haben wir doch beide etwas für uns gefunden ;)

          Im Übrigen gibt es für mich einen großen Unterschied zwischen Kunst/Kultur und Mode - und zwar bezogen auf ihren Zweck.

          Mode dient (in ihrer heutigen Form!) der Selbstdarstellung, der Individualisierung und dem Zugehörigkeitsgefühl zu bestimmten sozialen Gruppen.

          Kunst/Kultur ist so viel mehr - oftmals(!) geht es um geistige Errungenschaften, Emotionen, politische Botschaften, Bedeutung.

          Ihr Kommentar war mein Aufhänger. Meine Kritik richtet sich eher an den Artikel selbst. Ich verstehe nicht, warum eine linke Tageszeitung dem Inbegriff von Konsumgesellschaft und Dekadenz so einen langen (und sicherlich gut recherchierten!) Artikel widmet.

          • @Turban:

            Danke für die ausführliche Antwort, die ich jetzt erst entdeckt habe. Der Autor ist einfach nur der Meinung, dass viele Männer nicht wissen, was zu ihnen passt und was nicht. Es geht nicht um Mode, sondern um Stil. Also: Welcher Stil passt zu mir, zu meiner Figur.

        • @Il_Leopardo:

          Eine Dame hier. Bei mir kommt der ehrliche Hoodieträger besser an als der anzugtragende Lackaffe.

          • @Nick riviera:

            Nicht alle Hoodie-Träger sind ehrlich und nicht alle Anzugtragende sind Lackaffen - es sei denn, sie glauben, dass sich mit dem Überstreifen eines Bekleidungsstücks der Charakter eines Menschen ändert.

      • @Turban:

        Danke für diesen Kommentar - dem ich mich gern anschließe 👍

    • @Il_Leopardo:

      Da verlangen sie überraschend viel Fügsamkeit und Hörigkeit. Ich habe nichts gegen Dresscodes in Maßen, aber dieser moralische Anspruch über Körper und Erscheinung anderer Menschen zu bestimmen wird nicht besser wenn er sich gegen Männer richtet. Karl Lagerfeld hat die Kontrolle über seinen moralischen Kompass verloren.

      Es gibt genug modische Trends und Fehlgriffe die mir auch nicht gefallen, aber wenn die "Sünder" mich nicht um meine Meinung fragen, dann kann und sollte es ihnen egal sein was ich davon halte.

      Es ist geradezu die Essenz des Konservativen: Jeder sollte die Freiheit haben sein Leben nach meinen Vorstellungen zu gestalten.

      • @Volker Racho:

        Jeder darf selbstverständlich tragen, was er will. Wenn ich selbst darauf achte, dass die Kleidung passt und aufeinander in Farbe und Stil abgestimmt ist - dann werden ich gerade von meinen Kolleginnen immer sehr gelobt. Neulich hat mich sogar eine Dame in einem Wartezimmer wegen meines guten Geschmack gelobt.

        • @Il_Leopardo:

          OMG! Allein bei der Vorstellung wie umwerfend Sie gekleidet sein müssen, wird mir ganz blümerant zumute.