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Energiegesetze beschlossenVerantwortungsloses Rollback

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Das neue Heizungsgesetz und der geplante Bau neuer Gaskraftwerke sind klimaschädlich und teuer. Verstörend ist das Verhalten des SPD-Umweltministers.

Das Ziel bleibt bestehen, aber leider nicht für die Ma­che­r*in­nen dieses schlechten, neuen Heizungsgesetzes Foto: Frank Ossenbrink/imago

D er Startschuss für das verantwortungslose Rollback in der Energiepolitik ist erfolgt: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die Entwürfe für ein neues Heizungsgesetz und die Pläne für den Bau neuer Gaskraftwerke beschlossen. Werden diese Vorhaben aus dem Haus der christdemokratischen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche tatsächlich realisiert, wird die Wende weg von fossiler Energie brutal ausgebremst. Das Ziel, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral werden soll, ist dann ernsthaft in Gefahr.

Denn damit das Klimaziel erreicht werden kann, müssen Gas- und Ölheizungen bis dahin ersetzt werden. Doch Reiches Gesetzentwurf kassiert die bisherigen Ablaufdaten für diese Heizungsarten; sie dürfen unbegrenzt weiter eingebaut werden und in Betrieb bleiben. Warnungen von Kli­ma­ex­per­t:in­nen und Ver­brau­cher­schüt­ze­r:in­nen ignoriert die Bundesregierung. Heizen mit Gas und Öl ist nicht nur immens klimaschädlich, sondern wird auch extrem teuer. Daran ändert auch die Vorgabe nichts, einen wachsenden Anteil von sogenannten Biobrennstoffen beimischen zu müssen – im Gegenteil. Diese Brennstoffe sind nicht nur oft nicht klimaneutral, sondern auch sehr knapp, also kostspielig. Dass die Regelungen 2030 evaluiert werden sollen, heilt den entstehenden Schaden nicht. Wenn die dann amtierende Regierung zu dem Schluss kommen sollte, dass dieses Gesetz nicht funktioniert, ist wertvolle Zeit verloren gegangen. Die Bundesregierung bürdet den Menschen eine enorme Last auf.

Ähnlich ist es bei der vom Kabinett verabschiedeten Kraftwerksstrategie. Damit wird der Bau von zu vielen Gaskraftwerken forciert, nachhaltige Lösungen zur Sicherung der Stromversorgung, wie Batteriespeicher, werden vernachlässigt. Auch hier schlägt die schwarz-rote Regierung Warnungen von Fachleuten in den Wind, dass damit ein Festhalten an der klimaschädlichen und immer kostspieliger werdenden fossilen Infrastruktur verbunden ist.

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Dass Wirtschaftsministerin Reiche das alles nicht interessiert – geschenkt. Schließlich sieht sie den Ausbau erneuerbarer Energien äußerst kritisch und möchte das deutsche Klimaziel ohnehin gerne verschieben. Aber dass die sozialdemokratischen Kabinettsmitglieder, vor allem Umwelt- und Klimaminister Carsten Schneider, das Bremsen der Energiewende wider besseres Wissens nicht verhindern, ist verstörend. Eine vage Hoffnung bleibt: Beide Gesetze müssen noch durch den Bundestag. Vielleicht gibt es ja doch noch genug beherzte Abgeordnete in den Regierungsfraktionen, die sich gegen diese Tollheit stemmen.

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Anja Krüger
Parlamentskorrespondentin
Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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114 Kommentare

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  • AfD-und springergetriebener Irrsinn, den die Union mal wieder feige umsetzt. Jeder Eigentümer bei Verstand wird natürlich keine fossilen Heizungen neu einbauen, der Markt und die wirtschaftliche Vernunft werden diesen Quark konterkarieren.



    Nur: wozu dann dieses bescheuerte Gesetz?

  • Die Regierung musste das Heizungsgesetz ändern. Dieses Gesetz war ja ein Hauptgrund, weshalb Rot-Grün abgewählt wurde. Wir feiern doch unsere Demokratie! Wer Verbote liebt, sollte dann lieber für eine Diktatur votieren. Ich finde es auch besser: Statt strikt zu verbieten, wird klimaschädliches Heizen immer teurer. Jeder kann nun selbst entscheiden, an welcher Stelle er sein Geld für klimaschädliche Aktionen ausgeben will: heizen, Fleisch essen, in den Urlaub fliegen, ständig neue Klamotten kaufen, Zeug aus China bestellen usw. Durch den Zwang zur Einspeisung von Biogas wird jede Wärmepumpe in nächster Zeit sowieso ein Geldsparprojekt.



    Ich verstehe die Kritik an den Gaskraftwerken nicht. Gaskraftwerke waren schon bei Rot-Grün geplant. Weil die Absicherung der Stromversorgung nur mit Speichern noch nicht darstellbar ist. Dass die Systemkosten eines Netzes mit erneuerbaren Energie mit dem Ausbaugrad immer weiter steigen, weiß jeder der sich ernst damit beschäftigt. Die Sonne schickt leider eine dicke Rechnung, da sie im Sommer zuviel und im Winter und bei Bewölkung zu wenig scheint. Langzeitspeicher sind mit Batterien heute noch nicht finanzierbar. Gasspeicher dagegen schon.

    • @Ismir Elend:

      Der Hauptgrund, warum die Ampel implodierte, war letztendlich das sture Festhalten Lindners an der Schuldenbremse, unterstützt von der polemischen Unterstützung der CDU, nach dem Motto "die Ampel kann nur Schulden machen und hat von Wirtschaft keine Ahnung". Wie es dann gleich nach der Wahl mit Merz weiterging, wissen wir alle. Die Habeck-Hetze der Medien hat natürlich auch geholfen.







      "...Weil die Absicherung der Stromversorgung nur mit Speichern noch nicht darstellbar ist..."







      Reihenweise Anträge für Anschlüsse von Großspeichern ans Netz liegen vor und werden aus verschiedenen Gründen nicht genehmigt, meist weil der Netzausbau hinterherhinkt. Diese Anträge würden nicht gemacht werden, wenn es sich nicht lohnen würde. Während sich private kleine Heimspeicher oft erst sehr spät rechnen (10-15 Jahre), amortisieren sich professionelle Großspeicher im Schnitt nach etwa 7 Jahren. Und um die jetzt schon vorhandenen Speicher der 2 Millionen Elektroautos flexibel netzdienlich nutzen zu dürfen, bräuchte es nicht viel mehr als eine gesetzliche Regelung, nicht mal neue Netzanschlüsse. Das wird seit Jahren in Deutschland totdiskutiert, während es in anderen Ländern schon längst funktioniert

  • Die Abgeordneten werden schon mit Beraterverträgen und gute-dotierten Vorträgen auf Linie gebracht. Beide Parteien vertreten kleine Klientelgruppen und die eigenen finanziellen Interessen, und das merkt mensch in allen Bereichen, nicht nur beim Klimaschutz. Dieses Vollversagen der vorwiegend älteren Generationen werden die jüngeren dann ausbaden müssen.

  • Hier im Kommentarbereich werden mal wieder massiv Desinformationen gegen die Wärmepumpe gestreut. Wer sich wirklich über das Thema richtig informieren will, kann auf die YouTube-Kanäle gehen, deren Macher sich beruflich langjährig mit diesen Dingen beschäftigen, z. B. Der Energiesparkommissar oder Der Fachhandwerker.

  • Diese ganze Regierung ist, auf ganzer Linie eine Vollkatastrophe für unser Land ‼️

    • @Alex_der_Wunderer:

      Sie meinen für das ganze Land?

  • Die Welt hat sich verändert. Es macht praktisch keiner mehr in der Welt beim Klimaretten mit. Damit ist auch der Beitrag Deutschlands wirkungsöos, aber gleichzeitig eher unsozial gegenüber der eigenen Bevölkerung, die grosse soziale Herausforderungen zu bewältigen hat. Zum Glück räumt der Weltklimarat gerade das pessimistischste Szenario RCP8.5 ab, das von vielen zur Begründung einschneidender Klimamassnahmen herangezogen wurde.

    • @ImNetz:

      Oh..die Welt hat sich verändert..







      ..das ist schön, daß jetzt all die garstigen Folgen des Klimawandels keine Rolle mehr spielen. Schwupps der Merresspiegel hat aufgehört zu steigen, Stürme, Waldbrände und Hitzewellen gehören der Vergangenheit an.



      Und klar das war schon ziemlich unsozial darauf hin zu weisen. Gut daß das jetzt mal aufhört.



      Jetzt müssen wir nur noch die Klimakonferenz in Kolumbien verbieten. Da gibts noch sowas wie ewig Gestrige, die immer noch über Maßnahmen gegen den Klimawandel debattieren. Das muß jetzt mal ein Ende haben. Ab jetzt macht die Physik was wir ihr sagen.

      ..jawoll..

    • @ImNetz:

      Das ist eine falsche Behauptung. Zwar sind die Amis zunächst mal ausgestiegen, doch eine große Menge Leute sehen ein, dass es ohne nicht geht und die werden beizeiten dafür sorgen, dass auch die US wieder dabei sind. In Europa sind es alle Staaten, die dabei bleiben, die Klimakatastrophe zu bekämpfen und das ist auch geboten. Es ist hingegen völlig unverantwortlich das Bemühen einzustellen, auch und gerade hier in D. Es nützt nichts, wenn man alle möglichen Dinge fordert oder betreibt, wenn man nicht mehr atmen kann, wenn die Hitze so enorm steigt, dass immer mehr Hitzetote zu beklagen sind, dass unglaubliche Katastrophen hereinbrechen, Ahrtal zeigt es und dass extreme Waldbrände immer mehr zunehmen, auch bei uns. Davor die Augen zu verschließen ist grobfahrlässig, dumm. Die uns nachfolgenden Generationen werden die Hölle auf Erden haben - and das alles sollen wir unbeachtet lassen? Glaubst Du denn ernsthaft, dass durch das Leugnen oder Ignorieren der Tatsachen die Situation besser würde? Wenn ich im Hochsommer mein Thermometer mal ein paar Minuten in kaltes Wasser halte, zeigt es statt 43°C nur noch 30°C an - und damit ist alles dann erledigt? Im Ernst?

    • @ImNetz:

      "Die Welt hat sich verändert."

      Stimmt. Krieg behindern sie fossile Versorgung massiv. Wenn einem schon das Klima egal ist, sollte einem doch die Versorgungssicherheit nicht egal sein. Alles, was wir hier erzeugen, müssen wir nicht von zwielichtigen Typen kaufen.

      "Es macht praktisch keiner mehr in der Welt beim Klimaretten mit."

      In China läuft das mit Abstand größte Programm. Ist China keiner?

  • Der Fairness halber sollte man erwähnen das die Gas- Backup Kraftwerke nicht auf dem Mist von Frau Reiche gewachsen sind, sondern diese von Herrn Habeck initiiert wurden.

    • @Ritchie:

      Bei einer akuten Erkrankung nimmt man Medikamente, die schlechte Nebenwirkungen haben können.



      Wenn man allerdings einfach nur die Dosis erhöht und nichts gegen die eigentliche Krankheit tut, ist das mehr als dumm.



      Übertragen auf die Energiepolitik ersetze ich "dumm" durch "gierig".

    • @Ritchie:

      Es besteht ein sehr eklatanter Unterschied in den Entscheidungen: Reiche unterstützt die Gaslobby und will die Grundlagen dafür mit möglichst vielen Gaskraftwerken zementieren - die EE aber ausbremsen. Habeck hat die Gas-Speicher als tatsächliche Nothilfe gesehen, sollte es wirklich nötig werden und hat stattdessen die EE massiv unterstützt.

    • @Ritchie:

      Das ist einfach nicht richtig. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen.

      Habeck:



      Wasserstofffähige Gas-Backup-Kraftwerke in begrenztem (notwendigen) Ausmaß bei beschlossenem Kohleausstieg und gleichzeitig forciertem Ausbau der Erneuerbaren in einem Ausmaß, dass sommers auch Wasserstoff produziert werden kann, statt Überschussstrom zu verschenken.







      Reiche:



      Gaskraftwerke als Schwerpunkt bei der Stromerzeugung bei gleichzeitigem Ausbremsen der Erneuerbaren mit allen Mitteln.

      • @Sisone:

        @Sisone



        Genauso schaut's aus - danke für die Richtigstellung.



        Das größte Problem bei den Menschen sind oftmals die Denkprozesse im Gehirn, wenn Menschen sich permanent Indoktrinieren lassen und der Meinungsmache von Verbrechern erlegen sind. Da wieder " Ordnung " reinzukommen ist verdammt schwer.



        Danke nochmals für die Mühe der Verdeutlichung. 👍👍

  • Dieses Gesetz bedeutet effektiv eine Grundrechtsverletzung - es widerspricht dem Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 29. April 2021. Dieser ist nur erfüllbar, wenn so schnell wie möglich die Bedingungen geschaffen werden für eine praktikable und bezahlbare Versorgung mit Erneuerbaren. Statt dessen verplempert man Zeit und Geld nicht nur für für dreckiges und teures LMG. Sondern auch, um ständig auszubaldowern, wie auf dem Weg dahin die Kleinen zur Kasse gebeten und die Großen verdienen können. Statt zum Thema forschen zu lassen, wird für diesen Zweck viel Geld an dubiose Institute verschwendet, und eben auch für Verdummungsstrategien, die die wirklich notwendigen und möglichen Entwicklungen und Veränderungen verhindern und dazu noch das Ganze plausibel erscheinen lassen sollen.



    Spätestens seit Altmeier gilt, dass wir schon längst viel weiter sein auf dem Weg zu bezahlbarer Versorgung mit Erneuerbaren, statt dessen werden jetzt mit diesem Gesetz die wirklich notwendigen Taten jetzt fast auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.

    • @Christine_Winterabend:

      Man wird also gegen dieses Gesetz wieder beim BVerfG angehen müssen. Allein darauf zu hoffen, daß es für das vorsätzliche Kippen der Klimaschutzziele aus Brüssel eine Klatsche gäbe, nachdem man Habeck und ihr dort schon Kapazitäten von 12 GW durchgewunken hatte - wohl aber noch nicht den Dreh, nach deren Fertigstellung bei Putin oder dessen Amtsnachfolger um die nötigen Brennstoffe zu betteln - wird wohl nichts bringen.

    • @Christine_Winterabend:

      Eine Planwirtschaft, in der von "oben" vorgeschrieben wird wer welche Heizung einzubauen hat, verstößt nicht gegen das Grundgesetz ??

      • @Günter Witte:

        Es ist keine Planwirtschaft, wenn notwendige Entscheidungen zum Wohle der Bevölkerungen getroffen werden. Ist 50kmh in Ortschaften Planwirtschaft? Ist es Planwirtschaft, wenn man nicht Abfall einfach so in Flüssen oder im Wald abladen darf? Ist es Planwirtschaft, wenn man Alkohol nicht an Kinder und Jugendliche verkaufen darf?

        • @Perkele:

          " Zum Wohle der Bevölkerung" ist eines der dümmsten Scheinargumente die es überhaupt gibt. Mit dieser Phrase kann man alles rechtfertigen, "Zum Wohle der Bevölkerung" hat die DDR die Mauer gebaut, schotten Länder wie Nordkorea oder der Iran ihre Untertanen von der Außenwelt ab, führt Putin Krieg in der Ukraine, usw., usw.



          Was die Heizungen betrifft sollten sich Länderregierungen komplett heraushalten, durch die CO2 Steuer der EU ist die Verteuerung der Fossilen Brennstoffe vorgegeben, und wenn Sie es auch nicht glauben auch Privatpersonen und Vermieter können rechnen und damit setzt sich auf Dauer auch das effektivste System durch.

    • @Christine_Winterabend:

      Rechtsbruch ist für die derzeitige Bundesregierung inzwischen zur Noramlität geworden. Der Innenminister handelt so, als gäbe es keine Gesetze und Gerichtsurteile. Das Gleiche geschieht nun auch im Wirtschaftsministerium. Es geht um Geltungssucht und Anbiedern an die Faschos (Innenministerium) und um Sollerfüllung der fossilen Lobby duch das Wirtschaftsministerium. Da stören lästige Vorschriften nur und werden einfach ignoriert. Das sind "Vorbilder", die ich meinen Kids und Enkeln erst mal erklären muss: Du musst Dich an Vorschriften halten. Erst wenn Du einen Regierungsjob innehast, dann kannst Du machen was Du willst. Es ist einfach nicht zu fassen....

      • @Perkele:

        @Perkele



        👍👍Wenn wir in die Gesichter unseres Nachwuchses schauen, sehen wir leider auch nur noch❓️

    • @Christine_Winterabend:

      Wo liegt das Kalkül?



      Wie sind die vermutlichen Knebelverträge der Fossil-Lobby gestrickt, dass wider alles Wissen und ausdrücklich gegen abgelegte Amtseide verstoßen wird?



      Wie war das – damals? => Ich war jung - und brauchte das Geld. Man war an mich herangetreten und bot überdurchschnittliche Vergütung bis zum Angebot "mich durch die Instanzen zu schleusen". Ich war (zugegeben) kein großes Licht und stand "auf Abruf" die mir vorbereiteten Texte in den richtigen Öffentlichkeiten raus-zu-hauen. Das Ganze wird natürlich auch körperlich - man wird der eigene Koof-Mich. usf...



      Schon die Merkel-Regierungen hatten das Zukunftskapital durch unerklärlichen Attentismus und Verhinderungsorgien verspielt.



      In der union-fdp-Regierung hatte Vizekanzler Rösler die Photovoltaik an China verlieren-lassen. Kurz darauf stand Altmaier bei den Erneuerbaren - gewichtig - auf der Bremse...



      Die bratensaft-geschwängerte csu verunmöglicht seit je die Stromtrassen (und mault gegen den Norden). usf...



      Ist Frau Reiche, - auch in dieser Reihe - nicht eine bizarre Überzeichnung? Eine Art Klimax des Negativen?



      Lesenswert: restartthinking.co...-der-fossil-lobby/

      • @Bin’s nicht:

        Von den Unionsparteien soll mir keiner mehr was von wirtschaftlicher Kompetenz und Weitsicht erzählen.

  • Der Fairness halber sollte man klarstellen, das der Bau der Gaskraftwerke als Backup keine Idee der Frau Reiche ist, sondern von Herrn Habeck initiiert wurde.

    • @Ritchie:

      Ein notwendiges backup für die Erneuerbaren durch Gas statt Kohle ist aber etwas völlig anderes als ein bewusstes Abwürgen der Erneuerbaren, wie es jetzt mit Reiches Maßnahmenpaket stattfinden soll.







      Habeck hat auf die konkrete Situation des beginnenden Ukrainekriegs reagiert und nebenbei die Überwindung einer Gaskrise und drohendem Heizungsausfall im kommenden Winter gemeistert, während Reiche strategisch überdeutlich die Stromerzeugung aus Gas in den Mittelpunkt stellt. Ihre Argumente gegen die Erneuerbaren sind scheinheilig. So ist ihr Hauptargument, der unvollständige Netzausbau mit daraus resultierend notwendigem Verschenken von Überschussstrom im Sommer ja gerade durch die Blockadehaltung von CDU und CSU verursacht worden.



      Auch die überall in Deutschland beantragten Netzanschlüsse für Speicher aller Art werden wegen des dummerweise verschleppten Netzausbaus abgelehnt. Wir könnten schon viel weiter sein.

      • @Sisone:

        "...ein bewusstes Abwürgen der Erneuerbaren..."



        Welches "bewusste Abwürgen"? Ich sehe vor allem eine (notwendige!) Anpassung an das wachsende Erneuerbaren-Angebot.

        • @sollndas:

          Schön wär´s. Statt den Netzausbau turbomäßig zu forcieren und die jetzt schon vorhandenen Speichermöglichkeiten zu nutzen und zu legalisieren (z.B. die legale Nutzung von 2 Millionen Elektroautos als Speicher für die Rücknutzung des Stroms, technisch simpel, in anderen Ländern schon gang und gäbe) , wird die Investitionssicherheit für Windräder und Photovoltaikanlagen mit dem Ende der garantierten Einspeisevergütung zerstört, weshalb der Ausbau zum Stocken kommt. Die Backup-Gaskraftwerke hingegen erhalten sogar Geld, wenn sie gar keinen Strom produzieren (eben backup), auch wenn so viel Strom da ist, dass er verschenkt werden muss. Sonst wären sie schon längst nicht mehr wirtschaftlich, da sie eine großen Teil des Jahres gar nicht mehr gebraucht werden.







          Die CDU/CSU haben jahrzehntelang den Netzausbau verschlafen und verhindert und begründet nun die Notwendigkeit des Ausbremsens der Erneuerbaren mit dem selbst verschuldeten hinterherhinkenden Netzausbau. Wirklich clever.







          Mit der Logik bräuchte ich auch nichts mehr für meine Kinder zu kochen, weil ich vergessen habe, Teller zu kaufen.

  • Skandal ist vor allem (schon seit Jahren), dass über 30 Jahre alte Heizthermen weiter betrieben werden dürfen, ohne zeitliche Begrenzung.

  • (Fairness heißt, bei Reiche nicht 100 % abzuweisen. Irgendjemand hat auch halt leider Union gewählt und damit eine Programmatik, die Menschen zu Umwelt- und Wirtschaftsthemen mit Unwahrem beballert hat.)



    Unverhohlene Lobbypolitik gegen die Zukunft unseres Planeten und Unabhängigkeit unseres Lands ist aber dreist. Selbst ein Krimiautor wie Wolfgang Schorlau hat jüngst ein beißend böses Bändchen hierzu geschrieben.



    Dann ist eigentlich die Zeit für den Katechon, den Dagegenhalter ;)



    Schneider ist dafür als gewiss netter Ostbeauftragter mit einer Klingbeil-SPD wohl der Falsche. Auf dem Posten gab es auch schon mal Trittins. Es ist schon richtig, dass die Zivilgesellschaft dagegen mobilisiert, wenn ungesunde Fossilwirtschaft weiter unsere Zukunft ausplündern will.

    • @Janix:

      Diese "Zivilgesellschaft" ist jetzt wer? Ein relevanter Teil der Bevölkerung oder in irgendeiner Form weisungsbefugt? Mobilisierung? Wo?

      • @Tom Tailor:

        Eine gute Frage. Mir ist auch nicht genau klar, welche subspezies Mensch da eigentlich immer gemeint ist. Alle jene, die keine Uniform tragen?

        Ich vermute, es handelt sich um einen Sammelbegriff für alle Links der Mitte.

    • @Janix:

      Es ist aber nun nicht Reiches Erfindung, Klimaziele mittels rosa Einhörnern erfüllen zu wollen. Wissing nannte den Freibrief an die heimische Autoindustrie zu konstruktivem Nichtstun "Technologieoffenheit". Wohlgemerkt, lange nachdem Habeck dem Diess die Probleme prophezeit hatte, derentwegen sich dessen Nachfolger nun von den Werken in sächsischen Gefilden trennen will. Und wer hatte denn schon einen Plan, wie man die 65%-Regel aus dem noch geltenden Gesetzestext mit irgendeiner Fossilheizung einhielte? Ich kenne nur Leute, die als Antwort auf diese Frage noch kurz vor Fristablauf ihre jahrzehntealte Heizwerttherme gegen eine Heizwerttherme mit frischem Herstellungsdatum ersetzt haben. Für die es noch eine Weile Ersatzteile geben soll. Dieses Versprechen ist aber auch alles, was die für die reichlich 7.000 bekommen haben, die sie der Heizungsfirma kürzlich für die Aktion in den Rachen warfen. Zu einem Zeitpunkt, da Putin den Hahn schon lang zugedreht hatte. Jetzt sind die 65% durch Vorgaben ersetzt, die man genauso wenig einhalten kann. Aber sie sind nun wenigstens so gestaffelt, daß daraus direkt auf die Absicht, die Klimaziele zu verfehlen, geschlossen werden kann.

      • @dtx:

        @dtx



        Unsere Regierung lässt es durch ihre, im Sinne von fossilen Engieerzeugern & Profiteuren erst richtig heiß 🔥 🔥 🔥 werden, dann werden Kühlaggregate & Lösch Systeme zum Themenschwerpunt der inkompetenten Regierenden...

    • @Janix:

      Nicht die Zivilgesellschaft mobilisiert dagegen, sondern eine Handvoll Aktivisten. Das ist ein Unterschied.

      Einem großen Teil der Zivilgesellschaft sind Dinge wie Klimaschutz und Energiewende eher oder vollkommen unwichtig. Kann man an den Wahlergebnissen erkennen.

      • @Debaser:

        Man erkennt es ebenso am Alltag, Konsum, Freizeitgestaltung, Ernährung und und und....

  • Hier wird die ganze Zeit wirtschaftlich argumentiert. Dass es bei der Energiewende nicht darum geht unser Leben einfacher und günstiger zu machen begreifen die Leute einfach nicht. Es geht darum, CO2ärmer zu leben, ZUR NOT AUCH TEURER. Wieso sind hier alle so dermaßen faktenfremd?! Es gibt doch klare Studienlagen zu diesen Fragen und die sagen alle, dass wir weg vom Verbrenner müssen. Sei es Heizung, sei es Auto. Wieso machen hier alle auf Neunmalklug und rezitieren diese Scheinargumente dieser Steinzeitregierung mir Wachstumsschmerzen?



    Es geht nicht drum, dass sie in ihrem Einfamilienhaus günstiger leben. Es geht darum, dass wir zukünftigen Generationen eine Chance geben auch nur ansatzweise ein so bequemes und luxuriöses Leben leben zu können, wie wir es tun. Und das am besten GLOBAL.



    Natürlich müssen Veränderungen sozial verträglich gemacht werden. Aber dazu gehören erstmal geringverdienende Menschen, die sich grad Lebensmittel und Miete nicht leisten können. Die gehören entlastetet.

    • @Angst Hase:

      Mit der Energiewende wird unser Leben einfacher und günstiger. Fragen Sie mal eine E-Auto-Fahrer, der sich die Energie vom eigenen Dach holt, was er dafür bezahlt und vergleichen das mit dem Sprit in der Tankstelle.

    • @Angst Hase:

      Dem kann ich zustimmen. Rohstoffe sparen und Emissionen senken ist sinnvoll. Dann können wir auch endlich das ideologische Schwarzweißdenken lassen und aufhören, Wärmepumpen wie Ablaßbriefe zu handeln.



      Kohlendioxid kann man messen und berechnen. Damit kennt man auch den Preis für die Minderung und kann effektive von ineffektiven Maßnahmen unterscheiden. Es kommt nicht nur darauf an, ob eine Wärmepumpe Kohlendioxid einspart, das tut sie meistens aber nicht immer, sondern auch wie viel. Und oft läßt sich mit dem gleichen Geld an anderer Stelle sehr viel mehr erreichen.



      Da unterscheidet sich dann, wem es um die Sache geht und wem stur um's Prinzip.

    • @Angst Hase:

      CO2-ärmer leben wird teurer, das bedeutet, Prioritäten umzuschichten.



      Teuer ist das Leben ohnehin, Reisen, Autos, Klamotten, andere Statusartikel....



      Es gibt immer mehr wirklich Arme, aber wenn man sich auf den Flughäfen, den Autobahnen, den Feier-Kiezen, den Zwangsmode-Mussmanhaben-Läden umschaut, scheint eine saubere Welt recht unwichtig zu sein. Es sind ja auch nicht die Armen, die den meisten Dreck produzieren.

      • @Erfahrungssammler:

        Nein, es wird nicht teurer, CO2-freier ist deutlich billiger als Öl und Gas zu verbrennen. Erneuerbare Energien sind in der Herstellung billiger als fossile Energien. Wir zahlen über 80 Milliarden für fossile Brennstoffe ins Ausland. Dieses Jahr werden es deutlich mehr sein. Das Geld ist weg und gesundheits- und klimaschädlich verbrannt. Dieses Jahr werden es nochmal deutlich mehr Milliarden sein. Was teuer und was billig ist, kann man sehr gut merken, wenn man an die Tankstelle fährt. Der E-Autofahrer fährt grinsend vorbei. Mit der Umstellung anfangen kann man mit einer Balkonsolaranlage. Nach etwa 3 Jahren hat sich die Anlage amortisiert. Danach ist der Strom aus dieser Anlage umsonst. Wo ist Öl und Gas jemals umsonst?

        • @Lichtflut:

          Ich vergesse immer wieder den Ironie-Hinweis.



          Aber ich dachte, wenn ich teilweise aufliste, was "wirklich wichtig" ist, wird es auch ohne verstanden.

        • @Lichtflut:

          "Erneuerbare Energien sind in der Herstellung billiger als fossile Energien."



          Ja, die Herstellung ist billig. Aber die Lagerung wird extrem teuer, wenn es über längere Zeiträume als ein paar Stunden hinaus geht.



          Ich weiß das, ich wohne in einem solarautarken Haus, und ich weiß, was mein Akku im Keller kostet.

    • @Angst Hase:

      Danke. Sie sprechen mir aus der Seele.

    • @Angst Hase:

      Und warum sollte ich freiwillig wegen kommender Generationen teurer leben wollen? Wie dumm wäre das? Ich lebe jetzt nicht morgen.

      • @AmArschderHeide:

        Passt...

      • @AmArschderHeide:

        Wenn Sie von keinem Morgen für Sie ausgehen. Oder für andere, die Ihnen wichtig wären. Menschen, Schöpfung, Erde allgemein oder Nahestehende.



        Das ist dann erst recht gar keine Frage von dumm oder klug: gegenüber der Laufzeit des Universums sind Ihre oder meine Jahrzehnte irrelevant und eigentlich bereits vorbei. In the long run, we're all dead.

        Investieren vielleicht als verständlicheres Konzept? Mensch repariert den tropfenden Wasserhahn auch noch mit Mitte 80, auch wenn es lästig ist. Nach uns die Sintflut hingegen führt nur zur Revolution. Also lassen wir doch mal den dritten Nachtisch weg, ums in einem anderen Bild zu sagen.



        Am besten übrigens tatsächlich, m.E., über allgemeine Regeln und einen entsprechend gestärkten Staat.

        • @Janix:

          Es sieht wirklich so aus, als gäbe es keine wichtigen anderen...



          "Untern Strich komm ich!" "Ich bin doch nicht blöd!"



          Die Texter wissen genau, womit man punktet.

    • @Angst Hase:

      "ZUR NOT AUCH TEURER"



      a) Aber bezahlbar (bzw. erwirtschaftbar) sollte es schon sein. Sonst wird das nicht realisierbar sein und, wenn man es trotzdem versucht, in einem Kladderadatsch enden. Und dann haben wir zur Wirtschaftskrise die Klimakatastrophe noch oben drauf.



      b) Ja, zu den Kosten sollten sich die Sonne-Wind-Apologeten mal ehrlich machen. Sie wären dann glaubwürdiger.

      • @sollndas:

        Mit Wind und Sonne erzeugen Sie billiger Energie als mit fossilen Brennstoffen. Wer es nicht glaubt, der fahre mal an die Tankstelle und frage den Nachbarn mit dem E-Auto, was sein Strom kostet.

        • @Lichtflut:

          Sehr gut. Danach frage ich, was sein E-Auto kostet, wie er seinen Strom produziert - eigenes Dach usw. - und vergleiche seine Jahres-Kilometerstrecke mit meiner.

    • @Angst Hase:

      Unsere Bedürfnisse energiesparender zu erfüllen, ist wahrscheinlich zumeist billiger. Wer mehr Zeugs oder Energie fürs Gleiche braucht, handelt hingegen wie ein Narr.

      Sozial ausgeglichener zu werden ist auch ein breites Bedürfnis, das kein Neoliberalismus von oben je wirklich austreiben konnte. Das geht nicht mit Geldern für die Fossilverprassung der reicheren Wenigen, sondern mit guter Grundinfrastruktur für alle.

    • @Angst Hase:

      Ich finde, dass dieser Beitrag einmal eingangs in jede Diskussion zu dem Thema gesetzt werden sollte. Vielleicht kann man damit die ganzen irrelevanten Spekulationen in der Diskussion wenn nicht verhindern, dann wenigstens reduzieren.

  • Man kann nicht davon ausgehen, dass es genug sPD Abgeordnete gibt, die Ar... in der Hose haben um dieses extrem schädliche Gesetz stoppen. Die wollen alle wieder aufgestellt werden zur nächsten (bald folgenden??) BTW und folgen lieber dem Beispiel des Drückebergerministers Carsten Schneider - der freilich von den gleichen Überlegungen getrieben wird. Karriere vor Staat.....

    • @Perkele:

      Naja, es ist eine Koalition. Ohne Wechseloption für die SPD. Wenn die jedes Mal Neuwahlen ausriefen, wäre das auch nicht so gut, oder? Fraktionsabsprachen und Koalitionsabsprachen haben eine Funktion, auch wenn auch mir die Richtung gerade gar nicht gefällt.

      Punktuell aber deutlich zu machen, dass Verpflichtungen der Bundesrepublik zum Klimaschutz auch ernst genommen werden, das ist schon zu erwarten. Es können nicht DUH und Karlsruhe die Umweltschutzpolitik ersetzen.

  • 60 Jahre altes Haus, neue Fenster, WDVS und die alte, modernisierte Ölheizung ist kaputt. Eine neue Brennwertölheizung kostet 20.000 €, eine Wärmepumpe 40.000 €. Konkreter Fall und ernst gemeinte Frage: Wie würden Sie entscheiden?

    • @Mister Spock:

      Vielleicht mal die Fördermittel beantragen und dann ganz klar die Wärmepumpe nehmen. Der Preis für die Wärmepumpe ist auch zu hoch, mal noch andere Angebote einholen.

    • @Mister Spock:

      Danke für die Einschätzungen.

    • @Mister Spock:

      Gut, die Frage ist natürlich rhetorisch gemeint. Und setzt voraus, daß nach der Ölheizung gegriffen würde, weil nur die 20 TEUR zur Verfügung stünden. Dann wäre das Geld halt weg. Dann wäre die Bude noch nicht gleich, sondern erst etwas später entmietet, wenn die Tanks leer sind und es entweder schon gar kein Öl mehr gäbe oder offensichtlich wäre, daß die Mieter die daraus resultierenden Nebenkostennachzahlungen schuldig bleiben müßten. Wer dagegen das Haus auch dann noch nutzen will, schaut, daß er Fördermittel bekommt (ich weiß, Haushaltsvorbehalt) oder ihm die Bank das Geld gibt.

    • @Mister Spock:

      Die Antwort ist recht einfach, wenn das Haus einigermassen gedämmt ist.



      .



      Wärmepumpe.



      .



      1. Weil läuft mit EE.



      2. Weil ist nicht teurer, da 50-55% Basisförderung über KfW.



      3. Weil Betriebskosten etwas günstiger als Öl, zunehmend.



      .



      Basierend auf gerade eigenen Erfahrungen.

      • @fly:

        Danke für die Info. Antrag und Auszahlung waren problemlos?

    • @Mister Spock:

      Selbstverständlich Ölheizung. Das Haus ist wärmegedämmt und wird einen vergleichsweise niedrigen Heizenergiebedarf haben. Die Ersparnis einer Wärmepumpe kann also gar nicht so hoch sein, daß sich die 20.000 Euro Mehrkosten irgendwann amortisieren, erst recht, wenn man die 20k zu 3% anlegt und die 600 Euro Zinsen dem Heizbudget zuschlägt.

      Mein Haus ist 20 Jahre alt, ich habe Fußbodenheizung und verbrauche 11.000 kWh an Gas, dieses Jahr wegen dem kalten Winter wohl 12.000. Dafür bezahle ich im Jahr ca. 1.000 Euro. Also selbst wenn die Ersparnis durch eine Wärmepumpe 500 Euro beträgt (was ich nicht glaube), werden sich die 20.000 Euro Mehrkosten niemals amortisieren.

      (Zur Erklärung der 1.000€/J.: Ich wechsele jährlich den Anbieter und erhalte mehrere Hundert Euro Neukundenbonus. Das mache ich seit über 20 Jahren bei Gas und Strom.)

      • @Debaser:

        Wer sich jetzt noch Gasanlagen einbauen lässt, der läuft in eine massive Kostenfalle, da der Preis von Gas massiv ansteigen wird.

        • @Lichtflut:

          Das ist nicht in Stein gemeißelt. Ich wette, im BTW-Wahlkampf 2029 wird es auch darum gehen, wer verspricht, die CO2-Bepreisung, also die künstliche Preisüberhöhung fossiler Brennstoffe, abzuschaffen, zur Not an der EU vorbei.

    • @Mister Spock:

      Ganz klar für die Ölheizung. Mit ausreichend gefülltem Öltank und einer Notstromversorgung kommt man sicher durch den Winter.



      Es ist schmerzlich für einen Bewohner eines solarautarken Nullenergiehauses, sowas schreiben zu müssen, aber die breit angepriesene Alternative, Wärmepumpe plus einem ausreichend großen Batteriespeicher (der auch extern, im Netz, liegen kann), ist unbezahlbar.

      • @sollndas:

        Was für ein Unsinn!

        • @Lichtflut:

          Was genau ist an dem, was sollndas gescjrieben hat, Unsinn?

    • @Mister Spock:

      In welchem Zustand ist das Dach? Muessen Heizkoerper aufgrund zu hoher Vorlauftemperatur ausgetauscht werden? Schliesst der Energieversorger Waermepumpen an?

      Die Frage ob sich eine Waermepumpe lohnt ist abhaengig von den Kosten fuer die energetische Sanierung. Der Anschaffungspreis der Waermepumpe (minus ca 15 Tsd Euro Zuschuss) faellt da nicht ins Gewicht.

      Oel hat den Vorteil, dass laengere Stromausfaelle bei Minusgraden wie in Berlin nicht zum Austausch der Waermepumpe fuehren und man Einfluss auf den Lieferzeitpunkt und damit den Preis hat. Die Lebensdauer duerfte auch hoeher sein.



      Eventuell koennte ein Energieberater helfen, den Waermebedarf zu ermitteln. Je nach dem Kleingedruckten des neuen "Heizungsgesetzes" ist dieser in Zukunft aber keine Pflicht mehr. Je nach Kleingedruckten kann auch eine Kombiloesung Sie von der Pflicht befreien, Biooel beizumischen.

      Je kaelter es draussen ist, desto ineffizienter die Luft-Waermepumpe - bei ca -8 Grad wird sie zur reinen Stromheizung. Die JAZ wird aber als Durchschnitt fuer das Jahr angegeben. Nur interessiert keinen wie effizient die Waermepumpe im Sommer bei 30 Grad ist. Deshalb ist hier bei der Berechnung Vorsicht angesagt.

      • @elektrozwerg:

        Wegen eines längeren Energieausfalls muss doch keine Wärmepumpe getauscht werden.

      • @elektrozwerg:

        > Die Frage ob sich eine Waermepumpe lohnt ist abhaengig von den Kosten fuer die energetische Sanierung.



        Ist sie nicht. Ich heize hier billig, denn es ist ein Neubau mit unter 34 kWh/m2a. Ältere Gebäude, für die mir Daten vorliegen, haben in der Regel mehr als das Dreifache. An der Stelle läßt sich echt sparen.



        Unsere Wärmepumpe ist aber bezogen auf die abgegebene Nutzwärme, also gemessen in Eur/MWh, keineswegs günstig. Ein moderner Brennwertkessel wäre im Verbrauch deutlich billiger, in der Anschaffung sowieso. Und wir haben mit Bodensonden optimale Voraussetzungen für eine Jahresarbeitszahl von rund 4.3. Wie stark die Vorlauftemperatur eingeht zeigt unsere Warmwasserbereitung mit der AZ von nur 2.8.



        Bei der Nachrüstung einer Wärmepumpe fragt es sich, ob sie überhaupt Kohlendioxid einspart und wenn doch ein wenig, zu welchem Preis. Sanierung und Heizsystem sind zwei Themen und sind unabhängig voneinander und einzeln zu betrachten. Daß ein Moped sparsamer ist als ein Vierzigtonner liegt nicht am Zweitaktmotor gegen den Diesel.

    • @Mister Spock:

      Rein ökonomisch wahrscheinlich Wärmepumpe, wenn nichts anderes dagegenspräche. Evtl. Solarthermie zur Ergänzung. Sie oder Ihre Erben wollen ja später auch noch einen nennenswerten Verkaufswert haben. Und auch nicht die jährlich steigenden CO2-Kosten aufbringen. Öl hat noch mehr CO2 auf dem Kerbholz als Gas.

      Energieberater, die anhand konkreter Angaben das durchrechnen und fundierter sogar als das taz-Forum es wüssten, wären am Ort zu finden. Vielleicht können die auch noch womöglich günstigere Anbieter auffinden. Die Verbraucherzentrale ist da eine der Startpunkte der Suche.

    • @Mister Spock:

      Wird die Wärmepumpe nicht schon mittelfristig deutlich günstiger, weil Gas und Öl absehbar teurer werden und damit die 20000€ Anschaffung schnell ausgleichen?

    • @Mister Spock:

      Glasklar für die Wärepumpe weil



      a) die Verantwortung für die Zukunft ernst genommen wird



      b) Zuschüsse vermindern erheblich die Kosten

      • @Perkele:

        Das Geld muss ich nur erstmal haben, ich muss das Geld vorstrecken und kann nicht warten bis das Geld von der Förderung da ist, der Betrieb möchte bezahlt werden.



        Dann ist da noch die Frage der Heizkörper und der Dämmung, bei uns hat es alles in allem bei 150m2 abzüglich Förderung 106000 € gekostet. Ersparnis pro Jahr ca. 500 Liter Heizöläquivalent.



        Die Kosten kommen nie rein. Momentaner Preis, umgelegt auf Heizöl 2200€ im Jahr Ersparnis ca 1500€ pro Jahr. Rentabel nach 70 Jahren.



        Der Bau von weiteren 72 Gaskraftwerken zur Grundlastabsicherung bis 2035 stammt von einem Herrn Habeck und nicht von Frau Reiche!

        • @Reinero66:

          Und wie hoch ist die Wertsteigerung Ihrer Immobilie?



          Es wird offensichtlich bei all diesen Rentabilitätsberechnungen gern vergessen, dass Häuser mit fossilen Heizungen in dem Maße an Wert verlieren, in dem immer mehr Häuser bereits eine nicht-fossile Heizung haben.

          • @Life is Life:

            Die Wertsteigerung ist doch egal, wenn ich das Haus nicht verkaufen will. Sparen tue ich dadurch genau gar nichts

  • Erst einmal sind die hohen Heizöl- und Gaspreise nicht ganz so unabänderlich und gottgegeben, wie manche versuchen den Anschein zu erwecken. Es wäre eine schlichte politische Entscheidung, die neuere Energiesteuer namens CO2-Preis in der Erhöhung zu begrenzen oder auch ganz abzuschaffen. (OK - Steuern werden nie abgeschafft, noch heute bezahlen wir die Sektsteuer aus 1902, mit denen die schon weit über 100 Jahre nicht mehr existenten Kanonenboote bezahlt werden sollten.)

    Weiterhin machen mir momentan die weltweit fast am höchsten Strompreis mehr Sorgen, wie Heizölpreise irgendwann in mehr oder weniger weiter Zukunft. Auch weil es mein Vorstellungsvermögen übersteigt, dass nicht auch dort stark steigende Steuern zu erwarten sind - falls die Verkehrswende auch nur halbwegs funktioniert, braucht der Staat ja einen Ersatz für die wegbrechende Mineralölsteuer.

    • @NN:

      Wir sind inmitten einer fossilen Energiekrise und das ist innerhalb von 5 Jahren schon die zweite, insofern stellt sich die Frage, was man sich einbauen lässt gar nicht mehr. Die Wärmepumpe ist die richtige Wahl.

    • @NN:

      Die Bundeswehr scheint mir schon eine Marine zu besitzen, hörte ich mal.



      CO2-Steuern ist der derzeit noch viel zu gering angesetzte Versuch, die enormen Schäden durch Erderhitzung einzupreisen. Europäisch koordiniert. Selbst wenn das ein Jahr nach hinten geschoben würde: Isch over, Verbrennung. Da nichts mehr versenken, wenn mensch später keine halbneue Anlage rausreißen will.

      • @Janix:

        Trotzdem wäre eher eine Abschaffung des CO2 Preises zu befürworten.

        • @NixRechts_NixLinks:

          Nein, das Geld aus der CO2- Bepreisung soll ja dazu dienen, die Umstellung zu bezahlen. Wer Müll macht, muss ja auch die Müllabfuhr bezahlen. Erneuerbare Energien sind billiger als fossile Energien und machen uns unabhängig. Wir sind jetzt in der zweiten fossilen Krise innerhalb von 2 Jahren. Das merken wir an der Tankstelle, auf unseren Heizungsrechnungen und Lebensmittelrechnungen. Der Strom geht im Moment gerade nicht durch die Decke, weil wir im Moment über 60% aus Erneuerbaren Energien herstellen und nicht soviel teure Gaskraftwerke nutzen müssen. Das ist die Zukunft!

  • Ja, die Batteriespeicher. Das Problem ist nur, dass diese Rechnungen nicht wirklich aufgehen, was der vorherigen Regierung wohl egal war. Nur als Beispiel, der "größte Batteriespeicher" wird wohl im Moment in Förderstedt gebaut, 300 MW. Nun gut, nehmen wir freundlicherweise an, dass wir nur 30 GW in einer Dunkelflaute ersetzen müssen (es könnten auch 60 GW sein). Dann brauchen wir ja nur 100 von den Dingern? Das Problem ist, das die Kapazität nur 716 MWh beträgt, mit 100 Batteriespeichern also 72 GWh. Wir haben dann also Strom für weniger als 3 Stunden. Falls die Dunkelflaute 4 Tage dauert, brauchen wir also 4000 von diesen Speichern, nicht nur 100. Wenn man eine höhere Last als 30 GW annimmt, und die Dunkelflaute länger dauert, werden es vielleicht 10000? 40 Gaskraftwerke zu bauen ist dann zur Sicherheit vielleicht die bessere Lösung?

    • @bvbfan:

      So skeptisch sehe ich es nicht. Da kommt noch was, das die Preise senken wird, wenn nicht Natrium dann etwas anderes. Es hilft schon enorm, nur den Tagesgang zu glätten. Und mit einem Puffer für etliche Stunden, Tage wäre besser, müssen auch nicht Dutzende fossil befeuerter Kraftwerke heiß aber ohne Leistungsabgabe durchlaufen. Da hätte man Zeit, sie in Ruhe kalt hochzufahren. Dabei entsteht ein Arbeitsproblem, viele Leute auf Abruf, die nichts zu tun haben. Das ist aber lösbar. Die vielen Mitarbeiter der Kommunen im Winterdienst sitzen ja auch nicht gelangweilt däumchendrehend herum, wenn es mal ein paar Tage nicht schneit.

      • @Axel Berger:

        Batteriespeicher ersetzen kein einziges Gaskraftwerk. Dazu müssten sie bei ca. 5-7 Zyklen pro Jahr noch wirtschaftlich arbeiten. Das könnten sie allenfalls, wenn die Preise auf ca. ein Fünfzigstel der heutigen, also auf ca. 2 €/kWh fallen. Ich fürchte, diesen Gefallen werden sie uns nicht tun.



        Selbst kalt herumstehende Kraftwerke haben Fixkosten, z.B. Kapitalkosten.



        Diese Kosten sind auf den Strompreis umzulegen.



        Je länger sie kalt herumstehen, um so höher wird ihr Erzeugerpreis.



        Je mehr Batteriespeicher es gibt, um so länger stehen sie herum.



        Immer diese lästige Realität...

        • @sollndas:

          Es sind mehr Zyklen. Die Monatssummen von Wind und solar zusammen sind über's Jahr erstaunlich konstant. Da läßt sich mit Speichern einiges glätten und für echte Flauten Vorwarnzeit schaffen. Recht haben Sie, daß es auf jeden Fall teuer wird und daß Backups immer Geld kosten und ungenutztes Kapital binden. Aber trotz Kohlereserven für 200 Jahre -- gerechnet mit geringeren Jahresverbräuchen als heute -- sind und bleiben die fossilen Reserven nun einmal begrenzt.

        • @sollndas:

          Vielleicht sollten Sie sich lieber bei Fachleuten informieren.

          • @Lichtflut:

            Sie werden staunen: Ich bin Fachmann. Vor reichlich 35 Jahren plante und baute ich mein solarautarkes Haus, ohne Stromanschluss, ohne fossile Heizung. Meine Frau und ich wohnen seither glücklich und zufrieden darin.



            Ich wurde damals als Spinner verlacht.



            Heute könnte ich über die Illusionen lachen, die sich manche Ökofans machen. Wenn es nicht so traurig wäre...

    • @bvbfan:

      "Nur als Beispiel, der "größte Batteriespeicher" wird wohl im Moment in Förderstedt gebaut, 300 MW."

      Man muss schon mal die deutsche Brille absetzen. Der weltweit größte Batteriespeicher hat 3,2GWh. In Abu Dhabi baut man einen mit 19GWh. Es ist also viel möglich. Und wenn wir technologisch mal hinter dem Mond hervor kommen würden, wäre auch in D mehr möglich.

      Oder wir bauen Pumpspeicherwerke...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Die deutschen Pumpspeicherkraftwerke haben meines Wissens eine Kapazität von 40 GWh, ok für vielleicht einen Tag, und können nicht einfach weiter ausgebaut werden (Topographie, Klagen, etc....). 19 GWh für den UAE Speicher sind in der Tat beeindruckend, wie viel Fläche benötigt der denn? Muss ja wohl um einiges größer als der 716 MWh Speicher bei Förderstedt sein.

    • @bvbfan:

      Speicher, wie 🔋 sind nicht für längere Dunkelflauten, sondern für die täglichen Schwankungen.



      .



      An jeder größeren öffentlichen Ladestelle sollte es 🔋 geben. Die reduzieren auch die Kosten für den Netz-Ausbau. Machen die Chinesen auch so. Anders sind 1000 kWh Ladepunkte auch kaum realisierbar.



      .



      Für die längere Dunkelflaute brauchen wir eben erst Mal weiter Reservekraftwerke, sie dann die Meiste Zeit im Jahr nicht im Betrieb sind.



      .



      Netzausbau ist natürlich auch sehr wichtig. Fast immer weht irgendwo noch Wind.



      .



      Dynamische Strompreise bei Verbrauchern und Betrieben können auch richtige Anreizen setzen. Jede Wohnung kann eigene Speicher haben. In der Mittagszeit werden diese gefüllt und am Abend genutzt. Auch Betriebe können Wege finden Kosten zu reduzieren. Das Energie zu jeder Zeit den gleichen Preis hat ist ein Relikt des fossilen Zeitalters.

    • @bvbfan:

      In Hamburg wird gerade ein 400 MW Batteriespeicher gebaut. Ich habe überhaupt keine Lust mehr, mich mit diesen gestrigen Bedenkenträger-Argumenten noch sachlich auseinanderzusetzen. Die Zeit der Fossilen ist vorbei. Lasst den Markt sprechen! Lasst die Bürgerinnen entscheiden. Und wer sich unbedingt aus ideologischen Gründen noch eine Ölheizung einbauen möchte: biddesehr. Wer nicht hören will muss fühlen.

      • @Maradine:

        Und wie entkräftet das jetzt mein Argument? Ich habe auch von einem 300 MW Speicher gesprochen, die Menge an Energie (in MWh) die gespeichert werden kann, ist allerdings recht mickrig.

        • @bvbfan:

          Wir haben schon eine Unmenge an Speichern von privaten Heimspeichern über Batterien in E-Autos und E-LKWs und zunehmend auch Großspeicher. Das muss jetzt endlich alles vernetzt werden, dann sind wir schonmal einen deutlichen Schritt weiter.



          Die Erneuerbaren Energien wachsen weltweit exponentiell und werden immer leistungsfähiger. Das ist unsere Zukunft und da müssen wir hin. Verbrennen ist over.

    • @bvbfan:

      Danke.



      Dass einem beim Träumen immer diese lästige Realität dazwischen kommt...

    • @bvbfan:

      Richtig! Ergänzend dazu: Ein Ragone Diagramm zeigt die Kernfähigkeiten der verschiedenen Speichertechnologien auf.

  • Wir brauchen die fossilen noch eine Weile. Erst muss Sie Infrastruktur stehen.



    Ein zwei Personen Haushalt der etwa 2.000 KWh verbraucht, vom Verbrenner auf E umsteigt und eine Wärmpumpe installiert, verdreifacht seinen Strombedarf in etwa.

    Gibt unser System das aktuell her ?

    • @Sole Mio:

      Da E-Auto und Wärmepumpen um ein mehrfaches effizienter sind als Verbrenner, ist das kein Problem.

    • @Sole Mio:

      Als wir von der Pferdekutsche aufs Auto umgestiegen sind, haben wir auch erst die Infrastruktur geschaffen und danach Autos gekauft?



      Wenn es so gewesen wäre, würde wir heute noch Pferdekutschen nutzen.

    • @Sole Mio:

      Verdreifachen reicht sicher nicht. Mit Wärmepumpe und E-Auto wird sich der Verbrauch von ehemals 2.000 kWh wohl eher verzehnfachen.

      • @Debaser:

        Nein. Wer mit 2 MWh/a auskommt, bemüht sich um Sparsamkeit. Ich brauche allein mehr. Unser Zwölffamilienhaus braucht für Heizung und Warmwasser im Mittel 1900 kWh Strom pro 90-m2-Wohnung und die dritten 2 MWh reichen für 10 000 km/a. Ich fahre 3000.



        Man kann also sogar unter der Verdreifachung bleiben, die Abschätzung ist realistisch.

        • @Axel Berger:

          1.900 kWh/a für die Heizung einer 90qm-Wohnung muß ein Tippfehler sein - oder es ist ein extremes Niedrigenergiehaus. Es würde bedeuten, daß Heizung/WW im Jahr 200€ kosten würden - im Monat 17€. Wie gesagt, mein gut gedämmtes, sparsames Haus aus Porenbeton (120qm) braucht 11.000, ein Bekannter mit einem schlecht gedämmten, etwas größeren Haus 55.000 kWh. Das sind normale Größenordnungen.

          Eine gute Wärmepumpe wird im Mittel eine Arbeitszahl von 2-3 haben, aber zumindest jetzt kostet die kWh Strom auch das Dreifache einer kWh Gas... Meine Brennwerttherme ist 20 Jahre alt, und ich hoffe, sie wird nochmal so lange halten. In 20 Jahren werden die Karten neu gemischt, aber bräuchte ich heute schon eine neue, würde ich wieder eine Gasheizung einbauen lassen.

          Von einem E-Auto lasse ich auch die Finger, solange man eine halbe Tonne Ballast mitschleppen muß. Der Strom ist billiger als der Sprit, aber die Nachteile von E-Autos der heutigen Generation wiegen für mich schwerer.

          • @Debaser:

            Das ist kein Tipp- aber ein kleiner Gedächtnisfehler. Es sind 2100 kWh/a. Wir haben hier im Neubau mit 12 Wohnungen und 1076 m2 einen Heizwärmebedarf von 34 kWh/m2a und Arbeitszahlen von 4.3 für die Heizung und 2.8 für Warmwasser. Der gesamte Stromkauf in 2024 betrug für die Wärmepumpen 25.2 MWh und 7.2 k€.

  • "Heizen mit Gas und Öl ist nicht nur immens klimaschädlich, sondern wird auch extrem teuer."

    Das stimmt schlicht nicht. Es wird teurer, aber lange nicht extrem teurer.



    Bei 2500 Liter Heizöl pro Jahr für ein kleines Einfamilienhaus wird das in 15 Jahren etwa 1000€ Mehrkosten pro Jahr durch die Co2-Bepreisung..



    Deshalb steigen ja so wenige um: die Wärmepumpe kostet 20 bis 30.000 und hält aber nur 20 Jahre..

    • @Petzi Worpelt:

      Warum sollte eine Wärmepumpe nur 20 Jahre halten?

    • @Petzi Worpelt:

      Haben Sie nicht etwas vergessen? CO2-Preise demnächst im Börsenhandel? Kriegspreise?



      Und woher haben Sie belastbare Informationen, dass eine Wärmepumpe nur 20 Jahre hält?

      • @Jörg Schubert:

        Eben genau deshalb sollte man den CO2 Preis auch vollkommen abschaffen.



        Und die allgemeine Aussage ist wirklich, dass eine Wärmepumpe im Schnitt 15 - 20 Jahre hält. Wie gesagt, dass ist ein Durchschnittswert, aber den hätte man auch selber googlen können.

      • @Jörg Schubert:

        Die Lebensdauer einer WP kann man googeln, Luft/Wasser WP 15-20 Jahre.



        Ausserdem muss die WP heute gekauft werden, sagen wir 25000. Die zusätzliche CO2 Bepreisung ensteht aber erst in 15 Jahren, d.h. die 1000 Euro müssen abgezinst werden, das sind mit 4% Zinsen also nur 555 Euro.



        Die WP lohnt sich also nicht, zumal die Strompreise auch steigen werden, wenn nämlich der Bedarf wegen der viele WPs zunimmt und daher für den Winter mehr Gaskraftwerke gebaut werden müssen.

    • @Petzi Worpelt:

      Vor allem fehlt die Gegenrechnung, wie sich die Stromkosten entwickeln werden.

    • @Petzi Worpelt:

      Der CO²-Preis ist ja nur ein Teil der Rechnung. Für die verbleibenden Gasnutzer kommen höhere Kosten für das Gasnetz hinzu, da sich die Kosten auf weniger Abnehmer verteilen werden, und die vermutlich um einiges teureren Biokraftstoffe, da die Nachfrage steigt, das Angebot aber nicht mithalten kann. Der Markt wird daher, wie auch in der jetzigen Krise, in der auf dem Weltmarkt den Angaben zufolge ~20% des Angebots durch die Schließung der Straße von Hormus weggebrochen sind, mit steigenden Preisen reagieren.

      • @YoHoNoMo:

        Ist nicht auch das Stromnetz und seine immensen Kosten immer wieder Thema hier? Auch das muß bezahlt werden und wirkt sich auf die Preise aus.

        • @Axel Berger:

          Welche immensen Kosten? Wir haben immense Kosten, weil wir jedes Jahr über 80 Milliarden Euro im Ausland fossile Energien einkaufen, die wir dann hier klimaschädlich verbrennen. Dieses Jahr wird es noch sehr viel mehr sein. Die Stromnetze zu ertüchtigen ist eine Investition, Geld rausschmeißen für fossile Energie ist Konsum.

          • @Lichtflut:

            Stimmt ja alles, aber hier ging es um die Frage, wie sich die Preise für Öl, Gas und Strom relativ zueinander entwickeln werden. Erheblich teurer werden sie alle.



            Die Abschätzung wäre sehr viel einfacher für echte Preise, aber der Hauptanteil sind staatliche Gebühren und Subventionen. Bei denen ist alles möglich.

      • @YoHoNoMo:

        "Vor allem fehlt die Gegenrechnung, wie sich die Stromkosten entwickeln werden."

        Na, das wäre Hellseherei, das weiß niemand. Vielleicht ist Strom demnächst knappes Gut, wenn mehr Leute auf E-Karren und WP umsteigen. ;-)

        Am Ende kann man nur die Rechnung jetzt und heute machen mit den Zahlen, die man heute hat. Und da ist klar: Lohnt sich nicht, außer man kernsaniert eh gerade komplett alles neu oder baut auf die Wiese.

        Gern lese ich andere Zahlen, aber die gibt es nicht. Hier wünschen sich viele, dass es teuer wird. Ausgemacht ist das aber lange nicht.