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Streit über Palästina-SolidaritätMinisterium feuert Politaktivistin

Wegen israelkritischer Äußerungen hat Melanie Schweizer ihren Job im Arbeitsministerium verloren. Dagegen wehrt sich die Beamtin auf Probe juristisch.

Melanie Schweizer hat ihren Job im Arbeitsministerium verloren Foto: privat

Berlin taz | Am vergangenen Freitag hat Melanie Schweizer ihr Büro im Arbeitsministerium geräumt und ihre privaten Dinge mitgenommen. „Fürs Erste“, schrieb sie dazu auf Facebook. Denn sie habe Widerspruch gegen ihre Entlassung eingelegt und zuvor schon Widerspruch gegen die negative Zweitbeurteilung ihrer beamtenrechtlichen Bewährung, mit der diese begründet wurde. Die 36-jährige Juristin hofft, vor Gericht nachträglich Recht zu bekommen, dass ihre Entlassung unrechtmäßig war.

Schweizer arbeitete seit Juni 2023 im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) als Referentin im Bereich „Wirtschaft und Menschenrechte“, sie war Beamtin in Probezeit. Darüber hinaus engagiert sie sich für die Kleinpartei Mera25, zur Bundestagswahl trat sie als deren Direktkandidatin in Berlin-Mitte an.

Vor allem aber äußert sich Schweizer in den sozialen Medien sehr aktiv zum Nahostkonflikt. Gaza bezeichnete sie als das „größte Konzentrationslager der Welt“, den Staat Israel als „rassistisches, genozidales Apartheidsystem“. Dem taz-Journalisten Nicholas Potter warf sie „Völkermordpropaganda“ vor und teilte einen diffamierenden Beitrag des prorussischen Propaganda-Portals „Red“, in dem Potter wahrheitswidrig unterstellt wurde, er werde von der israelischen Regierung bezahlt.

Von der Bild-Zeitung an den Pranger gestellt

Ihre Aktivitäten im Netz blieben nicht unbemerkt. Die rechte Pro-Israel-Aktivistin Malca Goldstein-Wolf stieß im vergangenen Jahr auf dem Branchen-Netzwerk LinkedIn auf Schweizers Profil, dem sie ihre Arbeitsstätte entnahm, und schwärzte sie daraufhin bei ihrem Arbeitgeber an. Die Bild-Zeitung sprang auf den Zug und prangerte Schweizer als „Israel-Hasserin“ an.

Das Ministerium distanzierte sich auf Anfrage der Bild von ihren Aussagen und erklärte, man habe sie „mit Bestürzung zur Kenntnis genommen“. Sie stünden „nicht im Einklang mit den Werten unseres Hauses, das sich klar gegen jede Form von Antisemitismus positioniert“. Zudem suspendierte das Ministerium die Juristin vom Dienst. Im März folgte die Entlassung. „Hubertus Heil greift durch“, jubelte das Boulevardblatt.

„Mir war klar, dass es heikel ist, sich bei diesem Thema so deutlich zu positionieren“, sagt Melanie Schweizer der taz. Sie hätte das aber mit ihren Vorgesetzten besprochen – und auch, dass sie sich in ihrer Partei engagiere. Das sei kein Problem gewesen – bis zu dem Bild-Artikel im Dezember.

Verstoß gegen das „Mäßigungsgebot“ für Beamte?

Ihr Fall wirft Fragen auf. Denn einer Beamtin kann man eigentlich nicht kündigen. Man kann sie nur aus dem Beamtenverhältnis entfernen, wenn sie laut Bundesdisziplinargesetz „durch ein schweres Dienstvergehen das Vertrauen des Dienstherrn oder der Allgemeinheit endgültig verloren hat“.

Aber: Beamte auf Probe können schon dann entlassen werden, wenn sie sich in der Probezeit nicht bewährt haben. Ein zulässiger Entlassungsgrund ist dabei, wenn sie ihren Dienst- und Treuepflichten nicht nachkommen – sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld. Zu den Beamtenpflichten gehört das „Mäßigungsgebot“ und das Gebot der Verfassungstreue. Es ist Beamten jedoch nicht untersagt, sich politisch zu engagieren – das gilt auch für jene auf Probe. Wie weit das Engagement gehen darf, das ist Auslegungssache.

Ob Schweizer tatsächlich gegen das Mäßigungsgebot verstoßen hat, wie ihr Arbeitgeber meint, wird nun Gerichte beschäftigen. „Melanie ist kein Einzelfall“, heißt es in einer Mitteilung ihrer Partei von Anfang März. Darin zieht diese Parallelen zum Fall der linken Klimaaktivistin Lisa Poettinger. Die wurde vom bayerischen Kultusministerium nicht zur Lehramtsausbildung zugelassen, weil dem ihr Klimaaktivismus zu radikal war. Poettinger und ihre Mitstreiter sprechen deswegen von einem „Berufsverbot“.

Nicht die Einzige, die ihren Job verloren hat

„Ich bin die erste Beamtin, die in Deutschland aufgrund ihrer Meinungsäußerungen zu diesem Thema entlassen wurde“, sagt Melanie Schweizer. Es gibt aber vergleichbare Fälle, die ebenfalls zum Jobverlust führten: Der Duisburger IT-Fachmann Ahmad Othman arbeitete für die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen und war in der Gruppe „Palästina Solidarität Duisburg (PSDU)“ aktiv, die vom Innenministerium verboten wurde. Seine Wohnung wurde deswegen durchsucht, und er wurde zunächst vom Dienst suspendiert und anschließend entlassen.

Die Hamburger Juristin Marjam Samadzade wiederum arbeitete als Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration in Schleswig-Holstein. Im Oktober 2023 teilte sie auf Instagram einen Post der Autorin Alice Hasters, in dem diese den Angriff der Hamas verurteilte, aber auch Israels Vorgehen im Gazastreifen und die deutsche Bundesregierung kritisierte. Der Instagram-Post erhielt etwa 23.000 Likes und wurde von bekannten Politikern, Schauspielern und anderen Personen des öffentlichen Lebens kommentiert. Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) feuerte Samadzade daraufhin und strengte dazu auch noch ein Disziplinarverfahren gegen ihre ehemalige Mitarbeiterin an. Samadzade wehrt sich bis heute juristisch dagegen, weil sie darin ein „Nachtreten“ und einen „Präzedenzfall“ sieht. Sie arbeitet jetzt aber wieder als Richterin, diesen Job hat sie nicht verloren.

Melanie Schweizer macht sich keine Illusionen, rasch zu einer juristischen Entscheidung zu kommen. „Bis zur ersten Instanz dauert es mindestens zwei Jahre“, sagt sie.

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141 Kommentare

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  • Liebe Kommune, dieser Artikel wurde ausgiebig diskutiert, vielen Dank für Eure Beiträge! Wir haben uns entschlossen, die Kommentarspalte nun zu schließen.

  • Hintergrund der Vorwürfe gegen Potter ist, dass dieser in einem Kommentar zum Vorwurf des Völkermords wahrheitswidrig ein Verhältnis eins zu eins von Kombattanten zu Zivilisten aufstellte.

    Der Jacobin schrieb dazu: "Tatsächlich ist das von Potter propagierte Verhältnis durchweg unzutreffend, aber leider üblich für den Gaza-Diskurs im deutschsprachigen Raum. Denn die Zahlen und Quellen, die der um Fakten besorgte Journalist benutzt, sind mehr als fragwürdig. Nach sorgfältiger Recherche drängt sich der Eindruck auf, hier hat jemand entweder seine Quellen gar nicht verstanden oder sie bewusst manipulierend eingesetzt. Am Ende entsteht ein Zahlensalat mit klarem Ziel: Das Unrechtfertigbare soll als Normalfall in einem nicht optimalen Weltzustand erscheinen. Gegner dieser Logik sind demnach überreagierende Spinner, sogar hasserfüllte Antisemiten."

    jacobin.de/artikel...-berichterstattung



    taz.de/Krieg-im-Nahen-Osten/!6073997/

  • Wenn Frau Schweizer wirklich glaubt, was sie da sagt und meint das so öffentlich äußern zu müssen, dann sollte sie auch bereit sein die Konsequenzen zu akzeptieren (natürlich kann sie sich juristisch wehren). Wenn ihr Arbeitgeber aber solche Aussagen tolerieren würde, müsste er auch vergleichbare Absonderungen von AfD-Mitarbeitern dulden. Mann kann die mörderische Gazapolitik der israelischen Regierung ohne BDS Rethorik präziser benennen und nicht weniger scharf verurteilen und man sollte auch die Diffamierung Andersenkender vermeiden, das ist der Stil der autoritären Rechten. Ich vermute stark, die Klage wird scheitern und hielte das persönlich auch für richtig.

  • Perfekte Mischung aus südeuropäischer Revolutionsfolklore und linksidentitärer Islamverehrung. Sowas hat unser Staat ganz dringend gebraucht.

  • Vielleicht sollte man das Beamtentum als solches abschaffen. Dann würden sich bestimmte Zurückhaltungspflichten und ähnliches erübrigen. Es gab ja auch schon mal hier und da zaghafte Vorstöße, aber letzten Endes ist das preußisch-deutsche Beamtentum ein politischer Faktor, den sich der Staat was kosten lässt. Die Ehre des Beamten ist Treue. Eine andere Ehre soll er nicht haben. Blinde, unreflektierte Staatstreue mit abgeschaltetem Hirn, mit abgeschalteter Moral. Darum geht es.

    • @Uns Uwe:

      Sind Beamte eigentlich entsprechend der internationalen Rechtslage dazu verpflichte, Netanjahu festzunehmen, wenn dieser nach Deutschland käme? Oder wird das Recht politisch gesteuert in Fragen von Haftbefehlen wegen Kriegsverbrechen ?

    • @Uns Uwe:

      Da haben Sie aber an Beamten-Klischees alles zusammengesucht, was Sie finden konnten.



      Und meiner Meinung nach sind Ihre Schlussfolgerungen auch noch falsch.

      Frau Schweizer wird nicht nicht als Beamtin übernommen, weil sie die Politik Israels kritisiert hat, sondern für die Art und Weise, wie sie das getan hat. Man kann Israel und die Politik Netanjahus und seiner Spießgesellen kritisieren, ohne Analogien zum Dritten Reich ziehen zu müssen.

      Darum geht es,

      Und wenn Frau Schweizer nicht sehen kann oder will, dass wir als Deutsche bei dem Thema etwas vorsichtiger auftreten sollten als andere Nationen, spricht das auch nicht gerade für ihre Eignung als Beamtin.

  • ... übrigens ... sehr schade wegen Frau Schweizer. Sie wirkt äußerlich so sehr sympathisch. Ich fühl mit ihr, obwohl ich ihre politischen Ansichten ausdrücklich nicht teile.

  • Ohne Wertung der von Frau Schweizer geleisteten Äußerungen gilt grundsätzlich, dass Ministerialbeamte in Deutschland der Neutralitätspflicht, die im Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) und im Bundesbeamtengesetz (BBG) verankert ist, unterliegen.

    Diese Pflicht verlangt, dass Beamte/innen ihre Aufgaben unparteiisch und gerecht ausführen und politische Neutralität wahren. Das bedeutet, dass sie sich in der Öffentlichkeit politisch nur in einem Maße äußern dürfen, das ihre Treuepflicht gegenüber dem Staat und das Vertrauen in ihre unparteiische Amtsführung nicht gefährdet.

    Politische Meinungsäußerungen sind grundsätzlich durch die Meinungsfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt, jedoch nur, solange sie nicht mit der Neutralitäts- und Loyalitätspflicht des/r Beamten/in in Konflikt stehen.

    • @Nikolai Nikitin:

      "(...)geschützt, jedoch nur, solange sie nicht mit der Neutralitäts- und Loyalitätspflicht des/r Beamten/in in Konflikt stehen."

      Ja nun. Aber inwieweit verletzt die Beamtin "Neutralitäts- und Loyalitätspflicht"



      lautet dass Verlangen faktisch, den Fakten und der Praxis nach mit der Politik und Praxis einer (ganzen Kette) von rechtsautoritären, völkisch-ultrareligiösen, antidemokratischen Regierungen Israels verbündet zu sein?

      Was ist denn hier sowohl tagespolitisch, als auch im übergeordnet, grundlegend und allgemeingültigen Sinne "Neutral"?

      Wie schwer wiegt der mögliche Bezug, das "Liken" eines womöglich inhaltlich-sachlich falschen Vorwurfs durch eine Beamtin,



      wenn die Haltung, Politik, die Praxis, der gesellschaftliche Mainstream, die Regierung die sie kritisiert, beansprucht zu ignorieren, zu beschönigen, zu lügen, um die Behauptung aufrecht zu erhalten, die Geschichte, also letztlich die Nazis, hätten rechtsautoritären, völkisch-ultrareligiösen, antidemokratischen Regierungen Israels das Recht eingeräumt, Völkerrecht, Bürgerrecht, Menschenrecht, Kriegsrecht zu canceln?

      • @Elise Hampel:

        "lautet dass Verlangen faktisch, den Fakten und der Praxis nach mit der Politik und Praxis einer (ganzen Kette) von rechtsautoritären, völkisch-ultrareligiösen, antidemokratischen Regierungen Israels verbündet zu sein?"

        Es heißt dass man sich nicht mit den rechtsautoritären, völkisch-ultrareligiösen, antidemokratischen und faschistischen Regierungen des Gazastreifens oder Irans verbündet.

  • Wieso sträubt man sich in Deutschland so sehr dagegen, Vergleiche zum Holocaust zu ziehen? Wie sollen wir denn aus der Geschichte lernen und verhindern, dass so etwas – auch wenn nur in abgeschwächter Form – erneut passiert, wenn wir keine Vergleiche ziehen dürfen?

    Ansonsten wirkt es so, als hielten wir den Holocaust für den unantastbaren Gral des Grauens, während alles andere irgendwie hinnehmbar erscheint, weil es ja niemals so schlimm sein kann wie der Holocaust.

    Was gerade in Gaza passiert, ist furchtbar, und es werden Vergleiche zum Holocaust gezogen – in der Hoffnung, die Menschen in Deutschland wachzurütteln und sie an ihr Versprechen zu erinnern, das Völkerrecht zu verteidigen. Leider erfolglos: Die kognitive Dissonanz scheint in diesem Land tiefe Wurzeln geschlagen zu haben.

    • @lelebb:

      Vergleichen kann man alles. Sogar Äpfel mit Birnen. Der Sinn des Vergleiches ist es, Unterschiede und/oder Übereinstimmungen festzustellen. Ohne Vergleich ließe sich nicht einmal die Singularität des Holocausts feststellen.



      Nur, hier geht es nicht um einen Vergleich. Es geht um Gleichsetzung. Und das ist ein kategorialer Unterschied, denn damit wird das Ergebnis des Vergleichs vorweggenommen.

    • @lelebb:

      Vergleiche mit dem industriell organisierten Völkermord und der Nazizeit lassen die Vergleichenden regelmäßig in die Falle hinken. Außerdem wird das dann allzu schnell inflationär und nutzlos. Den Opfern aller Kriege und Morde ist damit auch nicht gedient, im Gegenteil. Leid wird als Währung für menschlichen Wert etabliert. Gelindert wird es dadurch nicht. Seine Ursachen werden dadurch auch nicht beseitigt.

    • @lelebb:

      Das Problem mit dem "Vergleich" ist ein Problem der in alle Winkel und Verästelung der menschlichen Existenz vorgedrungenen sogenannten "Marktwirtschaft"



      Alles ist Challenge, Wettbewerb, Konkurrenz.



      Will man sich weniger gewalttätig geben, so folgt es dem Takt, der Sphäre, den Haltungen, Erzählungen und Mustern von Sport- und Beliebtheitsberichterstattung.

      Um dann aber schnell klarzumachen: Die Challenge, der Wettbewerb, die Konkurrenz ist natürlich wo es drauf ankommt kein Sportausflug oder Fussballwochenende. Da gehts um knallharte Interessen. Militärisch, Ökonomisch, Geldströme.

      Heisst: Selbstverständlich steht der Holocaust nicht im Wettbewerb mit dem Völkermord an Armeniern, der organisierten Hölle der Sklaverei, dem Abschlachten Indigener in den überseeischen Ausgründungen Europas durch 5 Jahrhunderte.

      Diese Marketing-Wettbewerb-Konkurrenz möchten nur immer und jeweils die, die ihre laufenden Völkermorde nicht als solche und als gerechtfertigt sehen wollen.

      Braucht man eigentlich kein Abitur.



      Man muss nur ahnen, das Anti-Kapitalismus keine Theorie ist. Sondern Widerstand gegen diese Denk-Handungs- Lebensweise.



      Sonst endet der Wettbewerb der Grausamkeiten nie.

    • @lelebb:

      Erst Frauen und Kinder schlachten, dann auf den hysterischen linken Selbsthass spielen wie auf einem Klavier. Mashallah.

    • @lelebb:

      Es ist aber kein Vergleich zum Holocaust, Israel versucht ja nicht die gesamte arabische Bevölkerung auf dem Kontinent maschinell zu vernichten.

    • @lelebb:

      "Wieso sträubt man sich in Deutschland so sehr dagegen, Vergleiche zum Holocaust zu ziehen? Wie sollen wir denn aus der Geschichte lernen und verhindern, dass so etwas – auch wenn nur in abgeschwächter Form – erneut passiert, wenn wir keine Vergleiche ziehen dürfen?" → Weil Vergleiche zum Holocaust wegen der darin enthaltenen Relativierung des Holocausts in Deutschland (zu Recht) strafbar ist. Wie Sie selbst feststellen, ist die Situation in Gaza nicht wie der Holocaust.

      Daher verbietet sich ein Vergleich. Die behaupteten und bisher nicht bewiesenen angeblichen Kriegsverbrechen sind nicht im Ansatz mit der industriellen Massenvernichtung von Menschen vergleichbar. Selbst dann, wenn die Vorwürfe tatsächlich stimmen würden. Nicht jedes Kriegsverbrechen ist ein "Mini-Holocaust". Wer das behauptet relativiert das Verbrechen des Holocaust und sollte nicht auch noch auf einer Beamtenstelle mit durchgefüttert werden. Technisch gesehen kann Frau Schweizer froh sein, wenn zur Entlassung nicht noch ein Strafverfahren wegen Holocaustrelativierung dazu kommt.

  • Will man hier ernsthaft verhandeln, ob es ein Verstoß gegen das Mäßigungsgebot einer Beamten ist, einen verbündeten Staat als „rassistisches, genozidales Apartheidsystem“ zu bezeichnen und einen angesehenen Journalisten der Völkermordspropaganda zu bezichtigen?

    Wenn solche Äußerungen akzeptabel sind, dann ist praktisch alles akzeptabel. Das halte ich für völlig abwegig.

    • @Agarack:

      Welches Bündnisabkommen meinen Sie. Mir ist keines bekannt.

      • @Rudolf Fissner:

        "@Agarack:



        Welches Bündnisabkommen meinen Sie. Mir ist keines bekannt."

        Ja Herr Fissner. Das funktioniert durch die Jahrhunderte. Einfach mal winkeadvokatisch behaupten, es gäbe gar keine "Bündnisabkommen"

        Weil zum Beispiel die Rüstungslieferungen an rechtsautoritäre, völkisch-ultrareligiöse nationalistisch antidemokratische Regierungen und ihre materiell stattfindene alltägliche Praxis kein "Bündnisabkommen" sind. Angeblich.

        Ja. Weiter machen. Zynisch, Beckmesserisch. Winkeladvokatisch,

        Und vor allem in allem dem Grundsatz folgen: "Scheiben klirren und ihr schreit, Menschen sterben und ihr schweigt"

        Der Entschluss zur umfassenden regierungsamtlichen Lüge als Regierung, Mainstream, angeblicher Kampf gegen Antisemitismus, was die Praxis fanatischer Regierung Israels betrifft,



        wiegt viel schwer als die vergleichsweise vereinzelten Stimmen, die sich selbstverständlich nicht immer präzise, nicht immer allumfassend richtig äussern. Sie haben ja auch wenig Raum, noch annähernd die Ressourcen, mit dem sich regierungsamtlich-linksliberal-mainstreammässig zur taktischen Lüge entschlossen wurde.

      • @Rudolf Fissner:

        Sowas nenne ich das Ausscheiden von getrockneten Trauben.

  • Frau Schweizer ist das perfekte Opfer.

    Sie erfüllt zu 100 Prozent das warum die Kleriker in Teheran und ihre Proxys Hamas, Hizbollah, Huthi, Islamischer Jihad etc. am 07.10.2023 ihren Angriff auf Israel gestartet haben. 5000 Hamas-Söldner massakerten auf dem Friedensfestival Nova und umliegenden Dörfern stundenlang was an exzessiver Gewalt überhaupt möglich war, bevorzugtes Ziel: Frauen.

    Kalkül: eine möglichst harte Gegenreaktion Israels zu provozieren. Nach der alten Hamas- und Hizbollah-Taktik sich hinter Frauen und Kindern zu verstecken, also bei Angriffen deren Tod zu provozieren. Je höher die Opferzahlen, desto größer der Aufschrei in der Welt.

    Hat auch in der Vergangenheit immer gut funktioniert, daraufhin flossen die Spendengelder reichlich, machte das Hamas-Politbüro in Katar zu Multimilliardären.

    Latenten Antisemiten auf der Welt wurde nun ihr Alibi gegeben ihren Judenhass offen auszuleben.

    Geht man auf die X-Seite von Frau Schneider, sieht man, dass sie sich das alles unreflektiert reingezogen hat. Sie leidet, und sie tut mir leid.

    Gegenmittel: Mitgefühl für die jüdische Seite entwickeln. Ihren Fokus um 180 Grad drehen. Dann landet sie in einer gesunden Mitte.

    • @shantivanille:

      Meine volle Zustimmung! Sehe das auch bei Kollegen und Kolleginnen: auf Insta dauerhaft mit Bildern des Krieges in Gaza und der zivilen Opfer bombardiert und dann völlig kritiklos der Hamas-Propaganda aufgesessen. Klar ist das Netanjahu und die israelischen Rechtsextremen eine ekelhafte Agenda haben, genauso klar ist, das Hamas und andre islamisch / arabische Extremisten wirklich genozidale Absichten haben, nicht erst seit 1948... Aber bei dem Thema scheint der Verstand ausgeschaltet, allerdings qualifiziert das nicht gerade für die Tätigkeit im Staatsdienst...

    • @shantivanille:

      "Kalkül: eine möglichst harte Gegenreaktion Israels zu provozieren."

      Wollen Sie behaupten Israel folgte nur dem geheimen Plan der Hamas, den Gaza flächenhaft zu zerstören und dann zu besetzen?

      "Nach der alten Hamas- und Hizbollah-Taktik sich hinter Frauen und Kindern zu verstecken":



      Der Gaza, mit einer Fläche von München und wesentlich dichter besiedelt ist dermaßen verletzlich gegenüber Bombardierungen. Da muss man sich nicht hinter niemanden verstecken. Es ist kaum möglich einen nicht besiedelten Bereich zu finden

      • @Rudolf Fissner:

        Trotzdem muss festgehalten werden, dass Hamas mit den Toten spekuliert.

      • @Rudolf Fissner:

        "Kalkül: eine möglichst harte Gegenreaktion Israels zu provozieren." Wollen Sie behaupten Israel folgte nur dem geheimen Plan der Hamas, den Gaza flächenhaft zu zerstören und dann zu besetzen?"

        Nein, Israel folgt dem Plan der Teheraner schiitischen Diktatur eine möglichst hohe Aversion weltweit gegen Israel zu erzeugen. Israel, den Erzfeind. Die Juden, Dhimmis, Menschen zweiter Klasse, die es wagen im Raum Palästina als islamisch geheiligtem "Waqf-Land" zu leben.

        Na ja, die Kleriker haben leider vergessen, dass die Juden schon 1700 Jahre vor Mohammed dort lebten. Judäa nannte man die Gegend. Bis der römische Kaiser Hadrian auf die Idee kam diese Gegend in Palästina umzutaufen, nachdem er Hunderttausende Juden umgebracht hatte, da sie sich ihm nicht unterwerfen wollten. Doch weiterhin lebten Juden als indigene Bevölkerung in der Gegend.

        Anfangs habe ich gedacht, Israel macht einen riesigen Fehler dem Teheraner Klerus und der Hamas in die Falle zu gehen. So viele Tote! So viel Zerstörung!

        Doch je mehr über die Hamas, ihr 1000-Kilometer-Tunnelsystem, ihre Perfidität und Grausamkeit bekannt wurde, desto mehr gelangte ich zu der Überzeugung:

        Israel hat keine andere Wahl.

    • @shantivanille:

      Danke. Sehr klar auf den Punkt gebracht.

    • @shantivanille:

      Mitgefühl für die "jüdische Seite" - ja, ohne Zögern, ohne Zweifel. Aber natürlich auch Mitgefühl für die zehntausenden Opfer in Gaza und im Westjordanland, die genauso Massakern zum Opfer fallen - zu verantworten von den Kriegsverbrechern der anderen Seite.

      • @Perkele:

        Die Opfer auf Palästinensischer Seite sind eine direkte Konsequenz des Hamas Angriffes vom 7. Okt. und im allgemeinen von den Vernichtungsabsichten des Irans und seinen allzu willigen Helfershelfern. Mittlerweile hat man ja erfahren, dass selbst die gemäßigten Palies die Hamas loswerden wollen, nur die wiederum duldet keine Kritik an ihrer Vorgehensweise, einige ihrer Landsleute haben das bereits mit ihrem Leben bezahlt. Ein bisschen politisch/historisches Verständnis darf man bei einem Staatsbediensteten schon erwarten, offensichtlich hat das Frau Schweizer nicht. Gut das sie nicht übernommen wird.

      • @Perkele:

        So isset.



        Das Militär Israels macht inzwischen keinen Hehl mehr daraus wo die Reise hinführt (politisch gewollt): Vereinnahmung von Gaza und "trumpsche Umsiedlung" der palestinensischen Bevölkerung, oder ihrer Vernichtung.



        Vergleiche mit dem Holocaust sind unzulässig. Also brauchen wir einen Begriff für das Vorgehen der israelischen Armee. Denn hier "wehrt" sich ein x-mal überlegene Armee gegen einen Zwerg.

      • @Perkele:

        Es ist abwegig, der israelischen Armee ein Massaker vorzuwerfen. Ein Massaker ist das Morden möglichst vieler Menschen unter grausamen Umständen, meist mit niederen Beweggründen. Passt nur für die Hamas

    • @shantivanille:

      Wir sollten beiderseits gucken, nie leichtfertig "Antisemitismus" rufen, wenn nur das inakzeptable Verhalten der israelischen Regierung beschrieben wird, doch auch antisemitische Klischees, wie sie die AfD und Orbán gerne hervorziehen, unterlassen. Menschen nicht billig als Opfer einsortieren, um kaum verhüllt zu hämen

      Die jüdische Seite ist nicht zu verwechseln mit Netanyahu. Es gibt genügend Juden innerhalb und außerhalb Israels, die sich Frieden und Versöhnung wünschen und auch die Besatzung ganz schnell beendet sehen wünschen.

  • Und im US Senat halten die Demokraten angehalten von Bernie Sanders gerade jetzt in diesem Moment eine Rede, um die Millardensubventionen für Bomben an Israel gegen Palästina zu stoppen. So eine Rede kann sich in Deutschland offenbar keiner erlauben. EIn kleines bisschen hatte Vance vielleicht auch Recht, dass es hier "Unstimigkeiten" in Sachen Meinungsfreiheit gibt.

    Ein Skandal, dass inzwischen diverse Menschenrechte hier in Deutschland auf dem Spiel stehen, bzw. was das Asylrecht angeht, schon Geschichte sind. Das Land der Richter und Henker.

    • @Jalella:

      "So eine Rede kann sich in Deutschland offenbar keiner erlauben."

      Echt? Ist das nicht 1:1 die Position der Linkspartei und des BSW?

    • @Jalella:

      Bevor man ausgerechnet JD Vance' Worte für seine Argumentation zur Hilfe nimmt, sollte man vielleicht noch einmal mehr nachdenken, ob das eine gute Idee ist. Denn ja, JD Vance meinte u. a. die armen lupenreinen Demokraten der AfD damit (und damit natürlich auch deren Probleme mit dem Volksverhetzungsparagrafen, namentlich in Bezug auf Holocaustrelativierungen) - ein super Horn, in das Sie da mittuten. Gleichermaßen ist es kein Ruhmesblatt für die Demokraten, wenn sie Sanders den US-Abklatsch von Jeremy Corbyn geben lassen.

      Und davon abgesehen dürfen sich natürlich Abgeordnete im Bundestag Reden gegen Waffenlieferungen an Israel erlauben. Die halten sie ja auch. Nur müssen sie halt dann mit Gegenwind von einem Großteil des Plenums rechnen und tun gut daran, gewisse Gleichsetzungen und andere rhetorische Bomben im Schrank zu lassen.

      Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, warum ausgerechnet Kritik an Israel derart drastisch und geifernd erfolgen muss, dass sie regelmäßig an den Grenzen der Meinungsfreiheit kratzt. Das geht auch ziviler und respektvoller - insbesondere gegenüber Jenen, bis heute an den Folgen des Holocaust zu knapsen haben.

  • Poettinger ist doch gar kein Vergleich. Poettinger bewegte sich im Umfeld linksextremer vom Verfassungsschutz beobachteter Organisationen. Das ist bei Schweizer null der Fall.

    • @Rudolf Fissner:

      Nein Herr Fissner.

      Poettinger ist selbstverständlich ein Bezugspunkt. Ein Kontext.

      Während sie hier damit beschäftigt sind etwas ganz anderes zu etablieren: Das Klimawiderstand "Linksextremisten" sind. Der Sphäre des Terrorismus angehören. Irgendwas mit irgendwie Abschaffung des demokratischen Rechtsstaates zu tun haben.



      Was alles kompletter Unsinn ist. Seinen Sinn nur darin findet, will man mit solchen Festschreibungen und Feinderklärungen rechtsautoritäre Agenda als quasi demokratisch-mittige Moderne etablieren. Also die Machtverhältnisse materiell nach rechts verschieben.

  • "größte Konzentrationslager der Welt"

    Für mich klar eine Relativierung des Holocaust und somit freue ich mich über die Entscheidung. Vielleicht sollten Pro.P. Aktivisten mal dazu verurteilt werden ein echtes Konzentrationslager zu besuchen, wo wehrlose Juden abgeschlachtet wurden. Kinder, Frauen, Alte wurden verbrannt, erschossen, verstümmelt, vergiftet, für Experimente benutzt. Und Juden haben nie vorher bewaffnet versucht Deutsche zu vertreiben.

    "und teilte einen diffamierenden Beitrag des prorussischen Propaganda-Portals „Red“

    Alleine das sollte Folgen haben und zeigt um welche Sorte Mensch es sich handelt. Nicholas Potter gefährdet Leib und Leben um auch mal die jüdische Perspektive abzubilden.

    • @Pawelko:

      Ich weiss nicht mit wem Sie verhandeln wollen, dass Sie sich als berechtigter Erbe der Wortbildmarke, des Systems und der Interpretation des Mittels "Konzentrationslager" sehen.

      Es ist nicht "antisemitisch" erklärt man auf der Basis der vorliegenden Tatsachen, dass eine rechtsautoritäre, völkisch-ultrareligiöse, nationalistisch-antidemokratische Regierung Israels im Grunde so etwas wie ein Konzentrationslager in Gaza eingerichtet hat.



      Ich verstehe nicht ganz, weshalb Sie sich als Inhaber des Copyrights sehen, wonach ein Konzentrationslager erst dann ein Konzentrationslager ist, wenn es die Vorgaben erfüllt, die der bürgerliche Mainstream-SS-Staat, Ihrer, meiner Eltern und Grosseltern als Massstab setzte.



      Inwiefern ist Ihnen wichtig, das alles was womöglich konkret oder nur abstrakt unterhalb dieser Messlatte stattfindet weniger schlimm ist? Wollen Sie das beenden, was unterhalb dieser Messlatte nicht Apartheid, Konzentrationslager, Genozid sein soll? Oder geht es Ihnen nur ideologische Positionierung?Um Stimmung. Um Gefühl. Um Selbsbild? Wonach immer Späne fallen, wo gehobelt wird. Man muss nur sehen der Hobel zu sein.

      Ich verstehe es nicht.

    • @Pawelko:

      Es gab Konzentrationslager und sogenannte Vernichtungslager. Letztere dienten nur zu einem Zweck- in ihnen wurden ca. 2,3 Millionen jüdischer Menschen vernichtet, 2 Millionen wurden bei Massakern, Erschießungskommandos, etc. Getötet und 800.000- 1 Million in den Konzentrationslagern. In diesen Konzentrationslagern starben aber auch über 3 Millionen russische Kriegsgefangene, und Hunderttausende andere Kriegsgefangene, politische Gefangene und sog. Unerwünschte! Wenn man also die Konzentrationslager nur mit der Vernichtung der Juden Europas gleichsetzt, vergisst man die anderen Opfer, soweit ich mich erinnere waren die ersten KZ- Insassen Mitglieder der kommunistischen Partei. Zumal die Nazis nicht das Wort Konzentrationslager erfunden haben, das gab es schon Jahrzehnte davor. Wenn man die Vernichtungslager mit der Shoa gleichsetzen will gehe ich mit. Im englischen Raum wird fast immer ein Unterschied zwischen concentration camp und death camp or extermination camp gemacht, aber es gibt sehr wohl auch im Deutschen die Unterscheidung seit der Nazizeit!

  • Beamte im Dienst des Staates – nicht im Dienst der Moralagenda



    Es wird höchste Zeit, dass der Staat wieder klare Grenzen für Beamte und Staatsbedienstete zieht. Wer auf Steuerkosten arbeitet, hat einen Auftrag: das Gemeinwohl, nicht die moralische Selbstverwirklichung.

    Was wir derzeit erleben, ist eine grün-linke Selbstermächtigung im Staatsdienst – getragen von einem Milieu, das glaubt, mit Haltung allein könne man Recht, Neutralität und demokratischen Pluralismus ersetzen.

    Staatsdiener, die sich als politische Aktivisten gerieren, untergraben das Vertrauen in die Unparteilichkeit der Verwaltung. Das ist nicht fortschrittlich – das ist pflichtwidrig.

    Wer Politik machen will, soll kandidieren. Wer verbeamtet ist, soll dem Staat dienen – nicht der eigenen Gesinnung.

  • Also in dem Fall vermute ich die Kündigung ist rechtens, wegen Probezeit und Beamtin, aber das wird ein gericht entscheiden. Auch Posts über einen Journalisten weiterzuleiten ohne eine Überprüfung der Anschuldigungen, sollte sie als Anwältin besser wissen. Man kann sich mit den Artikeln von Herrn Potter kritisch auseinandersetzen, das macht ja hier jeder Kommentator. Ich persönlich fand seinen Artikel neulich über die UN und SS eine Ansammlung von Gerüchten und eigentlich keinen Fakten und seine Einschätzung über Völkermord sehr einseitig mit teils fragwürdigen Quellen und dem Ignorieren von allen Völkermord- und Rechtsexperten sowie med. Personal. Kritik ja, Verleumdung oder tw. auch Drohungen nein.



    Viel schlimmer finde ich aber den Fall von drei EU-Bürgern und einem Amerikaner die bis Ende des Monats das Land verlassen sollen, wegen ihrer Teilnahme an Pro-Palästinensischen Demos, aber ohne das ihnen eine Straftat vorgeworfen wird. Kommt einem bekannt vor? www.972mag.com/ger...alestine-activism/

    • @Momo Bar:

      Laut Berliner Tagesspiegel und Berliner Abendschau wird den vier Leuten vorgeworfen bei der Besetzung des FU-Präsidialamts beteiligt gewesen zu sein. Mit erheblichem Sachschaden und einer verletzten Person (vom Personal). Das ist etwas anderes als die Teilnahme an einer Pro-Palästinensischen Demo.

      • @Gesunder Menschenverstand:

        Wenn sie den Originalartikel lesen wird ihnen auffallen, das die Personen keiner Straftat beschuldigt werden. Soll heißen ihnen wird nicht vorgeworfen Sachschaden begangen zu haben, oder jemand verletzt zu werden. Ein einziger wurde wegen Beamtenbeleidigung angezeigt, aber auch das wurde fallengelassen. Auf einer Demo zu sein wo verbotene Parolen von einigen gerufen werden aber nicht von einem selber ist auch nicht strafbar! Bitte mal genau lesen.

    • @Momo Bar:

      Ich finde schlimm, dass in Gaza Odai, der gegen Hamas demonstriert, von diesen zu Tode gefoltert worden ist.

      Den Menschen hier wird vorgeworfen den Hauptbahnhof und die FU (evtl. Präsidium?) besetzt zu haben. Ersteres finde ich inhaltlich falsch aber sollte größtenteils vom Demo Recht gedeckt gewesen sein, wären nur nicht strafbare Parolen neu gewesen und letztes ging mit Gewalt gegen Personen und Sachen einher.

      Da habe ich wenig Probleme ihren Aufenthaltsstatus anzugehen, alternativ Verfahren anzustreben.

  • So links, so antisemitisch..! Das hat in Deutschland immer schon gut zusammengefasst..



    Eine gute und angessene Reaktion des Ministeriums, das klare Kante gegen Judenhass gezeigt hat! Sie dürfte vor Gericht keine Chance haben uns das ist gut so!



    PS: Da hat die BILD auch einen guten Job gemacht und investigativ recherchiert. Hättet Ihr auch machen können!

    • @Peter Wenzel:

      Ich weiß nicht, welcher Geschichtslehrer da versagt hat, aber lesen Sie sich doch bitte gerne ein, wer in Deutschland den Antisemitismus zur Staatsreligion erhob. Und wer die Synagogen noch in der Nachkriegszeit beschmierte.



      Hier im taz-Forum bitte keine Märchen.

      • @Janix:

        Zum Nachlesen zwei Standardwerke:



        Thomas Haury, Antisemitismus von links.



        Olaf Kistenmacher, Arbeit und "jüdisches Kapital" – antisemitische Aussagen in der KPD-Tageszeitung Die Rote Fahne während der Weimarer Republik



        Und wenn Sie dann noch ein bisschen Zeit haben: Wolfgang Kraushaar, Die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus.



        Und wenn Sie ganz viel Zeit haben: Ingo Elbe, Antisemitismus und postkoloniale Theorie



        Auf die elends lange Diskussion um Marxens Zur Judenfrage will ich da gar nicht erst eingehen.



        Erstaunlich allenfalls, dass im Jahr 2025 noch immer an der Mär festgehalten wird, es gäbe keinen linken Antisemitismus.

      • @Janix:

        Sie kennen die Antwort auf Ihre Suggestivfrage. Aber sie wissen auch, dass die die These, die Sie damit angreifen, leider nicht widerlegt - nicht damals und nicht heute.

        Und Linke und Antisemitismus gab es auch schon vor den Nazis. Haben Sie sich umgekehrt schonmal gefragt, wie das Bett gemacht sein musste, damit eine kleine Partei mit geiferndem Judenhass da binnen kurzen reinschlüpfen konnte, die sich "nationalsozialistisch" und "Arbeiterpartei" nannte? Dass Parteinamen täuschen können, wissen wir natürlich auch nicht erst seit dem "f" in AfD, aber dass die jeweiligen Anhänger sie im Zweifel mit ihrem Selbstverständnis gut vereinbaren können, ist auch Legion.

  • Das BVerwG hat in einer Entscheidung zur Meinungsäußerung von Beamten folgende Feststellung getroffen

    "Ein Verstoß gegen die Beamtengesetze ist regelmäßig aber dann gegeben, wenn die kritische Äußerung in gehässiger, kämpferischer oder agitatorischer Form vorgebracht wird..."

    Diese Kriterien dürfte Frau



    Schweizer mit ihren Äußerungen zweifellos erfüllt haben.

    Das ein Arbeitgeber sich von derartigen Äußerungen distanziert und während der Probezeit von seinem Kündigungsrecht gebrauch macht, ist so außergewöhnlich auch wieder nicht.

    • @Sam Spade:

      In dem zitierten Urteil geht es, wenn ich das richtig gelesen habe, um Kritik am Dienstherrn.

  • Frau Schweizer macht einen sympathischen Eindruck und für die notleidende Bevölkerung in Palästina einzutreten gebietet Respekt.

    Leider ist Frau Schweizer auf der falschen Seite und verliert sich in postkolonialistischen Theorien a la Said.

    Häufig wird Israel in diesen Diskursen als klassisches Beispiel des



    Siedlerkolonialismus dargestellt – ein Konzept, das aus westlichen



    Kolonialerfahrungen abgeleitet wurde. Die Vorstellung, dass Jüdinnen und Juden als »weiße Europäerinnen und Europäer« ein Land kolonisiert hätten, blendet eine zentrale historische Realität aus: Jüdinnen und Juden sind eine indigene Gruppe, deren Verbindung zu Israel bereits über Jahrtausende besteht.

    Der Zionismus war keine koloniale Expansionsbewegung, sondern



    ein Befreiungsprojekt, das auf die Wiederherstellung jüdischer Selbstbestimmung nach Jahrhunderten der Verfolgung, des Exils, Pogromen und schließlich der Schoa abzielte.

    Hat Frau Schweizer sich mal angeschaut wer Söldnertruppen wie Hamas, Hiszbollah, Huthis, islamischer Jihad etc. finanziert? Die Rolle Teheraner Klerikaler?

    Die Wirklichkeit ist komplex, und meinem Gefühl nach verliert sich Frau Schweizer da sehr einseitig.

    Alles Gute für sie.

    • @shantivanille:

      Es wäre nicht die erste Befreiungsbewegung, die dabei die Befreiung und Rechte anderer negiert.



      Die Wirklichkeit ist komplex.

    • @shantivanille:

      "Häufig wird Israel in diesen Diskursen als klassisches Beispiel des

      Siedlerkolonialismus dargestellt – ein Konzept, das aus westlichen

      Kolonialerfahrungen abgeleitet wurde. Die Vorstellung, dass Jüdinnen und Juden als »weiße Europäerinnen und Europäer« ein Land kolonisiert hätten, blendet eine zentrale historische Realität aus: Jüdinnen und Juden sind eine indigene Gruppe, deren Verbindung zu Israel bereits über Jahrtausende besteht."

      Zu Beginn der zionistischen Einwanderung bildeten die Juden in Palästina eine kleine Minderheit. Später eingewanderte Juden sind keine "Indigenen", sondern Einwanderer.

      Insofern kann ich keinen wesentlichen Unterschied zu z.B. dem Siedlerkolonialismus in den USA erkennen.

      • @Francesco:

        Ein Großteil der Bewohner Israels sind Nachkommen von Vertriebenen und Pogrom-Überlebenden aus arabischen Staaten. Anders als die 1948 flüchtenden Araber aus Israel, wurden diese aber in Israel als vollwertige Staatsbürger integriert und nicht als menschliche Propagandawerkzeuge instrumentalisiert, wie die Palästinenser.

      • @Francesco:

        In der Region haben immer Juden gelebt, lange vor Beginn der "zionistischen Einwanderung".

        "Nächstes Jahr in Jerusalem" ist eine Grußformel, die Juden an einem Feiertag sprechen. Es gibt ja Gründe, warum Juden, die etwa aus Russland auswandern wollten, dorthin gezogen sind und nicht in die USA oder Kanada, wo sie vermutlich ein einfacheres und sichereres Leben erwartet hätte.

        Ihre Sichtweise ignoriert wesentliche historische Fakten, aber das muss man wohl, wenn die Realität und das eigene Weltbild nicht zusammenpassen.

        Nebenbei: Zu Beginn der verstärkten jüdischen Einwanderung ab dem Ende des 19. Jahrhunderts hatten manche Araber kein Problem damit, Land an die jüdischen Zuwanderer zu verkaufen. Das verdrängen sie heute gerne, passt ja nicht zum Opfermythos.

  • Die Aussage, Gaza sei das „größte Konzentrationslager der Welt“ ist ja bereits eine Form von Holocaustrelativierung und antisemitischer Schuldabwehr. Und dennoch würden die Verfechter der JDA, in der Holocaustrelativierung überhaupt nicht erwähnt wird, eine solche Aussage wohl goutieren. Das ist der Stand, auf dem sich die Forschung gegenwärtig bewegt, und der Artikel impliziert, dass auch Daniel Bax solche Aussagen als "Israelkritik" und damit als legitim auffasst.



    Zugleich ist dieser Artikel der Versuch eine Frau, die sich an der Hetze gegen einen anderen taz-Autor beteiligt hat, in Schutz zu nehmen. Das ist auch vor dem Hintergrund des Statements der Chefredaktion gelinde gesagt irritierend.

    • @Taugenichts:

      Konzentrationslager wurden nicht von den Nazis erfunden. Auch wenn Deutsche das Konzept zu einer perfiden, abartigen Perfektion gebracht haben, gibt es keinen Monopolanspruch darauf. Muss leider auf das englische Wiki verweisen, da sich das deutsche ausschließlich mit der Nazivariante beschäftigt.



      .



      en.m.wikipedia.org...Concentration_camp

      • @Blutsbruder WinnePuh:

        Sie zeigen es selbst auf: Wenn in Deutschland jemand ohne klarstellenden Hinweis "Konzentrationslager" sagt, denkt so gut wie niemand an den Burenkrieg, und das weiß auch der jeweilige Verwender des Wortes.

      • @Blutsbruder WinnePuh:

        Das Problem ist nur, dass bei diesem Begriff in Gedanken sofort Auschwitz aufploppt. Erst recht im deutschsprachigen Raum.

        Und genau dies ist auch bezweckt. Die Nazis haben auch nicht das Hakenkreuz erfunden. Dennoch würden Sie niemandem erlauben, Beamter zu werden, der damit durch die Straßen läuft und auf einen Wikipedia Artikel verweist und dass er damit etwas ganz anderes meint.



        de.m.wikipedia.org/wiki/Swastika

  • "Wegen israelkritischer Äußerungen ..."



    "Gaza bezeichnete sie als das „größte Konzentrationslager der Welt“, den Staat Israel als „rassistisches, genozidales Apartheidsystem“. Dem taz-Journalisten Nicholas Potter warf sie „Völkermordpropaganda“ vor und teilte einen diffamierenden Beitrag des prorussischen Propaganda-Portals „Red“, in dem Potter wahrheitswidrig unterstellt wurde, er werde von der israelischen Regierung bezahlt."



    Wer schon immer mal wissen wollte, was diese ominöse "Israelkritik" eigentlich ist: hier werden Sie geholfen!

    • @Schalamow:

      "Gaza bezeichnete sie als das „größte Konzentrationslager der Welt“.

      Da kommt der Verdacht auf, Frau Schweizer hat nicht den blassesten Schimmer was ein Konzentrationslager überhaupt ist.

      Wiki-Empfehlung: de.wikipedia.org/w...onzentrationslager

      Schweizer zieht sich alles mögliche an antisemitischer Propaganda über Israel rein, hat scheinbar nicht die geringsten Kenntnisse des historischen Kontexts, siehe ihre X-Seite.

      Niemals könnte sie sich sonst dermaßen in ihrem Kampf gegen Israel (und gegen die Juden?) verlieren.

      Das geht einfach nicht. Ich verstehe nicht wie man so einseitig sein kann.

      Als kleinen Einstieg empfehle ich Frau Schweizer die Rede



      der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller auf der Veranstaltung »The October 7 Forum« in Stockholm:

      "Ich kann mir die Welt ohne Israel nicht vorstellen"

      vrds.de/ich-kann-m...-nicht-vorstellen/

      Sehr gut auch das Buch "Die Quelle" des Literaturnobelpreisträgers James A. Michener. Die Geschichte Israels und der Juden.

      • @shantivanille:

        Michener hat keinen Literaturnobelpreis erhalten. Und man sollte sich auch fragen, ob ein Roman, den ein English-Lehrer in den 60er Jahren verfasst hat, wirklich eine gute Quelle für den NO-Konflikt ist.

        • @O.F.:

          Sorry, es war der Pulitzer-Preis.

  • "Gaza bezeichnete sie als das „größte Konzentrationslager der Welt“, den Staat Israel als „rassistisches, genozidales Apartheidsystem“. Dem taz-Journalisten Nicholas Potter warf sie „Völkermordpropaganda“ vor und teilte einen diffamierenden Beitrag des prorussischen Propaganda-Portals „Red“, in dem Potter wahrheitswidrig unterstellt wurde, er werde von der israelischen Regierung bezahlt."



    Tja, da kommt schon was zusammen, Leute.



    Niemand verbietet ihr, diese Meinungen (ob die jetzt den Tatsachen entsprechen oder nicht) zu äußern. Das aber zu tun und gleichzeitig Knete von dem Staat abzukassieren, der die Unterstützung Israels zur Staatsräson erklärt hat, und das aus guten Gründen, ist auch eine Art von Schizophrenie. Und wenn sie selbst nicht in der Lage ist, sich zu entscheiden, machen es dann andere für sie.



    Und: Zu jammern, weil man dann in den Fokus der Springer-Presse gerät, die ihre bekannten Grundsätze zum Thema hat, geht auch nicht. Auch die nehmen nichts anderes als das Recht auf Meinungsfreiheit wahr, auch wenn einem die Meinung nicht passen sollte.

    • @Vigoleis:

      "Das aber zu tun und gleichzeitig Knete von dem Staat abzukassieren, der die Unterstützung Israels zur Staatsräson erklärt hat, "



      Nicht der Staat hat das erklärt, sondern die Regierung. Beamte sind aber Diener des Staats, nicht der Regierung.

    • @Vigoleis:

      Erstens „kassiert“ Frau Schweizer „keine Knete vom Staat“, sondern hat gearbeitet und wurde dafür bezahlt, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, und zweitens hat nicht der deutsche Staat die Unterstützung Israels zur „Staatsraison“ erklärt, sondern eine ehemalige Bundeskanzlerin. Nun gibt es für Beamten eine Verpflichtung zur Verfassungstreue, aber nicht zur Regierungskonformität. Im GG jedenfalls steht nichts von Israelsolidarität, dafür wird die Menschenwürde zum obersten Maßstab staatlichen Handelns erklärt – und Menschen sind die Palästinenser auch.

      • @O.F.:

        "Im GG jedenfalls steht nichts von Israelsolidarität, ..."

        Sie bringen mich auf einen, meiner Meinung nach, guten Gedanken. Nach ca. sechs Millionen von uns getöteten jüdischen, unschuldigen Menschen (ich finde, eine unglaubliche Anzahl an Menschen) gehört Israelsolidarität in das Grundgesetz. Zumal jüdische/israelische Menschen fast nirgendwo auf dieser Welt frei von Verfolgung und Angriffen leben können, beschämenderweise nicht einmal in Deutschland.

        • @*Sabine*:

          Das ist gleich aus mehreren Gründen problematisch: weil Sie andere Opfergruppen unterschlagen, weil Sie Judentum und den Staat Israel gleichsetzen, und weil Sie der Solidarität mit einem anderen Staat (noch dazu mit einem mit einer höchst problematischen Menschenrechtsbilanz) Verfassungsrang zuschreiben wollen. Ja, es beschähmend, dass Juden heute noch unter Übergriffen leiden müssen. Es ist allerdings auch beschähmend, wenn eine Strafexpedition, die inzwischen genozidale Ausmasse angenommen hat, hier mit einem Schulterzucken hingenommen wird. Der ganze Anspruch, Konsequenzen aus der deutschen Vergangenheit zu ziehen, wird schal, wenn diese wiederum ethnisch begrenzt sind und Palästinenser zu Menschen zweiter Klasse erklärt werden.

          • @O.F.:

            Sie haben gute Argumente,die ich nachvollziehen kann.Erlauben Sie mir bitte,trotzdem bei meiner Meinung zu bleiben,zumal niemand,meiner Meinung nach, Palästinenser zu Menschen zweiter Klasse erklärt.



            Gaza hat den Krieg mit einem Pogrom begonnen und es ist meiner Meinung nach in Ordnung,sich mit der Gaza-Hamas-Iran-u.v.m-Kriegspartei zu solidarisieren,ebenso wie es in Ordnung ist,sich mit der angegriffenen Kriegspartei zu solidarisieren.Zivilisten und Zivilistinnen kommen auf beiden Seiten zu Schaden,das ist schrecklicherweise die Natur eines Krieges.Nach Völkerrecht (auf das sich hier ja öfter bezogen wird) ist es übrigens verboten,Kriege zu beginnen.



            In Bezug auf Palästinenser,denen sicherlich die meisten Menschen ein gutes Leben wünschen,denke ich,dass sich die Apologeten beider Seiten im Wesentlichen vielleicht nur darin unterscheiden,dass die eine Partei der Meinung ist,die Palästinenser hätten,statt von Anfang an Kriege zu beginnen und Anschläge zu verüben,eines der Friedensangebote annehmen und/bzw. nachverhandeln sollen (meine Meinung),während die andere Partei der Ansicht ist,die Angebote waren grundsätzlich immer zu schlecht und verhandeln nicht zielführend.

            • @*Sabine*:

              'Gaza hat den Krieg mit einem Pogrom begonnen'

              Nicht 'Gaza' hat den Krieg begonnen, sondern die Hamas! Sie bedienen damit nur die falsche, gewollt undifferenzierte Kriegs- und Vertreibungsrethorik der Regierung Netanjahu.

      • @O.F.:

        Dann kassiert sie doch Geld vom Staat.

        Mit Gegenleistung halt.

        Daraus entspringt in diesem Staat eine Verpflichtung zur politischen Mäßigung.

        Die haben Sie nicht berücksichtigt.

        Na sicher gilt die Menschenwürde

        Aber halt nicht nur für Palästinenser.

        • @rero:

          Ein Einkommen als "Geld vom Staat kassieren" zu bezeichnen, ist grob respektlos. Aber das wissen Sie vermutlich selber. Wieso Sie den Palästinensern die Menschenwürde absprechen wollen, erklären Sie ja leider nicht, aber vielleicht ist das auch gar nicht nötig: irgendwann sind die Grenzen des Diskutablen erreicht,

  • Ich bin alt genug, um mich an die Berufsverbotsdebatte in den 70er Jahren zu erinnern. Damals fand es jeder, der kein CDU-Anhänger war, unmöglich, daß der Staat Mitglieder einer Partei, die eindeutig gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung stand, aus dem Staatsdienst fernhalten wollte. Heute scheinen Berufsverbote wegen privater Meinungsäußerungen auch für Menschen aus dem linken Spektrum kein Problem zu sein. Nach dem Artikel ist Frau Schweizer nur vorzuwerfen, daß sie eine Falschinformation, die nicht von ihr stammt, verbreitet hat. Alles andere ist von der Meinungsfreiheit gedeckt und wird z.T. von internationalen Organisationen vertreten bzw. vor dem Internationalen Strafgerichtshof verhandelt. Es gibt ein Mäßigungsgebot für Beamte, aber ein Staat, der sich der Meinungsfreiheit verschrieben hat, muß auch Maß halten, inwiefern er sie bei seinen "Dienern" einschränken will, zumal bei Äußerungen, die keine breite Öffentlichkeit gefunden haben und mit dem Dienst in keinem Zusammenhang stehen.

    • @Ulrich Hartmann:

      Als Beamte gilt für Frau Schweitzer ein Mäßigungsgebot. Und wenn sie das nicht mal in der Probezeit einhalten kann, dann sollte sie sich eine andere Stelle suchen. Für Juristen sollte das kein Problem darstellen.

  • Unabhängig vom Inhalt: Ich empfinde die Verwendung des "privaten" Fotos von ihr als unprofessionell. Der Artikel wäre auch ohne das Portraitfoto ausgekommen.

  • Frau Schweizer hat auf Ihrem X-Account deb Holocaust mehrfach relativiert, indem sie u.a. behauptete, Israel würde in Gaza einen "industriellen Massenmord" begehen. Sie vergleicht Israel mit den Nazis und den Krieg gegen Hamas mit dem industriellen Massenmord der europ. Juden durch die Nazis Diese Frau gehört angeklagt!

    • @Elena Levi:

      Bleiben Sie mal auf dem Teppich. Da ist alles furchtbar geschmacklos, aber nicht strafbar.

      Die israelische Armee hat gerade 50.000 Palästinenser getötet, wobei die Hälfte der Bevölkerung unter 18 ist, also wahrscheinlich 25.000 davon.

      Auch wenn Israel gute Gründe auf seiner Seite hat und sich natürlich verteidigen können muss: Dass da die Emotionen hochkochen, ist doch klar.

      Aber man tut niemandem einen Gefallen, wenn man das noch weiter kriminalisiert, das bringt gar nichts.

      • @EH 553:

        Als Urenkelin von Holocaust-Opfern, die industriell massenvernichtet wurden, bin ich es meinen Urgroßeltern und 6 Millionen industriell massenvetnichteten Juden schuldig, nicht auf dem Teppich zu bleiben. Frau Schweizer beschmutzt mit ihrem auf israelbezogenen Judenhass begründeten Holocaust-Vergleichen das Leiden und Schicksal von Millionen Menschen, die von den deutschen Nazis erst schikaniert, dann verfolgt und entrechtet, bestohlen, als Sklavenarbeiter missbraucht und zum Schluss vergast, erschossen, zu Tode gefoltert oder ausgehungert wurden. Israel, das Land, das diese 6 Millionen Seelen hätte gerettet, wenn es schon existiert hätte, ist Schweizers Punching-Ball und nicht die Hamas, die wie die NAZIS den Juden den Krieg erklärt hat und wie die Nazis auch ihr Volk opfert.

      • @EH 553:

        Frau Schweizer hat sich nicht an das Mäßigungsgebot gehalten, den Holocaust relativiert, israelbezogenen Antisemtismus und Lügen aus russischer Propaganda verbreitet. Sie wird deshalb zurecht nicht verbeamtet.

        Da muss man mal auf dem Teppich bleiben, nicht die Gerichte bemühen und das Ende der Meinungsfreiheit verkünden.

      • @EH 553:

        Bei aller Kritik an Israel muss von einer Staatsbeamtin mit abgeschlossenem Jurastudium erwartet werden können, dass sie zwischen einem fehlgeleitetem Feldzug gegen einen Angreifer und dem industriell organisierten Völkermord der Nazis unterscheiden kann. Bedauerlich, dass ausgerechnet die Bild-Zeitung das Thema aufwerfen kann.

        • @aujau:

          Die Niederschlagung des Maji-Maji-Aufstands war dann wohl auch nur ein fehlgeleiteter Feldzug gegen Angreifer? Oder der Völkermord an den Hereros?

          • @Francesco:

            Das habe ich nicht gesagt. Ihre Unterstellung lässt tief blicken. Maji-Maji und Herero haben die Deutschen auch nicht angegriffen, mal nur so nebenbei.

  • Einige Beiträge von Herrn Potter sind aus meiner Sicht wirklich grenzwertig und in so einer Einseitigkeit außerhalb Deutschlands kaum denkbar (mal die ganzen Alt-Medien, und vielleicht die freien Medien Ungarns, etc ignoriert). Auch wenn man die Beiträge der Taz mit der LeMondeDiplo vergleicht ist zum Thema Nahost eine grosse Diskrepanz in der Qualität feststellbar. In Luxembourg wo Medien aus Frankreich, Benelux und Deutschland zugänglich sind, ist man in vielen privaten Gesprächen schockiert über Deutschland. Auch ist es mir nicht verständlich, wieso die Taz ganz normale Kommentare nicht zulässt. Herr Potter würde mehr Qualität als Journalist beweisen wenn er bereit wäre ausserhalb der deutschen Sicht zu denken. Aber leider zeigen Deutschland und viele seiner Medien einmal mehr eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber dem Ausland. Auf lange Sicht denke ich aber schadet das dem Ansehen Deutschlands sehr.

    • @Schmil Jan:

      "Aber leider zeigen Deutschland und viele seiner Medien einmal mehr eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber dem Ausland."

      Nach der Ermordung von sechs Millionen unschuldiger, jüdischer Menschen bin ich der Ansicht, wäre es respektlos diesen ermordeten und gequälten Menschen gegenüber, sich den Ansichten des oftmals antisemitischen Auslands zu beugen.

      Israel wurde angegriffen von einer Regierung (plus Iran), die die Auslöschung Israels und jeglichen jüdischen Lebens auf dieser Welt anstrebt. Meiner Meinung nach kann das kein "anständiger" (ich weiß, ein altmodischer Begriff aus einer früheren Zeit) Mensch befürworten ... und als Deutsche/r schon gar nicht. Mir fehlt trotz vieler Bemühungen absolut das Verständnis dafür und lieber lasse ich mich als unwissend, uninformiert oder "grenzdebil" bezeichnen, als diese Sichtweise zu teilen.

    • @Schmil Jan:

      Dieser Kommentar ist auch ein gutes Beispiel für die Antisemitismus Forschung.

      • @AlHozo Hoto:

        Kann es sein, dass man das Gros Ihrer Beträge mit 'Du bist Antisemit und Deine Meinung ist daher gecancelt' zusammenfassen kann?

    • @Schmil Jan:

      Sie wissen aber schon, dass Deutschlands Verhältnis zum Staat Israel aus historischen Gründen eine anderes ist und auch sein muss als bspw. Luxemburgs? Und wieso ist es eine "Respektlosigkeit gegenüber dem Ausland" (also dem Rest der Welt), wenn die deutsche Politik sich zum Thema anders äußert als, sagen wir, Jean Asselborn? Und noch eine letzte Frage: Was genau ist an den Beiträgen Potters grenzwertig und welche meinen Sie konkret?

  • Kritik an der Politik Israels muss erlaubt sein; sie wird allerdings durch die aktuelle und auch kommende Regierung ungern gesehen und unterbunden, das ist alsolut zu kritisieren.



    Kritik an der eigenen Regierung üben viele kritische israelische Interlektuelle, Journalist*innen, Bürger*innen, die werden hier übersehen.. Kritik sollte überall und immer möglich und sogar erwünscht sein.

  • Ich bin selbst Beamter in einer Bundesbehörde und habe für diese Entlassung volles Verständnis. Derartige Aussagen im Internet sind mit dem Mäßigungsgebot nicht zu vereinbaren. Es ist auch jenseits aller sachlichen Kritik an der gegenwärtigen israelischen Regierungskoalition wenn man den Staat Israel vollkommen polemisch als "genozidales Apartheidssystem" bezeichnet. Eine derartig hetzerische Darsteinellung ist gleichzusetzen mit einem Aufruf zur Zerstörung des Staates Israel und das kann kein Ministerium einem oder einer Beamtin durchgehen lassen

    • @MaCo:

      Nicht sachlich und polemisch ist nicht das gleiche wie hetzerisch.

  • Das die israelische Regierung nicht den Völkerrechts Standarts entspricht kann auch mit der sich selbst zensieren den "Staatsräson" weg diskutiert werden. Allein die Besetzung des Westjordanlands sollte Beweis genug sein. Das Netanjahu selbst im eigenen Land umstritten ist,sollte auch bekannt sein. Das Deutschland zum Sprachrohr der rechtsextremen Regierung Netanjahu verkümmert und sich vorschreiben lässt wer an Holocaust Gedenktag en reden darf und wer nicht,zeugt nicht von einer souveränen eigenständigen Meinung und Politik. Deutschland macht sich zum verlängerten Arm der Regierung Netanjahu,die an der Seite von Orban,Meloni,Le Pen und AFD steht. Viel Spaß mit dieser Scheinheiligkeit

  • Hätte Frau Schweizer die israelische Regierung sachlich kritisiert, wäre nichts passiert. Was sie betrieb und auch noch weiter betreibt, überschreitet jedes Maß und kann nur als Hetze bezeichnet werden.



    Und wenn sogar Daniel Bax feststellt, dass Frau Schweizer über den taz-Jounalisten Nicholas Potter Lügen verbreitet, dann hat sie eineindeutig gezeigt, dass sie nicht zur Beamtin geeignet ist.

  • Zu der Kritik an Frau Schweizers politischer Haltung gegenüber Israel und ihrer Suspendierung vom Staatsdienst will ich mich garnicht äußern - das haben andere hier schon ausführlicher getan.



    Und klar, Frau Schweizer scheint in der Sache den Bogen eindeutig überspannt zu haben.



    Aber: interessant, mal wieder zu sehen, wie „meinungsbildend“ die Springer-Medien hier wieder im öffentlichen Diskurs agieren - nicht nur das, sie scheinen auch unmittelbaren Einfluss auf die Personalpolitik von Bundesbehörden nehmen zu können. Frau Schweizers Arbeitgeber war ihr Engagement bei Mera25 durchaus bekannt - dass das auch eine dezidiert israelkritische Position einschließt, hätte ebenfalls schon bekannt sein können, BEVOR die BILD ins Horn der selbsternannten Antisemitismus-Jäger tutete.

    • @Abdurchdiemitte:

      Ihr Engagement bei Mera25 war der ausschlaggebende Punkt, sie nicht dauerhaft zu verbeamten?

  • Ein Griff ins Klo des Autors, wirft er sogar einen Kollegen unter die Räder:

    “ Dem taz-Journalisten Nicholas Potter warf sie „Völkermordpropaganda“ vor und teilte einen diffamierenden Beitrag des prorussischen Propaganda-Portals „Red“, in dem Potter wahrheitswidrig unterstellt wurde, er werde von der israelischen Regierung bezahlt.”

    Das soll Israel kritisch sein? Nein! Es ist die alte Verschwörung, dass Juden die Presse kontrollieren, antisemitische Propaganda die schon vor 33 geläufig war, dass nur wer bezahlt wird sich einsetzt für Differenzierung.

    Es ist damit auch eine Dämonisierung. Aber auch in der Jerusalemer Erklärung wäre solch eine Unterstellung antisemitisch.

    • @AlHozo Hoto:

      Ich finde es "nur" diffamierend und schlecht geprüft (schlimm genug), aber die Inflation bei "Antisemitismus" nervt, ganz deutlich gesagt, und verharmlost die Glatzen-Taten.



      Bestechung, direkt oder indirekt, kommt häufiger vor. Netanyahu probiert Medienkontrolle finanziell durch Kumpel, in den besetzten Gebieten evtl. auch durch auffällig viele Schüsse auf gekennzeichnete Medien und Diffamierung unabhängiger Journalisten.

    • @AlHozo Hoto:

      Es gibt genug Regierungen, die Journalisten bestechen. Warum sollte der Vorwurf ausgerechnet bei der israelischen eine Dämonisierung sein?

      • @Francesco:

        Sie haben offenbar von den "gängigen" antisemitischen Klischees wirklich keine Ahnung.

        AlHozoHoto hat es doch ausdrücklich benannt, dass "die Juden" angeblich die Medien kontrollierten.

        Dieser angebliche Einfluss "der Juden", die damit "die Welt beherrschen" ist eines der ältesten antisemitischen Vorurteile, seit aus dem religiös motivierten Judenhass der "Rasse-Antisemitismus" wurde.

  • Den Post sofort zu löschen, der wahrheitswidrig ist, ist zu verlangen.



    Ihre Wortwahl wäre, so weit hier zitiert, nicht meine.



    Das geht differenzierter und ein Zahnrad kleiner auch.

    Dass da gerade ein stampfender Elefant im Raum steht, das mehrfach völkerrechtswidrige und zunehmend brutalere Vorgehen Netanyahus, das dabei auch.

    Gedankenexperiment I für uns hier:



    Sie hätte nicht Israel, sondern Marokko kritisiert, wegen der Westsahara.



    Gedankenexperiment II: Sie hätte Palästina kritisiert/ einen antimuslim. Post abgesetzt

    Nicht einfach. Universale Lösungen für universale Fragen.



    Nicht sich von den Bild-"Journalisten" treiben lassen, sondern miteinander reden, ggf. abmahnen, aber nicht so etwas. Wie gesagt: sachlich unzutreffende Posts nein danke. Aber dass jemand auf Völkerrecht und Gerechtigkeit auch dort drängt, wäre wohl recht deutlich nicht verwerflich.

    Konzentrieren wir uns doch lieber auf den echten, ja auch breit vorhandenen Antisemitismus, packen den auch an, statt bloße Ersatzhandlungen aus Angst vor der Springerpresse vorzunehmen.

    (Disclaimer: nein, ich bin jetzt _nicht selbst durch Frau Schweizers Profil durch, ich beziehe mich nur auf den Artikel hier)

    • @Janix:

      Zu I: Niemanden juckt eine Meinung zur Westsahara oder knallige Sprüche dazu auf Twitter. Deshalb hat auch niemand eine Meinung zur Westsahara.



      Zu II: Ein antimuslimischer Post in diesem Ton wäre - berechtigterweise - ebenfalls völlig indiskutabel. Dann würde eben die WELT statt der taz darüber sinnieren, ob das alles wirklich so schlimm ist.

  • McCarthy grüßt Dunkeldeutschland.

    • @Rinaldo:

      Och, nachdem es noch Jahrzehnte nach Kriegsende in "bürgerlichen" Kreisen problemlos möglich war, aus Überzeugung oder nur aus Gedankenlosigkeit antisemitische und rassistische Phrasen zu dreschen, finde ich ein Deutschland, das solchen Leuten die Verbeamtung verweigert gar nicht so "dunkel".

      Man kann die Politik Israels kritisieren, ohne falsche Analogien oder antisemitische Formulierungen. Es gibt keine Notwendigkeit, die Zustände in Gaza vor dem 7. Oktober mit KZ-Vergleichen zu beschreiben.

      • @ PeWi:

        'Es gibt keine Notwendigkeit, die Zustände in Gaza vor dem 7. Oktober mit KZ-Vergleichen zu beschreiben.'

        Weil Sie hier ja differenzieren: würden Sie das denn nach dem 7. Oktober anders sehen?

  • Frau Schweizer diffamiert den taz-Journalisten Potter mit wahrheitswidrigen Aussagen. Wenn sie das als Meinungsäußerung einstuft ist das ihr Ding.

    Frau Schweizer scheint allerdings nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein, wenn sie so etwas während ihrer Probezeit als Beamtin macht. Dafür sind Probezeiten da, um festzustellen, ob Menschen ihre Aufgaben bewältigen können.

    • @Gesunder Menschenverstand:

      Über ihre berufliche Tätigkeit steht gar nichts im Artikel.

      • @Ulrich Hartmann:

        Als Beamtin unterliegt Frau Schweizer einer Mäßigungpflicht. Das hat sie offensichtlich nicht geschafft.

    • @Gesunder Menschenverstand:

      "Dafür sind Probezeiten da, um festzustellen, ob Menschen ihre Aufgaben bewältigen können."

      Irgendwelche Posts auf Instagram, Facebook oder was weiß ich sagen aber leider überhaupt nichts über die Fähigkeit aus Aufgaben bewältigen zu können.....

  • Was soll das Bild von ihr? Sympathie erzeugen weil sie eine junge Frau ist?



    Der Vergleich mit Frau Poettinger hinkt ein wenig, da sie erstens keine Staatsangestellte ist, zweitens als Lehrerin nicht einfach woanders arbeiten kann und drittens keine Antisemitsche Propaganda verbreitet hat.

    • @Jesus:

      Frau Poettinger könnte an einer privaten Schule als Lehrerin arbeiten.

      Eine Freundin von mir hatte nur das erste Staatsexamen, weil sie während des Studiums schwanger geworden war. An staatlichen Schulen konnte sie daher nicht unterrichten, aber aber eine Private Schule hat sie sehr gerne angestellt.

      Dieser Weg müsste auch Frau Poettinger grundsätzlich offenstehen.

    • @Jesus:

      Wo steht im Artikel etwas über Antisemitismus?

    • @Jesus:

      bitte belegen sie ihren vorwurf des antisemitismus

  • Ich stimme der Bild nur äusserst ungern zu, aber in diesem Fall erscheint "Israelhasserin" ziemlich treffend. Als Staatsangestellte sollten gewisse Mindeststandards erfüllt werden bspw. keine russische Propaganda weiterzuverbreiten oder generell keine Journalisten zu diffamieren. Frau Poettinger hat sich, soweit ich weiss, an diese Standards gehalten.

    • @Claudio M.:

      israelhasserin ist diffamierender bild-zeitungs-sprech.



      wer die regierung netanjahus heute kritisiert, wird als antisemit geframed, das ist aber genau der zweck der tabuisierung. fast ganz deutschland faellt auf diesen trick herein mit dem fazit, dass die schweren voelker- und menschenrechtsverbrechen in den palaestinensischen gebieten kaum thematisiert werden, dabei geschehen dort gerade die schlimmsten greueltaten. wo ist der aufschrei der deutschen gesellschaft und der politik? hier wird gerade recht und ordnung demonitiert, und alle schweigen.

      • @the real günni:

        "... dabei geschehen dort gerade die schlimmsten greueltaten."

        Schlimmer als der 07.10.23?

      • @the real günni:

        Laut Artikel hat Melanie Schweizer Israel als „rassistisches, genozidales Apartheidsystem“ bezeichnet. Wenn sie deswegen nicht als "Israelhasserin" bezeichnet werden soll, kann praktisch niemand so bezeichnet werden.

        Übrigens wüsste ich gern, was Frau Schweizer selbst zu der Bezeichnung sagt. Würde sie wirklich sagen, dass sie ein „rassistisches, genozidales Apartheidsystem“ nicht hasse?

        Ich selbst hätte überhaupt keine Probleme damit, zu erklären, dass ich ein rassistisches, genozidales Apartheidsystem hasse. Aber Israel ist keines.

      • @the real günni:

        Das kann ich so nicht bestätigen. Ich kritisiere die rechtsextreme Regierung Israels, ihre Minister und vor allem Premierminister Netanjahus scharf und ständig. Im privaten Umfeld, mit/gegen Fremde im Internet, an der Universität etc. Ich kritisiere den rechtlichen Status arabischer Israelis die, vor allem die Angehörigen der muslimischen Mehrheit, in vielen Belangen politisch, juristisch oder anderweitig diskriminiert werden. Ich kritisiere die fundamentalistische Siedlerbewegung und ihre politischen Verbündete als solche und die rücksichtslose, in weiten Teilen menschenrechtswidrige Kriegsführung der IDF in Gaza und dem Westjordanland sowie den Umstand, dass Folter in Israel unter bestimmten Bedingungen und in bestimmten Formen als Verhörtechnik legal ist (siehe bspw. Urteile des obersten Gerichtshofs von 1987 und 1999).

        Als Antisemit hat mich deswegen noch nie jemand bezeichnet, weder in Deutschland noch hier in der Schweiz. Vermutlich weil ich mich in meiner entschiedenen Kritik von Folter, Diskriminierung und anderen Menschenrechtsverbrechen nicht auf den Staat Israel oder dessen Regierung beschränke.

      • @the real günni:

        "Isrealhasserin" ist in diesem Fall wohl zutreffend und eh eine relativ nette Umschreibung für den Hass, den die Frau abfeiert.

  • Die Äußerungen von Melanie Schweizer sind zweifellos überzogen und polemisch. Doch seitens eines Ministeriums auf "Werte" zu verweisen, das ist zynisch. Sachliche !!! Kritik auch an Israel muss erlaubt sein und bleiben. Es ist ein negativer "Wert" wenn man die Meinungsfreiheit unterbindet, so wie es Marjam Samadzade macht, wie in dem Bericht beschrieben. Egon Bahr hat m.W. mal formuliert: "Wenn jemend anfängt von "Werten" zu fabulieren, dass lerlasse den Raum schnellstens!" Er hatte Recht - meist ist das nur Farce, Tapete über den Mauerrissen....

    • @Perkele:

      Schweizer verbreitet unter dem Deckmantel der Gaza-Solidarität üble Fehlinformationen und damit israelbezogenen Antisemitismus.

      • @Elena Levi:

        Das hat jedoch nichts mit dem Casus Marjam Samadzade zu tun.

    • @Perkele:

      Was ist daran "sachlich", wenn sie z.B. wie oben dokumentiert strafrechtlich relevante Verleumdungen über taz-Journalisten weiterverbreitet?

      • @TheBox:

        1.) Die Bezeichnung "sachlich" bezieht sich auf den daran anschließenden Text, es ist -eigentlich erkennbar- keineswegs auf die umstrittenen Äußerungen von Schweizer bezogen



        2) Sachliche Kritik an israelischen Handlungen muss !!! erlaubt sein und bleiben. Man darf eben NICHT blind handeln wie im Falle Marjam Samadzade - DAS ist unsachlich und undemokratisch.

  • Abgesehen davon, dass Nazis im Staatsdienst nicht so schnell gefeuert werden:



    Eine Beamtin auf Probezeit schafft es nicht, sich nur für diese paar Jahre ganz okay zu verhalten. Sie wird beim flamen im Internet erwischt und nennt es "Politaktivismus". Jetzt hat sie den Zugang zum steuerlichen Futtertrog verloren und ist sauer. Und da soll man jetzt eine Diskriminierung von "Aktivisten" erkennen, nehme ich an? Leute im Internet mit krassen Vorwürfen zu überziehen ist weder mutig noch Aktivismus. Ich würde sogar behaupten, dass es dabei eher um Selbstdarstellung geht als um das Thema.

  • Wer für den Staat arbeitet, muss die Werte des Staates auch vertreten können. Israelfeindlich sein gehört nicht dazu, daher ....

    • @Marcelo:

      Den Werten dieses Staates oder denen der gegenwärtigen politischen Klasse? Denn im GG – und das sollte der Maßstab sein – finde ich nichts zu Israel, allerdings gleich am Anfang ein Bekenntnis zu Menschenwürde: die allerdings wird im Falle der Palästinenser mit Füßen getreten und das nicht erst in diesem Krieg... Möglicherweise hat also nicht Frau Schweizer Probleme mit den Werten dieses Staates, sondern ihre Kritiker.

    • @Marcelo:

      Israel kritisieren zu dürfen, schon.

  • Man möchte ja meinen der Art 5 des GG garantiert die Meinungsfreiheit.

    Aber was findet sich weiter unten:



    (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze

    Das bedeutet letztlich, dass das GG hier mit Absicht ein Schlupfloch gelassen hat denn "allgemeine Gesetze" können durch einfache Mehrheit im Parlament die Meinungsfreiheit einschränken.

    BTW: Art 10 GG ist ja auch so ein Feigenblatt.



    (1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich

    Und dann:



    (2) Beschränkungen dürfen nur auf Grund eines Gesetzes angeordnet werden.



    Also auch hier: Einfache Mehrheit reicht.

    • @Bolzkopf:

      Bitte lesen Sie auch Artikel 19, insbesondere den Absatz 2:



      "In keinem Fall darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden."

      • @Francesco:

        Wo wird denn im Fall von Frau Schweitzer ihr Grundrecht "in seinem Wesensgehalt angetastet"?

        Sie darf weiter im Internet ihre Meinung über Israel schreiben. Nur Beamtin wird sie damit nicht werden, und dafür gibt es Gründe.

        Wenn man Ihre Denkweise konsequent umsetzt, könnte auch Leute mit einer Gesinnung à la Höcke problemlos Beamte werden oder bleiben.

  • Mir fehlt das Mitleid.



    Falschinformationen zu verbreiten und im Kern durchaus berechtigte Kritik an Israel derart überspitzt und hetzerisch rüberzubringen muss der Staat seinen Bediensteten nicht durchgehen lassen.



    Würde ein AfD-Hetzer hier genauso gut wegkommen? Würde man ihn oder sie hier zum Aktivisten oder zur Aktivistin schönreden?



    Ist Höcke vielleicht auch nur ein "Aktivist"?

    • @Carsten S.:

      AFD-Hetzer werden eher zum Präsidenten des Verfassungsschutzes gemacht, während Likudhetzer qua ihrer Kompetenz eher zum Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung werden. Etwas so hetzerisches wie Felix Kleins Bewertung von Trumps Version der Vertreibungspläne als "grundsätzlich positiv" und seinen unsäglichen Vergleich mit einer Hausrenovierung ("Während Sie Ihr Haus renovieren, schlafen Sie schließlich auch nicht darin“) habe ich von Frau Schweizer noch nicht vernommen. Hier positioniert sich ein hoher Regierungsbeamter ganz offen gegen das Völkerrecht, das Grungesetz und befürwortet Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aber das liegt zu seinem Glück auf der Blattlinie der Bild, also hat er wohl keine Schmierenkampagne und keine persönlichen Konsequenzen zu befürchten

      • @Residente:

        What about Felix Klein?



        Ist mir in diesem Artikel etwas entgangen?

    • @Carsten S.:

      Ja, stimme Ihnen zu, da gibt es wenig Grund für Mitleid. Man weiß doch als Beamter auf Probe auch, dass das Mäßigungsgebot gilt. Aber es hilft trotzdem nichts, auf die Frau weiter einzudreschen, wie die Kommentatoren hier - sie hat doch schon die Verbeamtung verloren.

    • @Carsten S.:

      Naja die AFD Abgeordneten im Bundestag hetzen täglich und hauen in regelmäßigen Abständen Flaschinformationen raus und werden trotzdem vom Staat bzw. vom Steuerzahler bezahlt, der Vergleich hinkt also etwas

      • @PartyChampignons:

        So widerlich das ist, aber Abgeordnete sind keine Beamten.

    • @Carsten S.:

      Gutes Beispiel!



      Höcke ist weiterhin Beamter, wenn er als Lehrer nach seiner Abgeordnetentätigkeit in die Schule zurückkehrt; genauso wie tausende andere, auch prominente AfDler. Diese Rechten, die sogar der Verfassungsschutz teilweise als gesicherte Verfassungsfeinde einstuft, sind dem Staat als "Staatsdiener" willkommen; auf der linken Seite genügt dagegen schon eine kritische Äußerung, die dem Dienstherrn nicht passt, die aber vollkommen im Rahmen des Grundgesetzes gemacht wird, als Entlassungsgrund aus dem Staatsdienst.



      Das läuft übrigens schon seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts so:



      Linke werden aus dem Staatsdienst entfernt ("Radikalenerlass") und NSDAP-, NPD-Mitglieder und Republikaner blieben nicht nur unbehelligt, sondern konnten auch höchste Ämter im Staatsdienst bekleiden.

      • @Tiene Wiecherts:

        Es wurden und werden immer wieder Rechtsextreme aus dem Apparat entfernt. Jens Maier etwa. Höcke kann gerne wieder versuchen, als Lehrer zu arbeiten, daraus wird aber nichts - bedauerlicherweise wohl, weil er noch sehr lange Abgeordneter sein wird, wenn es ganz schlimm kommt, sogar Ministerpräsident.

        Diese Rechtsextremen haben allerdings keine Lobby, wie es Frau Pöttinger hat und vielleicht auch Frau Schweizer. Daher hört man nur in den prominenten Fällen davon.

    • @Carsten S.:

      Wir erinnern uns daran, dass ein Rechtsextremist in Bayern weiter Lehrer sein darf.

      taz.de/Debatte-um-...n-Bayern/!6066480/

      Und die BILD-"Zeitung" macht auch kein Fass auf deswegen. Aber das ist ja was völlig anderes, gell?

      • @Kaboom:

        Ja, das ist was anderes, weil der Typ vor X Jahren Rechtsextrem war und seither nicht mehr, die Frau aber jetzt, unmittelbar Hass und Hetze absondert. Könnte man merken, wenn man guten Willens wäre.