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Vor den Landtagswahlen im Osten Der affektive Furor der Gekränkten

Robert Misik

Essay von

Robert Misik

Rechte Weltbilder und Narrative breiten sich so rasch wie Infektionen aus und kolonisieren den Alltag. Bald werden sie als normal angesehen.

M an wird nicht als Fanatiker geboren, man wird zu ihm gemacht. Es sind Jahre der Gewöhnung – an einen bestimmten Tonfall, an die entsprechende Erregung. Durch die wechselseitige Bestätigung darin, ungerecht behandelt, von Mächtigen übervorteilt, nicht gewürdigt, nicht gehört zu werden. Durch die wohlige Einrichtung in diesem Gefühl, einer bedrohten Gemeinschaft anzugehören.

Leo Löwenthal, eine der großen Figuren der Frankfurter Schule, schrieb im amerikanischen Exil die bis heute unerreichte Analyse der autoritär-populistischen Agitation „Falsche Propheten“. Jahrzehnte später formulierte er einen Satz, der wie ein Schlüssel zum Verständnis unserer Gegenwart wirkt: Die faschistische Agitation stelle die Psychoanalyse auf den Kopf. Statt Neurosen und Traumata zu heilen, mache die Agitation die Menschen neurotisch und paranoid und verstärke die „mörderischen, aggressiven und destruktiven Impulse“.

Faschismusanalysen erklären kundig, welche gesellschaftlichen Umstände – etwa soziale Krisen – den Aufstieg des Rechtsextremismus begünstigen. Andere arbeiten heraus, welcher Menschentypus besonders empfänglich dafür ist. Genauso wichtig ist die Frage: Was geschieht mit Menschen, wenn sie über Jahre in einer Atmosphäre leben, in der Ressentiment, Verachtung, Grausamkeit alltäglich sind?

Sozialpsychologische Forschung und Theoriebildung bevorzugten ein „dynamisches Modell“ des autoritären Charakters: Die faschistische Agitation findet autoritäre Typen nicht einfach vor, sondern formt sie erst. Konventionalismus, autoritäre Aggression, Kraftmeierei und Machtdenken werden angestachelt, auch der affektive Furor des Dagegenseins, das den „Spinner“, den „Rebellen“ auszeichnet, den schon Theodor W. Adorno, Else Frenkel-Brunswik und andere entdeckten.

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In der Masse wirken diese Figuren aufeinander ein, sie sind nicht einfach nur „verführt“. Die Agitatoren schaffen die Anhänger, die Anhänger gleichzeitig aber auch die Agitatoren. Der Herdentrieb und die „Gefühlsansteckung“, von der schon der Psychoanalytiker Sigmund Freud schrieb, tun das Ihre.

Sozialforscherinnen haben in kleinteiligeren Studien nachgewiesen, dass sogar Gegner der Rechtsradikalen ausländerfeindlicher werden, wenn sie in einem Wahlkampf fortwährend an entsprechenden Plakaten vorbeilaufen. US-Forscher haben jüngst die Verbreitungswege faschistischer Weltbilder studiert und bemerkt, dass „objektive“ Faktoren wie wirtschaftlicher Niedergang einer Region, periphere Lage, hohe Arbeitslosigkeit kaum eine Erklärung bieten. Autoritäre Weltbilder breiten sich aus wie „Infektionen“ – in Netzwerken, in Regionen, dort, wo Menschen starken Kontakt mit rechter Ideologie haben.

Wetten, die Demokratie gewinnt? ​

Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier.

Modellierungen, wie sie aus der Infektiologie bekannt sind, taugen weitaus besser für eine Erklärung der Verbreitung rechter Weltbilder, erkannten die Forscher. Gefühle springen von Mensch zu Mensch, aber nicht genauso wie Viren, sondern als „komplexe Ansteckung“, bei der die Dichte und die Wiederholung von Kontakten eine große Rolle spielen.

In Alltagssprache übersetzt: Es reicht, einer Person mit Influenza zu begegnen, um auch Influenza zu bekommen. Bei der „komplexen Ansteckung“ mit rechtsextremen Weltbildern sind häufige, starke Kontakte nötig. Andere Studien zeigten, wie gerade in der Onlineradikalisierung ein ganzes Ökosystem von Akteuren mit verteilten Rollen dafür sorgt, dass ein Brand bald lichterloh wütet, wenn es irgendwo nur glimmt.

In der Online­radikalisierung sorgt ein ganzes Ökosystem von Akteuren mit verteilten Rollen dafür, dass ein Brand bald lichterloh wütet, wenn es irgendwo nur glimmt

Auch in Deutschland sehen wir Laboratorien dieser Entwicklung. Demnächst wird in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Dass die AfD in den beiden Ostländern stärkste Partei wird, ist wahrscheinlich, eine Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt mehr als nur eine theoretische Möglichkeit.

In Sachsen und Thüringen sieht es kaum besser aus. Was hat man nicht alles schon an halbgaren Erklärungen gelesen? Dass die Ossis eben autoritär sozialisiert seien. Ob Honecker oder Höcke, egal; Hauptsache, Diktatur. Oder: Die ökonomische Krise, die diese Landstriche durchmachen mussten, führe automatisch nach rechts.

Autoritär-populistische Agitation

Aber das ist alles viel zu oberflächlich. Es war vielleicht eine bestimmte Form der Subjektivierung der Nachwendejahre, die diese Regionen empfänglich für autoritär-populistische Agitation machte. Der Osten, so die wiederholte Story, wurde vom Westen kolonisiert, von den Wessiwichtigtuern untergebuttert, man kam hilflos unter die Räder fieser Mächte. Eine durchaus plausible Sicht der Dinge.

Allerdings: Schon Leo Löwenthal charakterisierte die autoritäre Agitation in „Falsche Propheten“ mit den Worten, sie müsse im Publikum das Bewusstsein stärken, hilfloses Objekt „einer permanenten Verschwörung“ zu sein. Ihre Anhänger werden auch deshalb „kleiner Mann“ genannt, um ihren Minderwertigkeitskomplex zu nähren.

Der Ossi ist in dieser Rhetorik der gleichsam idealtypische „kleine Mann“, der stets nur Opfer der Geschichte ist. Diese Subjektivierung erleichterte das, was dann kam: Der Zerfall hergebrachter Autoritäten des Alltags nach der Wende führte schon in den blutigen Baseballschlägerjahren zur Entstehung stabiler rechter Szenen und Lebenswelten. Über die Jahrzehnte hat sich ein gesellschaftliches Milieu herausgebildet, in dem autoritäre Weltbilder alltäglich geworden sind.

Die AfD ist Teil einer sozialen Infrastruktur, zu der die Freien Sachsen, diverse Jugendschlägertrupps, rechte Bürgerinitiativen, völkische Siedlerbewegungen, Buchhandlungen, Kampfsportgruppen, Musikfestivals, Unternehmernetzwerke gehören. Vieles davon ist nur lose verbunden, aber kulturell verflochten.

Unter diesen Voraussetzungen werden rechtsextreme Einstellungen allmählich nicht mehr als radikal angesehen, sondern als normal. Sie verfestigen sich, wo sie Bestätigung erfahren. Das Skurrile ist, dass der Rechtsextremismus – mag er sich heutzutage auch als widerständig gegen „das System“ großtun – oft einfach von Konformismus angetrieben ist. Wenn sich die Atmosphäre ändert, passen sich die Leute an. Erst kommen die Springerstiefelnazis, dann die Mitläufer.

Die Infrastruktur aus Agitation, Parteien, Pseudomedien, Social Media und Nachbar-von-nebenan-Faschismus etabliert nicht nur Ideologien, sondern Stimmungen, die ohne Mikroagitatoren nicht erklärbar wären. Der US-amerikanische Historiker Robert O. Paxton hat den Faschismus einmal als ein Phänomen beschrieben, das vor allem von „mobilisierenden Leidenschaften“ lebe. Der Faschismus beginnt nicht mit dem Mord, er beginnt mit der Freude daran, ihn sich vorzustellen. Erst wird nur gelacht über die Gemeinheit, dann wird sie als befreiende Ehrlichkeit empfunden und zuletzt als notwendige Konsequenz in einer feindlichen Welt.

Die Faschisierung des Sprechens ist durch hohe Erregung, Pathos, Brutalität gekennzeichnet. Die Leistung der Propaganda besteht darin, Grausamkeit wie Gerechtigkeit aussehen zu lassen. Die Masse wiederum gibt dem Einzelnen die Carte blanche, schlechter zu sein, als er alleine wäre. Das Subjekt wird umformatiert.

Wo früher Widerspruch war, ist heute Zustimmung

Wo jeder dritte, vierte Nachbar AfD wählt, verändert sich das soziale Klima. Ressentiments müssen nicht mehr heimlich geäußert werden. Wo man früher mit Widerspruch rechnete, erwartet man heute Zustimmung. Und mit jeder Interaktion kommt das Ressentiment lauter zurück. Der Thüringer Rechtsextremismusexperte Matthias Quent spricht von einer „rechten Landnahme“. Diese etabliert eine eigentümliche Kombination aus biederstem Normalitätsgetue, Gefühlsaufwallung, Übersteigerung im Tonfall. Zudem leben viele Menschen in Kommunikationsräumen, in denen bestimmte Deutungen der Wirklichkeit ständig wiederkehren. Das Spießige und das Hysterische gehen wie ein aberwitziges Brautpaar Hand in Hand.

Die hohe Affektgeladenheit von Stimmungen der Gekränktheit, der Angst, des Ressentiments, der Erlösungssehnsucht lässt den Begriff des Faschismus als angemessen erscheinen. Autoritäre Charaktere entstehen heute nicht trotz demokratischer Gesellschaften, sondern mitten in ihnen. Der Autoritarismus nimmt damit die Sprache von demokratischer Freiheit, Individualisierung und sogar von Ermächtigung auf, was ihn vielleicht auch zügelt.

Der Faschismus kolonisiert den Alltag. Was heute als krasser Take erscheint, wirkt morgen wie eine Beschreibung der Wirklichkeit – und der Paranoiker glaubt, er sei die Normalität. Der verhetzte Mensch ist Produkt seiner Umwelt, so wie diese Umwelt zugleich sein Produkt ist. Es entsteht ein neuer Mensch, der seine Gefühle gegen die Tatsachen verteidigt, seine Wut für seine Identität hält und seine Kränkung pflegt wie einen Besitz. Er hält Härte für Ehrlichkeit und Mitgefühl für Schwäche.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Robert Misik

Robert Misik

Geboren 1966, lebt und arbeitet in Wien. Journalist, Sachbuchautor, Ausstellungskurator, Theatermacher, Universaldilettant. taz-Kolumnist am Wochenende ("Der rote Faden"), als loser Autor der taz schon irgendwie ein Urgestein. Schreibt seit 1992 immer wieder für das Blatt. Buchveröffentlichungen wie "Genial dagegen", "Marx für Eilige" usw. Jüngste Veröffentlichungen: "Liebe in Zeiten des Kapitalismus" (2018) und zuletzt "Herrschaft der Niedertracht" (2019). Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik 2009, Preis der John Maynard Keynes Gesellschaft für Wirtschaftspublizistik 2019.
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86 Kommentare

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  • Otto Mohl

    Das ganze Ossi-Wessi-Geschwafel hätte nur Sinn, wenn der Westen gegen AfD immun wäre. Ist er aber nicht. Er folgt dem Osten mit etwas Verzögerung.

  • Günter Witte

    Hierzu ein interessanter Beitrag des Münchner Merkur über eine Studie der Universität von Saarland : www.merkur.de/poli...e-zr-94447054.html

  • Kreisler

    Mir ist das alles zu viel Metaebene. Denn die Begeisterung über die geistreiche Analyse verstellt den Blick auf die politische Praxis - auch hier im Forum.

    Zu Klarstellung: Ich stelle weder die empirische Fundierung noch die logische Stringenz im Beitrag infrage.

    Allein: Keiner und keine hiet mit dem Hauch einer Idee, was daraus denn nun für die politische Praxis folgt. Ich hätte da ein paar Vorschläge:



    - Smartphone-Verbot an Schulen.



    - Behandlung der Social-Media-Kanäle analog Presserecht.



    - Definition wesentlicher Bereiche öffentlicher Infrastruktur, die innerhalb von 10 Jahren durch Bund, Länder und Kommunen instand zu setzen bzw. zu ertüchtigen sind: Deutsche Bahn, Schulgebäude, Universitäten, Bibliotheken, Bürgerhäuser, Schwimmbäder, Datennetze, Stromnetze, Wasserversorgung.



    - Abschaffung der Bundeszentrale und aller Landeszentralen für politische Bildung, sofern diese die Wirksamkeit ihrer Tätigkeit nicht empirisch nachweisen können. Gleiches gilt für sämtliche staatlich finanzierten Programme und Institutionen für politische Bildung.

    • Lowandorder

      @Kreisler:

      Schonn & Robert Misik …tu felix .…

      kurz - Gehnmer Tauben vergiften im Park



      www.youtube.com/watch?v=B2PH3hXSA0Y



      Georg laß gehn

      Ps ich mein irgendwie lustig - gönnerhaft “alles richtig“ den Überbau sich anheischig machen vom Kopf auf die 👣 in praxi stellen wollen & Däh - n Kessel Buntes auf die Bühne wuchten & - aber Hallo - die Kelle dranhängen!



      🔈🔉🔉🔉



      “Souverän - es ist serviert!“ 🫵🙀🧐🤣

      Na Mahlzeit

  • Querbeet

    "Die Faschisierung des Sprechens ist durch hohe Erregung, Pathos, Brutalität gekennzeichnet. Die Leistung der Propaganda besteht darin, Grausamkeit wie Gerechtigkeit aussehen zu lassen."

    Der gleiche Satz könnte auch in einem Artikel über die RAF stehen.

    • *Sabine*

      @Querbeet:

      "Der gleiche Satz könnte auch in einem Artikel über die RAF stehen."

      Ich gehe davon aus, dass auch die Anhänger und Unterstützer der Gruppe um Lina E. oder den "Budapest"-mutmaßlich-Tatverdächtigen davon ausgehen, dass es gerecht war/ist rechts gelesenen Menschen mit Hämmern die Kniescheiben o.a. zu zertrümmern.

    • nihilist

      @Querbeet:

      Das ist richtig, die RAF hatte aber nie Zustimmungsraten von knapp 30 Prozent.

    • Volker Maerz

      @Querbeet:

      Sie halten das für ein die AgD entlastendes Argument?

  • Leo Onlin

    Der Osten und die Rechten. Die Geschichte hat doch schon einen langen Bart.

    Im Westen leben zahlenmäßig die meisten AfD Wähler. In Berlin ähnlich viele wie SachsenAnhalt.

    • Suryo

      @Leo Onlin:

      Aber in ganz Ostdeutschland leben nicht so viele Wähler wie in NRW.

  • Karl Heinz

    Beim Statement zum Konformismus innerhalb rechten Szene, musste ich kurz mal an einen Besuch eines x-beliebigen Cafés im Berliner Friedrichshain denken. Der Hang zu Identität ist offenbar lagerübergreifend.

    • Querbeet

      @Karl Heinz:

      Dachte ich auch.

      "Zudem leben viele Menschen in Kommunikationsräumen, in denen bestimmte Deutungen der Wirklichkeit ständig wiederkehren."

      Ja, so kann man "Blase" beschreiben. Und in einer solchen leben die wenigsten nicht.

  • derzwerg

    Könnten Sie die Studie verlinken? Die klingt tatsächlich sehr interessant, das hier:

    US-Forscher haben jüngst die Verbreitungswege faschistischer Weltbilder studiert und bemerkt, dass „objektive“ Faktoren wie wirtschaftlicher Niedergang einer Region, periphere Lage, hohe Arbeitslosigkeit kaum eine Erklärung bieten. Autoritäre Weltbilder breiten sich aus wie „Infektionen“ – in Netzwerken, in Regionen, dort, wo Menschen starken Kontakt mit rechter Ideologie haben.

    • Achsachbloß

      @derzwerg:

      Das ist ein interessanter Gesichtspunkt und ein wichtiger Faktor bei diesem vielschichtigenThema.



      In D hat es seit 1945 lange Zeit selten eine rechtsextremistische Partei mehrmals über die 5%-Hürde geschafft. Das hat meiner Meinung nach daran gelegen, dass es in fast ganz Europa keine nennenswerten rechtsextremen Parteien gegeben hat. Erst als es auch in anderen Nachbarländern immer mehr solcher Parteien bis in die Parlamente und auch in Regierungen geschafft haben, ist auch in D die Hemmung immer mehr gesunken, eine ähnliche Partei zu wählen. Denn „wenn die anderen das dürfen, dann dürfen wir das auch wieder, wollen und müssen uns nicht länger schämen.“ Das ist ein Teil der Summe von Gründen für die heutige Situation.

      • FancyBeard

        @Achsachbloß:

        Nicht zu vergessen, dass durch die Internetrevolution sich jeder mit jedem vernetzen kann und somit ganz neue "Wir"gefühle entstehen, eben auch über Ländergrenzen hinweg.

      • Wanderin

        @Achsachbloß:

        Sehe ich auch so. Die Autoritären reagieren auf Macht von oben und folgen Trends.

        Damals hat die überlegene Siegermacht USA die Entnazifizierung und Demokratisierung von oben angeordnet. Der beflissene Demokratie-Musterschüler- Status hat vielleicht verschleiert, wie stark die autoritäre Prägung ist. Nun ist die moralische Instanz USA gefallen und man traut sich wieder aus dem Versteck.

        • B. Trübt

          @Wanderin:

          Ich danke Ihnen, dass Sie diesen Aspekt benennen.



          Als Ostdeutsche/r sehe ich mich ja immer der Kritik und Bewertung ausgesetzt, dass nach NS- und DDR Diktatur diese/r gar nicht demokratiefähig wäre. Aber siehe da, der/die Westdeutsche ist offenbar auch nur zum Glück gezwungen worden und hat das wohl keineswegs so verinnerlicht, wie das gerne als gesetzt gesehen wird. Interessant.



          Und dass die Entnazifizierung in den westlichen BZ eigentlich ein Witz war, erwähne ich nur nebenbei. Da waren die Russen nicht so zimperlich, vor allem auch deshalb, weil man auf diese Art die Gegener, also die wahren Demokraten, gleich mit aus dem öffentlichen Leben entfernen konnte.

  • Selbstauslöser

    Wie angenehm, auch mal lesen zu können, was man längst denkt:



    Gedanken und vor allem Gefühle sind genauso ansteckend wie Viren. Morphogenetische Felder existieren. Interessant: auch Viren sind letztlich nur physisch gewordene Informationen. --



    Leider wendet der Autor das Modell nur an, um zu erklären, und selbst das nur unvollständig. 2 Aspekte fehlen in der vergleichenden Betrachtung: 1) die individuelle Empfänglichkeit für das „Virus“ (das Maß an Kränkbarkeit oder Immunität), und 2) das heilsame Mittel gegen die Infektion, das entweder die Selbstheilungskräfte ausreichend stärkt, oder aber von außen die Krankheitskeime bekämpft.



    Meine Arbeit in der Psychiatrie hat mir gezeigt: wer heilen will, sollte besser nicht vom selben Krankheitskeim wie der Patient befallen sein. Sonst unterscheidet man sich lediglich in der Symptombildung, nach dem Motto: "ich bin gesund, WEIL du krank bist", was dann beide Seiten von sich glauben.



    Schritt 1 für eine Heilung wäre also: sich im anderen gespiegelt sehen, das Gemeinsame erkennen.



    Auch notwendig, wenn der Patient im Wahn sich oder andere verletzt: Zwang ausüben, bis Gespräche wieder möglich sind.

  • zartbitter

    "Autoritäre Weltbilder breiten sich aus wie „Infektionen“ – in Netzwerken, in Regionen, dort, wo Menschen starken Kontakt mit rechter Ideologie haben."



    =



    Dieser Satz spiegelt den um sich greifenden Autoritarismus wieder der Rassismus nutzt in dem seltsamen Versuch Menschenrechte zu negieren um sich durch übersteigerten niederbrüllenden identitären Rechtsnationalismus versucht sich als den ""Stärkeren"" zu markieren. Das mag der Kern oder auch nur ein Teil der sozialen Bewegung sein die derzeit auf Stimmenfang geht - ausreichend ist die Analyse zur Zustandsbestimmung bei weitem nicht.



    =



    Die deulich aufkeimende Kritik am Kapitalismus oder an der sozialen Marktwirtschaft, am Liberalismus & Individualismus, am Internationalismus, die Form der Meinungsbildung in Demokratien, die allgemeine Hetze gegen den Westen und die Kritik an der Globalisierung werden schlichtweg ausgeblendet.



    =



    Hier vereinigen sich zwei antagonistische politische Strömungen die sich gegeseitig in dem Ziel der Erschütterung der Demokratie und der individuellen Freiheiten ergänzen. Stasi und Gestapo - aber dieses Mal gemeinsam .............

  • Land of plenty

    Ich glaube diese Ausführungen in diesem Aufsatz finde ich treffen die Lage ziemlich gut.



    "Die Leistung der Propaganda besteht darin, Grausamkeit wie Gerechtigkeit aussehen zu lassen."



    eben nicht "ökonomie" -



    Ein gutes Leben für alle - wollen wir undogmatischen Linken.



    Aber es gilt zu verstehen, warum die Lohnerhöhung nicht die Afd verkleinert.

    • *Sabine*

      @Land of plenty:

      "Ein gutes Leben für alle - wollen wir undogmatischen Linken."

      Damit assoziiere ich Linke schon immer, finde das auch total sympathisch und war früher, so denke ich, selbst links. Meine es - mit Einschränkungen - auch immer noch zu sein.

      Die Schwierigkeit besteht meiner Meinung nach allerdings darin, dass nicht jede/r m/w/d unter einem guten Leben das Gleiche versteht und wir uns als Bürger:innen diesbezüglich immer weiter auseinander entwickeln.



      Beispielsweise werden Reichsbürger und Kalifatsanhänger sehr unterschiedliche Vorstellungen eines "gutes Leben" haben. Und was ist mit Menschen, für die ein "gutes Leben" eine neunjährige Ehefrau bedeutet und die davon ausgehen, dass sie ein Recht darauf haben, weil ihr Gesetzbuch ihnen neunjährige Ehefrauen erlaubt?

      "Ein gutes Leben für alle" wünschen sich, so denke ich, die meisten Menschen. Es dürfte nur schwer auszuhandeln sein, wer wie viel und was für dieses Ziel geben darf/kann/muss und worauf jeweils zu verzichten ist, nicht nur in finanzieller Hinsicht.

  • Joachim Petrick

    Text klingt vergeblich AfD ante Portas auch wenn trefflich Deutungsvermögen Autoren reich an Zitat Bezügen darüber hinwegtröstet. Andere Lesart wäre: Faschismus braucht Resonanzboden, in 20zigern fand er diesen vor aus Melange von Kriegsdepressionstrauma und Phantomschmerz Verlusts von Kolonien, Legitimation völkischer Gesinnung. Aus diesem manisch-depressiv völkischem Jammertal, erhob sich das Nazi-Gestell Gewese wie Phoenix aus der Asche allem Zerstörtem manisch euphorisierter Aktiv Bolzen mit militärisch strammer Hab Acht Haltung allzeit bereit zum Heil Dir im Siegerkranz mein Führer, stimmungsgehoben weiterem Lauf NS Narrativ in Reih und Glied beizuwohnen und sei es in kollektiv befohlenem Nero Untergang "Unsere Ehre heißt Treue". Seit russischer Krim Annexion 2014 erhob sich aus dem Tal deutsch-russischer Freundeskreise in Dresden die Pegida Kampagne wie von unsichtbarer Hand, asymmetrischer Demobilisierung politischer Debatten in Ära Kanzlerin Angela Merkel und Anhang Mores zu lehren, deutsche Michel Schlafwandler Mütze von Köpfen zu reißen "Es ist Jagdsaison auf Andersgesinnte. Wir kehren dahin zurück, wo wir nie waren". Andere nennen es Neo-Faschismus aus der Konserve

    • Selbstauslöser

      @Joachim Petrick:

      Wie wäre es mal mit Gliederung? Satzzeichen? Es scheint, dass Sie was Interessantes zu sagen haben! Leider verstehe ich es nicht ...

      • EffeJoSiebenZwo

        @Selbstauslöser:

        Stream of Consciousness Ulysses-like

  • Demokrat

    Ein interessanter und kluger Beitrag.



    So gehts

  • Philippo1000

    Das ist interessant, aber auch erschreckend.



    Die kluge Analyse hält keinen Fingerzeig bereit,



    der der Entwicklung Einhalt gebieten könnte.



    Die Aushöhlung der Demokratie ist in vollem Gange.



    Was tun?



    Deutlich wird jedenfalls, dass mehr Sozialpolitik keine Lösung ist.



    Wer sich, in diesem Sinne, bereits von der demokratischen Gesellschaft abgespalten hat, wird nicht durch Freundlichkeit zurück ins Boot geholt.



    Meine persönliche Erfahrung ist, dass Zusammenarbeit ein erster Schritt sein kann.



    Vorurteile abbauen durch Kennen lernen und gemeinsames Aufbauen und Ziele erreichen.



    Das funktioniert allerdings in einem respektvollem Umfeld,



    das überwiegend von demokratischen Strukturen umgeben ist.



    Die beschriebene Situation, wie wohl in Sachsen Anhalt kenne ich nicht und möchte sie auch nicht kennen lernen.



    Mein Beispiel habe ich allerdings schon öfter durchexerziert und, wie ich glaube, hatte es auch positive Langzeit Wirkung.



    Für Schulversager und noch nicht Gefestigte mag ein neuer Wehrdienst diese Aufgabe übernehmen, Gemeinschaft mit einer gewissen Strenge, Arbeit an sich für Ideale wie Demokratie erhalten.



    Das muss eine Linke allerdings auch entsprechend unterstützen.

    • Altbayer

      @Philippo1000:

      Zitat: Die beschriebene Situation, wie wohl in Sachsen Anhalt kenne ich nicht und möchte sie auch nicht kennen lernen.

      Philippo - genau AUS DIESEM GRUND! wählt ein Teil der Anhaltiner AfD! - Genauso wie ein Teil Meck-Pomms ne Weile gegen die CDU gewählt hatte - weil "Mutti" sich außerhalb der Uckermark nie gezeigt haben soll.

      Will ich gar nicht kennenlernen? Aber wundere mich?!?

      • Philippo1000

        @Altbayer:

        Sehr geehrter Herr Altbayer,



        ich habe bisher noch nicht viel von Ihnen gesehen, schreibe meinerseits allerdings schon so ein paar Jährchen in diesem Forum (auch zum Thema).



        Falls es nicht ganz deutlich geworden sein sollte, spreche ich von „ persönlicher Erfahrung“ auf dem Gebiet, sprich praktische.



        Wie in den lesenswerten Interviews über „echt gute Leute“ in der taz spontan erwähnt, habe ich mich für einige Jahre auch in den östlichen Bundesländern im Bereich Jugendarbeit und Förderung demokratischer Projekte engagiert.



        Wer allerdings nicht auf Rosen gebettet ist, muss irgendwann auch mal wieder ein bisschen Geld verdienen.



        Hier, zurück im tiefen Westen, sind die Probleme allerdings auch vorhanden.



        Was mich dazu bewogen hat, hier politische Arbeit fortzusetzen.



        Ich stelle mich nicht gerne in den Vordergrund, aber wo Sie „danach fragen“.



        Gegenfrage: „und was machen Sie so“?

    • Land of plenty

      @Philippo1000:

      Das ist ja das Tragische!



      "Die kluge Analyse hält keinen Fingerzeig bereit, der der Entwicklung Einhalt gebieten könnte."



      Deshalb kommen die "dafür Zuständigen" und "die Fachleute" z.B. Politiker, Parteien, Bürgermeister und ZDF nicht gerne auf Die Kritische Theorie zu sprechen. Sie bietet kein how-to an.



      Politiker würden im Markt Angebote machen. Die zählen aber nicht wenn es irrational zugeht.



      "Deutlich wird jedenfalls, dass mehr Sozialpolitik keine Lösung ist."



      Doch für uns alle, eben die Ärmeren, auf jeden Fall. Das verkleinert nur nicht die Rechtsradikalen.



      Die woke/ Antidiskriminierungspolicy verlangt: denen keine Stimme geben. Verstoß: Markus Lanz, lädt von Storch aber ein.



      Grass-roots-Begegnungen sind immer ein guter Weg: Hallo wir sind Ihre neuen Nachbarn. Ich habe damit gute Erfahrungen. Im Stadtteil mehr Kontakte ermöglichen, muss ja nicht gleich soziale-Kontrolle werden, einfach von einander wissen, nicht so anonym-indifferent.



      Das kann rechtsradikale Agitatoren isolieren, wenn viele mitmachen. Stadtteilinitiativen sind eine Perspektive aber viel Arbeit - mehrsprachig, Armen-Beratung, Ermutigung, Widerstand. Linksunten geht da heute hin.



      Basisarbeit ist anstrengend!

    • Abdurchdiemitte

      @Philippo1000:

      „Deutlich wird jedenfalls, dass mehr Sozialpolitik keine Lösung ist.“



      Verzeihung, aber so kategorisch, wie Sie es formulieren, kann ich den Satz nicht stehen lassen. Allein schon aus einem interdisziplinären Verständnis von Faschismus und der Auseinandersetzung mit Faschismustheorien nicht.



      Der Essay von Misik ist zweifellos ein Paradebeispiel für die Stärke des sozial-psychologischen Ansatzes der Erklärung dessen, was wir als Faschismus bezeichnen. Ich bin auch deshalb vollkommen d‘accord mit Ihnen (und Misik), weil ich selbst die Sozialpsychologie gerne heranziehe, um gesellschaftspolitische Phänomene wie Autoritarismus, Faschismus, Antisemitismus etc. zu erklären.



      Aber mir fehlt (wiederum bei Ihnen wie im Essay von Misik) der politische Bezug dazu, wie all diese unerfreulichen Erscheinungen geheilt‘ werden können. Wollen Sie etwa alle diese Leute in Therapie schicken, nachdem Sie sie als autoritäre Persönlichkeit identifiziert haben?



      Nein, Sicherheit, Verlässlichkeit, Zufriedenheit - das nicht bloß im materiellen Sinn - und damit stabile demokratische Verhältnisse bekommen Sie nur über die ‚Anwesenheit‘ guter, gerechter Sozialpolitik. Und die fehlt seit geraumer Zeit.

      • Klabauta

        @Abdurchdiemitte:

        " Sicherheit, Verlässlichkeit, Zufriedenheit"

        Die Diagnose stimmt. Das Problem ist nur, dass eine beachtliche Anzahl Menschen nicht nur in Sachsen-Anhalt bereits über den Punkt hinaus zu sein scheinen, an dem sie rational denken und handeln. Und vierzig Jahre Neoliberalismus und Austeritätspolitik zu beenden und die Gesellschaft umzubauen in eine ökologisch und sozial verantwortliche würde dauern, selbst wenn man davon ausginge, dass das Projekt sofort in Angriff genommen würde, was zumindest mit dieser Regierung eher nicht zu erwarten ist.



        In einer hochkomplexen Lage hoffen Viele auf einfache Lösungen, die ihnen von der AfD auf dem Silbertablett serviert werden. Insofern bin ich zur Zeit eher ratlos bis pessimistisch.

        • Sam Spade

          @Klabauta:

          Sie verkennen die Psychodynamik die sich hinter dem modernen Faschismus verbirgt.

          "Einfache" Lösungen sind fester Bestandteil dieses Prozesses.

          Kernmerkmal des faschistischen Denkens ist der permanente Ausnahmezustand welcher sich aus einer eingebildeten Bedrohungslage ergibt. In dieser Denkweise muss das Ureigene gegen seine Feinde verteidigt werden. "Phantombesitz" nennt es Eva Redecker, da es sich nicht um echtes Eigentum handelt.

          Die Reinheit der Nation wird durch Remigration hergestellt.

          Die traditionelle Familie durch Abschaffung der Gleichberechtigung.

          Verteilung der Sozialleistungen durch Ausschluß von Gruppen.

          Die eigene Meinung durch Gleichschaltung und Ausschluß von Gruppen.

          Diese Lösungen bietet die AfD an und sie sind leicht umsetzbar, nur nicht in einem demokratischen System.

          Darum gilt es die Demokratie schrittweise auszuhölen bis sie bestenfalls nur noch auf dem Papier existiert.

          Ein Großteil der AfD Anhänger geht damit konform. Denen brauchen sie nicht mit einem Weltbild kommen, welches auf sozialen Aspekten beruht. Es sind halt nicht die individuellen Lebensumstände oder Protest der die Menschen zur AfD zieht, sondern ein gefestigtes Weltbild.

          • Abdurchdiemitte

            @Sam Spade:

            „Verteilung der Sozialleistungen durch Ausschluss von Gruppen.“



            Aber genau das ist es, was gemeint ist. Bestimmte Bevölkerungsgruppen werden von der Teilhabe am (immer noch bestehenden) materiellen Reichtum einer Gesellschaft ausgeschlossen.



            Nur sind solche Entwicklungen Produkt einer neoliberal-kapitalistischen Entwicklung, die lange schon einsetzt, bevor der Faschismus aus seinen Löchern kriecht. Wenn das neoliberale Modell, das durchaus Demokratie, Meinungsfreiheit und Sozialstaat (in Deutschland in der Vergangenheit als Soziale Mrktwirtschaft konzipiert) inkludiert, aber an sein Ende kommt, greift der Faschismus als „Schwert des Kapitalismus“(Mason) - indem er die Volksgemeinschaft propagiert, die nun aber real nicht auf sozialer Gerechtigkeit basiert, sondern nur auf gefühlter Zugehörigkeit zu einer imaginierten Gruppe.



            Marxistisch ‚inspirierte’ Faschismustheorien (außer dogmatischen, ökonomistisch verengten) stehen ja nicht in einem Widerspruch zu sozialpsychologischen Erklärungen.



            Von daher denke ich nicht, dass @Klabauta (und ich auch nicht in meiner Erwiderung auf @Philippo 1000) in diesem Kontext einer Monokausalität das Wort redet.

            • Sam Spade

              @Abdurchdiemitte:

              Ein im Wortsinn neoliberales Wirtschaftsmodell gibt es in der EU nicht.

              Die skandinavischen Länder sind z.B. der exakte Gegenentwurf dazu. Länder wie Österreich, Spanien, Belgien aber auch die Schweiz und die baltischen Staaten setzen stark auf Korporatismus.

              Deutschland ist eines der Länder welches sich in diesem Sinne seit der Wiedervereinigung am stärksten gewandelt hat. Die Abkehr von der sozialen Marktwirtschaft hat in fast allen Bereichen zu erheblichen Einschnitten geführt. Gilt besonders für das Soziale. Es gilt aber zu berücksichtigen, das die Standards vor der Wiedervereinigung mit die höchsten in ganz Europa waren. Höher als in Schweden oder Finnland.

              Es ist daher nicht so, das Deutschland hier nach unten durchgereicht wurde. Bei den Sozialstandards rangiert Deutschland unter den Top 5 in der EU. In erster Linie dürfte es sich beim Abbau daher um ein Verteilungsproblem handeln.

              Das ihr Ansatz Lücken aufweist belegt schon die Tatsache, das in Ländern wie der Schweiz, Norwegen, Dänemark oder Schweden der Anteil der Rechtspopulisten bei teilweise über 20% liegt. Und die Werte sind garantiert nicht auf soziale Fragen zurückzuführen, sondern haben andere Ursachen.

          • Klabauta

            @Sam Spade:

            "Die nun veröffentlichten Dokumente liefern Belege, dass Dobrindt bewusst einen Rechtsbruch in Kauf genommen hat."

            Nö :-) Ich sehe gar keinen Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe.



            Zu glauben, dass die "Lösungen", die die AfD anbietet, in irgendeiner Form weiterhelfen, ist komplett irrational. Auf die Rolle des Ressentiments bin ich ja bereits an anderer Stelle eingegangen, und ja, auch ich sehe da ein gefertigtes Weltbild. Die Frage ist nur: auf welchem Untergrund ist es gewachsen und in den letzten Jahren so mächtig geworden (übrigens nicht nur in Deutschland)?

            • Sam Spade

              @Klabauta:

              Zu beobachten ist das schon seit Anfang der 2000er. Jetzt hat es sich in der Breite manifestiert.

              Neue Kommunikationswege haben zu einer schrittweisen Diskursverschiebung geführt. Die Anonymität im digitalen Raum machte vorher öffentlich nicht sagbares plötzlich sagbar. Digitale Vernetzung diente als Brandbeschleuniger und deren Multiplikatoren sorgten dafür das deren Inhalte sich auch in der realen Welt Gehör verschafften und in den Köpfen vieler verfingen. Den Ablauf können sie mit einer Infektion vergleichen.

              Die Ideologie war schon immer bei westlichen Gesellschaften vorhanden (auf 30% in der Bevölkerung wird sie in den Wissenschaften beziffert), sie schlummerte lediglich, bis sie erweckt wurde und die Hemmschwellen fielen. Jetzt ist halt sagbar, was viele schon selbst im Stillen gedacht haben. "Wir" gegen "Die". Lässt sich auf alles anwenden, was als Feind betrachtet wird. Eliten, Medien, Migranten etc

              Dagegen helfen nur wache Bürger. Eine Zivilgesellschaft die Kontra gibt sich solidarisiert und Zeichen setzt.

              Ein Staat ist damit überfordert, solange er nicht eine passende Zukunftserzählung anzubieten hat. Eigene Konturen sind da gefragt, anstatt als Kopist zu agieren.

            • Klabauta

              @Klabauta:

              Korrektur. Ich habe versehentlich einen falschen Text kopiert und hier eingefügt. eingefügt. Mein Nö bezog sich auf:



              „Sie verkennen die Psychodynamik die sich hinter dem modernen Faschismus verbirgt.“



              Man sollte seine Kommentare vor dem Abschicken doch immer noch einmal gründlich durchlesen.

      • Philippo1000

        @Abdurchdiemitte:

        Konstruktive Kritik…



        find‘ ich gut!



        Selbstredend bin ich für Sozialstaat in all‘ seinen Facetten.



        Ich befürchte allerdings, dass das die Hinwendung zum Autoritären nicht stoppt,



        Wer Faschismus will,



        Will nach unten treten.



        100 oder gar 500 € mehr auf dem Konto machen da keinen Unterschied.



        „afd“ Wähler sind ja auch in hohem Maße aus dem Mittelstand.



        Die Arbeiterschaft wandert seit einiger Zeit allerdings immer deutlicher nach Rechts ab.



        Und das, obwohl die „afd“ überhaupt keine Politik für Arbeiter*Innen macht bzw. machen will.



        Wie „…sozialistische Arbeiter…“



        Handelt es sich um eine Mogelpackung,



        Angezogen von der Aussicht, nach unten treten zu können, wird übersehen, dass man selbst unten steht und damit vielleicht der Nächste ist, der getreten wird.



        Ich glaube, dass es Menschen gibt, die sich in ihren Blasen bereits so weit von der Wahrheit entfernt haben, dass ihnen mit Argumenten gar nicht mehr beizukommen ist.



        Daher befürworte ich mittlerweile ein „afd“ Vetbotsverfahren - Trotz der Risiken.



        Gesellschaftspolitisch begründe ich meine Position für eine Wiedereinführung des Wehrdienstes auch mit dem Erlernen von Respekt auf die harte oder soziale Tour.

        • *Sabine*

          @Philippo1000:

          "100 oder gar 500 € mehr auf dem Konto machen da keinen Unterschied."

          Hier, u.a., stimme ich Ihnen zu. Ich meine, dass einige Menschen auf Geld oder mehr Geld verzichten würden, wenn sie das Gefühl, ohne Angst Weihnachtsmärkte zu besuchen, durch Einkaufsstraßen zu bummeln, auch ihre weiblich gelesenen Kinder unbelästigt das Schwimmbad besuchen können, zurückbekommen würden. Für mich kann ich das verbindlich und zweifelsfrei feststellen.

      • Hugo

        @Abdurchdiemitte:

        "Sicherheit, Verlässlichkeit, Zufriedenheit" sind alles Dinge, deren Fundamente in der Vergangenheit liegen. Was so allgemein fehlt im politischen Alltagsgeschäft, ist "Zukunft". Da sind so Vorstellungen von Leuten, die den Staat abschaffen wollen, aber durch jenen fürstlich genährt werden; mit Umzug aufm Mars o.ä. ja immerhin Konzepte. Hier fällt den Regierenden Rheinmetall und Gaskraftwerke für Rechenzentren ein.

  • Wanderin

    Und im Übrigen seh ich in dem Text ein Plädoyer für die als identitätspolitische Echokammer verspotteten Räume. Wenn der verhetzte Mensch seine Umgebung zu seinem Produkt machen will, folgt doch nur logischerweise, dass diejenigen, die sich der ideologisch durchseuchten Umwelt entziehen wollen.. in ihre FLINTA* spaces zurückziehen zum Beispiel, um ihren Verstand zu bewahren. Hätte es die damals gegeben, wären die Autor:innen von damals evtl da unterwegs gewesen statt sich in die innere Emigration zu begeben.

  • Mickey

    Grossartiges Essay. Vielen Dank dafür!

  • David Lejdar

    Otto Braun bezeichnete es in seinen Memoiren eher so, dass sich viele Leute sozusagen "den Kopf verdrehen lassen". Und naja, wenn man so schaut, irgendwelche wie isolierte Orte, wo mal Wunderwasserverkäufer auftaucht, während all die Akademiker zentralisiert abhängen (früher hatte da Pfarrer dezentralisiert noch eher eine Rolle), da ist das argumentativ wie wenn man Kindern vom Weihnachtsmann erzählt, und die voll so: "Macht Sinn!".

    So oder so, ich sehe da Schwerpunkt darin, über die Dinge nicht wie im Handy-Chat zu reden - und auch ordentliche Politik zu machen, wie z.B. im Bezug dazu, dass wenn in ganz EU soziale Absicherung vorhanden wäre, dann wohl kaum so viele Obdachlose von dort hier auflaufen würden, die z.B. mit Ladendiebstählen auffallen (wozu EU Parlament so: "Alle anderen abschieben, weil Ausländer doch so straftätig." (obwohl aus Sicht der EU Inländer) - mit zig Gerichtsstunden usw.

    Und naja, mit unabhängigem Preußen, lesen z.B. EU Parlamentarier auf ihren Handys eher auch mal, wie das also mit Mindeststandard sozialer Absicherung in EU aussieht (statt Millionäre zu subventionieren, die mancherorts weniger besteuert als was bei Geldgebern, usw.)

  • Wanderin

    Die Lösung vor 10 Jahren wäre gewesen: Ganz klar Grenzen bei menschenfeindlichem Humor aufzeigen, um eine stille Normalisierung zu verhindern. Warum ist das wichtig?



    Weil dieser dauer-provozierende, sadistische Humor, den es damals schon gab und der heute Afd- szenetypisch ist, das Instrument der rechten Landgewinnung war, mit dem ständig gemessen wurde, wie die Temperatur im Umfeld bei bestimmten Themen steht und wie weit man gehen kann.

    Ich erinnere allerdings daran, dass vor ca 10 Jahren wenige das Problem sehen wollten. Es galt als ungemein unziemlich, jemanden als rassistisch zu bezeichnen, der mit solchen Dauerprovokationen auffiel.

    “Ach der X ist halt der X” “Der meint das nicht so” “Der macht nur Spass” Eher wurde man damals zurechtgewiesen, mit der “Nazikeule” die kollektive Bräsigkeit zu stören, als dass den Provokateuren Grenzen gesetzt wurden. Die Quittung haben wir nun.



    Der AfD- Humor war keine Randerscheinung, er war bestens integriert. Sonst wären wir heute nicht hier. Das Problem wird zu sehr als Ossi und Unterschichten-Phänomen exotisiert, damit man nicht darüber sprechen muss, wie konform diese Ansichten in westdeutschen, akademischen Kreisen sind

    • C. Avestruz

      @Wanderin:

      Grenzen aufzeigen bei menschengeindlichem Humor wäre die Lösung gewesen?



      Das finde ich - gelinde gesagt - fragwürdig.



      Die eigene sprachliche Deutungshoheit zu reklamieren und ungebeten moralisch wertende Expertisen zu äußern ist vielleicht eine verständliche Reaktion, hat die Entfremdung aber nur beschleunigt.



      Wer im eigenen sozialen Umfeld traditionelle, "einfache Sprache" spricht und über derben Humor lacht, kann sich dadurch sehr leicht von oben herab gemaßregelt fühlen. Die Leute spüren den Unterschied zwischen wohlmeinender und respektvoller Kritik auf Augenhöhe und öffentlicher Herabsetzung sofort.



      Wer Menschen erreichen will, sollte sie zunächst repektieren. Wer die eigene Sichtweise vermitteln will, sollte nicht mit einer Zurechtweisung starten, sondern versuchen einzubinden. Ansonsten provoziert man nur Widerstand.



      Bewusstseinswandel ist ein langer Prozess, der Geduld erfordert. Über Generationen hinweg.

      • Wanderin

        @C. Avestruz:

        Bei Menschenfeindlichkeit muss man moralisch werten. "Fragwürdig" finden das nur die, die sich gerne mit der Täterseite solidarisieren.

        Und um den Bewusstseinswechsel auf die nächsten Generationen zu vertagen, dazu haben wir keine Zeit.

        Der Rest Ihres Kommentars ist frei galoppierendes Kopfkino zum Thema "Frau demütigt kleinen Mann in der Öffentlichkeit", das nichts mit dem Inhalt des zuvor Gesagten zu tun hat.

        • C. Avestruz

          @Wanderin:

          Klingt nach Freund/Feind-Denken.



          Das mag vielleicht Rachegelüste befriedigt, bringt aber niemanden weiter.

          • Wanderin

            @C. Avestruz:

            Was bedeutet Menschenfeindlichkeit? Antisemitismus, Rassismus, Sexismus. Wenn Sie dafür plädieren wollen, dann sind Sie nicht mehr auf der Seite des Grundgesetzes!

        • Altbayer

          @Wanderin:

          Wanderin, würde ich "nur zwei Politiker" wählen dürfen, Sie oder Avestruz - es wäre Avestruz. Warum? Zitat aus dem Post von C.Avestruz: Die eigene sprachliche Deutungshoheit zu reklamieren und ungebeten moralisch wertende Expertisen zu äußern ist vielleicht eine verständliche Reaktion, hat die Entfremdung aber nur beschleunigt.

          So! Wir hatten das Vergnügen ! mit ca. 40 "Ossis" zusammenzuarbeiten. Ca. 32 waren nach drei Jahren immer noch da, weil man sich ihrer annahm und zuhörte. (!)

          Glauben Sie im Ernst, dass nach der DDR, den Treuhand-Erfahrungen, und den pausenlosen Erklärungen, "Du als Anhaltiner bist doch eh das Armenhaus Deutschlands" - noch irgendjemand zuhören will, wenn es heißt: Du - Du - Du, so darfst Du aber nicht mal denken?!?







          Und genau aus diesem Grund gibt es Landstriche ( 200 Einwohner ), in denen ein einziger (!) Besuch eines "AfD"-Politikers zu 21 % Stimmgewinn führt. Weil sich jemand "interessiert hat" -.-

          • Wanderin

            @Altbayer:

            Es ist schön, dass Sie den Platz unter meinem Kommentar nutzen, um sich als bayrischer Landesvater vorzustellen, der die Hände über die ostdeutschen Schützlinge breitet, aber... was hat das im Entferntesten mit meinem Kommentar zu tun?



            .



            Lesen Sie bitte nochmal was ich geschrieben habe:



            "Das Problem wird zu sehr als Ossi und Unterschichten-Phänomen exotisiert, damit man nicht darüber sprechen muss, wie konform diese Ansichten in westdeutschen, akademischen Kreisen sind"

            In anderen Worten, ich habe am Artikel bemängelt (!), dass Rechtsextremismus zu wenig (!!) in seiner westdeutschen(!), bildungsbürgerlichen Ausprägung besprochen wird- und zu oft als reines Ost- und Unterschichtenproblem dargestellt wird.



            .



            Bitte erst richtig lesen, bevor Sie sich ereifern.

          • Der olle Onn

            @Altbayer:

            Ihr Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf...



            Mehr "Elfenbeinturmtheorie" geht gar nicht.

  • Uwe Kulick

    Gute Analyse. Bis zum letzten Satz: "Er (der neufaschistisierte/neunazifizierte Mensch) hält Härte für Ehrlichkeit und Mitgefühl für Schwäche."



    Der hat es in sich, das was andere Leser vermissen: Den Lösungsansatz!



    Mitgefühl mit denen, denen Neufaschistisierte nur affektiert mit Angst und Abwehr begegnen, beibehalten, es zum Lebensziel machen. "Remigration" und anderen antimenschlichen Ideologismen keine Chance geben. Die kulturelle Verarmung verhindern.

  • Land of plenty

    Linke referieren ihre Lösungen: Kapitalismuskritik, soziale Ungleichheit, gegen Diskriminierung.



    Rechte referieren aber nichts davon, sondern nur ihre Lösungen:



    mehr Faustrecht, Willkür, Sadismus, Abschiebung, "Remigration", Brandanschläge, Chaos, Bauchgegrunze, Bestrafung der Singersongwriter.



    Da gibt's keine Vermittlung.



    Wohin sollen dann die 12% Linken im Land bzw. in den Ländern der Welt hinfliehen?

    • Zippism

      @Land of plenty:

      Das ist schon eine bemerkenswerte Definition von „Vermittlung“: Die eigene politische Seite beschreibt sich selbst mit Kapitalismuskritik, sozialer Gerechtigkeit und Antidiskriminierung, während man die politische Konkurrenz kurzerhand als „Faustrecht, Sadismus, Chaos und Bauchgegrunze“ zusammenfasst. So lässt sich natürlich hervorragend ein Dialog führen – man muss den anderen nur vorher zum Unmenschen erklären.

      Und genau damit bestätigt der Kommentar eigentlich den Punkt: Wenn politische Gegner nur noch als Ansammlung moralisch verwerflicher Eigenschaften wahrgenommen werden, braucht man sich über gesellschaftliche Fragmentierung nicht zu wundern.

      Dass es innerhalb der Rechten radikale und menschenfeindliche Positionen gibt, steht außer Frage. Aber wer ernsthaft verstehen will, warum die AfD gewählt wird, sollte vielleicht irgendwann einmal aufhören, deren Wähler kollektiv als eine Mischung aus Sadisten, Randalierern und Dummköpfen zu beschreiben. Sonst bleibt als politische Strategie tatsächlich nur noch die Frage: „Wie überzeugen wir eigentlich Menschen, die wir für komplett verkommen halten?“

      • Altbayer

        @Zippism:

        Da capo!

  • Land of plenty

    Das ist jetzt nicht die erste Vorab-Einschätzung in der taz und anderen Medien.



    Und ganz viele Kommentare sprechen die ökonomische Lage an, die Löhne, man solle die Infrastruktur ausbauen.



    Die ist in den ostdeutschen Bundesländern ausgebaut!



    Hallo!



    Misik referiert, "dass „objektive“ Faktoren wie wirtschaftlicher Niedergang einer Region, periphere Lage, hohe Arbeitslosigkeit kaum eine Erklärung bieten." Das würden Linke adressieren.

    „komplexe Ansteckung“, bei der die Dichte und die Wiederholung von Kontakten eine große Rolle spielen.



    - wenn man kaum noch jemand anderem über den Weg läuft.

    Und Ihr? Bleibt in euren Milieus, in Kreuzberg und Bremen Neustadt und entsprechenden Stadtteilen, in denen eine linksliberal, autoritätskritische Haltung dominiert.



    Gut, dass es die gibt.



    Aber die Öffentlichkeit ist bereits sehr fragmentiert.



    * Erneut: aus Streitgespräch Wegge-Merkel am 16.8.:



    juristische Abwägungen gehen an den Emotionen vorbei! Das müssen sie auch.



    Können die aggressiven völkischen Ausgrenzer geheilt oder versöhnt werden? Die Bestrafer bestrafen? Die Partei verbieten!

    *Die Politiker sollen mal "Gute Politik" machen? Welche ist das? 180 Grad entgegengesetzte Forderungen.

    • Altbayer

      @Land of plenty:

      Wieviele Züge fahren jeden Tag von Niedertrebra über Weimar nach Erfurt?!? Ausgebaute Infrastruktur und so... ;) Viel Spaß beim Googeln.

  • Brückentechnik1058

    Sehr gute Analyse! Genauso haben es mir meine Großeltern aus den "Vogelschiss"-Zeiten erzählt, und so habe ich es in den letzten Jahrzehnten bei meinem Bruder erlebt (inklusive Schaum vorm Mund in der Diskussion). "Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden", was Maßstab unserer Erziehung war, ist nicht möglich, weil der Feind keinen Frieden will. Wir dürfen uns weder Angst machen noch anstecken lassen, müssen widerständig bleiben und unter Umständen Nachteile für unsere Überzeugungen in Kauf nehmen. Mein Großvater ist dafür ins Gefängnis gegangen.

  • Forist Grump

    Wieder eine schlaue Analyse, die aber im Grunde nur wiederholt, was bereits tausendfach gesagt wurde (nur nicht von jedem), ohne dass es irgendetwas gebracht hätte.

    Zitat: »Der Osten, so die wiederholte Story, wurde vom Westen kolonisiert, von den Wessiwichtigtuern untergebuttert, man kam hilflos unter die Räder fieser Mächte. Eine durchaus plausible Sicht der Dinge.«

    Nein, diese Sicht ist eben nicht plausibel bei einer Bevölkerung, der es heute objektiv gesehen tausendmal besser geht als vor der Wende! Im Fernsehen sagte mal eine Frau aus dem Osten „Ich verstehe meine eigenen Landsleute nicht mehr: abbezahltes Haus, zwei Autos vor der Tür, zwei Urlaubsreisen pro Jahr – also alles, wovon man zu DDR-Zeiten nur geträumt hat – und trotzdem unzufrieden.“

    • Wanderin

      @Forist Grump:

      Stimme zu, dass diese Sicht nicht plausibel ist weil der Begriff "Kolonialisierung" in dem Zusammenhang eine Verharmlosung darstellt. Kolonialisierung geht mit Völkermorden einher, mit Fremdverwaltung, Zwangsarbeit, Sklaverei, brutalem Extrahieren von Ressourcen. Siehe Belgisch Kongo oder Generalplan Ost im 3. Reich. Letzterer hat aber nichts mit den Ostdeutschen als Geschädigten zu tun, die waren damals natürlich Teil des Reiches.

    • Der olle Onn

      @Forist Grump:

      Wer entscheidet denn ob es einer Bevölkerung 1000mal besser geht? Sicher nicht Sie oder ich. Und woran möchten Sie das gern festmachen? Am Monetären allein?



      Da könnte jetzt der typische Kneipengänger klagen, wenn er in einer x-beliebigen Dorfkneipe 5,50€ für den halben Liter zahlen muss. Dafür bekam er früher (den 1:10 Umtauschkurs Euro zur Ostmark berechnet) gut siebzig halbe Liter.



      Klar - ein sehr billiges Beispiel! Dem Durchschnitt mag es rein materiell besser gehen, dennoch bleibt eben bestehen: Geld allein macht nicht glücklich. Das gilt halt auch für den Euro.



      Nein - ich selbst verstehe auch einen großen Teil meiner Landsleute nicht mehr. Ihre eigentümlichen Ressentiments, den blödsinnigen Einfall aus Gnatz gegen die eigenen Interessen zu wählen, koste es was immer es wolle.



      Aber vermutlich nicht einmal jeder 50ste besitzt das oben erwähnte abbezahlte Haus, zwei Autos und macht zwei Urlaubsreisen im Jahr. Da berichtete die gute Frau wohl aus ihrem näheren Umfeld...



      Ansonsten hat Šarru-kīnu weiter unten nicht unrecht: Der Mensch schaut immer dorthin, wo es anderen noch besser geht, als ihm selbst. Und auch das verstehe ich nicht wirklich...

    • Šarru-kīnu

      @Forist Grump:

      Sie finden nur wenige Länder auf der Welt in denen es der Bevölkerung nicht besser geht als vor 40 Jahren. Wohlstand ist eine relative Kategorie und ist immer ein Vergleich mit dem Nachbarn. Ich sehe Polen, vor 40 Jahren sehr viel ärmer als wir, bereits deutlich an uns vorbeiziehen wirtschaftlich und das ganz ohne sogenannte Hilfe. Die Menschen hier vergleichen sich doch mit dem Westen und nicht mit dem Leben in der DDR. Verlangt bitte nicht auch noch Dankbarkeit von uns für die Kolonialisierung unserer Heimat.

      • Wanderin

        @Šarru-kīnu:

        "Verlangt bitte nicht auch noch Dankbarkeit von uns für die Kolonialisierung unserer Heimat."

        Aus Kolonien werden Ressourcen raus gepumpt, nicht Soli-Gelder reingesteckt.

        • Der olle Onn

          @Wanderin:

          Aus Kolonien ziehen immer vor allem jene den meisten Nutzen, die nicht zu deren angestammten Einwohnern gehören. Zumindest das ist hier durchaus gegeben.



          Die Wiedervereinigung war die größte Umverteilung von Steuergeldern (West) und sogenanntem Volksvermögen (Ost) in die privaten Taschen von Abenteurern und Glücksrittern, die es bis dahin gab.

          • Wanderin

            @Der olle Onn:

            Sie nivellieren den Begriff Kolonialisierung, wenn Sie die Wiedervereinigung mit der deutschen Kolonialgeschichte gleichsetzen. Der Voelkermord an den Herero und Nama (im heutigen Namibia), die begangenen Massenverbrechen im Zuge von “Lebensraum im Osten” sind in keiner Weise in der selben begrifflichen Kategorie wie die Wiedervereinigung. Es ist tatsächlich schon perfide, sich sprachlich die Geschichte der Massenmorde an den slawischen Voelkern und der Verbrechen an den Zwangsarbeitern im Zuge der Ostexpansion im 3. Reich anzueignen - vor allem, wenn die eigenen Vorfahren als Täter an den Verbrechen beteiligt waren.

            Und das muss man so deutlich sagen, weil die Nährung von falschen Opfermythen zu Propagandazwecken in der deutschen Geschichte verheerende Konsequenzen hatte.

            Verständnis fuer die Trauer und Enttäuschung, die die Wende im Osten ausgelöst hat- ja. Diese Trauer ist vorhanden und das muss anerkannt werden. Aber das muss man trennen von begrifflichen Gleichsetzungen, die nicht zutreffend sind.

      • Budzylein

        @Šarru-kīnu:

        Die DDR-Bevölkerung hatte doch bei der Volkskammerwahl am 18. März 1990 die Wahl: Demokratischer Sozialismus und Eigenständigkeit der DDR oder Kapitalismus und Wiedervereinigung. Die große Mehrheit hat sich für die zweite Möglichkeit entschieden, weil sie die D-Mark haben wollte, für die man sich kaufen konnte, was man für Mark der DDR nicht bekam. Die angeblich Kolonisierten haben ihre "Kolonisierung" selbst mehrheitlich gewollt. Und die Westdeutschen haben dafür bezahlt, übrigens ohne eine wirkliche Wahl zu haben, denn eine Volksabstimmung gab es nicht, und die etablierten Parteien waren alle für die Wiedervereinigung.

        • Der olle Onn

          @Budzylein:

          ...denn sie wussten nicht was sie tun...



          Aber klar: Unwissenheit schützt bekanntermaßen nicht vor Strafe. Und jetzt haben sie den Salat.



          Und alle anderen, deren Wahl eine andere war, dürfen die Suppe halt mit auslöffeln...

          • Budzylein

            @Der olle Onn:

            Wieso wussten die nicht, was sie tun? Die sind doch alle in einem antifaschistischen und sozialistischen Bildungssystem zur Schule gegangen. Die wussten, dass es im Kapitalismus Konkurrenz und für Konkurrenzverlierer Arbeitslosigkeit gibt, und sie wussten auch, dass die DDR-Betriebe nicht konkurrenzfähig mit denen der BRD waren, sonst wären Westprodukte ja nicht so begehrt gewesen.

      • Philippo1000

        @Šarru-kīnu:

        Polen zieht an und vorbei und das ganz ohne sogenannte Hilfe???



        Polen ist das Land, das Jahrzehntelang die höchste Wirtschaftsförderung in der EU erhalten hat.

      • Klabauta

        @Šarru-kīnu:

        Keine Ahnung, wie alt Sie sind. Ich aber erinnere mich noch sehr gut, wie es den gelernten DDR-Bürger*innen gar nicht schnell genug gehen konnte mit der Währungsunion und der Wiedervereinigung. Es gab damals durchaus Menschen in der DDR, die davor warnten, aber die waren in der Minderheit.

      • Ingo Bernable

        @Šarru-kīnu:

        "für die Kolonialisierung unserer Heimat."



        Soweit ich mich erinnere waren es doch die DDR-Bürger selbst die unbedingt den schnellstmöglichen Anschluss an den Westen wollten, während es in der BRD durchaus auch Bedenken und Warnungen davor gab. Nur weil Kohl, sicher nicht ganz unberechtigt, fürchtete, dass sich das Zeitfenster wieder schließen könnte, kam es wie es kam. Hätte man stattdessen auf eine vorerst weiterhin eigenständige, demokratisch reformierte DDR gesetzt und die Wiedervereinigung auf einen späteren Zeitpunkt ökonomischer Parität verschoben würde es beispielsweise in einigen Ruhrgebietsstädten heute wohl deutlich besser aussehen. Dass die DDR in einem solchen Szenario mit dem ökonomischen Kollaps ohne Soli-Milliarden aus dem Westen allein hätte klarkommen müssen, verbunden mit der Gefahr damit recht schnell wieder autoritäre Krafte an die Macht zu befördern. Alles geschenkt, auch nur ein My Dankbarkeit für die geschätzt 1,3-2 Billionen € die der Aufbau Ost bislang in Summe verschlungen hat wäre nun wirklich zu viel verlangt.

        • Der olle Onn

          @Ingo Bernable:

          Selbstredend ist der Einsatz des Begriffes "Kolonialisierung" nicht wirklich zutreffend. Und natürlich haben Sie recht, was die unüberlegte Hast meiner Landsleute betrifft, sich ohne wirkliche Kenntnis konkreter Auswirkungen "anschließen" zu lassen.



          Aber der Forist beschreibt halt genau das, was eine große Mehrheit derzeit eben fühlt. Angesichts immer wiederkehrender Analysen und Umfragen: In politischen Entscheidungsgremien in absoluter Unterzahl vertreten, in führenden Wirtschaftspositionen ebensowenig. Noch immer häufig deutlich schlechter bezahlt, daraus folgend mit niedrigeren Renten bedacht. Gern von sehr weit oben herab abwertend beurteilt, häufig genug empathielos und ohne echte Kenntnis von Vorgängen und Zuständen - sowohl der DDR- als auch der Nachwendezustände Ost. - Wie ginge es Ihnen an Stelle der Betroffenen?



          Was die Dankbarkeit betrifft: Auch der Ossi hat die Kosten der Wiedervereinigung mitbezahlt, die Verwerfungen in deren Folge haben manchen, dem es früher recht gut ging, für immer um einen Arbeitsplatz gebracht, krank gemacht und viele andere Haus und Hof gekostet. Rückgabe vor Entschädigung. Dafür erntet man keine generelle Dankbarkeit.

          • Budzylein

            @Der olle Onn:

            Was war denn, als sowohl der Bundespräsident als auch die Bundeskanzlerin Ostdeutsche waren? Haben sich die Ostdeutschen da besser gefühlt? Und wie hoch ist der Bevölkerungsanteil derjenigen, die wissen, aus welchem Bundesland Leute in "führenden Wirtschaftspositionen" stammen? Höher als 1 %?

        • Altbayer

          @Ingo Bernable:

          Herr Bernable ein Stückweit ist es auch ein Ammenmärchen, dass der doofe Ossi nix lieber wollte, als endlich vom Wessi etc. Alleine in Leipzig gab, und gibt es weit über acht Bestrebungen ( u.a. der Kirchen ), die zwar die "friedliche Revolution" wollten, aber eben auch gerade erst einmal "selbst bestimmt" entscheiden wollten, wie es weitergehen solle!

          Dass es nicht "schnell genug gehen" konnte, dafür blies selbstverständlich die BILD eifrig genug ins Horn - die "vorsichtigen Mahner" waren in einigen Regionen eher bei 40 bis 65% zu finden - und eben nicht "darunter".

  • Stechfliege

    Meine Analyse: Wenn die Mehrheit das Gefühl hat, nicht das zu bekommen, was sie gewählt hat, wählt die Mehrheit was anderes.

  • Sam Spade

    Ganz hervorragender Essay. Und jetzt bitte den zweiten Teil mit Lösungsansätzen nachlegen.

    In Norwegen gab es in den 90er Jahren ähnliche Analysen zum Thema der Evangelikalen im Westen und Südwesten des Landes. Die Zustände und Hintergründe waren sehr präzise beschrieben und ausdefiniert, nur Ansätze für eine "Demissionierung" wurden ausgespart. Heute im Jahre 2026 sind die lokalen Communities gefestigter als zuvor und erfreuen sich auch dank der "Onlineradikalisierung" regen zulaufs.

    "Man wird nicht als Fanatiker geboren sondern dazu gemacht" ist eine treffende Aussage, nur ein einmal gefestigtes Weltbild bricht man so einfach nicht wieder auf. Die Erfahrung sollte gerade in Deutschland bekannt sein.

    Praktikable Auswege aus dem Teufelskreis habe ich dazu bisher nicht vernommen. Denn selbst wenn plötzlich alle Menschen in Deutschland im Schlaraffenland leben würden, wäre das dann ja noch lange kein Grund zur Abkehr, da die Lebensumstände für sich anscheinend nicht der ausschlaggebende Faktor zu sein scheinen.

    Die Lösung in Norwegen bestand damals im übrigen in Isolierung, was wiederum zur Verfestigung der Community beigetragen hat. Das war bestenfalls Schadensbegrenzung.

    • Sciurus Vulgaris

      @Sam Spade:

      Ob Isolationierung in Ostdeutschland funktionieren kann ist mehr als fraglich. Die Netzwerke der Rechtsradikalen sind wahrscheinlich wesentlich weiter verbeitet und stärker verwurzelt als die der evangeliaklen in Norwegen. Zudem könnte das den Opfermythos bestärken, den die Rechtsradikalen bedienen.



      Auch ist zu bedenken, dass die Netzwerke der Rechtsradikalen bereits in einem Klima der Isolation entstanden sind.

      Eine offene Gesellschaft sollte eine Gesellschaft mit weicher Schale und hartem Kern sein. Offen für alle Aussteiger aus autoritären Weltbildern, aber mit einem unnachgiebigen Verteidigungswillen für die eigenen Werte. Die Zuschreibungen, die Ostdeutsche seit der Wende erlebt haben, haben zur Normalisierung der "spießigen Hysterie" beigetragen, welche den Boden für die Pflanzen des Rechtsextremismus heute bildet.

      Ich denke, nur ein starkes Gegenkonzept kann den autoritären Tendenzen erfolgreich Einhalt gebieten. Dazu ist nötig, dass sich die offene Gesellschaft ihrer Werte bewusst wird, diese praktisch anwendet und den Erfolg ihrer Anwendung glaubhaft vermittelt.

      • Der olle Onn

        @Sciurus Vulgaris:

        "Die Zuschreibungen, die Ostdeutsche seit der Wende erlebt haben, haben zur Normalisierung der "spießigen Hysterie" beigetragen, welche den Boden für die Pflanzen des Rechtsextremismus heute bildet."



        Unbedingt. - Aber es mag ja niemand unter den üblichen angelesenen Besserwissern glauben, dass er mit seinem neunmalklugen "...alles Nazis da drüben!" den Graben immer tiefer aufreißt. Irgendwann zuckt der so Betitelte gleichgültig mit den Schultern und antwortet: "Dann bin ich eben Nazi - wenn ihr das so sagt..."



        Diese häufig schon geradezu wütend geäußerte abwertende Zuschreibung hat der AfD innerhalb der letzten Monate mit Sicherheit noch einige Sympathisanten verschafft, die es ansonsten wohl nicht gegeben hätte.

        • Volker Maerz

          @Der olle Onn:

          Wenn man sich beleidigt fühlt, weil irgendwelche Heiopeis, meistens aber anonyme Accounts, die imaginäre binäre Ossi-Wessi-Dichotomie breit auswalzen, sollte die Online-Kommunikation noch mal genauer betrachten.

          Wir wissen, dass die AgD auch diese künstliche Spaltung in ein plattes Entweder/Oder gezielt und aktiv für die aktuellen Wahlkämpfe vorantreibt.

          Wir wissen aber definitiv nicht, wer sich mit welcher Absicht hinter einem Account verbirgt.

          Schon dass man sich auf eine solche falsche Prämisse einlässt und innerhalb ihres Rahmens diskutiert, hilft dabei, sie als vermeintliche Tatsache zu etablieren.

  • Dreja

    Es gibt nur eines, das mir noch gefehlt hat. Die Frage nämlich, inwieweit ein Kapitalismus, der Menschen zu Konsumenten macht und bei dem psychologische Erkenntnisse intensiv dazu genutzt werden, Menschen noch mehr zum Kaufen, zur Gier und zum Egoismus anzutreiben, nicht gleichzeitig bereits eine Umformatierung vieler Menschen erzeugt hat. Und inwieweit diese Tatsache den Flächenbrand, wenn er sich denn in meiner Wohngegend ausbreitet, noch erleichtert? Das würde auch nicht nur die Armen treffen, denn diese Gefühllosigkeit, die man ja braucht, um Menschen nur noch als Mittel zu sehen, siehe Saisonarbeiter z.B., macht ja auch mit denen was, die auf der anderen Seite stehen. Vielleicht war das der Unterschied, weshalb die früheren Versuche der Reps z.B. bald im Sande verlaufen sind.



    Hoffnung macht die treffende Anaylse des Autors leider nicht.

    • My Sharona

      @Dreja:

      Sie haben die Leerstelle der Analyse gefunden, denke ich.

  • Bauer Gerry

    Bravo, hervorragend und treffend beschrieben.

  • Ingo Bernable

    Alles klug, alles richtig, alles egal.



    An guten politologischen und sozial-psychologischen Theorien die die Entwicklung fein ziseliert analysieren und katalogisieren hat es nie gemangelt. Solange aus all dem aber keine konkreten Schritte erwachsen um das Kippen in die rechtsradikale Hegemonie zu bekämpfen bleibt es eben Füllstoff fürs Feuilleton.

    • Beate Homann

      @Ingo Bernable:

      Von so einem Füllstoff darf es ruhig mehr sein!!! Was mir fehlt in der klugen Analyse von Robert Misik , ist die Einordnung der heutigen Entwicklung in den Beginn einer neuen technischen Revolution mit den erwartbaren grundlegenden Veränderungen unseres planetaren Lebens im Angesicht einer Menschheit, die dabei ist, ganz wörtlich das zu verlieren, was sie als Spezies kennzeichnet: ihren Geist und ihren Verstand....

      • Ingo Bernable

        @Beate Homann:

        Ich halte durchaus sehr viel von Robert Misik und ich habe auch nichts gegen Geist und Verstand. Allerdings würde ich weder die Geschichte des 20 Jhd., noch den gegenwärtigen Rechtsruck oder den ubiquitären Social Media Brainrot für einen Beleg für den Geist und Verstand der menschlichen Spezies halten. Und soziologische Tiefenanalysen von radikaler Rechter oder auch wie von ihenen gewünscht den durch KI bedingten Veränderungen bleiben eben, solange aus ihnen rein gar nichts folgt, einfach nur intellektuelle Selbstbespaßung.

        • Volker Maerz

          @Ingo Bernable:

          Aber genau die intellektuelle "Bespaßung", die dazu anregt, sich mit dem Fühlen und Denken wie dem sie gezielt und strategisch ausnutzenden Rechtspopulismus tiefer auseinanderzusetzen.

          Selbst in den "Qualitätsmedien", bei denen man annehmen könnte, die Beschäftigten hätten ein fundiertes Verständnis ihres Arbeitsmaterials Sprache erworben, muss man täglich feststellen, dass ein vorbewusstes Aufsaugen, Akzeptieren und Weitergeben rechtsradikaler Begriffe und Frames an der Tagesordnung sind. Von Rhetorik scheint man dort weitgehend unbeleckt, von Propaganda ebenfalls und umso mehr in Bezug auf deren algorithmisch informierte Spielarten.

          Wir brauchen deshalb viel mehr von dieser "Bespaßung", alleine schon um sich der Tatsachen bewusst zu werden und eine gemeinsame Sprache dafür entwickeln und daraus konsensfähige Lösungsansätze entwickeln zu können.