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20.08.2026 , 17:20 Uhr
Ob Isolationierung in Ostdeutschland funktionieren kann ist mehr als fraglich. Die Netzwerke der Rechtsradikalen sind wahrscheinlich wesentlich weiter verbeitet und stärker verwurzelt als die der evangeliaklen in Norwegen. Zudem könnte das den Opfermythos bestärken, den die Rechtsradikalen bedienen. Auch ist zu bedenken, dass die Netzwerke der Rechtsradikalen bereits in einem Klima der Isolation entstanden sind.
Eine offene Gesellschaft sollte eine Gesellschaft mit weicher Schale und hartem Kern sein. Offen für alle Aussteiger aus autoritären Weltbildern, aber mit einem unnachgiebigen Verteidigungswillen für die eigenen Werte. Die Zuschreibungen, die Ostdeutsche seit der Wende erlebt haben, haben zur Normalisierung der "spießigen Hysterie" beigetragen, welche den Boden für die Pflanzen des Rechtsextremismus heute bildet.
Ich denke, nur ein starkes Gegenkonzept kann den autoritären Tendenzen erfolgreich Einhalt gebieten. Dazu ist nötig, dass sich die offene Gesellschaft ihrer Werte bewusst wird, diese praktisch anwendet und den Erfolg ihrer Anwendung glaubhaft vermittelt.
zum Beitrag19.08.2025 , 16:40 Uhr
Ich will das nicht als Merkel-Bashing verstanden wissen, aber die willkürliche Austeritätspolitik der Merkeljahre ist meines Erachtens ein Hauptgrund für die derzeitigen Spannungen. Die Intergration der Einwaderer in der Bundesrepublik hat vor allem wegen der wirtschaftlichen Möglichkeiten in der zweiten Hälfte des 20.Jh gut funktioniert. Wenn man aber wirtschaftliche Entwicklungen verschläft und Investitionen für essentielle Transformationen trotz niedriger Zinskosten zurückhält braucht man sich nicht zu wundern, wenn aufgrund der wirtschaftlichen Schieflage Kommunen unter finanziellen Stress geraten, niedrige Einkommensschichten Sündenböcke suchen und Zuwander*innen ihr Glück nicht im Rechtsstaat finden. Kulturelle Trägheit und menschliche Abgründe haben sicher ihren Anteil, doch ohne Sorgen hätten sie nicht so große Chancen. Wie meinte Berthold Brecht? Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
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