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Rentenpläne von MerzProfite oder Ethik

Kommentar von

Gunnar Hinck

Der Kanzler relativiert seine Renten-Äußerungen, will aber weiter eine Kapitalrente. Seine Pläne würden viele Menschen in ein Dilemma stürzen.

Merz' Äußerungen sind manchmal ungeschickt und manchmal einfach daneben Foto: Fabian Bimmer / reuters

F riedrich Merz hat am Wochenende das getan, was er häufiger machen muss: Nämlich eine Empörung eindämmen, die er kurz zuvor selbst durch missverständliche Äußerungen ausgelöst hat. Beim CDU-Arbeitnehmerflügel beteuerte der Kanzler, dass es zu keinen Rentenkürzungen kommen wird. Das hatte er ein paar Tage zuvor auch nicht explizit behauptet. Aber er schrumpfte bei seinem Auftritt ausgerechnet beim Bankenverband die gesetzliche Rente rhetorisch zu einem irgendwie lästigen Anachronismus, der „allenfalls“ nur noch die Basisabsicherung für das Alter leisten könne.

An seiner Agenda, die private, kapitalgedeckte Altersvorsorge massiv auszubauen, hält Merz fest. Sie soll wohl auch verpflichtend für alle werden, wenn man ihn richtig versteht. Das kann man als CDU-Kanzler und ehemaliger Manager des Finanzinvestors Blackrock natürlich fordern. Aber dann sollen er und die anderen Kapitalmarkt-Fans auch die Schattenseiten einer privaten Rente benennen: Aktienkurse können einbrechen, Dividenden auf null gesetzt werden.

Merz stürzt viele Menschen zudem in ein Dilemma: Als Kleininvestoren müssen künftige Rentiers auf möglichst hohe Mieten und damit Gewinne beim Wohnungskonzern Vonovia, möglichst viele Aufträge des Rüstungsunternehmens Rheinmetall und möglichst hohe Preise von neuen Medikamenten aus dem Hause Bayer hoffen, um nur drei Beispiele aus dem DAX zu nennen (große Fonds investieren immer in DAX-Unternehmen). Aber gleichzeitig lehnen viele solche Geschäftsmodelle aus ethischen Gründen ab – oder weil ihnen hohe Mieten und teure Medikamente gerade im Alter selbst schaden würden. Merz will die Leute zwingen, Teil des Aktienmarktkapitalismus zu werden, auch wenn sie ihn ablehnen.

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Es fehlt eine ehrliche, tiefere Debatte über das Für und Wider einer Kapitalrente. Versicherungen, 23-jährige Börsenfans auf Social Media, BörsenjournalistInnen mit Tunnelblick und Friedrich Merz haben bislang ein Monopol auf dieses Thema, und das ist nicht gut.

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ist Redakteur im taz-Ressort Meinung.
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32 Kommentare

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  • Greenpeace und Unicef erwirtschaften nun mal keine Gewinne. Vielleicht wäre ja eine Beteiligung an der Deutschen Umwelthilfe sinnvoll, der Abmahnverein ist ja auch Gewinnmitnahme spezialisiert.

    • @FraMa:

      Der Post ist rechtlich unsauber, weil er Einnahmen und Jahresüberschüsse mit unzulässiger Gewinnmitnahme verwechselt. Maßgeblich ist im Gemeinnützigkeitsrecht nicht, ob eine Körperschaft Überschüsse erzielt, sondern ob Mitglieder Gewinnanteile erhalten oder Mittel zweckwidrig verwendet werden – genau das verbietet § 55 AO. Im Übrigen hat der BGH bereits 2019 klargestellt, dass Überschüsse aus der Marktüberwachung der DUH für sich genommen keinen Rechtsmissbrauch belegen.

  • Wer bei den aktuellen durchschnittlichen Rentenhöhen, Stand 2024 (brutto!!) von 1.400€/mon bei Männern und 955€/mon bei Frauen, sagt, dass das für ein gutes Leben reicht, und das nach durchschnittlich ca. 33 Jahren Einzahlzeitraum .... dem ist nicht mehr zu helfen.



    Das sind die Fakten! Nämlich allenfalls heute schon eine Basisabsicherung. Und nun sagt der Merz das... "Basisabsicherung". Ich kann den auch nicht leiden, aber ehj, das sind halt die Fakten. Da müssen wir jetzt halt ran ans Thema. Da nützt eine Diskussion über die richtige oder falsche Wortwahl eben mal gar nix.



    Und Fakt ist auch: Die, die an den Kapitalmärkten via Versicherung oder Direktanlage privat vorgesorgt haben, den geht's halt besser als den rein gesetzlichen.



    Und nochwas, diese ganzen Moraldiskussionen in Rheinmetall oder Bayer wird Geld angelegt. Wer sagt das: Am I pad sitzende Cola trinkende Menschen die Netflix Serien reinziehen und mit Erdgas aufgeheizt Wasser zum Duschen verwenden und wenn sie krank sind die beste Medizin habe wollen, ob mit Tierversuch entwickelt oder nicht... und alle sichere Jobs bei Bayer, Rheinmetall... haben wollen. Auch Fakt.

    • @Tom Farmer:

      Mit Aktieninvestitionen in der Rente besser stehen, ist aber dennoch nur Glückssache. Es kann auch total in die Hose gehen, wenn Sie im falschen Jahr mit der Rente anfangen wollen. Und wenn wirklich staatlich nichts mehr zu holen ist, dann sind normalerweise auch die Unternehmen am knappsen was es doppelt Unsinnig macht, die beiden zu kombinieren. Wenn es eine private Anlageform gäbe, die automatisch dann gut ist, wenn die staatliche Säule schwächelt und umgekehrt, dann wäre das perfekt. Ist aber leider nicht so. Staat und Unternehmen schwächeln immer zeitgleich, es sei denn die Unternehmen betrügen. Und das soll der Staat dann fördern?

    • @Tom Farmer:

      Ich glaube, hier muss noch mal an der Erkennung von Fakten gearbeitet werden. Es gibt zwar darüber hinaus mehr Fakten auf der Welt, als mancher Leute Schulweisheit sich träumt, aber gerade dehalb sollte man nicht noch welche dazu ernennen, die gar nicht dazu gehören.

  • Wer es für moralisch verwerflich hält auf möglichst hohe Gewinne von Vonovia, Bayer und Rheinmetall zu spekulieren, hat ja durchaus auch die Möglichkeit seine Altersrücklagen in Leveraged Short Optionen dieser Konzerne "anzulegen" und sich dann über fette Gewinne zu freuen wenn die Wirtschaft den Bach runter geht. Allerdings setzt auch das eben voraus, dass Geld zum Erwerb solcher Papiere da ist.

    • @Ingo Bernable:

      Manchmal sind Ziele innerhalb bestehender Denkmuster einfach nicht erreichbar. Dann wird es Zeit, diese zu ändern.

  • Ein weiteres grundsätzliches Dilemma der Aktienrente:

    Aktien steigen durch Arbeit, die leisten die "Jungen". An der Problematik der demografischen Entwicklung ändert sich durch Merz Kapitalismus galore Nonsens also auch nix.

    • @Warim Wilke:

      Aktien steigen durch Arbeit? LOL!

      • @Kaboom:

        Herrlich, wenn Leute meinen mit einem "Lol" ihre vermeintliche Überlegenheit zu zeigen, doch nichts entlarven als offenkundig unbegründete Arroganz und den Unwillen sachlich zu diskutieren.

        In aller Regel stellen Unternehmen Produkte her, oder Dienstleistungen zur Verfügung. Zusätzlich müssen die meisten ihr Angebot permanent erneuern, respektive erweitern.

        Das fällt vom Himmel? Geschieht einfach so, weil "Geld arbeitet", wie gerne behauptet wird?

        Lol.

        • @Warim Wilke:

          Ja, man drückt dem Geld am besten gleich eine Schaufel in die Hand.



          Übrigens: Anleger aus den 80er Jahren, die nicht zu den Großverdienern gehörten, haben jetzt schon zu großen Teilen folgende Erfahrungen:



          1. Mein Bankberater war wohl doch nicht der nette Kerl, den er vorgespielt hat. 2. Bankberater sterben aus, für Privatkunden gibt es keine Bankberater mehr - ältere, digital abgehängte Leute können damit effektiv von ihren kleinen Vermögen separiert werden. 3. Auszahlungen können endgültig ausbleiben, Fonds geschlossen werden.



          Die Bank lebt trotzdem noch jahrelang davon, was den Rentnern in järlichen Berichten mitgeteilt wird.



          Wer glaubt, dass er sich vor so etwas schützen kann, und gleichzeitig die Entwicklungsrichtungen der Bankenbezüglich Kleinanlegern beobachtet, wird in den nächsten Jahren viel zu lernen haben.

  • Es zeigt mal wieder wie weltfremd die Politiker sind. Anstatt ihre Arbeit zu machen und gesetzliche Grundlagen zu schaffen, fordern sie die Menschen auf selbst für sich zu sorgen.



    Grundsätzlich ist es richtig das man sich kümmert und nicht auf eine soziale Hängmatte wartet. Aber davon sind wir wohl weit entfernt.



    Die Schweiz macht vor wie man RV und KV anständig organisiert.



    Aber zu erwarten das Menschen die kaum ihren Lebensunterhalten vom unterbezahlten Lohn bestreiten auch noch Geld in private Altersvorsorge zahlen könnten ist völlig abwegig.



    Dann muss man noch davon ausgehen das man vom Staat um seine Vorsorge betrogen wird, siehe Regeländerung der Riesterrente.



    Nicht umsonst wandern Renter aus wenn sie sich vorstellen können ausserhalb von Deutschland zu leben.



    Es sollte mal verhindert werden das besser Verdienende aus den gesetzlichen RV und KV austreten. Sondern nur private Zusatzversicherungen abschliessen können. Das würde die Rechnung wesentlich bessern. Siehe auch Spanien.



    Vielleicht sollte man die Rente nicht nur an die Beitragsjahre sondern auch an Wochenarbeitszeit koppeln. 35h und 45h sind sehr verschieden.

    • @Conrad:

      Nein, Regeländerungen nicht für die Resterrente, wie ich schon gesagt habe. Es gibt immer Wege, die kleinen Leute abzuzocken, egal, was sie richtig und was sie angeblich falsch machen, und man kümmert sich darum, das kleinzureden und zu verschleiern, so dass es besser niemand glaubt, der - noch - nicht davon betroffen ist und - noch - nicht die Erfahrung gemacht hat, dass Rentner in die Vertragstreue von Regierungen besser kein Vertrauen investieren sollten. Es geht bei dem Thema nicht um die Interessenlage von Rentnern. Ich möchte noch mal darauf hinweisen: Neben der Wirtschaftsministerin haben wir noch jemanden in der Regierung, bei dem jetzt unübersehbar klar wird, dass er für seinen ehemaligen Arbeitgeber angetreten ist. Und diesmal ist es gleich der Chef.

      • @Christine_Winterabend:

        Entschuldigung, ich meinte:



        Nein, Regeländerungen nicht nur für die Resterrente.

  • Es ist so kras , aber nun muss es endlich auch mal auf allen Ebenengesagt werden: Demokratie und Kapitalismus sind nicht mehr kampatibel und weil das das Gegenteil von nachhaltig ist, muss die Demokratie= lebensfördernd ausbalamcierte Verhältnisse für Transformation zu nachhaltiger Kreislaufproduktion und sozial-ökologischen Ergenissen der Erhaltung der Lebensgrundlagen für alle überhaupt mal eingeführt und durchgesetzt werden: GEGEN DIE AKZIENMARKT PROFITLOGIK, die gerade alles zu zerstören droht, inklusive, dass sie die politische Demokratie durch die totalitäre Herrschaft der Superreichen und Corporationen ersetzt, die zuviel Geld und zuviel Macht haben!! Verhältnisse zwischen Reich und Arm müssen zwangsläufig gemeinnützig balanziert sein, soziale und ökologische Dienste müssen von Privatisierung zur Profit Maximierung bewahr werden und z.B. sind Spitzensteuersätze unter 50 % erkennbar undemokratisch.Die Summe aller sozial-ökologischen Gemeingüter muss durch gesellschaftlichen Besitz geschützt werden vor zerstörerischer vernutzung, Reichtum muss begrenzt werden und besteuert zur Wahrung der sozio-Ökosphäre statt aufzurüsten und auszubeuten ohen Ende!! #debt4climate !

  • Als weltweit unbeliebteste Führungspersönlichkeit macht er seinem Titel wieder mal alle Ehre. Lasst uns zocken!



    Auweia.

    • @Andreas Flaig:

      Ich möchte nur mal darauf hinweisen: Neben der Wirtschaftsministerin haben wir noch jemanden in der Regierung, bei dem jetzt unübersehbar klar wird, dass er für seinen ehemaligen Arbeitgeber angetreten ist. Und diesmal ist es gleich der Chef. Vermutet hatte ich sowas ja von Anfang an. Würde mich interessieren, was er dafür kriegt.

  • Sollen sie doch einfach den Privatjet und den Maybach seltener einsetzen, diese Unter- und Mittelschicht, und sich davon die Aktien der Firmen kaufen, denen die CDU zuarbeitet, von den Bankenfonds, denen die CDU zuarbeitet!

    Da war ja selbst Rudolf Diesel schon weiter, indem er unter dem Stichwort "Solidarismus" bezahlbare und auf Gemeinnutzen gerichtete Unternehmensfonds für die Ärmeren anregte (darauf war er stolzer als auf seinen Motor).

    • @Janix:

      www.ftd.de/finanze...eutsche-in-aktien/:



      Die nackten Zahlen: 12,1 Millionen Deutsche besitzen Aktien, Fonds oder ETFs. Bei 70 Millionen Erwachsenen macht das eine Quote von 17,2 Prozent. Anders ausgedrückt: Fünf von sechs Deutschen meiden die Börse.



      Ja, wie viele davon hindert wohl einfach der Mangel an Geld?



      Und ob es dann für's Alter reichen wird, ist noch mal eine ganz andere Frage, die aber im Gegensatz zur GRV hier gar nicht erst gestellt wird.

  • Im Zusammenhang mit privater und betrieblicher Vorsorge möchte ich auf die bestehenden Probleme aufmerksam machen, das Millionen von Rentner:innen betrifft und mit Kleinreden und Falschdarstellungen ständig aus dem Fokus gerückt wird, aber unbedingt in die Diskussion über private Vorsorge gehört: Der Umgang mit rentenkassenabhängigen Rentnern, die schon in den 90er Jahren bei der ersten derartigen Diskussionsrunde angefangen haben, privat vorzusorgen oder sich auf Regierungspläne der Vorsorge über Gehaltsumwandlungen durch den Arbeitgeber eingelassen haben. Viele merken erst nach dem Renteneintritt, dass ihnen von allen Seiten das mühsam Ersparte durch Doppelbesteuerung und Doppelverbeitragung wieder abgenommen wird. Unzählige Prozesse vor Sozialgerichten werden abgeschmettert, weil die doppelte Beitragszahlung an Kranken-und Pflegeversicherugen einfach gesetzlich festgeschrieben wurde, nachdem 2003/2004 die gesestzlichen Regelungen zu privater Vorsorge geändert wurden. Gerade die Rentner, die kaum andere Einkünfte haben, verlieren dadurch Tausende von Euro.

  • Das Problem ist doch, dass die Rente tatsächlich allenfalls nur noch eine Basisabsicherung ist - ganz ohne irgendwelche Kürzungen. Wenn das Aussprechen einer solchen Wahrheit für Empörungen sorgt, dann liegt das Problem eher bei den Empörte als bei demjenigen, der die Tatsache benennt.

  • Man kann ja auch direkt die Aktien kaufen und hat damit auch Einfluss auf den Kurs des Unternehmen.

  • Der geplante Aktienrente wie sie oft genannt wird soll die teueren und unrentablen Riester und Rürup Produkte ersetzen. Nahezu alle unabhängigen Finanzexperten und Verbraucherschützer begrüßen das.

    Man hat einen Kostendeckel von max. 1% (kann auch deutlich niedriger sein je nach Anbieter) und eine freie Wahl in welchem Fond/ETF man investiert. Wenn ich also in einen nachhaltigen Fond ohne Rüstung und Öl investieren möchte kann ich das tun.

    Neben einem gerechteren Steuersystem



    und Umverteilung ist der Kapitalmarkt eine gute Möglichkeit dafür zu sorgen, das auch Kleinanleger vom generellen Wachstum profitieren. Diese ideologisch einseitige Verteufeln mit irgendwelchen Phrasen ist einfach nur peinlich.

    In dem Punkt, das der Kanzler und die Union sich ansonsten oft volksnah geben, aber nur Politik für Multimillionäre und Milliardäre machen, gebe ich dem Author recht.

    • @Henok Henok:

      Das gerechtere Steuersystem ist hierbei aber nicht nur Nebensache, sondern entscheidend für die Frage, ob es funktioniert.



      Und genau daran darf gezweifelt werden.

  • Wenn man sowieso kaum Rente bekommt, will ich auch nicht einzahlen, sondern mit dem Geld privat vorsorgen.

  • Mit Mindestlohn verpflichtend Geld in Spekulationen verjubeln? Ich gehe mal eben zum Lachen in den Keller.

    • @Freundlicher:

      Dann aber beeilen bevor jemand den Keller verspekuliert hat.

  • Die Diskussion ist nicht neu, die Argumente sind teilweise alt und längst bekannt.



    "Große Akzeptanz gegenüber Aktien in Schweden



    Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die Schweden ein Volk von Aktionären sind. Dieser Umstand fiel allerdings nicht vom Himmel, sondern wurde über viele Jahre staatlich gefördert. Erst dadurch wurde die Akzeptanz gegenüber der Aktie im Land größer. In Deutschland herrscht deutlich mehr Skepsis. Auch das ist sicher ein Grund, warum in Deutschland immer noch die meisten Menschen ihr Geld auf völlig unattraktiven Sparbüchern parken. Matthias Voelkel, Chef der Börse Stuttgart, sagt deshalb:



    "Schweden ist nicht über Nacht zu einem Land der Aktionäre geworden."



    Quelle



    www.zdfheute.de/wi...sfaktoren-100.html



    /



    "Der Entwurf des Rentenpakets II der Bundesregierung sieht unter anderem vor, dass der Bund in den nächsten Jahren jeweils mindestens zwölf Milliarden Euro in den neuen Staatsfonds einzahlt. Mit den Erträgen soll dann ab Mitte der 2030er-Jahre ein noch stärkerer Anstieg der Rentenbeiträge verhindert werden. Nach den Plänen von Arbeitsminister Hubertus Heil und..."



    !2024 bei tagesschau.de

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @Martin Rees:

      Gutes Beispiel mit Schweden, was aber genau das Dilemma aufzeigt: Die großen schwedischen Rentenfonds investierten zB in private Holz- und Papierkonzerne, die die Wälder großflächig fällen. Als Kleinaktionär findet der Schwede/ die Schwedin das gut: Hohe Gewinne, gute Rente. Als Bürger und Naturfreund findet er das nicht gut. Das heißt: eine private Aktienrente zwingt den einzelnen in eine fast schizophrene Dilemma-Situation. Man will links sein (viele jedenfalls in Schweden), ist aber eben auch Aktionär, der auf Rendite hofft.

  • Das Ganze wird nicht besser, wenn man sich sogenannte "ethische" oder "nachhaltige" Fonds genauer anschaut. Oft geht es um sehr oberflächliche, plakative Kriterien. Und die vermeintlich sauberen Produkte stützen sich dann auf Microsoft, Amazon, Google/Alphabet und andere IT-Konzerne. Ich müsste mich also als Anlegerin drauf freuen, dass Google Android abriegelt, Microsoft noch höhere Preise von den Abhängigen presst. Ich halte wenig von Adorno, aber hier passt sein Spruch "Es gibt nichts Richtiges im Falschen".

  • Man muss nur in die USA schauen um die im Artikel beschriebenen Konsequenzen zu sehen. Warum schafft man nicht wenigsten einen großen Staatsfonds in den alle einzahlen? Weil dann nicht der einzelne Bürger alleine im Regen steht und um seine Rente zittern muss. Widerlich diese Politik.

  • Was für ein Unsinn. Niemand will, dass arme Rentner auf Einzelaktien wetten.