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Regionalwahlen in GroßbritannienDas althergebrachte Parteiensystem geht unter

Dominic Johnson

Kommentar von

Dominic Johnson

Bei den Regionalwahlen in Großbritannien dürfte Labour seine größte Niederlage einfahren. Warum das nicht nur für die Partei, sondern sogar für Europa gefährlich ist.

Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

W enn nicht sämtliche Prognosen falsch liegen, wird die regierende Labour-Partei in Großbritannien am Donnerstag die höchste Wahlniederlage ihrer Geschichte einfahren. Bis zu vier Fünftel aller zur Wahl stehenden kommunalen Mandate könnten bei den Kommunalwahlen in England für Labour verloren gehen, dazu drohen der Regierungsverlust im Labour-Stammland Wales und ein Absturz in Schottland. In Englands alten Industriehochburgen rechnen die Rechtspopulisten von „Reform UK“ mit Erdrutschsiegen, und im weltgewandten London wenden sich zahlreiche Menschen den Grünen am linken politischen Rand zu.

Für Labour-Premierminister Keir Starmer wäre dies keine zwei Jahre nach seinem Erdrutschsieg bei den britischen Parlamentswahlen ein historisches Debakel. Und dann dürften am Wochenende seine Partei und sein Kabinett zur Revolte schreiten. Längst bringen sich parteiinterne Rivalen in Stellung und schmieden Pläne, wie man den renitenten Regierungschef auch gegen seinen Willen aus dem Amt entfernen könnte.

Eine Stabilisierung und Beruhigung der britischen Politik, wie sie Keir Starmer bei seinem Amtsantritt 2024 nach Jahren des Tory-Chaos versprach, wären damit allerdings vom Tisch. Mit Grauen erinnert man sich an das sich immer schneller drehende Karussell der Konservativen, als sie David Cameron erst mit Theresa May, dann mit Boris Johnson, danach mit Liz Truss und schließlich mit Rishi Sunak ersetzten, nur um am Ende im Totalabsturz zu landen. Schickt Labour sich jetzt an, diesen Irrsinn zu wiederholen – vielleicht mit einer Abfolge von Wes Streeting, Andy Burnham, Angela Rayner und Ed Miliband –, werden beide Träger des traditionellen britischen Zweiparteiensystems in der politischen Versenkung verschwinden, und Populisten von ganz rechts und ganz links werden das Land zerreißen.

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Großbritannien ist oft ein Seismograf für Europa. Dass alle Parteiführer negative Sympathiewerte aufweisen, dass keine Partei dauerhaft mehr als ein Viertel der Wähler vertritt, dass keine realistische Regierungskonstellation Mehrheiten überzeugt – all das ist in Deutschland und in Frankreich nicht anders. Überall liegen Rechtspopulisten, die allein nicht mehrheitsfähig sind, in den Umfragen vorn, am linken Rand rumort es und die restlichen Parteien verrenken sich in Machtspielchen.

So ist kein Land überlebensfähig, denn es wird nicht mehr gut regiert. In Großbritannien beobachten wir den Untergang eines Parteiensystems, das einst das stabilste der Welt war. Und die Trends in Großbritannien von heute, so ist zu befürchten, sind die in Deutschland von morgen.

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Dominic Johnson
Ressortleiter Ausland
Seit 2011 Co-Leiter des taz-Auslandsressorts und seit 1990 Afrikaredakteur der taz.
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90 Kommentare

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  • Die Wahlergebnisse bringen Frust von allen Seiten zum Ausdruck.



    Allerdings verwendet es die Partei von Nigel Farage für das Ziel alle Armen von allen Ressourcen auszuschließen durch die Abschaffung jeglicher Solidaritätsformen.



    Denn die Partei "Reform UK" Zynismus im Namen - will in jedem bürgerlichen und reichen Ort von Greater London abstimmen lassen über den Verbleib in der Gemeinschaft.



    So auch die Reaktionen auf die Forderung nach Sammeltaxis:



    Igitt: Mitmenschen.



    Wenn die Gesellschaft als Zwangsveranstaltung erlebt wird, wird sie am besten aufgelöst. Abgeschafft wird alles Gemeinsame, alles Miteinander.



    Auf keinen Fall anderen Menschen begegnen, sie könnten unangenehm riechen. Nicht vor die Tür gehen, sondern sich einbunkern.



    Das kann auch bestimmt jeder. Am besten weltweite Abschottung aller von allen.



    So so.

  • Im Zeitalter der Digitalisierung, vorausgesetzt unser öffentliches Bildungssystem wäre Qualitativ auch an die privaten Bildungseinrichtungen vom Niveau angepasst, wäre doch eine Willenserklärung von der wahlberechtigten Bevölkerung jederzeit abrufbar. Scheint nicht im Interesse der Vertreter von Industrie-, Wirtschafts- & Kapitalstrukturen zu liegen. Also, dann weiter den Dreck fressen, der uns da von " unseren " - sogenannten Volksvertretern geboten wird🤑 oder ?

  • Nun, wenn die Damen und Herren Regierenden — und zwar länderübergreifend — zunehmend Bestrebungen verfolgen, ihre Bürger zu identifizieren und zu überwachen, dann sollten sie sich auch darüber im Klaren sein, dass es genau diese Technologien sein werden, die das Fundament darstellen, auf dem eine neue Demokratie entstehen wird.

    Die repräsentative Demokratie ist tot!



    Es lebe die Basisdemokratie, in der jeder bei jeder Entscheidung sein Votum abgeben kann!

  • Original Keir Starmer :



    ""Diese Wahlergebnisse bedeuten weder einen Schwenk nach links -- noch nach rechts - sondern die Forderung für das gesamte Land: Der Ruf nach dem Aufbau eines stärkeren und gerechteren Vereinigten Königreichs.



    =



    Die Wahlen sollten nicht die Realität überschatten, dass die Wähler seit Jahren zutiefst frustriert über den Status quo sind – und dabei beständig darauf hoffen, dass sich die Dinge bessern und die Politik echte Veränderungen in ihrem Leben bewirkt.



    =



    Eben jene Frustration hat zur heutigen politischen Zersplitterung geführt. Denn unter der Oberfläche haben die Sorgen, die in den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen geäußert werden, mehr Gemeinsamkeiten, als manche wahrhaben möchten. Der Kampf gegen steigende Lebenshaltungskosten eint Wähler aller Parteien. Sie wünschen sich starke und lebendige Gemeinschaften, auf die die Menschen stolz sein können. Sie wünschen sich sichere Grenzen.""



    =



    Starmer kann nichts dafür das der Brexit das britische BIP verhagelt und Lebensmittel verteuert - und er kann auch nichts dafür das die Tories unfähig waren den Brexit zu einem Erfolg zu machen. Farage ist die Garantie UK endgültig gegen die Wand zu fahren.

    • @zartbitter:

      "Starmer kann nichts dafür das der Brexit das britische BIP verhagelt und Lebensmittel verteuert - und er kann auch nichts dafür das die Tories unfähig waren den Brexit zu einem Erfolg zu machen."

      Aber er kann etwas dafür, dass er chaotisch regiert und von einem Skandal zum Nächsten jagt...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Okay, falsche Personalentscheidung bei Peter Mandelson - das war es dann auch. Oder haben Sie Argumente die rechtfertigen das Farage bei den Kommunalwahlen die bessere Alternative ist?

        • @zartbitter:

          Da übersehen Sie aber Einiges. Es ging damit los, dass Frau Stamer sich den Kleiderschrank füllen lies. Und danach mussten ständig irgendwelche Gesetzesvorhaben gecancelt werden, weil die eigenen Leute nicht mitmachen wollten. Die Affäre um Mandelson ist da nur eine Randerscheinung. Stamers Problem ist das gleiche Problem, dass viel Regierungschefs haben. Sie sind mit großen Worten auf den Lippen angetreten und bekommen in der Praxis kaum etwas gebacken. Haben wir mit Merz ja auch. Große Klappe und kaum etwas dahinter.

  • Alles wankt, enorm und subtil. Die Krisen der Politik werden zu den Krisen der Menschen. Der Druck wächst, die Radikalität auch. Farage entsteigt der britischen Puppenkiste wie ein verheißungsvoller ( und gefährlicher ) Kasper. Solche Marionetten der Lüge, gibt es inzwischen immer mehr in Europa.



    Das ist fatal, weil die Menschen sich nicht mehr an Sachverstand orientieren, sondern nur noch an billigen, vergifteten Parolen.

    Es sieht nicht gut aus für Europa...

    • @Salinger:

      "..... Sachverstand orientieren, sondern nur noch an billigen, vergifteten Parolen.""



      =



      Niqel Farage wird im Trump-Umfeld geschätzt, gilt als einer der engsten Kontakte Trumps in Europa und wurde sogar im Weißen Haus empfangen. Die erste rechts-populistische Aktion von Farage & Trump / MAGA Bewegung in Europa war der Brexit im Jahr 2016.



      =



      Farage und Donald Trump pflegen eine enge politische Allianz, wobei Farage oft als europäischer Vertreter der MAGA-Bewegung auftritt. Durch seine Partei Reform UK setzt Farage auf ähnliche populistische Strategien wie Trump, um den britischen Zweiparteienstaat herauszufordern, während US-MAGA-Einflüsse die britische Rechte stärken.



      =



      Soviel zur Herkunft der billigen vergifteten Parolen des Brexits & Farage - deren Ursprung im Jahr 2016 niemand erkenen wollte. Das war der erste Todeskuss der MAGA Bewegung in Europa.

  • Diese Entwicklung ist sehr traurig, erschütternd.



    "ein Seismograf für Europa: dass keine Partei dauerhaft mehr als ein Viertel der Wähler vertritt" - und das bei Mehrheitswahlrecht!



    die ganzen Berichte von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski seit Monaten zeigen in die gleiche Richtung. Tories traten in Mengen zu N Farage über.



    Was ist es, dass die Wähler/innen von nach-rechts und nach-links gemeinsam haben?



    Die Greens sind ja nicht so dolle. Da gibt es gleich mal Holocaust-Relativierer, eben v.a. Anti-Israel. Galloway und Corbyn empfahlen diese zu wählen.



    Vereint im Ressentiment?



    Das Ressentiment gegen den Kapitalismus, gegen die-da-oben? Genau wie beim Brexit.



    regressive Wutbürger Zerfall der Gesellschaft? Was kann ihn aufhalten?



    Ich sehe bei allen Strömungen und bekannten Politikern ähnliche Aggressionen wie z.B. auch JL Mélanchon. Eben nicht für alle, sondern voller Abgrenzung.

  • Es ist ein wenig so wie mit der Berichterstattung in Deutschland über die USA: die Hauptsachen werden weggelassen. In England (weiss ich zufäälllig weil ich seit 25 jahren in Hampshire wohne) sind die Themen illegale Migration, NHS und Wirtschaft die entscheidenden, in dieser Reihenfolge. Und sowohl Starmer als auch vorher die Tories haben da nichts, unternommen sondern immer nur mehr Geld ausgegeben. Starmer z.B. für die UA. Reden sie mal mit den ehemaligen Labour-Wählern die direkt von der Migration betroffen sind - die Mühe machen sich sehr wenige deutsche Journalisten, die interviewen lieber irgendwelche wohlhabenden Grünen in Londons angesagten Bezirken. Starmer (ehemaliger Anwalt für Asylfragen) wird da nichts mehr reissen können, die Tories sind verbrannt. Es geht hier nicht um Werbeslogans oder Erklärungsmodelle sondern um direkte negative Auswirkungen der Regierungspolitik auf die WählerInnen. Da helfen keine neuen Konzepte, sondern nur eine Analyse der Lage und entsprechende Aktion. Dies aber widerspricht den Überzeugungen der Labourpolitikerinnen. Und da sind wir halt, die begreifens und könnens nicht und Reform UK sahnt ab.

  • Das ist eine bedauerliche Entwicklung.



    Abgesehen von einigen Sonderthemen in GB, sehe ich hier ebenfalls eine gesamteuropäische negative Entwicklung.



    Genauer gesagt handelt es sich um eine Krise der westlichen Demokratie. Schließlich ist mit Trump der US Nigel bereits an der Macht und probiert lustig Dinge aus, von denen er Nichts versteht.



    Das Wahlvolk wird weiterhin mit Werbeslogans a la MAGA gefüttert und hält (bisher) still.



    Es bleibt zu hoffen, dass Erkenntnis zunimmt.



    Immerhin spüren die US AmerikanerInnen die Wirtschaftspolitik trumps im eigenen Geldbeutel. Im vergangenen Jahr sorgten 1200$ minus pro Haushalt für lange Gesichter. Die Benzinpreise in diesem Jahr sind ein weiteres, deutliches Signal für Tramps „ Wirtschaftskompetenz“.



    Doch leider ist im Jahrhundert der Lügen eine konsequente Abstrafung bei den nächsten Wahlen kein Automatismus.



    In Großbritannien ist mittlerweile auch die Überzeugung gewachsen, dass der Brexit keine gute Idee war. Auch die BritInnen spürten die negativen wirtschaftlichen Folgen unmittelbar.



    Dennoch wird die Partei von Nigel Farage, der damals mit falschen Versprechen lockte, gewählt. Das ist logisch nicht zu erklären.

  • Es braucht neue Konzepte und vermutlich neue Parteien, um mit diesen europaweit sichtbaren Trends klarzukommen.

    Nicht mehr diese Einteilung in links und konservativ. Die meisten Wähler lassen sich nicht mehr in diese Schubladen einteilen.

    Menschen sind bereit für mehr Umweltschutz und Wärmepumpen, wenn das vernünftig geplant wird und Unterstützung vorhanden ist. Ein starker Sozialstaat und ein stärkere Besteuerung von Vermögen und großen Erbschaften sind auch mehrheitsfähig .

    Gleichzeitig locken linke Parteien niemanden an mit Slogans wie Defund the Police oder einem Fokus auf Gender/Queerpolitik. Und die große Mehrheit wünscht sich – auch nach den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts – eine viel restriktivere Migrationspolitik.

    • @gyakusou:

      sehe ich auch so. Aber warum kann nicht eine der vorhandenen Parteien das erkennen und damit Punkten. Z.B. die Sozialdemokraten. In Dänemark geht es doch auch.

      • @Weiterdenken3:

        Immer wieder Dänemark. Dänemark hat nur gut halb soviele Einwohner wie London. Da bringt uns ein Vergleich nicht wirklich weiter denke ich. Dänemark/England ist wie Dorf und Berlin. Das geht auch nicht. Auch wenn die Berliner meinen, sie müssten allen anderen ihre gebenedeiten Heilsbringungen aufdrängen. Schlimmer als katholische Missionare in den letzten Jahrhunderten. Sie merken es aber nicht mal.

      • @Weiterdenken3:

        @Weiterdenken3



        Tja, da müssten wir Wähler den Parlamentariern wohl einen höheren Preis zahlen, als die Vertreter der Industrie-, Wirtschafts-& Kapitalstrukturen 😁🤑😇



        www.lobbycontrol.de

  • Wilhelm Heitmeyers Erklärungsmodell (Autoritäre Versuchungen) ist sicherlich in weiten Teilen auch auf andere Länder übertragbar. Demokratieentleerung seit Jahrzehnten, weil nationale Regierungen in ihren Handlungsmöglichkeiten längst durch eine neo-liberales, globales Finanzkapital eingeschränkt sind, an denen kein Vorbeiregieren mehr ist.

    Merz ist selber ein Produkt dieses Systems, die zentristischen Parteien durch "dritten Weg" oder austerity auch strukturell längst nur noch Erfüllungsgehilfen. Und da linke Utopien im "capitalist realism" nur noch für Randmilieus anschlussfähig sind, geht die Tendenz zum reaktionären Nationalautoritarismus, hinter dessen völkisch-illiberaler Rhetorikfassade noch mehr Anarchokapitalismus steckt.

    Der seit Jahrzehnten vom citoyen zum Konsumvieh umerzogene Bürger schluckt den Köder gerne, der Big Tech Algorithmus hilft nach. So driften wir langsam aber unweigerlich in den digitalen anarchokapitalistischen Faschismus 2.0 des 21. Jahrhunderts, von Indien über Israel bis Europa, die USA und Argentinien.

    Widerstand bleibt aber möglich und notwendig und kein Schicksal ist vorgegeben.

  • Aber das war doch seit Jahren klar und viele Leute haben davor gewarnt. Starmer hat Labour-Wählern die offene Tür ins Gesicht geschlagen.



    Warum gewinnen die Sozialdemokraten in Dänemark und die Grünen mit Boris Palmer?



    Vielleicht weil diese auf die Lebensrealität der Menschen eingehen und weil die Tochter von Cem Özdemir mit der U-Bahn fährt.

    • @Kommen Tier:

      "Warum gewinnen die Sozialdemokraten in Dänemark"

      Und jetzt mal zurück in die reale Welt: Die Rechtspopulisten in Dänemark (mit dem putzigen Label Sozialdemokraten) haben gerade mit 21.8 % das schlechteste Wahlergebnis seit Jahrzehnten eingefahren. Die Entwicklung ist dieselbe wie in D.

      " und die Grünen mit Boris Palmer"

      Desinformationsversuch. Die Grünen in Bawü gewinnen NICHT wegen Palmer.

      "Vielleicht weil diese auf die Lebensrealität der Menschen eingehen"

      Wenn alle Parteien AfD-Politik machen, wozu brauchen wir dann noch Parteien? Aber da sind wir ja wieder bei den Vorstellungen des rechten Randes, gell? Da meinen ja viele, es bräuchte nur eine Partei. Und einen "Föhrer".

      • @Kaboom:

        Dann gehen wir mal wirklich in die reale Welt.

        Die Entwicklung in Dänemark ist nicht dieselbe wie in Deutschland.

        Sie ist viel weiter fortgeschritten.

        Maßnahmen, mit denen die Soziademokraten sich hervortun konnten, wurden und werden umgesetzt.



        Sie sind gesellschaftlicher Konsens geworden. Andere Parteien würden sie vielleicht abmelden, aber kaum in Gänze zurückfahren.

        Da braucht man die Sozialdemokraten zu diesem Thema nicht mehr.

        Die müssen dann mehr bringen, um am Ball zu bleiben.

        Ist so ähnlich wie bei den Grünen in Deutschland. Die mussten auch mehr bringen, nachdem Umweltschutz in weiten Teilen zum gesellschaftlichen Konsens gehört und andere Parteien das nicht mehr ignorieren konnten.

        "Man wählt lieber das Original. " hat offenbar seinen Kipppunkt, an dem das nicht mehr stimmt.

        Die Grünen in Bayern gewannen auch nicht WEGEN BP.

        Aber mit ihm.

        War sehr geschickt. CÖ hat damit das Thema Migration besetzt, ohne es zum Aufreger werden zu lassen.

        Bis auf die AfD haben alle Parteien Umweltschutz im Programm.



        Brauchen wir noch Parteien?



        Offenbar ja.

        "Föhrer" scheinen mehr Strohmannargumente zu sein.

        • @rero:

          Waren natürlich die Grünen in BaWü.



          Die Autokorrektur hat mir daraus leider "Bayern" gemacht.

    • @Kommen Tier:

      Guter Kommentar!



      Aber aber aber...wo bleibt denn da die 'reine Lehre'?



      Ist doch wichtiger als Wahlergebnisse! Ironie off.

  • Farrage und Reform UK sind wirklich üble Rechtspopulisten.

    Aber wo in UK soll es "Populisten von ganz links" geben? Das wäre mir neu.

    Die Grünen dort als ganz links oder gar populistisch zu bezeichnen, ist doch wirklich bollocks.

  • Ich wundere mich, wie viele Kommentare hier wieder eine Rückbesinnung auf linke Politik fordern. Linke Politik ist unpopulär. Labour hat mit linken Spitzenkandidaten in den letzten 50 Jahren nichts gerissen, es waren immer nur die bösen, bösen, "neoliberalen" Mitte-Politiker, die tatsächlich gewinnen konnten. Starmer scheitert daran, dass er persönlich eine katastrophale Personalpolitik verantwortet hat und dies weiterhin tut - und er hat, wie viele andere Regierungschefs, keine Antwort auf die allgemeine Diskurszuspitzung und -verblödung, die dadurch zustande kommt, dass die sozialen Medien seit Corona den traditionellen Medien den Großteil der meinungsbildenden Wirkung entrissen haben.

    • @Agarack:

      Ich meine, Corbyn hatte mehr Stimmen geholt als Starmer. Ihr Argument trägt nicht.

  • Da hätte es ja ein einfaches Mittel gegen gegeben: Eine Politik, die die Wünsche und Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung in den Fokus gerückt hätte. Die die Daseinsvorsorge, den Verkehr, die Bildung, die Gesundheit, den Wohnungsbau uvm. priorisiert hätte. Und zwar nicht nur in GB, sondern in ganz Europa und den USA .

    • @mumba:

      Total einfache Lösungen - warum ist da nur noch nie jemand drauf gekommen? Kostet ja auch alles kein Geld...

      • @Gagman:

        Und Geld hat ja bekanntlich heutzutage keiner mehr.

      • @Gagman:

        Aber wenn Grundbedürfnisse der Menschen durch den Staat nicht mehr sichergestellt werden, wie Mumba geschrieben hat, warum sollen die Bürger, die das so erleben, eine staatsstützende, etablierte Partei wählen?

  • "Und die Trends in Großbritannien von heute, so ist zu befürchten, sind die in Deutschland von morgen."

    Trends von heute?

    Die Stärke der britischen Rechtspopulisten ist eher ein Trend von gestern...

    Schon bei der letzten Parlamentswahl lag Reform bei der Stimmenzahl nicht weit hinter Labour - und nur das britische Mehrheitswahlsystem hat diesen knappen Vorsprung in einen "Erdrutschsieg" verwandelt. Mit deutschem Verhältniswahlrecht hätte Starmer nur als Chef einer Koalitionsregierung Premierminister werden können.

  • Die Sozialdemokraten müssen einfach nur weiter fleißig die Interessen des Proletariats verraten.

  • Die Überschrift kann auch für Deutschland gelten. Überhaupt ist überall in Europa das althergebrachte Parteiensystem am Wanken. In Italien hat es mit dem Niedergang der Christdemokraten und Sozialisten angefangen. GB hatte ich bis zur Selbstzerstörung der Tories in dieser Hinsicht immer für stabil gehalten. Und jetzt erwischt es Labour.



    Also, so sehr mich die Zustimmungswerte für die britischen Grünen freuen, desto besorgter bin ich auch über die enormen Zuwächse von Reform UK. Insofern sehe ich die Umbrüche in der Parteienlandschaft mit gemischten Gefühlen, denn sie könnten auch auf ein Ende der liberalen Demokratien in Europa und eine Hinwendung zu autoritären Regimes hindeuten.



    Dass die Probleme von den ‚etablierten‘ Parteien teils selbstverschuldet sind, stimmt mich nicht weniger besorgter.

  • Die britischen Grünen als "Populisten ... von ganz links" zu bezeichnen ist sicherlich eine eklatante Fehleinschätzung, die freilich ganz auf der Linie von Markus Söder im Verhältnis zu den deutschen Grünen liegt.

    • @Rudi Lipp:

      Dass mit dem linken Populismus bei den britischen Grünen sollten wir mal schnell wieder vergessen. Da stimme ich mit Ihnen überein.



      Stattdessen könnten sich unsere deutschen Grünen mal eine Scheibe von ihren Parteifreunden in GB, aber auch in anderen europäischen Ländern abschneiden, z.B. Groenlinks in den Niederlanden.



      Eine konsequente sozialökologische Reformpolitik ist nämlich das, was ich hierzulande vermisse - und zwar ganz ohne Populismus.

      • @Abdurchdiemitte:

        Die britischen Grünen machen Kommunalwahlkampf mit der Parole "Free Palestine". Welche sozialökölogische Reformpolitik sich dahinter verbirgt, erschließt sich nicht. Offenbar gilt in Großbritannien wie in Deutschland die Forderung, den bestehenden arabischen Staaten einen weiteren hinzuzufügen, der ebensowenig linke Politik machen würde wie die anderen, als links.

      • @Abdurchdiemitte:

        Eine konsequente sozialökologische Reformpolitik -



        Au ja! Muss aber gegen verschiedene Problemproduzenten durchgesetzt bzw. verteidigt werden.



        Ist der einzige Weg, unseren Arsch zu retten, wird eine lange stressige Strecke.

  • Die Politik überall muss sich langsam entscheiden wofür es da ist, steht es an der Seite seiner Bürger um die Lebenswirklichkeit jedes einzelnen zu verbessern, oder arbeitet die korrupte Politik ausschließlich als dreckiger Gehilfe für das Kapital siehe die heutige ( Vermögensverteilung ), ich sollte lieber schreiben, Gehilfe für die heutige unerhörte Vermögenskonzentration. Die Menschen haben es satt, immer wieder nur hohle Phrasen in Form von Lippenbekenntnisse zu hören, während es immer schwerer wird für die Mehrheit zu überleben, wobei das ja bei vielen kein überleben mehr ist, sondern ein immer schlimmer werdendes chancenloses dahin vegetieren, ohne Sicht auf eine wirkliche Besserung.



    Die selben Wähler die uns in diese Situation gebracht haben an dem Punkt wo wir heute sind, die glauben wirklich ihren Heil in den heutigen Rattenfängern zu finden, die wieder wie schon einmal alles nur noch schneller im Abstieg, schlimmer, katastrophaler und zur Hölle für uns alle gemacht haben, diese Wähler versprechen sich wirklich eine Besserung dadurch, auf diese verblendete hohle Idee und Überzeugung muss man erstmal wirklich kommen.

    • @taz.manien:

      "... die glauben wirklich ihren Heil in den heutigen Rattenfängern zu finden, die wieder wie schon einmal alles nur noch schneller im Abstieg, schlimmer, katastrophaler und zur Hölle für uns alle gemacht haben, diese Wähler versprechen sich wirklich eine Besserung dadurch, ..."

      Davon gehe ich nicht aus. Ich denke eher, dass diese Menschen, entsprechend der Glasl Eskalationsskala Stufe 9, andere "in den Abgrund" mitreisen wollen. Ich kann es ihnen auch kaum verübeln. Bin selbst verärgert, dass bei der Gesundheitsreform wieder nur die "dummen und zwangsweise" gesetzlich Versicherten einen großen Teil der versicherungsfremden Leistungen, die meiner Meinung nach gesamtgesellschaftliche Aufgaben sind, leisten müssen. (Bei den Renten ist es ähnlich.)

      Ich meine, dass sich "die Politik" nicht einmal mehr darum bemüht, den Eindruck zu erwecken, sich um ein Minimum an Fairness und Ausgleich zu bemühen. Meiner Einschätzung nach ist das fatal.

  • Der rechte Flügel von Labour führt die Partei, gelangt an die Regierung, macht rechte Politik, und die Partei stürzt ab. Das ist ja eine sensationelle Überraschung. Niemand konnte das wissen. Woher auch?



    Achja, schöne Grüße an Gerd Schröder und Tony Blair.

    • @Kaboom:

      Tony Blair hat alle seine Wahlen gewonnen, Gerhard Schröder wurde nach 7 Jahren überraschend knapp abgewählt und erzielte dabei ein höheres Ergebnis als jeder andere SPD-Kandidat (gendern leider nicht nötig) nach ihm.

      • @Agarack:

        Gerd Schröder hat die SPD von 37 % auf 25% reduziert. Deshalb gab es nach dem Absturz in NRW die Neuwahlen überhaupt. Dass dann bei der BT Wahl noch ein passables Ergebnis herauskam, lag am dummen Wahlkampf des damaligen Noobs Merkel, und nicht zuletzt an Merz. Und natürlich daran, dass Schröder eine "Maschine" im Wahlkampf war. Schröder und seine Agenda-Ritter sind die Hauptverantwortlichen für die Entwicklung der SPD



        Und was Blair angeht, netter Desinformationsversuch, aber Blair überließ es bekanntlich Gordon Brown, den Scherbenhaufen von über 100 verloreren Sitzen, den er angerichtet hatte, in 2010 zusammenzukehren. Blair sorgte maßgeblich für 14 Jahre ununterbrochene konservative Regierungen in GB.

        • @Kaboom:

          Schröder und seine Agenda-Ritter haben erst Merkel ermöglicht, 16 Jahre genug Geld zur Verfügung zu haben um ihre Ideenlosigkeit zu überspielen. Wäre interressant gewesen, wenn damals Rot-Grün an der Macht geblieben wären und die Früchte selbst hätten ernten können. Wahrscheinlich wären wir in Energiefragen schon viel weiter.

    • @Kaboom:

      Dem linken Flügel von Labour wäre das nicht passiert - die hätten die Wahl gar nicht erst gewonnen. So wie sie mit Corbyn als Gallionsfigur sogar dem "Chaos-Clown" Boris Johnson zu einem grandiosen Wahlsieg verholfen haben...

      • @FriedrichHecker:

        Sachlich falsch, werter Badenrevolutionär. Corbyn holte in Prozenten etwa soviel wie Starmer, obwohl beim Zweiten weitere Jahre die Tories bereits komplett unwählbar gemacht hatten. Corbyn durfte nicht gewinnen, weil er tatsächlich für die Vielen gehandelt hätte. Schade, er hätte UK wohl gut getan.

      • @FriedrichHecker:

        Jaja, weil Corbyn die Wahl "nicht gewonnen hätte", beschloss die Parteirechte, ihn mit allen Mitteln abzuschießen. Und zwar wirklich mit allen.



        Und Corbyn war lange Zeit der populärste Politiker in GB. Jeder, der halbwegs seine 7 Sinne beisammen hat, weiß, was das für seine Wahlchancen bedeutet hätte.



        Also: LOL

      • @FriedrichHecker:

        Das ist objektiv zwar völlig zutreffend, aber wen interessiert das? Zu wenige jedenfalls, und da liegt der insuläre Mopsterrier begraben.

    • @Kaboom:

      Die sind seit 20 Jahren in Rente und gründlich diskrediert. Hat inhaltlich nichts geändert.

      Man könnte Scholz Grüße bestellen, aber vermutlich erinnert der sich nicht.

    • @Kaboom:

      Sowohl Schröder als auch Bliar hatten Wahlergebnisse, von denen ihre Parteien heute nur träumen können...

      • @Samvim:

        1998 war Schröder mit einem linken Programm und einem starken Oskar Lafontaine angetreten. DAS brachte ihm die Kanzlerschaft.

        • @Kaboom:

          Sie sagen es!

      • @Samvim:

        Wenn "Bliar" kein Tippfehler ist, müsste es konsequenterweise "Schrödtin" heißen.

        • @Joba:

          War es, vielen Dank für diesen Hinweis...

      • @Samvim:

        Um dann "Reformen" durchzusetzen, mit denen sie ihre Wähler vergrault haben.

  • Das englische Wahlsystem hatte ja immer seine Tücken. Immerhin sorgt es meist für einigermaßen klare Verhältnisse und es mussten kaum Koalitionsregierungen gebildet werden.

    Was sich allerdings enorm verändert hat, und nicht nur im UK, ist die Erwartungshaltung des Elektorats. Die wünschen sich immer sofort eine Lösung für alle Probleme. Dicke Bretter bohrt kaum noch einer. Die bricht man augenscheinlich lieber übers Knie.

  • keir starmers labour war der heillose versuch eine verlängerung der technokratisch-neoliberalen umverteilungspolitik, der mit tony blairs sog. third way politics begann und im kern ein autoritäres demokratiefeindliches projekt darstellt, dass sich gegen die interessen des großteils der arbeitenden und sorgenden menschen richtet und ihre lebensgrundlagen zerstört, indem es sie verwertet und der kleptokratie preisgibt. es ist gut, dass dieses projekt an sein ende kommt. es ist allerdings gruselig, dass es der extremen rechten auch in gb aktuell gelingt, aus den verheerenden konsequenzen von 45 jahren neoliberaler konkurrenzgesellschaft kapital zu schlagen, indem es diese erfolgreich zum resultat von migration und zuwanderung umdeutet während farage und co. gleichzeitig beabsichtigen, die privatisierung voranzutreiben und superreiche noch reicher und arme noch ärmer zu machen. aber es gibt eine alternative – mit der green party um zack polanski, die für die möglichkeit eines progressiven und zukunftsfähigen großbritannien steht. schade, dass davon in diesem artikel kein wort zu lesen ist. zentristischer bias?

    • @Pflasterstrand:

      Ihre Einschätzungen sind richtig.

    • @Pflasterstrand:

      Pflasterstrand, kannst du deine Textwände eventuell auch etwas leserfreundlicher abfassen?

      Mit Absätzen und mit Groß- und Kleinschreibung vorschlagsweise? Du tätest dir und deinem Anliegen einen kiltzekleinen Gefallen.

      Zunächst jedenfalls.

  • Kann das alles bestätigen. Die Gefahr von Unregierbarkeit in großen Teilen Europas ist offensichtlich. Die Ränder nehmen zu, die Mitte muss sich mit immer neuen 'unmöglichen' Konstellationen zusammenrotten um Rändermehrheiten zu verhindern. Mit der alleinigen Argumentation, dass die Ränder gefährlich sind.



    Das ist wohl richtig, leider wird darüber vergessen gute Politik zu machen, also auch Entscheidungen gefällt werden, die bei den Menschen spürbar werden. Das tut sie aber viel zu wenig. Lasche Reförmchen die keiner versteht, wo keiner was für sich als Veränderung bemerkt. Steuer, Gesundheit, Infrastruktur.... und ja, auch beim unsäglichen Thema Asyl. Die Menschen wollen Veränderungen sehen.

    • @Tom Farmer:

      Tjoa, wie letztes Mal gibt es auh aktuell reiche und einflussreiche Leute, die die Demokratie hassen. Gucken Sie sich an, wem die sozialen Medien gehören, gucken Sie sich die diversen Übernahmen von Medien in den USA in den letzten Jahren an, gucken Sie sich die Medienlandschaft in GB an, gucken Sie sich die Marktmacht von Springer, Burda & Co. in D an. Gucken Sie sich die Großspender der AfD an. Führen Sie sich die Rettung des FN in F durch Putin zu Gemüte.



      Da kann jeder selbst seine Schlüsse ziehen.

    • @Tom Farmer:

      Wo ist eigentlich diese ständig genannte Mitte?

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Die hat keine Zeit denn sie muss hart arbeiten.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Überall wo Links und Rechts nicht ist, also vielleicht?

        • @Tom Farmer:

          Und links und rechts ist da, wo nicht die Mitte ist. So einfach ist das!

  • Da hilft nur eine Intervention aus dem Weißen Haus: Donald Trump, der sich beim Bankett im weißen Haus von seiner Majestät Schlaumeierei blamiert fühlte, verabredet mit Kir Starmer den "Keir Royal"-Putsch, aus dem König Keir der I. des Vereinigten Königreiches hervorgeht. Ganz modern im neoliberalen Modus fällt aber Charles III. nicht die Treppe runter, sondern rauf: Narendra Modi bestellt ihn zum "Kaiser Charlendra von Indien" und macht sich selber zum Superkanzler Indiens nach dem Vorbild Bismarcks, dem es egal ist, wer über ihm Kaiser ist. WIchtig ist nur imperialroyaler Glanz, der das indische Volk ablenkt von dessen eigener schleichenden Absetzung als Souverän. König Keir I. verliert sich derweil in den tausend Räumen des riesigen Buckingham-Palastes. Da kann sich der neue Premierministe Nigel Farage abmühen wie er will: Ohne königliche Unterschrift bleiben alle seine neuen Gesetze ungültig - seine Majestät ist wiegesagt quasi "lost in space", d.h. somewhere in the palace ... :-)

  • Wer zu verzagt nicht Labour wagt



    dann leider über Starmer klagt.



    Labourzirrhose, Katerschmerz.



    Corbyn hatte noch ein Herz.

  • Ich möchte daran erinnern, dass Labour sich das komplett selbst zuzuschreiben hat. Da ist nichts Zwangsläufiges daran. Schließlich haben sie einen Jeremy Corbyn, der sehr populär war, auf ziemlich üble Weise mit Antisemitismusvorwürfen abserviert. Meiner Meinung nach war der Mann einfach nur klug und anständig und hat die israelische und auch die Weltpolitik realistisch gesehen. Eben einfach ein Linker der alten Schule, denen man noch nicht beigebracht hat, dass Krieg gleich Frieden ist und Freiheit gleich Sklaverei.

    • @XXX:

      Ob Corbyn wirklich "auf ziemlich üble Weise mit Antisemitismusvorwürfen abserviert" wurde oder ob die Aussagen und Handlungen Corbyns den Leuten dann doch irgendwann zu offensichtlich antisemitisch motiviert wurden, ist sicherlich diskutabel.

      • @Katharina Reichenhall:

        @Katharina: Natürlich ist das diskutabel, wie man eigentlich alles auf der Welt diskutieren kann und meiner Meinung nach auch diskutieren dürfen sollte. Was werfen Sie denn Corbyn genau vor?

  • Bisher kam der Scheiss doch immer aus Amerika. Bislang habe ich noch nicht mitbekommen dass unsere Verstrahlten den Kontakt zu den Rechtsextremisten im Vereinigten Königreich suchen, die Spahns und Weidels kriechen doch bei Trump.

  • Es ist eine ökonomische Krise, eine ökonomische Krise der unteren bis mittleren Schichten. Das Gefühl, dass das eigene Leben auch in Zukunft sicher ist, möglicherweise sogar besser werden kann, dass was nach dem Krieg die Menschen an die Demokratie gebunden hat, ist erodiert, deshalb verlieren alle Parteien, allem voran in UK, dass schon viel früher begonnen hat die ausgleichende Funktion des Staates zurückzufahren.



    Fast überall versuchen die großen Parteien mit den gleichen Rezepten mehr vom Alten, weniger Staat, Unternehmen entlasten, Bürger belasten.



    Wirtschaftlich ist das Kamikaze, geringeres Einkommen der Konsumenten führt zu weniger Einnahmen der Wirtschaft und zu einem Abwenden relevanter Teile der Bevölkerung von der Politik. Das, was die Politik versucht ist letztlich eine Subventionierung der Wirtschaft



    Dahinter steht ein grundfalsches Verständnis der Ökonomik.



    Man könnte sagen, wer immer wieder versucht das Gleiche zu tun und auf ein anderes Ergebnis hofft, ist ein Demokratiefeind!

    • @nutzer:

      Der im Raum stehende Elefant ist die Fetischisierung des Shareholder-Value seit Reagan, Thatcher und Kohl. Diese Fixierung der Politik auf die Börse verliert die Bedürfnisse der Bürger aus den Augen. Warum so Viele dann den rechten Rattenfängern auf den Leim gehen ist mir allerdings unverständlich.

      • @Xanyd:

        Wenn Sie schon von Elefanten im Raum reden, sollten Sie den großen Elefanten nicht vergessen zu erwähnen und der ist nun einmal, auch wenn es den meisten Linken nicht gefällt, das Thema Migration, Asyl und Flüchtlinge. Das kann man bedauern, das kann man verdammen, ändert aber nichts daran, dass das Thema ist, das den westlichen Demokratien so zusetzt.

        • @Katharina Reichenhall:

          Wenn es genug zu verteilen gäbe, sprich der erwirtschafte Wohlstand auch bei der Bevölkerung ankäme, würde sich nur eine Minderheit über Migration ereifern.

        • @Katharina Reichenhall:

          Kampagnen vom rechten Rand gegen Immigranten gab es zu jeder Zeit. In den USA u. a. gegen Iren, Italiener, Russen, Deutsche etc. pp. In GB traf es in der Zeit vor dem Brexit osteuropäische Arbeitnehmer, hier in D nach Juden, Italienern, Spaniern, Türken, Muslimen, Vietnamesen (-> Rostock-Lichtenhagen) etc. pp. die Flüchtlinge (interessanterweise unabhängig von der Herkunft).



          Der rechte Rand benötigt eine Zielgruppe für seinen Hass, sonst funktionieren die gewünschten Mechanismen nicht.

        • @Katharina Reichenhall:

          Genau so ist es Katharina, mir als ostzonaler schwuler Rotsocke ist vollkommen unklar, dass so Offensichtliches irgendwie ständig versucht wird, schönzureden. ..... AFD mittlerweile bei 28 %, Tendenz steigend.

      • @Xanyd:

        für rechts reicht eine Parole und ein bauchgesteuertes "Genau!", das ist einfach und schnell zu erreichen. links braucht mehr, muß vorgelebt werden, braucht erst Vertrauen, dass die anderen nicht nur Vorteile für sich wollen.

        • @nutzer:

          "Diese Fixierung der Politik auf die Börse verliert die Bedürfnisse der Bürger aus den Augen."



          Genau das ist eine Parole. Der Satz ist, näher analysiert, absolut nichtssagend. Die effektivste Politik gegen die Börse macht gerade Donald Trump, nur eben nicht mit Absicht.

          Linke, die meinen, sie würden nicht genauso gerne plumpe Parolen verwenden wie die Gegenseite, sind auf dem Holzweg. "Kein Mensch ist illegal" ist letzten Endes nicht komplexer oder inhaltlich realistischer als "Festung Europa".

          • @Agarack:

            "Diese Fixierung der Politik auf die Börse verliert die Bedürfnisse der Bürger aus den Augen." woher nehmen Sie dieses Zitat? von mir?

      • @Xanyd:

        „Warum so Viele dann den rechten Rattenfängern auf den Leim gehen ist mir allerdings unverständlich.“



        Ich würde mal vermuten, dass völkisch-nationale Ideologien, die auf Ressentiments gegen alles Fremde setzen bzw. auf die Markierung von ‚Sündenböcken‘ angesichts sozialer Krisen, immer noch mehr Zustimmung mobilisieren können als linke (sozialistische) Politikangebote. Zumal Rechte Populismus stets besser beherrschen als Linke.



        Paul Mason schreibt (in Faschismus: Und wie man ihn stoppt), dass der Faschismus das Schwert sei, dass sich der Kapitalismus eigens über sein Haupt gesetzt habe, um sich selbst über Zeiten gesellschaftlicher Krisen und Umbrüche zu retten.



        Obwohl diese These an die klassische marxistischen Theorien über Faschismus der frühen 30er Jahre anknüpft, lohnt es sich m.E. darüber nachzudenken.



        Die Analysen zu den ‚Big Tech‘- Visionen der Trumps, Musks und Thiels knüpfen nämlich durchaus an diese heutzutage als etwas angestaubt geltenden Faschismus-Theorien an.



        verfassungsblog.de...r-neue-faschismus/

    • @nutzer:

      (Ziemlich hingerotzter Artikel, Dominic..)



      Ja, solange vom Namen her sozialdemokratische Parteien versuchen ein Land mit neoliberalen (und erwiesenermassen unwirksamen) Konzepten wieder in Schwung zu bringen, werden diese weiter scheitern und rechte Populisten gewinnen.



      Ohne starke soziale Sicherungssysteme, gerechte Löhne und v.a. gerechte Besteuerung ALLER Einkommen werden unsere Gesellschaftssysteme kaputt gemacht.



      Solange spd und Labour dies nicht erkennen werden sie weiter Wahlen verlieren.



      Wann wachen die auf?



      Ich bin das sehr pessimistisch.

    • @nutzer:

      Sorry, Stichworte einer eher linken Wirtschaftsagenda zu formulieren... das springt mindestens 80% zu kurz. Als Denkanstoß: Konservativ sagt, mehr arbeiten und alles wird besser. sie sagen mehr Geld für die Arbeiter/Angestellten und alles wird besser.



      Ist es nicht so, dass nur produziert/angeboten wird, was einen Abnehmer/Käufer findet der bereit ist dafür Geld auszugeben? Und ist es dann nicht viel sinnvoller in die Entwicklung neuer Produkte, Ideen oder Dienstleistungen zu investieren? Also Bildung, Infrastruktur, Gesundheit. ...



      Gebe den Menschen mehr Geld und alles wird gut ist ja schon länger her als Yesterday. Vorindustriell schon fast.

      • @Tom Farmer:

        Das hat nicht viel mit links zu tun, sondern mit Ökonomik.



        Wenn eine begrenzte Geldmenge (was ja der Fetisch konservativer Kreise ist) nicht zu 100% wieder in den Geldkreislauf zurückgebracht wird, ist eine Rezession unausweichlich.



        Sparen alle Sektoren, Wirtschaft, Privat, Ausland und Staat wird es zwangsläufig noch schlimmer, in dieser Situation sind wir jetzt, bisher hat das Ausland unser Sparen ausgeglichen und sogar überkompensiert.



        Ein besseres Angebot kann einzelnen Firmen helfen mehr Marktanteile zu gewinnen, in der Gesamtwirtschaft (bei begrenzter Geldmenge) funktioniert das nicht, da ist es ein Nullsummenspiel. Sprich, kürzt man die Einkommen der Bevölkerung, fehlt genau diese Summe beim Konsum, bei den Umsätzen der Wirtschaft.



        Nur bei Neoliberalen fällt Geld vom Himmel, wenn man nur noch billiger produziert und bessere Angebote ins Schaufenster stellt.

        • @nutzer:

          de.statista.com/st...-in-der-euro-zone/



          In den USA sieht es noch viel dramatischer aus.



          Sie müssen schon bei den Fakten bleiben anstatt mit Stichworten am Thema vorbeizuargumentieren.



          Einerseits sprechen Sie davon "besserem Angebot" zu machen und alles wird besser und im letzten Absatz schimpfen Sie gegen Neoliberale die bessere Angebote ins Schaufenster stellen.... naja!

          • @Tom Farmer:

            Sie würfeln einiges von mir Gesagtem durcheinander.



            "Einerseits sprechen Sie davon "besserem Angebot" Angebotspolitik ist die Standardantwort der Neoliberalen, ist aber keine Antwort auf eine Rezession. Deshalb mein Hinweis, dass es nur für einzelne Firmen funktionieren kann.



            Nur Neoliberale glauben Angebotspolitik könnte eine Wirtschaft ankurbeln.

            "In den USA sieht es noch viel dramatischer aus." deshalb haben die USA auch diesen Präsidenten, den sie haben...

            • @nutzer:

              Klar, das Hauptargument das grundfalsch ist von Ihnen, dass nämlich zu wenig Geld im Umlauf wäre und alle, also auch der Staat sparen.... eben mal gar nicht stimmt, sondern sogar das Gegenteil richtig ist. Da gehen Sie gar nicht drauf ein.



              Und dennoch läuft es wirtschaftlich schlecht... oh Wunder. Kurzum: Mal die Fakten checken, überlegen, verstehen, ggf. Meinung ändern, aber nur wenn man will. Und über das Stichwort und Ihr Hassobjekt Neoliberal sinnieren das keiner hier im Munde getragen hat.... außer Sie selbst.

              • @Tom Farmer:

                Nein, es ist nicht zu wenig Geld im Umlauf (im Sinne der Geldmenge), richtig ist, dass zu viel Geld dem Kreislauf durch privates Sparen und durch parken von Unternehmensgewinnen im Kapitalmarkt entzogen wird, was sich auch Sparen nennt. (Das ist eine relative Größe, nicht absolut, wie in dem verlinkten Graphen) Diese gesparte Summe fehlt dem Kreislauf und muss anderweitig ersetzt werden.



                Ein Gedankenexperiment: wenn 2026 insgesamt100 Euro im Umlauf sind, davon 10 Euro vom Bürger auf der Bank geparkt werden. sind im Kreislauf noch 90 Euro übrig. Und selbst wenn nicht gespart werden würde, blieben es immer noch 100 Euro im Kreislauf. Woher soll das Geld stammen,damit jemand mehr verdienen kann, das BIP wächst?



                Und nun Sie, wie wird in Ihrem Verständnis Wirtschaftswachstum erzeugt?



                P.S. da Sie Neoliberalismus nicht mögen, man kann es auch (etwas sperriger) neoklassische Ökonomik nennen.

                • @nutzer:

                  "Nein, es ist nicht zu wenig Geld im Umlauf (im Sinne der Geldmenge), richtig ist, dass zu viel Geld dem Kreislauf durch privates Sparen und durch parken von Unternehmensgewinnen im Kapitalmarkt entzogen wird, was sich auch Sparen nennt."



                  Sind da nicht viele Widersprüche enthalten? Ganz oben sagen Sie, dass zuwenig Geld da sei zum konsumieren. Nun kann sogar gespart werden? Also scheint ja mehr Geld als zum täglichen Leben da zu sein.



                  Geld im Kapitalmarkt geparkt als Kritik? Wie denn wo denn? Im Kapitalmarkt wird nie etwas geparkt. Sondern Kapital bereitgestellt. Oder meinen Sie bei Banken oder der EZB eingelegt, was aber kein Kapitalmarkt wäre.



                  Wie auch immer: Wachstum entsteht nicht dadurch irgendwie Geld auszugeben (z.B. dass der Staat Panzer kauft) sondern in neue Dinge mit Wachstumspotenzial zu investieren, die später und möglichst lange nachgefragt werden. Derzeit KI Infrastruktur, innovative Fortbewegungsmittel, neues I-Phone (letzter Punkt Scherz mit Wahrheit)... das alles setzt Bildung voraus. Aus Bildung wird Idee, aus Idee wird Produkt und Dienstleistung, die wiederum funktionierende Infrastruktur benötigt. Klar: Für Idee, Produkt und Dienstleistung; ...wenig Staat!

      • @Tom Farmer:

        Was für eine revolutionäre Erkenntnis, als Konterpunkt zu linker Wirtschaftsagenda in Bildung und Infrastruktur zu investieren. Wann fangen die Konservativen nur endlich damit an?

    • @nutzer:

      Man könnte auch sagen, der brutale globale Kapitalismus ist mit Demokratie nicht vereinbar.

      Er funktioniert nur, wenn große Teile der Mehrheit gerade so dahin vegetieren und einige wenige in Reichtum ersaufen.

      Und der Kapitalismus ist das, was gerade die Welt beherrscht.

      Leider.