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Rentenpläne von MerzProfite oder Ethik

Kommentar von

Gunnar Hinck

Der Kanzler relativiert seine Renten-Äußerungen, will aber weiter eine Kapitalrente. Seine Pläne würden viele Menschen in ein Dilemma stürzen.

Merz' Äußerungen sind manchmal ungeschickt und manchmal einfach daneben Foto: Fabian Bimmer / reuters

F riedrich Merz hat am Wochenende das getan, was er häufiger machen muss: Nämlich eine Empörung eindämmen, die er kurz zuvor selbst durch missverständliche Äußerungen ausgelöst hat. Beim CDU-Arbeitnehmerflügel beteuerte der Kanzler, dass es zu keinen Rentenkürzungen kommen wird. Das hatte er ein paar Tage zuvor auch nicht explizit behauptet. Aber er schrumpfte bei seinem Auftritt ausgerechnet beim Bankenverband die gesetzliche Rente rhetorisch zu einem irgendwie lästigen Anachronismus, der „allenfalls“ nur noch die Basisabsicherung für das Alter leisten könne.

An seiner Agenda, die private, kapitalgedeckte Altersvorsorge massiv auszubauen, hält Merz fest. Sie soll wohl auch verpflichtend für alle werden, wenn man ihn richtig versteht. Das kann man als CDU-Kanzler und ehemaliger Manager des Finanzinvestors Blackrock natürlich fordern. Aber dann sollen er und die anderen Kapitalmarkt-Fans auch die Schattenseiten einer privaten Rente benennen: Aktienkurse können einbrechen, Dividenden auf null gesetzt werden.

Merz stürzt viele Menschen zudem in ein Dilemma: Als Kleininvestoren müssen künftige Rentiers auf möglichst hohe Mieten und damit Gewinne beim Wohnungskonzern Vonovia, möglichst viele Aufträge des Rüstungsunternehmens Rheinmetall und möglichst hohe Preise von neuen Medikamenten aus dem Hause Bayer hoffen, um nur drei Beispiele aus dem DAX zu nennen (große Fonds investieren immer in DAX-Unternehmen). Aber gleichzeitig lehnen viele solche Geschäftsmodelle aus ethischen Gründen ab – oder weil ihnen hohe Mieten und teure Medikamente gerade im Alter selbst schaden würden. Merz will die Leute zwingen, Teil des Aktienmarktkapitalismus zu werden, auch wenn sie ihn ablehnen.

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Es fehlt eine ehrliche, tiefere Debatte über das Für und Wider einer Kapitalrente. Versicherungen, 23-jährige Börsenfans auf Social Media, BörsenjournalistInnen mit Tunnelblick und Friedrich Merz haben bislang ein Monopol auf dieses Thema, und das ist nicht gut.

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ist Redakteur im taz-Ressort Meinung.
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154 Kommentare

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  • Wenn die Beitragszahler einen höheren Anteil in den Kapitalmarkt abzweigen müssen, kommt beim Rentner auf der anderen Seite naturgemäß weniger an.



    Dann muss der Zuschuss des Bundes zur Rente, der schon jetzt einer der größten Haushaltsposten ist, noch weiter steigen - was die Rente in den Augen des Gesetzgebers noch unattraktiver macht.



    Tatsächlich finanziert auf diesem Umweg aber der Bundeshaushalt dann den Kapitalbedarf von DAX-Konzernen - und niemand weiß, warum das so sein soll.

    • @hedele:

      "...Tatsächlich finanziert auf diesem Umweg aber der Bundeshaushalt dann den Kapitalbedarf von DAX-Konzernen..."

      DAX-Konzerne geben in aller Regel einmalig Aktien aus, die dann im Umlauf sind. Wenn ich mir heute Aktien von Siemens, Telekom oder VW kaufe, kaufe ich sie von einem anderen Aktienbesitzer und nicht vom Konzern selbst.







      Wenn ich bei ebay einen gebrauchten Staubsauger kaufe, mache ich Miele dadurch auch nicht reicher.

      Warum sollte das anders sein, wenn aus dem Bundeshauhalt im Umlauf befindliche Aktien gekauft werden?

  • Es können sich viele keine Aktien kaufen , sie haben kein Geld übrig .



    Eine Aktie die heute viel Wert ist , kann morgen



    wertlos sein .



    Es ist doch nur Erfüllungspolitik der Wirtschaft.

  • Ungerechtigkeit scheint seit Sklaverei und Kolonialismus eine erlernte Eigenschaft des Menschen zu sein. Im Kern geht es um Eigeninteressen und das eigene Wohl – auf Kosten anderer. Als „Erfinder“ gilt oft der weiße Europäer, der sich anderen überlegen wähnt und diese Ungerechtigkeit – selbst wenn sie harmlos erscheint – konsequent durchsetzt.

    Blicken wir auf heutige Kriege und globale Ungerechtigkeiten, erkennen wir die Fortsetzung dieses Anspruchs.



    Gleichzeitig existiert eine zweite Gruppe: „Helfergeist“ und „Almosensammlerinnen“. NGOs und humanitäre Organisationen sammeln unermüdlich Spenden, um die Folgen zu lindern – und bleiben doch Teil desselben Systems. Während Kriege geführt werden, folgt Hilfe; und am Sonntag wird für die Opfer gebetet.

    Die dritte Gruppe – die „Rebellierenden“ –, die das System verändern wollte, scheint verschwunden. Ihre Ansätze seit den 60er-Jahren sind gescheitert.

    So bleibt kaum noch etwas, um die Welt gerechter zu gestalten.

  • DIE CUM EX - Affäre hat doch nun wirklich jedem gezeigt wie es geht, ohne selber etwas an Steuern zu zahlen, an die Steuergelder der Steuerzahler zukommen.



    Hört einfach auf Poliker - wird schon klappen, da braucht man selber nicht viel zu beizutragen und das eigene Geld landet bei Leuten, die mit unserem Geld etwas anfangen können.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Bei Cum-Ex wurden Aktien um den Dividendenstichtag herum so schnell zwischen Beteiligten hin- und hergeschoben, dass die Finanzämter den Überblick verloren haben, wem die Aktie zum Zeitpunkt der Ausschüttung tatsächlich gehörte.

      Wenn ein kleiner Bürgergeldempfänger aber 20 Euro von einem Freund oder Verwandten zugesteckt bekommt, dann schrillen sofort die Alarmglocken in diesem Staat und alle schreien: "Die faulen Bürgergeldempfänger pressen unseren Staat aus, obwohl sie doch im Geld schwimmen."

      Der direkte Schaden für den deutschen Staat durch reine Cum-Ex-Deals wird auf mindestens 10 bis 12 Milliarden Euro geschätzt. Zählt man die verwandten „Cum-Cum“-Geschäfte hinzu, beläuft sich der Gesamtschaden in Deutschland auf geschätzt 36 Milliarden Euro.

      Man prügelt aber lieber auf arme Bürger ein, anstatt mal das Hirn einzuschalten und sich Gedanken über die wahren Schmarotzer in diesem Land zu machen.

      • @Ricky-13:

        @Ricky-13



        👍👍Vorallem verstehen scheinbar die wenigsten Bürger / Steuerzahler, dass es um ihr gezahltes Steuergeld ans Finanzamt ging, was da gestohlen wurde. Es herrscht die weitverbreitete Ansicht vor, die 35 Milliarden wurden ja dem Finanzamt gemobst, also nicht so wichtig - der allgemeine Michel versucht ja auch immer, sich vor " unnötigen Ausgaben " ans Finanzamt zu drücken, diese Steuerzahlungen zu umgehen. Nur bei CUM EX wurden ja von den Betrügern nicht einmal vorher Steuern geleistet, sondern - nicht gezahlte Steuern zurückgefordert, diese Rückzahlungen wurden mit den Steuereinnahmen der " normalen " Steuerzahlungen beglichen. Also Raub an uns, der Bevölkerung. Mal eben nur in Deutschland 35 Milliarden Euro - Europa weit ca. 140 Milliarden Euro. Einfach weg, weil Parlamentarier pennen❗️



        Wichtig ist es aber, wie Sie schreiben, dass wir unbedingt die 20 Euro wieder reinholen...😉

        • @Alex_der_Wunderer:

          Da habe ich noch etwas für Sie: *Die Steuerhinterziehung in Deutschland steht im Mittelpunkt dieser Folge von FunFacts mit Anne Brorhilker.* www.youtube.com/watch?v=1s1UTvL_yeU

          Anne Brorhilker war Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Köln und erlangte durch ihre Ermittlungen zum Cum-Ex-Steuerbetrug internationale Bekanntheit. Im April 2024 beantragte sie wegen ihrer Zweifel am politischen Willen zur Aufklärung des Steuerskandals die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Seit Juni 2024 ist sie Vorständin der Bürgerbewegung Finanzwende.

          • @Ricky-13:

            Nachklapp - Hol wiss - MM - 🙀🧐😶‍🌫️



            Wirtschaftskriminalität



            Streitbare Strafverfolgerinnen – und was aus ihnen wurde



            In den größten Fällen von Wirtschaftskriminalität haben oft engagierte Staatsanwältinnen ermittelt. Nur hat Publicity ihre Karriere nicht immer befördert. Prominente Jägerinnen – und was aus ihnen geworden ist.



            Von Katharina Slodczyk



            23.04.2024, 10.08 Uhr • aus manager magazin 8/2023



            www.manager-magazi...-b566-9d78e8b6d6e6

          • @Ricky-13:

            Kleine Fortsetzung



            “Der Staat verzichtet auf Milliarden



            Finanzbehörden sollen das Geld aus Steuerbetrug zurückholen, fordert die Organisation Finanzwende. Lobbyisten hätten zu viel Macht.“



            taz.de/Finanzwende...orhilker/!6021013/



            & Remember?



            Finanzsheriffs von Frankfurt!



            Die standen mal eben vorm Chefschreibtisch der Commerzbank



            Einer davon berichtete im Rhenania was dann brutalstmöglich Roland Koch denn geschah - Prüfungstiefe verringern immer Ondits - nie was Schriftliches! But tonn End



            “Sie wollten doch schon immer Leiter des Finanzamts ……werden!



            Entweder Sie stimmen Ihrer Versetzung zu!



            Oder Sie erklären sich mit einer psychatrischen Untersuchung einverstanden!“



            Der ihn begleitende Altgeselle nickte

            So geht das ©️Kurt Vonnegut



            “Wahres Entsetzen ist, eines Morgens aufzuwachen und festzustellen, dass deine Highschool-Klasse das Land regiert.“ (Original: „True terror is to wake up one morning and discover that your high school class is running the country.“)



            …anschließe mich

          • @Ricky-13:

            @Ricky-13



            Dankeschön für den informativen Link 👍👍

    • @Alex_der_Wunderer:

      Ja, es gibt Lügner und Betrüger unter den Politikern und Wirtschaftlern. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, uns selbst Gedanken zu machen, ob eine Idee von einem zu Recht so unbeliebten Kanzler nicht trotzdem auch einen sinnvollen Kern haben könnte.







      Wie wir sehen können, ist Norwegen mit seinem Renten-Staatsfond ziemlich gut aufgestellt. Der Fond hat die "new-economy-Blase", den "ewigen Krieg gegen Terror", Corona, die 2008er-Finanzkrise und vieles weitere überstanden und sich als stabil erwiesen. Wäre Deutschland (mit seinem viel höheren BIP) auch 1990 eingestiegen, stünden wir jetzt alle besser da, soweit erst mal unleugbarer Fakt.







      Schon aus diesem Grund sollte die Idee nicht lapidar mit "Kapitalismus ist böse"-Rhetorik vom Tisch gefegt werden.







      Die Fragen sollten lauten, ob wir ähnliches sozialverträglich auf die Beine stellen können. Ich denke, wir könnten. Und weil ein "weiter wie bisher" wahrscheinlich nicht auf Dauer funktioniert, sollte diese Alternative oder Ergänzung abseits von allem Populismus rational zumindest erwogen und durchgerechnet werden, bevor wir uns in 20 Jahren vor einem Renten-Trümmerhaufen wiederfinden.

      • @Sisone:

        @ Sisone



        Sie wissen, unser gesetzliches Rentensystem basiert auf einem Punkteprinzip - aus guten Grund.



        Stichwort Inflation, die Umrechnung in Punkte soll unter anderem die Inflation auffangen.



        Zudem, wer jetzt im Alter vo 20 Jahren, also in 2026 beginnt sich eine private Vorsorge für den voraussichtlichen Renteneintritt 2071 aufzubauen und dafür monatlich 1.000 Euro einplant, wieviel Kaufkraft bieten diese 1.000 Euro in 45 Jahren wohl ? Außerdem, schon jetzt gibt es, abhängig vom Investment Anbieter enorme Unterschiede bei den Renditen, Variationen von bis zu 20 % durchs möglich und keine Seltenheit. Steigende Anlagekosten können auch jederzeit von den Investoren an die Anleger weitergegeben werden.



        Also genaue Überlegung ist von den Bürgern schon bei einer Zustimmung betreffend einer Umstellung des Rentensystem gefragt und nicht gleich auf Merzis Werbetour reinfallen....



        Wer mit seinem Geld spekulieren, sparen, anlegen wollte konnte schon immer zusätzlich zur gesetzlichen Rentenersicherung aktiv werden und stand dann auf doppelten Boden - sogar mit festem Netz der GRV.

      • @Sisone:

        Norwegen hat Überschüsse aus Öl und Gas in Kapital umgemünzt.



        Wir hingegen müssten das Geld erst einmal den (armen) Beitragszahlern in die RV wegnehmen, um es dann an die (reichen) DAX-Konzerne weiterzugeben, von wo es in 50 Jahren als Kapitalrendite wieder zurückkommen soll - wenn denn alles gutgeht. In der Zwischenzeit muss der Steuerzahler aber den Ausfall überbücken, weil die aktuellen Rentner ja nicht verschwunden sind.



        Irgendwo stimmt etwas in der Kalkulation nicht.

      • @Sisone:

        Sie meinen die Riester-Rente mit der ich meine spätere Pension unterstützen sollte, die sich für mich nicht gerechnet hätte, um dann auch noch mit der Pension gegengerechnet zu werden?

        Glückwunsch, wenn Sie dieses Satzungeheuer verstanden haben - denn genauso wurde leider Anfang der 2000er argumentiert...

  • Die Beliebtheit von Friedrich Merz ist stark gesunken, auch unter Unionsanhängern, wo erstmals eine Mehrheit unzufrieden mit ihm ist. Merz gilt als der unbeliebteste Regierungschefs der Welt und hat sogar Donald Trump hinter sich gelassen. Das muss man erst mal schaffen. 😂

    Wenn die CDU mit diesem "Kanzler" nicht untergehen will, dann sollte sie Merz schnellstens in Rente schicken.

  • Ich verstehe überhaupt nicht, warum hier so lang und breit über alle erdenkbaren Probleme von Aktien, deren Anlage in Rüstung, die Risiken und Gewinne, debattiert wird...

    Ist nicht eigentlich das Hauptproblem, dass Geringverdiener und andere mit Mindereinkommen Gesegnete überhaupt nicht das Geld dazu haben in Aktien einzusteigen?



    - Doch ich weiß, dass man in Fonds auch Kleinbeträge anlegen kann. Wäre nur sinnvoll, wenn das jedem auch durchgängig möglich ist. - Reicht unser aller Kanzler der Herzen im Zweifel all jenen, die ein zu niedriges Einkommen dafür haben, eine Art "Vorrente" rüber? Zwecks sofortiger Anlage?

    Einmal dabei: Bei mir selbst wäre gerade mal wieder nicht der Zeitpunkt Depots aufzulösen. Etliche Prozent im Minus innerhalb der letzten Monate. Schuld daran ist zu großen Teilen der gute Onkel Donald aus Amerika.



    Und da dergleichen seit der Jahrhundertwende schon mindestens dreimal in ähnlicher Form passiert ist sind die Risken für Anleger keinesfalls zu unterschätzen. - Zumindest dann, wenn man nicht die Wahl hat: Ob abheben oder liegen lassen...

    • @Der olle Onn:

      Mit den 10% Einkommen, die für wertlosen Rentenpunkte draufgehen, könnte man ganz gut fürs Alter vorsorgen.

    • @Der olle Onn:

      @Der olle Onn



      Unser Rentensystem basiert von je her auf den Rentenbeiträgen der Beitragszahler und einem Anteil aus Steuergeldern aus unserem Bundeshaushalt. Also keine Panik - so fix wird unsere Regierung die Steuerzahlungen für jeden Schiss nicht abschaffen. Steuern werden wohl immer von den Bürgern erhoben.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Häh???

      • @Alex_der_Wunderer:

        Ja, aber ist auch sinnvoll. Selbst mit der selbstständigen Vorsorge werden wir für die weniger betuchten Menschen irgendwie unterstützen müssen. Denn auch Aktien gibt es nicht für lau.

    • @Der olle Onn:

      Egal für welchen Weg man sich entscheidet: Eine halbwegs anständige Rente WIRD absehbar zukünftig deutlich teurer als die 18,6% vom Brutto, die es aktuell sind. Ob man die Differenz in Beiträgen berappt oder in entsprechenden kleinen Happen in Kapital investiert, ist über Alles und Alle gerechnet kein Ruin. Der einzige Unterschied ist natürlich die Ansparzeit. Wer erst mit 50 anfängt, sich eine kapitalgedeckte Ergänzung aufzubauen, wird bis zum Eintritt in die Rente nicht mehr viel zusammenbekommen. Würde Alles umgekehrt bei der Umlage bleiben, könnte der derselbe Mensch aber von den - dann im Zweifel NOCH höheren - Beiträgen profitieren, die die Folgegeneration für seine Rente aufbringen muss.



      Letzteres klingt besser, aber die Frage bleibt halt, ob diese Beitragserhöhungen noch durchsetzbar wären. Einfach nur "muss halt" zu sagen wann immer Konjunktur und Demographie das Umlagesystem mal wieder zum Ächzen bringen, ist ein Krug der so lange zum Brunnen geht, bis er bricht. Wie dieser Bruch aussehen könnte kann sich Jeder selbst ausmalen: Die "egoistische Revolution der Jungen" ist nur eine Variante. Wahrscheinlicher ist, dass sie mit den Füßen abstimmen.

      • @Normalo:

        "...Wer erst mit 50 anfängt, sich eine kapitalgedeckte Ergänzung aufzubauen, wird bis zum Eintritt in die Rente nicht mehr viel zusammenbekommen..."







        Auf´s Private übertragen stimmt das nur bedingt.



        Wer tatsächlich bis 67 arbeitet und bis dahin in der Lage sein sollte, monatlich 500 Euro zurückzulegen (Gesamteinzahlungen in 17 Jahren 107.000 Euro) kann sich danach monatlich bis zum 87. Lebensjahr eine Zusatzrente von 1008 Euro auszahlen (Gesamtauszahlung 259.000 Euro).







        Ist natürlich nur eine Beispielrechnung, kann sich selbstverständlich nicht jeder in dieser Höhe leisten und soll nur verdeutlichen, welches Potential besteht, auch wenn man später mit der Vorsorge anfängt. Damit ist natürlich nur einem selbst geholfen, ist mir klar.

        • @Sisone:

          Nein - kann sich ganz gewiss nicht jeder leisten.



          Manche behaupten sogar, dass selbst die 5 ohne Nullen ihnen nicht möglich wären. Und nur um die ging es mir an der Stelle.

          Denen kann auch kein Kanzler was pflichtgemäßes diktieren.

          Dass eine langfristigere Lösung her muss, als der alte Adenauer-Klassiker mit den Leuten, "die immer Kinder kriegen", ist unstrittig. Nur sollte das dann auch gerade dieser Gruppe mit den niedrigen Renten helfen...

  • Eher findet sich eine Endlagerstätte für den Atommüll, als das eine Bundesregierung den Mut aufbringt, die offensichtliche Wahrheit zum Thema Rente auszusprechen. Dabei genügt ein Blick in den Bundeshaushalt in Verbindung mit der demographischen Entwicklung sowie den zukünftigen Zahlungsverpflichtungen, um zu wissen, wohin die Reise geht. Angeschmiert sind die Leute, die früher SPD gewählt haben. Also der kleine Mann, der seinen Lebensunterhalt selbst verdient und fleißig eingezahlt hat. Wieder ein Grund, warum die SPD nicht mehr gewählt wird.

    • @Nachtsonne:

      Die berühmte demographische Entwicklung. Tatsächlich kann kein Mensch seriös sagen, wie die Geburtenrate z.B. 2035 sein wird. Da spielen viele Faktoren mit. Und gerade in unserer immer chaotischeren Welt sind die Vorhersagen nicht mehr, als mehr oder weniger intelligentes Raten.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        >Tatsächlich kann kein Mensch seriös sagen, wie die Geburtenrate z.B. 2035 sein wird.<

        Richtig. Aber man kann zumindest sicher sagen, dass Randbedingungen des Umlageverfahrens - Wachstum der Gruppe der Einzahler - nicht ewig funktionieren können. Sie können noch so viele Fachkräfte nach D holen - wenn diese Fachkräfte ins Rentenalter kommen haben Sie ein noch größeres Problem.

        • @test_name:

          Woher wissen Sie, wie viele Kinder die Fachkräfte haben werden? Und wie viele die "Einheimischen"?

          Die Gewissheiten, die ständig ins Feld geführt werden, sind eben nur Vermutungen.

          Ein Anfang wäre ja, dass man Bedingungen schafft, unter denen die Menschen Lust bekommen, Kinder in die Welt zu setzen. Machen wir aber nicht. Aus allen Lautsprechern tönt, dass der Untergang naht und kürzlich hat ein Anwohner durchgesetzt, dass in einem Geburtshaus ein wichtiger Geburtsraum nicht genutzt werden darf, weil ihm die Frauen während der Geburt zu laut sind. So kinderfreundlich ist unser Land.

        • @test_name:

          Wenn diese Fachkräfte ins Rentenalter kommen, haben sie in aller Regel auch Kinder und mit ein bisschen Glück wird die demographische Pyramide mit der Zeit wieder vom Kopf auf die Füße gestellt mit der "normalen" breiten Basis und schmalen Spitze.

          • @Sisone:

            Jede Fachkraft drei Kinder - dann funktioniert das. Nur wenn die drei Kinder dann im Rentenalter sind, dann braucht es neun Kinder-Kinder um die Kinder-Rente zu bezahlen.

            Da die Menschen älter werden, stimmt die demographische Pyramide nicht mehr. Um das Auszugleichen müsste die Basis vergrößert werden. In Deutschland können sicher auch 150Mio. Menschen leben - nur bei 300.Mio Menschen wird es dann echt schwierig.

            Länder wie Syrien, Ägypten und Afghanistan zeigen, wohin hohes Bevölkerungswachstum führt.

            • @test_name:

              Bei einer Geburtenrate von etwas über 2 pro Eltern entwickelt sich eine "gesunde" demographische Bevölkerungspyramide, ohne dass die Bevölkerung schrumpft oder ansteigt. Ich habe nicht gemeint, dass die Einwohnerzahl um zig Millionen steigen müsse.







              Aktuell finanzieren 2 Arbeitnehmer einen Rentner. Anfang der 60er-Jahre war das Verhältnis noch 6 zu 1!



              Ein vernünftiges Verhältnis wäre 3-4 zu 1. Dann klappt auch das Umlagesystem wieder. Ohne Zuwanderung läuft die Entwicklung auf ein Verhältnis von 1 zu 1 hinaus.







              Ohne Zuwanderung wird´s also ganz düster. Ziel muss es also sein, dass sich Deutschland offen und ehrlich dazu bekennt, Zuwanderung zu brauchen und anfängt diese dann auch zu steuern, so wie es andere Länder aus verschiedensten Gründen auch getan haben.

            • @test_name:

              Wie kommt man auf so eine schräge Rechnung?

    • @Nachtsonne:

      Weiß ja - daßse & etwas differenzierter aber ähnlich Normalo - es mit dem -



      “bei 💡 besehen“ nicht so haben! Wollnich But



      Rentenexperte Otto Teufel



      Einer schuftet im Augiasstall



      Der Bruder von Fritz Teufel ist einer der versiertesten, kritischsten Rentenexperten Deutschlands. Seit 30 Jahren kämpft er gegen die Rechentricks der Rentengesetzgebung.“ Von Gabriele Goettle



      taz.de/Rentenexper...o-Teufel/!5127666/ mit dem schönen Zitat des



      Klassenverräters GazPromGerd



      "Wir werden die Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen abfordern müssen." Altbundeskanzler G. Schröder (SPD)



      Wie die Rente ala long systematisch durch Fremdendnahmen etc denaturiert worden ist & flankierend diffamiert von Kreisen wie sie das jetzige Kabinett unverhohlen hetzend repräsentiert •



      Kein Wunder wenn die Kapitalistenlobby mit Merz & Reiche die entscheidenden Teile der Regierung geentert & den Herrn Finanzminister offensich verschrödert ebenfalls längst am Kanthaken hat!

      Na Mahlzeit

  • Also iuch rekapiutulier mal:

    Der Kapitalismus ist böse. Er bringt zwar insgesamt mehr Wohlstand, aber die wahren Gewinner sind immer nur die auf der Kapitalseite. DIE sind erst recht böse und machen deshalb Geschäfte mit Allem, was nicht niet- und nagelfest unter edelmütiger sozialer Kontrolle ist (die das mit der Kontrolle auch nicht gebacken bekommt, aber was soll's...).

    Und jetzt der Clou: Weil man ja nicht zu den Bösen gehören will, darf man auch nicht unter die Kapitalgewinner gehen. Denn da wäre man ja mit verantwortlich, wofür das Kapital eingesetzt wird. Und "verantwortlich" hieße ja, man müsste am Ende noch mit darüber ENTSCHEIDEN und wäre nicht nur Profiteur! Igitt!!

    Nein, meine lieben, guten, unschuldigen Gesellschaftsmitglieder, das hässliche Geschäft des Geldhabens sollen dann doch lieber die bösen Reichen weiter unter sich ausmachen, und gerne soll das Alles den Bach runtergehen, damit diese Reichen immer noch böse, aber nicht mehr reich sind. Das System ist nämlich einfach zu krank, um zu überleben (aber auch bei galoppiernder Überalterung eine schöne, jahrzehntelange Umlagerente finanzieren muss bitte sehr wohl noch)! We shall overcome...



    Hab ich was vergtessen?

    • @Normalo:

      „Habe ich was vergessen?“. Ja, die Ironie-Tags

    • @Normalo:

      @ Normalo



      Einspruch - der Kapitalismus ist nicht per se böse, er wird nur von einigen bösen Verbrechern für ihre eigene, überproportionale Bereicherung, auf Kosten der Mehrheit der Bevölkerung, missbraucht.



      Zur Rüstungsindustrie - sich ein Steak vom Kopfgeld dieser Menschenvernichtungsmaschinerie schmecken lassen zu wollen, da gehört schon einiges zu. Guten Appetit ❗️

      • @Alex_der_Wunderer:

        Der Kapitalismus an sich ist letztlich ein Motivationssystem: Arbeite, habe Ideen und mache beides attraktiv für Andere, verhandle dann noch gut, und Du kannst die Früchte ernten - je nach Bedürfnis in Form von Konsummöglichkeiten, Sicherheit, Eigentum oder auch Macht. Der größere Sinn ist, dem Individuum einen möglichst großen volkswirtschaftlichen Beitrag über den Anreiz der (möglichst unmittelbaren) Bedürfnisbefriedigung zu entlocken - und je mehr Grenzen dem Prozess gesetzt werden, um sowas wie "Proportionalität" zu wahren, desto mehr schwächt sich dieser Anreiz ab.



        Es wäre daher blauäugig zu meinen, dass das, was Sie "Missbrauch" nennen, in dieser Anreizstruktur nicht angelegt wäre. Es ist nur schlicht unerwünscht (weil objektiv nicht nachhaltig und - in einem weiteren, stärker moralischen Einschränkungsschritt - auch unsozial), die systemmimmamenten Konzentrationsprozesse bis ultimo durchlaufen zu lassen. Deshalb gibt es Regeln, Umverteilungsprozesse etc..

        Zur Rüstung: Aktien bieten Mitbestimmungsmöglichkeiten - an wen KEINE Waffen verkauft werden z. B.. Dann fällt das Steak vielleicht kleiner aus, aber besser man selbst isst es als wer, dem es NUR um das Steak geht, oder?

      • @Alex_der_Wunderer:

        *Der Kapitalismus gilt aufgrund des Wachstumszwangs, der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und hoher Emissionen als Haupttreiber von Klimawandel, Artensterben und Umweltzerstörung. Da unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten unmöglich ist, führt dieses System zwangsläufig zur Zerstörung der Lebensgrundlagen, während soziale Ungleichheit zunimmt.*

        Das hat übrigens dieses "linke Kampfblatt" Springer-WELT mal geschrieben.

        Im Kapitalismus ist der Besitz von Produktionsmitteln (Kapital) der Schlüssel zur Macht und zu hohen Gewinnen, während die breite Masse überwiegend von Lohnarbeit abhängig ist. Die Begriffe 'Arbeitgeber' und 'Arbeitnehmer' stammen aus einer stark hierarchischen Zeit: Der eine "gibt" Arbeit, der andere "nimmt" sie an.

        In Deutschland ist das Nettovermögen sehr ungleich verteilt; die reichsten 10 % besitzen rund 67 % des Gesamtvermögens - und dafür schuftet der 'Arbeitnehmer' täglich fleißig und brav.

        Der Kapitalismus ist ein System, das Wohlstand nur für ein paar Menschen schafft, aber gleichzeitig soziale Ungleichheit und Umweltschäden verursacht.

        So gesehen ist der Kapitalismus tatsächlich 'das Böse'. Mephisto hat halt überall seine Finger mit im Spiel.

    • @Normalo:

      Das ist ein trifftiges Argument gegen Vermoegenssteuer und Umverteilung. Das ist den unschuldigen Gesellschaftsmitgliedern doch garnicht zuzumuten, wuerden sie doch dann zu Nutzniessern des Boesen!

      • @elektrozwerg:

        Spätestens nachdem es den Bösen genommen und durch die heilenden Hände des Fiskus gewandert ist, gilt wieder "pecunia non olet"....

  • "Merz will die Leute zwingen, Teil des Aktienmarktkapitalismus zu werden, auch wenn sie ihn ablehnen."

    Und die gesetzliche Rente "schützt" davor? Ohne Privatwirtschaft gibt es KEINE Rente. Egal in welcher Form. Mama Mia.

    • @Querbeet:

      Ja das ist immer das lustige Argument, was ist wenn der Aktienmarkt kollabiert? Dann gibt es keine Rente mehr wegen Massenarbeitslosigkeit.

    • @Querbeet:

      Vor allem will der Autor ja, dass alle mehr in die gesetzliche Rente zahlen, obwohl Investitionen am Aktienmarkt so viel lukrativer sind und entgegen den Behauptungen des Autors sehr Renditestabil sind.

      • @Walterismus:

        Erzählen Sie das bitte mal den Millionen Amerikanern, die in der Finanzkrise ihre Altersversorgung verloren haben.

        Aber Vorsicht ein Teil von denen ist bewaffnet.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          ein Teil der Anlage besteht auch aus rentenpapieren. in einer finanzkrise werden die Zinsen gesenkt, was zu einem Anstieg des Wertes der rentpapiere führt.



          der kapitalmarkt besteht eben nicht nur aus Aktien.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Sicher haben viele Amerikaner im Schnitt ca 1/4 ihrer Altersversorgung bei der Finanzkrise verloren. Nur ist das zu einem eine Momentaufnahme, die Maerkte erholten sich anschliessend wieder, zum anderen vergisst man gerne, dass sie damit immer noch mehr rausbekommen haben im Vergleich zu einer 100%igen deutschen Rente.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Brauche ich nicht, denn diese Millionen Amerikaner haben ihre Altersvorsorge verloren, weil Sie in ungedeckte Fonds investiert haben, welche zunehmend unsicherer wurden, weil die aufgenommenen Kredite für Immobilien nicht mehr gedeckt waren.

          Das hat aber wenig zu tun mit Investitionen in die großen ETFs wie MSCI World, S&P 500 etc, welche auch damals sicher waren. Die großen ETFs und Indizes waren nichtmal 12 Monate nach dem Crash wieder auf Vor-crash Niveau.

          Selbst bei Corona waren die großen ETFs und Indizes bereits nach 6 Monaten wieder deutlich über dem Vor-Corona Stand. Und selbst während Corona in 2020 sind die ETFs lediglich auf den Stand 2017 zurückgefallen.

          Sie können sich gerne an den dubiosen Fonds orientieren und aufgrund dessen den Aktienmarkt ablehnen und nicht investieren, aber bei den großen ETFs sind Sie sehr sicher.

          • @Walterismus:

            Das Problem bei der Sache ist, dass viele einfach alles, was irgendwie mit Geld investieren zu tun hat, in einen Topf schmeißen. Wenn die Kurse mal für ein Jahr einbrechen, weil sich die Amerikaner hoffnungslos überschuldet haben, lernen viele nur daraus, dass alles, was mit Aktien zu tun hat, Teufelszeug ist. Das ein Jahr später die Kurse sich wieder erholt haben, war natürlich keine Nachricht wert.

            • @Sisone:

              @Emmo



              @elektrozwerg



              @Walterismus

              Ich weiß nicht, wie oft es schon erklärt wurde, aber gut, dann eben nochmal.

              Wenn jemand genug Geld auf der hohen Kante hat (also schon vorher viel hatte, das er anlegen konnte) sind Krisen fast kein Problem. Man kann die Zeit bis zur Erholung überbrücken. Wer aber wenig hat und darauf angewiesen ist, dass ständig Geld fließt, muss sein Kapital angreifen oder sogar ganz aufbrauchen. Und schon ist die schöne Alterssicherung pfutsch. Genau das ist Millionen Amerikanern passiert.

              Natürlich kann man sich einreden, dass die eigenen Anlagen sicher sind. Weil man sich für schlauer hält, als die Betroffenen damals. Allerdings fällt das das wohl eher in die Rubrik Selbstbetrug. Es gibt am Kapitalmarkt keine absolute Sicherheit. Streuen hilft, aber verursacht auch höhere Grundkosten. Wer wenig Geld hat, kann dies nicht abzweigen. Sonst bleibt kein Gewinn. Letztlich bleibt alles beim Alten. Der Kapitalmarkt ist erst attraktiv und halbwegs sicher, wenn man über genug Geld verfügt.

              Dazu kommt natürlich, dass in unserer wackeligen Welt nicht sicher ist, ob es in ein paar Jahrzehnten überhaupt noch einen Kapitalmarkt gibt.

              PS: Habe auch etwas Geld in ETF.

              • @warum_denkt_keiner_nach?:

                "...Es gibt am Kapitalmarkt keine absolute Sicherheit. Streuen hilft, aber verursacht auch höhere Grundkosten..."







                Höhere Grundkosten werden eben gerade nicht bei einem Renten-Sparplan auf einen weitgestreuten ETF (-> "Streuen hilft") verursacht, da sind Sie falsch informiert. Hohe Grundkosten werden durch Verwaltungskosten zwischengeschalteter Institutionen (Banken, Versicherer, Anlageberater usw.) verursacht, die bei ETFs wegfallen. Die Grundkosten beim typ. Beispiel des MSCI world liegen in einem Korridor von 0,05 % bis 0,50 % pro Jahr. Vergleichen Sie gerne mal mit den Verwaltungskosten der staatlichen Rente oder mit solch Abzockerprodukten wie der Riesterrente.







                Ich kann Ihr ungutes Bauchgefühl wirklich sehr gut nachvollziehen, insbesondere weil die Rente existentiell wichtig ist. Aber wenn Sie das Ganze ablehnen, weil es vielleicht in ein paar Jahrzehnten gar keinen Kapitalmarkt mehr geben könnte, vergeben sie große Chancen wegen eines aus jetziger Sicht sehr unwahrscheinlichen Szenarios.







                Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass das jetzige Umlagesystem aufgrund der demographischen Entwicklung zunehmend kollabiert. Wo könnte also eine Alternative liegen? Norwegen fragen?

              • @warum_denkt_keiner_nach?:

                Auch wenn Sie immer wieder erklären, dass viele Amerikaner Ihre Altersvorsorge verloren haben: wir reden hier von zwei unterschiedlichen Dingen!







                Die Amerikaner, die Ihre Altersvorsorge verloren (besser: deutlich reduziert) haben, waren in erster Linie die, die hauptsächlich spekulativ und riskant in den Aktienmarkt eingestiegen waren und dann auch noch bei fallenden Kursen in Panik alles verkauft haben. Niemand (wirklich absolut niemand!) der regelmäßig wenigstens 15 Jahre regelmäßig in einen weitgestreuten ETF eingezahlt hat, hat bei dann nachfolgender Rentenauszahlung jemals einen Verlust erlitten, ganz egal, wann die Einzahlung und wann die Auszahlung begann.







                Der gefühlte unmittelbare Verlust war während des Crashs natürlich riesig, aber trotzdem lag der Kurs inklusive Dividendenzahlung immer noch um 70% (!) höher, als bei Einzahlungsbeginn. Und jeder, der in der Krise nur soviel ETF-Anteile verkauft hat, wie unbedingt nötig für den Lebensunterhalt, ist auch gut über diese Krise hinweggekommen.

                Nach dem Crash:



                3 Jahre später: +90%



                5 Jahre später: +140%



                Heute: + 576%

                Fakt:



                Wenn sich heute alle Aktienkurse halbieren, liegt der Kurs immer noch um 66% höher als vor 15 Jahren!

              • @warum_denkt_keiner_nach?:

                Auch das ist schlicht falsch! Man legt kein Geld an, welches man in 1-2 Monaten gebrauchen könnte.



                Zum anderen geht es hier um langfristige Anlage von Geld um die Rente abzusichern, also Geld an das man erst nach Jahren/Jahrzehnten dran geht. Und damit ist Ihr Kernargument schlicht falsch, denn wenn ich über Jahre mein Geld anlege, dann habe ich selbst bei einem Börsencrash dickes Plus gemacht und das x-fache von dem verdient, wie wenn ich es in die Rentenkasse einzahle.

                Und da es hier eben um Rente geht, geht die Diskussion ohnehin um Geld welches so oder so für den Moment weg ist.

                Auch das der Kapitalmarkt erst attraktiv wird, wenn man genug Geld hat ist schlicht falsch, da man auch bereits sehr kleine Summen investieren kann. Bereits bei einem 10€ Sparplan über 25 Jahre in den MSCI World wird man bei Konservativer Entwicklung ca. 4000 eingezahlt haben und über 15.000 raus bekommen nach 25 Jahren. Damit kann man die Rente für über 13 Jahre um monatlich 100€ aufbessern (wohlgemerkt konservativ geschätzt).

                Der Kapitalmarkt ist sicher, aber sie können ja gerne das nächste Rentenprodukt wie Riester nehmen. Das hat sich ja als total sicher und solide herausgestellt. NICHT!

  • Dann liebe taz bringt doch die Lösung wie unsere Renten in Zukunft sicher sind, oder besser noch steigen. Für funktionierende Vorschläge im Rahmen der Demokratie ( kein Sozialismus) sind bestimmt alle Parteien dankbar.

    • @Günter Witte:

      Liggers. Selbst für einen Günter Witte ist das noch subobtimal - wa.

    • @Günter Witte:

      Einfach ein Bleistift an der sozialistischen Schweiz, oder dem sozialistischen Österreich nehmen.

    • @Günter Witte:

      Das ist nicht sehr schwer: ALLE sollten in die Rentenkasse einzahlen: Beamte, Selbständige, Großverdiener etc. So geht das in anderen Ländern und es funktioniert gut. Das gilt im Übrigen auch für die Krankenversicherung. Doch hier wie da ist es eine elitäre Lobby, die an ihren Privilegien ultra-festhält.

      • @Perkele:

        Mehr Einzahler, mehr Bezieher. Das Demographieproblem kriegen Sie so nicht weg.



        Ob hundert Einzahler 50 Rentner finanzieren, oder 1000 Einzahler 500 ändert an der Problemlage nix. Klingt aber immer erstmal toll.

        • @Querbeet:

          "...Ob hundert Einzahler 50 Rentner finanzieren, oder 1000 Einzahler 500 ändert an der Problemlage nix..."







          Stimmt leider.







          Allerdings sind es häufig die Gutverdiener (Ärzte, Beamte usw.), die sich der gemeinsamen Rentenkasse entziehen. Dem wahrscheinlich folgenden Argument, dass die ja dann später auch eine höhere Rente kassieren, wäre zu entgegnen, dass mit der Festlegung einer Mindest- und einer Höchstrente das Problem gelöst werden könnte. Ohne jetzt auf Beamte einprügeln zu wollen, ist es schon eine Schieflage, das die Beamtenpension bei 71% des letzten (!) Gehalts liegt, während die normale Rente maximal bei 48% des durchschnittlichen (!) Gehalts liegt.

  • danke für den klugen Kommentar und den Aufruf das Thema Kapitalrente und damit verbundene Themen nicht Markt- Neo- und sonstigen Fans zu überlassen.



    Das lässt sich problemlos auf andere Themen übertragen die einer vermeintlichen Zielgruppe ein vermeintlicher Dorn im Auge sind.

    Bitte mehr davon, bitte mehr Blicke ins Ausland, in die Historie, in Hintergründe und Einordnungen (ketzerische Frage: woher kommt oder gibt es überhaupt ein Recht auf Rente?)

    Auf jeden Fall ein emotionales Thema, wo fertige Meinungen und "eins für alles" und "so geht es" und "so geht es nicht" und die "Politiker sollen ihre Arbeit machen" (meine Lieblingsaussage in den bisherigen Kommentaren) sehr kurz greifen.

    Was wäre eine extreme, was wäre eine ausgewogene aber trotzdem "linke" Haltung - ich habe da viele offene Fragen und wünsche mir gerne mehr Inhalt und Meinungsbildung auf der TAZ.

  • Warum schaut man nicht einfach, was gut funktioniert? Berufsständische Versorgungswerke, seit Jahrzehnten etabliert.

    Es hat seinen Grund, dass Ärzte, Rechtsanwälte, Apotheker nicht in die GRV einzahlen.

  • Es war schon vor der Wahl klar, das Merz die Aktienrente einführen würde.



    Die erhöhte Nachfrage wird die Kurse weiter steigen lassen.



    Sinnvolle Regelungen des Finanzkapitalismus, wie zum Beispiel die Finanztransaktionssteuer, werden in Zukunft die eigene Rente gefährden.



    Genial. So macht man nicht nur mehr Profit, sondern macht auch Kritiker mundtot und blockiert das freie und kritische Denken.



    In den Chefetagen von Blackrock und Co. dürfte das eine euphorische Stimmung auslösen. Merz wird viele Schulterklopfer dafür bekommen. Für das Gemeinwohl ist es langfristig Gift.

  • Hätten die Leute die heute in Rente gehen ihre Rentebeiträge in sichere Aktien investiert bei 5% Rendite im Jahr würden die meisten mehr davon haben als sie aus dem staatlichen Rentensystem kriegen.

    • @Machiavelli:

      Das hat genau Thomas Piketty für über 10 Jahren geschrieben:

      r ist größer als g

      d.h. die Kapitalrenditen sind größer als das Wirtschaftswachstum oder das Vermögen wächst schneller als die Produktion.

      Alles, was Sie als Rentner:in konsumieren wollen, muss leider erst einmal produziert werden.

      Wenn das Vermögen wächst, aber nicht die Produktion (das Wirtschaftswachstum liegt z.Z. bei unter einem Prozent), gibt es höchstens eine Inflation, wenn Sie ihr Vermögen verwenden wollen, um davon zu leben.

      Für Piketty ist dieses übrigens eine Systemkritik, die zu mehr Ungleichheit führt.

    • @Machiavelli:

      Tja, wenn mir meine Rentenbeiträge die letzten 20 Jahre in SVpflichtiger-Tätigkeit nicht abgeknöpft worden wären um die jetzigen Rentner zu versorgen, hätte ich auch investieren können. Zu dumm, dass ich auf den Riesterbetrug reingefallen bin, wo ich mehr einzahle als jemals rauskommt (auch Fondsbasiert, aber die Verwaltungskosten fressen mehr als Gewinn reinkommt). Und das war der letzte "große Wurf" um die Rente zu privatisieren. Warum werde ich den Verdacht nicht los, dass wieder nur Finanzinstitute, Broker und Makler verdienen werden und auf die Rentner in spe nur Brosamen downtrickeln werden?

      • @Blutsbruder WinnePuh:

        …anschließe mich

        ps als es Risterte hatte ich anders als offensichtlich Sie 🍀 - daß uns Ohl ein lebenserfahrener Koofmich nur trocken sagte “Jung - laß die Finger davon - das rechnet sich nicht!“



        Recht hatte er •

      • @Blutsbruder WinnePuh:

        Was hindert Sie daran ein Depot zu eröffnen und selber einen Sparplan anzulegen? Jede Bank bietet sowas an, es gibt unzählige Broker bei denen man sich anmelden kann und loslegen kann. Die klassischen großen ETFs und Fonds und Indizes sind alle bekannt.



        Da braucht man echt kein großes Fachwissen für. Wenn man darauf verzichtet, dann kann man hier nicht die Finanzinstitute, Broker oder Makler blamen, denn die können nur ein Angebot machen, annehmen muss man es schon selbst.

        ETFs werfen seit Jahrzehnten nachweislich die besten Renditen ab, aber man nimmt ja lieber Riester-Rente, weil kommt ja vom Staat, muss also sicherer sein.

        • @Walterismus:

          "kommt ja vom Staat, muss also sicherer sein."

          Und die steuerfreien Zuschläge! Das ist geschenktes Geld vom Staat!! Da sagt man doch nicht Nein!!!

  • Die tazzies und die Finanzen...



    Mal davon ab, dass es jede Menge "ethischer" Fonds unterschiedlicher Art gibt und somit jeder problemlos nach seinen moralischen Vorstellungen investieren kann: Breit gestreute Aktienfonds haben auf 15-Jahressicht noch nie Verluste gemacht.



    Und sieht man sich die Zahlen an, so ist die gesetzliche Rente genau das was der Fritze sagt: Eine Basisabsicherung. Sich als Wähler darüber zu beschweren, dass einem ein Politiker reinen Wein einschenkt lässt irgendwie schon Zweifel am Wahlrecht aufkommen. Und dabei hat der Mittelschichtler Merz nur die halbe Wahrheit rausgelassen. Denn das Hauptproblem der Altersabsicherung ist nicht das Geld, sonder die Demographie. Denn irgendjemand muss ja das Essen, die Kleidung, Medikamente, Wohnungen etc herstellen. Die Zahl der Arbeitswilligen nimmt künftig stark ab, die Renter wollen (und müssen) aber trotzdem konsumieren. Das schlimme Heute ist die gute alte Zeit von Morgen

  • Wes Gast ich bin, des Lied ich sing. Klingelingeling...



    Der Finanzindustrie (wo war das kürzlich?) verspricht Friedrich Merz, dass Bürger:innen und Staat Ihnen Geld in die Kassen spülen sollen. Der CDA verkauft er das nun als sozial. So isser nunmal. Hei schnackt de Lü naut Muul; aber er verkauft immer das Selbe. Von den vielen Facetten, die politische Angelegenheiten so haben, zeigt er seinen Gastgeber:innen nur die, die sie sehen sollen/wollen.



    „Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen." (Schiller, Wallenstein)

  • Eine 'Kapitalrente' -wohlmöglich noch mit deutschen Werten- wäre mit einem noch dramatischeren Wertverlust verbunden wie schon die staatlich gestützte Altersversorgung. Wer angesichts der Überkapazitäten, zum Beispiel bei Butter oder in China, wo die allerbesten PKWs quasi unverkäuflich sind mangels Binnennachfrage (es gibt zu wenige Mitmenschen, die sich das leisten können, weil Automaten und Roboter keine Existenzchancen ermöglichen) immer noch an Konjunktur und Wachstum glaubt, sollte endlich einmal eine richtige Brille aufsetzen. Die Globalisierung hat lange Zeit zu einer Wertschöpfung beigetragen, die uns fast zwangsläufig an ein -viel !-Zuviel 'gewöhnt' hat, da ja als Ausgleich für ein Zuviel an Exporten auch ein Zuviel an Importen beschert hatte, das wir uns jetzt aber nicht mehr leisten können und uns und unseren Staat damit ärmer werden lässt. Gleichzeitig trocknet der Mittelstand als Quelle der Kreativität und des Fortschritts aus. Wer der Börse unsere Werte überlässt , die dann auf einem Weltmarkt verramscht werden, darf sich nicht wundern, wenn hierzulande alle ärmer werden. Wir alle wären reicher, wenn wir mit weniger Importen unsere Werte gerechter verteilen.

    • @Dietmar Rauter:

      Amen, und dann investieren unsere Rentenfonds am besten noch in Hedgefonds die funktionierende Unternehmen aufkaufen,aufteilen, die Filetstück verscheuern und den Rest einfach in Insolvenz schicken. Lasst uns die Heuschrecken füttern, auf das sie unsere Felder bestellen. Da wird bestimmt nichts schiefgehen.

  • Danke Herr Hick! Sie weisen auf ein sehr wichtiges Problem hin, was offenbar in den Kommentaren kaum reflektiert wird: Durch verpflichtende Aktienrenten fesseln wir den Wohlfahrtsstaat (auch) an Unternehmen, die der Allgemeinheit schaden. Es entstehen Interessenkonflikte und massive Einschräkungen politischer Lösungsansätze, was die Demokratie noch weiter in Richtung neoliberaler Technokratie verschiebt. Gerade Investitionen die Immobilienkonzerne sind ein sehr gutes Beispiel. Mietpreisbremse? Dann bricht die Rente zusammen?

    • @Henne Solo:

      Ich würde Ihnen Recht geben, wenn irgendjemand vorhätte, bei der Aktienrente ausschließlich auf Wohnungskonzerne zu setzen.







      Als Gegenbeispiel könnten der MSCI world (1600 Aktien von Firmen aus den großen Wirtschaftsnationen) oder MSCI all world (2800 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern) dienen. Es wäre dabei komplett egal, was Vonovia macht oder nicht macht und andersherum auch vollkommen egal, ob eine Mietpreisbremse deren Gewinn schmälert, weil es einfach absolut nicht ins Gewicht fällt.







      Natürlich sollte, falls je so ein Vorhaben umgesetzt wird , darauf geachtet werden, Abhängigkeiten von einzelnen Konzernen zu vermeiden.







      Auch wenn ich, wie wahrscheinlich die meisten hier, den Kanzler für eine absolute Fehlbesetzung halte, sollten wir trotzdem Vor- und Nachteile eines staatlichen Rentenfonds sachlich ausloten. Wir können nicht neidisch auf den norwegischen Staatsfond gucken und gleichzeitig die Idee prinzipiell doof finden.







      Ich weiß, die Norweger packen großteils ihre Ölgewinne in den Fond. Aber Deutschland kann sicherlich mit Ihrer viel größeren Wirtschaftsmacht auch einen sozialverträglichen Weg finden. Stellt Euch nur vor, wir hätten das vor 30 Jahren gemacht.

      • @Sisone:

        "Aber Deutschland kann sicherlich mit Ihrer viel größeren Wirtschaftsmacht auch einen sozialverträglichen Weg finden."

        Das ist korrekt. Deutschland hätte sich zum Beispiel über die ganzen 2010er-Jahre zu Negativzins Geld leihen und Arbitragegewinne in Milliardenhöhe mitnehmen können.



        Aber das wäre gegen die Schuldenbremse gewesen.

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @Henne Solo:

      Vielen Dank! Genau so ist es. Eine kleine Korrektur: Ich heiße Hinck, nicht Hick, mein Nachname ist schon kurz genug :-) Viele Grüße aus der taz, Gunnar Hinck

  • Greenpeace und Unicef erwirtschaften nun mal keine Gewinne. Vielleicht wäre ja eine Beteiligung an der Deutschen Umwelthilfe sinnvoll, der Abmahnverein ist ja auch Gewinnmitnahme spezialisiert.

    • @FraMa:

      Der Post ist rechtlich unsauber, weil er Einnahmen und Jahresüberschüsse mit unzulässiger Gewinnmitnahme verwechselt. Maßgeblich ist im Gemeinnützigkeitsrecht nicht, ob eine Körperschaft Überschüsse erzielt, sondern ob Mitglieder Gewinnanteile erhalten oder Mittel zweckwidrig verwendet werden – genau das verbietet § 55 AO. Im Übrigen hat der BGH bereits 2019 klargestellt, dass Überschüsse aus der Marktüberwachung der DUH für sich genommen keinen Rechtsmissbrauch belegen.

      • @Peter Rabe:

        Gewinnmitnahme kann man unterschiedlich betreiben. Bei NGOs ist der bevorzugte Weg, eine zu gründen und sich dann selbst als wichtige Triebkraft und "erste Diener der Sache" angemessen für seine wertvolle investierte Zeit und Expertise zu entschädigen - egal ob als haupamtliches Gehalt, als Dienstleisterhonorar, über großzügige Aufwandsentschädigungen oder sonstige Wege: Das Geld kommt rein und fließt wieder raus. Die vom guten Zweck beseelte Öffentlichkeit schaut selten wirklich genau, wohin denn eigentlich. Und das Finanzamt muss Einiges wegschlucken, wenn es überhaupt Alles ausermittelt bekommt. Wer die bescheidenen Domizile selbst der weniger korrupten FIFA- oder IOC-Funktionäre an Schweizer Seen oder der Cote d'Azur gesehen hat, versteht das Konzept...



        Im Fall der DUH habe ich selbst nicht genau genug hingeschaut, um irgendwas Definitives sagen zu können. Bislang war ihr jedenfalls nicht nachzuweisen, dass sie den Stempel "gemeinnützig" nicht verdient hätte, auch wenn das versucht wurde. Und die Gemeinnützigkeit ist in der Regel das erste was fällt, wenn jemand übermäßig in die eigene Tasche "idealistisch ist".

        • @Normalo:

          Das ist als allgemeine NGO-Skepsis formuliert, widerlegt aber den Punkt nicht. Ich bin kein Freund der DUH und hatte sie bisher nur auf der Gegenseite. Aber: Gemeinnützigkeitsrechtlich reicht weder der Hinweis auf Gehälter noch auf Mittelabflüsse oder Überschüsse aus. Maßgeblich ist, ob Mittel entgegen § 55 AO an Mitglieder ausgeschüttet oder zweckwidrig verwendet werden. Gerade das behaupten Sie für die DUH am Ende selbst nicht belastbar. Und der BGH hat ausdrücklich entschieden, dass Überschüsse aus der Marktüberwachung der DUH für sich genommen keinen Rechtsmissbrauch belegen.

          • @Peter Rabe:

            Ich behaupte über die DUH nichts. Im Gegenteil räume ich ja ausdrücklich ein, dass sie bislang allen Überprüfungen ihrer steuerrechtlichen Gemeinnützigkeit standgehalten hat.



            Dass es grundsätzlich jenseits dieser Prüfungen und des (durchaus umgehbaren) Maßstabes des § 55 AO durchaus Mittel und Wege gibt, anerkannte Gemeinnützigkeit und erkleckliche persönlichen Abschöpfung geschickt zu kombinieren, ändert sich dadurch nicht, begründet aber natürlich auch keine Vermutung unmoralischen Verhaltens. Ich würde nur nicht allein deshalb ausschließen(!), dass sich da Beteiligte eine goldene Nase verdienen, weil bislang kein Verstoß festgestellt wurde.



            Nüchtern betrachtet braucht JEDE Organisation, die groß genug ist, um in nenneswertem Maße Arbeitgeber zu sein und zig Millionen zu drehen, ein regelrechtes Geschäftsmodell, um solide wirtschaften zu können. Da halte ich einen skeptischen Sinn für den feinen (und nach außen ganz gut abschirmbaren) Unterschied zwischen "Geschäftsmodell HABEN" und "Geschäftsmodell SEIN" durchaus für gesund und entsprechend die Frage "cui bono?"auch über das formale Prüfungsschema des § 55 AO hinaus für berechtigt.

            • @Normalo:

              Wenn es um politische Wertungen geht: Die zivilgesellschaftliche Durchsetzung von "Ordnungsgesetzen" - wie Werbeeinschränkungen, Digital Services Act, DSGVO usw. ist gewünscht (Effizienz, Sachkunde) und damit können DHU, Verbraucherzentralen usw. gerne auch ihr Geschäftsmodell haben und sein. Mit KI wird das noch erheblich zunehmen, denke ich. In einigen Fällen - etwa Autowerbung - ist Gesetzestreue auch kein Hexenwerk. In andern Fällen - etwa Digital Services Act oder DSGVO - testen meine Mandanten gerne Mal, was geht. "Cost of doing business" halt.

      • @Peter Rabe:

        Die DUH ist nun mal vielen, um die es ihr geht, unangenehm. Dann wird meistens von den Betroffenen unsauber argumentiert.

        • @Erfahrungssammler:

          Genau. An die Gesetze halten und die DUH „austrocknen“. So einfach ist das. Dass die DUH nicht immer gewinnt, dürfte sich auch rumgesprochen haben.

      • @Peter Rabe:

        Ob er rechtlich sauber ist, ist eigentlich egal. Die DUH erzielt jedenfalls immense Einnahmen mit ihren Abmahungen, darauf wollte der Beitrag wohl hinaus.

        • @Dr. McSchreck:

          „Immens“ weiß ich nicht - um die 2 Mio Euro / ca. 15 % des Gesamtbudgets, Tendenz sinkend zuletzt. Ich hatte die DHU und ihre Anwälte bisher als Gegner auch als seriös kennengelernt. Anders als etwa bei den Filesharing-Abmahnungen erscheinen mir die Forderungen auch nicht überhöht.

          • @Peter Rabe:

            Dann haben sie sich vielleicht aufgrund der schlechten Presse angepasst. Es gab mal andere Zeiten, wo sie die Werbung kleiner Autohäuser durchforstet haben, ob alle Angaben den Normen entsprechen und dann teure Abmahnungen verschickt haben.

            • @Dr. McSchreck:

              Was spricht dagegen, unlautere Werbung anzuprangern?



              Ist der Abgasskandal wirklich schon vergessen?

              • @Erfahrungssammler:

                Der Begriff "Abmahnverein" hat keinen guten Klang - weil viele kleine Einzelunternehmen nicht unbedingt jedes Detail kenn, wie was nach deutschem und europäischem Recht angegeben werden muss. Wenn die gleich eine saftige Abmahung mit hohen Gebühren bekommen, ist das nicht nett.

            • @Dr. McSchreck:

              Oder die "Opfer" haben sich angepasst. Autohäuser sind auch einige meiner Fälle gewesen - seit einiger Zeit aber nicht mehr, weil sich eben rumgesprochen hat, wie man seine Anzeigen zu gestalten hat.

  • Wer bei den aktuellen durchschnittlichen Rentenhöhen, Stand 2024 (brutto!!) von 1.400€/mon bei Männern und 955€/mon bei Frauen, sagt, dass das für ein gutes Leben reicht, und das nach durchschnittlich ca. 33 Jahren Einzahlzeitraum .... dem ist nicht mehr zu helfen.



    Das sind die Fakten! Nämlich allenfalls heute schon eine Basisabsicherung. Und nun sagt der Merz das... "Basisabsicherung". Ich kann den auch nicht leiden, aber ehj, das sind halt die Fakten. Da müssen wir jetzt halt ran ans Thema. Da nützt eine Diskussion über die richtige oder falsche Wortwahl eben mal gar nix.



    Und Fakt ist auch: Die, die an den Kapitalmärkten via Versicherung oder Direktanlage privat vorgesorgt haben, den geht's halt besser als den rein gesetzlichen.



    Und nochwas, diese ganzen Moraldiskussionen in Rheinmetall oder Bayer wird Geld angelegt. Wer sagt das: Am I pad sitzende Cola trinkende Menschen die Netflix Serien reinziehen und mit Erdgas aufgeheizt Wasser zum Duschen verwenden und wenn sie krank sind die beste Medizin habe wollen, ob mit Tierversuch entwickelt oder nicht... und alle sichere Jobs bei Bayer, Rheinmetall... haben wollen. Auch Fakt.

    • @Tom Farmer:

      Haben Sie den Artikel wirklich gelesen bzw. sich mit dem strukturellen Problem beschäftigt?

      Genau darum ging es doch: Wenn Renten über Fonds abgesichert werden, die Renditen etwa über steigende Mieten erzielen, finanzieren Menschen ihre Altersvorsorge teilweise über Kostensteigerungen, die sie später selbst tragen. Der norwegische Pensionsfonds ist z.B. einer der größten Investoren bei Vonovia — schon heute hängen Pensionen also auch an hohen Mieteinnahmen.

      Das ist kein Moralargument, sondern ein strukturelles Problem. Sehen Sie diesen Widerspruch wirklich nicht?

      • @HalbeMangoBitte:

        "...Wenn Renten über Fonds abgesichert werden, die Renditen etwa über steigende Mieten erzielen, finanzieren Menschen ihre Altersvorsorge teilweise über Kostensteigerungen, die sie später selbst tragen..."







        Wahrer Kern, aber nur die halbe Wahrheit. Denn wenn Sie nicht in Fonds investieren, die die Vonovia-Aktie beinhalten, wird Vonovia die Mieten trotzdem steigern. Profitieren wird dann der norwegische Pensionsfond und nicht der deutsche Rentner.

      • @HalbeMangoBitte:

        Ich sehe ihr Beispiel. Das macht aber keinen Sinn so zu diskutieren, denn dann gebe ich Ihnen ein beliebiges Gegenbeispiel. Was soll das bringen?



        Wir leben in einem System, in dem Gewinne gemacht werden müssen. MÜSSEN, denn wenn keine gemacht werden gibts keine Steuereinnahmen, oder massiv geringere. Das ist kein Strukturpbroblem sondern ein Wirtschaftssystem wo alle recht gut leben!



        Sie können nun entscheiden, ob Sie an Gewinnen beteiligt werden wollen, egal ob als Erwerbsbürger oder Rentner.... oder eben nicht. Ob der Gewinn im Inland bleiben soll bei den eigenen Rentnern oder nach Schweden abfließen soll.



        Das mit der gesetzlichen Rente zu verquicken, so à la "unfair", ist nicht zielführend.

      • @HalbeMangoBitte:

        Vergleichen Sie mal den DAX in der Langzeitentwicklung mit der Teuerungsrate, und Sie können beobachten, wie es sich niederschlägt, dass Wertschöpfung mehr ist als das bloße Drehen der Preisspirale.

        • @Normalo:

          Das ist ja eigentlich - sehr komprimiert - der Beweis, dass die Marktwitschaft funktioniert. Die Produktivität liegt über der Inflation.

    • @Tom Farmer:

      Mit Aktieninvestitionen in der Rente besser stehen, ist aber dennoch nur Glückssache. Es kann auch total in die Hose gehen, wenn Sie im falschen Jahr mit der Rente anfangen wollen. Und wenn wirklich staatlich nichts mehr zu holen ist, dann sind normalerweise auch die Unternehmen am knappsen was es doppelt Unsinnig macht, die beiden zu kombinieren. Wenn es eine private Anlageform gäbe, die automatisch dann gut ist, wenn die staatliche Säule schwächelt und umgekehrt, dann wäre das perfekt. Ist aber leider nicht so. Staat und Unternehmen schwächeln immer zeitgleich, es sei denn die Unternehmen betrügen. Und das soll der Staat dann fördern?

      • @Herma Huhn:

        Das ist natürlich nicht richtig. Es kommt nach 40 Jahren Anlagezeitraum nicht darauf an, wann sie anfangen, da es gar nicht um eine Einmalauszahlung geht sondern eine monatliche Dauerzahlung. Zeigen Sie mir einen 40 Jahreszeitraum am Kapitalmarkt, wo nach 40 Jahren die Kurse niedriger als vor 40 Jahren standen.



        Sie arbeiten mit Vorurteilen.... "Aktien böse". Das springt deutlich zu kurz.

      • @Herma Huhn:

        Bei allem Respekt nein eine Aktieninvestitionen rentieren sich auch in sehr schlechten Jahren, da man sich ja nicht alles mit Renteneintritt auszahlt, sondern peu a peu. Währenddessen steigen Aktienfonds allerdings weiter, sodass man immer, egal in welchem Jahr mit dickem Plus rausgehen wird. Bei langfristiger Anlage sind Aktien unschlagbar!

    • @Tom Farmer:

      Ich glaube, hier muss noch mal an der Erkennung von Fakten gearbeitet werden. Es gibt zwar darüber hinaus mehr Fakten auf der Welt, als mancher Leute Schulweisheit sich träumt, aber gerade dehalb sollte man nicht noch welche dazu ernennen, die gar nicht dazu gehören.

  • Wer es für moralisch verwerflich hält auf möglichst hohe Gewinne von Vonovia, Bayer und Rheinmetall zu spekulieren, hat ja durchaus auch die Möglichkeit seine Altersrücklagen in Leveraged Short Optionen dieser Konzerne "anzulegen" und sich dann über fette Gewinne zu freuen wenn die Wirtschaft den Bach runter geht. Allerdings setzt auch das eben voraus, dass Geld zum Erwerb solcher Papiere da ist.

    • @Ingo Bernable:

      Manchmal sind Ziele innerhalb bestehender Denkmuster einfach nicht erreichbar. Dann wird es Zeit, diese zu ändern.

    • @Ingo Bernable:

      Viel wichtiger ist es, zu verstehen, dass die hohen Gewinne von Vonovia z.B. von deren Mietern finanziert werden. Die müssen dann möglichst hohe Mieten zahlen für schlecht unterhaltene Immobilien, damit ihre Altersvorsorge funktioniert.



      Absurder geht es gar nicht.

      • @Life is Life:

        Noch absurder wäre nur, wenn die Vonovia-Mieter diese hohen Mieten zahlen, um die Quartalszahlen von Anlageportfolios gut aussehen zu lassen.



        Oh, warte.

      • @Life is Life:

        Die Gewinne hängen auch zu einem guten Teil wieder an Wohngeldzahlungen tja und dann auch wieder an Steuern...

        Lustig.

  • Ein weiteres grundsätzliches Dilemma der Aktienrente:

    Aktien steigen durch Arbeit, die leisten die "Jungen". An der Problematik der demografischen Entwicklung ändert sich durch Merz Kapitalismus galore Nonsens also auch nix.

    • @Warim Wilke:

      Stimmt, aber durch die Beteiligung am Kapitalmarkt wird Deutschlands Demographieproblem in die Welt exportiert, d.h. die Menschen in anderen Ländern arbeiten für deutsche Renter mit. Das klappt aber nur, solange man im Rest der Welt dieses Problem noch nicht in diesem Maße hat.

    • @Warim Wilke:

      Kein vernünftiger Rentenfonds wird nur in Deutschland investieren, sondern global. In anderen Weltregionen gibt es das Problem der demographischen Entwicklung noch nicht. Im Gegensatz zum aktuellen Modell, wo die wenigen jungen Inländer für immer mehr alte Inländer aufkommen müssen, würde man hier aufstrebenden Ländern Kapital bereitstellen, und im Gegenzug von deren Entwicklung profitieren, ohne Belastung der hiesigen Jugend. Ich finde das alles andere als anrüchig.

    • @Warim Wilke:

      Das ist nur teilweise richtig. Sie müssen sehen, dass Gehaltszahlungen, Sozialversicherungsbeiträge für die Mitarbeiter seitens der Arbeitgeber immer erstrangig sind. Also vorrangig zu bedienen sind vom Arbeitgeber.



      Erst ganz zuletzt komme die Firmenbesitzer, also die Aktionäre.



      Es ist also genau andersrum: Wenn der Gesetzgeber die Rentenversicherungsbeiträge erhöht, dann geht das direkt zulasten derjenigen die das erwirtschaften müssen, also den eher jungen Leuten. Ed ergo: Macht eine Firma keinen Gewinn, dann gibt's auch keinen Transfer von Geld aus der Firma zu den Aktionären. Alles bleibt in der Firma, sprich bei den Arbeitenden.

      • @Tom Farmer:

        Schonmal für eine AG gearbeitet Herr Farmer? Die Realität sieht eher so aus, das Angestellte wegreduziert werden um das Quartalsergebnis zu schönen (deshalb gibt es vor allem bei AGs viele Leiharbeiter, weil man die schön schnell los wird, auch wenn sie mehr kosten), damit die Boni für die Manager fließen, denn die werden von den Aktionären genehmigt. Hohe Dividende=Hohe Boni. Ob das wirtschaftlich Sinn macht ist egal, es geht immer nur ums Quartal.

    • @Warim Wilke:

      Aktien steigen durch Arbeit? LOL!

      • @Kaboom:

        Herrlich, wenn Leute meinen mit einem "Lol" ihre vermeintliche Überlegenheit zu zeigen, doch nichts entlarven als offenkundig unbegründete Arroganz und den Unwillen sachlich zu diskutieren.

        In aller Regel stellen Unternehmen Produkte her, oder Dienstleistungen zur Verfügung. Zusätzlich müssen die meisten ihr Angebot permanent erneuern, respektive erweitern.

        Das fällt vom Himmel? Geschieht einfach so, weil "Geld arbeitet", wie gerne behauptet wird?

        Lol.

        • @Warim Wilke:

          Ja, man drückt dem Geld am besten gleich eine Schaufel in die Hand.



          Übrigens: Anleger aus den 80er Jahren, die nicht zu den Großverdienern gehörten, haben jetzt schon zu großen Teilen folgende Erfahrungen:



          1. Mein Bankberater war wohl doch nicht der nette Kerl, den er vorgespielt hat. 2. Bankberater sterben aus, für Privatkunden gibt es keine Bankberater mehr - ältere, digital abgehängte Leute können damit effektiv von ihren kleinen Vermögen separiert werden. 3. Auszahlungen können endgültig ausbleiben, Fonds geschlossen werden.



          Die Bank lebt trotzdem noch jahrelang davon, was den Rentnern in järlichen Berichten mitgeteilt wird.



          Wer glaubt, dass er sich vor so etwas schützen kann, und gleichzeitig die Entwicklungsrichtungen der Bankenbezüglich Kleinanlegern beobachtet, wird in den nächsten Jahren viel zu lernen haben.

        • @Warim Wilke:

          Ach du liebe Güte, "Wissen" aus der Hosentasche. Seit Jahrzehnten entkoppeln sich Börsenkurse mehr und mehr von den Unternehmensdaten. Dazu gibt es hunderte von Studien, die Ursachen und Wirkungen beleuchten. Börsenkurse werden seit jeher maßgeblich auch von Erwartungen bestimmt, ansonsten gäbe es beispielsweise Tesla gar nicht. usw usf.



          Aber hey, "Aktien steigen durch Arbeit", gell?

        • @Warim Wilke:

          Es ist immer hilfreich, sich mit den Mechanismen der Börse auseinanderzusetzen. Etwas pauschalierend gesagt, werden an der Börse ausschließlich Erwartungen der Marktteilnehmer "bepreist". Wie sonst kommt es, dass bspw. Start-Ups, die noch nie einen Cent Gewinn gemacht haben, teilweise mit mehreren Milliarden bewertet sind?



          Insofern spielt Arbeit selbstverständlich eine Rolle, aber ausschlaggebend ist sie für den Aktienkurs nur begrenzt.

        • @Warim Wilke:

          Gewinn fließt aber erst, wenn die Produkte und Dienstleistungen verkauft werden. Und wer kauft die? Künftig dann die verpflichteten „Aktionäre“. Geniale Idee, alle an dieser Selbstausbeutung zu beteiligen.

          • @Life is Life:

            Wir sind auch jetzt bereits alle daran beteiligt, nur halt nicht auf der Gewinnerseite.

  • Es zeigt mal wieder wie weltfremd die Politiker sind. Anstatt ihre Arbeit zu machen und gesetzliche Grundlagen zu schaffen, fordern sie die Menschen auf selbst für sich zu sorgen.



    Grundsätzlich ist es richtig das man sich kümmert und nicht auf eine soziale Hängmatte wartet. Aber davon sind wir wohl weit entfernt.



    Die Schweiz macht vor wie man RV und KV anständig organisiert.



    Aber zu erwarten das Menschen die kaum ihren Lebensunterhalten vom unterbezahlten Lohn bestreiten auch noch Geld in private Altersvorsorge zahlen könnten ist völlig abwegig.



    Dann muss man noch davon ausgehen das man vom Staat um seine Vorsorge betrogen wird, siehe Regeländerung der Riesterrente.



    Nicht umsonst wandern Renter aus wenn sie sich vorstellen können ausserhalb von Deutschland zu leben.



    Es sollte mal verhindert werden das besser Verdienende aus den gesetzlichen RV und KV austreten. Sondern nur private Zusatzversicherungen abschliessen können. Das würde die Rechnung wesentlich bessern. Siehe auch Spanien.



    Vielleicht sollte man die Rente nicht nur an die Beitragsjahre sondern auch an Wochenarbeitszeit koppeln. 35h und 45h sind sehr verschieden.

    • @Conrad:

      "...gesetzliche Grundlagen zu schaffen, fordern sie die Menschen auf selbst für sich zu sorgen."



      Die FAZ bringt aktuell auch die Demografie und den Mangel an Kindern in unserer Gesellschaft in diesen Zusammenhängen ins Spiel.



      Tatsächlich ist die Zahl der Geburten in Deutschland auch gewissermaßen Seismometer und Menetekel zugleich.

    • @Conrad:

      Niemand, der sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, kann aus der GRV (oder seinem zuständigen berufsständischen Versorgungswerk) "austreten".

    • @Conrad:

      Nein, Regeländerungen nicht für die Resterrente, wie ich schon gesagt habe. Es gibt immer Wege, die kleinen Leute abzuzocken, egal, was sie richtig und was sie angeblich falsch machen, und man kümmert sich darum, das kleinzureden und zu verschleiern, so dass es besser niemand glaubt, der - noch - nicht davon betroffen ist und - noch - nicht die Erfahrung gemacht hat, dass Rentner in die Vertragstreue von Regierungen besser kein Vertrauen investieren sollten. Es geht bei dem Thema nicht um die Interessenlage von Rentnern. Ich möchte noch mal darauf hinweisen: Neben der Wirtschaftsministerin haben wir noch jemanden in der Regierung, bei dem jetzt unübersehbar klar wird, dass er für seinen ehemaligen Arbeitgeber angetreten ist. Und diesmal ist es gleich der Chef.

      • @Christine_Winterabend:

        Entschuldigung, ich meinte:



        Nein, Regeländerungen nicht nur für die Resterrente.

  • Es ist so kras , aber nun muss es endlich auch mal auf allen Ebenengesagt werden: Demokratie und Kapitalismus sind nicht mehr kampatibel und weil das das Gegenteil von nachhaltig ist, muss die Demokratie= lebensfördernd ausbalamcierte Verhältnisse für Transformation zu nachhaltiger Kreislaufproduktion und sozial-ökologischen Ergenissen der Erhaltung der Lebensgrundlagen für alle überhaupt mal eingeführt und durchgesetzt werden: GEGEN DIE AKZIENMARKT PROFITLOGIK, die gerade alles zu zerstören droht, inklusive, dass sie die politische Demokratie durch die totalitäre Herrschaft der Superreichen und Corporationen ersetzt, die zuviel Geld und zuviel Macht haben!! Verhältnisse zwischen Reich und Arm müssen zwangsläufig gemeinnützig balanziert sein, soziale und ökologische Dienste müssen von Privatisierung zur Profit Maximierung bewahr werden und z.B. sind Spitzensteuersätze unter 50 % erkennbar undemokratisch.Die Summe aller sozial-ökologischen Gemeingüter muss durch gesellschaftlichen Besitz geschützt werden vor zerstörerischer vernutzung, Reichtum muss begrenzt werden und besteuert zur Wahrung der sozio-Ökosphäre statt aufzurüsten und auszubeuten ohen Ende!! #debt4climate !

    • @R.L.:

      In Zukunft werden alle Ansätze in diese Richtung mit dem simplen Hinweis, dass dies die Rente gefährden würde, ad Akta gelegt.

  • Als weltweit unbeliebteste Führungspersönlichkeit macht er seinem Titel wieder mal alle Ehre. Lasst uns zocken!



    Auweia.

    • @Andreas Flaig:

      Ich möchte nur mal darauf hinweisen: Neben der Wirtschaftsministerin haben wir noch jemanden in der Regierung, bei dem jetzt unübersehbar klar wird, dass er für seinen ehemaligen Arbeitgeber angetreten ist. Und diesmal ist es gleich der Chef. Vermutet hatte ich sowas ja von Anfang an. Würde mich interessieren, was er dafür kriegt.

      • @Christine_Winterabend:

        "Würde mich interessieren, was er dafür kriegt."



        Das ist letztendlich unwichtig.



        Die ganzen Freaks da oben sind finanziell eh aus dem Schneider.



        Was sie allerdings in ihrer Verantwortung tun, ist erschreckend und unterste Kiste.

  • Sollen sie doch einfach den Privatjet und den Maybach seltener einsetzen, diese Unter- und Mittelschicht, und sich davon die Aktien der Firmen kaufen, denen die CDU zuarbeitet, von den Bankenfonds, denen die CDU zuarbeitet!

    Da war ja selbst Rudolf Diesel schon weiter, indem er unter dem Stichwort "Solidarismus" bezahlbare und auf Gemeinnutzen gerichtete Unternehmensfonds für die Ärmeren anregte (darauf war er stolzer als auf seinen Motor).

    • @Janix:

      www.ftd.de/finanze...eutsche-in-aktien/:



      Die nackten Zahlen: 12,1 Millionen Deutsche besitzen Aktien, Fonds oder ETFs. Bei 70 Millionen Erwachsenen macht das eine Quote von 17,2 Prozent. Anders ausgedrückt: Fünf von sechs Deutschen meiden die Börse.



      Ja, wie viele davon hindert wohl einfach der Mangel an Geld?



      Und ob es dann für's Alter reichen wird, ist noch mal eine ganz andere Frage, die aber im Gegensatz zur GRV hier gar nicht erst gestellt wird.

  • Im Zusammenhang mit privater und betrieblicher Vorsorge möchte ich auf die bestehenden Probleme aufmerksam machen, das Millionen von Rentner:innen betrifft und mit Kleinreden und Falschdarstellungen ständig aus dem Fokus gerückt wird, aber unbedingt in die Diskussion über private Vorsorge gehört: Der Umgang mit rentenkassenabhängigen Rentnern, die schon in den 90er Jahren bei der ersten derartigen Diskussionsrunde angefangen haben, privat vorzusorgen oder sich auf Regierungspläne der Vorsorge über Gehaltsumwandlungen durch den Arbeitgeber eingelassen haben. Viele merken erst nach dem Renteneintritt, dass ihnen von allen Seiten das mühsam Ersparte durch Doppelbesteuerung und Doppelverbeitragung wieder abgenommen wird. Unzählige Prozesse vor Sozialgerichten werden abgeschmettert, weil die doppelte Beitragszahlung an Kranken-und Pflegeversicherugen einfach gesetzlich festgeschrieben wurde, nachdem 2003/2004 die gesestzlichen Regelungen zu privater Vorsorge geändert wurden. Gerade die Rentner, die kaum andere Einkünfte haben, verlieren dadurch Tausende von Euro.

  • Das Problem ist doch, dass die Rente tatsächlich allenfalls nur noch eine Basisabsicherung ist - ganz ohne irgendwelche Kürzungen. Wenn das Aussprechen einer solchen Wahrheit für Empörungen sorgt, dann liegt das Problem eher bei den Empörte als bei demjenigen, der die Tatsache benennt.

    • @DiMa:

      "dann liegt das Problem eher bei den Empörte als bei demjenigen, der die Tatsache benennt"

      Gewohnt blitzgescheit analysiert. Was macht man nun mit dieser Erkenntnis? Muss sich die Bundesregierung ein neues Volk wählen?

    • @DiMa:

      Diese einfache Basis-Wahrheit wird eben auch in dieser Diskussion von den Meisten übersehen.



      Sie trifft aber auf eine sehr große Gruppe von noch arbeitenden oder schon berenteten Menschen zu, die nie oder immer nur wenig Geld für Privatvorsorge übrig haben/hatten.



      Geschweige denn Geld, um für die notwendige Ausstattung mit Bankfachleuten, Notaren, Anwälten (direkt oder indirekt) zu bezahlen, die einfach unerlässlich ist, damit ihnen ihr Geld zumindestens erhalten bleibt. Und oft auch die Zeit, sich ausreichend mit dem Problem auseinanderzusetzen.



      Auf dem anderen Ufer befinden sich meiner Beobachtung nach leider auch zu oft schon die Journalisten und Experten, die uns dazu informieren und beraten sollten. Deshalb noch mal besonderen Dank an den Verfasser dieses Artikels, in dem einige weitere Basis-Wahrheiten zur Sprache kommen, die aufgrund von Desinformation oft anders gesehen werden.

    • @DiMa:

      🥨 🥱🥱🥱🥱🥱 🪢 ⭕️ 🔂 🔄 🔁

  • Man kann ja auch direkt die Aktien kaufen und hat damit auch Einfluss auf den Kurs des Unternehmen.

    • @Bernd Simon:

      Jung. Woher nehmen - wenn nicht stehlen •

  • Der geplante Aktienrente wie sie oft genannt wird soll die teueren und unrentablen Riester und Rürup Produkte ersetzen. Nahezu alle unabhängigen Finanzexperten und Verbraucherschützer begrüßen das.

    Man hat einen Kostendeckel von max. 1% (kann auch deutlich niedriger sein je nach Anbieter) und eine freie Wahl in welchem Fond/ETF man investiert. Wenn ich also in einen nachhaltigen Fond ohne Rüstung und Öl investieren möchte kann ich das tun.

    Neben einem gerechteren Steuersystem



    und Umverteilung ist der Kapitalmarkt eine gute Möglichkeit dafür zu sorgen, das auch Kleinanleger vom generellen Wachstum profitieren. Diese ideologisch einseitige Verteufeln mit irgendwelchen Phrasen ist einfach nur peinlich.

    In dem Punkt, das der Kanzler und die Union sich ansonsten oft volksnah geben, aber nur Politik für Multimillionäre und Milliardäre machen, gebe ich dem Author recht.

    • @Henok Henok:

      Sie übersehen weiterhin das eigentliche Strukturproblem: Wenn unsere Rente über Vonovia von steigenden Mieten profitiert, zahle wir diese Rendite als Mieter womöglich selbst. Bei Bayer über Beiträge, bei Rüstung über Steuern — Wer kauft denn Panzer? Der Staat mit unserem Geld.

      Das ist nicht „ideologische Verteufelung“, sondern ein ziemlich offensichtlicher ökonomischer Zielkonflikt. Sich selbst Rendite über die eigenen höheren Lebenshaltungskosten zu finanzieren wirkt auf mich jedenfalls nicht automatisch wie der geniale Deal, als den Sie es darstellen.

    • @Henok Henok:

      Mach mal vor, aml sehen, was in 20 Jahren davon übrig ist. und zur freien Anlagenwahl s.u. bei CarlaPhilippa. Man muss nicht alles glauben, was einem erzählt wird, man darf sich aber auch woanders umhören als in pseudo-seriösen Milieus wie die CDU, das heilige Parkett und Anlageberater.

      • @Christine_Winterabend:

        Easy, also wirklich komplett easy. Dann bitte aber auch nicht in 20 Jahren sich beschweren und Steuern darauf verlangen, weil Sie finanziell deutlich schlechter dastehen und Personen die in den Kapitalmarkt investiert haben sehr auskömmlich leben können.

        Das ist schon fast ignorant, wenn Sie Anlageberater als pseudo-seriös bezeichnen. Man könnte meinen Sie glauben, Sie wüssten es besser.



        Gut können Sie machen, aber ich will dann wirklich keine Beschwerden hören, dass die Rente nicht reicht und das man ja von den Gewinnern am Kapitalmarkt nehmen solle, wenn man so überzeugt ist!

    • @Henok Henok:

      Das gerechtere Steuersystem ist hierbei aber nicht nur Nebensache, sondern entscheidend für die Frage, ob es funktioniert.



      Und genau daran darf gezweifelt werden.

  • Wenn man sowieso kaum Rente bekommt, will ich auch nicht einzahlen, sondern mit dem Geld privat vorsorgen.

  • Mit Mindestlohn verpflichtend Geld in Spekulationen verjubeln? Ich gehe mal eben zum Lachen in den Keller.

    • @Freundlicher:

      Richtig. Zumindest weiß man bei der GRV von Anfang an, dass man sein Geld niemals wieder rausbekommt, da ist nichts spekulativ.



      Die Schwankungen am Aktienmarkt über 30 Jahre sind damit verglichen wirklich schwindelerregend.

    • @Freundlicher:

      16% der Beschäftigungsverhältnisse in D fallen (2025) unter den Mindeslohn. Ziehen Sie jobende Studenten und Rentner ab, bleiben vielleicht 10-12%. Der kleine Rest von rund 90% kann aber privat vorsorgen. Er muss nur rechtzeitig anfangen. Für Menschen, die heute 35+ sind, müsste es Übergangsfristen geben.

    • @Freundlicher:

      Dann aber beeilen bevor jemand den Keller verspekuliert hat.

  • Die Diskussion ist nicht neu, die Argumente sind teilweise alt und längst bekannt.



    "Große Akzeptanz gegenüber Aktien in Schweden



    Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die Schweden ein Volk von Aktionären sind. Dieser Umstand fiel allerdings nicht vom Himmel, sondern wurde über viele Jahre staatlich gefördert. Erst dadurch wurde die Akzeptanz gegenüber der Aktie im Land größer. In Deutschland herrscht deutlich mehr Skepsis. Auch das ist sicher ein Grund, warum in Deutschland immer noch die meisten Menschen ihr Geld auf völlig unattraktiven Sparbüchern parken. Matthias Voelkel, Chef der Börse Stuttgart, sagt deshalb:



    "Schweden ist nicht über Nacht zu einem Land der Aktionäre geworden."



    Quelle



    www.zdfheute.de/wi...sfaktoren-100.html



    /



    "Der Entwurf des Rentenpakets II der Bundesregierung sieht unter anderem vor, dass der Bund in den nächsten Jahren jeweils mindestens zwölf Milliarden Euro in den neuen Staatsfonds einzahlt. Mit den Erträgen soll dann ab Mitte der 2030er-Jahre ein noch stärkerer Anstieg der Rentenbeiträge verhindert werden. Nach den Plänen von Arbeitsminister Hubertus Heil und..."



    !2024 bei tagesschau.de

    • @Martin Rees:

      In Schweden ist es auch üblich, dass der Staat die Rahmenbedingungen setzt oder besser selbst Produkte verwaltet und anbietet und nicht wie bei uns (Rürup, Riester) die Einzahler gierigen Konzernen zum Frass vorwirft und es für normal hält wenn am Ende noch nicht mal die eingezahlten Beiträge bleiben.

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @Martin Rees:

      Gutes Beispiel mit Schweden, was aber genau das Dilemma aufzeigt: Die großen schwedischen Rentenfonds investierten zB in private Holz- und Papierkonzerne, die die Wälder großflächig fällen. Als Kleinaktionär findet der Schwede/ die Schwedin das gut: Hohe Gewinne, gute Rente. Als Bürger und Naturfreund findet er das nicht gut. Das heißt: eine private Aktienrente zwingt den einzelnen in eine fast schizophrene Dilemma-Situation. Man will links sein (viele jedenfalls in Schweden), ist aber eben auch Aktionär, der auf Rendite hofft.

      • @Gunnar Hinck:

        Oh Gott, ein Widerspruch!

        Unzumutbar.

  • Das Ganze wird nicht besser, wenn man sich sogenannte "ethische" oder "nachhaltige" Fonds genauer anschaut. Oft geht es um sehr oberflächliche, plakative Kriterien. Und die vermeintlich sauberen Produkte stützen sich dann auf Microsoft, Amazon, Google/Alphabet und andere IT-Konzerne. Ich müsste mich also als Anlegerin drauf freuen, dass Google Android abriegelt, Microsoft noch höhere Preise von den Abhängigen presst. Ich halte wenig von Adorno, aber hier passt sein Spruch "Es gibt nichts Richtiges im Falschen".

  • Man muss nur in die USA schauen um die im Artikel beschriebenen Konsequenzen zu sehen. Warum schafft man nicht wenigsten einen großen Staatsfonds in den alle einzahlen? Weil dann nicht der einzelne Bürger alleine im Regen steht und um seine Rente zittern muss. Widerlich diese Politik.

  • Was für ein Unsinn. Niemand will, dass arme Rentner auf Einzelaktien wetten.

    • @Davin_112:

      Haben Sie den Satz "Große Fonds investieren immer in DAX-Unternehmen" überlesen?

      • @Life is Life:

        Wo ist die Verbindung zwischen "Große Fonds investieren immer in DAX-Unternehmen" und "Arme Rentner sollen auf Einzelaktien wetten"?