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Forderung nach einem Wahlrecht für alle„Wahlrecht muss unabhängig von Staatsbürgerschaft gelten“

Deutschland braucht neue Regeln für Teilhabe, sagt der Politikwissenschaftler Halil Can. Nur so werde es der diversen Migrationsgesellschaft gerecht.

Uta Schleiermacher

Interview von

Uta Schleiermacher

taz: Herr Can, was bedeutet es für die Politik in Berlin, dass fast 1 Million der hier lebenden Menschen nicht mitgewählt haben?

Halil Can: Es wird so getan, als ob diese Menschen gar nicht existent sind. Die Vorstellung ist, dass diejenigen, die gewählt wurden, damit auch das Recht haben, über alle zu entscheiden, die in der Stadt leben – und damit auch über die, die nicht wählen dürfen. Das ist entmündigend und ein Demokratiedefizit. Die Wahlberechtigten – als Privilegierte – müssten politische Verantwortung übernehmen und die Macht, die sie besitzen, teilen.

Im Interview: Halil Can

Halil Can ist Politikwissenschaftler mit einem Schwerpunkt in der Arbeit und Forschung zu Migration und (Anti-)Rassismus. Er engagiert sich im Bündnis „PASSt uns allen“, das sich für gleiche Rechte und ein Wahlrecht für alle stark macht.

taz: Was heißt das konkret?

Can: Politische Man­dats­trä­ge­r*in­nen könnten das zum Thema machen, Ju­ris­t*in­nen könnten eine rechtliche Debatte darüber anstoßen, die Medien könnten darüber berichten, Kirchen und Gewerkschaften könnten es fordern. Es fehlt auch der Druck aus der Zivilgesellschaft.

taz: Und die Nichtwahlberechtigten selbst, was könnten sie tun?

Can: Migrantische Selbstorganisationen kämpfen bereits seit Generationen für das Wahlrecht und gleiche Rechte. Aber ich beobachte, dass sie daraus bisher keine vernetzte, große Bewegung machen konnten.

taz: Lösen mehr Einbürgerungen das Problem?

Can: Es war ein großer Schritt, dass die Ampel-Koalition das Staatsbürgerschaftsrecht reformiert hat und nun auch die doppelte Staatsbürgerschaft möglich ist. Das war ein langer Kampf. Aber Einbürgerungen allein lösen das Problem des Demokratiedefizits nicht. Und sie dauern auch zu lange: Beim aktuellen Tempo würde es bundesweit 30 Jahre dauern, bis die Behörden alle 10 Millionen In­län­de­r:in­nen ohne deutschen Pass eingebürgert haben. Berlin ist schneller geworden und hat im vergangenen Jahr 40.000 Menschen eingebürgert. Noch 2023 waren es gerade mal 9.000 pro Jahr, davor zwischen 6.000 und 7.000. Einbürgerungen müssen aber auch vom Staat und der Gesellschaft gewollt sein.

taz: Wer sollte so eine Kampagne Ihrer Meinung nach machen?

Can: Das wäre Aufgabe des Staats. Der sollte auch die Rahmenbedingungen schaffen, etwa kostenlose Sprachkurse anbieten für alle, die nach Deutschland kommen. Zusätzlich geht es vor allem darum, die Botschaft zu senden: Ihr seid willkommen, wir geben euch alle Rechte. Es braucht diese positive Erzählung.

taz: Reicht die Gesetzesänderung nicht als Rahmenbedingung?

Can: Es gab ja 2025 sogar wieder eine Gesetzesverschärfung. Außerdem gilt neu seit 2023 der sogenannte Gesinnungsparagraf, nach dem die Behörden die Staatsbürgerschaft in den ersten 10 Jahren widerrufen können. Ich wundere mich, dass die Zivilgesellschaft diesen Paragrafen nicht viel stärker kritisiert hat. Denn er etabliert eine Staatsbürgerschaft auf Bewährung, als ob man ein potenzieller Straftäter wäre. Das sendet keine Willkommensbotschaft, das schafft ein 2-Klassen-System. Es ist ein Rückschritt, denn so eine Staatsbürgerschaft erinnert wieder an das Abstammungsrecht von früher. Und das stärkt letztlich rassistische Forderungen nach Ausweisung, Ausbürgerung und Remigration, nicht nur aus den Reihen der AfD, sondern auch anderer rechtsextremer, nationaler und konservativer Kräfte in der Gesellschaft. Das zeigt einmal mehr, dass Staatsbürgerschaft nicht die Grundlage für das Wahlrecht sein darf.

taz: Warum?

Can: Erstens wollen oder können sich nicht alle einbürgern lassen. Zweitens ist es bei den EU-Bürger*innen auf Kommunalebene ja bereits umgesetzt. Und in 14 von 27 EU-Ländern gilt das Wahlrecht darüber hinaus bereits unabhängig vom Pass.

taz: Könnte Berlin das Wahlrecht für alle auf Landesebene einführen?

Can: Leider nein. Die Länder können Teile des Wahlrechts selbst regeln, etwa dass Jugendliche ab 16 wählen dürfen. Aber das Wahlrecht für alle müsste der Bundestag beschließen. Leider haben CDU und AfD den im Mai eingebrachten Antrag der Linken für ein „Wahlrecht für alle“ abgeschmettert. Der Berliner Senat könnte aber zusammen mit anderen Bundesländern eine Bundesratsinitiative initiieren und somit das „Wahlrecht für alle“ auf die politische Agenda setzen.

taz: Wie könnte ein Wahlrecht für alle konkret aussehen?

Can: Ich stelle mir eine gestaffelte Regelung vor: Bei Kommunalwahlen und Volksentscheiden sollten alle Bür­ge­r*in­nen das Wahlrecht haben, bei Landtagswahlen alle, die drei Jahre hier leben. Auf Bundesebene alle, die seit fünf Jahren ihren Lebensmittelpunkt hier haben. Übrigens ist das auch ein gutes Rezept gegen die AfD und ähnliche politische Strömungen.

taz: Inwiefern? Befeuern solche Debatten nicht eher deren Ressentiments und rassistische Reflexe?

Can: Wenn wir autoritären und faschistischen Tendenzen etwas entgegensetzen wollen, müssen wir erst recht die Marginalisierten ins Boot holen. Deutschland ist eine plurale, diverse Migrationsgesellschaft geworden. Bei der Forderung nach gleichen Rechten für alle geht es nicht nur darum, dass die Diskriminierten zu ihrem Recht kommen. Sondern wir bekämpfen damit auch Entwicklungen, die am Ende alle negativ treffen. Letztendlich geht es um eine neue Erzählung von Nation und demokratischem Zusammenleben.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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27 Kommentare

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  • economista

    Warum sollen immer wir Deutschen mit neuen Ideen voran gehen? Können wir nicht abwarten, bis andere Staaten ein Wahlrecht für alle einführen und von ihren Erfahrungen profitieren?

    Weil wir in den vergangenen Jahren verhältnismäßig offen waren und viele Migranten aufgenommen haben, gibt es besonders viele Einwohner ohne Wahlrecht. Daraus aber eine Bringschuld der Deutschen zu konstruieren, halte ich für verfehlt. Wenn Ausländerwahlrecht sich international etablierte, wäre es was anderes. In diesem Falle sollten wir nachziehen.

  • Gesunder Menschenverstand

    In welchen 14 EU-Ländern gibt es ein Wahlrecht ohne Pass? Das wäre mal eine hilfreiche Information zur Diskussion.

  • Zangler

    Grundsätzlich gehe ich konform. Das Wahlrecht sollte einfacher zu erlangen sein und von der Staatsbürgerschaft entkoppelt werden. Ein unbefristetes Aufenthaltsrecht zumindest sollte genügen.



    Zugleich, aber das ist ein anderes Thema, müssen Einbürgerungen erleichtert und beschleunigt werden, ebenso muss natürlich auch der Weg aus der Dauerduldung ermöglicht werden. Beides erhöht die Beteiligung von Inländer:innen mit ausländischer Geburtsstaatsangehörigkeit.



    Bei Herrn Can klingt es jedoch auch für meinen Geschmack zu sehr nach "lassen wir einfach alle wählen". Wer an inländischen Diskursen nicht teilnehmen kann, weil sie die Sprache nicht beherrschen, sollte auch nicht wählen dürfen.



    Als persönliche Bemerkung: Würde ich aus Deutschland auswandern, würde ich es nicht anders halten und nicht anders erwarten: Ich werde nach einer rationalen Zeit (drei bis fünf Jahre erscheinen angemessen), die ich im Ausland lebe und arbeite, dort eingebürgert werden wollen und selbstverständlich nicht mehr in Deutschland wählen, wenn nötig auch meine deutsche Staatsbürgerschaft abgeben (wer freiwillig auswandert, braucht die Staatsbürgerschaft des Herkunftslandes nicht).

  • curiouscat

    Ich finde es gerade zu verwerflich mit welch einer Selbstverständlichkeit in diesem Interview das Wort Remigration benutzt wird. Wenn selbst jemand mit diesem Verständnis von Wahlrecht (irgendwo hin ziehen und dort jahrelang leben und eine Zukunft aufbauen aber aus irgendwelchen Gründen nicht die Staatsbürgerschaft haben wollen) welches ich z.B. nicht teile dieses Wort, dieses Narrativ und diesen Euphemismus so lapidar benutzt dann haben die Extremen Rechten ja genau das hinbekommen was sie wollten! Dann hat die Strategie der Normalisierung des Begriffs samt Verschleierung was es heißt ja funktioniert. Wofür waren wir alle auf der Straße und haben demonstriert wenn selbst dieser Herr dann das Wort in seinen allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen hat?

  • Mack

    Lesenwerrt dazu ist der Beitrag in der ZRP 2026, 178: "Das Grundgesetz geht (...) von einer untrennbaren Verbindung von Wahlrecht und Staatsangehörigkeit aus. Bei näherem Hinsehen ließe sich eine derartige Modifikation der Volkssouveränität also nicht einmal im Wege einer Verfassungsänderung einführen." Man kann sich eine solche Debatte also sparen.

  • Klabauta

    Jeder Mensch sollte dort wählen, wo er/sie seinen/ihren dauerhaften Lebensmittelpunkt hat. Als dauerhaft würde ich ca. 5 Jahre ansehen. Gleichzeitig ginge er/sie auch bei doppelter Staatsbürgerschaft des Wahlrechts im Herkunftsland verlustig.



    Warum sollte man über die Verhältnisse in einem Land mitbestimmen dürfen, in dem man sich nicht aufhält und andererseits keinen Einfluss auf jene Verhältnisse ausüben, unter denen man lebt?

    • Francesco

      @Klabauta:

      Das sehe ich auch so. Bis zur Wiedervereinigung durften Deutsche, die länger im Ausland lebten, in Deutschland nicht wählen. Und als Deutscher, der z.B. aus BW nach Berlin umzieht darf dort nach wenigen Wochen wählen. Im Gegensatz zum Türken, der dort schon seit Jahrzehnten lebt.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Klabauta:

      Klingt vernünftig.

    • rero

      @Klabauta:

      Ihr Vorschlag ist keine Regelung, wo ich sofort raus bin.

      Würde dann aber auch bedeuten, dass man genauer hinschauen müsste, wen man hier seinen Lebensmittelpunkt überhaupt nehmen lässt.

      Bisher konnte man das entspannter sehen.

      Zugewanderte Demokratiefeinde konnten wenig Schaden anrichten.

      Ggf. haben sie halt nicht die Voraussetzung für eine deutsche Staatsbürgerschaft.

  • mechanique_unicorn

    Diskussion über das Verhältnis zwischen allen Bewohnern eines Einwanderungsstaates und den bürgerlichen Rechten sind wichtig - und Partizipation ist es umso mehr, soll das Miteinander auf Augenhöhe geschehen.

    Leider kommt das Interview mit Herrn Can jedoch ohne eine Debatte um brügerliche Pflichten aus. Rechte und Pflichten kann es nur in einem fairen Trade-Off geben. Staatsbürger können schließlich bei Bedarf herangezogen werden zum Schöffen-, Wehr-, Wahlhelfer- oder Feuerwehrdienst.

    Auch diese Pflichten stützen die Zivilgesellschaft. Bleibt ein Diskurs über die "unangenehme" Seite des Staatsbürgertums beim Aufweichen des Staatsvolksgedankens aus, so wirkt es doch allzusehr nach dem Picken fetter Rosinen.

    • Francesco

      @mechanique_unicorn:

      Der Feuerwehrdienst hat meknes Wissens nichts mit der Staatsbürgerschaftbzu tun.

  • Chris McZott

    Das halte ich nicht nur strategisch unklug sondern tatsächlich auch sachlich völlig falsch. Das ist eine reine Mitnahmementalität von Hr. Can. Wenn ich die Politik eines Vereins mitgestalten will, muss ich diesem eben beitreten.

    Würde die Linkspartei akzeptieren, dass deren Vorstand (auch) von Mitgliedern anderer Parteien gewählt werden würde? Welchen Sinn ergäbe das?

    • Francesco

      @Chris McZott:

      Ein Staat ist kein Verein. Wenn ich einem Verein nicht beitrete, dann kann ich seine Beschlüsse auch ignorieren. Bei einem Staat ist es nicht so. Der Staatsgewalt unterliegen alle, die auf dem Staatsgebiet leben, ob Staatsbürger oder nicht.

  • AugenhöheStattTribalismus

    Ja, das wäre wirklich schön.

    Bin seit 54 Jahren in Deutschland und darf leider nur den Stadtrat mit wählen. Wieso ich dann nicht bei der Bundeswahl mit machen darf, erschließt sich mir nicht. Steuern zahlen, darf ich dagegen schon.

    • Manuel Im

      @AugenhöheStattTribalismus:

      Darf ich fragen was Sie daran hindert die Deutsche Staatsangehörigkeit zu beantragen?



      Gibt es Hürden aufgrund Ihres Herkunftlandes, oder haben Sie keinen Sinn darin gesehen?

    • Machiavelli

      @AugenhöheStattTribalismus:

      Sie können sich einbürgern lassen, dann dürfen sie auch wählen.

  • Fran Zose

    Nun, ein gutes Mittel gegen ein weiteres Erstarken der AfD wäre gute Politik und nicht eine wahllose Vergabe des Wahlrechts an jeden, der es irgendwie nach Berlin geschafft hat. So etwas zu fordern hingegen ist für viele ein Argument AfD zu wählen, so sieht es doch aus. Und es ist ja nun wirklich nicht so, dass unter allen Migranten die nicht wählen dürfen sich nur lupenreine Demokraten befinden würden und Vertreter einer weltoffenen, liberalen Gesellschaft.

    • Francesco

      @Fran Zose:

      Aber unter den deutschen Staatsbürgern?

    • bloggerlogger

      @Fran Zose:

      Das einzige Argument diese #scheissaFd zu wählen ist persönliche Unzufriedenheit. Diese Blauenen zu wählen ist höchst unpolitisch, weil die meisten gar nicht ahnen, das sie ihren eigenen Untergang wählen .. aber der Frust vernebelt den Kopf. Und die Hetzerei dieser Hetzsekte zieht ..

  • C. Avestruz

    Klingt erstmal nach einer fairen Idee. Wenn man sich allerdings bewusst macht, dass z.B. der autoritäre Präsident Erdogan unter Berliner Türken mehr Rückhalt hat, als in der Türkei selbst, bin ich mir nicht mehr so sicher.

  • Joba

    Kann dieser Forderung durchaus etwas abgewinnen, sie kommt im gegenwärtigen gesellschaftlichen Klima aber aus meiner Sicht zur Unzeit. Zu viele Leute, darunter auch Eingebürgerte, sehen in Migration und vor allem mangelnder Integration ein Problem. "Wahlrecht für alle" wird als Bedrohung empfunden, die noch mehr Menschen unkontrolliert ins Land lockt, nur damit Parteien Stimmen einfangen von Leuten, die mit deren eigentlichen Positionen z.B. zum Geschlechterverhältnis, gar nichts am Hut haben und unter sich weiter ihr eigenes Ding durchziehen. Damit wäre dem Ziel eines friedlichen Zusammenlebens von Menschen verschiedenster Hintergründe ein Bärendienst erwiesen. Viele "Eingeborenen", die für ihr Wahlrecht (leider) keinen Integrationsnachweis benötigen sehen das als Angriff auf ihre Rechte, die sie nicht ohne weiteres teilen wollen. Solches Denken ist kein ausschließlich deutsches Phänomen. Der "Kairos" für den Vorschlag ist einfach nicht da und ich weiß nicht, wie gegenwärtig auf ihn hingearbeitet werden könnte. Ich fürchte, er nützt eher den Falschen.

  • Fairness85

    Herr Can, die Mehrheit der türkisch stämmigen Betliner wählten Erdogan .....ohne seine treue Auslandtürken keinen Erdogan Sieg.



    Soweit die Realität.....politisch dürfte die Mehrheit hier zuland der CDU nahe stehen. Inhaltlich auch grosse AfD Zustimmung....NOCH ABER NUR NOCH nicht wählbar.



    Vieles stimmt überein mit der AfD, das Frauenbild von der Mehrheit der türkisch stämmigen Berliner deckungsgleich mit AfD Vorstellungen.



    Von hartem Kern der Moschee Community ganz zu Schweigen, da ist Rechts die Normalität

    • Francesco

      @Fairness85:

      »Herr Can, die Mehrheit der türkisch stämmigen Betliner wählten Erdogan«



      Derjenigen, die an den türkischen Wahlen teilgenommen haben.

  • wheredallthegoodpeoplego

    Das sehe ich konträr. Wer keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, unabhängig davon, was die Gründe dafür sind, hat kein Wahlrecht. Ich persönlich bin auch gegen den Doppelpass. Das sind alles "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!" - Argumente, die hier ins Feld geführt werden. Diese Diskussion auf die Art zu führen, spaltet die Gesellschaft weiter und ist wieder nur Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen.

  • Thomas Koll

    Ich bin mir sicher würde man zum Thema Integration, Staatsbürgerschaft und Wahlrecht einen Bürgerrat auswählen, reden und abstimmen lassen wäre das Wahlrecht nach ein paar Jahren Aufenthalt eine der Empfehlungen. Herrn Can fehlt der Druck aus der Zivilgesellschaft und das ist im Sinne dass die Politik, Gesetzgebung und oft auch die Medien hinter der Gesellschaft herhinken.

  • Nachtsonne

    Mehr Beliebigkeit und damit Wahlhilfe für die AFD geht kaum. Gratulation!

    • Klabauta

      @Nachtsonne:

      Wie bequem man es sich in der Ecke "nützt nur der AfD" einrichten und damit alles abwehren kann, was einem nicht in den Kram passt.



      Windräder? Nützen nur der AfD!



      Mehr Rechte für Zugewanderte? Nützen nur der AfD!



      Staatliche Förderung von NGOs? Nützt nur der AfD!



      Verbrennerverbot? Nützt nur der AfD!



      usw usf.



      Ziemlich durchsichtiges Manöver.