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US-israelische Angriffe auf IranTrumps Krieg steckt voller Widersprüche

Leon Holly

Kommentar von

Leon Holly

Die USA wollen das Regime in Iran nur mit Luftangriffen und ohne Bodentruppen stürzen. Trump läutet damit eine neue Phase des MAGA-Imperialismus ein.

Trümmer in Teheran nach einem US-israelischen Angriff auf eine Mädchenschule Foto: Iranian Students' News Agency/AP

D as Motto „Make America Great Again“ wird oft als Zurückhaltung vor Kriegen im Ausland interpretiert. Dieses Missverständnis hat US-Präsident Donald Trump spätestens in seiner zweiten Amtszeit ausgeräumt. Mit den amerikanisch-israelischen Luftangriffen auf Iran am Samstag hat der MAGA-Imperialismus die nächste Eskalationsstufe erreicht.

Mit tief in die Augen gezogener weißer Schirmmütze rief Trump in der ersten Videobotschaft nach Beginn seiner „Operation Epic Fury“ ein neues Ziel aus: den Regimewechsel. Großflächige Angriffe auf iranische Raketenstellungen und Seestreitkräfte würden ausgeführt. Mehrtägige Bombardierungen sollen das Regime in Teheran so schwächen, dass die Bevölkerung es in einem Aufstand abschütteln kann.

Damit ist der Krieg gegen Iran für Trump etwas gänzlich Neues: Der Präsident und seine Verbündeten scheinen tatsächlich den Kollaps der Islamischen Republik herbeiführen zu wollen.

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Auch beim Angriff auf Venezuela zielten die USA auf einen unliebsamen Diktator ab. Jedoch sprachen Trump und Co. im Anschluss an die Entführung Nicolás Maduros nie von einem Regimewechsel – das chavistische System sollte vielmehr erhalten bleiben, und die Nachfolger des Machthabers sollten durch Drohungen gefügig gemacht werden. Anders nun in Iran.

Zivilisten unter Beschuss

Der Ausgang des Krieges ist mehr als ungewiss. Im großen Unterschied auch zur Invasion des Irak 2003, bei dem die USA und ihre Verbündeten völkerrechtswidrig ein Land im Nahen Osten angriffen, um dessen brutale Diktatur zu stürzen, setzen die USA gegen Iran keine Bodentruppen ein. Kein Territorium soll erkämpft und gehalten werden.

Da eine langjährige Besatzung viele Soldaten und Ressourcen erfordert, beschränkt sich Trump im Iran auf Luftangriffe – mit der Hoffnung, dass der iranischen Bevölkerung der Regimewechsel „on the ground“ gelingt.

Das wird viele Zivilisten das Leben kosten. Mehreren Quellen zufolge tötete eine Bombe, die am Samstag in einer Mädchenschule in Teheran einschlug, dutzende Menschen. Nachdem das Regime im Januar tausende Demonstrierende erschossen hat, kommt die Gefahr jetzt von oben.

Trumps Ansprache vom Samstagmorgen offenbarte so auch mit Blick auf die Zivilbevölkerung eine gewisse Widersprüchlichkeit. Der Präsident rief die Iraner einerseits auf, sich zu erheben, sagte aber auch: „Verlassen Sie Ihr Zuhause nicht. Draußen ist es sehr gefährlich. Überall werden Bomben fallen.“ Weil Trump offenbar um die Waghalsigkeit seiner Kriegsziele weiß, erdreistete er sich auch noch, die Iraner vorab für ein mögliches Scheitern verantwortlich zu machen – wenn sie diese „Chance“ zum Sturz der Mullahs nicht nutzen.

Trump und seinen Militärs ist bewusst, dass sich die iranische Führung in den letzten Monaten auf massive Gegenschläge gegen Israel und US-Militärbasen in der Region vorbereitet hat – und diese Angriffe folgten am Samstag prompt. So stellte der Präsident das amerikanische Volk in seiner Rede auch auf Verluste unter US-Amerikanern im Nahen Osten ein.

Unmut bei MAGA

Für Trump ist das ein heikler Punkt. In vergangenen Kriegen – etwa bei der Entführung Maduros oder den Luftschlägen gegen iranische Nuklearanlagen vergangenen Sommer – ist Trumps Anhängerschaft ihm im Großen und Ganzen gefolgt. Doch wenn die USA durch die Gegenangriffe echte Verluste hinnehmen müssen, könnte die Stimmung kippen.

Für die Betriebstemperatur der MAGA-Bewegung sind die Kriegsziele entscheidend. In seiner Rede verwies Trump auf die lange Feindschaft der USA mit der islamistischen Führung in Teheran. Bei vielen Konservativen und Rechten zieht das durchaus.

Doch einige Vordenker der Bewegung, wie etwa der rechte Talkshow-Host Tucker Carlson, haben in den letzten Wochen deutliche Zweifel vorgebracht, dass ein Krieg gegen Iran wirklich im Interesse der USA liegt.

Im nächsten Schritt unterstellen sie oft, die USA würden in Wahrheit nur für die Interessen Israels kämpfen – und von dort ist es nicht mehr weit zu der Erzählung, Trump opfere amerikanische Patrioten für einen „jüdischen Krieg“. Berechtigte Kritik an Netanjahus Kriegstrommelei wird so zum Einfallstor für jenen Antisemitismus, der in der amerikanischen Rechten mittlerweile kaum noch einzuhegen ist.

Ein blutiger Niedergang

Die Kriegslust der Trump-Regierung in Washington kann auch die glühendsten MAGA-Patrioten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das US-Imperium im Niedergang befindet. Nur bedeutet der zunehmende Bedeutungsverlust der USA nicht automatisch eine Politik des Isolationismus.

Anstatt sich zurückzuziehen und sich um ihre heimischen Probleme kümmern, verfolgen die USA mit immer brutaleren Mitteln ihre Ziele. Der weitere Abstieg kann noch viel blutiger und schmutziger werden.

Gewiss, in der US-Rechten gibt es auch eine radikal-isolationistische Strömung, und einiges deutet darauf hin, dass sie stärker wird. Doch „America First“ hieß tatsächlich nie nur nach innen schauen, sondern immer auch: amerikanische Stärke. Wenn der Anspruch auf Vorherrschaft auf die objektiven Bedingungen des imperialen Verfalls prallt, dann kommen ganz neue Monster zum Vorschein.

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Leon Holly
Schreibt über gesellschaftliche Konflikte und internationale Politik, mit besonderem Fokus auf die USA und die Levante. Von 2023 bis 2024 Volontär der taz Panter Stiftung. Davor Studium der Politikwissenschaft und Nordamerikastudien in Berlin und Paris.
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144 Kommentare

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  • Ein Widerspruch ist der Ölpreis. Je länger der Krieg andauert, desto wahrscheinlicher wird ein Szenario, dass der Iran in verschiedene Bürgerkriegsparteien zerfällt wie Irak und Libyen zuvor. Was würde das für den Ölhandel über die Straße von Hormus bedeuten? Trump wollte den Ölpreis vielleicht vorübergehend drücken, um Putin zum Einlenken zu bewegen. Unter 40 $ stand im Raum. Jetzt kann es schnell über 100 $ gehen. Für Trumpistan ist das vermutlich "Hedging" in beide Richtungen. Wir können auch anders. Wenn es nach unten geht, machen wir die politische Konkurrenz platt. Wenn es nach oben geht, dann "Drill, Baby, Drill!"

  • Alle führenden internationalen Völkerrechtler bewerten den jüngsten israelisch-US-amerikanischen Angriff auf den Iran als eindeutig völkerrechtswidrig. Wenn der CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundeswehr-Oberst Roderich Kiesewetter nun öffentlich dazu aufruft, diesen Angriffskrieg gegen den Iran militärisch zu unterstützen, ruft er doch - da die Einhaltung des Völkerrechts und die UN-Charta für die Bundesrepublik gesetzlich verbindlich sind - öffentlich zu Straftaten auf, was nach § 111 StGB geahndet werden muß. Gilt unsere bisherige Rechtsordnung eigentlich noch, oder befinden wir uns bereits im Dschungel, wo das Recht des Stärkeren gilt und nicht die Stärke des Rechts?

    • @UriAvnerylebt!:

      Sagen wir mal so: Wird jemandem von den europäischen Staatschefs nachgesagt, sie/er "könne mit Trump gut", so heißt das womöglich nur, vom Heimatschutzbeamten ins Land gelassen und dann in der Pennsylvania Avenue nicht gleich von Vance vor die Tür gesetzt zu werden: www.msn.com/de-de/...orchen/ar-AA1XsAuW

  • Seit knapp 50 Jahren knechtet, foltert und tötet das Mullah-Regime die eigene Bevölkerung. Terrorgruppen im Ausland werden seit Anbeginn unterstützt. Mit Geld, Waffen und der Ideologie, die es braucht, um die Ungläubigen dieser Welt zu töten.

    Am Bau der Bombe wurde intensiv gearbeitet.

    Dieses an die Macht geputschte, extremistische und kleptokrarische Altmänner-Regime abzuräumen kann man doch nicht ernstlich als verbrecherischen Angriff auf einen souveränen Staat sehen.



    Da fehlt mir jede Verhältnissmäßigkeit in der Bewertung.

    • @Querbeet:

      Na ja, so, mehr oder weniger wörtlich, hat Putin den Überfall auf die Ukraine begründen lassen. Und ist damit bei seinem Volk durchgekommen, obwohl etliche Russen im Süden Verwandte haben. Es ist also eine Definitionsfrage. Und nur deswegen hat man die Mullahs so lange gewähren lassen.

  • Natürlich ist es widersprüchlich, wenn man sich vor den Wahlkarren von Netanjahu spannen lässt.

    War etwas anderes zu erwarten, als dass dadurch die Gewalt im Nahen Osten eskaliert?

    Wenn wir jetzt immer noch nicht begreifen wollen, dass das Völkerrecht dringend reformiert und verbessert werden muss, dann leben wir bald alle in einer Welt, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt.

    Davon abgesehen: Robert Habeck hatte verstanden, dass Erneuerbare Energien Freiheitsenergien sind. Die jetzige Regierung hat stattdessen die Gasspeicher im Winter leer laufen lassen, weil angeblich billigere Preise bei Gas und Öl zu erwarten wären. Das "kluge" Konzept war nun offenbar nur für "Reiche" klug. Jetzt müssen die Gasspeicher zu explodierenden Preisen wieder vor dem nächsten Winter aufgefüllt werden.

    Die jetzige Regierung torpediert darüber hinaus Erneuerbare Energien, anstatt über jede Windkraftanlage und jede Photovoltaikanlage froh zu sein, die uns unabhängiger von autokratischen Staaten machen.

    Bleibt die Hoffnung, dass es größere Teile der Bevölkerung noch begreifen. Bevor sie vielleicht wieder einen Habeck, angetrieben von Lügen der fossilen Interessen, zum Teufel jagen.

    • @Bauer Gerry:

      Völkerrecht ist Gewohnheitsrecht. Wer soll es "reformieren"?

  • Hier schimpfen ja alle um die Wette gegen die USA.



    Ich denke, dass der letzte Absatz des Artikels Leon Hollys Fantasie entspringt: "Ein blutiger Niedergang ... Wenn der Anspruch auf



    Vorherrschaft auf die objektiven Bedingungen des imperialen Verfalls prallt, dann kommen ganz neue Monster zum Vorschein."



    Ich sehe da keinen Niedergang der USA, nicht materiell, nicht als politisch-ökonom. Organisation.



    Ich wage gerade keine Prognosen. Es ist sicher richtig, gegen alle Diktaturen in der Welt zu kämpfen. Leider reichen dafür die zivilgesellschaftlichen Mittel nicht immer aus.



    Und sicher ist die Kritik an allen aktuellen Akteuren, Machthabern, Kriegern richtig.

    • @Land of plenty:

      Es ist nirgendwo richtig als ausländische Macht gegen Diktaturen zu kämpfen. Jedes Land ist für seine eigenen Geschicke verantwortlich, und meist besteht eine Diktatur, weil es genug Menschen gibt, welche sie unterstützen oder zumindest akzeptieren.

      Genauso wie mensch den imperialistischen Angriffskrieg der russischen Faschisten verurteilt, sollte der imperialistische Angriffskrieg der faschistischen Regierungen in den USA und Israel verurteilt werden.

      • @Okti:

        Sie haben Recht, aber die gegenwärtige Bundesregierung handelt seit langem mit zweierlei Maß: während Israel bei seinem Rachefeldzug in Gaza tagtäglich zivile Einrichtungen bombardiert, kann der israelische Botschafter Prosor sich problemlos in innerdeutsche Angelegenheiten einmischen und wird nicht ins AA einbestellt. Heute ist der iranische Botschafter einbestellt worden, weil die Bundesregierung gegen die iranischen Gegenangriffe protestiert, die diese auf den völkerrechtswidrigen Angriff Israels und der USA auf den Iran durchführt.



        Merz, Wadephul und andere CDU-Politiker pfeifen öffentlich auf das Völkerrecht. Es wird Zeit, dass wir auf solche Politiker pfeifen. Und zwar laut!

      • @Okti:

        Demnach hätte man dem Gemetzel z. B in Bosnien und Kosovo auch tatenlos zusehen sollen?

        • @Katharina Reichenhall:

          @Katharina Reichenhall



          Einigen hat das Ende des Krieges gar nicht gefallen...



          share.google/s9cwKFmz0gXayHhU9



          Abgesehen davon, sollte man auch immer Hinterfragen - wer hat welche involvierten Gruppierungen des Krieges finanziert und wer hatte Interesse an den Auseinandersetzungen und ganz wichtig, wer hat von dem Krieg letztendlich profitiertund wer hat an dem Krieg verdient...

        • @Katharina Reichenhall:

          Der oder dem @Okti fehlen so wie Trump anscheinend, zumindest ansatzweise, die Erfahrungen, die man als protestierender iranischer Demonstrant üblicherweise macht. Und Stand heute kann man dort auch nur wählen, von wem sich die Muftis nicht gestört fühlen würden. Wobei auch immer. www.soester-anzeig...e-zr-94192557.html

          • @dtx:

            Ich weiß Ihnen fällt das schwer zu verstehen, aber wenn Sie behaupten es ist okay ein anderes Land anzugreifen, weil Ihnen das dortige System nicht gefällt, dann werden sich sicherlich andere Menschen finden, welche das hiesige System schlecht finden. Laut Ihrer Argumentation wäre es okay, wenn die dann Deutschland angreifen und in dem Zuge Ihre Freunde und Familie zu Schaden kommen, korrekt?



            Nein? Dann sollten Sie auch darauf bestehen, dass internationales Recht von allen Ländern eingehalten wird. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass mensch das faschistische Mullah-Regime in Teheran deswegen als erhaltenswert ansehen muss.

            Übrigens, es ist auch lohnenswert einen Blick in die Geschichte Irans zu werfen, um zu verstehen woher das Mullah-Regime kommt und wieso es so wichtig ist auf internationales Recht zu pochen.

  • Zitat: "Mehreren Quellen zufolge tötete eine Bombe, die am Samstag in einer Mädchenschule in Teheran einschlug, dutzende Menschen."

    Könnt Ihr mal bitte mit solchen Behauptungen abwarten, bis die Fakten bekannt sind?

  • Trump und Netanjahu sind Kriegsverbrecher. Eigentlich müsste der Generalbundesanwalt gegen sie ermitteln.

    Merz huldigt dem Imperator. Zeit für ein cdu-Verbot wegen Gefährdung der Demokratie.

    • @rehbrauneAugen :

      Wie sollte Merz hier die Demokratie gefährden, indem er dem US-Präsidenten schmeichelt?

      Man könnte es sogar andersherum bewerten.

      Indem er den Konflikt mit Trump nicht ausufern lässt und ihn damit im NATO- Boot hält, schützt er unsere Demokratie, weil ein Angriff Russlands unwahrscheinlicher wird.

      Merz wurde zum Kanzler gewählt, nicht zum Obermoralisten.

      Da erwarte ich schon, dass er die außenpolitische Situation von D. realistisch einschätzt und gegenüber Staatschefs, von denen man abhängig ist, sich entsprechend verhält.

      Diplomatisches Schmeicheln sollte zu seinem Werkzeugkasten gehören.

      • @rero:

        >Wie sollte Merz hier die Demokratie gefährden, indem er dem US-Präsidenten schmeichelt?<

        UNO ist zwar nicht Demokratie - aber so etwas wie - zumindest in der Generalversammlung.

        Trump steht - im wahrsten Sinne des Wortes - für Imperialismus => unkontrollierte Herrschaft einer Person über die Welt.

        Da noch erklären zu müssen warum Merz mit seiner Kriecherei vor Trump die Demokratie gefährdet, ist wirklich hart.

        Putin, Trump und Netanjahu sind Verbrecher denen ein Demokrat nicht zu schmeicheln hat.

        Kurzsichtig ist das Ganze denn Trump hat den Zenit seiner Macht überschritten.

  • Nicht die USA führen mit Israel zusammen Krieg gegen Iran, sondern Trumpistan. Eine Diktatur im Werden attackiert ein alteingessene Diktatur. Natürlich gibt es trotzdem Traditionslinien. Auch Ws Irakkrieg war von persönlichen Komplexen und den Ölinteressen der Bush Cronies stärker geprägt als vom wohlverstandenen geostrategischen Interesse der USA. In Trumpistan aber sind die kleptokratischen und narzisstischen Bedürfnisse des Führers und seiner Schergen, sowie die Ablenkung von Epstein Island und innenpolitischer Dauerinkompetenz Staatsraison. Wilkommen in Nordkorea. Mark Carney hatte schon Recht in Davos: die immer schon höchst löchrige und bedarfsdeaktivierte regelbasierte internationale Ordnung, von der aber ein Großteil der Welt (u.a. Kanada und Europa) trotzdem massiv profitierte, ist aus und vorbei, UN, WHO, WTO, CPO sind erledigt, es gilt das Recht der Stärkeren und "ich tu was mir gefällt" und genau das sehen wir hier live. Das Völkerrecht ist nicht mehr. Darauf muss sich die EU schleunigst einstellen. Wenn ihm Iran zu sehr um die Ohren fliegt, dann annektiert er halt doch Grönland. Die USA sind ein "rogue state", das ist die neue Normalität.

    • @hessebub:

      Zitat: "Nicht die USA führen mit Israel zusammen Krieg gegen Iran, sondern Trumpistan. Eine Diktatur im Werden attackiert ein alteingessene Diktatur."

      Zu Satz1: Vielleicht auch Netanyahustan?



      Zu Satz 2: Sofern man das nicht nur auf "Trumpistan" bezieht. Netanyahus Privatkrieg gegen die Demokratie in Israel ist ja wohl nicht schon deshalb im Sande verlaufen, weil es für europäische Medien genug andere Themen gab.

  • Das Weiße Haus postete ein Bild vom "Situation"-Room in Mar-a-Lago: www.news.de/politi...-mar-a-lago-aus/1/



    Die Reaktionen sind einmütig.

  • "Trumps Krieg steckt voller Widersprüche" - Welche sollen das sein, der Text gibt da so richtig nichts her? Und in welchem "Niedergang" und "Bedeutungsverlust" befinden sich die USA denn? Eher das Gegenteil ist der Fall, was der Trumpel gerade wieder eindrucksvoll demonstriert. Wo sind se denn die BRICS? Das ganze Gerede von einer multipolaren Welt ist ebenso lachhaft und lebensfremd wie der seit Jahrzehnten anhaltende Abgesang auf den Kapitalismus.

  • Ich denke, es ist nur bedingt sinnvoll die einzelnen Sätze oder Argumente vom Trump zu sezieren und dann leicht detailverliebt die Widersprüche rauszuarbeiten.... schlimmer Mensch und Lügner. Wissen wir doch alles.



    Frei nach Forest Gumps Mutter: Es ist nicht dumm, Dummes zu sagen sondern Dummes zu tun.



    Die endlose Unterdrückung der Iraner, insbesondere Frauen, das massenhafte Auswandern und Vertreiben, die offene Forderung zur Vernichtung Israels, Unterstützung von irgendwelchen Milizen in Nachbarländern... alle Kraft in das "Wie", das wäre mein Wunsch, nicht das "Ob", zumal das ja läuft und gar nicht mehr rückgängig zu machen ist.

    • @Tom Farmer:

      Ein Verfassungsgrundsatz, den jeder vom Ober-Mufti zugelassene Repräsentant bei Strafe seines Untergangs zu verfolgen hat, ist nicht bloß eine "offene Forderung", von der man sich bei Gelegenheit distanzieren könnte.

      Und Chamenei soll für jeden Posten von einigermaßen Gewicht vier Nachfolger nominiert haben. Zu glauben, daß mit dessen Tod allein jetzt alles vorbei sein müßte, wäre ziemlich naiv.

  • Haben sich Trump, der Trump-Clan und die Trump-Klientel frühzeitig mit Öl-Aktien, Öl-Zertifikaten usw. eingedeckt?



    Handelt Trump nicht nur, wenn er so reicher werden kann?

    Die Kriege Präsident George W. Bushs gegen Afghanistan und den Irak sollten auch nur Wochen dauern, es wurden Jahrzehnte daraus.



    In den USA interessiert man sich nur für die Kosten, die entgangenen Öl-Einnahmen und die eigenen Toten.

    • @Ralf:

      Allerdings muss man hier aber mal wirklich sagen, abgesehen von dem Mullah-Regime und der Hisbollah Miliz und der Hamas ist so gut wie jeder dafür, dass der Terror des Irans beendet wird. Die Bewohner Irans gehen auf die Straße und feiern, dass auf ihr Land Bomben fliegen. Wann gab es sowas mal?



      Selbst Putin bleibt passiv.

      Krieg im Nahen Osten ist nicht gleich Krieg im Nahen Osten wie bei Bush. Auch wenn Trump genauso, wenn nicht gar schlimmer ist.



      Das Mullah Regime bedroht den ganzen Nahen Osten, aber auch die ganze Welt!

      • @Walterismus:

        "Das Mullah Regime bedroht den ganzen Nahen Osten, aber auch die ganze Welt!"



        Ich fühle mich in Mitteleuropa von Russland weitaus stärker bedroht. Übrigens auch ein eher diktatorisches Regime.



        Muss Donald jetzt Wladimir angreifen? Scheint mir Ihre Logik zu sein.

      • @Walterismus:

        Putin bleibt aber nicht deshalb passiv, weil er das Treiben des Iran verwerflich fände, sondern weil er den Mullahs nichts zu geben hat. Wie auch schon Maduro und Assad nicht. Überall hat er sich zurückziehen müssen, weil er 2022 seinen Untergebenen nicht zuhören wollte. Und für Wagner wäre der Iran sowohl ein paar Nummern zu groß, als auch geschäftlich uninteressant gewesen. Konnten sie sich doch dort weder gegen die lokalen Behörden durchsetzen, noch Rohstoffe plündern.

        • @dtx:

          Und das ist auch gut so.



          Putin sieht, dass all seine Buddies allmählich entmachtet und beseitigt werden und er kann nur tatenlos zusehen.



          Wenn man es einmal genauer betrachtet ist die Situation für Putin ziemlich besorgniserregend.

          • @Katharina Reichenhall:

            @ Katharina Reichenhall



            Och, solange Putin China hinter sich hat, wird er wohl Nachts ganz ruhig schlafen können.

  • "Der Präsident und seine Verbündeten scheinen tatsächlich den Kollaps der Islamischen Republik herbeiführen zu wollen."

    Nein

    Die USA wollen die Produktion von Rakten, Atomwaffen und bestimmten Rüstungsgütern beenden (a), die USA und Israel wollen Iran als Regionalmacht zurechtstutzen (b), die USA und Israel wollen die Möglichkeiten der iranischen Führung stark einschränken (c).



    Das sind die Ziele, die sich militärisch durchsetzen lassen. Ein Ende der Islamischen Republik soll das Volk machen und zwar durch Demos und Aufstand.



    Dazu liefern weder Israel noch die USA Waffen, sie könnten ihre Meinung freilich noch ändern, dann kann ihnen aber das Land um die Ohren fliegen, es könnte ein Bürgerkrieg ausbrechen.



    Die USA wollen militärische Ziele erreichen und sie werden dabei erfolgreich sein. Seit langer Zeit wird an diesem Plan gearbeitet, der Vorlauf 2025 war gut, jetzt soll das zu Ende gebracht werden. Und das Ende kann auch ohne Regimesturz passieren.



    In den nächsten Wochen wird die iranische Führung Stück für Stück ihre militärischen Möglichkeiten verlieren. Die Führung des Irans wird nur noch wenige Wochen am Leben bleiben, dann wird ein Führer nach dem anderen getötet.

    • @Andreas_2020:

      Die militärische Dominanz Israels tat der Region nicht gut, die von Saudi-Arabien unter Salman wird das recht sicher auch nicht tun. Warum sollte jemand das gutheißen?



      Die USA ließ sich von Saudi-Arabien und Israel einspannen und lenkte wichtige Ressourcen an die falsche Stelle. Einmal der Ukraine die Lufthoheit besorgen. Aber da haben die Russen vielleicht die geschwärzten Stellen aus den Epstein-Files im Original vorliegen.

      • @Janix:

        Vielleicht will Trump gar nicht einen raschen Frieden zu den Konditionen von Putin. Trump tritt zwar temporär immer wieder erratisch auf und sagt Sachen, die man von einem amtierenden Präsidenten nicht erwarten würde. Das heißt aber nicht, dass seine bisherige Außenpolitik keinen Sinn ergeben würde. Die Europäer kaufen Waffen (in den USA), sie bauen ihre eigene Verteidigung auf, die Verbündeten Russlands und Chinas werden beseitigt, geschwächt, geraten unter Druck. Die USA stellen für Israel eine Hegemonie her, ob die echte Sicherheit folgt, das glaube ich nicht, aber das glauben Benny N. und Trump - für sie macht das Sinn. Und Trump verewigt sich auf der Welt, er sorgt für einen Platz in der Geschichte und in den Geschichtsbüchern. Dass er einen Nobelpreis dafür verdient, das glaube nur er selbst, aber er hinterlässt eine andere Welt, wenn er abtritt oder stirbt, das ist wahrscheinlich wichtiger, als viele gerade denken. Sollte der Shahsohn tatsächlich eine Rolle im Iran übernehmen, dann wäre das im Iran auch eine unglaubliche Zäsur.

      • @Janix:

        Sicher haben die Russen das Zeug in der Schublade. Aber es ist nicht (nur) deren Schuld, daß die Amerikaner dem Trump alles durchgehen lassen.

        • @dtx:

          Was in der ersten Amtszeit besser funktionierte, waren die Checks & Balances (Neinsager, Kongress, Medien). Eigentlich alle zwei Monate etwas für ein Impeachment.



          Die Zwischenwahlen nun gebe ich dabei noch.

          Es war nach meinem Eindruck nun nicht die US-Öffentlichkeit, die Bomben forderte. Es wurde sich ja nicht mal die Mühe gemacht, à la Bush junior einen Grund herbeizuwiederholen. Wer einen Grund braucht, um Präsidenten und "starken Männern" eben keine absolute Macht zuzuschreiben, hat ihn gerade.

  • Inzwischen machen die MAGA-„Vordenker“ aus der Not eine Tugend und verbreiten, dass es gar nicht Sache der USA sei, einen Plan für eine Nachkriegsordnung zu haben.

    www.huffpost.com/e...e7e4b0d383f5037445

    • @Kaboom:

      Sicher nicht. Aber nun, da sie sie eingerührt haben, wäre es ihre Sache, einen Plan zu haben, wie man diese Suppe auslöffelt.

      • @dtx:

        Zitat:

        LINDSEY GRAHAM: Our goal is to make sure Iran cannot become again the largest state sponsor of terrorism.

        WELKER: Does the the president have a plan to guarantee that happens?

        GRAHAM: No. It's not his job.

        (Zitat Ende)

        Graham ist entweder ebenso alt und senil wie Trump oder traut sich nicht, den an den Pranger zu stellen. Trump hätte einen Plan haben müssen, wenn er sich an die Gesetze der USA halten wollte und infolgedessen den Kongress überzeugt haben müßte, so einen Angriff zu genehmigen.

    • @Kaboom:

      Genau so Ron Prosor gestern im ZDF heute-Interview. Es gibt offensichtlich keine Strategie, weder der USA noch Israels, was nach den Angriffen geschehen soll.

      Mein Mitgefühl gilt den Iraner*innen und allen Menschen außerhalb des Irans, die den Preis dafür zahlen werden.

      • @Klabauta:

        Prosor ist (zumindest in seiner Rolle) leider meist ein Powerschwätzer, der nicht zuhört, sondern nur attackiert.

        Israel hat keinen Plan, weil es das Imperialistendilemma hat: Nicht mal feste Grenzen aus eigener Sicht, das "Vorfeld" wird immer weiter nach außen geschoben, das Geld in die Rüstung gesteckt, andere drangsaliert, getötet, vertrieben, alles für eine scheinbare "Sicherheit" bzw. derzeit alles dafür, dass Netanyahu noch nicht in den Knast muss. Prosor deckt das.

        PS: Adenauer wird zugeschrieben, er hätte den "großen" "Einfluss des Weltjudentums" als Grund für die Verständigung mit Israel genannt. Das meinte ich im anderen Thread als den (potenziell antisemitischen) Fehler Weimers, diesem Zeugs immer noch aufzusitzen. Und Israel und Juden zu verwechseln, auch noch.

        • @Janix:

          Es wäre sinnvoll, den Artikel zumindest bis zum Link zu Trumps Ergüssen gelesen zu haben, um festzustellen, daß der wieder Glocken schlagen hörte (oder zumindest seitens seiner Speichellecker von einem Geläut unterrichtet wurde), die (das) es gar nie gab. Wo die Huffpost behauptet, daß Graham auf diesen "Beitrag" reagierte:

          truthsocial.com/@r...116150413051904167 Zitat: "We are hearing that many of their IRGC, Military, and other Security and Police Forces, no longer want to fight, and are looking for Immunity from us."

          Graham soll weiter gesagt haben (Zitat, Google-Übers.): "Es liegt im Interesse Amerikas, sicherzustellen, dass der Ayatollah tot ist. Er ist tot. Es liegt im Interesse Amerikas, sicherzustellen, dass Iran nicht länger der größte staatliche Unterstützer von Terrorismus sein kann. Wir sind nah dran. Sobald die Leute entschieden haben, was sie als Nächstes tun wollen, habe ich nichts dagegen, ihnen zu helfen."

          Dummerweise existiert so eine Folgebeziehung zwischen dem Tod Chameneis sowie Staatsdoktrin und Fähigkeiten des Iran nur in der Einbildung Grahams. Der islamische Iran ist im Gegensatz zu dem Syrien unter Assad keine Ein-Mann-Show.

          • @dtx:

            Weiters: Wenn ein wesentlicher Anteil iranischer (Un-)Sicherheitsbeamter Immunität wegen Missetaten in der Vergangenheit wollte, würden die Füße stillgehalten, anstatt zivile Ziele und Infrastruktur der Nachbarländer beschossen. Die unter anderem angegriffenen VAE sollen derweil ihre Botschaft in Teheran geschlossen und das Botschaftspersonal abgezogen haben.

  • Ich würde übrigens bei diesem Krieg keinen Plan oder irgendeine Logik suchen.

    Die Sache scheint so gelaufen zu sein:

    Trump wollte irgendeinen "Deal" herausverhandeln, von dem er selber nichts Genaueres wusste, als dass dieser "Deal" ja sicherlich für ihn erreichbar sein müsste.

    Die saudischen Tyrannen - Mr. Grillmaster und sein Brüderchen - haben ihn dann gedrängt, besser gestern als heute ohne Vorwarnung anzugreifen.

    Dann erfuhr der Mossad vom anstehenden iranischen "Krisengipfel", und Netanyahu bat Trump, diesen wegzubomben.

    Und Trump gehorchte.

    Und das ist eigentlich alles.

    Jetzt haben die 3 Spezis ihren Krieg, das Tehraner Regime hat seine "Märtyrer" (und ist endlich den Boomer los, auf dessen Ableben sie schon seit 2024 warteten) - aber niemand weiß wie dieser Krieg zu gewinnen wäre, und was man hier überhaupt als "Sieg" definieren soll.

    Das heißt die Sache geht weiter bis irgendjemandem ein totaler Glückstreffer gelingt.



    Oder bis "Winchester" (Munition verbraucht), Ölpreis hocheskaliert und Handelscrash ist, und dann wird das Gegreine allerseits groß sein.

    Uezs, ich hatte schon den Samstag davor damit gerechnet, dass losgebombt wird ohne Plan und Verstand.

    • @Ajuga:

      "Ich würde übrigens bei diesem Krieg keinen Plan oder irgendeine Logik suchen." Der Plan ist vermutlich wesentlich ausgereifter und subtiler als wir selbsternannten Strategen es und vorstellen können; und die Logik? Wie wäre es mit Freiheit für Persien, die dann auch dem Nahen Osten die Chance auf Frieden und Wohlstand bringt; und das hätte positive Auswirkungen auf die ganze Welt-- auch wenn es vielen Völkerrechtlern nicht in ihr Völkerecht passt... "Und das ist eigentlich alles."



      Merz sieht das ziemlich klar und ehrlich: " Völkerrechtliche Einordnungen werden dabei relativ wenig bewirken. Das gilt umso mehr, wenn sie weitgehend folgenlos bleiben. Appelle aus Europa, auch aus Deutschland, die Verurteilung iranischer Rechtsbrüche und selbst umfangreiche Sanktionspakete haben über Jahre und Jahrzehnte hinweg wenig ausgerichtet. Das hat auch daran gelegen, dass wir nicht bereit waren, grundlegende Interessen notfalls mit militärischer Gewalt durchzusetzen. Deshalb ist jetzt nicht der Moment, unsere Partner und Verbündete zu belehren."

      • @Jutta57:

        "Wie wäre es mit Freiheit für Persien, die dann auch dem Nahen Osten die Chance auf Frieden und Wohlstand bringt; und das hätte positive Auswirkungen auf die ganze Welt"



        Freiheit für Persien als Ziel für Donald?



        Frieden und Wohlstand im Nahen Osten durch Militäraktionen?

        ...Sie wollen mich ja nur zum Lachen bringen...

      • @Jutta57:

        Ob wir bereit gewesen wären, grundlegende Interessen mit militärischen Mitteln durchzusetzen, ist nicht mal eine akademische Frage, weil Europa allein weit davon entfernt war, selbst in Summe aller seiner Streitkräfte die Mittel dazu zu haben. Und das war auch gut so, weil es sich seiner Statuten nach auf eigene Faust allenfalls seiner eigenen Haut erwehren wollen würde. Und auch das nur in Zukunft, nachdem die Amis das nun nicht mehr garantieren wollen bzw. können.

    • @Ajuga:

      "Dann erfuhr der Mossad vom anstehenden iranischen "Krisengipfel", und Netanyahu bat Trump, diesen wegzubomben.



      Und Trump gehorchte.



      Und das ist eigentlich alles."



      Nicht nur. Trump steht innenpolitisch aufgrund der Epstein-Files zunehmend unter Druck. Da ist ein Krieg zur Ablenkung immer gut.

    • @Ajuga:

      Eine treffende Wiedergabe. Leider. Man soll ja keinen bösen Willen suchen, wo Inkompetenz und Dummheit hinreichende Erklärungen bieten. Das gilt wohl auch für Trump.

      • @Metallkopf:

        Eins meiner Lieblingszitate.



        (Und dass mancher dennoch auch noch bösen Willen haben kann.)

        • @Janix:

          Genau. Trump und Netanjahu sind keine Figuren, bei denen man Zweifel am bösen Willen hegen muß. Der braucht auch unabhängig von Dummheit und Inkompetenz, woran es zumindest Trump und seiner Regierungsmannschaft nicht mangelt, nicht mehr gesucht werden.

  • Es ist ein Dilemma. Ein autoritäres Terror-Regime, dem Menschenrechte und Freiheit seiner Bevölkerung und anderer Staaten völlig egal war und das tausende Demonstranten niedermetzeln liess, wurde durch einen evtl. völkerrechtswidrigen Militärschlag der USA und Israel ausgelöscht. Die Einschätzung, dass der Angriff nicht mit dem Völkerrecht vereinbar war, ist nicht von der Hand zu weisen. Gleichwohl muss man aber sehen, wenn man diese völkerrechtlichen Maßstäbe ansetzt, dass das iranische Terrorregime durch gerade dieses Völkerrecht gedeckt war und quasi einen Freifahrtschein für seine Brutalität gegen innen und aussen hatte.



    Jetzt bietet diese Situation eine Chance für ein unterdrücktes Volk, seine Freiheit und Selbstbestimmung zurückzuholen, obwohl m.E. leider noch keine relevanten Oppositionsstrukturen vorhanden sind.



    Das bedeutet noch lange nicht, dass man Trump freie Hand lassen darf, was im Iran passiert. Es darf keineswegs ein wie auch immer gearteter Machthaber von Trumps Gnaden installiert werden. Hier bedarf es einer starken Politik der Einflussnahme Europas und anderer wichtiger Verbündeter, um dem Sturz des Mullah-Regimes kein anderes autoritäres Regime folgen zu lassen.

    • @Klaus Waldhans:

      Es wurde nichts ausgelöscht. Außer einer sogenannten Mädchenschule vielleicht, was aber die Mullahs so gewollt hatten, indem sie sie als Schutzschild ihrer Elitetruppen in deren Kaserne einquartierten. Wer nicht zu faul war, um Google zu bemühen, fand heraus, daß die Stadt Mina direkt am Knick der Straße von Hormus liegt, dort also gerade die Truppe stationiert sein dürfte, die immer wieder Handelsschiffe anderer Länder gekapert hat.

      Iran wurde ja nun während Chameneis Amtszeit nicht das erste Mal angegriffen. Der Chamenei hat deshalb vorausschauend für jeden nennenswerten Posten vier Nachfolger bestimmt, die den der Reihe nach besetzen sollten, sobald man ihrer Inhaber verlustig ginge. Zumal in der Liste der jetzt Umgekommenen mindestens der Justizminister fehlt, der vor kurzem tönte, daß die Demonstranten, die nicht gleich auf der Straße erschossen, sondern erst mal nur festgenommen wurden, baldmöglichst hingerichtet werden müßten. Also von wegen "Regime ausgelöscht": Das ist immer noch funktional. Und legt es gerade drauf an, mit jedem Land Krieg zu führen, das ihm gegenüber am anderen Ufer liegt.

      • @dtx:

        Soso, eine sogenannte Mädchenschule. Kannst du mal bitte mit solchen Behauptungen abwarten, bis die Fakten bekannt sind?

  • Der Weltpolizist ist endgültig zurück. Mal sämtliche Rechtsfragen außen vor gelassen: Das große Problem kommt dann erst, wenn der Weltpolizist kein Interesse mehr an seiner Tätigkeit hat.

    • @FancyBeard:

      "Das große Problem kommt dann erst, wenn der Weltpolizist kein Interesse mehr an seiner Tätigkeit hat."



      Oder wenn der 'Weltpolizist' sich nicht mehr als solcher gebärdet, sondern ausschließlich als impulsgetriebener Kleptokrat.



      Aber da sind wir ja weit weg von, oder?

  • Es bestürzt mich zutiefst, dass es allen Ernstes Menschen gibt, die daran glauben, dass es für irgendein Volk letztendlich positiv sein könne, wenn ein Quartalsirrer beschließt dessen Territorium zu bombardieren.



    Dass es Trump in keiner Weise um die Bevölkerung des Iran geht dürfte auch dem Letzten klar sein, der nicht versehentlich im Bible Belt seinen Trailer stehen hat und auf Trump-Bettwäsche schläft.



    Was denn, wenn Agent Orange seine Ziele nicht innerhalb weniger Tage erreicht sieht? Gestaltet er dann dieses Riesenland zu Gaza 2 um? Zurück in die Steinzeit - wie ein US-Militär das dereinst mit Vietnam vor hatte?



    Das einzig Gute, das aus diesem Krieg hervorgehen könnte, wäre das diese US-Regierung sich daran derartig verhebt, dass ihr der amerikanische Wähler den Daumen senkt...

    • @Der olle Onn:

      Der Iran ist riesig groß, hätte man im Sinn, mit militärischer Gewalt das Regime loszuwerden müsste man mit einer gigantischen Anzahl von Bodentruppen einmarschieren, verlustreiche Kämpfe über Jahre wären die Folge, siehe Irak, siehe Afghanistan, siehe die Ukraine.



      Trumps und Netanjahus reichliche krude Wette, man bombt gezielt möglichst Viele der Nomenklatura ins Jenseits, den Rest erledigt dann das aufgebrachte Volk. Eine reichlich gewagte Wette, das jetzige Regime hat keine Skupel auf das eigene Volk schießen zu lassen, Militär und politische Führung haben keinen Ausweg, den Regimewechsel zu überleben, hat also nichts zu verlieren.



      Während der Berufszyniker Netanjahu am Ende sogar zum x-ten Mal profitieren könnte (die Israelis wählen ihn absurderweise wieder zum MP, wegen der militärischen Dauerkrise) dürfte die Nummer Trump am Ende krachend auf die Füße fallen. Kein Erfolg, tote Amerikaner, Milliarden durch den Schornstein, während zu Hause die Benzinpreise steigen. Bereits jetzt extremst miese Umfragewerden selbst den verstrahltesten MAGA-Jünger dürfte das ins Grübeln bringen.

    • @Der olle Onn:

      Ja, leider mehren sich die Anzeichen, dass es im Iran auf ein Gaza 2.0 hinauslaufen könnte. Die Intensität der Raketenangriffe und die Äußerungen Trumps, die Angriffe könnten noch vier Wochen andauern, deuten in diese Richtung.



      Leiden wird darunter v.a. das iranische Volk, nicht die Anhänger und Profiteure des Regimes. Die haben ihre Schäfchen entweder längst im Trockenen oder werden in fanatischem Widerstand bis zum letzten Blutstropfen kämpfen. Sie müssten schon in zähen, verlustreichen Bodenkämpfen aus ihren Bunkern herausgeholt werden.



      Wer will das tun? Amerikanische Bodentruppen, angesichts der Tatsache, dass in den USA im Herbst die Midterms bevorstehen? Israel hat seine Ziele erreicht, wenn der Iran militärisch am Boden liegt und von seinem Atomprogramm keine Gefahr mehr ausgeht. Dass der schwelende Konflikt damit NICHT beseitigt ist und insofern langfristig weitet Gefahr für Israel droht, steht auf einem anderen Blatr.



      Ein in Trümmern liegender Iran und noch fanatischere Machthaber, die rücksichtslos gegen die eigene Bevölkerung vorgehen? Ist es das, was sich die Hunderttausend exil-iranischen Protestierenden und Ihre Unterstützter in München und anderswo erhoffen?

    • @Der olle Onn:

      Also wenn ich F.M. in den Nachrichten richtig verstanden habe, findet der Bundeskanzler das irgendwie doch gut und glaubt fest daran, dass das iranische Volk bereit ist, den Blutzoll zu zahlen, um das Regime zu stürzen und diesem völkerrechtlichen Verbrechen damit einen Anschein von Sinnhaftigkeit zu verleihen.

      • @Sonntagssegler:

        Wenn ich ihn richtig verstanden habe, glaubt er, dass das Mullah-Regime jetzt ein Ende gefunden hat.



        Wenn es so ist, halbiert er mit seiner großen Siewissenschon mal wieder einen Bierdeckel...

    • @Der olle Onn:

      ???



      Die US-Regierung wird sich gar nicht verheben können, weil sie keinen regulären Krieg führen wird.

      Es wird ein paar Luftangriffe geben, und das war's.

      Für viele Deutsche war es 1945 letztendlich positiv., dass ihr Territorium bombardiert wurde.

      So mal als Beispiel, ohne einen Vergleich ziehen zu wollen.

      Wer hat denn bitte erwartet, dass es Trump vorangig um das iranische Volk geht?

      Israel und die USA sowie mehrere arabische Staaten wollen, dass die iranische Regierung außenpolitisch aufhört, Extremisten zu unterstützen.

      Chamenei ist tot, da kann Trump schon mal was vorweisen.

      • @rero:

        Bis Trump diesen Nachweis gebrauchen könnte, würde man längst gesehen haben, daß Chameneis Tod nichts gebracht habe. Aber das ist außerhalb eines Mannes Vorstellung, um den sich alles in seiner Umgebung dreht.

        • @dtx:

          Trump würde vermutlich sagen: "Wir haben geliefert, die Iraner haben aus ihren Chancen nur nichts gemacht. "

  • Was für ein kläglich einseitiger Artikel. Kein Wort über das Terrorregime der bärtigen alten Männer, die nicht zögern, zehntausende des eigenen Volkes zu ermorden? Kein Wort über den Terror, den das Regime in der Gegen verbreitet hat? Über all die Toten in Syrien, im Libanon, in Israel, im Jemen? Kein Wort über die mörderischen Proxis der Iraner, die Hisbolla, die Huthis, die Hamas und wie sie sonst heißen mögen? Meine Unterstützung haben die Angriffe. Mögen sie die Strukturen des Regimes vernichten auf das das iranische Volk sich erhebt und dieses Regime entgültig hinter sich lassen kann um sich in eine bessere Zukunft aufzumachen.

    • @Willy Wusel:

      Nun die bärtigen alten Männer waren so naiv zu glauben, dass Trump während der Verhandlungen der letzten Tage keinen Krieg beginnen würde, das hat die oberste Riege der Machthaber mit dem Leben bezahlt.



      Kein Machthaber dieser Welt wird Trump noch trauen.



      Alle Machthaber dieser Welt werden auf Nummer sicher gehen.



      Die Machthaber dieser Welt werden sich Trump gegenüber unterwürfig zeigen und auf Rache sinnen.



      Jede Schwäche Trumps oder der USA wird von jedem einzelnen Machthaber der Welt ausgenutzt werden, ob sie nun mit Trump befreundet oder mit den USA verbündet sind.

      • @Ralf:

        Aha und welcher Machthaber ist so Blöd sich mit den USA anzulegen? Wenn jede Schwäche der USA von den Machthabern ausgenutzt wird, dann würde ich echt gerne wissen, wie diese Schwäche aussehen sollte.



        Mit der USA wird sich niemand anlegen. Und Trump ist in 3 Jahren weg.



        Zum anderen glauben Sie doch nicht wirklich, dass wegen diesen gescheiterten Verhandlungen niemand mehr der USA traut?

        Auch wenn man Trump und die USA nicht mag, sollte man schon ehrlich sein, abgesehen von China wird sich niemals jemand mit der USA anlegen und selbst China dürfte mit über 90% Wahrscheinlichkeit zurückschrecken.

        • @Walterismus:

          Trump ist vielleicht nicht erst in drei Jahren weg. Und ob es J:D., der dann sein Nachfolger würde, begriffe, daß außer dem amerikanischen Kontinent noch etwas in der Staaten Interessen liegen müßte, ist die Frage. Anderenfalls läßt er den Xi mit seinen Nachbarn (Putin eingeschlossen) machen, was der will.

  • Der Angriffskrieg der USA gegen den Iran hat meiner Meinung nach vorrangig das geopolitische Ziel, Chinas wirtschaftliche und machtpolitische Handlungsspielräume zu begrenzen. Es geht nicht um Demokratie für den Iran – das hat die USA bei ihren vielen militärischen Interventionen noch nie interessiert – oder um die Verhinderung eines Atombombenbaus – dafür gab es keine Belege- sondern in erster Linie um Chinas zu schwächen.



    Die Kontrolle über Energiequellen sowie über zentrale Öl-Lieferketten spielen dabei eine bedeutende Rolle, da China in hohem Maße von Energieimporten abhängig ist.



    Auch der Angriff der USA gegen Venezuela ist in diesem Licht zu sehen. Iran und Venezuela zählen zu wichtigen Öllieferanten, mit denen China in den vergangenen Jahren enge wirtschaftliche Beziehungen aufgebaut hat. Chinesische Raffinerien beziehen iranisches Öl trotz bestehender US-Sanktionen unter anderem über sogenannte „Shadow Fleets“. Auch ein erheblicher Teil des venezolanischen Erdöls wurde traditionell nach China exportiert. Diese Energiepartnerschaften ermöglichten es Peking, Rohöl zu vergleichsweise günstigen Konditionen zu beziehen und damit seine Versorgungssicherheit zu stärken.

    • @amigobrasil:

      Es gab seitens der IAEA valide Erkenntnisse, daß der Iran weit über den Grad hinaus angereichert hat, den man für die von ihm behauptete zivile Nutzung braucht. Daß die Anlagen anders gestaltet waren, als man sich für die behauptete Nutzung gebaut haben würde. Man wußte auch, wieviele Sprengköpfe sich mit dem Zeug bestücken ließen.

      Und wie man jetzt wieder sieht, ist von iranischem Militär kein rationales Verhalten zu erwarten. Insofern ist es Quatsch zu behaupten, die USA und Israel würden wieder nur Panik verbreiten wollen. Daß das alles auch zu Netanyahus persönlichen Angelegenheiten paßt, ist eine andere Sache.

  • In Deutschland sollte nicht vergessen werden, dass auch hier eine Diktatur 1945 mit Waffengewalt beendet wurde und dadurch erst (wieder) - zumindest in D-West (BRD) - eine (bis dato) anhaltende Demokratie besteht. Ob und wie das im Iran möglich ist, kann ich nicht beurteilen. Den Hinweis auf die deutsche Geschichte wollte ich jedenfalls in die Gedanken einbringen...

    • @HopeDrone:

      @HopeDrone



      Ist ja auch echt fein von Ihnen, scheinen doch einige unserer Mitbürger etwas Geschichtsvergessen zu sein, gerade bei den unglücksseligen AfD Sympathisanten liegt die Vermutung sehr nahe.



      Nur der Iran strebt noch keine massive Weltherrschaft an und somit würde eine Rechtfertigung für den, gegen die Völkerrechte verstoßenen militärischen



      " Sonder-Spezialeinsätze " von den USA gegen den Iran etwas hinken. Wollte ich jetzt nur einmal kurz als Gedanken einbringen.

    • @HopeDrone:

      Gar nichts wurde beendet. Es wurden ein paar Leute getötet. Währenddessen gibt es nach wie vor 200.000 voll bewaffnete Mitglieder der Revolutionsgarden. Es gibt die iranische Armee, es gibt die Basidj, etc. pp.

      • @Kaboom:

        Deutschland wurde auch nicht in 2 Tagen besiegt. Sorry aber der Einwurf ist quatsch. HopeDrone hat Recht, ein Eingreifen von Außen um einen RegimeChange durchzusetzen ist nicht per se schlecht.



        Und grade macht sich der Iran fast alle umliegenden Staaten zum Feind durch wahlloses Abschießen von Raketen.

    • @HopeDrone:

      Und dieser unselige Typ will einen Friedensnobelpreis und bekommt vom FIFA Typ auch noch eine „Friedenstrophäe“.



      Die Nazis Deutschlands hatten aber vorher die halbe Welt überfallen, weil sie sich alles aneignen wollten (einschließlich der Weltherrschaft). Trump überfällt, weil er sich auch alles Mögliche aneignen will.

      • @snowgoose:

        Was dieser unselige Typ will, ist mir wurschd. Ebenso wurschd ist mir, was er und ähnliche Typen einander in den Allerwertesten stecken. Meine Hoffnung gilt genau dieser einen Sache: der Befreiung der iranischen Bevölkerung von dem sie niederknüppelnden Regime.

    • @HopeDrone:

      _Keinerlei Parallele.



      Um es mit einem Punkte schon zu zeigen: Dann müssten mindestens 40 Jahre lang US-Truppen das Land Iran besetzen (können) und kontrollieren. Das sehe ich nicht.

    • @HopeDrone:

      Die deutsche Diktatur wurde deshalb mit Waffengewalt beendet, weil sie zuvor ihre eigenen Waffen gegen fast die ganze restliche Welt erhoben hatte. Und damit völlig zurecht, schon, weil das auf anderem Wege wohl kaum möglich gewesen wäre. So weit ich erkennen kann ist das hier nicht der Fall. Wenngleich die großmäuligen alten Herrschaften mit den Turbanen recht häufig gerne mit Vernichtung drohten. - Schätze, Sie bemerken den Unterschied dann doch...

      Wie Trumps "Experiment" im Iran ausgeht kann leider noch niemand beurteilen. Vielleicht wäre es ja sonst irgendeinem seiner "Berater" möglich gewesen dem Typen aus Gottes eigenem Land sein militaristisches Vorgehen auszureden. Wenns um Eigennutz geht - besonders finanziellen - kann er ja recht sensibel sein.

      • @Der olle Onn:

        Zitatt: "... Vielleicht wäre es ja sonst irgendeinem seiner "Berater" möglich gewesen dem Typen aus Gottes eigenem Land sein militaristisches Vorgehen auszureden. ..."



        Das gab es noch in der ersten Wahlperiode. Derzeit sollen die Regierungssitzungen eher so ablaufen, daß die Regierungsmannschaft reihum dem Sektenguru huldigt und der dabei einzuschlafen droht.

      • @Der olle Onn:

        Der Iran destabilisiert mit seiner Unterstützung von Extremisten diverse Länder in der Region.

        Wenn es in den vergangenen 20 Jahren einen anderen Weg gegeben hätte, die iranische Regierung zu entmachten, man wäre ihn mit Sicherheit gegangen.

        Das wäre nicht der markante Unterschied.

        Erkennen Sie das nicht?

        Natürlich geht es um Eigennutz.

        Sicherheit ist Eigennutz.

        • @rero:

          Der größte Unterstützer religiöser Extremisten ist keineswegs der Iran, sondern Saudi-Arabien.

          www.washingtoninst...saudi-funding-isis

          Aber das sind ja die Guten, gell?

          • @Kaboom:

            Spannend, dass Sie für Ihren Whataboutismus einen Artikel aus 2014 heranziehen müssen.

            Vielleicht sehe ich Saudi-Arabien gerade doch zu negativ.

          • @Kaboom:

            Wieso sollte Saudi-Arabien zu den Guten gehören?

            Bei den Saudis gehört aber gerade keine Zerstörung eines anderen Staates in der Region zur Staatsraison.

            Macht das Problem weniger virulent.

            • @rero:

              Es ist immer sooo niedlich, wenn Worte relevanter sind als Taten. Nicht der Iran hat Israel angegriffen, sondern Israel hat den Iran angegriffen. Mehrfach.

      • @Der olle Onn:

        Na gut, die tausende Tote, die die letzten 20 Jahre auf die Kappe des Iran und seiner Proxis (Hisbollah im Libanon, Hamas und Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) in Gaza, Milizen im Irak, Houthis im Jemen und Foxtrott in Schweden) Weltweit gehen und die ca. 30.000 die bei den letzten Protesten ermordet wurden, zählen dann wohl nicht.



        Aber was weiß ich schon.

      • @Der olle Onn:

        Der Unterschied war/ist mir durchaus bewusst. Wollte eben nur bemerken, dass ein Regimewechsel grundsätzlich auch mit Waffengewalt von außen möglich ist.



        Die mutige Bevölkerung stand ja zuletzt trotz großer Gefahr immer wieder gegen das Regime und für Freiheit auf. Ich wünsche den Iraner-innen, dass sie das bald erreichen werden!

        • @HopeDrone:

          Man sollte auch nicht vergessen das ein Teil der Iraner auch auf Seiten der Diktatur stand. Ohne Bodentruppen



          wird das dann eher ein Bürgerkrieg.

    • @HopeDrone:

      Die Analogie zur Niederschlagung des NS-Regimes 1945 können Sie gerne bringen und sie ist ja auch nicht falsch.



      Ich möchte nur eines zu bedenken geben: nicht die alliierten Luftangriffe mit ihren verheerenden Zerstörungen in den deutschen Städten waren es, die die Nazi-Diktatur ins Wanken gebracht haben. Es war die Entscheidung, mit Bodentruppen in das deutsche Reichsgebiet zu gehen, Dabei stießen die Allierten noch bis in die letzten Tage vor dem Zusammenbruch auf den erbitterten, fanatischen Widerstand der deutschen Armee und des von den Nazis organisierten „letzten Aufgebots“. Die alliierten Truppen hatten dabei selbst enorme Verluste hinzunehmen.



      Was bedeutet das mit Blick auf einen möglichen Sturz des Mullah-Regimes von außen? Momentan haben wir eine Lage, in der es offenbar nicht möglich ist, dass Regime von innen zu stürzen. Daran ändert auch die Zerstörung der militärischen Ressourcen des Iran nichts.



      Die USA (und Israel) können mit ihren Luftschlägen den Iran möglicherweise dazu bewegen, seinem Atomprogramm abzuschwören. Aber schon die Bedrohungssituation für Israel kann damit langfristig nicht beseitigt werden, geschweige denn, im Iran einen Regimesturz herbeiführen.

      • @Abdurchdiemitte:

        @Abdurchdiemitte



        Nun ja, etwas großzügige Parallelen zum 1.000 jährigen Reich, welches ja immerhin in seinem Wahn eine Weltmacht anstrebte, & dadurch die ganze Weltgemeinschaft bedroht wurde. So würde ich es bei den Machthabern des Iran noch nicht sehen wollen.



        Wodurch sehen sich Ihrer Ansicht nach eine Rechtfertigung für ein militärisches Eingreifen, wodurch es noch mehr - ebend auch die unschuldigen, friedlichen Menschen der Zivilbevölkerung zum Opfer macht ?



        Den USA geht es um Machtdemonstration, da die USA als imperialistischer Staat von und durch Kriege seine Existenz und seine essentiellen Bedürfnisse befrieden muss. Das macht einen imperialistischen Staat in seinen Grundlagen doch aus. Unterdrückung und Weltmacht steht da doch ganz oben auf der Agenda.

    • @HopeDrone:

      Danke, gute Gedanken.

  • Erinnert mich doch alles sehr an "Wag the Dog". Bis darauf das die Toten echt sind. Ich zitiere Wikipedia: "Als dem US-amerikanischen Präsidenten zwei Wochen vor der Wiederwahl vorgeworfen wird, eine minderjährige Schülerin sexuell belästigt zu haben, engagiert sein Wahlkampfteam Conrad „Mr. Fix-It“ Brean, um die Wahl zu retten.



    Brean sieht die einzige Möglichkeit darin, die Aufmerksamkeit der Medien auf einen (fiktiven) Krieg zu lenken, den er mithilfe des Filmproduzenten Motss in Szene setzt. "

    Hat hier jemand "Eppstein" gesagt? Oder Midterms?

    • @Semon:

      Das Original-Buch zu jenem Film ('American Hero', l. Beinhart) erzählt die Geschichte des Bushschen Angriffs auf den Irak gnadenlos als Manipulationsgeschichte, in der Saddam nach Kuwait gelotst werden sollte, so die These.

      Trump müsste schon sehr viel Panik haben, denn er gewinnt damit kaum etwas. Es gewinnen Saudi-Salman und Israel-Benyamin, die USA macht's möglich.

    • @Semon:

      Ob die Midterms stattfinden, wird man noch sehen. Wobei auch das "22. Amendment" lediglich bestimmt, daß er nur zweimal gewählt werden dürfe. Wie lange die Amtszeit dann dauert, steht auf einem anderen Blatt.

  • Ich hoffe dass die diktatorische Führung wirklich nachhaltig geschwächt ist und die Angriffe auf den Rest weiter erfolgen udn zugleich es wieder zu großen Demonstrationen kommt und man es schafft die Diktatur endlich abzuschaffen! Netanjahu hat Recht, so ein Moment kommt nur einmal in einer Generation! Es muss jetzt endlich die Zeit sein!!

  • Trump ist der erste Präsident der Vereinigten Staaten, den Netanyahu für seine persönliche Zwecke einwickeln und instrumentalisieren konnte. Da funktionieren auch gerade die Checks in der US-Regierung offenbar nicht.

    Offen ist auch, ob die USA auch hier die Opposition erst aufstachelt, dann fallen lässt. Einmal Solidarität mit den Kurden im gewissen Maße wäre da wohl ein besserer Präzedenzfall gewesen.

    • @Janix:

      Sämtliche Gelegenheiten für Checks hat der GröPraZ ja weitestgehend entfernt. Sowohl institutionell wie personell.

      Von daher passiert das, was in Washington gerade passiert, immer nach der Maßgabe dessen, wie der Clownmander in Chief gerade Verdauung hat, oder was ihm heute als "gute Idee" erscheint.

  • Der Ajatollah war sicher kein Sympathikus, aber ist diese "Bravado-Diplomatie" jetzt der neue Standard?

    Die übriggebliebenen alten Großmächte, seien es Russland, die USA oder andere, scheinen versessen darauf, ihren Abstieg mit fieberhaften, chaotischen Operationen ohne Exitplan begleiten zu wollen.

    Alles noch vorhandene moralische Kapital und jeder Rest einer rationalen Ordnung wird verspielt.

  • "Im nächsten Schritt unterstellen sie oft, die USA würden in Wahrheit nur für die Interessen Israels kämpfen"

    Reza wird von denselben "gemeinnützigen Stiftungen" (501(c) organizations) gesponsort, die auch die Terrororganisationen der Westjordanland-Siedler sponsorn (jetzt wieder, nachdem Biden es unter Strafe gestellt hatte).

    Man kann auch mal schauen, was auf dem Georgetown-Meeting der ADFI 2023 passierte. Da klang der Reza auf einmal gar nicht mehr republikanisch-demokratisch; seine Entourage forderte in ziemlich rüdem Ton, dass die gesamte iranische Opposition sich dem Pahlawi unterzuordnen hätte.

    Als die das nicht wollten, war die ADFI Geschichte.

    Den Namen müsste ich suchern, aber zumindest ein hochrangiger SAVAK-Verbrecher wird in Rezas unmittelbarem Umfeld verortet.

    Insofern würde ich nicht annehmen, dass es auf Seiten Trumps und Netanyahus irgendeinen "Plan" gibt, der über "alles kapottmachen und dann Betongold hinstellen" hinausgeht. Der Angriff war jedenfalls dem Umstand geschuldet, dass die CIA von einem bevorstehenden Spitzentreffen des Regimes an einem ungeschützten Ort erfahren hatte.

  • Es ist ein Dilemma. EinTerror-Regime, dem Menschenrechte und Selbstbestimmung seiner Bevölkerung völlig egal war und das tausende Demonstranten niedermetzeln liess, wurde durch ein evtl. völkerrechtswidriges, militärisches Eingreifen der USA und Israel ausgelöscht. Die Einschätzung, dass der Angriff nicht mit dem Völkerrecht vereinbar war, ist nicht von der Hand zu weisen. Gleichwohl muss man aber auch sehen, wenn man diese völkerrechtlichen Maßstäbe ansetzt, dass das iranische Terrorregime durch gerade dieses Völkerrecht gedeckt war und einen quasi Freifahrtschein für seine Brutalität nach innen und aussen hatte.



    Jetzt bietet diese Situation eine Chance für ein unterdrücktes Volk, seine Freiheit und Selbstbestimmung zurückzuholen, obwohl m.E. leider noch keine relevanten Oppositionsstrukturen vorhanden sind.



    Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man Trump freie Hand lassen darf, was jetzt passiert. Es darf keineswegs ein wie auch immer gearteter Machthaber von Trumps Gnaden installiert werden. Hier bedarf es einer starken Politik der Einflussnahme Europas und anderer wichtiger Verbündeter, um nach dem Sturz des Mullah-Regimes, kein anderes autoritäres Regime folgen zu lassen

    • @Klaus Waldhans:

      Zitat: "Ein Terror-Regime, dem Menschenrechte und Selbstbestimmung seiner Bevölkerung völlig egal war und das tausende Demonstranten niedermetzeln liess, wurde durch ein evtl. völkerrechtswidriges, militärisches Eingreifen der USA und Israel ausgelöscht."

      Wer sagt das? Trump? Chamenei hat jeden Posten von Belang, im Voraus vierfach nachbesetzt. Seine Elitetruppe, die von der Existenz des von ihm installierten Systems lebt, zählt mehr Köpfe, als die DDR an regulären Truppen unter Waffen hatte, die iranische Armee noch einmal ein Vielfaches davon. Dazu die Milizen, die nichts können, als Demonstranten verprügeln, foltern oder gar hinrichten - dazu aber hervorragend motiviert sind. Zusammen eine bis zwei Millionen. Und die alle "ausgelöscht", weil jetzt eine Handvoll an der Spitze weg sind? Das glaubst Du doch selbst nicht.

    • @Klaus Waldhans:

      "wurde durch ein evtl. völkerrechtswidriges, militärisches Eingreifen der USA und Israel ausgelöscht"

      Wenn's denn so wäre, wäre es ja gut.

      Das Tehraner Regime hat sich aber strukturell gegen die "Enthauptung" abgesichert - und zwar seit den ersten massiven Luftangriffen auf Tehran ...

      ... im Februar 1984, durch Saddam Hussein (knapp 5000 Tote unter der Zivilbevölkerung).

      Eine über 40 Jahre systematisch auf Redundanz im Fall von umfassenden Bombardements angelegte Machtstruktur kriegt man leider nicht so einfach klein, wie viele das gerade gern hätten.

      In Syrien konnte man hingegen sehen, dass solche Machtstrukturen von einer gutetablierten indigenen Kraft nicht mehr Widerstand entgegensetzen müssen als durchgeweichte Pappe.

      Vielleicht sind insofern Hassan Rouhani und sein Netzwerk die besten Indikatoren für die weitere Entwicklung. Der würde jedenfalls evtl bald eine Chance auf den Staatsstreich bekommen, über den er sich schon seit Jahren Gedanken macht.

  • Man kann den Iran vielleicht an den Verhandlungstisch wegen des Atomdeals bomben, man wird aber so das Regime natürlich nicht wegbekommen. Das hat noch nie funktioniert, schon gar nicht ohne Bodentruppen. Dazu ist der Iran riesig, ebenso wie Rußland in der Ukraine würden die Amerikaner hier blutig und verlustreich scheitern.

    Es ist frappierend, wie wenig lernfähig gerade die Rechten sind. Aber vielleicht geht es gar nicht den militärischen Sieg, sondern um Ablenkungsmanöver wegen Epstein und anderer innenpolitischer Sauereien.

  • Das reaktionäre menschenrechtsverachtende Mullahregime, das gerade 30000 der eigenen Bevölkerung abgeschlachtet hat zu beenden, ist per se eine gute Sache.



    Nur wie verhindert man eine Syrisierung des Iran? Einen jahrelangen Bürgerkrieg mit Millionen an Flüchtlingen, der Zerstörung der ökonomischen Grundlagen des Landes? Denn weder ist der politische Islam degeneriert wie der Vorwende-Realsozialismus noch sind die Nutznießer des Systems dessen überdrüssig und vor allem - diese Kräfte sind hochgerüstet.



    Trump und Netanjahu werden sich nicht wegen neuer Massenfluchten Sorgen machen müssen. Bei ihnen wird kaum einer Einlass begehren. Im Gegenteil, eine Wiederholung von 2015 und die dadurch verursachten Siege Blauner sind ja genau dass was Trump will - die Zerstörung der EU, des sozialmarktwirtschaftlich - demokratischen Gegenmodells zu seinem neofaschistischen Imperialen Träumen..



    Um dass zu verhindern müssen wir jetzt bereits Pläne beschließen, wie mit einem Post-Mullah- Iran so umzugehen ist, dass der kein neuer Irak, Afghanistan oder Syrien wird. Wobei eine Reanimation des Ancien Regime, also einen Shah, dessen Despotie erst zur islamischen Revolution führte, nicht Nachhaltig wäre.

    • @Euromeyer:

      Eine "Syrisierung" des Irans wäre ja gut. Immerhin hat sich in Syrien die alltägliche Todesgefahr für alle und jede*n übers Wochenende in "nicht nichts, aber SEHR viel weniger" aufgelöst.

      Was im Iran stattfinden könnte, wäre am ehesten vielleicht eine "Kambodschanisierung" (wie Mitte der 1970er): ein failed state ohne funktionierende Zivilverwaltung, in dem mehrere ungefähr gleichstarke Machtgruppen in einem für niemanden zu gewinnenden und meist eher niedrigintensiven Bürgerkrieg vor sich hinmetzeln, bis irgendwann der sortiertere Nachbar die Fresse voll hat und ein stabilisierendes Besatzungsregime installiert.

      In diesem Fall wäre der einzige Kandidat für einen solchen Stabilitätsgaranten Pakistan... Kambodscha hatte ja nur Glück, dass "Nordvietman? GANZ Vietnam!" zufällig gerade eine sehr starke Armee, die nichts Besseres zu tun hatte, parat hatte - und keinerlei Notwendigkeit, sich von *irgendwem* auf der Welt noch *irgendetwas* sagen zu lassen.

      (Und dass in Hanoi pragmatische säkulare Materialisten das Sagen hatten, statt realitätsbefreite Traumtänzer im schwurbelnden Übermenschenwahn, denen so ziemlich alle Psychiolog*innen der Welt die Amtsfähigkeit rundweg absprächen.)

      • @Ajuga:

        Den jahrelangen blutigen Bürgerkrieg seit dem Revolutionsversuch vor úber 10 Jahren, den IS und Putins Bomben, Assads Schergen und Angriffe westlicher Staaten haben Sie offenbar vergessen?



        Syrisierung ist genau der Richtige Ausdruck für den Zustand langanhaltenden Bürgerkrieges zwischen inneren und äußeren Interessengruppen, besser noch als Afghasnisierung oder gar Kambodschanisierung.



        Außerdem darf bezweifelt werden, dass USA Interesse an einer demokratisierung haben: Die Beseitigung Maduros in Venezuela sollte nur das System gefügiger machen, hat es nicht beseitigt. Neue Massenfluchten würden auch ins impereiale Konzept passen - Eine Schwächung der Türkei und der EU wäre ganz in Trumps Sinn.

  • Was Viele eigentlich noch nicht verstanden haben: Trump ist der Politiclown (!) der US-Profitgang (wie Epstein, der aber nicht diesen Zugang zu den Medien hatte). Der Vertreter der PROFITeure -in den USA gibt der Binnenmarkt kaum noch etwas her und da sind auch demokratische Umgangsformen nicht mehr hilfreich- hat eigentlich kein richtiges politisches Programm außer dem Retten, was noch zu retten ist in dieser Welt für die einstmals reichste Ökonomie. In der Realwirtschaft kommt es darauf an, die Menschheit mit dem Nötigsten zu versorgen. IT, Militär und Überwachung bis in den Weltraum machen nicht satt und helfen nur noch bedingt bei der Wertschöpfung als Antriebskraft einer Wohlstandsgesellschaft, selbst in China gelingt es 'Unternehmen' nicht mehr, genügend Chancen zu einer Existenzsicherung (Arbeitsplätze) zu ermöglichen. Klerikale, russische Oligarchen und eben Trumps Hintermänner zerstören die Fortschritte, die eine Demokratie eigentlich benötigt, um Allen gerecht werden zu können.



    Ein Recht auf Arbeit und Auskommen, die Beschneidung von Eigentum zugunsten der Mehrheit müssen Bestandteil einer demokratischen Verfassung werden ! Kriege nützen niemandem.

  • Wenn der Iran-Coup gelingt, bedeutet das natürlich einen Booster für Trump. Viele Anhänger, die in den letzten Monaten zu Zweiflern wurden, werden ihm dann erneut zujubeln.

    • @Il_Leopardo:

      Das könnte leider genauso passieren. Da verstehe einer die Amerikaner und ihren Nationalismus...



      Wenn der Lamettamann aus dem Weißen Haus anderen Nationen ungestraft auf die Köpfe hauen kann, wähnt sich scheinbar selbst der Benachteiligtste in seiner Bevölkerung den großen Starken des Planeten zugehörig.

      • @Der olle Onn:

        Das ist nicht nur in den USA so, unbeliebte Politiker:innen profitieren von Krieg.

        Thatcher war bereits in ihrer ersten Amtszeit extrem unbeliebt, eine Wiederwahl praktisch ausgeschlossen.



        Welches Ereignis hat das Blatt urplötzlich gewendet?



        .



        Netanjahu war kurz vor dem Rücktritt nach dem 07.10, wie könnte er die Aufarbeitung seiner Fehler bis jetzt erfolgreich verhindern? Und jetzt erhöhen die Erfolge im Iran erneut seine Beliebtheitswerte.



        .



        Sehr zu empfehlen, ein Essay von Tom Nicolas:



        youtu.be/MBCAxhgm0...i=jwq5FcgbzlILF7ZJ

        Das beste ist es wurde vor dem aktuellen Kampfhandlungen erstellt und wirkt dadurch geradezu prophetisch.

    • @Il_Leopardo:

      Zweifellos ist dies auch ein Grund für den Angriff aber den Preis sollten die Trumpgegner bereit sein zu bezahlen für einen demokratischen Iran. Da die Bevölkerung im Vergleich zum Irak homogener ist und mir die iranische Bevölkerung insgesamt als moderner und aufgeschlossener erscheint bin ich guter Dinge daß dies auch klappt.

      • @Suchender:

        Ihr Optimismus mutet an wie das Richtige im Falschen.

    • @Il_Leopardo:

      Für Netanyahu noch mehr. Trumps verbliebene Anhängerschaft nimmt ihm nichts übel und verzeiht ihm alles.

    • @Il_Leopardo:

      Wird er nicht, auch wenn der orangene Clown es so auslegen wird, egal wie es kommt.

  • Wir erleben den moralischen und physischen Bankrott einer Weltordnung, die von Egomanen in Trümmer gelegt wird. Ob Putin mit seinem blutigen Vernichtungsfeldzug gegen die Ukraine oder Trump mit seiner rücksichtslosen „America First“-Abrissbirne gegen internationale Stabilität: Diese Despoten teilen die gleiche Sprache der Gewalt und Verachtung. Sie spielen mit dem Schicksal von Millionen, als wäre die Welt eine private Arena für ihren Größenwahn.



    ​Während ganze Regionen in Schutt und Asche versinken und die mühsam aufgebauten diplomatischen Brücken brennen, feiern sich diese Brandstifter als Retter. Es ist ein zynischer Tanz auf dem Vulkan, der die Zukunft ganzer Generationen verfeuert. Wer Nationalismus über Menschlichkeit und Despotie über das Völkerrecht stellt, führt uns direkt in die Barbarei. Wir dürfen nicht länger schweigend zusehen, wie zwei Männer die Welt in Geiselhaft nehmen und die Freiheit auf dem Altar ihrer Machtgier opfern. Der Widerstand gegen diesen globalen Wahnsinn ist keine Option, sondern eine Überlebensfrage!

    • @amigo:

      „Der Widerstand gegen diesen globalen Wahnsinn ist keine Option, sondern eine Überlebensfrage.“



      Zustimmung. Nur funktioniert das mit Mullah-Regime, Hizbollah, Huthis und Hamas als Bündnispartnern? Ich fürchte, die aufgeklärten, emanzipatorischen Kräfte werden zwischen all diesen Wahnsinnigen einfach aufgerieben.

    • @amigo:

      Danke für das treffende Ausdrücken meiner Gedanken.

    • @amigo:

      "Wer Nationalismus über Menschlichkeit und Despotie über das Völkerrecht stellt, führt uns direkt in die Barbarei."

      Da Mullah Regime hat allein im Januar diesen Jahres, an zwei Tagen, bis zu 40.000 Menschen ermordet. Das IST die Barbarei - ganz ohne Trump.

      • @Paul Meier:

        @Paul Meier



        Soweit hätte es nicht kommen dürfen & müssen.



        Ein Unrecht ist keine Rechtfertigung für ein nächstes Unrecht an der Bevölkerung. Diese ungerechtfertigte Aneignung von militärischer Machtausübung imperalister Staaten, die nur wieder ihre eigenen Interessen im Blick haben, muss durch massive Sanktionen Einhalt geboten werden.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Sie möchten, dass seitens Deutschlands oder der EU wegen des Angriffs auf den Iran Sanktionen gegen die USA und Israel erlassen werden?



          Das wäre nicht nur politischer sondern auch moralischer Selbstmord, da dies natürlich ein Akt der Solidarität mit dem Mullah-Regime wäre. Man hätte das Lager gewechselt.

          • @Katharina Reichenhall:

            @Katharina Reichenhall



            Solidarität durch indirekte Unterstützung durch Rüstungsaufträge an Völkermörder, sehen Sie als moralisch zu vertreten an ? Dann sind Sie bestimmt Christin ?



            Da haben wir sehr unterschiedliche moralische Werte.

    • @amigo:

      Klares Jaein. Wie weit kam denn Völkerrecht, Moral und internationale Ordnung zu den Themen Tibet, Gaza, Sudan, Nordkorea, Afghanistan, Ukraine.... als Platzhalter für Völkergerechtigkeit, Frauenrechte, Minderheitenrechte, territoriale Integrität?



      Kurzum: Das funktioniert nur wenn sich alle an internationale Regeln halten. Und sorry, die Themen sind alle so alt, da gab's Trump eben noch gar nicht!

  • Nur aus der Luft angreifen? Als die USA die Kurden in Syrien gegen den IS unterstützten, war das ein solidarisches Eingreifen. Wie weit das iranische Volk seines Selbstbewusstseins beraubt wurde durch die schiitische Islamismus-Ideologie und ihre Islamwächterblockwarte, wissen weder taz-Kommentatoren noch US-Präsident Trump. Trump versucht also einfach, die Iraner zu ihrem Glück zu zwingen, ohne wissen zu können, ob die dazu eingesetzten Bomben auf fruchtbaren Boden fallen in Bezug auf daraus, ja ausgerechnet daraus folgende Volkserhebung.

    Luftangriffe waren auch vor Kurdistan schon wiederholt die US-Strategie in der Region. Gegen Saddam Hussein wurden unverholen von Bush senior die Laserbomben und von Bush junior die Marschflugkörper getestet! Bush senior war immerhin noch ein vernünftiger Republikaner, Bush junior entfachte bereits neuen US-Nationalismus (Heimatschutzministerium), begleitet von Sarah Palins Tea-Party-Bewegung. Stärker als Palin erwiesen sich Fox-News, Breitbart & Co, um Trumps Präsidentschaft endgültig einen pseudokonservativen destruktiven Impetus zu verpassen, von dem die USA sich erst nach Jahrzehnten erholen können.

    • @Uwe Kulick:

      Jaja. Trump ermutigt das iranische Volk, seine Geschicke in die eigenen Hände zu nehmen, während er gleichzeitig rät, nicht das Haus zu verlassen. ROTFL.

    • @Uwe Kulick:

      Wie soll denn dort die Volkserhebung aussehen? Der Iran ist durch Milizstrukturen der islamischen Republik durchzogen, die wie die Sicherheitskräfte des Staates nicht entwaffnet sind und deren Tun man nicht mit Luftschlägen austreibt (wohl aber einschränken kann, wenn die neue Führung des Systems weniger brutal werden würde, ändert aber nichts am Staatsaufbau). Deshalb gehen die Leute auch demonstrieren und fangen keinen bewaffneten Kampf an.



      Im Irak hätte man ein neues funktionierendes System sogar etablieren können, da man zur Wahrung der öffentlichen Ordnung vor Ort war. Man hat es leider versaut.

    • @Uwe Kulick:

      "Wie weit das iranische Volk seines Selbstbewusstseins beraubt wurde durch die schiitische Islamismus-Ideologie und ihre Islamwächterblockwarte, wissen weder taz-Kommentatoren noch US-Präsident Trump."

      Man muss sich doch nur die jungen Frauen in Tehran anschauen, um zu wissen dass die Antwort "erstaunlich wenig" ist.

  • sehe es schlichter.

    Trump ist in den Umfragen abgestürzt und mit seinen Zöllen gescheitert; seine Beteiligung an Epsteins Verbrechen wird immer offensichtlicher. Kurz gesagt, er ist innenpolitisch, außenpolitisch und persönlich angeschlagen. Mit einem Amoklauf in Gestalt eines völkerrechtswidrigen Angriffskriegs reagiert er darauf.

    Innenpolitisch, indem er die Haudrauf-Instinkte menschenverachtender, rassistischer Primitivlinge, die seine wichtigste Unterstützerbasis (auch in Deutschland, aber das interessiert ihn nicht) darstellen, bedient.



    Außenpolitisch, indem er die speichelleckerischen Reflexe seiner rückgratlosen Vasallen, u.a. Deutschland, hervorruft.



    Und persönlich, indem er seine eigenen niederen Gelüste nach Gewalt und Dominanz befriedigt.

    Es gibt zur Zeit keinen Grund zu der Annahme, dass ihm dies nicht gelingt.

    • @TobyR:

      Sehe das ähnlich. Trump implodiert innenpolitisch und explodiert nach außen. Ablenkungsmanöver Amoklauf. Hat er sich das von Netanjahu abgeguckt? Es scheint Überschneidungen zu geben, was die Egos und Machterhaltungsstrategien dieser Männer betrifft. Bezeichnend, dass sie das zusammen durchziehen.

  • "So stellte der Präsident das amerikanische Volk in seiner Rede auch auf Verluste unter US-Amerikanern im Nahen Osten ein."



    Da gerät gerade etwas außer Kontrolle.



    Die FIFA muss unverzüglich die WM-Ausrichtung wegen Sicherheitsbedenken überprüfen, vielleicht ganz grundsätzlich sofort in Frage stellen, ob man die physische und psychische Gesundheit aller Beteiligten, auch der multikulturell engagierten Fans, garantieren kann.



    Ein kritischer Blick auf die Teilnehmer und ihre politische "Lagerzugehörigkeit" reicht.

  • Die USA entfernen sich immer weiter von den Errungenschaften der Aufklärung, der Zivilisation, des Humanismus. Ein solcher Zynismus wie ihn das Trump-Regime an den Tag legt, gepaart mit kaum zu übertreffender Selbstsucht gehört in die finstersten Abschnitte der Menschheitsgeschichte. Wo bleiben nur die aufrechten Leute, die sich (noch) nicht diesem Trend hingeben wollen??

    • @Perkele:

      Was ist von Geschäftemachern auch anderes zu erwarten.

    • @Perkele:

      "Wo bleiben nur die aufrechten Leute, die sich (noch) nicht diesem Trend hingeben wollen??"

      Die sitzen in Tehran im Folterknast, und Reza wird sie nicht ohne Risiko freilassen können. SAVAK 2.0 ist geradezu vorprogrammiert.

      Der einzige iranische Spitzenpolitiker der letzten Generation, der beim Volk nicht völlig verhasst war, war Rouhani - aber der war dann durchweg beliebter als Trump oder Netanyahu es in ihren jeweiligen Ländern vor einer Woche waren.

      Um Reza an die Macht zu bomben, wird man eine Menge wesentlich legitimere Oppositionelle ausschalten müssen - im Prinzip dasselbe, was Khomeini gemacht hat.



      Der hat ja auch nur als berufsbeleidigter Jetset-Exilant eine bereits ohne ihn erfolgreiche Revolution gekapert.

      Aber immerhin kann man bei dieser Gelegenheit sehen, woher das Wort "Jubelperser" kommt.

      • @Ajuga:

        Die sitzen nicht nur im Iran im Knast. Auch das Trump-Regime ist dabei, ähnliche Verhältnisse zu schaffen - mit ICE ist es schon recht weit gediehen. Auch Orban ist auf diesem Weg unterwegs, Milei am liebsten ebenso, von Putin oder Kim brauchen wir gar nicht erst zu reden. Saudi Arabien kann auch was davon erzählen....

    • @Perkele:

      Vielleicht ist es ja doch eine Überlegung wert, ob es nicht auch positiv zu sehen ist, wenn ein Regime gestürzt wird, dass innerhalb weniger Tage Zehntausende Zivilisten töten liess.

      • @T-Rom:

        Dafür aber gibt es zivilisierte Möglichkeiten, z.B. Völkerrecht. Es kann nicht sein, dass irgendwer irgendwen nicht ausstehen kannund den dann einfach umbringt -auch wenn der ein Mörder ist. Das ist der Sinn von Gesetzen: nicht das Recht des Stärkeren ist Grundlage, sondern eine faire Verhandlung. Das steht allen Menschen zu - auch Verbrechern. Das Mittelalter ist schon ein paar Jahre her, savvy?

        • @Perkele:

          Es gibt aber schlicht keine Gesetze und keine Möglichkeit, mögliche Gesetze auch zu exekutieren, wie Sie sich das vorstellen mögen und wie es in einer idealen Welt funktionieren könnte. Oder sehen Sie eine reale Möglichkeiten, z. B. einen Diktator, der sein Volk unterdrückt und foltern lässt, auf Grundlage bestehender Gesetze zu verhaften, vor Gericht zu stellen und zu verurteilen?

          • @Katharina Reichenhall:

            Einige Staaten, auch die USA boykottieren die UN in vielen Bereichen. Allein schon die Beitragsschulden häufen sich und der Regimechef Trump will die UN gleich ganz ausschalten - siehe seinen "Sicherheitsrat". Ist es eine starke UN, mit vielleicht gar eigener Armee, die freilich stark ausgerüstet sein muss, dann sieht das schon ganz anders aus. Doch vor etwa 1 Stunde habe ich im Deutschlandfunk gehört, dass ein CDU Bundestagsabgeordneter (den Namen habe ich nicht verstanden) sinngemäß gesagt hat, dass ".. die Regierung in dieser Situation das Völkerrecht nachrangig behandeln müsse...!" So geht's freilich nicht, das ist unverantwortlich, es ist Sabotage. Wenn alle machen was sie gerade so wollen, dann wird dat nix....

  • Wir haben in den 1950er bis 1970er-Jahren in Mittel- und Südamerika gesehen, was passiert, wenn die USA rechtsextreme Marionetten zur Macht verhelfen. Die Abholzung der Regenwälder oder der aufblühende "Narco-Kapitalismus" sind noch garnichts, es gipfelte bis in die Konzentrationslager vom neoliberalen Pinochet, wo sogar ein Fußballstadion zu einem Lager umgestaltet wurde.

    Der Iran soll also auch zur Marionette werden. Manche Golfstaaten sind es bereits, Öl und Geld fließen im Übermaß hin und her, die Völker haben darunter zu leiden. Einfache Beduinen oder Frauen haben nichts zu sagen, Einspruch und Klagen werden verboten, und das ist den Machthabern nur recht so.

    Läuft also gut für die neue Weltordnung.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Haben Geschäftemacher, die sich für Manager halten, eine Ahnung von Wirtschaft oder gar 1Politik?



      Geschäftemacher interessieren sich ausschließlich für ihre Profite heute und denken dies gehe immer so weiter.



      Die Geschichte hat anderes gezeigt.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Die letzte Hälfte habe ich nicht verstanden..

      Die Völker der Golfstaaten haben unter dem Ölhandel nicht zu leiden.

      Sie haben vielmehr einen Wohlstand, von dem selbst wir hier träumen.

      Man muss nur als Individuum politisch den Mund halten.

      Einfache Beduinen und Frauen haben in der Region seit Jahrhunderten nichts zu sagen.

      Nicht unter den Osmanen, nicht jetzt in den Monarchien und Diktaturen.

      Einsprüche und Klagen gegen die Regierung waren dort schon immer wenig realistisch.

      Wie man halt so klagen kann in einer Monarchie.

      Nur hat das weder was mit den USA noch mit der neuen Weltordnung zu tun.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Das mit der "Neuen Weltordnung" habe ich noch nie verstanden. Tatsächlich geschieht doch das Gegenteil! Das uralte feudale Ordnung wird zynisch, gewaltsam und mörderisch gesichert, ausgedehnt, und mit technischen Mitteln perfektioniert.



      Eine neue Weltordnung wäre eine, in der jedem Menschen immer ausreichend gesunde Nahrung und Wohnraum, Gesundheitssorge und Bildung zur Verfügung stünde. Eine wirklich neue Weltordnung würde die Menschheit als eine Familie begreifen, in der nicht Gier und Angst, sondern das geschwisterliche Teilen und Kooperieren als Grundprinzip neuen Wirtschaftens verwirklicht wäre (Pläne dafür liegen längst in den Schubladen der UN).



      Ohne Teilen kann es keine Gerechtigkeit geben, ohne Gerechtigkeit kein Vertrauern, ohne Vertrauen keinen Frieden, ohne Frieden keine Zukunft (Zitat Maitreya). Aber: Es ist einfacher geworden, sich das Ende der Welt vorzustellen, als das Ende des Kapitalismus (Zitat Fredric R. Jameson).



      Eine neue Weltordnung ist das, was wir brauchen.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Pinochet war ein Militärdiktator, ein brutaler Verbrecher; und das Fußballstadion, worin man Victor Jara die Hände zerschlug, kennt man. Ich hätte es Folterlager genannt und nicht mit Ihrem Ausdruck bezeichnet. Ist ja auch schon schlimm genug.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Wir leben aber nicht mehr in den 1950er bis 1970er Jahren und Trump sagt selbst dass die iranische Bevölkerung den Machtwechsel -wenn gewünscht- selbst in die Hand nehmen muss…wir haben das Jahr 2026 und es hat sich so einiges geändert in dieser Welt, kommt doch bitte alle mal in der Gegenwart an.

      • @Saile:

        "und Trump sagt selbst dass die iranische Bevölkerung den Machtwechsel -wenn gewünscht- selbst in die Hand nehmen muss"

        Trump weiß, dass Zinksärge, die eine zwangsläufige Folge von US-Bodentruppen im Iran wären, die anstehende Niederlage bei den Midterms in ein Desaster verwandeln würden. Deshalb ruft er die iranische Zivilbevölkerung zum Widerstand gegen ein bis an die Zähne bewaffnetes Regime auf. Das wird zehntausende weitere IranerInnen das Leben kosten. Nur interessiert das Trump einen Sch****.

      • @Saile:

        Zu 2026 gehört es auch, nicht dieselben Fehler zu wiederholen wie damals. 2026 bedeutet auch, genügend Sensibilisierung zu haben, dass historische Singularitäten nie wieder passieren. Es ist naiv zu glauben, Trump wolle Freiheit für eine Religionsgemeinschaft, die er selbst zutiefst hasst, und maximal duldet wenn es kapitalistische selfmade millionaires sind, mit denen man Öl, junge Frauen und Edelmetalle tauschen kann.

        • @Troll Eulenspiegel:

          Ähem, ist mit „Freiheit für eine Religionsgemeinschaft“ etwa der Islam gemeint? Nicht dass ich da grundsätzlich was dagegen hätte, finde es aber gerade maximal unpassend ausgedrückt, denn wenn im Iran etwas bis jetzt völlig frei war, dann ja wohl die dortige Auslegung dieser Religion inklusive sämtlicher Repressionen gegen jegliche Abweichler*innen!