Gescheiterte Iran-Verhandlungen: Trump, der Kriegspräsident – eine globale Gefahr
Immerhin: Die USA zeigten in Pakistan, dass sie die Lage ernst nehmen. Doch die Hilf- und Kopflosigkeit Trumps machte kleinste Hoffnungen zunichte.
E s muss nicht zwingend als Drama interpretiert werden, wenn ein komplexer Konflikt zweier Kriegsgegner nicht gleich am ersten Verhandlungstag gelöst werden kann. Da würden sich normalerweise ohnehin Emissäre niedrigen Ranges treffen, um zunächst festzulegen, worüber in welcher Reihenfolge überhaupt verhandelt werden kann. Wenn ein paar Tage später die Entscheidungsträger dazukommen, etwa der Vizepräsident der größten Militärmacht der Welt, wären Einigungsoptionen weitgehend vorbereitet.
Nichts dergleichen hat am Wochenende die Verhandlungen über ein Ende des Krieges zwischen Iran und den USA in Pakistan gekennzeichnet. Washington schickte direkt das Hochrangigste, was die Trump-Regierung unterhalb des Präsidenten selbst zu bieten hat. Allein damit signalisierte die US-Regierung schon, wer in der aktuellen Lage unter Druck steht und wer nicht. Vorbereitet war offensichtlich absolut gar nichts. Und das mörderische iranische Regime kostet genüsslich aus, die Widersacher aus den USA nach allen Regeln der Kunst vorführen zu können.
Die wiederum verhakeln sich in selbst gebauten Tentakeln aus Fehlkalkulationen, Desinteresse, Selbstüberschätzung und blankem Irrsinn. Noch in der vergangenen Woche hatte Trump verkündet, eine Zivilisation auslöschen zu wollen, sollte die Straße von Hormus nicht geöffnet werden. Ein paar Tage und 21 Stunden gescheiterter Verhandlungen später kündigt er an, die US-Marine selbst werde nunmehr verhindern, dass irgendwelche Schiffe den strategisch wichtigen Seeweg passieren könnten – insbesondere solche nicht, die Iran für die Durchfahrt eine Gebühr gezahlt hätten. Das ist Hilf- und Kopflosigkeit auf einem wirklich ungekannten Niveau. Während seine Delegation in Pakistan verhandelte, stellte Trump seine Pläne für den gigantischen und geschmacklosen Triumphbogen in Washington D.C. vor und besuchte in Miami gemeinsam mit Außenminister Marco Rubio ein Kampfsportevent. Klar, das soll signalisieren, alles sei unter Kontrolle – gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.
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Gibt es aber. Nämlich einen intellektuell überforderten Präsidenten, der sich aus der Verantwortung stiehlt. Und die hat er nicht nur für sich selber oder die Wahlchancen der Republikaner bei den Midterm-Wahlen im November. Trump als „Friedenspräsident“, der um den Nobelpreis bettelte, war eine peinliche und lächerliche Figur, die die USA beschämte. Trump als Kriegspräsident ist eine globale Gefahr. Womöglich ist Regime Change in Washington mindestens so dringend wie in Teheran.
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