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Schulmusikevent in NiedersachsenRichter- und Ärztinnenkinder spielen Klavier unter sich

Felix Zimmermann

Kommentar von

Felix Zimmermann

Unser Autor war bei einem Schulmusikkonzert in Oldenburg für Schü­le­r*in­nen aus „ganz Niedersachsen“. Ganz Niedersachsen – oder nur die vom Gymnasium?

J etzt nicht die Stimmung vermiesen, es ist ja wirklich ein schöner Abend. Schü­le­r*in­nen machen Musik im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters. Das ist eine prächtige Kulisse, Neobarock, für Abbas Dancing Queen, den ersten Satz aus Schuberts Unvollendeter und die Kinder, die auf Eimern trommeln – wirklich goldig.

Es ist das Eröffnungskonzert der 21. Niedersächsischen Landesbegegnung Schulen musizieren. Alle zwei Jahre kommen Schulmusikensembles aus ganz Niedersachsen in einer Stadt zusammen, drei Tage Konzerte in Aulen, auf Pausenhöfen, in Theatern. Gute Sache, denkt man, zwar spielen Noten eine Rolle, aber benotet wird hier nichts, wie ja sonst im Schulsystem alles bewertet wird, was die Kinder und Jugendlichen machen.

Hier aber: singen, zupfen, blasen, streichen, manchmal ist das ganz schön schief, aber es ist alles handgemacht, es ist auf eine Weise echt und mit viel Leidenschaft, die jede Menge Applaus verdient.

Etwas jedoch schwebt durch den Raum, dumpf und ein wenig düster wie das Gebrumm der Tuba in einem der Blasorchester. Denn es ist hier an diesem Abend gar nicht „ganz Niedersachsen“ vertreten, sondern es sind nur ganz bestimmte Schulformen und andere nicht.

Letztlich sind die Gymnasien unter sich

Unter den teilnehmenden Schulen sind 16 Gymnasien, zwei Gesamtschulen, eine Grundschule, deren Chor gemeinsam mit dem Grundschulzweig einer Privatschule auftritt.

Das sind die goldigen Kinder mit den Eimern, als die Lehrerin jedoch sagt, 25 der Kinder spielten sehr gut Klavier, aber es wäre schwierig gewesen, 25 Klaviere auf die Bühne zu stellen, da müssen alle lachen und hören die Botschaft dahinter nicht: alles Kinder, die auch ein richtiges Instrument lernen – was man sich leisten können muss. Die zwei Gesamtschulen, die teilnehmen, wirken wie Feigenblätter, letztlich sind hier Gymnasien unter sich.

Keine Förderschule ist dabei, keine Oberschule, keine Berufsschule. Niemand hier scheint Ensembles anderer Schulformen zu vermissen

Es gibt Festreden – zu viele – und alle sagen das Gleiche: Wie toll es ist, gemeinsam Musik zu machen, weil es den Zusammenhalt stärkt und hilft, aufeinander zu achten, Verantwortung zu übernehmen und so weiter.

Verräterisch einer der Redner, der betonen möchte, wie man auch fürs Berufsleben vom Musikmachen im Ensemble profitiere: Ein OLG-Richter spreche vielleicht besser Recht, wenn er durch Musik gelernt habe, auf andere zu achten, und eine Ärztin – vielleicht hat er sogar „Chefärztin“ gesagt – operiere besser, wenn sie ihre Fingerfertigkeit am Klavier geschult habe.

Eine Dokumentation des Scheiterns unseres Schulsystems

Alle klatschen. OLG-Richter. Ärztin. Und nicht: Krankenpfleger, Fahrradmechanikerin. Also Berufe, für die man nicht unbedingt auf dem Gymnasium gewesen sein muss, sondern auf Schulen, die hier bei der Landesbegegnung aber gar keinen Auftritt haben. Keine Förderschule ist dabei, keine Oberschule, keine Berufsschule. Niemand hier scheint Ensembles anderer Schulformen zu vermissen.

Beim Verband Deutscher Schulmusiker Niedersachsen, der genauso heißt, sagen sie, es hätte sich jede Schule bewerben können, man habe niemanden ausgeschlossen. Sie sagen aber auch, dass nur noch Gymnasien „einigermaßen vollständig ihre Schulmusikerstellen besetzen können“. Der Verband und das Kultusministerium entwickelten gemeinsam Ideen, um diesen Mangel an Fachkräften zu beheben.

Es ist also, wie man es vermutet hat: Der Abend ist eine einzige Dokumentation des Scheiterns unseres zergliederten Schulsystems: Die, die – auch vom Elternhaus aus – eh schon die besten Startbedingungen haben, kriegen den Zucker noch obendrauf. In Form von Musikunterricht und Ensembles, die ihnen mehr vermitteln als etwas rein Fachliches. Und insofern ist diese Landesbegegnung auch ein Appell an alle Beteiligten, gerade dort für Möglichkeiten durch Musik zu sorgen, wo es strukturell und kulturell bislang nicht gelingt.

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Felix Zimmermann

Felix Zimmermann wochentaz

Geboren in Göttingen, hat Geschichte und Soziologie in Bielefeld, Madrid und München studiert, war auf der Henri-Nannen-Schule in Hamburg, anschließend Lokalreporter der Berliner Zeitung und deren Nahostkorrespondent in Tel Aviv und Ramallah. Nach der Rückkehr freier Journalist in Oldenburg für überregionale Zeitungen und Magazine und Gründer des leider eingegangen Onlinemagazins Oldenburger Lokalteil. Leitete von 2012 bis 2021 das taz-Wochenendressort, lebt wieder in Oldenburg.
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176 Kommentare

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  • Ab 13 Euro kostet es im Monat, sich ein Klavier zu mieten. Das ist soviel wie ein Paket Kaffee.



    An meiner alten Schule gab es ab Klasse 8 keinen Musikunterricht mehr, weil die migrantische Jugend ihn gesprengt hat. Die konnten damit nichts anfangen.

    Es müsste ganz vieles anders laufen, aber man weiß gar nicht, wo man anfangen soll.

  • "Der VdM fordert die Länder daher auf, ihrer Verantwortung für die musikalische Bildung gerecht zu werden und ein verlässliches Finanzierungsmodell zu schaffen. Die Kommunen als Träger der öffentlichen Musikschulen dürfen nicht in der Lastenverteilung alleine gelassen werden. Musikalische Bildung darf nicht zu einem Luxusgut werden – sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung und muss allen Kindern und Jugendlichen gleichermaßen offenstehen."-

    miz.org/de/nachric...-durch-die-laender

    Die Alternative Garagenrock, Punk oder tausend Möglichkeiten in der Art. Gesellschaftskritische Ausdrucksformen sind schließlich sinnvoll. Öffentliche Unterstützung sollte daher vielleicht den Fokus auf die Bereitstellung freier Übungsräume legen. Bei dem momentanen Kahlschlag im Sozialen bleibt das jedoch nur eine Illusion.



    "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum"



    Nitsche

  • Der Unterricht für Kinder an staatlichen / städtischen Musikschulen ist jetzt nicht so teuer, dass da eine Mehrheit deswegen davon ausgeschlossen wäre. In Anfängerkursen wird da häufig ein Leihinstrument gestellt.



    Natürlich kann man den Zugang da immer noch verbessern, aber ich habe den Eindruck dass da die Eigenmotivation bzw die Unterstützung (jetzt nicht die finanzielle) aus dem Elternhaus die Hauptrolle spielen.

  • Dieses Thema passt zur Bafögsituation/Bafögdiskussion. Viele Menschen reden über Kinder aus prekären Verhältnissen, ohne sich die geringste Vorstellung vom Existenzkampf dieser Familien machen zu können/wollen.

  • Etwas anderes: das der Autor des Kommentars viele Kommentare kommentiert wirkt etwas befremdlich. Es entsteht keine wirklich Diskussion, sondern es wird die Position des Urkommentars vielfach wiederholt, nur in einem etwas anderen Stil.

    • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

      @fly:

      Hallo fly, ich fänd's aber komisch, Sie alle hier so vor sich hin diskutieren zu lassen, anstatt manche Position doch nochmal zu erklären. Aber ich denke nochmal drüber nach.

    • @fly:

      Ist doch gerade gut, dass der Autor Stellung bezieht, statt wegzutauchen.

      So entsteht eine Diskussion.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        …anschließe mich •

    • @fly:

      Was soll man auch diskutieren? Das deutsche Bildungssystem bietet dafür keine Grundlage. Man will aus verschiedenen Gründen nicht von anderen Ländern lernen (und der gegenwärtige „Sozialkahlschlag“ tut sein Übriges). Jahrzehntelang (genau wie die Klimakrise) angemerkt, gewarnt, gefordert, bedauert, gehofft ….abgeblockt.



      So verbrachte ich mein Lehrerinnendasein (unter immensem Aufwand von Zeit und eigenen Finanzen), um wenigstens ein Gegengewicht zur systemimmanenten Ungleichheit zu erbringen. (Nur Musik ging nicht, weil selber unbeschienen).



      Ich werde am Ende wohl desillusioniert die Augen schließen müssen.

  • Ich unterrichte privat und an der Musikschule Violine, Git. , Bass, Klavier für Anfänger:innen, Kinder, Jugendliche u. Erwachsene. Vorneweg, es ist ein prekärer Freiberuf, auch wenn ich einen Großteil Privatschüler:innen habe. Ich kann nur nachmitttags und abends unterrichten, schaffe ca. 5 Leute täglich. Fahre zu vielen hin, weil die vielbeschäftigten Eltern sich nicht Fahrt- u. Wartezeit ans Bein binden. Ich habe auch viele Schüler:innen, die ich auf eig. Kappe ermäßigt unterrichte und einen, der nichts zahlen muss, da die Eltern das nicht schaffen. Zum Ensemblespiel: Ich versuche meine Leute so zu unterrichten, dass sie untereinander kompatible Stücke lernen und mache einmal im Jahr ein Konzert, wo ich sie zusammenbringe, sie haben dann nur 1-2mal zusammen geübt. Ich habe dann 300€ Raummiete gezahlt und selbst das Klavier gestimmt u. das ist eine absolute Ausnahme. Das können eig. nur Institutionen stemmen, die regelmäßig Räume haben u sich abstimmen übers Repertoire. Es ist sehr viel unsichtbare Arbeit, alle Spielniveaus zu vereinen, die Eltern unterstützen kaum beim Üben, weil das Reibung gibt. Es hängt viel an Herzblut u. Nerven prekär bezahlter Lehrkräfte. Unterstützt mehr!

    • @oricello:

      Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ich bei Kindern aus prekäreren Familien häufiger eine kurze Konzentrationsspanne erlebe, wodurch ich Unterrichtsziele stark anpassen und runter brechen muss, aber solange es motivierend bleibt, ist das ok. Wenn Elternteile dann unterstützen, weil sie selbst Musizieren können (z. B. Punkbanderfahrungen) und das Kind regelmäßig zum Üben motivieren, bringt das sehr viel bis hin zur Teilnahme an der Schulband. Wenn Eltern weder Notenkenntnisse, Rhythmusgefühl noch Musiziererfahrung haben und die Diskussion ums Üben scheuen, dann ist es auch egal wieviel sie verdienen, dann hängt alles an der Lehrkraft und am Talent der Kinder. Ja, eine ernstzunehmende Verankerung im Schulunterricht würde sehr viel bringen. Ich glaube, gesamtgesellschaftlich fehlt das Bewußtsein, dass Musik eine Art Zauberkraft sein kann, als Sprache, die, wer sie beherrscht, wirklich Grenzen überwinden kann, Milieus erschließt, Freundschaften und Verbindungen schafft, die ohne gemeinsames Musizieren nie in Reichweite des Tellerrands gelangt wären. Wir brauchen die musikalische Ausbildung genauso wie Mathe, Sprachen, Sport. Sie ist kein "nice to have" sondern Kommunikation pur.

  • ...wäre es vielleicht eine Möglichkeit, dass der Sozial-Entrepreneur Niels Stolberg benachteiligte Schüler mit Musik fördert, sozusagen quasi ein Oldenburger Reeder für Oldenburger Pfarrmänner?

    Dieses 'Projekt' oder eine Musikakademie für den kleinen Mann könnte man ähnlich aufbauen, also als PP-Partnerschaft als Teil Jadehochschule, wie seinerzeit ja schon dessen 'Maritimes Forschungszentrum Elsfleth' (51% Niels Stolberg)....

    • @Kuntakinte:

      ....zu Hochzeiten spendete der 'Sozial-Entrepreneur' Stolberg ja eher 1000€ an die Oldenburger-Tafel.

      Und wann immer sich der 'Sozial-Entrepreneur' Stolberg der Benachteiligten annahm, sorgte anschließend dann die 32 Mann starke PR-Abteilung seiner Reederei (!!!), eine gerichtsfesten Tatsache, für eine bundes- oder weltweite Berichterstattung.

      Allerdings verstehen wohl die Wenigsten was der 'Sozial-Entrepreneur' da eigendlich gemacht hat (eigenes Geld wurde ja auf Spiekeroog investiert!).

      Aber Herr Stolberg könnte noch heute, davon bin ich überzeugt, auch das Problem der ungleichen musikalischen Bildungsmöglichkeiten in Dtld. auf die ganz grosse Bühne bringen.

      Denn an vielen Stellen in Bremen, Oldenburg und vor allem Elsfleth & Leer (sowie Hannover) sitzen noch heute Herrn Stolbergs Leute (was man allerdings verdrängt).

      Ich schlage also ein ein grosses Konzert der Benachteiligten vor, und zwar an Bord der 'Beluga SKYSAILS', um auf massive Missstände hinzuweisen...dieses wäre eines Oldenburger Pfarrmanns würdig!

  • Viele weltberühmte Musiker, gerade aus dem Blues- und Jazz-Genre kamen aus absolut ärmlichen Verhältnissen. Heutzutage gibt es auch noch viel mehr kostenlose Informationen im Netz um ein Instrument zu lernen. Es ist wohl mehr eine Frage des Willens und des Durchhaltevermögens. Aber wahrscheinlich spricht die hier angesprochene klassische Musik auch schlicht mehr die Oberschicht-Kinder an. Da können sie auch gerne unter sich bleiben

    • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

      @FraX:

      Hallo FraX, es wurde an dem Abend und bei dem Festival längst nicht nur klassische Musik gespielt. Das können Sie dem Text auch entnehmen.



      Interessanter Gedanke, dass diejenigen, die sich teuren Instrumentalunterricht nicht leisten können, ja übers "Netz" ein Instrument erlernen können. Wow!

      • @Felix Zimmermann:

        Es reicht doch, wenn man übers "Netz" Karten für Rock am Ring, Nature One und Wacken kaufen kann - Preis spielt keine Rolle, wenn man bedenkt, wie "schlecht es uns doch geht".



        Dort, in den Autoboxen und in den Clubs "spielt die Musik", Melodie, Harmonik, Dynamik und Struktur lenken doch nur vom Wesentlichen ab, Hauptsache Radau.

        • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

          @Erfahrungssammler:

          Diesen Kommentar verstehe ich nicht.

      • @Felix Zimmermann:

        Ja, wow, finde ich auch. Würden Sie sich in der Musikszene auskennen, wüssten sie, dass genau das ständig passiert.

        • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

          @FraX:

          Diesen Kommentar verstehe ich auch nicht.

          • @Felix Zimmermann:

            OK, dann brauche ich mich über den etwas merkwürdigen Artikel nicht weiter wundern ;-)

  • "Über Musik zu schreiben ist wie über Architektur zu tanzen"



    Frank Zappa

    • @Andreas Flaig:

      Felix Zimmermann schreibt nicht über Musik. Er schreibt über Menschen, die Musik ausüben.

      • @Mondschaf26:

        Und @ A.Flaig



        Beides ist nicht unwahr.

        • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

          Danke, finde ich auch.



          Passt doch indirekt zum Thema.

  • "Niemand hier scheint Ensembles anderer Schulformen zu vermissen."

    Jo. Und während solche Kreise auf spießigen Schulveranstaltungen Jugendblasorchester und klavierspielende Musterschüler beim Interpretieren verstaubter Klassiker beklatschen, sitzen die coolen Kids mit billigem Equipment im Proberaum, Jugendclub oder Nachbars Garage, ballern Powerchords, programmieren Beats, texten irgendwelche Raps zusammen, jammen, freestylen, fangen an die ersten eigenen Songs zu schreiben. Nicht immer gut, manchmal auch richtig schlecht, aber vor allem authentisch und mit Leidenschaft.

    • @Deep South:

      Ja notgedrungen. Weil ihnen die Jugendblasorchester oder das Klavierkonzert aufgrund des sozialen Status' verwehrt bleibt.

      • @DerLurch:

        Das kann man auch als Geschenk begreifen. Es gibt wenig Schlimmeres als Jugendblasorchester.



        Im Ernst. Ich weiß schon, worauf der Artikel abzielt und das die musikalische Förderung vom Status des Elternhauses abhängt, ist natürlich schlecht. Für mich entsteht Kunst aber da, wo sie unvoreingenommen, ungeschliffen, kreativ und frei entsteht und nicht da, wo die immergleichen Standardwerke brav vom Notenblatt abgespielt werden. Ich hab Profimusiker kennengelernt, die ihr Instrument perfekt beherrschen oder eine gute Stimme haben, aber nicht in der Lage sind, eigene Songs zu schreiben oder einen persönlichen Stil zu entwicklen. Und als Jugendlicher sollte genug Rebell in einem stecken, sich lieber darin zu versuchen, sich kreativ ausdrücken zu wollen, als vor dem Fönwellen-Publikum "Für Elise" runterzuklimpern.

    • @Deep South:

      …anschließe mich



      & es gilded der gute alte Punksatz:



      “Mehr als ein Akkord ist Angabe“ •



      Jau! Haut rein Jungs und Mädels. Woll

    • @Deep South:

      So, so, was Ihnen nicht gefällt, ist also "spießig", und darüber darf man dann auch ungerührt herziehen und sich dabei toll fühlen.

      Ich mag Rap überhaupt nicht, aber würde ich über die "coolen Kids" in vergleichbarer Weise herziehen, wie Sie über die "Musterschüler", würde der Kommentar vermutlich nicht freigeschaltet, oder ich müsste mir dann böse Sätze über "Klassismus", "Überheblichkeit" und - natürlich - "Spießigkeit anhören.

      Möglicherweise ist bei Bürgern und Spießbürgern der Anteil jener, die auf andere harabsehen, größer als bei den Linken. Aber es ist kein Alleinstellungsmerkmal der "Bourgeoisie".

      • @ PeWi:

        Nur mal kurz. Ich kann mit Rap auch nichts anfangen, ein großer Teil subkultureller Musik gefällt mir überhaupt nicht, ich erkenne die Qualität und den Wert klassischer Musik völlig an, hab auch ein paar klassische Werke auf Vinyl im Schrank stehen. Und ich würde mich selbst auch nicht als "links" bezeichnen.



        Aber die soziale Ungerechtigkeit in der kulturellen Bildung würde ich auch nicht daran messen, das nicht noch mehr Kids die Werke nachspielen wollen, die ihren "bürgerlichen" Eltern gefallen.

        • @Deep South:

          Vielen Dank für Ihre Antwort. Aber warum Sie die klassiche Musik pauschal als spießig und die Garagenmusiker ebenso so pauschal als "coole Kids" einordnen, verstehe ich immer noch nicht.

          Und es soll auch Kinder geben, die ein klassisches Instrument lernen wollen, manchmal sogar gegen den Widerstand ihrer Eltern.

  • Das Schulsystem muss deutlich mehr machen und der Staat auch. Da die Kinder momentan mehr Zeit im Elternhaus verbringen und die nur bedingt in die Verantwortung gezogen werden, sollten alle Kinder im Alter von 2 Jahren aus ihrem Elternhaus genommen werden von Montag bis Freitag. Samstag Sonntag ist dann Familientag. Oder man fängt auch mal an die Elternhäuser mit in die Verantwortung zu ziehen.

    Ich bin selbst in einer unteren Schicht groß geworden, wenn jemand ein Hobby hatte dann war das maximal Fußball. Ich mache meinen Eltern keinen Vorwurf, auch sie hätten von irgendwo her das Interesse und Relevanz an Kultur und Bildung bekommen müssen. Jetzt unterrichte ich als an einem Gymnasium und ich bin begeistert, was ein Teil der Kinder macht und leistet. Ich gebe auch Nachhilfe für Kinder aus anderen Schichten. Die Kinder sind alle toll und mit der möglichen Unterstützung können die meisten großartiges leisten und machen, aber das kann ein Schulsystem nicht leisten. Deswegen wäre es mal an der Zeit auch die Eltern in die Pflicht zu nehmen. Und selbst bei 15 Schülern in der Klasse wäre eine so enge Betreuung und Förderung wie manche Kinder sie gebrauchen könnten nicht möglich.

  • Vielleicht kann man ja auch mal aufhören, immer so zu tun, als müssten alle Menschen immer unterm Strich in allen Dingen gleich sein.

    Was wäre das für eine Welt? Alle haben dasselbe an. Alle fressen dasselbe. Alle lernen dasselbe. Und wehe einer hat mehr Erfolg als sonst jemand und ermöglicht seinen Kindern, ihr eigenes Potenzial besser zu verwirklichen, als das andere Eltern können oder wollen.

    Viele Menschen haben auch nicht das Privileg in Bielefeld, Madrid und München zu studieren und schreiben irgendwann Kommentare in der taz. Es ist auch nicht inhärent ungerecht, dass das nicht jeder macht.

    • @Metallkopf:

      So ma volkswirtschaftlich gesehen sind "wir" darauf angewiesen, mit Schlauheit den Wohlstand beizubehalten. Und dazu muß mer Chancengleicheit zumindest als Ideal verfolgen.



      Dafür muß auch ned jede*r studieren, es gibt hier ein vielschichtiges (Aus)Bildungssystem, des hoffentlich ned wegrationalisiert wird!

  • Sicher gibt es da eine „bevorzugte Normalität“ - aber eben nicht nur beim Bildungsbürgertum. Denn ein nicht geringer Anteil der „Arbeiterklasse“ ist eben nicht mehr auf dem Weg zum klassischen bildungsbegründetem Wohlstand. Das hat weniger mit dem durchaus verbesserungsbedürftigem Schulsystem und irgendwelchen Elitendenken zu tun, sondern ganz schlicht viel mit einer fehlenden realistischen Zielperspektive mancher „einfacher Menschen“. Es reicht eben nicht, den Startpunkt der Soundprogrammautomatik drücken zu können, wenn man selbst etwas lernen möchte. Meine Eltern haben das Ihren Kindern trotz einfachem proletarischen Hintergrund noch vermitteln können und wollen. Und zum Glück gab es dann entsprechend engagierte Pädagogen - unabhängig von der jeweiligen Schulform. So haben meine Eltern persönlich auf manches verzichtet um ihre Kinder zu fördern - und wir haben uns alle auch im Instrumentalunterricht „durchgebissen“ Das wäre sicher auch heute noch möglich, wenn denn Eltern sich auch wirklich dahinter klemmen würden. Aber irgendwie scheinen zu Viele zu glauben, dass das alles „vom Staat“ erledigt werden müsste, statt selber mal wieder „den Hintern“ hoch zu kriegen.

    • @vieldenker:

      "Denn ein nicht geringer Anteil der „Arbeiterklasse“ ist eben nicht mehr auf dem Weg zum klassischen bildungsbegründetem Wohlstand. Das hat weniger mit dem durchaus verbesserungsbedürftigem Schulsystem und irgendwelchen Elitendenken zu tun, sondern ganz schlicht viel mit einer fehlenden realistischen Zielperspektive mancher „einfacher Menschen“. "

      Ganz im Gegenteil. Fast nirgendwo ist die Abhängigkeit des Bildungsgrades so sehr vom Einkommen der Eltern abhängig wie hierzulande. Und das hat NULL mit den Eltern zu tun, sondern mit den Institutionen.



      Beispielsweise gibt es Studien, die belegen, dass bei GLEICHER Leistung Kinder begüterter Eltern eine 7x höhere Chance haben, eine Empfehlung für das Gymnasium zu erhalten, als Arbeiterkinder.

      • @Kaboom:

        Bei genauem Hinsehen widersprechen Sie Vieldenker gar nicht wirklich.

        Das Problem, das Kinder begüterter Kinder eher eine Gümmiempfehlung bekommen hat nach meiner persönlichen Erfahrung auch damit zu tun, das die begüterten Eltern sich dahinterklemmen. Es macht einen Unterschied wenn man fünfmal bei der Grundschulklassenlehrerin aufläuft.

      • @Kaboom:

        Ich kenne die Statistik, ändert aber nichts an der realen Veränderung im Elternbereich. Wer das negiert, hilft nicht der berechtigten Verbesserung Benachteiligter, sondern verschließt nur die Augen vor einer bedenklichen Anspruchshaltung. Man kann nicht alle Verantwortung an „die Anderen“ und „den Staat“ delegieren.

    • @vieldenker:

      "Denn ein nicht geringer Anteil der „Arbeiterklasse“ ist eben nicht mehr auf dem Weg zum klassischen bildungsbegründetem Wohlstand. "



      Sehr richtig, aber noch schlimmer:



      Wir haben das schlechte im Proletariat geradezu zum Kult erhoben; schlechte Jugendsprache, kaputte Klamotten oder die Basecap und die berühmte Jogginghose sind überall akzeptiert als Zeichen von "Freiheit". Man sehnt sich geradezu zu zeigen, dass man prollig unterwegs ist. Das betrifft auch Musik, Kunst und Theater. Geradezu ein Rattenrennen in Richtung dargestellter Dummheit und Leistungsverweigerung.

    • @vieldenker:

      Genau so sieht es aus. Und gilt inzwischen nicht nur für das weite Feld der Musik.



      Dabei ist noch anzumerken, dass das Erlernen eines Instruments nicht zwingend etwas mit der "bürgerlich" konnotierten "klassischen" Musik zutun hat. Für jede Art selbstgemachter Musik muss man ein Instrument selbst spielen, was voraussetzt, es selbst (immer mühevoll) gelernt zu haben.

  • Am Ende fehlen die Musiklehrer. Und die wenigen wählen lieber die Schulform, wo es mehr Potenzial gibt. Und das ist dort auch dünn.



    Wir konnten um 1990 noch als Oberstufe Mendelsohns Messias aufführen. Meine Kinder leisten ein kleines Solo ab, weil das Zusammenspiel auch am Gymnasium immer enger wird.



    Und es war nie schlecht an Haupt- oder Realschulen, es gab viel Förderung, z.B. von Schützen- oder kirchlichen Blaskapellen. Die Guten hat man sich schnappen können. Den weiteren Bildungsweg hat man leider die Tonne runtergespült.

  • War über Jahrzehnte Lehrerin für die Schüler, die unter jeweils verschiedenen Schulnamen gesammelt wurden, eben nicht Gymnasium oder Realschule. Viel Anstrengendes aber auch viel Schönes ist dort, und es gab auch "Jedem Kind ein Instrument", wie es hier schon angesprochen wurde.



    Ich stimme zu, Gesamtschule für alle wäre viel besser, aber es liegt auch nicht NUR am Schulsystem. Das Potential wurde zu wenig genutzt, weil viele Familien das Unbekannte gescheut haben und auch die Verantwortung für das Instrument.



    Und diese Schüler geben leider deutlich schneller früher auf, wenn es sich nicht sofort mach Mozart anhört, wo einem doch überall weis gemacht wird, man könne alles und alles haben und zwar sofort und ohne Anstrengung. Wenig Selbstvertrauen gekoppelt mit wenig Übung in Durchhaltevermögen, da kann man mit noch so viel Herz und Einsatz und Zuspruch oft nicht genug unterstützen.

    Für jedes einzelne Kind, das trotzdem dadurch seinen Weg findet, ist das Programm ein Segen. Ich habe über Jahre leider nur nicht genutzte Chancen gesehen. Weil viel von der Basis zum Nutzen der gebotenen Chance gefehlt hat. Generell gemeinsam lernen würde vielleicht langfristig etwas aufbauen

    • @GoJoRow:

      Ganz wichtiger Punkt, Durchhaltevermögen und das Bewusstsein, dass nicht alles sofort klappt, man manchmal auch Geduld haben muss, sind sehr wichtige Tugenden, die man in manchen Elternhäusern weit besser erlernt als in anderen. Und ohne die wird man ein Instrument kaum richtig lernen können.....und vieles andere auch nicht.

      • @Dr. McSchreck:

        Gerade deshalb müssen wir es vermeiden, auch Musikinstrumente fürs Einüben notwendiger Frustrationstoleranzen an sich selbst und äußeren Bedingungen gegenüber zu instrumentalisieren um. Gilt für die Holzraspel im Werkunterricht, dem Barren im Sportunterricht dem Gedicht vortragen im Deutschunterricht und und…Das geht in zu vielen, „schichtenspezifisch“ horizontal wie vertikal ansonsten ganz unterschiedlichen Familien für die Frustrationstoleranz UND z. B. für die „musische Begabung“ und dem Menschen, der sie hat, auch heute ganz furchtbar daneben. Ein Studienfreund, „intelligent für fast alles“, hoch musisch, künstlerisch begabt. Den Idealen allg. und dem bildungsbürgerlichen Ideal seines Akademikerelternhauses folgend, hatte er Geige zu lernen, nicht Gitarre zu spielen und dem gesell. angesehenen Beruf des Vaters anzunehmen. Was er beides abbrechen MUSSTE. Stattdessen ist er Lehrer geworden. Aber NICHT fürs Fach Musik. Er hat KEINE Theater-AG gegründet, nur selber neben bei Theater gespielt. Kaum gelebte „hidden treausures“, noch fast vor sich selbst verborgen. Mit 40 J. obwohl gar kein Trinker an Leberkrebs kaputt gegangen. Die Leber soll entgiften. Es war zu viel vom Gift.

      • @Dr. McSchreck:

        Klar dh im Klartext



        “Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ Dege



        Und was machste - Journalistenpaar



        Beides Arbeiterkinder - plitsche Kinder (mal erste Schritte Gitarre;)



        & “…in der Klasse nur Akademikereltern! Dementsprechend drauf!“;(

        unterm—— Reminszenz—



        1. Gym am Platze dito (im Abi 4 zügig - ein! Arbeiterkind. Icke in 3. Generat.



        Im Telefonbuch stand “Bäckerei



        bedarfsgroßhandlung“!



        Beim drohenden 2x Backenbleiben!



        Ging de Ohl - Koofmich - ins Katzenmusem Latein-5: “ Nichts zu machen! Nichts zu machen!“ “Ich weiß gar nicht was Sie wollen! Is ok! Hauptsache er kann auf der Schule bleiben!“ Dann zeigte de Ohl mal kurz wo der ⚒️ hängt.



        Das ging durch die Flure “…der kann ja besser Latein und Griechisch als wir!“🙀



        Der Alte winkte ab! UND!



        Ab da war mir evident: ich war untouchable - wollte Olympiasieger werden - Schule störte nicht weiter!

        kurz - dieses kurz skizzierte unausrottbare Labeling usw usf grassiert längst wieder ins uferlose •



        Ihr Angeführtes stimmt ja schonn!



        Sie aber verfehlen auch hier wieder - worum es Bourdieu zu recht geht •

        • @Lowandorder:

          Das heißt es natürlich überhaupt nicht, sondern es heißt, dass viel mehr dafür getan werden muss, dass Kinder aus den "abgehängten" Milieus (scheint ein Fachbegriff zu sein) möglichst früh eine Förderung bekommen, wo ihnen das vermittelt wird, was ihnen ihre Eltern nicht vemitteln können, weil sie es auch schon nicht gelernt haben. Wie andere Leute schon angemerkt haben, das ist ja keine Frage des Einkommens.

          Irgenwann sollte man diesen Kreislauf vielleicht mal durchbrechen, dass Bildungesferne sich immer weiter vererbt.

  • Warum?



    Eltern engagieren sich und treiben ihre Kinder an, meist die erfolgreichsten, weil sie gelernt haben, dass man viel Aufwand vorankommt. Dies wird auf die Kinder übertragen, manche werden überfordert. Bei dem Klientel, die wie der Autor meint, ausgeschlossen werden haben seltenst die Bereitschaft die Zeit und den Aufwand zu betreiben, obwohl sie, gemessen an den vorher genannten Beruf ,klarere und festere Arbeitszeiten haben.



    Dies nicht engagieren erlebe ich bei vielen Eltern, die meinen, das ihr Sprössling mit zweimal trainieren in der Woche Fußball in der Bundesliga spielen wird. Mit dem Aufwand und der Vorstellung, zweimal pro Woche üben, wird das mit der Musik nichts.



    Dies Fiasko erlebe ich als alter 60jähriger Mann oft genug in Sport-Vereinen, die Kinder und Eltern denken zum Teil sogar, das man mit einmal Training in der Woche deutscher Meister wird.



    Hier gilt ebenso wie in der Musik 4 mal die Woche üben ist Pflicht, wenn mal halbwegs was daraus werden soll.



    Von daher ist genau die Klientel ind den Musikschulen, die diese Arbeitsweise vorleben - Ärzte und Anwälte.

    • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

      @Reinero66:

      Hallo Reinero66, wie Sie es schreiben: Es ist ein Defizit unseres Schulsystems, dass Bildung, Aufstieg, Möglichkeiten so sehr vom Elternhaus abhängig sind, weil Schulen zu schlecht ausgestattet sind – mit Musiklehrkräften, mit Zeit, mit Räumen, mit Leihinstrumenten etc.

      • @Felix Zimmermann:

        In der Schule ist es schon zu spät, in letzter Zeit gab es eine Menge Artikel, welche Basiskompetenzen oft schon bei der Einschulung fehlen, etwa beim Wortschatz und das durchaus auch bei Deutschen in der x-ten Generation.

      • @Felix Zimmermann:

        Das liegt weniger am Bildungssystem, sondern am eigenen und familiären Einsatz. Stamme selbst aus einem Hilfsarbeiter und Putzfrauenhaushalt ohne Schulabschlüsse und meine Eltern wollten, dass es mir und meiner Schwester besser geht (beide Abitur), abgeschlossene Lehre und Studium.



        Es geht nichts ohne persönlichen Einsatz und langfristiges Engagment.

        • @Reinero66:

          Einzelne Erfolgsgeschichten zaubern nicht die systemimmanente (gewollte) Ungleichheit weg. (Schon längst wissenschaftlich erforscht).



          Schon bei Geburt ist der Abstand da, der sich täglich vergrößert. Und D gehört zu den Industrieländern, wo das mit am meisten gilt.

        • @Reinero66:

          Genau das 👍

        • @Reinero66:

          Vielen Dank, das bestätigt die Erfahrungen aus meiner Schulzeit in den 70er Jahren. Da waren auch sehr viele dabei, die als erste in ihren Familien aufs Gymnasium gehen konnten und dann Abitur gemacht und studiert haben. Und das lag eben auch daran, dass deren Eltern sich dahinter geklemmt haben, geschaut, dass die Schularbeiten gemacht und für Klausuren gelernt worden ist.

          Mich würde interessieren, ob es Studien gibt, die erklären, warum sich das offenbar inzwischen in vielen Familien geändert hat.

          Die Mehrbelastung durch Arbeit bei den Eltern kann es allein nicht sein, schon zu meiner Zeit hatte ich Mitschüler, deren Eltern beide gearbeitet haben. Entweder haben sich dann die älteren Geschwister gekümmert, oder sie sind zu Freundinnen und Freunden gegangen, haben da die Hausaufgaben gemacht und dann zusammen gespielt - und nicht nur aufs Wischbrettchen gestarrt (Sorry, diesen Seitenhieb auf den Zeit(un-)geist konnte ich mir nicht verkneifen.

  • Vielleicht liegt es schlicht und ergreifend daran, daß der "OLG-Richter" oder die "Ärztin", vielleicht sogar "Chefärztin", eher darauf erpicht ist, daß das Kind Musikunterricht nimmt. Und vielleicht stehen in den entsprechenden Haushalten auch eher die Mittel für ein häusliches Klavier, einen Flügel oder eine Harfe zur Verfügung, denn nur schulischer Unterricht ohne häusliche Übungsmöglichkeit wird nicht weit führen.

    Und vielleicht eifern Kinder auch den Eltern nach.

    Und vielleicht haben Kinder auch einfach unterschiedliche Interessen. Die einen mögen Sport nicht, die anderen Werken oder Malen. Und manche mögen halt (klassische) Musik nicht.

    Da hilft dann keine staatliche Förderung, da müsste dann Zwang ausgeübt werden.

    Aber wünscht sich das wirklich jemand?

    • @Josef 123:

      Auch meine beiden Kinder hatten Musikunterricht und wir waren wohl eher nicht die Art von Eltern die hier als die musikafinen beschreiben werden. Beide Realschuleabschluß und Berufsausbildung, also auch "Nicht-Akademiker" können wenn sie wollen.



      Meine Tochter hatte im Alter von 4 bis 16 Jahren Geigenuntericht und sich Klavier selbst beigebracht, mein Sohn hatte 2 Jahre Schlagzeug- und 2 Jahre Gitarrenunterricht. Er hat eher nicht so viel Interesse daran.



      Das "häusliche Klavier" habe ich damals für € 200,- gebraucht gekauft und mit dem Anhänger nach Hause transportiert. Am Geld sollte das Klavier eigentlich in der Regel nicht scheitern eher am nicht vorhandenen Platz.



      Es gibt auch viele Arten von Leihinstrumenten auf die man zunächst zurückgreifen kann bis das kaufen Sinn macht.

    • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

      @Josef 123:

      Hallo Josef 123,



      Sie stellen genau das als These auf, was ich in meinem Artikel als defizitär beschrieben habe: Möglichkeiten, sich in bestimmten Bereichen zu bilden – hier: Musik machen, ein Instrument spielen – haben vor allem diejenigen, deren Eltern Geld und Zeit aufbringen können, um ihren Kindern das zu bieten, was in der Schule mangels Musiklehrkräften unterbleibt.



      Ich finde es schade, dass da so viele Potentiale ungenutzt bleiben, Talente erst gar nicht entdeckt werden etc.

  • "Die, die – auch vom Elternhaus aus – eh schon die besten Startbedingungen haben, kriegen den Zucker noch obendrauf."

    Nein, die bekommen kein Zucker, den bekommen die Kinder von Eltern, die sich nicht für ihre Kinder interessieren. Ein Instrument bedeutet, üben, üben, üben, auch wenn man kein Bock hat. Oder Blut, Schweiß und Tränen. Da muss man den Nachwuchs unterstützen und ans üben erinnern. Alles Arbeit. Die können sich Eltern sparen, wenn sie ein IPad dem Nachwuchs kaufen, da haben die Kids immer Interesse dran.

    Und wenn ich in die Grundschule meiner Tochter schaue, sehe ich welche Kinder IPhones haben (ja, in der Grundschule) und welche in den Musikunterricht "müssen". Meine Tochter will auch ein IPhone. Bekommt aber keins. Sie kann aber in den Geigenunterricht. Das Instrument kann man leihen und Kindergeigen gibt es ab ca. 100 Euro neu und für viel weniger gebraucht.

    Wenn die Eltern das Kind nicht in einer Phase, in der sie kein Bock auf das Instrument haben, "zwingen" weiter zu machen, hören die auf.

    Und ähnlich ist es auch mit der Anstrengung in der Schule. Aber klar, der Vorwurf geht an die Eltern, die ihre Kinder unterstützen und nicht an die, die es bequem wollen.

    • @Strolch:

      Nette Aneinanderreihung von Stereotypen. Können Sie Ihre - btw. absolut abwertenden - Thesen auch belegen?

    • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

      @Strolch:

      Hallo Strolch,



      es gibt Eltern, die sowohl über das finanzielle Kapital und die Zeit verfügen, sich so sehr um ihre Kinder zu kümmern, wie Sie es beschreiben. Ob das den Kindern immer auch gerecht wird und da nicht vielleicht auch Projektionen der Eltern erfüllt werden, sei dahingestellt.



      Es gibt Eltern, die das alles nicht leisten können, aus welchen Gründen auch immer. Den Kindern dieser Eltern nun pauschal zu unterstellen, sie hingen nur am Ipad rum und wollten es nicht anders, das staatliche Bildungssystem und politische Gestaltungsmöglichkeiten dabei aber so ganz außen vor zu lassen, ist mir zu eng gedacht – bzw. Sie leben offenbar genau das, was ich in meinem Artikel als defizitär angemerkt habe: Wer die finanziellen Ressourcen hat, gibt sie weiter, alle anderen gehen leider leer aus, weil das Bildungssystem nun mal eklatante Schwächen hat.

      • @Felix Zimmermann:

        Es gibt aber auch Eltern, die das von Ihnen Beschriebene nicht leisten wollen, obwohl sie es könnten.

        Das fängt bei Müttern an, die zwar mit ihren Kindern auf den Spielplatz gehen, aber die dann gar nicht weiter beachten, sondern aufs Smartphone starren. Sicher sind die Kleinen oft so in ihr Spiel vertieft, dass ihnen das nicht auffällt. Aber die Gleichgültigkeit mancher Eltern finde ich schon erschreckend. Da muß manchmal ein Kind, das seinen Eltern stolz zeigen will, was es schon kann, oft mehrmals rufen, bis seine Erzeuger unwillig geruhen, den Blick vom Display weg auf das reale Leben zu richten.

        Natürlich gab und gibt es das auch bei Eltern mit höheren Einkommen (Wohlstandverwahrlosung), aber die Ursachen von Problemen allein auf das "System" und seine Strukturen zu schieben, und die Unterschiedlichkeit der Menschen außer acht zu lassen, mag gute linke Tradition sein, ist aber zu einseitig.

      • @Felix Zimmermann:

        Das Bildungssystem hat eklatante Schwächen, da bin ich voll bei Ihnen.



        Die weitaus größeren Schwächen hier haben aber so einige Eltern. Man muß kein Gymnasium besuchen oder überdurchschnittlich verdienen, um ein Instrument zu erlernen. Viele Musikvereine und auch Musikschulen verleihen kostenlos das erste Instrument, bis dieses einigermaßen beherrscht wird. und auch danach gibt es noch Möglichkeiten, sollte das Geld wirklich nicht vorhanden sein. Nein es fehlt hier an Charakter der Eltern, das Kind zu etwas zu zwingen, was dieses sich nicht vorstellen kann oder wozu es keine Lust hat, weil ja anstrengend. Und dann diesen Druck auch aufrecht zu erhalten, wenn mal eine kritische Phase durchlebt wird. Und das könnten auch Eltern ohne gute eigene Bildung oder finanziell schwach gestellte Eltern und auch Allein Erziehende.

    • @Strolch:

      Danke! Ich bin es auch leid, mir gesellschaftlich vorwerfen zu lassen, dass ich meinem Kind vorlese (kostenlos für Kinder durch Stadtbibliothek), es vom Fernseher fernhalte (spart Strom und Geld), schulische Leistungen und das Interesse an Themen fördere (viele kostenlose oder -günstige Möglichkeiten, Angebote von Museen z.B.) und es kein Smartphone unter 14 Jahren bekommt (spart sogar Geld). Am besten, wir hören damit auf! Dann gibt es keine gesellschaftlichen Unterschiede mehr. Wie schön!



      Ob wir dann noch Chefärztinnen und Richter haben, ist abzuwarten. Aber wer braucht die schon?

      • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

        @Nick riviera:

        Hallo, niemd wirft Ihnen vor, dass Sie Ihrem Kind vorlesen, es vom Fernseher fernhalten und dergleichen mehr. Es ist toll, dass Sie die Zeit dafür aufwenden können und evtl. auch über die finanziellen Mittel verfügen, das alles zu leisten.



        Worum es tatsächlich geht: die zu frühe Zergliederung des Schulsystems, das Einsortieren von Kindern in Schubladen, die Korrelation aus sozioökonomischem Kapital und Bildungschancen schafft so viele Nachteile und hält so viele Kinder von Möglichkeiten fern, dass Talente unentdeckt bleiben, Potentiale ungenutzt, wenn man es so ausdrücken möchte, was auch zum Fachkräftemangel beiträgt, den Sie beklagen.

        • @Felix Zimmermann:

          Sie haben wohl einiges überlesen. Kein Fernseher, kein iPod und vorlesen alles Dinge für die man kein Geld braucht, hat also nichts mein Finanzstärke, sondern mit Zeit zu tun.

        • @Felix Zimmermann:

          Lieber Herr Zimmermann,

          dann lesen Sie die Artikel der taz zu dem Thema. Es ist ein Vorwurf. Ich weiß nicht, ob Sie Kinder im schulfähigen Alter haben. Meine Beobachtung ist aber: Mein Sohn wird zwischen Störenfriede in der Klasse gesetzt, damit diese ruhiger werden. Störenfriede (und fridas, es sind nicht nur Jungs) werden nicht zurecht gewiesen. Auch diese haben nach der Lehrerin ein Recht zum Lernen. Und die Kinder, die sich ordentlich verhalten, sollen dazu beitragen und lernen selbst weniger, dürfen nicht neben ihren Freunden sitzen, etc. da sie in der sechsten Klasse (!!) die Erziehung übernehmen sollen, auf die Lehrerin und die Eltern keine Lust dazu haben.

          Und dann lesen Sie Ihren Artikel mal mit der Prämisse durch, dass die Eltern "höherer Schichten" die anderen Kinder gewollt aus der Musik fernhalten? Und das ist kein Vorwurf? Haben Sie schon mal einen Artikel geschrieben, in dem Sie oder ein anderer aus der taz mehr Verantwortung der Eltern für ihre Kinder gefordert haben? Wenn ja, verlinken Sie ihn gerne.

          • @Strolch:

            Das war bei meiner Tochter in einer bayerischen Grundschule genauso. Überhaupt gab es viele Konflikte, fast ausschließlich zwischen Kindern von "bildungsfernen" Haushalten. Wie oft da die Sozialpädagogin kam, und in der Schulfreizeit (Ganztagsklasse) kollektiv die Probleme gelöst werden sollten (meist eh unlösbar, weil aus verfeindeten Bevölkerungsgruppen..). Auch die Kinder, die überhaupt nicht involviert waren durften nicht raus und spielen, sondern mussten sich immer den gleichen Müll anhören. Meine Tochter wurde davon echt traumatisiert. Jetzt ist sie zum Glück auf dem Gymnasium, die Klasse ist praktisch ausnahmslos nett und sie geht wieder total gerne in die Schule. Die anderen hauen sich auf der Mittelschule die Köpfe ein... Ist mir ehrlich gesagt schon fast egal, wenn die nicht auch "unsere Zukunft" wären.

          • @Strolch:

            Den letzten Punkt kritisiere ich auch,es wird ständig gemeckert,aber nicht die in Verantwortung gezogen,welche die Kinder im die Welt gesetzt haben. Es finden sich nicht mal Artikel, was Eltern verbessern könnten oder wie sich manches auswirkt.

            Zur Kritik an den Lehrern, ich weiß ja nicht aber gefühlt ist man Recht machtlos.wenn die Kinder nicht mitmachen und sich quersteellen, sind sie drauf angewiesen,dass die Eltern mitziehen.klappt das nicht,dann was soll man tun? Und man hat teils 30 Schüler in der Klasse.

  • Die Beschreibung des Autors ist richtig und trifft bundesweit auf sämtliche ähnliche Musikveranstaltungen zu: gebildetes Bürgertum, kaum migrantische Kinder, und wenn, dann aus China, Südkorea, Japan...



    Das liegt aber nicht nur anKosten. In vielen Kommunen gibt es Initiativen wie " Jedem Kind ein Instrument".



    Meine Erfahrung ist dabei leider, dass viele erstmal teilnehmen, aber die meisten hören früh auf bevor sie ein Instrument auch nur einigermaßen spielen können.



    Leider handelt es sich um eine komplexe soziokulturelle Problematik, die mit Geld allein nicht beseitigt werden wird.

    • @Ignaz Wrobel:

      Ihrem Kommentar möchte ich mich anschließen. Meine Schüler gehen nicht in die Musikschule, lesen kaum Bücher und betreiben auch eher selten eine Sportart – außer „Gym“, wie es meine Schüler ausdrücken würden. Selbstverständlich informieren wir die Eltern über Möglichkeiten oder leiten die Flyer weiter.

      Es liegt nicht nur am Geld. Alle Schüler haben ein Smartphone oder I-Phone, viele besitzen eine X-box, eine PlayStation etc.. Ein Instrument zu lernen oder eine Sportart auszuüben kostet Zeit und Fleiß; vor allem müssen die Eltern bereit sein, ihre Kinder dorthin zu schicken. Daran scheitert es eher als am Geld.

  • man kann aber wirklich aus jedem Thema einen Kommentar basteln und daraus eine Neidgesellschaft ableiten. Ich lerne: die Wohlhabenden oder "die Reichen" sind am Gymnasium und bleiben dort unter sich. So kommt der Kommentar daher und ist: nicht richtig.

    • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

      @Ella Renerog:

      Naja, Ella Renerog, die zu frühe Zergliederung unseres Schulsystems, das frühe Aufmachen von Schubladen, in die Kinder gesteckt werden, ist als Problem weithin anerkannt, nur gelöst wird es nicht.

      • @Felix Zimmermann:

        Die Schubladen werden nicht einfach wahllos aufgemacht. Gehen Sie mal an verschiedene deutsche Grundschulen und sprechen mit den Lehrkräften. Schauen Die dort, wie groß die Bildungsunterschiede bereits bei der Einschulung sind, welchen Einfluss Medienkonsum bereits ab dem Kleinkindalter hat und warum dieser Bildungsrückstand während der Grundschulzeit nicht kompensiert werden kann, sondern größer wird, wenn die Eltern nicht mitziehen und die Kinder weiter grenzenlos Medien konsumieren anstatt zuhause das in der Schule Gelernte zu wiederholen.



        Mehr Bildungsgerechtigkeit durch längeres gemeinsames Lernen wird, ebenso wie Gesamtschulen, ja bereits versucht umzusetzen. Dass das bislang nicht flächendeckend geschieht als alleinige Ursache zu betrachten ohne genau hinzuschauen, wieso es überhaupt so extrem unterschiedliche Leistungsniveaus bei Grundschülern gibt und stattdessen bereits vor der Schule anzusetzen, halte ich für falsch. Die Verbesserung des Schulsystems muss einhergehen mit der Förderung von Eltern, ihre Kinder richtig zu unterstützen. Sonst werden die Unterschiede stets bleiben.

        • @Nick riviera:

          Reichtum, auch nicht monetärer (Bildung, Chancen, Talentförderung ect.) wird zu einem großen Teil vererbt und schon in der Geburtsstunde eines Kindes werden Weichen gestellt. Einzelne Erfolgsgeschichten machen das nicht unwahrer (wie es auch gerade diese „Aufsteiger“ mit berechtigtem Stolz vermitteln möchten).



          Warnung: Liebe Leute, die sich jetzt noch zur gesicherten Mittelschicht zählen, sie schmilzt wie Butter in der Sonne.

          • @snowgoose:

            Ich habe aber manchmal den Eindruck, dass die Ansicht, "einzelne Erfolggeschichten" seien ohne Bedeutung, von einigen gerne dazu benutzt werden, das persönliche Interesse und Engament der Eltern als gänzlich nutzlos einzuordnen. Und das ist falsch.

            Aber wenn das Welt- und Gesellschaftsbild vor allem durch Theorien und Modelle geprägt wird, dann stören die einzelnen Menschen und deren Unterschiedlichkeit wohl, denn Individualität lässt sich ja so schlecht in die von der Theorie vorgegbenen Schablonen pressen.

    • @Ella Renerog:

      Sonderbar, wie sich die Wahrnehmungen unterscheiden. Sie sind offenbar deutlich weiter als ich. Ich habe mich gefreut, den Kommentar zu lesen, hatte durchaus ein Aha-Erlebnis.

    • @Ella Renerog:

      Wie viele wohlhabende Leute kennen Sie denn, deren Kinder auf Realschulen oder Berufskollegs gehen?

      • @nihilist:

        Wo ist der Zusammenhang zwischen dem Bekanntenkreis der Kommentierende, und der Gesamtsituation in Deutschland?

  • Nach meiner Erfahrung werden Mediziner und Juristen heutzutage sowohl bezüglich ihrer intellektuellen als auch ihrer menschlichen Fähigkeiten vollkommen überschätzt. Sollte die erwähnte Rede tatsächlich so gehalten worden sein, wäre sie selten dämlich und würde meine These stützen.

  • Bourdieu wies an Hand von Befragungen in Frankreich nach, wie akademische Bildung der Eltern gekoppelt ist mit der Bildung ihrer Kinder in klassischer Musik, was die feinen gesellschaftlichen Unterschiede prägte und schuf, die als ein feines wertebasiertes mentales Gerüst von Generation zu Generation weitergegeben werden.

    Sehr zu empfehlen in dem Zusammenhang: Irmgard Jungmann, die Sozialgeschichte der klassischen Musik: bildungsbürgerliche Musikanschauung im 19. und 20 Jahrhundert.

    Ein Trauerspiel, dass ein musikalisch hochbegabtes Kind aus einer bildungsfernen und armen Familie bis heute kaum eine Chance hat, Operngesang zu studieren. Denn: Klavierspielen ist Voraussetzung für die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule.

  • Ein kaum akademisches TRÖÖÖT, TSCHINGBUMM stelle ich dazu in den Raum 🎷🎼🪘🎶😎

  • Ich finde diese Kritik wirklich lächerlich.

    Es gibt kommunale Musikschulen.

    Schüler die Teil einer Bedarfsgemeinschaft sind, erhalten Rabatte.



    Instrumente, wie auch beispielsweise E-Pianos werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

    Allerdings werben diese Musikschulen nicht um Schüler, man muss schon bereit sein, dort selbst vorstellig zu werden oder mal zum Telefon zu greifen, um ein Kind anzumelden.



    Und was die Erreichbarkeit betrifft: Transfer-Empfänger erhalten häufig Sozialtickets. Also daran kann es auch nicht liegen.

    Es ist nicht immer die Gesellschaft dafür verantwortlich, wenn Eltern und/oder kein Interesse an Kultur haben.

    • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

      @Desti:

      Hallo Desti,



      vielleicht hilft Ihnen ein konkretes Beispiel, Ihre Position zu überdenken: Wer sein Kind in Oldenburg bei der städtischen Musikschule anmelden möchte für Instrumentalunterricht, muss zum Teil mehrere Jahre auf Unterricht warten. Aktuelle Wartezeit Klavier: zwei Jahre.



      Wer nicht so lang warten will und es sich leisten kann, engagiert einen Privatlehrer oder eine Privatlehrerin – und zack, schon sind wieder die Kinder im Vorteil, deren Eltern über das nötige Kapital verfügen.

      • @Felix Zimmermann:

        Das ist kein Argument. Ich habe für die Musikschule meiner Kinder auch jeweils mindestens ein Jahr auf einen freien Platz gewartet.

        Und da mich eben in Geduld geübt und eben kein privaten Unterricht für 300 € bezahlt.

        Auch dies lernen meine Kinder:

        Es ist nicht alles immer sofort möglich. Und muss es auch nicht.



        Und dafür lernen sie ebenso nicht gleich beim ersten Hauch von Demotivation wieder aufzugeben.

        All das hat absolut nichts mit Geld zu tun.

        Mittlerweile frage ich mich ernsthaft:

        Gibt es eigentlich irgendeinen Lebensbereich, in dem Eltern für ihre Kinder verantwortlich sind?

    • @Desti:

      Jau. Schön doch - daßse wissen - was Kultur ist - die dort abgefeierte. Newahr



      Die allenfalls ein sehr europäischer Splitter dieser unendlichen Welt der Noten Töne & Geräusche ist!



      Normal - fallse wissen - was Willi grad schwungvoll andeutet.



      Und nicht gleich zum 🔫 greifen - wa!



      Danke & Na Mahlzeit

  • Das Klientel von Gymnasien besteht nicht nur aus Ärzten- und Richterkindern, auch nicht nur aus SUV-Besitzern. Im Gegenteil, manch einer, der nicht soviel verdient, kümmert sich mehr um seinen SUV als um eine Musikausbildung für seine Kinder. Die Klientel Eltern, die ihr Kind aufs Gymnasium schicken, besteht eher aus Bildungsbürgern, für die Kultur, Fleiß und ein geordneter Tagesablauf ihrer Kinder wichtig sind. Es sind die Eltern, die ihren Kinder eine Handyzeitbegrenzung verordnen und keine Playstation im Kinderzimmer dulden.



    Ja, diese Kinder sind privilegiert, aber nicht durch den Reichtum ihrer Eltern, sondern durch deren Weltanschauung und Erziehung.



    Diese Art von Eltern findet sich in allen Schichten, auch bei KrankenpflegerInnen, allerdings befördert diese Kindererziehung in der Regel auch mehr Akademiker, worüber sie sich nicht zu schämen brauchen.

    • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

      @ImNetz:

      Hallo ImNetz,



      weil ich vor lauter Klischees in Ihrem Einwurf erschlagen wurde, konnte ich darauf leider nicht adäquat antworten.



      Lesen auch Sie Pierre Bourdieu und was er über das Zusammenspiel von inkorporierten Dispositionen (Bourdieu spricht von Habitus), verfügbaren Ressourcen (Bourdieu: Kapital) und den sozialen Arenen, in denen um Positionen gerungen wird (Bourdieu: Felder) geschrieben hat.

    • @ImNetz:

      Danke! Für viele ist es allerdings immer noch einfacher für alles den Staat verantwortlich zu machen. Ist eben so viel einfacher als sich als Eltern mal Gedanken zu machen.



      Meine erste Musik CD war von Jimi Hendrix. Warum? Weil auch mein Vater das gehört hat. Mein 9-jähriger Sohn hört auch gerne Bach und Mozart. Warum? Weil auch wir als Eltern das immer mal gerne hören.

      • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

        @charly_paganini:

        Hallo charly_paganini,



        vielen Dank für Ihren Einwurf. Der Staat ist sicherlich nicht für alles verantwortlich, aber doch wohl für ein Bildungssystem, das Chancen und Möglichkeiten für alle eröffnet, oder etwa nicht?

        • @Felix Zimmermann:

          Es ist auch nicht Aufgabe des Bildungssystems Musikkurse für alle anzubieten. An der Grundschule meines Sohnes gibt es einen Chor und eine Schulband welche allen offen steht egal ob Akademikerkinder oder Kindern mit Migrationshintergrund. Es haben also alle die gleichen Chancen und Möglichkeiten, unabhängig vom Geld. Aber sie können ja mal raten welche ELTERN eher ihre Kinder dort hinschicken...



          Ach so, die Instrumente werden gestellt und für den Chor muss man auch nicht zusätzlich auf eine kostenpflichtige Musikschule

        • @Felix Zimmermann:

          Nennen Sie ein (!) konkretes Beispiel von Eltern, die ihrem Kind gerne ein Instrument beigebracht hätte, es aber am Geld gescheitert ist.

          Zu Ihrem ersten Kommentar, dem Sie Klischees vorwerfen. Ärzte und Richter in Ihrem Artikel sind also keine Klischees?

          • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

            @Strolch:

            Ärzte und Richter habe ich mir ja nicht ausgedacht, ich zitiere da einen der Redner, der genau diese Berufsgruppen als Beispiele angeführt hat, um die Wichtigkeit gemeinsamen Musizierens zu betonen.

  • Es gibt öffentliche Musikschulen. Jeder kann sein Kind dort anmelden, wenn er/sie meint, das Kind soll ein Instrument lernen. So, wie auch in Sportvereine. Es ist und bleibt in der Verantwortung des Elternhauses. Warum spielen so viele Kinder Fußball und so wenige Volleyball oder Basketball. An den Kosten kann es nicht liegen.

    • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

      @Ahnungsloser:

      Hallo Ahnungsloser, ein konkretes Beispiel: Wer sein Kind in Oldenburg zur Musikschule anmelden möchte, muss bei den meisten Instrumenten sekr lange auf Unterricht warten. Aktuelle Wartezeit für Klavierunterricht an der Musikschule der Stadt Oldenburg: zwei Jahre.



      Wer genug Geld hat, dem kann das egal sein, der sucht sich dann Privatunterricht, den man aber eben erstmal bezahlen können muss, weil er viel teurer ist als der Unterricht an der öffentlichen Musikschule.



      Das Defizit unseres Bildungssystem ist offensichtlich: Vieles ist nur möglich in Abhängigkeit vom Kapital des Elternhauses.

      • @Felix Zimmermann:

        Stimmt, bei Klavier stimme ich zu. Da ist bei uns die Wartezeit auch länger. Alle anderen fünf Instrumente, die meine Tochter kennengelernt hat, wären sofort oder mit marginaler Wartezeit von wenigen Wochen möglich gewesen, u.a. auch Geige und Schlagzeug.

    • @Ahnungsloser:

      Ein nicht zu unterschätzender Aspekt, der mit dem Staat nun mal nichts zu tun hat.



      Mein Sohn geht zum fechten. Die Ausrüstung kostet locker 1K €. Wer aber das nicht kann, bekommt vom Verein die Ausstattung kostenlos geliehen. Und trotzdem gibt es dort in der Jugendgruppe keine Haupt- oder Sonderschüler. Fast nur Gymnasiasten. Und in seiner Realschule ist der Schulchor längst eingestellt, weil keiner dort mit den anderen singen möchte. Aber auf Tik-Tok singen und dancen dann alle. Und auch die Schulband spielt nicht mehr, trotz kostenlos zur Verfügung gestellter Instrumente (Schlagzeug, Bass, E-Gitarre) Dafür müssten dann die willigen am Nachmittag nach dem Unterricht zur Probe noch eine Stunde länger in der Schule bleiben. Und das ist so gar nicht attraktiv.

      • Felix Zimmermann , Autor des Artikels, wochentaz

        @Oleg Fedotov:

        Hallo Oleg Fedotov, bisschen kompliziert, aber lesen Sie dazu mal das, was der französische Soziologe Pierre Bourdieu geschrieben hat, Stichwort: "die feinen Unterschiede". Fechten wäre da eine Sportart, die Bourdieu als Studienobjekt im Rahmen seiner Erforschung der Elite sicherlich sehr interessant gefunden hätte, dies aber nur am Rande.



        Kurz gesagt: Was Sie am Beispiel Ihres Sohns beschreiben, ist Folge des zergliederten Schulsystems.

        • @Felix Zimmermann:

          Immer nur Herrn Bordieu zu zitieren ist auf Dauer langweilig, zumal das französische Schulsystem doch einen Unterschied zu dem deutschen macht und sein Spezialgebiet eher in Algerien anzufinden ist.



          Fussball ist verbreitet, weil viele hoffen damit Geld zu machen, sprich Profi werden, aber der Weg ist dornenreich und mit Hindernissen verbunden.Leider sind sehr viele der Meinung, das ihr Kind es schafft- tut es aber nicht!



          Beim Fechten oder Feldhockey ist von vornherein klar, dass dies ein Hobby ist und damit kein Geld verdient wird, selbst wenn man Olympiasieger wird.



          Meine Eltern ungelernte Hilfsarbeiter ohne Schulabschlüsse haben uns Judo (mich) und meine Schwester (Basketball) näher gebracht keine typischen Arbeiterkinder-Tätigkeiten. Es hat uns eine Menge gebracht, auch wenn wir uns geschämt haben, die anderen Kinder aus den Vereinen zu uns nach Hause mitzubringen. 4 Personen, 2 Zimmer, kein Bad, Toilette auf halber Höhe und ich spreche von den 80ern.



          Hier höre ich nur Ausreden und Relativierungen und dass das System schuld sein. Aber grundlegende Dinge werden halt bis zum 5 Lebensjahr gelegt.

      • @Oleg Fedotov:

        So ist es. Kinder, deren Eltern keinen Anteil an dem nehmen, was sie interessiert, erfahren tendenziell weniger Förderung als Kinder, wo dies der Fall ist.

        Wen überrascht es?

        Manchmal hat man das Gefühl, die Welt ist aus Sicht mancher erst dann gerecht und gut, wenn alle humpeln, damit der, der sich die Haxen bricht, keinen Nachteil mehr hat.

  • Es ist nicht Aufgabe der Schule ein musikalisches Interesse bei den Kindern zu wecken, das ist Aufgabe der Eltern!



    Meine Mutter war alleinerziehend, hatte nicht viel Geld, wir konnten uns nicht viel leisten, aber sie hat trotzdem dafür gesorgt, dass ich und mein Bruder in der Musikschule in die musikalische früherziehung gehen konnten und beide ein Instrument lernen konnten (die Instrumente wurden gebraucht gekauft, ich habe Zeitungen dafür ausgetragen). In der Schule (ebenfalls Gymnasium) haben wir im Musikunterricht nichts anderes getan ausser die ganze Stunde zu singen , Interesse geweckt hat das eher wenig....

  • hm... schwierig... bestimmte Instrumente können sich auch normal oder selbst besser Verdienende nicht mal eben so neu leisten, Cello, Geige, Saxophon usw. ... Dann kommt das Platzproblem dazu. Wer in der Großstadt wohnt hat vermutlich unabhängig vom Einkommen kein Schlagzeug im Wohnzimmer und im 5. Stock Altbau sicher auch kein Klavier. Und natürlich gibt es auf Gymnasien auch viele SchülerInnen, die nicht aus einem Gutverdiener-Haushalt kommen und sich eben auch nicht mal eben so ein Instrument für 3.000 Euro leisten können. Gab es in den 90ern schon und ist heute nicht anders.



    Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile viele Angebot zu Leihinstrumenten, gerade im Klassischen Bereich.



    Ansonsten muss man sagen: Die cooleren Instrumente sind sowieso E-Gitarre, Bass, Schlagzeug (was man gebraucht auch schon für 'nen Hunderter bekommt oder es steht eins im JUZ Proberaum) oder eben der Computer der allen ermöglicht Beats usw. zu produzieren. Deswegen kommt die gute und relevante neue Musik meist aus dem Underground und eigentlich nie aus den Häusern der Reichen.

    • @benderhead:

      Ihre Logik reimt sich in ihrem Kopf. Ich habe andere Reime.



      Ich höre aus den höheren STockwerken Klavierspiel regelmäßig in meiner Stadt.



      Das mit dem Schlagzeug sehe ich auch so, es gibt freilich auch EW-Schlagzeuge.

      Was die neue Musik angeht: Popularität und Angesagtsein würde ich niemals mit der QUalität oder Innovation gleichsetzen. Da gibt es meist andere Gründe, warum dies und das gerne gemahct oder gehört wird. DJing und das Beatbauen war bis vor einiger Zeit jedenfalls eine Domäne für wohlhabende jungen Leuten. PLattensammlung, Equipment, Mixstations usw. geht richtig ins Geld. Mag heute mit dem Computer und entsprechenden Programmen einfacher geworden sein.

    • @benderhead:

      Ich besorge beispielsweise jedes Jahr gratis klaviere für interessierte....

      Ja, inklusive hochtragen ins 5. Og wenn's das braucht...

  • Natürlich sind die Gymnasien da weitgehend unter sich. Es war schon immer so, dass die klassische Musik von der Elite ausging. Das hat nichts damit zu tun, sich das leisten zu können. Um Klavier zu lernen, muss man keinen Steinway im Wohnzimmer stehen haben. Ein Bechstein im Kinderzimmer reicht da völlig aus - o.k., kleiner Scherz ... ;). Es gibt heute günstige und recht gute E-Pianos, mit der man auch in einer kleinen Mietwohnung spielen kann, ohne die Nachbarn zu nerven.



    Das Problem ist jedoch das Mindset der Eltern und der Bildungspolitiker: Die Eltern müssen die musikalische Ausbildung ihrer Kinder aktiv fördern oder Schulen müssen verpflichtenden (und kostenlosen) Instrumentalunterricht flächendeckend anbieten.

    • @Aurego:

      Na dann: Allet im Butter aufm Kutter. - wa.



      Aber doch schön - wenn einer so gar nichts kapiert! Woll



      (Mozart-Flügel von 1864 im Wohnzimmer;))

      “Hat meine Mutter doch selbst schuld wenn mir die Finger frieren - sollse mir doch Handschuhe 🧶 n!“



      & vllt des Rätsels Lösung ¿



      Der Begriff aurego bezeichnet eine große Autohandelsgruppe und einen Mobilitätspartner im Bergischen Land.“ 🧇 🧐

      • @Lowandorder:

        Soso, ein Mozart-Flügel von 1864 ...

        • @Aurego:

          Einer der ersten Gußrahmenflügel -



          Kasten im Wiener Caféhausstil =



          Kein Unterbau 3 Zentner leichter als hück!



          Drunter mein Eldorado “…da brauchste nicht aufräumen!“



          Lauschte “einer Stimme die um die Welt ging“ *1895 - mein Maß bis heute - zu Wagner - vor allem aber die Romantiker & mein nicht nur musikalischer spiritus rector



          “…Beatles? so genial wie Beethoven!!“ 1963 •



          Leichter Anschlag - laß die Finger laufen. Herrlich



          & Fr Sa So 🙀🧐🤣



          (Heute - kleiner set;) Begleiten - ⛪️ -



          altfl flh Kirchenorgel (neuland;) harp



          Watta Sound - Alter 👍



          Ed🎡dE 🥳

    • @Aurego:

      zumal E-Pianos sehr umzugsfreundlich sind und auch nicht regelmäßig der Klavierstimmer kommen muss, der auch noch kostet...

  • Musiker*innen-Lebensläufe und Blitzkarrieren mit hohem Bekanntheitsgrad außerhalb von Akademiker-Familien und ohne Abitur oder Studium dürften sich hier finden:



    www.tvmovie.de/new...2-bis-heute-142852



    Und die Musikgeschichte ist voll von Talenten ohne die Unterstützung reicher Elternhäuser, die sich durchgesetzt haben.



    Die Schach-AG und die Modellbau-AG der Schule dürfte auch bei einigen Berufen hilfreich (gewesen) sein, aber das kann man nicht so schön präsentieren.



    Es gibt auch neue Ansätze:



    "Das Programm hat drei alternative Schwerpunkte: Instrumente, Tanzen oder Singen. Im Schuljahr 2022/23 nahmen rund 1.000 Förder- und Grundschulen in Nordrhein-Westfalen am JeKits-Programm teil. JeKits ist das landesweite Nachfolgeprogramm von Jedem Kind ein Instrument (JeKi), das im Jahr 2007 für das Ruhrgebiet entwickelt wurde und im Schuljahr 2017/18 ausgelaufen ist."



    Quelle mkw.nrw



    "Im Schwerpunkt Instrumente wird außerdem die Bereitstellung von kostenlosen Leihinstrumenten gefördert. Anträge zur Förderung der Anschaffung oder Instandsetzung von Instrumenten können Gemeinden oder Gemeindeverbände stellen, in denen Grund- oder Förderschulen..."

  • Ich kann mich erinnern, Mitte der 1960er Jahre an einer bayrischen Grundschule mit Orff-Musik in Kontakt gekommen zu sein. Die Instrumente waren in der Schule und im Musikunterricht allen zugänglich. Gibt es das noch?

    • @O. Falada:

      Ja, wir haben als Schulgemeinschaft 2018 Carmina Burana eingeübt und aufgeführt. Die die kein Instrument spielten haben den Chor gebildet. War auf einem Dresdner Gymnasium und keine Grundschule

    • @O. Falada:

      Welches Kind will denn freiwillig Orff-Instrumente spielen? Drückt den Kindern lieber eine Trompete, eine Posaune, ein Schlagzeug, ein Saxophon oder eine E-Gitarre in die Hand!

      • @Aurego:

        Orff ist was für den schnellen Einstieg, z.B. auf einer Freizeit. Man lernt schnell mit andern zusammen zu spielen, das ist ja ein wichtiger Effekt. Das Xylophon kann man später weiter zum Vibraphon entwickeln, falls man Lionel Hampton oder Lennie Cujé mag, die Schlaginstrumente sind für den Einstieg auch nicht schlecht.

      • @Aurego:

        Orff-Instrumente und Blockflöte sind bestens zur musikalischen Früherziehung geeignet. Sie fördern Rhythmusgefühl und Motorik. Trompete, Posaune und Gitarre sind Folgeinstrumente, die erheblich mehr Übung benötigen, um überhaupt den richtigen Ton zu erzeugen. Schlagzeug skaliert ebensowenig wie ein Klavier.

        • @ImNetz:

          Einspruch euer Ehren!

          Blockflöten gehören nicht in Kinderhände •



          Es sei denn es handelt sich um Plaste von meinem in Mbg 🏌️‍♀️🏌️‍♀️Partner Musik-Mayer (ein etwas weinerlicher älterer Herr gern in Knickebocker:)



          Die ist nämlich tonsauber •



          Grundsätzlich - je “kürzer“ das Instrument um so schwerer zu intonieren!



          Bei Blockflöten kommt hinzu daß sie durch die Bank nicht tonsauber sind.



          Erwachsene mit innerer Tonbildung gleichen das intuitiv durch Körperspannung aus.



          Kinder hingegen hören: “der Ton ist falsch • Neje tak!“

        • @ImNetz:

          Um Gottes Willen! Ausgerechnet Blockflöte! Das nimmt man nur, weil es viel zu billige Blockflöten gibt. So klingt's dann auch. Das ist eher gut, um den meisten Kindern den Spaß an der Musik zu verderben. Xylophon ebenso. Das ist die Königsklasse der Schlaginstrumente, wenn es richtig gespielt wird, aber um auf das Level von Jacobowitz zu kommen, braucht man viel Talent, noch mehr Übung und ein teures Instrument. So etwas taugt nicht zur musikalischen Früherziehung.



          Ich habe gleich mit einem Blechblasinstrument begonnen und es nicht bereut. Damit kann man wenigstens ordentlich Krach machen. Violine sollte man auch nicht erst lernen, wenn man sich vergeblich mit Orff-Instrumenten abgemüht hatte, sondern spätestens ab der ersten Klasse. Mit Klavier sollte man ebenfalls möglichst früh beginnen. Da bleibt für Orff keine Zeit.

          • @Aurego:

            Jacobowitz spielt Marimbaphone, gehört zur Guppe der Xylophone und fing mit Xylophon (nicht näher bezeichnet) an. Das Orff Xylophon hat keine individuellen Klangkörper trennt daher nicht so sauber. Krach machen ist nicht das Bedürfnis jeden Kindes. Mit Orff geht das nicht, das stimmt.



            Orff ist gut in der Heranführung und in der Sonderpädagogik, gehört zur klassischen Musikausbildung und wird deshalb auch von der Universität Mozarteum Salzburg kuratiert.

            • @Hans - Friedrich Bär:

              Natürlich spielt Jacobowitz kein kleines Spielzeugxylophon! Schade übrigens, dass er nicht mehr zur Frankfurter Buchmesse kommt, um in der Eingangshalle zu spielen.

          • @Aurego:

            Da schau her - durchdachtes aus dem 🧇🧇🧇🧇🤣

            Na Mahlzeit 👍



            entre nous Großes 6+Bruderherz setze mich mit 3 an den Flügel!



            “Der ist ja zu doof! Kann ja nicht mal die rechte und die linke Hand trennen!=> bis zu meinem stroke mit 63 faßte ich den nie an! But



            Als Trümmerkind brachte er ein billiges Jagdhorn voll Tapetenfarbe mit! Aber! Es hatte ein Mundstück!!



            Damit neben immer Singen begann meine musikalische Reise!



            Mußte nie im Keller spielen - zog um die Häuser Wasser auf den Kopp - the whole katastrophé



            Heute - holz/blech queerbeet.



            (Eine türkische Ney is noch was hakelig - “kauf sie!“ spöttisch mein Jüngster mit 12!🤣 - der sich mit 14 zum halben Preis ne Les Paul schoß;)

            • @Lowandorder:

              Wenn Ihre Kompositionen genauso klingen wie Ihre Wortbeiträge, dann sind Mallarmé und Alban Berg Waisenknaben gegen Sie.

              • @Aurego:

                Jo mei - just in time - nothing else.

                • @Lowandorder:

                  Ansonsten “Egk mich am Orff“🙀🤣

                  unterm——



                  🤖 Das berühmte Zitat „Egk mich am Orff!“ ist ein legendäres musikalisches Bonmot, das dem Komponisten Hans Pfitzner zugeschrieben wird. Es ist ein spöttisches Wortspiel, das auf die beiden bekannten deutschen Komponisten Werner Egk und Carl Orff (bekannt u.a. für die Carmina Burana) anspielt.Pfitzner, der als „letzter Romantiker“ galt, stand den Werken dieser jüngeren Kollegen sehr ablehnend gegenüber und nutzte diesen Ausspruch, um sich abfällig über deren modernen Musikstil zu äußern.



                  ps DA LIEGT DIE LATTE •



                  Sein bester Schüler



                  “Jenseits von begabt und unbegabt“



                  “Jenseits von musikalisch und unmusikalisch“



                  Heinrich Jacoby

                  doc1.bibliothek.li/aab/FLMA103281.pdf



                  www.researchgate.n...egabt_und_unbegabt



                  (Pfitzner hat naturellement vieles nicht gepasst!;))



                  de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Jacoby



                  „Ändern müssten sich Mentalität und Verhalten der lehrenden Erwachsenen, die Einstellung zu den Möglichkeiten des jungen Menschen.“



                  – Heinrich Jacoby



                  „wie wir trotz der erschwerenden Bedingungen unserer Gesellschaft die naturgegebenen zweckmäßigen Verhaltensweisen und schöpferischen Möglichk

  • Danke!



    Ein wichtiger Artikel, der - pars pro toto - zentrale Fehlentwicklungen unserer Zeitenwende-Ellenbogen-Gesellschaft aufzeigt.



    Der Begriff des 'Postfeudalismus' füllt sich immer mehr mit Leben, mit gesellschaftlicher Realität, die in immer mehr Bereichen immer offener zu Tage tritt.



    Das bleibt nicht ohne Folgen:



    einerseits wird so der Boden für den erneuten deutschen Rechtsruck gedüngt, anderseits ist diese neofeudale Geburts-Auslese auch für Tendenze des wirtschaftlich/intellektuellen/künstlerischen Niedergangs mitverantwortlich.



    Deutsche Pianist:innen im Warschauwettbewerb?



    Weitestgehend Fehlanzeige, was kein Wunder ist, da die meisten Talente gar nicht mehr entdeckt werden können. Die sitzen immer öfter in Brennpunktschulen mit kaputten Toilettenanlagen und Wassereinbrüchen ins Klassenzimmer (selbst Hochschulen sind ja schon betroffen) nahezu ohne jegliche reale Fördermöglichkeit und ohne Kontakt zu Talent-scouts. Selbst wenn engagierte Musiklehrer:innen (falls vorhanden) Talent entdeckt:



    meist familiär nicht finanzierbar!



    Mit Glück bleibt dann ein Karaoke Freizeit Beschäftigungsangebot im Nachmittagsbereich oder so ...

    • @Anne in Pink:

      Wo ist denn hier eine neue Fehlentwicklung in der jetzigen Gesellschaft zu erkennen?

      Das war schon immer so.

      In meiner Kindheit noch viel stärker als heute.

      Berlin bietet ein flächendeckendes Netz von Musikschulen an, die Musikunterricht zu sehr günstigen Preisen offerieren.

      Viele Instrumente können gegen geringes Entgelt ausgeliehen werden.

      Die Musiklehrer vermitteln auch gebrauchte Instrumente von Schülern, die aufgehört haben.

      Auch günstige E-Pianos.

      Für jüngere Kinder gibt es ein "Musikkarussell" bei dem die Kinder in jeder 2. Stunde ein anderes Instrument kennenlernen.

      In der Hoffnung, das sie was finden.

      Alles gut finanzierbar, auch wenn man Bürgergeld bezieht.

      Haben meine Kinder mitgemacht.

      Bei dem "Musikkarussell" treffen Sie aber auf lauter Eltern der akademisch gebildeten oberen Mittelschicht.

      Mehrere Schulen in Berlin bieten Musikklassen an, auch Sekundarschulen.

      Eine Sekundarschule hat eine Bläserklasse. Die Instrumente leiht die Schule.

      Übernachgefragt sind die Musikklassen nie.

      Im Gegenteil.

      "Niedergang"? Es ist heute viel besser als früher. Deutlichst.

  • Ob die musizierenden Kinder u. Jugendliche den Musikunterricht



    auch als“Zucker obendrauf“ begreifen, wage ich zu bezweifeln.



    In der Regel sind die Eltern die Antreiber. Mich wundert, dass die



    Waldorfschulen(Typ einer Gesamtschule) nicht vertreten sind, denn



    bei ihnen muss jedes Kind ein Instrument lernen und gemeinsames



    Musizieren gehört zum Schulprogramm durch alle Klassenstufen.

    • @behr Behr:

      in Hamburg gibt es auch ein Programm: Jeki, jedem Kind ein Instrument, an diversen Schulen, wo eben alle Kinder z.B. Ukulele lernen und auch Leihinstrumente mit nach Hause nehmen können...

  • Ein elitärer Haufen feiert sich und deren Kinder!



    Das ist eben das Resultat des Kürzungskonzert im Kulturbereich und im Allgemeinen. Bald ist in D das Bananenrepublk Niveau erreicht.



    Diese Politik spaltet unsere Gesellschaft!!!

    • @ Christoph:

      Es ist die tyische Unterhaltung: Die einen sagen "soziale Ungleichheit", die anderen sagen "Bildung statt SUV". Die einen konstatieren eine Verknappung des Möglichkeitsraumes und elitäre Umtriebe, die nur scheinbar inklusiv sind (vgl. Bourdieu), die anderen sagen "es ist eine Frage der Entscheidung und des Engagements" und "jeder kann wenn sich die Eltern für die Kinder engagieren" (so wie ich schallt es oft dazu). Da sprechen Strukturalisten mit Bildungsbürgern und die Reichen haben entweder ein schlechtes Gewissen oder kehren ihre Kultur hervor und ihre Bildungsbeflissenheit, die in Wirklichkeit für den Erfolg ihrer Kinder verantwortlich seien.

      Diese Debatten sind so alt wie die Windmühle.

      Ich meine, dass es bezeichnend ist, dass es einer scheinbaren Inklusivität zum Trotz Konzentration von Teilnehmern in spezifischen Feldern der Kultur und Kunst gibt. Dabei geht es um weit mehr als nur um Geld. Exklusivität wird seit langem durch nichtmaterielle Zutaten hergestellt. Mitgliedschaften, Beziehungen, Sprache, Gewandheit. Da gibt es viele Möglichkeiten, sich vor Emporkömmlingen abzusichern jenseits Geld und offizieller Zugangsbeschränkung.

      Und man kann gut sagen: Selbst Schuld!

    • @ Christoph:

      Ich glaube sie machen sich das zu einfach. Ich kenne einige Familien aus unterschiedlichen Schichten, bei denen das Kind in der Musikschule begonnen hatten, ein Instrument zu erlernen. Nach 1 Jahr erfolgte dann die Abmeldung, weil das Kind "Keine Lust" mehr hatte. Eine gewisse Klientel von Eltern sagt ihren Kindern aber: "Kommt überhaupt nicht in Frage! Du ziehst das durch, und du übst weiterhin jeden Tag mindestens 30 Minuten, sonst Handy weg!" Eine solche Einstellung ebnet dann halt auch oft den Lernerfolg in der Schule und einen akademischen Werdegang.

    • @ Christoph:

      Shure. But.



      Fragense doch mal -



      Ex-MP k&k-Idi Kretsche /



      Gumminasium-Apologet - 🧐🙀



      Wie der das findet! Gelle



      Mit Hyper PU - Hauptsache tipptopp 🧹



      Gekehrwocht - wa!



      btw - fand es / und das bis heute



      Im Schulorchester - nach Noten - 🥳



      Sterbenslangweilig.

      kurz - laß auf dem Familienflügel 1864



      Und den vielen anderen Instrumentem



      Die Finger laufen! That’s it.



      Die - machen die Musik



      (wie grad 3-tägig a 8 Std - herrlich -



      Zu einem Inklusions-Stück)

      unterm——



      Legendäre Gesamtschule



      Selbst da erzählte unlängst meine Freundin gewinnen die bourgeoisen Erbsenzähler Raum!



      Schlimm das •

  • Keine Förderschule ist dabei, keine Oberschule, keine Berufsschule. Niemand hier scheint Ensembles anderer Schulformen zu vermissen



    ----



    Bildungsbürgertum allein im Konzert!



    Wer sich keinen SUV leisten kann, um das Kind zur Klavierstunde zu fahren, kein Klavier zu Hause hat, eine Sammlung UNTER 50 Classic CD's hat, ...



    ... der Verliert halt im "Rennen" um gute Bildung, gute Stellen, & dem passenden "Stile" (sprich "Kindergarten") um weiterzukommen!



    Ist halt so, Chancen werden in DE ja nicht "erarbeitet", sondern wie zu Kaisers Zeiten klar "vererbt"! :-(



    Ps. Gleich welche Begabungen dabei übersehen werden! :-(

    • @Sikasuu:

      Ich hatte vorhin erwähnt, dass es inzwischen so gute - und preisgünstige - E-Pianos gibt, dass zumindest die Ausrede, man besitze kein Klavier, überflüssig wird.

      Aber natürlich ist es das Bildungsbürgertum, das bei den eigenen Kindern solche Aktivitäten fördert, denn genau dadurch definiert sich das Bildungsbürgertum ja: Man beherrscht dort mehrere Fremdsprachen, mindestens ein Musikinstrument, kennt die Klassiker, liebt die Kunst, besucht entsprechende Theatervorstellungen, Konzerte, Museen, Vernissagen, Lesungen und macht jede Menge Bildungsreisen.

      Worauf die Schulen vielleicht ein wenig mehr achten als bisher sollten, ist, dass uns das Bildungsbürgertum nicht ausstirbt.

    • @Sikasuu:

      Ich denke doch, dass es mehr Gründe gibt als keinen SUV zu haben.

      Es geht generell um die Frage, ob Eltern ihre Kinder fördern (und fordern). Das fängt bereits mit dem Medienkonsum von Kleinkindern an, geht übers Vorlesen und gemeinsame Spielen bis dahin, selber auf eine genaue Sprache zu achten, die man den Kindern vorlebt. Fällt diese Förderung im Elternhaus weg, sind die Bildungskarrieren bis in den Beruf statistisch gesehen häufig schon vorbestimmt. Ein Dreijähriger, dem so gut wie nie vorgelesen wurde und der seit 2 Jahren täglich Fernsehen konsumiert, kann auch durch Kindergarten und Schule kaum noch das Bildungsdefizit der ersten prägenden Jahre aufholen. Man kann probieren, da mit dem Bildungssystem gegenzusteuern, aber im Grunde muss man nicht an die Kinder ran, sondern an die Eltern.



      Insofern finde ich es immer befremdlich, wenn Worte wie „Bildungsbürgertum“ abwertend genutzt werden und den engagierten Eltern ihr Engagement auch noch vorgeworfen wird, durch das die Kinder dann bessere Chancen haben.

      • @Nick riviera:

        @Nick riviera



        Ja, wenn es also optimal mit den Eltern läuft, alles gut - wenn nicht - was sind Ihre Vorschläge und wer kontrolliert hier die Eltern bis zum ersten Kita Besuch / bis zur Einschulung ?

        • @Alex_der_Wunderer:

          Es gibt z.B. in Bremen ein Pilotprojekt (BRISE), das die Familien von der Schwangerschaft bis zur Einschulung begleitet um frühkindliche Bildung zu fördern. Auf die Ergebnisse bin ich gespannt. Halte den Ansatz aber für richtig.

          • @Nick riviera:

            @Nick riviera



            Klingt nach einem verdammt guten & sinnvollen Projekte und Angebot.



            Ich persönlich finde Eltern werden oft, in Fragen der Entwicklung , Förderung und des Umgangs mit ihrem Nachwuchs, leider viel zu viel sich selbst überlassen. Mehr Begleitungsangebote für alle Familien wären wünschenswert und notwendig.

      • @Nick riviera:

        Dass das Fehlen frühkindlicher Förderung Defizite verursacht, lässt nicht den Umkehrschluss zu, dass alle Ungleichheit im Bildungssystem nur eine Abbildung dessen ist.

        • @nihilist:

          Wer spricht denn von diesem Umkehrschluss? Der Kommentar, auf den ich geantwortet habe, sieht die Gründe allein im Geld. Ich zeige wesentliche andere Gründe auf.



          Und nein, es ist nicht nur frühkindliche Bildung. Kinder, denen die frühkindliche Förderung durch Eltern fehlte, haben in der Schule ja meistens noch dieselben Eltern. Wenn man sich wenig mit seinem Kind beschäftigt, wird eben auch das tägliche Üben eines Instruments zuhause nicht gefördert. Durchhalten und dran bleiben ist eben auch etwas, was man lernen muss und zwischendurch äußerer Unterstützung durch die Eltern bedarf.



          Kein Schulsystem, sei es noch so gut, kann die häuslichen Strukturen verändern. Es ist notwendig, dieses Problem zu adressieren anstatt immer auf diejenigen mit mehr Geld zu schimpfen.

      • @Nick riviera:

        Mir kommen die Tränen! Wollnich

        • @Lowandorder:

          Das kann ich gut verstehen angesichts all der Kinder, die vernachlässigt werden, Gewalt erleben und weniger interessant für ihre Eltern sind als das eigene Smartphone.

          • @Nick riviera:

            🤣Meinte eigentlich nur ehran letzten Satz! Wollnichwoll 🤣



            Mir wäre der peinlich - wa!



            Welpenschutz für Eltern mit Kohle!!



            Da mußte erst mal drauf kommen!;))

            • @Lowandorder:

              War mir schon klar, was Sie meinen.



              Ihr Kommentar zeigt eigentlich nur, dass sie nicht verstanden haben, dass es nicht um Eltern mit Kohle, sondern um Eltern mit Engagement geht. Das kauft man sich nicht.

              Immerhin geht Ihr Kommentar mit der TAZ konform, dass das Problem allein Menschen in verantwortungsvollen Berufen wie Ärztin und Richter sind, die entsprechend gut verdienen, anstatt mal über den eigenen linken Tellerrand zu schauen, ob man eventuell Probleme übersieht.

              • @Nick riviera:

                Hola. Von hinten durch die Brust ins Auge - ist ja auch mal ganz schön 🥳



                Was aber hab ich mit sojet underdog Anwürfen zu tun?



                Ihr erster Absatz - im Artikel geht es um Bauchpinseldarbietungen eines kleinkarierten Pseudobildungsbürgertums.



                Daß sich in der vxxlten Reproduktion von in dieser Schicht hofierter Musikstücke gefällt •

                Na Mahlzeit - sowas braucht in Wahrheit kein 🐽 • lach mich schlapp



                Mehr könnte dero Aplogeten - hier ja mehrfach vertreten - nur verunsichern! Newahr



                Normal

  • Die Veranstaltung in Oldenburg wurde vom Verband der gymnasialen Musiklehrer*innen ausgerichtet (VdS).

    Wer Spaß haben will kommt am Donnerstag, 11.06. nach Neustadt am Rübenberge, dort kann jede*r Grundschulen, Integrative Schulformen, Förderschulen und Sekundar-I-Schulen sehen und hören (Bundesverband Musikunterricht BMU Niedersachsen).

    • @Nicknameisidor:

      vds-niedersachsen.de/



      Der Verband Deutscher Schulmusiker Niedersachsen (VDS) ist ein Fach- und Berufsverband für Musiklehrerinnen und Musiklehrer aller allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulformen sowie für Lehrende und Studierende der musikpädagogischen Studiengänge an Musikhochschulen, Universitäten, Gesamthochschulen und anderen Ausbildungsstätten.

    • @Nicknameisidor:

      Der Verband Deutscher Schulmusiker Niedersachsen (VDS) ist ein Fach- und Berufsverband für Musiklehrer*innen aller allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulformen

  • Ich finde die Kritik absurd. Ein Schulmusikkonzert setzt eine bestimmte Anzahl mehr oder minderbegabter Schüler voraus, die auch außerhalb einer schulischen AG ein Instrument erlernen. Solche Schülerschaften dürfte es klassischerweise nur im Bereich des Gymnasiums geben; Eltern, die dafür Sorge tragen, dass Ihre Kinder ein komplexes Instrument erlernen unterstützen diese halt auch um schulischen Bereich. Das hat mit einem Scheitern des Schulsystems wenig zu tun.

    • @DiMa:

      Manches was ihresgleichen absurd findet - wa



      Ist lediglich paradox! Gelle

      Aber immer schön - wenn blank gezogen wird.



      Sehen - in die unendliche Welt der Musik & Geräusch: durch die bourgeoise Fielmann👓

      Na Mahlzeit - hingegen er -



      “Ein Leben ohne Musik wäre ein Irrtum“



      Friedrich Nietzsche

    • @DiMa:

      Im richtigen Schulsystem fände der Instrumentalunterricht in der Schule verpflichtend statt. Insofern gibt es hier durchaus ein spürbares Defizit.

      • @Aurego:

        Das gehört in der Waldorfschule schon immer dazu...

      • @Aurego:

        Musikunterricht umfasst ein oder zwei Stunden pro Woche. Wie soll den da bitte ein echter Instrumentalunterricht angeboten werden? Das reicht doch allenfalls für einen Instrumentenkreis.

        • @DiMa:

          Natürlich muss man den Instrumental- oder Gesangsunterricht separat und zusätzlich anbieten. Was dachten Sie denn?

    • @DiMa:

      Im Gegenteil, es zeigt doch genau das Problem des Schulsystems:



      Dass es von der Unterstützung der Eltern abhängig ist auf welche Schule ein Kind geht.



      Musikalische Begabung ist nicht nur bei Kindern, die schulisch vorne dabei sind, zu finden.



      Da müsste es eigentlich auch viele Kinder mit musikalischer Begabung an anderen Schulen geben. Gibt es aber scheinbar nicht. Dass das so ist, ist ein wichtiges Symptom und nicht naturgegeben.

      • @Herma Huhn:

        Die Weichen, auf welche Schule ein Kind wahrscheinlich kommt, werden deutlich vor der Einschulung gestellt. Die Untersuchungsergebnisse der kindlichen Entwicklung in den ersten Lebensjahre, einer Phase, in der grundlegende neuronale Verknüpfungen stattfinden, zeigt, dass gerade dort die Unterstützung und Förderung der Eltern benötigt wird. Ein besseres Schulsystem kann die Auswirkungen fehlender Beschäftigung mit den Kindern im Elternhaus versuchen ein wenig zu kompensieren, aber die eigentliche Ursache liegt nicht im Schulsystem.

        • @Nick riviera:

          Deswegen werden ja gleich nach dem Ausbleiben der Regel der Kreissparkassendirektor kontaktiert zwecks Abschluß eines Ausbildungskredits! Newahr



          Den Havard Princeton Evy-Lig sind mit einem popeligen OStR-Salär später nicht zu stemmen!



          Normal

          • @Lowandorder:

            Nein, das wird kein Ausbildungskredit abgeschlossen!



            Kurz nach der Geburt wird für die Kids ein Depot mit einem ETF-Sparplan auf den S&P 500 angelegt. So läuft das heutzutage. Dann braucht man keinen Ausbildungskredit mehr.

            • @Aurego:

              May be. Meine wie Enkel sind aus dem Alter raus!



              Der Spott bleibt! Woll

      • @Herma Huhn:

        Fleiß schlägt Talent in allem. Und wer fleißig ist oder von Eltern dazu motiviert wird, schafft es auch aufs Gymi oder zu nem guten Instrumentalspieler. Wer aber zu wenig tut und das auch noch bei seinen Eltern abschauen kann, der landet da wo er ist und da hat das Schulsystem keine Chance.

        • @AllesWirdGuter:

          Talent und Intelligenz ist wichtiger als Fleiß, so leid es mir tut, das sagen zu müssen.

        • @AllesWirdGuter:

          "Fleiß schlägt Talent in allem."

          Nein. Kunst setzt Talent voraus. Fehlendes Talent lässt sich durch Fleiß nicht ersetzen. Auch in anderen Bereichen.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Da täuschen Sie sich. Mit weniger Talent wird man vielleicht nicht der Weltbeste, aber man überholt jeden, der zu wenig macht.

            • @AllesWirdGuter:

              Nein. Auch ein faules Genie überholt jeden fleißigen Mittelmäßigen.

              • @Aurego:

                Vielleicht gibt's Ausnahmen, aber die bestätigen die Regel. Und Genieß sind sehr selten. Wir reden hier von Begabung nicht von Genieß.

                • @AllesWirdGuter:

                  Wenn ich über "Begabung" spreche, muss es schon ein bisschen mehr sein. Ich kann mich noch gut an unseren Abiturjahrgang erinnern. Von denen, die besser als 1,5 abschnitten, waren viele nicht übermäßig fleißig.

            • @AllesWirdGuter:

              Gerade Musik muss man auch fühlen. Ist einem das nicht gegeben, wird es nichts. Es geht eben nicht nur um das erlernen von Techniken.

              Meine Talente liegen übrigens auch in anderen Bereichen und ich spare meiner Umgebung den Frust über vergebliche Bemühungen. Es gibt auch Dinge die ich kann.

      • @Herma Huhn:

        Schon zu meiner Zeit kostete die halbe Stunde Klavierunterricht 24 DM. Das kann sich nicht jeder leisten.



        Deshalb haben Sie, glaube ich Recht, dass hier ein Problem besteht und die Schulen bereits in der Grundschule mit eigenen Instrumenten aufwarten müssten, an denen sich die Schüler versuchen und ihre Begabungen entdecken könnten. Wenn diese feststehen, sollte es bei entsprechenden Leistungsnachweisen auch Förderung des privaten Musikunterrichts wie beim BAföG geben, damit das Einkommen der Eltern keine Rolle spielt.



        Denn man sieht an TikTok-Hypes, die anders als das Festival in Oldenburg funktionieren und auch engagierten Seiteneinsteigern mit anderen Instrumenten oder nur mit ihrer Stimme eine Bühne bieten, dass es viele brachliegende Talente gibt, und dass die Ausbildung an den Musikschulen allein derzeit zu monetär-elitär ist.

        • @hedele:

          Nehmen wir mal an, bei einem Kind wird eine musikalische Begabung festgestellt, dann muss das Kind von der Schule zur Musikschule gebracht werden. Und da spielt dann das Elterntaxi wieder die entscheinden Rolle.

          Die Musikschule Paul Hindemith Neukölln (www.berlin.de/musikschule-neukoelln/) hat ein niederschwelliges und kostengünstiges Angebot, liegt teilweise mitten im sozialen Brennpunkt und ungeachtet dessen wird das Angebot ganz vorwiegend von einer sehr homogenen Schülerschaft genutzt.

      • @Herma Huhn:

        Kinder brauchen für den schulischen Erfolg Disziplin, Verantwortung, Respekt und Glück. Ohne diese Werte wird das nichts. Wer diese Werte vermittelt ist belanglos. Wenn Sie diese Vermittlung von den Eltern abkoppeln wollen würden, dann müssten Sie Kinder von den Eltern trennen.

        Und eine Begabung allein macht halt noch keinen Musiker aus. Diese müsste frühzeitig gefördert werden. Das kann eine Schule nicht leisten (mit Ausnahme der Trommel- und Flöten-AG).

      • @Herma Huhn:

        Von wem soll es denn sonst abhängen?



        Kommt der Lehrer jeden Tag nach Hause und lernt mit dem Kind? Oder der Schulsozialarbeiter?



        Da sind Eltern, Geschwister, Großeltern etc. gefragt.

        Das gilt generell für die Schule und insbesondere für ein Musikinstrument (und da gibts es viele auch für sehr sehr kleines Geld).

    • @DiMa:

      Völliger Unsinn!



      In jeder(!) Schulform ist das Erlernen und Praktizieren von instrumentaler Musik erfolgreich möglich.

    • @DiMa:

      Wenn das Schulsystem die Welt abbilden und reproduzieren soll, wie sie ist, mögen Sie rechthaben. Die Kritik des Artikels geht von dem Anspruch aus, dass nicht allein die Herkunfstfamilie für die Entdeckung und Förderung von Begabungen verantwortlich ist und Fähigkeiten nicht einfach vererbt werden, wovon Konservative gerne ausgehen und den eigenen Kindern im Falle schlechter Noten Faulheit unterstellen, während von "Prollkindern" ohnehin nichts anderes zu erwarten sei.



      Man könnte sagen, Sie vertreten Klassismus in Reinform.

    • @DiMa:

      Sie bedienen das nachgewiesen falsche Narrativ "jeder ist seines Glückes Schmied". Die Kritik im Artikel finde ich nicht absurd, ich würde eher ergänzen: sie zeigt nicht das Scheitern des Schulsystems, das ja nicht im luftleeren Raum existiert, sondern demaskiert das gesamte System, das auf (sozialer) Ungleichheit, Ungerechtigkeit und damit natürlich auch Bildungsungleichheit aufgebaut ist. Es haben nicht alle die gleichen Chancen und diese Tatsache kann ein Schulsystem (ein System im System) gar nicht ausgleichen - wie auch? Möglicherweise ist das auch gar nicht gewollt.

      • @RosaProsa:

        Das Schulsystem ist doch echt einfach, wenn man die richtigen Grundlagen mitbringt. Wo diese Grundlagen geschaffen werden, ist doch vollkommen egal. Das kann neben den Eltern auch ein leistungsorierntierter Sportverein oder ein guter Musikkurs sein.

        Nur können eine Lehrerin, die das Fach Deutsch unterrichtet oder ein Lehrer, der das Fach Sport anbietet durch die jeweilige Fachbezogenheit gerade nicht (oder nur in Ausnahmefällen) die übergreifend notwendige ganzheitliche Basis schaffen. Das muss vor oder neben der Schule aufgebaut werden.

        Bildungsgleichheit werden Sie nur schaffen, indem Sie die Kinder zwangsweise vollkommen von ihren Eltern abkopplen.

        • @DiMa:

          Hola! Geht’s noch?



          HIER GEBÖRTS HIN



          …a fine: ahnte schon immer daße schlecht träumen - wa. 🙀



          Btw - wie so vielen anderen hier im around ist ehna bis heute noch nicht in den Sinn oder gar untergekommen - daß außer via diesem Klassikdrill - sich frauman Musik ganz anders & sehr wunderbar anverwandeln kann!

          Deswegen ist diese Diskussion auch so überflüssig - wie ein Kropf.

          Oben hat Willi Müller alias Jupp Schmitz - schon mal die richtige Richtung gewiesen!

          & Dege erst “…Und statt Rattenfängerweisen mußte er das Largo geigen

          Und vor dürren Tantengreisen unter roten Rattenwimpern

          Par coeur Kinderszenen klimpern

          Und, verklemmt in Viererreihen, Knochen morsch und morscher schreien

          Zwischen Fahnen aufgestellt, brüllen, daß man Freundschaft hält…“

          Wer will das schon?



          Und das Nachbarkind in Halle/Saale - der

          “Klaviergeist“ genannt! Nie auf der Straße zu sehen! Abschreckungsbild meiner Eltern!

          Irgendwann las ich “tourte mit Ivan Reblaus!“

          Auch aus Halle! Na Mahlzeit

          Da amüsier ich mich doch lieber über den Enkel der mein Konzertgitarre spazieren führt, die Gibson knacken läßt um der Schwester auf ner Strat (22 🕰️ Kopfhörer!!) paroli zu bieten! Während der jüngste Enkel ne cl b

          • @Lowandorder:

            Fehlender Rest







            Da amüsier ich mich doch lieber über den Enkel der mein Konzertgitarre spazieren führt, die Gibson knacken läßt um der Schwester auf ner Strat (22 🕰️ Kopfhörer!!) paroli zu bieten! Während der jüngste Enkel ne cl braucht & däh: Superton!! wenn der dran bleibt 👍

          • @Lowandorder:

            Wird wiese sehen - immer wieder versucht - wa! 🙀🤔😳