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Anschlag auf den CSD Wenn es um Hass geht, sind sich Rechtsextreme und Islamisten einig

Dana Müller

Kommentar von

Dana Müller

Diesmal kam der Angriff auf unsere offene Gesellschaft von einem Islamisten. Wir dürfen uns von diesem Hass nicht blenden lassen, egal woher er kommt.

D er furchtbare Anschlag aus dem Berliner Tiergarten auf den lauten, bunten CSD ist nicht der eines Einzeltäters. Auch hat die islamistische Ideologie kein Monopol auf den Hass gegen die offene, die bunte und diverse Gesellschaft. Die Tat reiht sich ein in eine verstörende, bittere Reihe.

Ob es der Anschlag im Januar 2015 auf Charlie Hebdo war oder die Pariser Terroranschläge im November desselben Jahres. 2019 folgte der antisemitische Anschlag von Halle, dann die rassistischen Morde von Hanau (2020) mit neun Toten, der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt 2024. Und vor zwei Wochen jährte sich der Autoanschlag von Nizza zum zehnten Mal. Was all diese schrecklichen Verbrechen gemeinsam haben, ist der Hass auf Andersdenkende oder Andersaussehende, und nicht die Herkunft der männlichen Täter.

Nun verkündet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben.“ Ja, das ist sie. Diesmal kam sie von einem Islamisten, genauso gut hätten es Extremisten aus dem gegensätzlichen Lager sein können. Denn wenn es um Hass geht, sind sich gewaltbereite Rechtsextreme und Islamisten einig.

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Immer mehr, auch kleinere Prides haben Angst vor Gegenwind, vor Störung und Gewalt. Sie haben Grund für diese Angst. Im vergangenen Jahr griff zum Beispiel im brandenburgischen Bad Freienwalde eine Gruppe Rechtsextreme mit Schlagstöcken das friedliche Demokratiefest an. Auch in Berlin hatten sich diesmal 100 deutsche Patrioten unter dem Motto: „Nein zum CSD“ mit einer Gegendemo angemeldet.

Der aktuelle Verfassungsschutzbericht (2025) kommt zu dem Schluss: „Die rechtsextremistische Agitation gegen die LSBTIQ-Community hat weiterhin einen bedeutenden Stellenwert für die Szene.“ Die Gesamtzahl rechter Straf- und Gewalttaten lag letztes Jahr bei 36.951 Taten. Zur Wahrheit gehört aber auch dazu, dass dem Bereich „religiöser Ideologie“ und „ausländische Ideologie“ insgesamt 8.869 Straftaten zuordnen sind.

Wir müssen uns jetzt fragen: Was treibt junge Menschen zu diesem Hass? Denn nun werden sich Rechte und Konservative zusammenrotten und auf einmal auf unserer Seite stehen, wo sie vorher ein „Zirkuszelt“ sahen. Wir dürfen uns von diesem Hass nicht blenden lassen und müssen jetzt Haltung bewahren.

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Dana Müller

Dana Müller

Journalistin und Politikwissenschaftlerin. In Sachsen-Anhalt aufgewachsen, arbeitete sie lange in Berlin für das bundesweite Magazin L-MAG, zunächst als Redakteurin und schließlich als Chefredakteurin. Neben queeren und feministischen Themen, liegen ihr vor allem Texte zu Ostpolitik oder Rechtsruck am Herzen. 2026 veröffentlichte sie gemeinsam mit Steff Urgast das Buch „Feministisch im Job? Wir arbeiten dran“ (Querverlag).
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70 Kommentare

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  • Erfolgreiche Integration bedeutet, dass alle am Tisch sitzen, alle mitreden, kein Thema unterdrückt wird und alle sich zugehörig fühlen.



    Sowohl die UN-Charta der Menschenrechte als auch unsere Verfassung garantieren das öffentliche (!) religiöse Bekenntnis, einschließlich Worte wie „Sünde“ oder „haram“.



    Bitte denkt daran: Für die meisten Menschen dieser Erde ist Religion ihre zentrale „Identity“. Nordamerika und Europa sind ein Sonderweg.



    Mit globaler Migration kommt diese Welt nun zu uns.



    Heißen wir sie willkommen, auch wenn sie manchmal Sätze sagen, denen man absolut nicht zustimmen kann. Wer sich nicht zugehörig fühlt, sucht sich woanders seine Gemeinschaft. Zum Beispiel bei Islamisten. Besser, wir akzeptieren auch abweichende Meinungen als Teil unserer Gesellschaft.

  • Es mag sein, dass sich Rechtsextremisten und Islamisten abstrakt, im Hass, einig sind.

    Aber erstens unterscheiden sie sich dann im wahren Leben doch noch irgendwo, und zweitens sind sich Linke in ihren Reaktionen auf Rechtsextremismus und Islamismus eben absolut überhaupt nicht einig.

    Wenn es einen rechtsextremistischen Anschlag gibt, sagt eben kein Linker "...diese Leute sind sich mit Islamisten in ihrem Hass einig." Da wird absolut kein Konnex hergestellt.,

    Und wie ich unten schrieb: es fehlt eine sichtbare linke Islam(ismus)kritik: "Ich kenne diverse Social-Media-Accounts, auf denen Linke gezielt und strategisch Rechte aufs Korn nehmen.

    Ich kenne nicht eines, in dem ein Linker gezielt und strategisch Islamisten aufs Korn nimmt. Wo ist denn zB ein Streitgespräch eines Linken mit Pierre Vogel zu sehen? Wo macht sich eine Linke über fanatische Niqabträgerinnen lustig?"

    Wo versuchen Linke, Islamismus systematisch als uncool, dumm und verabscheuenswürdig darzustellen?

    Und ja, dazu muss man vielleicht auch mal das Risiko eingehen, Islam und Islamismus zu vermischen. "Rechts" und "rechtsextrem" wird ja auch nicht immer sauber getrennt, wenn's der Sache dient.

    • @Suryo:

      Eine linke Islamkritik ergibt sich doch folgerichtig aus der allgemeinen marxistischen Religionskritik. Insofern verstehe ich nicht ganz, worauf Sie mit Ihrem Kommentar hinauswollen.



      Dass der Islamismus in seiner gewaltförmigen, den demokratischen und liberalen Rechtsstaat radikal ablehnenden Ausrichtung ein besonderes Problem in einer (migrantisch geprägten) Gesellschaft darstellt, wird doch von niemandem bestritten. Aber macht das die (übrigens auch wachsende und an politischem Einfluss gewinnende) demokratiefeindliche Haltung in evangelikalen und katholisch-fundamentalistischen Kreisen um einen Deut besser?



      Hier geht es nicht um die extremistischen Auswüchse einer Religion - natürlich sind die auch Thema, wenn sie den gesellschaftlichen Frieden in Frage stellen -, sondern darum, die Angehörigen einer ganzen Religionsgemeinschaft unter Terrorismus-Generalverdacht zu stellen und damit pauschal zu kriminalisieren. DAS ist das Geschäft der AfD und damit ist SIE (die AfD) es, die den gesellschaftlichen Frieden bedroht. Und damit übrigens auch unsere zentralen Verfassungswerte untergräbt.

  • Ich kann dem letzten Absatz überhaupt nicht zustimmen.



    Rechte und Konservative auf eine Stufe zu stellen ist falsch.



    Rechtsextreme und Islamisten sehen Queere als Feinde. Sie verabscheuen die Lebensweise. Und, und das ist am wichtigsten, sie fühlen sich berufen und legitimiert, mit Gewalt gegen Queere vorzugehen.



    Konservative hingegen sind selbst teilweise Queere. Es gibt queere Abteilungen in der Union.



    Und ja, ein Teil der Konservativen betrachtet queeres Leben mit Argwohn. Aber Konservative TOLERIEREN Queere.



    Und darum geht es.



    Islamisten und Rechtsextreme wünschen Queeren den Tod.



    Konservative nicht. Die akzeptieren oder tolerieren Queere, je nach persönlicher Prägung.



    Merz' Aussage bezüglich des Zirkuszelt 🎪 war undiplomatisch und eines Kanzlers unwürdig - man kann daraus von mir aus auch mutmaßlich ableiten, dass er Queere persönlich nur toleriert und kein "Fan" dieser Lebensweise ist, aber weder Merz noch irgendwer sonst in der Union wünscht Queeren den Tod.



    Konservative trauern mit euch!



    Denn dieser Angriff war ein Angriff auf uns alle.



    Mögen wir auch vieles unterschiedlich sehen, das Grundgesetz ist unsere gemeinsame Basis: Konservative, Progressive, Queere.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Ach, Konservative tolerieren Queere? Spätestens mit dem Gendern hört es bei denen auf. Oder, wenn ein Abgeordneter im Drag-Outfit eine politische Debatte im Bundestag führen möchte. Angeblich wegen Kleiderordnung.

      Eher ist es so: Queere werden unter den Konservativen unsichtbar gemacht und gehalten, was genauso ein Affront darstellt.

      • @Troll Eulenspiegel:

        "Genauso ein Affront" wie Mord meinen Sie? Und reden Sie sich bitte nicht wieder damit raus, dass Deutsch nicht Ihre Muttersprache ist...

      • @Troll Eulenspiegel:

        Das ist aber auch extrem pauschalisierend und trifft so definitiv nicht auf alle Konservativen zu.



        Die Unterscheidung die @Astrid Sehnefeld hier zwischen der extremen Rechten und den Konservativen trifft sehe ich durchaus auch.



        Auch muss man unterscheiden: privat oder öffentlich.



        Ein Konservativer darf privat ignorieren wen er will. Das stellt keinenswegs einen Affront dar. Ich ignoriere jederzeit Menschen mit denen ich aus welchen Gründen auch immer nicht interagieren will. Und wenn sie mich zu einer Interaktion drängen wollen, dann mache ich auch deutlich, dass keine gewünscht ist.



        Das darf jeder. Jederzeit. Zu Recht.



        Mit wem ich Umgang pflege ist meine Sache, niemandes sonst.



        Politisch, im Arbeitsumfeld und in der allgemeinen Öffentlichkeit ist das wieder etwas anderes. Als Politiker bin ich natürlich verpflichtet, mich um alle Menschen im Land angemessen zu kümmern. Auch um diejenigen, die ich Privat meide oder die mich schlicht nicht interessieren.



        Dass man sich aber direkt auf eine Kleiderordnung im Bundestag und Drag-Outfits als Argumentationshilfe stützt wirkt hilflos.



        Kann man ohne Drag-Outfit etwa keine queere Politik machen? Oder ist Fancyness schon der ganze Inhalt?

      • @Troll Eulenspiegel:

        Wenn Sie tatsächlich keinen Unterschied in der Einstellung von Konservativen und Islamisten in deren Einstellung zu queeren Menschen sehen, dann ist Ihnen nicht zu helfen und Sie haben sich erfolgreich als ernstzunehmender Debattenteilnehmer disqualifiziert.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Es kann doch niemand zum Gendern gezwungen werden - und das sollte auch niemand!

        Und die Kleiderordnung im Bundestag finde ich persönlich total in Ordnung! Stellen Sie sich vor, jeder könnte sich vorne hinstellen verkleidet als Gott weiß was!

        Gewisse Regeln müssen sein und sind gut.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Gendern hat nichts mit Toleranz zu tun.



        Toleranz, also jemanden tolerieren, heißt das man nichts gegen den unternimmt.



        Was Sie meinen ist koorperation, also die Dinge auf die selbe Weise angehen. Das geht weit über Toleranz hinaus...

      • @Troll Eulenspiegel:

        Wo tolerieren Konservative nicht das Gendern?



        Tolerieren heißt 'ertragen', nicht 'gut finden'.



        Wer will kann Gendern.



        Ich ertrage das. Die Union erträgt es.



        Gendern Sie mal einen Islamisten oder Rechtsradikalen und schauen was passiert...🤷



        Sie rümpfen die Nase das ich Verbrenner fahre, Fleisch esse und nicht gendere - und ich rümpfe die Nase, dass sie mit 100km/h in der e-Ente über die Autobahn schleichen, vor Schlachthöfen demonstrieren und mit Sprechpausen reden um zu Gendern.



        Aber ich käme niemals auf die Idee sie mit Gewalt zum Gegenteil zu zwingen und sie mich auch nicht.



        (Und erst recht keiner von uns will den anderen umbringen.)



        Das IST gelebte Toleranz.



        Gegenseitiges ertragen.



        Akzeptanz des Verschiedenen.



        Und bezüglich der von Ihnen erwähnten Kleiderordnung im Bundestag: kann ein Richter im Drag-Outfit eine Verhandlung führen?



        In den Bundestag gehören weder Jogginghosen, noch Lack und Leder - die sexuelle Präferenz hat damit nichts zu tun, aber die Achtung vor dem Hause.

  • Bei Hass sind sich alle einig egal aus welcher Richtung sie kommen, selbst Linksextreme und Rechtsextreme sind sich bei Hass einig

    • @Marcelo:

      Dann wird es höchste Zeit, dass diejenigen, die Hass und Gewalt verabscheuen, sich endlich auch einig werden und sich dagegen verbünden statt noch gegeneinander zu schiessen‘.

  • „Ein Paradies für homosexuelles Leben?“



    Mir war lange nicht bewusst, in was für einem Land wir leben. Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag im Umfeld der Berliner CSD-Parade mit einem Toten und mehreren Verletzten ist die Empörung groß – besonders bei Politikerinnen und Politikern der CDU/CSU. Jeder Tote ist einer zu viel.



    Auffällig ist jedoch: Bei islamistischem Hintergrund melden sich auch jene besonders laut, die sich sonst kritisch gegenüber queeren Menschen positionieren. Markus Söder fordert den Entzug der Staatsbürgerschaft, Friedrich Merz zeigt sich empört.



    Ein Blick in die Geschichte zeichnet ein anderes Bild: Das NS-Regime verfolgte Hunderttausende Homosexuelle, verschleppte Zehntausende in Konzentrationslager und ermordete viele. Die Bundesrepublik übernahm zunächst den verschärften §175; Homosexualität unter Männern blieb bis 1994 strafbar. Franz Josef Strauß sagte 1986, Bayern dürfe kein „Tummelplatz für sexuelle Abartigkeiten“ werden.



    Erst 2002 hob der Bundestag NS-Urteile auf, die der Nachkriegszeit folgten 2017. Noch 2025 wurde zum CSD keine Regenbogenfahne am Bundestag gehisst. Deutschland war lange kein Paradies für homosexuelles Leben.

    • @Okay:

      Homosexualität unter Männern blieb mitnichten bis 1994 strafbar. Volljährige Männer konnten (Einvernehmen vorausgesetzt) ab 1969 miteinander Sex haben, wie sie lustig waren - der einzige Unterschied zu Heterosexuellen war, dass Volljährige keinen Sex mit Minderjährigen haben durften, bei heterosexuellen Beziehungen dagegen galt ein Schutzalter von 14 Jahren. Dies wurde 1994 angeglichen, so dass das Schutzalter für homo- wie heterosexuelle Beziehungen jetzt gleichermaßen bei 16 Jahren Iiegt. So wichtig diese Angleichung im Zuge der Gleichberechtigung auch war, so haltlos ist Ihre Behauptung, dass Männer bis dahin keinen Sex miteinander haben durften ...

    • @Okay:

      "Deutschland war lange kein Paradies für homosexuelles Leben."



      Das Paradies ist nicht von dieser Welt.



      Insofern ist auch immer die Frage, welchen Maßstab man denn so anwendet. Und realistisch gesprochen stehen wir in der Welt so schlecht nun nicht da.



      Gesetze und Äußerungen aus dem letzten Jahrtausend (§ 175, Strauß, was Sie da anführen) sind für mich nicht maßgeblich.



      Und solange keine Heterofahne am Bundestag hängt, verlange ich auch keine Regenbogenfahne.

    • @Okay:

      ...und wird es auch niemals sein. Erst, wenn ein schwules Pärchen im Dorf ungezwungen küssen und Händchenhalten kann vor den Augen aller anderer, wie ein heterosexuelles Pärchen. Dann haben wir immerhin einen kleinen Schritt gemacht.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Dann hast du keine Ahnung vom Dorfleben, da das schon längst im Dorf gibt

  • Bei LTO lese ich, dass der Täter eigentlich hätte sitzen müssen, wenn er nicht trotz Volljährigkeit zuvor nach Jugendstrafrecht behandelt worden wäre (wegen "in der Entwicklung zurückgeblieben").

    Mal eine ernstgemeinte Frage (v.a. an die Juristen). Ein Auto kann als Waffe eingesetzt werden. Wie kann jemand mit 18 vollständig verantwortungsfähig sein in Bezug auf das Autofahren, wenn der gleichen Person die vollständige Strafmündigkeit abgesprochen wird?

    • @Kohlrabi:

      Als nicht-Jurist würde ich sagen: da geht es um zwei ganz verschiedene Dinge.



      Das eine ist die Befähigung zum Führen eines Kraftfahrzeuges im öffentlichen Straßenverkehr. Das andere ist die persönliche Reife die jemand erlangt hat und die Frage, ob er daher schon als vollständig Erwachsen oder eben noch als junger Erwachsener/Herandwachsend betrachtet werden sollte.



      Um Strafmündigkeit an sich geht es ja nicht, es geht um das Strafmaß und die Behandlung der Person.



      Was mich vor allem irritiert: er wurde ja bereits wegen Vorbereitung einer terroristischen Tat verurteilt. Noch nicht rechtskräftig, aber dennoch. Und so jemand, der schwere Gewalttaten bereits praktisch vorbereitet hat, wird dann nach Verurteilung(!) einfach nach Hause geschickt?

  • An dieser Stelle auch eine Dankeschön für den verachtenswerten Beitrag Julia Klöckners zum galoppierenden Hass gegen queere Menschen in unserer Gesellschaft: Man kann auch Hass verbreiten, ohne Hass zu äußern! Zum CSD in Berlin die Pride-Flagge auf dem Reichstagsgebäude zu verbieten, gehört dazu!

    • @Leidig Jörg:

      Viel schlimmer und widerlicher ist, dass Klöckner dem queeren Netzwerk in der Bundestagsverwaltung verboten hat, als Fußgruppe beim CSD mitzulaufen.

      Jetzt behauptet sie IN IHRER EIGENSCHAFT ALS Bundestagspräsidentin stehe sie voll hinter Menschen, die für "ihre Rechte, für Gleichberechtigung und Vielfalt einstehen".

      Nein, tut sie nicht. Denn als oberste Dienstherrin hat sie erst letztes Jahr ihren Untergebenen genau das verboten.

  • „Sprüche, die nichts beinhalten!“

    Jeder Tote oder Verletzte bei einem Attentat ist einer zu viel – unabhängig davon, wer die Tat begeht.

    Hat ein Täter oder eine Täterin jedoch einen islamistischen Hintergrund, ist der öffentliche Aufschrei besonders groß. Dann melden sich auch jene Politiker zu Wort, die sich sonst abfällig über queere Menschen oder andere Minderheiten äußern.

    Sollte man nicht vielmehr fragen, warum es zu solchen Taten kommt? Der Täter ist hier geboren und sozialisiert – doch unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen?

    Nach jedem Anschlag werden erneut Abschiebungen und schärfere Maßnahmen gefordert. Die eigentlichen Herausforderungen eines Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen, Ethnien und Geschlechter bleiben jedoch weitgehend unbeachtet. Solange die Alltagspolitik diese Ursachen ignoriert, bleiben viele Reaktionen bloße Sprüche, die nichts beinhalten.

    „Staatsbürgerschaft entziehen“ - Markus Söder (CSU-Chef, aber AfD Logik)- Armes Deutschland!

  • .Es beginnt früh: Bei Indoktrination zur Ablehnung anders Denkender, bei Hassbotschaften im Netz, bei einzelnen Übergriffen, …. Welch Hohn, dass sich jetzt auch wieder Personen besonders laut zu Wort melden, die sonst Meister der Verunglimpfung sind und Gewaltideen schüren

  • Ja es gibt diese Seite der Ideologien - und die Seite der Psychologie.



    Der dritte Punkt ist der Umgang der Institutionen mit den Gefährdern.



    In Bremen wurde ein Mann aus der Psychiatrie entlassen, der zuvor von der Polizei dort hingefahren wurde. Er wurde als ungefährlich eingestuft und zwei Monate später ermordete er ein Ehepaar.



    www.butenunbinnen....n-taetern-100.html



    Die Polizei beschwert sich darüber, dass sie ständig die gleichen Personen in die Psychiatrie fahre, die dann wieder freikommen. Die Senatorin sagte: die Forensische Abteilung sei kein Ersatzgefängnis.



    Hier auch: der Täter wurde im Mai zu einer Haftstrafe verurteilt, und dann freigelassen. Wäre er in Haft, hätte er diesen Anschlag nicht begehen können.



    Der Attentäter von Magdeburg war den Behörden und Vereinen und Einzelpersonen viele Jahre lang auf die Nerven gegangen mit seinen Drohungen. Er wurde auch verurteilt. Aber nichts folgte. Ebenso der Mörder im Zug bei Brokstedt 2023: Er bat in den Wochen zuvor um psychiatrische Behandlung. Die er nicht bekam.



    1 Flüchtling = 1 Packung Paracetamol.



    Ist die Tote vom CSD so billig? Niemand zuständig?

    • @Land of plenty:

      Ich denke auch, dass man hier die Abläufe korrigieren muss.



      Es liegt ja offenbar weder ein mangelndes Erkennen, noch ein mangelndes Eingreifen, sondern eine mangelnde Konsequenz vor. Was er getan hat und tun wollte war bekannt, viele Maßnahmen waren schon geplant, die Verurteilung war schon da - und dann lässt man den mehrfach vorbestraften, bereits verurteilten Gewalttäter einfach nach Hause gehen? Obwohl er offenbar und ganz aktuell ein Risiko für die Gesellschaft ist? Wieso?

  • Queerfeindlicher weltanschaulicher Extremismus, ob religiös oder politisch eingefärbt, ist für mich als schwuler Mann seit Jahren sicht-und spürbar und ich bin (wieder) dazu übergegangen, mich vorsichtig zu verhalten und genau auszuwählen, mit wem ich mich über meine "Lebensweise" unterhalte etc. "Durchgeknallte" islamistische, christliche, rechts-oder auch linksextreme Personen sind en masse unterwegs und zeigen nicht immer offen, was in ihrem Hirn so vor sich geht. Zudem nehme ich eine autoritäre Zeitstimmung wahr, die viele Menschen erfasst hat. Das ist Menschen wie mir noch nie gut bekommen, die für ein halbwegs glückliches Leben auf Toleranz angewiesen sind.

  • Wer nach einem islamistischen Terroranschlag mehr Sicherheit, konsequentere Abschiebungen von Gefährdern oder eine ehrlichere Debatte über islamistischen Extremismus fordert, instrumentalisiert nichts. Er zieht die naheliegende Konsequenz aus einer Entwicklung, die viele Bürger seit Jahren mit Sorge beobachten. Genau diese Sorgen wurden jedoch viel zu oft als „rechts“, „populistisch“ oder „islamfeindlich“ abgetan.

    Der Artikel konstruiert eine bequeme Gleichsetzung: Hauptsache, am Ende sind wieder „alle Extreme gleich schlimm“. Das mag moralisch angenehm klingen, hilft aber niemandem, wenn die konkrete Bedrohung in diesem Fall von einem Islamisten ausging. Probleme verschwinden nicht dadurch, dass man sie in allgemeine Floskeln über „Hass“ verpackt.

    Vielleicht wäre es an der Zeit, weniger Energie darauf zu verwenden, Debatten zu delegitimieren, und mehr darauf, zu erklären, warum Deutschland trotz immer neuer Anschläge offenbar nicht in der Lage ist, bekannte Gefährder wirksam zu stoppen. Genau diese Diskrepanz sorgt dafür, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in Politik und Medien verlieren – und genau daraus speisen sich die Wahlerfolge der politischen Ränder.

    • @Zippism:

      Ich möchte hier noch mal kurz darauf hinweisen: der Täter war deutscher.



      Er war bereits in seiner Heimat.



      Nur leider eben nicht im Gefängnis und in einer de-Radikalisierungsmaßnahme, wo er hingehört hätte.



      Überwacht wurde er übrigens auch.



      Reden sollten wir daher über folgendes: warum werden Menschen, die



      - terroristische Anschläge geplant haben



      - aktuell verurteilt wurden



      - bereits mehrfach wegen ähnlicher/Gewaltdelikten vorbestraft sind



      - so gefährlich sind, dass sie von der Polizei überwacht werden



      einfach nach Hause geschickt?

      Herkunftsland des Täters und Grund für den Terrorismus sind in diesem Moment bereits völlig egal. Der Sachverhalt ist das Entscheidende.

      • @Sonderzeichen:

        Dass der Täter deutscher Staatsbürger war, ändert nichts daran, dass Herkunft und vor allem die ideologische Motivation selbstverständlich relevant sind. Terrorismus entsteht nicht im luftleeren Raum. Wer verstehen und verhindern will, warum Menschen Anschläge begehen, muss sich mit den dahinterstehenden Ideologien auseinandersetzen – in diesem Fall mit islamistischem Extremismus.

        Natürlich ist die Frage berechtigt, warum ein als gefährlich bekannter Mann trotz Überwachung nicht rechtzeitig gestoppt wurde. Das ist ein gravierendes Staatsversagen. Aber daraus folgt doch nicht, dass die Motivation plötzlich "egal" wäre. Würden Sie bei einem rechtsextremen Anschlag ernsthaft behaupten, die Ideologie spiele keine Rolle? Wohl kaum.

        Beides gehört zusammen: Warum konnte ein bekannter Gefährder frei herumlaufen – und warum radikalisieren sich Menschen im Namen einer bestimmten Ideologie zu Terroristen?

    • @Zippism:

      "Energie darauf [] verwenden, [...] zu erklären, warum Deutschland trotz immer neuer Anschläge offenbar nicht in der Lage ist, bekannte Gefährder wirksam zu stoppen"



      weil die Ausländerbehörden lieber bequeme Abschiebeerfolge gegen regeltreue, integrationswillige Migranten erzielen statt einzelnen Gefährdern ihre Arbeitszeit zu widmen?

      • @Gruphus:

        Das halte ich für eine unzulässige Verkürzung. Das Hauptproblem ist nach meiner Einschätzung weniger, dass Ausländerbehörden "lieber" gut integrierte Menschen abschieben, sondern dass der Staat bei islamistischen Gefährdern häufig an rechtlichen, personellen und praktischen Grenzen stößt. Einen bekannten Gefährder dauerhaft zu überwachen oder abzuschieben ist oft erheblich schwieriger als es in der öffentlichen Debatte dargestellt wird. Genau deshalb sollte man darüber sprechen, wie diese Defizite behoben werden können, statt den Eindruck zu erwecken, es fehle lediglich am guten Willen der Behörden.

      • @Gruphus:

        Richtig, wenn es kompliziert wird, ducken Behörden sich weg. Überall, z.B. auch: Cum-Ex lief, meine Steuer wurde automatisch abgebucht. Natürlich zuviel... und man muss sich das per Steuererklärung rückholen.



        Wir haben ein massives Vollzugsproblem. In letztlich jedem Bereich.

      • @Gruphus:

        Das trifft‘s!

        • @snowgoose:

          Das ist sachlich falsch, weil mehrere Bundesländer regeltreue, integrationswillige Arbeitnehmer überhaupt nicht abschieben.

  • taz: *Wenn es um Hass geht, sind sich Rechtsextreme und Islamisten einig*

    Die haben sicherlich eine große Schnittmenge.

  • An den Spruch des Trauertouristen Merz vom „Zirkuszelt“ musste ich auch denken. Angemessen wäre es, wenn der Bundestag spätestens jetzt aus Solidarität die Regenbogenflagge gehisst hätte.

    • @Thomas Raukamp:

      Zur Hissung der Regenbogenflagge gehört Charakter, Mut, Empathie und Einsicht. Davon kann man bei Merz, Klöckner oder Dobrindt nichts, gar nichts erkennen.

      • @Perkele:

        Vielleicht will die Merz-Union es sich auch nicht mit der AfD verderben.

      • @Perkele:

        Dazu würde auch Opportunismus reichen.

    • @Thomas Raukamp:

      "Angemessen wäre es, wenn der Bundestag spätestens jetzt aus Solidarität die Regenbogenflagge gehisst hätte."

      Angemessen ist Trauebeflaggung für den Bundestag und genau das ist auch passiert.

      • @DiMa:

        Trauerbeflaggung ist auch mit einer Regenbogenflagge möglich. Eine würde ja genügen und wäre schon ein Zeichen.

      • @DiMa:

        💯%

  • Nicht nur Rechtsextreme und Islamisten. Bitte vergesst nicht die extremen Christen, bei uns und in den USA ständig einflussreicher werden.



    Doku dazu bei mediathekviewweb.de, dann suchen nach "Fromm und Radikal - Verfassungsfeinde im Namen Gottes".

    Das lief übrigens im Fernsehen am letzten Sonntag früh um 6 Uhr. Als wollte man nicht dass sich das jemand anschaut...

  • Danke für diesen Artikel!

    "Was treibt junge Menschen zu diesem Hass?" – das ist die Frage, die sich unsere Gesellschaft wirklich ernsthaft stellen muss. Und da geht es gar nicht spezifisch um Hass gegen queere Menschen, Frauen, Migranten, Nicht-Muslime oder Muslime usw.. Aber eben auch persönlicher Hass, der sich dann in Amokläufen oder "Familiendramen" äußert.

    Diese extreme Gewaltneigung selbst, der sicherlich auch zum großen Teil, aber nicht nur, junge Männer verfallen, muss glaub ich dringend viel mehr aus psychologischer Sicht erforscht werden und eben auch durch psychosoziale Betreuungsangebote besser verhindert werden.

    Durch mehr Polizei, mehr Überwachung, mehr Misstrauen gegenüber Migranten, werden wir das Problem nicht lösen.

  • Man sollte Menschen, die mit dem Täter eine Herkunft teilen, unter keinen Umständen mit dem Täter über einen Kamm scheren. Das ist Sippenhaft und einer freiheitlich-individuellen Gesellschaft unwürdig. Da stimme ich der Autorin zu.

    Warum sie es aber schafft, gleich im nächsten Satz ominös auf das Geschlecht des Täters hinzuweisen, erschließt sich mir nicht. Beziehungsweise, leider tut es das sehr wohl: Für die taz existiert Sexismus gegen Männer schlicht nicht.

    • @Hage1975:

      Ich lese da keinen Sexismus gegen Männer. In den letzten Jahren, in denen sich diese Art des Terrors etabliert hat wurde keine einzige weibliche, nonbinäre oder transidente Person bekannt, die ihren Kleinwagen, Transporter oder LKW mit voller Absicht zu töten in eine Menschenmenge gesteuert hat. Diese Fakten müssen Sie leider einfach aushalten.

      • @oricello:

        In den letzten Jahren wurde auch kein Christ bekannt, der das getan hätte. Diese Fakten gilt es ebenfalls auzuhalten.

  • Ich würde das stärker differenzieren.

    Wenn eine Organisation, die jetzt für viele LGBTQI*-Personen gerade in der Vergangenheit nicht unbedingt positiv in Erscheinung getreten ist (wie die katholische Kirche) jetzt Trauer bekundet und Fürbitten für die Opfer durchführt, sollte man das annehmen. Gleiches gilt für Teile der CDU - auch jene Teile, die vielleicht nicht vorher mit der Regenbogenfahne herumgerannt sind, aber jetzt ehrlich entsetzt sind. Wenn man nicht will, das sich Rechte und Konservative "zusammenrotten", dann sollte man auch nicht alle Konservativen verprellen, die jetzt aktiv auf einen zugehen.

    Wenn natürlich die AfD oder andere Rechtsradikalen, die den CSD verbieten würden, wenn sie es denn könnten, das Gleiche tun bin ich ganz bei der Autorin - bei so was ist Distanz das einzige Mittel.

  • Schön, dass es noch jemand außer mir so sieht. Denn meiner Meinung nach ist die Unterscheidung zwischen rechtem und islamistischen Terror etwas für Detailverliebte. Islamistisch, also religiös fundamentalistisch, wie ich es schonmal verallgemeinern würde, und rechtsextrem liegen mehr als dicht beeinander. In den USA sieht man es sehr leicht: die Evangelikalen sind natürlich rechts auf der Seite von MAGA und Schlimmerem.

    Was sie eint, ist eine lange Liste:



    - Homophobie



    - Frauenfeindlichkeit



    - Autoritäre Machtstrukturen



    - Spalten statt Vereinen



    - Xenophobie



    - etc.

    Da findet man sie alle beisammen. Die rechtsextreme israelische Regierung, die Islamisten, MAGA, AfD, cdU/csU in Teilen ...

    Ein islamistischer Anschlag ist meiner Meinung nach klar in der Kategorie Rechtsextremismus.

    • @Jalella:

      Inklusive des Staatsführers, der aufrührt, anstachelt, begünstigt und Mörder begnadigt

    • @Jalella:

      Der Unterschied ist also nur ein nebensächliches Detail? Auf dem ostdeutschen Dorf kann man also genausogut den Islamismus und in der Berliner Moschee den Rechtsextremismus bekämpfen, weil ja sowieso beides quasi dasselbe ist?

  • Schuldzuweisungen sind offenbar einfach. Es gibt leider rechte, linke und religiös beeinflusste Idioten, die gewaltbereit sind. Da muss der Staat mit aller Macht tätig werden und nicht halbherzig mit dem Finger drohen. Bei dem aktuellen Fall war die Gewaltbereitschaft offenbar absehbar und nichts geschah.

  • Wieso ist es ein Reflex vieler Linken, nach einem offensichtlichen islamistisch motivierten Anschlag sofort Rechtsextreme ins Spiel zu bringen? Man kann doch jetzt erstmal diese eine Ideologie kritisieren, den radikalen Islam verurteilen, ohne sofort die Brücke zu schlagen zum Rechtsruck und Nazis.

    Das macht man doch bei einem rechtsextremen Anschlag auch nicht, zu sagen: Das hätte jetzt genauso gut ein islamistischer Anschlag sein können.

    • @gyakusou:

      „… kann doch jetzt erstmal diese eine Ideologie kritisieren, den radikalen Islam verurteilen, ohne sofort die Brücke zu schlagen zum Rechtsruck und Nazis. …“



      Darf man nicht, weil Hasshandlungen nicht auf eine Gruppe beschränkt sind und Hass bei Menschen, sie so handeln, auf „Andersartige/Andersdenkende“ zielt, ohne dass diese ihnen das Geringste getan haben.

    • @gyakusou:

      Weil es in den letzten Jahren vermehrt Gegendemos und Drohungen von Rechtsradikalen gegen CSD-Veranstaltungen gegeben hat. In Bautzen, Görlitz, unter Polizeischutz.

    • @gyakusou:

      In der Pauschalität stimmt das so nicht. Nach rechtsextremist. Anschlägen wird von vielen, auch linken Beobachtern häufig auf die Kongruenz der Ideologien und Taktiken rechtsextremistischer & islamistischer Terroristen hingeweisen. Gerade wenn es um das Frauenbild, Queerphobie, Märtyrerkultdenken uva. geht.

      Der gedankliche Nexus zum dt. Rechtsextemismus liegt doch auf der Hand, wenn queeres Leben seit geraumer Zeit wieder bedroht wird durch rückständige menschenfeindliche Ideologien. Von ca. 250 CSD in D mussten 112 wg Drohungen aus dem faschistischen/AfD-/Heimat-/Freie Sachsen-Rechtsterrorvorfeld durch z.T. massiven Polizeischutz abgesichert werden. Angriffe auf queere Menschen geschehen in einem von Rechtsaußen, vorrangig von der AfD geschürten feindlichen Klima. Wenn harmlos, friedliche Regenbogenfahnen im öffentlichen Raum Leute aus diesem Milleu zu Hasstriaden triggern (wie gestern!), schwappt das in reale Gewalt über. Die AfD hat ein hohes Mas an Verantwortung für die Gewalt gegen die Community, der ich auch angehöre.

      Die perfideste Taktik von Jungnazi-Cliquen ist sich als Einzelperson mit Fakeaccounts auf Datingapps zu tarnen & bei Dates den Ankommenden zu verprügeln.

    • @gyakusou:

      Es ist kein Reflex, sondern ein plausibler Gedankengang. Die Demos gegen CSDs oder sonstiges queeres Leben in ganz Deutschland werden zum großen Teil von Rechtsradikalen organisiert und abgehalten. Der Hass geht zum großen Teilen von dort aus, auch Gewalt wird in großem Maß von Rechtsradikalen ausgeübt.



      Der jetzige terroristische Anschlag ist wohl die Tat eines Islamisten, dennoch sind Rechtsradikale gegen Schwule, Lesben usw. kaum weniger hasserfüllt als Islamisten, auch wenn die sie repräsentierende Partei absurderweise eine Lesbe als Vorsitzende hat. Deswegen werden Nazis zurecht "ins Spiel gebracht", beide extremistische Strömungen wollen die Freiheit beschädigen, Angst schüren, sind gewaltbereit, sind deswegen in vielem vergleichbar. Beiden ist die LGBTQ-Community ein Dorn im Auge.

      • @FtznFrtz:

        Ich finde es nicht plausibel, nach einem islamistischen Anschlag sofort mit einem "ja aber die Rechtsextremen auch" um die Ecke zu kommen. Warum ist das eine der ersten Reaktionen, die ein Kommentator zu Papier bringen muss? Als ob man trotz des Anschlags nicht erstmal auf diese eine Ideologie fokussieren, sie verurteilen und bekämpfen kann, nur weil es noch eine andere ähnlich schlimme gibt.

        • @gyakusou:

          Weil die Grundidee/Wurzel die Verblendung aller dieser Personen ist.

  • Wer die Zahlen rechter Straftaten die zu 2/3 aus Propagandadelikten bestehen, so vergleicht wie in dem Artikel, biegt sich die Realität aber auch arg zurecht. Laut aktueller Statistik stehen etwa 400 gewaltbereiten Islamisten 15000 gewaltbereite Rechtsextremisten gegenüber. Die Gewalttätigkeit ist bei der Berücksichtigung der potentiellen Täterzahlen dann bei den Islamisten doch um ein Vielfaches höher? Der Unterschied der hier konstruiert werden soll, ist sowieso keiner. Islamisten sind die Nazis der heutigen Zeit und damit lupenreine Rechtsextremisten. Ich würde sowieso fast alle Anhänger monotheistischer Religionen heutzutage eher im rechten Lager verorten.

  • Ja, die Autorin hat recht: in Bezug auf ihren Hass auf andere und der Vorstellung von einheitlichen Gesellschaften nehmen sich Islamisten und Rechtsradikale sicher nicht viel. Und doch ist es augenfällig, dass diese Parallelen immer nach islamistischen Attentaten gezogen werden und nicht nach Rechten. Ja, Neonazis sind ein Problem aber Islamisten eben auch. Es wäre schön, wenn die Linke das in dieser Deutlichkeit auch dann sehen würde, wenn nicht grade ein islamistisches Attentat geschehen ist. Denn ähnlich wie bei den Rechten ist dieser Hass nicht auf einmal da, sondern reift in einem bestimmten Milieu heran. Auf dieses wird nur leider von linker Seite viel zu oft Rücksicht genommen bzw. es wird relativiert und entschuldigt. Man stelle sich den Aufschrei hier vor, wenn nach einem rechtsradikalen Attentat in einem Kommentar eine Parallele zu islamistischen Attentaten gezogen worden wäre. Whataboutism wäre noch der geringste Vorwurf, oder?

    • @Fran Zose:

      Ja, Menschenfeindlichkeit und Autoritarismus aller Art sind bekämpfenswert, seien sie religiös, national, "rassisch" oder anderweitig verbrämt!



      Also die diversen Ausprägungen des Islamismus in terroristisch-klandestin oder (halb-)staatlich legitimierten Formen (Teilverantwortung auch bei Regierungen, die zB das Taliban-Regime aus innenpolitischen Gründen salonfähig machen), Rechtsextremismus weiß-rassistischer Prägung, christlich-evangelikale Gehirnwäsche, Graue Wölfe, Hindu-Suprematismus, jüdischer Suprematismus und Siedlerterrorismus, ethnische Verfolgung von China über Myanmar bis Sudan... sicher leider nur eine nicht-repräsentative Auswahl, aber zumindest eine Annäherung.



      Zufrieden?

    • @Fran Zose:

      Warum immer diese Idee, "die Linken" würden es mit Islamismus nicht so genau nehmen? Weil manche Linke zumindest dialogbereit sind, zB weil Allianzen zwischen Linken, Islamisten und Nationalisten in einigen Ländern Nordafrikas und Westasiens relativ geläufig sind? ZB weil gerade junge Männer in Identitätskrisen ein Alternativangebot zu Islamismus, Faschismus und anderen Ideologien benötigen?

      Das Aufzeigen soziostruktureller Probleme, wie es bei links denkenden Menschen üblich scheint, ist überdies keine Entschuldigungsstrategie, sondern versucht Ursachen zu ergründen, statt an Symptomen zu doktern.

      Ihre Behauptung kann schnell in den Vorwurf umschlagen, "die Linken" wären zu lasch im Umgang mit Islamisten (manche fügen noch hinzu, die Rechten hätten somit leichtes Spiel).

      Ich halte das für eine völlig pauschale, undifferenzierte und unfundierte Behauptung, die links denkenden und handelnden Menschen nur schadet, weil es sie tendenziell als Steigbügelhalter der Islamisten diffamiert, und die grundsätzlichen Probleme verschweigt.

      Ich kann in solchen pauschalen Behauptungen nur schlechte Absichten erkennen, Dialogbereitschaft geht anders.

      Aber klären sie uns gerne auf!?

      • @Hymynameis:

        Nehmen Sie doch den Art Kommentar als Beispiel: Es ist ein islamistisch motivierter Anschlag geschehen und es wird flugs darauf verwiesen, dass die Rechte ein Problem ist. Letzteres stellt kein vernünftiger Mensch in Abrede, aber was hat es mit dem Geschehenen zu wenn es nicht der Relativierung dienen soll? Was haben nicht linke Ikonen wie Judith Butler im Zuge des Massakers der Hamas von sich geben und eine steinzeitlich-islamistischen Mörderbande zu Freiheitskämpfern deklariert? Waren es nicht Politiker der Linken die meinten in in Islamisten Verbündete im Kampf gegen die Marktwirtschaft zu finden? Beispiele gibt es genug und die dürften auch Ihnen bekannt sein. Es gilt zum Glück nicht für alle Linken, aber doch grade für das Spektrum, welchges sich selbst ganz besonders progressiv wähnt. Aber klar pauschal sind immer die anderen, nie man selbst. Aber Sie haben recht, es sind nicht nur die Linken. Insgesamt ist der Staat zu blauäigig mit dem Thema Islamismus umgegangen, nicht zuletzt auch zum Schaden der hier lebenden, liberalen Muslime.

        • @Fran Zose:

          „… Es gilt zum Glück nicht für alle Linken, aber doch grade für das Spektrum, welches sich selbst ganz besonders progressiv wähnt. …“



          Nein, das Problem ist Gruppen übergreifend: In jeder ideologisch geprägten Gruppe gibt es gewaltbereite Personen (überwiegend Männer) ohne Steuerungsgrenzen.

          • @snowgoose:

            Und was hat Ihre Feststellung damit zu tun, dass bestimmten Linken Kreisen an einer notwendigen Abgrenzung zu und Positionierung gegen den Islamimus mangelt?

    • @Fran Zose:

      Dass Islamisten kein Problem sind, wer sagt das auf der Linken? Man sagt dort höchstens, der Islam sei kein Problem, was ja auch stimmt. Ansonsten müssten Sie dann halt auch einmal Ross und Reiter nennen, wenn Sie diese Behauptung aufstellen. Die saubere Unterscheidung fällt auch hier wieder vielen schwer (oder wird bewusst nicht gemacht).

      • @FtznFrtz:

        Ich kenne diverse Social-Media-Accounts, auf denen Linke gezielt und strategisch Rechte aufs Korn nehmen.

        Ich kenne nicht eines, in dem ein Linker gezielt und strategisch Islamisten aufs Korn nimmt. Wo ist denn zB ein Streitgespräch eines Linken mit Pierre Vogel zu sehen? Wo macht sich eine Linke über fanatische Niqabträgerinnen lustig? Wo ist die linke Islamkritik?

  • Hätte, hätte, Fahrradkette ...



    Das war und ist ein Anschlag eines oder vielleicht mehrerer Islamisten. Was "hätte" sein können, steht nicht zur Debatte. Es hätte auch ein Flugzeug abstürzen können ...



    Ja, hätte ...