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Iranische OppositionDer Schah-Sohn ist kein Hoffnungsträger

Daniel Bax

Kommentar von

Daniel Bax

Die Menschen in Iran brauchen unsere Solidarität. Auf Reza Pahlavi zu setzen, der von rechtsextremen Kräften unterstützt wird, ist der falsche Weg.

Make Iran Great Again: Die Trump-Analogie ist beabsichtigt. Anhänger des Kronprinzen bei der Iran-Kundgebung am Samstag in München Foto: AP / Ebrahim Noroozi

N ach dem beispiellosen Massaker des iranischen Regimes mit Tausenden Toten ist es verständlich, dass sich viele dessen baldiges Ende herbeiwünschen. Es ist verständlich, dass viele ihre Hoffnungen auf den Sohn des letzten Schahs richten, und sei es nur aus Mangel an Alternativen oder als kleineres Übel. Und es ist wichtig, Solidarität mit den Menschen in Iran und in der Diaspora zu zeigen – alleine schon um sie wissen zu lassen, dass sie nicht alleine sind.

Es gibt aber gute Gründe, die aktuelle Begeisterung für den Schah-Sohn Reza Pahlavi skeptisch zu sehen. Nicht nur, weil er sich nie von den Verbrechen seines Vaters distanziert hat, oder weil er von extrem rechten Kräften wie Israels Premier Netanjahu und der Trump-Regierung unterstützt wird. Sondern auch, weil seine Anhänger teilweise selbst extrem nationalistische und rassistische Auffassungen vertreten. Das lässt sich an den „Tod den Linken“-Rufen ablesen, die auf ihren Kundgebungen ertönen, und daran, dass manche von ihnen bis heute dem Arier-Mythos von einer angeblichen völkischen Überlegenheit anhängen, der in der Pahlavi-Ära propagiert wurde. Nicht jeder, der das Mullah-Regime ablehnt, ist schon ein Demokrat.

Noch mehr Gründe gibt es, einen Angriff der USA auf Iran abzulehnen, wie ihn Pahlavi fordert. Denn es spricht einiges dafür, dass ein von außen erzwungener „Regime Change“ in Iran katastrophale Folgen haben könnte. Iran ist, mit über 90 Millionen Einwohnern, eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Ein von außen beförderter Bürgerkrieg würden die bisherigen Desaster in Libyen (7,5 Millionen Einwohner), Afghanistan (rund 40 Millionen Einwohner) und Irak (fast 50 Millionen Einwohner) verblassen lassen. Das kann niemand wünschen.

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Und wer seine Hoffnungen ausgerechnet auf Donald Trump setzt, könnte ohnehin rasch enttäuscht werden. Es war verantwortungslos von ihm, die Protestierenden in Iran zu ermuntern, auf die Straße zu gehen und ihnen „Hilfe“ anzukündigen – und sie dann im Stich zu lassen, wie er es getan hat. Schon jetzt ist mit Blick auf die Verhandlungen der USA mit Iran von Menschenrechten oder Reformen keine Rede – es geht um das iranische Atomprogramm und um Öl.

Ja, der Kampf der Iraner für Freiheit und Menschenwürde braucht unsere Solidarität. Aber er braucht keine naiven und gefährlichen Träumereien von einem starken Mann, der mal eben das Mullah-Regime zur Seite schiebt. Denn so einfach ist es leider nicht.

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Daniel Bax
Redakteur
Daniel Bax ist Themenchef im Regieressort der taz. Er schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland und hat bisher zwei Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den Trend zum Rechtspopulismus. Sein neues Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist gerade im Goldmann Verlag erschienen.
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46 Kommentare

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  • Stimme dem Autor in seinen Warkungen zu Nur, was ist eine realistische Alternative zum Sturz des Regimes, wenn es sonst keine Integrationsfigur als den sog. Prinzen gibt?

  • Ein Großteil der Führungspersönlichkeiten der iranischen Opposition ist weiblich.



    Beispiele: Kosar Eftekhari, Maryam Rajavi, Masih Alinejad, Sara Seyed.



    Ich bin mir sicher, dass auch andere Personen, ob nun Männlein oder Weiblein, mehr für die Freiheit im Iran, oft unter Einsatz ihres Lebens, getan haben, als der Knorprinz.



    Wovon lebt der eigentlich. Hoffentlich nicht von den Werten, die der Schah gehortet und außer Landes geschafft hat.

  • Ich hoffe, dass sich die Reza Pahlavi-Anhänger und -Promoter nicht durchsetzen.



    Hauptsache, alle Iraner:innen, im Iran und außerhalb, formulieren stärker was sie für politische Ziele haben. Denn es ist klar, dass es viele verschiedene sind. Im Iran ist der Schah-Sohn nicht die Nr. 1. Wahrscheinlich gar niemand.



    Können nicht auch Räte gebildet werden, ohne Personenkult?



    Wichtig ist die Feststellung, dass die iranische Gesellschaft heute viel säkularer ist als früher.

  • Ich halte es für nahezu bedeutungslos, dass eine (im eigenen Land ohnehin fast einflusslose) deutsche Linke sich darüber zerstreitet, ob eine (demokratische) Zukunft für den Iran nur mit oder ohne Pahlevi möglich ist, Herr Bax in der taz dieses schreibt und andere jenes oder in München Hunderttausende für einen Regimewechsel auf die Straße gehen.



    Die Fakten werden an anderer Stelle geschaffen. Essenziell für die USA (und Israel) sind: Partizipation an den iranischen Öl-Einnahmen, Verzicht auf ein nationales iranisches Atomprogramm, Abkehr des Iran von seiner feindlichen Haltung gegenüber Israel und der Unterstützung seiner Proxys. Das scheinen mir sehr hohe (zu hohe?) Hürden für die Mullahs zu sein und sicherlich ließen sich diese Ziele mit einem Pahlevi an der Staatsspitze leichter umsetzen.



    Und wenn das alles in Verhandlungen nicht durchsetzbar ist, bliebe doch nur der gewaltsame Regimesturz über eine militärische Intervention der USA (um den Schah-Sohn zu implementieren). Das ist eine harte Nuss, die da für den POTUS zu knacken ist. Die Midterms rücken nämlich immer näher und aus dem Iran zurückkehrende Zinksärge machen sich auch bei MAGA-Anhängern nicht gut.

  • Es saß einmal ein brutaler, elitärer Herrscher auf dem Pfauenthron, unterstützt von den ölsüchtigen USA. Das Volk erhob sich gegen ihn, geführt von einer Identifikationsfigur aus Paris, Hauptsache, man wurde den Despoten los.



    Der Mullah entpuppte sich als brutaler, elitärer Herrscher. Nun soll, wieder aus dem Ausland, eine neue Identifikationsfigur das Volk zum Widerstand versammeln, unterstützt von den ölsüchtigen USA. Hauptsache, man wird den Despoten los.



    Fällt nur mir die Ähnlichkeit auf? Kommt hier denn niemand auf die Idee, den iranischen Frauen zu vertrauen, die schon mal einen Aufstand durch-geführt haben, ohne sich hinter einer phallischen Führerfigur zu versammeln?

  • ... und höre das 11. Gebot: Du sollst Menschen, deren Leben du nicht leben musst, nicht erkären, was für sie gut ist und wie ihre Wahl auszusehen hat.

    Wir sollten uns das generell ein wenig mehr in Zurückhaltung üben. Klar ist Pahlevi kein demokratischer Traummann und über Trump müssen wir gar nicht sprechen, dass dem Werte wie Demokratie und Freiheit egal sind, wissen wir längst.

    Aber wo war unsere Unterstützung im Kampf des iranischen Volkes gegen religiöse Spinner und für Demokratie, Menschenrechte und Freiheit? Wir haben immer nur zugesehen, wie Freiheitskämpfer:innen abgeschlachtet wurden, das natürlich angemessen bedauert und mahnende Worte an das Regime gerichtet. Doch im politischen Handeln der EU (und anderer Staaten) standen immer wirtschaftliche Interessen im Vordergrund (das heißt dann kritischer Dialog).



    Wo ist unsere echte Unterstützung der Oppositionsbewegung in Form aller politischen Mittel, die uns zur Verfügung stehen (Ausweisung der Diplomaten, rauf auf die Terrorlisten mit den Mullahs und ihren Schergen, Totalembargo auf Öl und Ölprodukte etc.)?



    Wundert sich da noch jemand, dass selbst Trümmergestalten wie Trump als Hoffnungsträger gesehen werden?

  • Niemand - weder die Gegner noch die Anhänger Pahlevis - hat einen Plan, wie (wahrscheinlich nach einer gewaltsamen, blutigen Revolution, denn freiwillig gehen die Mullahs und ihr Anhang nicht) ein Übergangsprozess hin zu einer stabilen Demokratie für den Iran gestaltet werden kann. Den hat nicht einmal der selbsternannte Friedensapostel im Weißen Haus, sonst wäre er wahrscheinlich längst mit Raketen dazwischen gegangen, um die Mullahs von der Macht zu bomben.



    Aber so einfach scheint das offensichtlich nicht zu sein und jetzt stehen die Signale erst einmal auf Verhandlungen. Mal schauen, ob sich das Regime in punkto Öl und Atomprogramm als geschmeidig (im Sinne der US-Interessen) erweist. Aber so mancher Wolf hat schon Kreide gefressen, um doch noch an die zarten Lämmer heranzukommen.



    Und der POTUS kann seinen Favoriten Pahlevi auch wieder wie eine heiße Kartoffel fallen lassen (wie er es in Venezuela mit der dortigen Opposition tut).



    Ein wesentlicher Knackepunkt scheint mir dabei aber die Sicherheit Israels zu sein. Dass der Iran hier seiner bisherigen feindseligen Linie abschwört, ist für die USA essenziell. Ob aber die Mullahs über dieses Stöckchen springen werden/können?

  • Danke für diese Einordnung.



    Natürlich wäre Herr Pahlavi ein weiterer autoritärer Herrscher in der Riege der PoltBros rund um Trump.



    Erdöl und geostrategische Interessen machen Iran sehr attraktiv.

  • „die aktuelle Begeisterung für den Schah-Sohn Reza Pahlavi„



    Ich weiß nicht, wie es beim Kommentator ist, ich habe vom Hoffnungsträger Pahlavi zuerst 2019 (!) von einem damaligen Azubi gehört. Der ist als Kind afghanischer Flüchtlinge in einem iranischen Flüchtlingslager aufgewachsen und hat in einem Vorort von Teheran als Bauarbeiter gearbeitet, bis er 2015 nach Deutschland gegangen ist. Das hat mich zunächst frappiert, doch weitere Gespräche mit iranisch(stämmigen) Menschen, bei denen ich dann die Gelegenheit zur Nachfrage genutzt habe, haben mich gelehrt, wie weit verbreitet und genuin diese Überzeugung ist.



    Ich finde, man sollte das einfach ernst nehmen und den Iranern nicht mit paternalistischer Besserwisserei kommen.

  • Einmal mehr ein klassischer Bax. Aber Ihre Argumentation funktioniert eben auch andersherum. Die Vergangenheit hat ja nun auch gezeigt: Nicht jeder, der den Schah stürzen wollte, war Demokrat.

    Es ist doch eben wie immer: Lassen Sie doch bitte die Menschen entscheiden. Warum sind kolonialistische Gedanken noch so verbreitet? "Wir lassen die mal machen, solange es in unserem Sinne ist, aber wenn es dann doch politisch nicht passt, erklären wir denen da unten lieber, was das beste für sie ist!". Schrecklich undemokratischer Ansatz übrigens.

    Recht geben ich ihnen selbstredend in der Aussage, dass eben nicht jeder Gegner der Mullahs ein Demokrat ist. Dazu ist die Region zu heterogen und zersplittert politisch

    • @DerLurch:

      Wenn die Menschen im Iran selbst entscheiden könnten, wäre das Mullah-Regime vermutlich schon 2009 hinweggefegt worden.



      Was hat denn der iranischen Opposition in den zurückliegenden Jahrzehnten mehr geschadet? Ihre ideologische Zerstrittenheit, die beispiellose Härte und Brutalität, mit der das Regime immer wieder gegen seine Gegner vorgegangen ist oder die Indifferenz des Westens, der Irrglaube, das Regime ließe sich durch wirtschaftliche Zusammenarbeit (über kurz oder lang) zu demokratischen Reformen bewegen?



      Vermutlich ist es eine Mischung aus allen drei Faktoren, die dafür gesorgt haben, dass der Knoten noch nicht geplatzt ist. Und jetzt ist die Situation für das iranische Volk dermaßen verfahren, dass das Heil in einer militärischen Intervention der USA und ausgerechnet der Inthronisierung des Schah-Sohnes Reza Pahlevi gesucht wird.



      Nein, verübeln kann man das dem (von seiner eigenen Führung) geschlagenen und erschöpften iranischen Volk nicht. Aber es ist alles andere als ein Ausdruck des Rechtes auf nationale Selbstbestimmung, wenn von außen (von den USA) über die Zukunft des Iran entschieden wird. Aber danach sieht es derzeit aus.

  • Absolut richtig! Aber viele IranerInnen sagen sich mit den Bremer Stadtmusikanten "was Besseres als den Tod finden wir überall". Heißt: er mag nicht das Gelbe vom Ei sein, aber besser als das mörderische Regime jetzt, wird er wohl sein.

    Besser wäre es, wenn wir reichen, westlichen, angeblich werteorientierten, Nationen endlich unser moralisches Geblubber ernst nähmen und den IranerInnen helfen. Wo unterstützen wir den die Opposition? Wo unternehmen wir was gegen das Regime? Gegen Putin schnell, gegen andere nichts. Unsere rechtsextreme Regierung überlegt eher noch, wie man am besten Menschen in diese Hölle abschieben kann.

  • Der Text enthält nur ein echtes Argument: Das Pahlavi sich nicht von Taten seines Vaters distanziert hätte. Danach nur Nebenschauplätze.



    "Tod den Linken" hab ich auf keiner Demo gehört.



    Pahlavi tritt für einen demokratischen Übergang ein.



    Ich sehe da kein Problem.

  • "... Ja, der Kampf der Iraner für Freiheit und Menschenwürde braucht unsere Solidarität. ..." Davon habe ich jetzt noch nichts gesehen, außer beim unsäglichen NWRI laufen ein paar Verwirrte wie Altmaier rum. Die anderen müssen ja für die Hamas-Terroristen demonstrieren. Wird eigentlich auch schon für die Hamas gesammelt, wenn kein Geld mehr von Khamenei kommt?



    "... Aber er braucht keine naiven und gefährlichen Träumereien von einem starken Mann, der mal eben das Mullah-Regime zur Seite schiebt. Denn so einfach ist es leider nicht. ..."



    Nö, so naiv sind die wenigsten, man sucht nur eine Figur die möglichst viele der Kräfte zusammenfassen kann. Auf der linken Seite stehen einige kurdische Organisationen und die fünften Kolonne NWRI, sonst tut sich da nicht viel. Wenn von links nur ein Schönreden des islamofaschistischen Regimes kommt, weil die ihre Machtergreifung immer noch als "Revolution" bezeichnen, muss man notgedrungen andernorts Unterstützung suchen. Weiterhin ist die Verbindung der Iraner zu Israel auch unabhängig von der rechten Regierung Netanjahus.

  • "Der Schah-Sohn ist kein Hoffnungsträger"

    Solche Aussagen gehen doch alleine die Iraner etwas an. Es ist schon sehr anmaßend und typisch kolonial, wenn Herr Bax hierzu Feststellungen trifft.

    "Die Menschen im Iran brauchen unsere Solidarität."

    Warum sollte das so sein? Unsere Solidarität wird an den Realitäten im Iran nichts ändern. Unsere Solidarität hat dort überhaupt keinen Mehrwert. Solche Aussagen sind naiv.

  • Was macht Herr Bax nur, wenn die Mehrheit der Iraner das ganz anders sieht? Ruft er dann die Mullahs auf um jeden Preis an der Macht zu bleiben, bis die richtigen „linken“ Heilsbringer ohne israelische oder amerikanische Unterstützung eine Mehrheit haben?

    • @vieldenker:

      ich denke nicht, dass sich aus daniel bax' argumentation eine derartige menschenverachtung herauslesen läßt, wie Sie sie ihm hier unterstellen. zu wenig nachgedacht, würde ich sagen. zumal die frage berechtigt ist: ist ein autoritärer regime-change, der eine neue form autoritärer herrschaft nach sich ziehen würde, wünschenswerter, nur weil ihn die mehrheit der bevölkerung für wünschenswert hält? ich kenne dazu zwar keine zahlen, finde das aber auch mit blick auf die geschichte des europäischen faschismus ein viel zu kurz gegriffenes, geradezu obszönes plädoyer für demokratische verfahrensweisen. gerade wenn man sich mit den menschen im iran zu solidarisiert, macht es doch sinn, zu hoffen, dass es eine bessere lösung lösung für sie gibt, als den sohn des schah, und entsprechend zu argumentieren.

      • @Pflasterstrand:

        Ihre Argumentation zeigt eine gewisse „koloniale“ Überheblichkeit, würde ich meinen. Dazu neigen bekanntermaßen nicht nur rechtskonservative, sondern gerne auch linksliberale Menschen, wie auch unsere und die Geschichte des europäischen Kommunismus immer wieder zeigt. Vielleicht denken Sie darüber nochmal nach, bevor Sie sich evtl. wundern, dass die Menschen vor Ort ihre Bedürfnisse ganz anders reflektieren, als so mancher bundesdeutsche Stubenhocker es sich vorstellen kann.

      • @Pflasterstrand:

        In der Tat, wo kämen wir denn hin, wenn man sich nach den Wünschen der Bevölkerung richten würde? Es ist schon erstaunlich, wie der ein oder andere auf einmal gar nicht mehr so für die Demokratie ist, wenn das Ergebnis nicht ins eigene Weltbild passen könnte. Fakt ist: Die Bevölkerung leidet unter den Mullahs und je eher dieses Regime fällt, desto besser.

        • @Fran Zose:

          Was wissen wir eigentlich, was die Mehrheit der Bevölkerung will?

    • @vieldenker:

      Nun bleiben Sie einen Beleg dafür schuldig, dass die Mehrheit der Iraner hinter Pahlavi steht. Präsenz in westlichen Medien ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit Popularität in Iran.

      • @O.F.:

        Ach ja, da ist er wieder. Natürlich kann im Moment niemand einen entsprechenden Beweis vorlegen, daher habe ich das auch gar nicht behauptet. Aber wenn es denn de facto so wäre, würden Sie denn den Iranern ihre eigene Wahl gestatten, oder nicht doch eher darauf bestehen, dass aufgrund ihrer Analyse das doch gar nicht sein kann.

  • Wenn est mal die Mullahs und ihre Revolutionsgarden weg wären, wären die gefährlichsten Akteure eines möglichen Bürgerkriegs beseitigt.

    Am wichtigsten wäre daher Einheit der Opposition - egal unter welcher Gallionsfigur. Wenn diese auch von Trump oder Netanjahu unterstützt wird - wen kümmert es?



    Ob er das iranische Volk aus der Ferne zu leichtfertig zu Protesten aufgerufen hat, kann ich nicht beurteilen. Er bringt auch keine Art der Machtbasis mit, die einer Demokratisierung sofert gefährlich würde.

  • Nun, da Linke auf den Iran-Demos aktuell vergeblich zu finden sind, dürfen sie auch keinen Anspruch erheben, die "richtigen" Solidaritätspartner zu sein. Im Übrigen dürften die Iraner selbst entscheiden, wem sie vertrauen, auch wenn es den deutschen Linken nicht passt.

  • Pahlavi wird gerade mit allen PR-Tricks nach vorne geschoben. Als ob es nicht noch andere Männer und auch Frauen im Iran gäbe. Die auch weniger abhängig wären. Wir brauchen Mossadegh II, nicht Schah III.

    • @Janix:

      Wie viele Leute plötzlich Monarchisten werden, verblüfft mich, 106 Jahre nach Wilhelm II.



      Es wirkt vielleicht so einfach als "Lösung". Interessierte Kreise stecken gerade echt viel Aufwand hinein, um ihn als "Lösung" darzustellen.



      Doch anders als damals der bescheidene Ex-König in Rumänien hat er nur Geburtszufall, kein Profil, kein Land.

      Noch mal: Es gibt sehr viele andere Frauen (ja, es darf auch eine Frau sein) und Männer im Iran. So simpel sollten wir es uns nicht machen, denn die Demo ist gegen die Mullahs.



      Und den Schah will keiner mehr, der Geschichtsbewusstsein hat. No kings!

    • @Janix:

      Der letzte "PR-Trick" war die Demonstration am 14.02.2026 in München mit 250.000 Teilnehmern. Und die haben das größtenteils etwas anders gesehen als Sie.

      Und es gibt in der Tat auch andere Frauen und Männer im Iran. Aber wissen Sie, ob diejenigen, an die Sie möglicherweise dabei denken, überhaupt noch leben und nicht schon vom Mullah-Regime getötet worden sind?

    • @Janix:

      Wer ist denn "wir"? Sind Sie aus dem Iran und sprechen für Ihre Landsleute?

    • @Janix:

      Mossadegh war, trotz viel Propaganda um seine Person, kein Demokrat und regierte diktatorisch. Das iranische Volk braucht eine echte Demokratie. Wenn das eine mit König á la Niederlande wird warum nicht. Reza Pahlavi könnte als Figur das Volk vereinen.

  • Indeed, Rücke gern Lovando - ein paar Blätter zuvor ein

    Hola! Bin wg Physio & Co in den Wochentagen 2/3x am Tag mit 🚖 unterwegs & als früher mal auf dem Bock durch die Bank im Gespräch. Klar “Iraner“ sind lieber Perser einige Aserbaidschaner oder Kurden. Noch nie hat davon auch nur ein gutes Haar an diesem aus der Zeit gefallenen Schahzögling gelassen. Sorry - aber da wird auf einen toten Klepper mit abgehalfterten Hofschranzen gesetzt: zum Scheitern verurteilt! Nothing else •

  • Ist das jetzt ein "Zurück in die Zukunft"? Stellen Sie sich vor, der Kornprinz landet im Jahr 1959. "Dort angekommen, verhindert er unbeabsichtigt, dass seine Eltern sich treffen und sich ineinander verlieben – stattdessen verliebt sich seine Mutter in ihn. Hierdurch verändert sich die zukünftige Zeitlinie (Wechsel von Zeitlinie 1 auf Zeitlinie 2)." Und was ist dann? Na gut, wenn das alles so klappt, dann wird er gar nicht geboren und wir müssen uns hier nicht Gedanken darüber machen, ob er sich als "Retter" des Irans eignet.

  • Wie ich auf der Demo in Düsseldorf am 24.01.2026 gesehen habe, dass auf manchen Plakaten Vater und Sohn Pahlavi als "Heilsbringer" gepriesen wurden, habe ich auch erst mal geschluckt. Muss aber auch feststellen, andere sind mir nicht bekannt. Und unsere Linken und Grünen haben sich als Unterstützer von wem auch immer zurückgehalten, weil ihnen die vergangene Kopftuchdebatte im eigenen Land schon über war. Bei uns war/ist ja scheinbar in der Beziehung alles in Ordnung. Wollten die internationalistische Linke und die Grünen uns jedenfalls glauben machen. Mich hat das nicht überzeugt. Wieder ein Chance vertan.

  • Endlich ! Vielen Dank für den klaren Artikel. Übrigens interessant auch in Haaretz, "The Israeli Influence Operation Aiming to Install Reza Pahlavi as Shah of Iran", Megiddo und Benjakob, 3.10.2025.

  • "Ja, der Kampf der Iraner für Freiheit und Menschenwürde braucht unsere Solidarität."

    Aber schon die bloße Zusammenarbeit mit Netanjahu und Trump wäre zuviel verlangt, da sieht man lieber vom Spielfeldrand den Mullahs zu wie sie den Aufstand niederschlagen. Mit besorgtem Blick und nichts als warmen Worten, "solidarisch". Kann weg.

    • @Descartes:

      Ihr plädoyer für die zusammenarbeit mit faschisten und antidemokraten zum vermeintlichen wohle des iranischen volkes scheint mir auch nicht gerade ein besonders gefestigter ausdruck von solidarität zu sein. zumal auch Sie kein bisschen weniger "am speilfeldrand" stehen.

      • @Pflasterstrand:

        Anders als die Mullahs wurden Trump und Netanyahu gewählt, aber klar: Letztere sind eindeutig schlimmer und können keine Guten sein, anders als die Mullahs, die ja in einer sehr verqueren Wahrnehmung in manch linken Kreisen die Guten sind und das nur aus dem einzigen Grund, dass sie eben nicht die USA oder Israel sind. Ihre Solidarität ist extrem wohlfeil, davon hat das iranische Volk nämlich genau nichts.

  • Leider typisch linker Kommentar- die perfekte Lösung ist nicht möglich- dann lieber doch gar keine Veränderung und wir unterstützen weiter ein patriarchalisches, nationales, religiöses, faschistisches Regime.



    Tausende Tote Demonstranten interessieren nicht, solange sie nicht gegen Juden oder gar für einen Schah demonstrieren.



    Wie wärs mit Pragmatismus? Dem



    Kleineren Übel? Das was das Volk will?

    • @Notizen Nt:

      :-)

  • Die islamische Republik muss weg ihre Anhänger und Unterstützer müssen abgeurteilt und gehängt werden. Anschließend muss das iranische Volk entscheiden können. Eine Konstitutionelle Monarchie kann eine Option sein, aber es sollte dem Volk überlassen werden. Aber das derzeitige Regime und seine Unterstützer müssen weg und wenn Reza da helfen kann gut.

    • @Machiavelli:

      Dem Volk überlassen?



      Seit wann machen wir im wertelosen Westen denn sowas?



      1953 sicher nicht.

    • @Machiavelli:

      das "befreiungsszenario", dass Sie da im ton des kategorischen imperativs und reichlich schematistisch beschreiben, läuft unter den gegebenen verhältnissen auf nicht anderes hinaus, als das, was herr bax bereits skizziert hat: einen blutigen bürgerkrieg aller gegen alle in einem der bevölkerungsreichsten länder der erde. Sie muß das allerdings nicht weiter kümmern, denn wenn es dann soweit ist, können Sie sich von ihrem schreibtischstuhl aus einfach anderen kämpfen für gerechtigkeit zuwenden...

    • @Machiavelli:

      Ihre Gewaltphantasien in allen Ehren, aber die Anhänger und Unterstützer der islamischen Republik machen immer noch einen erheblichen Teil der Bevölkerung aus - wollen Sie ernsthaft mehrere Millionen Menschen hängen lassen? Es ist manchmal zum Kopfschütteln...

    • @Machiavelli:

      Das mit dem Hängen aller Anhänger und Unterstützer ist etwas übertrieben, was machen wir denn dann mit all den Profiteuren und Spinnern hier?



      Hier könnten aber die Erfahrungen aus der Entnazifizierung in Deutschland nach dem Krieg hilfreich sein, man könnte aus den damaligen Fehlern lernen und versuchen bei der Entislamisierung effizienter zu Werke zu gehen.

      • @Axel Schäfer:

        Die Iraner sollen das Lehrgeld zahlen aus einer unzureichenden Entnazifizierung damals in Deutschland, indem sie die Entislamisierung (!) ihres Landes (nach dem Sturz der Mullahs) mal so richtig „durchziehen“? Ziemlich kruden Gedanke, wenn es so von Ihnen gemeint ist.



        Ihr Denkfehler beginnt mit der Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Islam, indem sie unterstellen, die iranische Gesellschaft müsse vom Islam „befreit“ werden wie die deutsche seinerzeit von der NS-Ideologie (den Schluss legt m.E. die Formulierung „Entislamisierung“ nahe).



        Religionen mit totalitären Ideologien und Systemen gleichsetzen, das kann man machen, aus meiner Sicht spricht allerdings vieles dagegen (zur Begründung würden die 1.200 Zeichen allerdings kaum reichen).



        In Ihrem Kommentar differenzieren Sie ja nicht zwischen Islam und Islamismus (als politischer Ideologie). Das freilich ergäbe eine ganz andere Diskussionsgrundlage.



        .

    • @Machiavelli:

      Ihre menschenverachenden Sprüche sollten Sie für sich behalten:

      "ihre Anhänger und Unterstützer müssen abgeurteilt und gehängt werden." Wären das z.B. 10 Millionen zum Tode verurteilte, oder wo soll die Grenze gezogen werden?

      Und welche Strafe halten Sie dann für die führenden Köpfe des Regimes für angemessen, die mehr sich als nur Unterstützer? Vielleicht steinigen, um einen angemessenen Abstand zur Tötung der einfachen "Anhänger" zu erreichen?

    • @Machiavelli:

      Ne, mein Lieber. Da mache ich nicht mit. Oder wollen Sie allen Ernstes ein paar hunderttausend Täter, Anhänger und Unterstützer aufhängen. Abscheuliche Vorstellung.