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Die CDU und die Lifestyle-TeilzeitVollzeit-Populismus

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Der Wirtschaftsflügel der CDU will Teilzeit für viele Menschen abschaffen. Diese Idee geht an der Realität von arbeitenden Menschen vorbei.

Arbeiten bis zum umfallen und am besten mit guter Laune Foto: Michelle Gibson/picture alliance

D eutschland, ein einziger Haufen von Faulen und Blaumachern. Zumindest in den Augen der CDU. Da unterstellt Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz kranken Menschen, eher blauzumachen, als tatsächlich malade zu sein. Und da will der CDU-Wirtschaftsflügel nun auch noch den Rechtsanspruch auf Teilzeit abräumen. Die sei nämlich nur eine Art Lifestyle-Teilzeit. 

Allein diese Formulierung zeigt, wie groß das Misstrauen der CDU gegenüber der arbeitenden Bevölkerung ist. So nach der Devise: Das Land ist in der Krise, es braucht mehr Wirtschaft, mehr Leistung, mehr Arbeitsstunden, also jeden und jede. Und immerzu. Aber was macht das Humankapital? Legt sich einfach auf die faule Haut.

Das wertet nicht nur arbeitende Menschen ab, sondern verkennt vollkommen die Realität: Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland ist mit rund 46 Millionen Menschen so hoch wie noch nie, auch Überstunden wurden so massiv angesammelt wie schon lange nicht mehr. Mittlerweile sind 74 Prozent der Frauen berufstätig. Zugegeben, fast die Hälfte der erwerbstätigen Frauen hat einen Teilzeitjob.

Aber das nicht, weil sie der Freundin im Café den neuen Nagellack präsentiert, sondern aus einem schlichten Grund: Kinderbetreuung und Pflege von Familienangehörigen. Beides ist vielerorts immer noch nicht so organisiert, dass Eltern mal so eben den ganzen Tag lohnarbeiten können.

Das weiß sogar die CDU, weswegen Kinderbetreuung und Pflege als „Lifestyle-Ausrede“ sogar gelten dürfen. Die CDU sollte aber auch wissen, dass Mütter – und sogar Väter – nach der Familienphase mit reduzierter Arbeitszeit nicht mal so eben auf eine Vollzeitstelle wechseln können. Viele Firmen haben diese Stellen gar nicht, andere zeigen sich unflexibel beim Wechsel von Arbeitszeitmodellen.

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Deutschland braucht mehr Arbeitskräfte, da hat die CDU schon recht. Aber die sind doch schon da, es gibt unendlich viele Migrant:innen, die arbeiten wollen und können. Warum aber schiebt die Bundesregierung sie dann massenhaft ab? Selbst jene, die einen Job haben, sogar in Branchen, die kaum noch jemand anderes machen will? Backhandwerk, Altenpflege, Gebäudereinigung zum Beispiel.

Mit „Vorschlägen“ wie denen von Merz und der Wirtschaftsunion dürfte es der CDU kaum gelingen, die Menschen zu (noch) mehr Arbeit zu bewegen und die Produktivität anzukurbeln. Misstrauen und Populismus sind nicht nur ein schlechter Politikstil, sie könnten sich in der Zukunft negativ auswirken. Denn wer Menschen grundlos beschimpft, läuft immens Gefahr, Wählerstimmen zu verlieren.

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Simone Schmollack
Ressortleiterin Meinung
Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalist:innen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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132 Kommentare

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  • Wie soll die Produktivität in einer Nachfragekrise durch mehr Arbeit und mehr Angebot angekurbelt werden? Die Ressourcen und das Angebot sind da. Wir haben hohe Arbeitslosigkeit und Waren, die entweder auf Halde liegen (z.B. E-Autos) oder bei mehr Nachfrage schnell bereitgestellt werden könnten. Die Nachfrage fehlt, weil Unternehmen und Haushalte inzwischen 360 Mrd. pro Jahr (2025) sparen. Dieses gesparte Geld wird jedes Jahr dem Wirtschaftskreislauf entnommen und fließt v.a. den Milliardären zu. Dadurch brechen der Wirtschaft die Einnahmen weg, was die Arbeitslosigkeit weiter erhöht. Dabei weiß jeder gute Ökonom: wenn einer spart, muss sich ein anderer in derselben Höhe "verschulden", sonst leidet die Wirtschaft. Dank Agenda 2010 hat das Ausland immer für uns brav die Schulden gemacht und wurde trotzdem dafür laufend von uns gerügt. Jetzt ist auch damit Schluss, also bleibt nur noch der Staat. Die wenigsten wissen, dass Bankkredite und Staatsschulden nur ein virtuelles Gelddrucken sind, kein Ausleihen von bereits vorhandenem Geld (" Verfahren und Wirkungen bei der Emission von Bundeswertpapieren



    Aktenzeichen: WD 4 - 3000 - 129/20 "). Also: Mehr staatliches Geld für die Massen!

    • @Earth & Fire :

      "Dieses gesparte Geld wird jedes Jahr dem Wirtschaftskreislauf entnommen..."



      Dieses "gesparte Geld" liegt in den wenigsten Fällen unter einem Kopfkissen, sondern auf Bankkonten. Und wird von den Banken über Kredite in den Wirtschaftskreislauf zurück geführt. Da wird nix "entnommen".

    • @Earth & Fire :

      "Die wenigsten wissen, dass Bankkredite und Staatsschulden nur ein virtuelles Gelddrucken sind..."



      Und einige nehmen die Binsenweisheit nicht zur Kenntnis, dass durch eben dieses "virtuelle Gelddrucken" der Wert des Geldes verdünnt wird...

    • @Earth & Fire :

      Ein System, das nur auf Konsum und Nachfrage basiert, wird es zukünftig vielleicht recht schwer haben.



      Bei mir gibt es Nachfragen eigentlich nur noch bei Verbrauchs- und Verschleißartikeln, ansonsten habe ich alles im Überfluss und denke eher daran, Ballast loszuwerden.

      • @Erfahrungssammler:

        Konsum und Wachstum können auch nachhaltig sein. Das BIP wird ja in € gemessen, nicht in kg, Litern oder Stückzahlen.

        • @Earth & Fire :

          "Das BIP wird ja in € gemessen, nicht in kg, Litern oder Stückzahlen."



          Äh - Kilogramm, Liter, etc. sind über Naturkonstanten definiert. Da ist der jeweilige Wert konstant.



          Wie ist der Wert eines € definiert? Ist der Wert des € konstant? Ich habe eher den Eindruck, dass er ständig nach unten geht. Womit die Messung eines BIP in € Nonsens ist. Das BIP muss inflationsbereinigt werden, wenn es irgendwas aussagen soll.

      • @Erfahrungssammler:

        Jedes System basiert auf Konsum. Alles was produziert wird, muß auch konsumiert werden.

        • @makei1200:

          Latürnich, ich konsumiere auch jede Menge.



          Allerdings ist es mir nicht vollkommen schnuppe, von wem, wie und wo meine Konsumartikel produziert werden.



          Aber die wichtigste Frage ist: Warum wird das überhaupt produziert??

  • Bei ca. 2,9 Millionen Arbeitslosen in Deutschland, sollte die Bundesregierung darüber nachdenken, wie sie diese Kräfte qualifizieren kann um damit die fehlenden Arbeitskräfte zu ersetzen.



    Vorher benötigen wir keine weitere Maßnahme.



    Der vorgeschlagene Weg die Teilzeit abzuschaffen, ist nur der einfachere... Wie die Wahl zwischen "ich finanziere meinen Kindern dies und das weiterhin oder es gibt Rückschritte in der Lebensqualität" ausfallen wird, ist wohl ziemlich eindeutig...

    • @MatB1012:

      Es soll nur der Gesetzesanspruch abgeschafft werden, und das ist auch wieder vom Tisch. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich einigen ist Teilzeit immernoch möglich. Ich denke die Grünen und ihr Zentralorgan pusten hier eine riesen Tüte auf .

    • @MatB1012:

      Das klingt so einfach, was schlagen Sie denn der Regierung vor, was sie tun soll und was alle anderen vor ihr nicht geschafft haben? Wenn es doch nur so einfach wäre.

      • @Achsachbloß:

        Einfach ist es nicht, nur sollte mal damit angefangen statt monatelang diskutiert und alles blockiert werden.



        Rot-Grün unter Schröder war aktiv und hat mit er Agenda 2010 Reformen angestoßen, die Erfolg gebracht haben. Es geht, wenn man möchte. Das daraus resultierende Steuergeld hat dazu geführt, dass die Folge-Regierungen wieder weicher gehandelt haben und durch Trägheit alles verpufft.

        • @MatB1012:

          @MatB1012



          Entschuldigen Se' bitte einmal kurz. Agenda 2010 ein " ERFOLGSMODELL. " ? Kingt als wären Sie gerade erst geschlüpft.



          Massive Schaffung von Billiglöhner, statt angemesse Gehaltszahlungen an Arbeitnehmer. Indirekte Kürzung der Sozialversicherung bezogen auf die Arbeitslosenversicherung bei gleichen Beiträgen. Statt Arbeitlosengeld II, welches sich am vorherigen Gehalt orientiert hat, ersteinmal Privatvermögen aufbrauchen und dann , wenn Sie finanziell fast auf Null sind, ab is Bügergeld... Na, wenn so eine " Enteignungspolitik " kein Erfolg ist ! Man könnte es durchaus aber auch den Raubzug Schröders & der SPD / CDU / CSU nennen.

  • "Es stand vor eines Hauses Tor



    Ein Esel mit gespitztem Ohr,



    Der käute sich sein Bündel Heu



    Gedankenvoll und still entzwei. –



    Nun kommen da und bleiben stehn



    Der naseweisen Buben zween,



    Die auch sogleich, indem sie lachen,



    Verhaßte Redensarten machen,



    Womit man denn bezwecken wollte,



    Daß sich der Esel ärgern sollte. –



    Doch dieser hocherfahrne Greis



    Beschrieb nur einen halben Kreis,



    Verhielt sich stumm und zeigte itzt



    Die Seite, wo der Wedel sitzt."



    (Wilhelm Busch)



    --



    Was haben Merz und Connemann gedacht?



    Der Esel, der die Arbeit macht,



    Den könne frauman doch verlachen?



    Er soll halt seine Arbeit machen?



    Sie scheinen eines nicht zu wissen:



    Dass Esel sie ja wählen müssen.

  • Arbeitnehmer, die CDU wählen, Migranten, die AfD wählen - verrückte Welt.

    • @hessebub:

      Oder auch: Arbeitnehmer, die AfD wählen.

      • @Earth & Fire :

        Wer von denen, die AfD wählen, ist denn nicht verrückt??

  • Irgendwas stimmt da nicht. Einerseits heißt es, wir brauchen viele neue Arbeitskräfte aus dem Ausland; andererseits heißt es, die Firmen blten keine Vollzeitstellen an, auf die man nach der Teilzeit zurückkehren könnte.

  • Vollzeit Arbeit sollte aber auch echt Vollzeit Arbeit bedeuten & nicht immer diese verzweifelte Forderung nach Privatleben .



    www.der-postillon....1/merz-sxhlaf.html

    • @Alex_der_Wunderer:

      Mein Kompaniechef sagte immer: "Der Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reicht, nehmen wir die Nacht dazu."

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        @warum_denkt_keiner_nach?



        Jupp, 🕗+🕓+🕖+🕙+🕚×🕒



        😂 🤣 😂 😅



        & No 🛌

  • Die wichtigsten Entscheidungen für wirtschaftliche Fehlentwicklungen werden in den Unternehmen in den Chefetagen getroffen. Ausbaden dürfen das dann immer die Beschäftigten, denen dann wahlweise alles Mögliche vorgeworfen wird, besonders Faulheit und fehlender Leistungswille. Außerdem sind Beschäftigte geldgierige Diebe und Betrüger, die den Arbeitgeber systematisch bestehlen und ausbeuten.



    Dann wollen diese Beschäftigten auch noch wohnen und leben, wo soll das alles nur hinführen. Andere wollen sogar den Mindestlohn für Arbeit in der Landwirtschaft, leben dann aber den Rest des Jahres auf dem Balkan in Saus uns Braus. So geht das nicht.



    Noch nicht thematisiert wurden die vielen Urlaubsreisen ins Ausland, das ist zu heikel. Dabei müsste doch klar sein, dass dadurch zu viel Geld an nichtdeutsche Unternehmen abfließt. Die Lösung wäre ein neues Staatstouristikunternehmen, mit gegründet von deutschen Unternehmerverbänden und der deutschen Bank natürlich.



    Das Fantasy-Märchen-Programm des Wirtschaftsflügels der CDU ist sicherlich noch lange nicht ausgeschöpft. Bin echt gespannt, was Onkel Friedrich demnächst raushaut.

  • Wichtig wäre doch bei politischen Entscheidungen, bezüglich der Teilarbeitzeit, die über tausenden von Mitarbeitern des Familienunternehmen, von der Ehefrau Markus Söders, Frau Karin Baumüller-Söder, der Baumüller-Gruppe Holding GmbH & Co KG mit Stammsitz in Nürnberg, nicht zu sehr mit dieser Thematik unnötig zu konfrontieren.

  • Leben Politiker in einer anderen Welt?



    Aus den Aussagen von CDU-Politikern schließe ich, dass es in der CDU-Riege kaum Personen gibt, die jemals "richtig" gearbeitet haben.



    Dort gibt es keine Pflegekräfte, keine Bauarbeiter, keine Polizisten, keine Feuerwehrleute usw. die schwere Arbeit verrichten.



    Dort gibt es keine Lehrer, keine Berufskraftfahrer, keine Verkäufer usw., die unter Dauerstress durch Schüler, Eltern, Verkehrsteilnehmer und Kunden stehen.



    Oder sich noch Kinder bzw. pflegebedürftige Menschen kümmern müssen.



    Solche Politiker leben in einer anderen Welt.

    • @Ralf:

      Die Abgeordneten in den Parlamenten sind überproportional Juristen, die es teilweise sogar bis zum zweiten Staatsexamen geschafft haben. Ich weiß nicht, wie viele von denen jemals echte materielle Not erlebt haben, wie sie in der Unterschicht an der Tagesordnung ist. Angeblich soll des vorteilhaft sein, juristische Kenntnisse zu haben, weil die Gesetzgebung und das drumherum heute so kompliziert ist, dass es eine „Person von der Straße“ nicht mehr verstehen kann.



      Ich sehe darin jedoch einen der Hauptnachteile heutiger Politik, weil sie für viele Menschen eben gerade nicht mehr nachvollziehbar ist und verstehbar ist. Und so wächst auch die Distanz zwischen den Wählenden und den Gewählten immer mehr. Wenn dann der Anschein entsteht, dass politische Pläne und Entscheidungen immer mehr zugunsten der Reichen und gegen die Interessen der Nichtsoreichen ausfallen, dann sinkt das Vertrauen in Politik, Politiker und die Institutionen der Demokratie. Genau das ist der Kompost für die AfD.



      Herr Merz hat kein Herz. Und deshalb ist er auf dem völlig falschen Weg, mit falschen Parolen und schlechten Ratgebern.



      Die Christenunion ist zu weiten Teilen mit Merz auf dem Irrweg, skrupellos und blind.

  • Solange weder die Gewerkschaften, die Linke und auch Grüne und SPD das Wort Generalstreik nicht mal in den Mund nehmen um Merz und die „Familienunternehmer“ in die Schranken zu weisen, stelle ich mich einfach drauf ein, dass schlechte Zeiten kommen. Ohne eine Demonstration kollektiver Gegenmacht, können Rechte und Konservative das Gejammere darüber wie gemein ihre Ideen sind einfach ignorieren. Legalität eines Generalstreiks in D nicht geklärt? Tja, danke DGB. Das ist das Produkt Jahrzehnte auf Sozialpartnerschaft zu setzen und nicht wirklich um die Erweiterung von Arbeitnehmerrechten im Sinne eines wirklichen Machtzugewinns zu streiten.

  • Das einfachste wären hier finanzielle Anreize. Die Besteuerung/Sozialkosten könnte man bei 30 Stunden/Woche deckeln, alle darüber geleisteten Stunden werden voll an den Arbeitnehmer ausbezahlt, dann auch + Überstunden. Ein gewaltiger Unterschied in der Entlohnung Vollzeitbeschäftigter zu Teilzeit würde viele Arbeiter motivieren.

    • @Günter Witte:

      Wieder soll der Staat und damit die Bevölkerung ein Problem, dass die Wirtschaft verursacht oder verstärkt hat, lösen. Sie befürworten die Selbstausbeutung der Arbeitnehmer durch finanzielle Anreize des Staates und nicht der Arbeitgeber. Die von einer Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre fantasieren.



      Um bis 70 arbeiten zu können, muss man medizinisch dazu in der Lage sein. Das geht nicht durch zu viel körperlich schwere oder stressige Arbeit.



      Auch für die Wirtschaft wäre es langfristig besser, wenn möglichst alle Arbeitnehmer möglichst lange und möglichst gesund arbeiten können.



      Die Wirtschaft besteht aber aus Managern und Betriebswirten und die denken immer kurzfristiger.



      Ökonomen und Volkswirte denken meist in längeren Perioden.



      Deshalb sind Manager als Ratgeber für die Politik oder gar in der Politik völlig ungeeignet, während Ökonomen zumindest dann als Ratgeber in der Politik ungeeignet sind, wenn sie ohne Beachtung der Wirklichkeit stur einer sogenannten ökonomischen Theorie folgen.



      Einige populäre ökonomische Theorien sind bloße Rechtfertigungen dessen, was in der Wirtschaft gemacht wird.

    • @Günter Witte:

      Das würde bei uns dazu führen, dass 30h /30h zwecks Kinderbetreuung extrem nachteilhaft wäre, obwohl es für beide Arbeitgeber vollkommen in Ordnung ist.

      • @drum:

        Finanziell ändert sich für Sie gar nichts, da es ja bei der selben Besteuerung wie jetzt bleibt. Wer, wie Sie, kürzer Arbeitet weil er sich um Kinder, Alte kümmert sollte sogar noch Finanziell gefördert werden, weil wenn diese wertvolle Arbeit andere machen müssen verursacht es noch viel höhere Kosten für den Staat.



        Bei meinem Vorschlag ging es mir um das berühmte : Arbeit muss sich wieder lohnen, es muss einfach ein gewaltiger Unterschied beim Geld sein von Personen die Vollzeit arbeiten und denen die das, ohne triftigen Grund, nicht tun.

      • @drum:

        So ist es für die Zahler der Sozialabgaben von Nachteil, weil die Sozialabgaben offensichtlich immer weiter steigen und einen immer größeren Anteil vom Brutto auffressen...



        Warum soll jemand der 40 Std arbeitet mehr in die Sozialkasse zahlen als Sie?

        Zumal wo wäre hier der Nachteil für Sie? Für sie ändert sich da ja nichts durch den Vorschlag von Günter Witte. Bei den Stunden 31-40 bleiben bei dem Vorschlag nun für die Vollzeitarbeiter einfach mehr netto übrig.

  • Es hat schon was von Empörungskultur, wenn man sich einen halben Kommentar lang voller gerechtem Zorn an Fallkonstellationen abarbeitet, von denen man dann großmütig eingesteht, dass sie genau NICHT Gegenstand der angegriffenen Polit-Initiative sind, Frau Schmollack. Ich hätte gedacht, das ginge zumindest weniger durchsichtig.

    Davon abgesehen halten Konservative ihre Mitmenschen genau so wenig pauschal für faul und egoistisch, wie Linke sie für dumm und beeinflussbar halten. Das ändert aber nichts daran, dass es faule Egoisten genauso tatsächlich gibt, wie es Menschen gibt, die man vor Einflussnahme und Übervorteilung schützen muss. Dass das niemals ALLE sind, weiß eigentlich auch Jeder. Nur tut man gerne so, als würde der jeweils Andersdenkende das nicht kapieren (und kehrt dabei dezent unter den Tisch, dass er nicht ganz Unrecht hat).



    Will sagen: Alles differenziert zu sehen außer den politischen Gegner ist KEIN Zeichen großen Durchblicks und auch kein sehr sinnvoller Beitrag zum Diskurs.

    • @Normalo:

      "an Fallkonstellationen abarbeitet, von denen man dann großmütig eingesteht, dass sie genau NICHT Gegenstand der angegriffenen Polit-Initiative sind"

      Sowas ärgert mich grundsätzlich, da fühl ich mich als Leser schon nicht mehr wirklich ernst genommen. Und ich frag mich dazu, weshalb es überhaupt sonen durchschaubaren populistischen Schwenk überhaupt brauch, obwohl auch so jeder erkennen kann, woher der Wind aktuell bei der Union weht und es auch so genügend Angriffsfläche gibt. Scheinbar isses aber allenthalben so selbstverständlich in die Debattenkultur eingezogen, dass es den Leuten selbst nicht mehr auffällt.

    • @Normalo:

      Pech nur, wenn der "politische Gegner" alles dafür tut einseitige sprich undifferenzierte Politik zu machen. Dann scheitert die so schön erdachte Theorie an der Realität.

      • @TV:

        Nein, das "Pech" ist die - entweder gewollte oder auf "Gegenseite ist BÖSE"-Vorurteilen basierende - verquere Wahrnehmung: Die hier gescholtene Initiative richtet sich ausdrücklich NUR gegen einen (selbst eben undifferenzierten) Anspruch auf die Erfüllung von Teilzeitwünschen, die KEINE sachlichen Gründe aufzuweisen haben. Die Reaktion darauf tut aber so, als gäbe es diese Differenzierung nicht, und schimpft wie ein Rohrspatz, dass es doch in der Mehrzahl der Fälle solche Gründe gäbe (und was doch die Schwarzen für herzlose Menschen seien, dass sie die ignorierten).

        Richtig. Diese Gründe gibt es. Und wer einen hat, für den würde sich auch nichts ändern. Der Vorschlag zielt nämlich ganz unmissverständlich nur auf den Rest ab. Auch darüber könnte man sicherlich trefflich diskutieren - ob jetzt so eine Aufhebung der Verpflichtung gleich eine faktische Verunmöglichung gewillkürter Arbeitszeitverkürzung ist oder umgekehrt, ob nicht auch die "Lust auf weniger Arbeit" ein genauso schützenswertes Rechtsgut ist etc.. Aber DIESE Diskussion findet vor lauter Dämonisierung überhaupt nicht statt - Hauptsache Schaum vor dem Mund und den langen "J'accuse!"-Zeigefinger bebend ausgestreckt...

  • Was ich vermisse, ist der absolute Mangel an Selbstkritik von Frau Connemann und der von Ihr vertretenen Kreise in der Frage, was eigentlich ihr Beitrag dazu ist, das Menschen in Teilzeit arbeiten und sich gegen eine Vollzeitstelle entscheiden.



    Gute Politik hat im Kern auch damit zu tun, dass man sein eigenes Tun selbstkritisch hinterfragt und gegebenenfalls ändert.



    Aber anstatt die Strukturen zu verändern und nicht weiter ein System zu verteidigen, dass offensichtlich an Grenzen gekommen und sich einer Sprache zu bedienen, die geeignet ist, dass Menschen das Gefühl haben von Politkerinnen und Politikern gesehen und ernstgenommen zu werden, gibt es nur strategisches Framing, das das Ziel verfolgt, den hegemonialen Anspruch der von Frau Connemann vertretenen Wirtschaftsinteressen gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu verteidigen.

  • Interessant: Niemand redet mehr über die Erbschaftssteuer.



    Dann mach ich das mal:



    Die notwendige Korrektur bei der Erbschaftssteuer, die vom Bundesverfassungsgericht bereits vor Jahren gefordert wurde, lässt weiterhin auf sich warten. Große Vermögen werden derweil immer größer, während die Hälfte der Bevölkerung kaum Rücklagen hat. Die Vermögensungleichheit und damit die Ungerechtigkeit steigt. Mittlerweile ist es in Deutschland wahrscheinlicher, durch Erben sehr reich zu werden als durch eigene Arbeit. Zugleich bedroht die so unterschiedliche Verteilung der Mittel auch unsere Demokratie, da Lobbygruppen der Reichen (gehört hier nicht auch der "Wirtschaftsflügel" der CDU dazu???) die Wagschalen mit ihren Mitteln zu ihren Gunsten beeinflussen können.



    Fazit:



    Gerechte Erbschaftssteuer JETZT!



    Und wo ich gerade dabei bin:



    Reaktivierung der Vermögenssteuer JETZT!

    • @V. Ohneland:

      Das, die denke ich, nur eine nächste Sau durch‘s Dorf.



      Bürgergeld zu hoch und bequem,



      Menschen faul, Renten zu früh, Teilzeit wirtschaftsschädigend.



      Wie wäre die Bevölkerung abzuschaffen, dann sind die fleißigen , klugen, gutverdienenden unter sich?



      Hat überhaupt irgend ein Politiker Kontakt zu arbeitender Bevölkerung. In der Praxis?



      Es scheint mir nicht so!

  • Das wollen selbst Konservative nicht und realistisch gesehen: Dass das jetzt zur Fachkräfte-Gewinnung beiträgt, ist doch unwahrscheinlich. Der gesuchten Fachkraft kann der Arbeitgeber die Teilzeit eh nicht verwehren. Weil die dann auch schnell weg ist.

    Es kann aber generell schwierig sein, wenn man mehrere Mitarbeiter hat, die am Nachmittag nicht arbeiten können oder schon Freitag immer frei haben. Dann kann das Recht auf Teilzeit mit dem Recht auf Teilzeit kollidieren, wenn neue Mitarbeiter dazu kommen.

    Aber wenn nur Väter und Mütter mit kleineren Kindern ein Anrecht hätten, dann hätten die schon gleich wieder schlechtere Karten am Arbeitsmarkt, das kann doch nicht mal die CDU wollen.

    Jetzt im Wahljahr ständig was rauszuhauen um ein bisschen Aufruhr zu erzeugen dürfte nicht die ideale Strategie sein.

  • Teilzeit soll doch nicht abgeschafft werden, sondern nur die gesetzliche Pflicht, dass auch kleine Betriebe das den Mitarbeitern anbieten müssen. Das ist wirklich nicht hilfreich, das sollen die Betriebe bitte selber entscheiden

    • @Klaus Schwarzmüller:

      Also ich find das Gesetz aktuell gar nicht so wild für die Betriebe:

      "...(2) Der Arbeitgeber kann das Verlangen des Arbeitnehmers nach Verringerung der Arbeitszeit ablehnen, soweit betriebliche Gründe entgegenstehen; § 8 Absatz 4 gilt entsprechend. Ein Arbeitgeber, der in der Regel mehr als 45, aber nicht mehr als 200 Arbeitnehmer beschäftigt, kann das Verlangen eines Arbeitnehmers auch ablehnen, wenn zum Zeitpunkt des begehrten Beginns der verringerten Arbeitszeit bei einer Arbeitnehmerzahl von in der Regel



      1. mehr als 45 bis 60 bereits mindestens vier,



      ..."



      www.gesetze-im-int...BJNR196610000.html

      Aber darum geht's in der Debatte im Kern gar nicht.

    • @Klaus Schwarzmüller:

      Bis 15 MA müssen Betriebe das - Stand heute - gar nicht anbieten.

  • Wahrscheinlich war ich zu naiv - aber ich dachte immer, dass sich die Arbeitsstunden durch die Automatisierung und Digitalisierung großer Bereiche in Produktion und Dienstleistung mindern würden. Das war offensichtlich ein Trugschluss.

    • @Il_Leopardo:

      Keine Sorge, das weiss man in der politischen/sozialen Philosophie seit Jahrhunderten, dass z.B. Hierarchien die Arbeitszeitverringerung verhindern. Aber das ist ja eine Geisteswissenschaft, wen interessiert die schon.

  • Die Autorin greift zu kurz, denn es geht nicht nur um Populismus, was schon gefährlich genug ist, sondern um die eigeninteressen-geleitete Politik auf Basis eines marktreligiösen Fundamentalismus, der mit der Genialität der Unternehmer gerechtfertigt wird. Auch die Dogmen des Wirtschaftswachstums, des Bürgergeldes, des Widerwillens, Reiche zu besteuern die Schuldenbremse oder eben fragwürdige Disziplinierungsmaßnahmen wie die Teilzeitregelungen ergeben nur aus der neoliberal überformten VWL einen Sinn. Aus einer Perspektive, die alle Bereiche des menschlichen Lebens gleichberechtigt einschließt, sind sie aus wirtschaftlicher Perspektive vollkommen realitätsfern. Das sind wahrlich keine neuen Erkenntnisse, sie fallen allerdings den Diskussionen häufig komplett hinten über. Man sollte das m. E. immer im Hinterkopf behalten, um sich nicht in wenig fruchtbaren Schein- oder Partikulardiskussionen zu verheddern.

    • @Carsten Weide:

      Einverstanden.

    • @Carsten Weide:

      Genau meine - in dieser Gesellschaft schon nicht mehr durchsetzungsfähige - Meinung. Nicht durchsetzbar, weil unsere Gesellschaft inzwischen soweit nach rechts gerückt ist, dass fundamentale Menschenrechte des Grundgesetzes schon als "linksextrem" geframt werden.



      Wie es sein kann, dass die Menschen sich vorlügen lassen, dass die "genialen Unternehmer", die ein Unternehmen nach dem anderen in den Sand setzen (genauer: die Arbeitsplätze in D), immer nur an Gewinnen "Schuld" sind, aber nicht an den Miesen, kann man nur durch ein profitorientiertes Mediensystem und mangelnde Bildung erklären.



      Wer sich heute noch von "Experten" einreden lässt, dass diese Wirtschaftspolitik entgegen aller Studien zu einem Aufschwung führen soll, der hat nicht mehr alle Kekse in der Dose. Eine grandiose noch gesteigerte Umverteilung von unten nach oben.



      Das Fass des dysfunktionalen Neoliberalismus - der genau richtig: eine Religion ist - aufzumachen und den im Grunde zu kritisieren, traut man sich schon gar nicht mehr.



      Statt eines Systems für die Menschen, werden die Menschen in die Form gepresst, die gut für das System und die Besitzer des Systems ist.

  • Die CDU hat von Wirtschaft keine Ahnung (mehr). In wirtschaftlich starken Zeiten hatten wirtschaftlich starke Länder wie NL und DE die höchsten Teilzeitquoten und wirtschaftlich schwache Länder des Südens wie Griechenland hohe Vollzeitquoten, wo man halt bei 8h Lohn oft nur 5h Arbeit hatte.

  • Also ich bin einer dieser lifestyle Teilzeitarbeiter.



    Ich arbeite 30h pro Woche. Das Geld reicht mir und der freie Tag ist mir mehr wert als ein paar Hundert Euro im Monat.



    Finde es bemerkenswert, dass Herr Merz und seine Regierung mich zu mehr Arbeit zwingen möchte. Ich dachte Zwangsarbeit ist laut Grundgesetz verboten.

    • @TeeTS:

      Ich war nie Lifestyle Teilzeitarbeiter -wäre im Vierschichtbetrieb auch schlecht möglich gewesen. Allein der ernsthaft ausgesprochene Gedanke hätte mich wohl vor die Tür des Unternehmens in USA-Besitz befördert.



      Aber ich habe mir dreißig Jahre lang das Recht herausgenommen jegliche Überstunden abzulehnen. Und das ganz einfach deshalb, weil unumgängliche Erwerbsarbeit allein nicht Sinn und Inhalt eines Menschenlebens sein kann.



      Auf der anderen Seite stand schließlich, dass ich im Schnitt maximal zwei Krankentage im Jahr hatte und darüber hinaus always erwartbar meine Arbeit gemacht habe und damit mehr alks genug für die hochwohlüblichen Shareholder in Übersee tat.



      Mit anderen Worten: Ich kann verstehen, wenn jemand sich nbicht in allererster Linie über seinen Broterwerb definieren mag nur weil das vom System so vorgesehen ist...

    • @TeeTS:

      Aus dem Sachartikel der taz:

      "In dem Antrag wird gefordert, dass der bisher geltende Rechtsanspruch auf Teilzeit künftig nur bei „Vorliegen einer besonderen Begründung gelten“ solle. Dazu zählten etwa die Erziehung von Kindern, die Pflege Angehöriger oder Weiterbildungen. Zugleich heißt es in dem Antrag: „Nicht besonders begründete Teilzeit kann weiterhin einvernehmlich zwischen den Arbeitsvertragsparteien vereinbart werden – jedoch ohne gesetzlichen Rückkehranspruch in Vollzeit.“

      Zwangsarbeit wird durchaus anders definiert.

      • @rero:

        Ja dann ist ja alles top, der Chef wird nur das Beste für dich wollen.

  • Die CDU und die CSU versucht, von ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken. Diese Regierung steuert ebenso auf ein vorzeitiges Ende zu wie die vorherige. Was danach kommt kann man absehen - armes Deutschland.

  • Ich finde das zynisch. Erstmal gegen geflüchtete hetzen, dann ausgebildete Fachkräfte abschieben und dann den anderen erzählen "Hey ihr arbeitet zu wenig". Liebe CDU & AFD Wähler, lasst euch doch nicht für so dumm verkaufen. Kannst du dir echt nicht ausdenken was da grade veranstaltet wird.

    • @Katharina Röser-Dümmig:

      Ich finde das auch sehr zynisch und widersprüchlich, Menschen die sich gerade mal eine Perspektive aufgebaut haben diese unterm Hintern weg zu reißen, nur um sich dann umzudrehen und von allen anderen Mehrarbeit zu fordern.

  • Arbeitszeitgesetz, Krankenstand, Lifestyleteilzeit...



    Es geht hier nicht um berechtigte oder begründete "Reformen" sondern darum, die Rechte der Menschen unter Dauerfeuer zu setzen und soviel wie möglich zu schleifen.



    Das ist alles.



    Lenkt auch prima von so Umverteilungswerkzeugen wie Erbschafts- und Vermögenssteuer ab.

    • @Nansen:

      Exakt.

  • Übers Ziel hinausgeschossen sicherlich, aber man darf ja schon mal die Frage stellen, warum Minijobs bei der Krankenversicherung nur pauschal vom Arbeitgeber mit 13% abgegolten werden oder warum man bei Teilzeit steuerlich bevorteilt wird bzw. den vollen Krankenversicherungsschutz bei weniger Beitrag geniesst. Ein erhöhter Beitrag analog dem Beitrag für Kinderlose bei der Pflege ist denkbar. Deshalb: Keine Denkverbote.

    • @Eckhard Hanseat52:

      "... warum Minijobs bei der Krankenversicherung nur pauschal vom Arbeitgeber mit 13% abgegolten werden ... bei Teilzeit ... vollen Krankenversicherungsschutz bei weniger Beitrag ..."

      Den vollen Krankenversicherungsschutz erhalten Sie auch, wenn Sie gar keine Beiträge bezahlen oder jemals bezahlt haben. Insofern finde ich es in Ordnung, dass Teilzeit-Erwerbstätige nicht stärker belastet werden.

    • @Eckhard Hanseat52:

      "warum man bei Teilzeit (...) den vollen Krankenversicherungsschutz bei weniger Beitrag geniesst."



      Weil der Krankenversicherungsschutz unabhängig von der Höhe des Gehalts ist. Schließlich kriegt man bei mehr Gehalt auch keine bessere Krankenversorgung (innherhalb der gesetzlichen, was ja Thema ist).



      Eigentlich logisch, wenn man kurz drüber nachdenkt.

    • @Eckhard Hanseat52:

      Äh, Minijobs gehören m.E. zurück zur seltenen Ausnahme, zweifelsohne, denn die Sozialkassen brauchen auch das Geld (wie das von allen Arbeitenden gemeinsam am besten).

      Teilzeitmenschen wären dabei häufig sonst schon über den Partner/ die Partnerin mitversichert - eine andere Besonderheit der GKV, die am besten funktionieren wird, wenn die mal alle umfasst.

    • @Eckhard Hanseat52:

      Wenn wir so schon anfangen, dann können wir auch die Krankenversicherungsbeiträge ganz einfach so berechnen wie in der privaten Krankenversicherung. Also dass die, die mehr Leistungen benötigen, auch mehr zahlen: nach Alter, chron. Krankheiten, etc.



      Oder schießt das dann auch übers Ziel hinaus?

      • @TeeTS:

        Das eine hat etwas mit Notwendigkeit zu tun und damit einhergehender Solidarität.



        Das andere ist halt dann doch Lifestyle, den andere bezahlen sollen. Wieso man mit Lifestyle-Teilzeitarbeitern solidarisch sein soll, erschließt sich mir nicht.



        Mehr Beiträge zahlen und mehr arbeiten für jemanden der aus Lifestylegründen weniger arbeitet ist nicht gerecht.

        Das ist schon ein Punkt, warum soll jemand der freiwillig mehr arbeitet (40 Std) mehr zahlen müssen für die gleiche Leistung, wie jemand in Teilzeit aus Lifestylegründen? Wir reden hier ja nicht über Reiche, sondern über Angestellte Personen.

        • @Walterismus:

          Aber wenn sie aus Lifestylegründen 40+ Stunden die Woche arbeiten wollen, hindert sie ja keiner dran. Aber ich sehe nicht ein, weswegen ich ihnen jetzt dafür auch bessere Gesundheitsleistungen finanzieren soll? Die Arbeit ist doch Lohn genug

  • Friss Vogel oder stirb ist schon das sozialdarwinistisch brutale Motto der Mertz0-Retro-Hartz4-100pro-Sanktions-Hölle..

    Der Vollzeitarbeitzwang des Wirtschafts-"Flügel"s fügt dem noch einen weiteren menschlich 100pro unakzeptablen Zwangsmechanismus hinzu.

  • Deutschland hat 3 Mio. Arbeitslose, von denen die meisten händeringend einen vernünftigen Job suchen. Die Arbeitsagenturen fahren die Weiterbildungsmaßnahmen zurück. Da kann man Angst kriegen, wenn man 50 plus ist oder auch nur ein Handicap hat. Und die Unternehmer, die uns bis 70 arbeiten lassen wollen sind die gleichen, die Menschen mit 50 nicht mehr einstellen wollen. Zu alt, schneller mal krank und zu teuer. Erfahrung zählt auch immer weniger. Jung, billig, willig und gut ausgebildet wird nachgefragt gern auch aus dem Ausland. Arbeitslose werden fallen gelassen von Politik, Wirtschaft und vielen Arbeitsagenturen. Ganz schlimme Entwicklung. Und Millionen Arbeitslose sind die Verlierer.

  • Wie jede Medaille hat auch diese zwei Seiten:



    "Der Arbeitskräftemangel in Deutschland ist akut. Der Grund ist vor allem die demographische Entwicklung. Doch verstärkt wird das Problem durch sinkende individuelle Arbeitszeiten, so das ifo-Institut.



    Sinkende individuelle Arbeitszeiten verschärfen dem Münchener ifo-Institut zufolge den Arbeitskräftemangel in Deutschland. Zwar sei die Zahl der Erwerbstätigen seit 1991 von rund 40 auf 45 Millionen gestiegen, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest. Die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden seien in dem Zeitraum jedoch gleich geblieben. "Die 45 Millionen arbeiten so viel wie die 40 Millionen früher."



    tagesschau.de bereits '23



    /



    "Anpassungen seien zwingend, sagt Gudela Grote von der ETH Zürich. «Sonst haben wir dasselbe Problem wie bei Pensumsreduktionen.» Wenn Angestellte ihr Pensum reduzieren, würden Firmen die Aufgaben der Person teilweise nicht auf das tiefere Pensum anpassen. «Dann arbeiten Angestellte gleich viel, aber für weniger Geld.» Eine Verdichtung der Arbeit erhöhe das Burnout-Risiko, sagt Grote."



    srf.de



    Ebda:



    "Viertagewoche – das Arbeitsmodell der Zukunft?"



    Weiter



    "Entscheidend sei auch, wie eine Firma die Erreichbarkeit regle..."

  • Wie schon mehrere Kommentatoren und Kommentatorinnen angemerkt haben, wäre es für eine sachliche Debatte hilfreich, die gemachten Aussagen korrekt und genau wiederzugeben: der Verband schlägt vor das RECHT auf Teilzeit für ALLE abzuschaffen. Keinem Unternehmen wäre es verboten JEDE/ JEDEN die/der es wünscht in Teilzeit zu beschäftigen.

    Wenn es sich bei der beschriebenen Zielgruppe (Menschen die keine anderen Verpflichtungen haben) um Leute handelt die gut verdienen und lieber Ihr Pensum reduzieren, steht eben die Frage im Raum, ob es ein Recht auf Teilzeit UND ein Recht auf Unterstützung (Sozialleistungen) gibt, wenn die Unterstützung bei einer Vollbeschäftigung nicht erforderlich wäre. Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein aber auch diskutieren.

    Der Ton macht freilich die Musik und der wurde wieder mal nicht getroffen. So kann man keine vernünftige Diskussion führen. Das alles ändern nichts am Umstand, dass in Deutschland die Arbeitzeiten kürzer und Fehlzeiten länger sind als in Nachbarländern, die gerne als Vorbild genommen werden, wenn der Rasen woanders grüner ist als zuhause.

    • @Newjoerg:

      Ja, die unendliche ökonomische Weisheit der Union offenbart sich in dieser Idee nun wirklich umfänglich. Z.B. werden Frauen, die jetzt die Möglichkeit haben, im Arbeitsmarkt zu verbleiben, wenn sie kleine Kinder haben, dann ggf. wieder gezwungen sein, sich aus dem Arbeitsleben zurückzuziehen. Was zu massiven Minderungen des Rentenanspruchs führt. Das ist ja mal ne echt großartige Idee, gel?

      • @Kaboom:

        zuerst rate ich sich mit der Sache zu beschäftigen und die parteipolitische Brille abzusetzen. Fakt bleibt, dass in dem Land in dem ich lebe auch viele Junge Menschen ohne familiäre Verpflichtungen mit reduziertem Pensum arbeiten um anderen Interessen nachzugehen, Frauen häufiger als Männer. Das kann ich gut nachvollziehen und ist auch legitim. Nur sollte eben die solidarische Unterstützung (Subvention von Krankenkassenbeiträgen usw.) Teilzeitarbeit für diese Gruppe nicht honorieren.

  • Lustig, da wird man verschiedentlich, wohl wieder öfters mal auf Leistungsbezug abtauchen und seine ganze Kreativität, Schaffens- und Willenskraft dazu einsetzen, die Sesselpupser vom Amt auf's Kreuz zu legen.

    • @H. Wolfgang B.:

      Als ob die "Sesselpupser vom Amt" diesen Leistungsbezug finanzieren würden...

  • Was mich stört, sind:



    1. Der abqualifizierende Tonfall, der sich bei der CDU breitmacht. Das erinnert mich doch sehr an die Kohl-/Dregger-CDU. Da war ja auch schon einmal von Deutschland als Freizeitpark die Rede -- als Begleitmusik einer "geistig-moralischen" Wende in die Bimbes-Republik.



    2. Die fragwürdige Idee hinter all dem Gerede, dass für Deutschlands Misere weder eine verfehlte Wirtschaftspolitik (von Minister:innen, die überwiegend die CDU stellte und heute wieder stellt) noch eine deutsche Wirtschaft verantwortlich sein könnten, die sich mit freundlicher Hilfe der Politik auf ihren Lorbeeren ausgeruht hat. Übrigens war auch da die CDU mit ganz vorne dabei. Und es geht ja gerade so weiter: Verbrenner-Aus-Aus, Abwürgen der Energiewende ... Wenn eine Partei keine Idee von Zukunft hat, dann ist es die CDU.

    Was ich mich auch frage: wen will man mit diesen Sprüchen hinter dem Ofen vorlocken? Ich stand heute vor einer Gruppe von jungen Menschen Mitte 20, die haben große Vorfreude geäußert auf eine Arbeitswelt á la CDU ...

    • @Libuzzi:

      "Wenn eine Partei keine Idee von Zukunft hat, dann ist das die CDU."



      In der Tat. Rückwärts immer, vorwärts nimmer, scheint das Motto.



      Wenn man bedenkt dass Deutschland noch in den 1990er-Jahren Weltmarktführung bei Erneuerbaren Energien hatte möchte man einfach nur ins Kissen beißen. Und Merz meint, wir müssten alle nur kräftig anpacken, wie in der Nachkriegszeit, als ob die wirtschaftliche Welt heute nicht eine vollkommen andere wäre.



      Die CDU: Eine Partei der Besitzstandswahrung.

      • @V. Ohneland:

        das kommt weil Deutschland keine Industriepolitik für erneuerbare Sonnenengie betrieben hat sondern das Geld als garantierte Einspeisevergütugen in die Taschen der Bürger geflossen ist

  • Jetzt macht die CDU mit so einer Art Dienstverpflichtung dem Phrasenclown vom Dummschwätzinstitut für Wichtigtuer Konkurrenz.



    Ob Boomersoli, Zwangsdienst für Boomer oder Maximalarbeitspflicht für normale Beschäftigte - all diese Zwangsmassnahmen gehen uns Leere, wenn sich Arbeit und insbesondere Mehrarbeit nicht lohnt, weil nach Steuern und Sozialabgaben und ggf. Abzug von Unterstützungsleistungen netto kam mehr übrig bleibt.



    Das Geundübel in Deutschland ist, dass Einkünfte aus Erwerbsarbeit viel zu hoch belastet werden, während Kapitalerträge bevorzugt behandelt und grosse Vermögen gar nicht besteuert werden. Komisch, sogar in der des Sozialismus völlig unverdächtigen Schweiz klappt das.

    • @Carsten S.:

      in der Schweiz sind 40+ Wochenstunden Regelarbeitszeit

    • @Carsten S.:

      "Komisch, sogar in der des Sozialismus völlig unverdächtigen Schweiz klappt das."

      Könnte auch daran liegen, dass dank der traditionellen Verschwiegenheit der Schweiz dort mehr "ausländische Vermögen" liegen als in anderen Ländern, was für Steuern (die vor allem zum Wohle der Inländer ausgegeben werden) erheblich geringere Steuersätze ermöglicht, was wiederum im Ringschluß die Schweiz als Lagerort für das Vermögen attraktiver macht als andere Länder mit höheren Steuersätzen. ^^

      • @FriedrichHecker:

        D'accord, in der Schweiz ist auch nicht alles Gold, was glänzt.



        Aber ich bleibe dabei: der deutsche Staat ist erschreckend teuer, für das, was er seinen Einwohnern bietet.



        Hier in Thun sind z.B. Waldwege besser gepflegt als die Strassen mitten in einer mittelgrossen Stadt in Baden-Württemberg. Über den Zustand der Bahn muss man keine Worte verlieren. Öffentliche Bauvorhaben überschreiten das Budget nicht um ein Vielfaches. Und so weiter.



        Und dafür zahlt man in Deutschland fast doppelt so viel an Steuern und Abgaben wie hier.

  • Teilzeitanfragen in der ersten Arbeitsstelle nach der Uni erlebe ich zunehmend. Verstehe ich nicht bei Singles ohne Kinder oder pflegebedürftigen Angehörigen und kann es auch nicht unterstützen.



    Problematisch ist dieser Anspruch bei jungen Mitarbeitern, dass sie in ihren guten und gesunden Jahren volle Sozialleistungen erhalten aber nicht die volle Leistung in das System einbringen.

    • @Flocke:

      Freier Markt, Angebot und Nachfrage - es liegt an ihnen, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass ihre MA gerne 40 Stunden arbeiten kommen, statt hier auf staatliche Gängelung zu setzen. Wäre zumindest der übliche Wirtschaftsliberale spin.

    • @Flocke:

      Welche „vollen Sozialleistungen“ nutzen/beziehen denn diese Arbeitnehmer in ihren „guten und gesunden Jahren“ (Ihre Worte)?

    • @Flocke:

      Lasst uns mal solidarisch bleiben und im Hinblick auf Digitalisierung usw. auf die 4 Tage Woche bei vollem Lohnausgleich hinarbeiten. Bitte Danke!

  • Ich arbeite und bezahle steuern und habe kein Geld vom Staat

    Inwiefern geht es den Staat etwas an wie viel ich arbeite?

    • @Todesfister:

      @Todesfinster



      Ebend - Nischt geht es den Staat an.

  • Dann zwingen sie Frauen wieder in Vollzeit*, die hören dann mangels Kinderbetreuung auf zu arbeiten, und am Ende sind noch weniger Leute beschäftigt.

    * es ging aber nur um unbegründete Teilzeit, d.h. "mein Kind muss betreut werden" ist sicherlich weiterhin valide. Im öffentlichen Dienst bei uns ist Betreuung sogar die einzige rechtliche Möglichkeit, Teilzeit zu machen, alles andere kann abgelehnt werden. Vielleicht will Merz Arbeitnehmer und Beamte annähern. Wer weiß?

    • @Cededa Trpimirović:

      "es ging aber nur um unbegründete Teilzeit, d.h. "mein Kind muss betreut werden" ist sicherlich weiterhin valide"

      Wichtig ist vor allem, dass nicht der Arbeitnehmer entscheidet, was valide ist und was nicht, sondern der Arbeitgeber. Und wenn der meint, dass Kinderbetreuung nicht valide ist, ist sie das nicht. DAS sind die Vorstellungen des Wirtschaftsflügels der CDU.

    • @Cededa Trpimirović:

      "...es ging aber nur um unbegründete Teilzeit..."



      Wenn wir unsere Lebensplanung vor Behörden begründen müssen, sind wir wo?

  • Lifestyle. Wie komme ich von Lifestyle zu Carsten Linnemann?



    Laut WIKI: Er arbeitete ein Jahr bei der Deutschen Bank - ein zweites bei der IKB. Frage: erfolgte der Wechsel auf Grund von Fähigkeit, oder nicht? Lifestyle.



    Danach tauchte er in den Bundestag ab - Lifestyle, um als MacherMacherMacher seinem vorgesetzten Schlacks in Sachen unausgegorener und übergriffiger Bemerkungen nachzueifern. Sie erinnern sich? - bei Miosga rüpelte er u.A. gegen Rentner.

    So wurde er zu meinem besonderen Spezi:



    Bei Claude Lévi-Strauss (Mythologica I: Das Rohe und das Gekochte - Suhrkamp / gibt es eine Fußnote zu Carsten Linnemann auf Seite 493



    -> c.linnemann: Totemtier Duracell-Äffchen, poly-endemisch, Schnappatmer, nicht vom Aussterben bedroht()



    ((natürlich - gibt es diesen Eintrag bei Lévi-Strauss nicht - wie hätte er sich eine solche Figur auch ausdenken wollen... aber- nett wär`s))

    • @S.Prezzatura:

      Sachen git's, die gibt's wirklich:



      de.wikipedia.org/w..._Connemann#Politik



      „Im Jahr 2009 gab Connemann ein Gutachten beim Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages in Auftrag, das klären sollte, ob außerirdisches Leben existiert.“



      (ebenda - bei Wikipedia)

    • @S.Prezzatura:

      Eher an Systemen als an Personen abarbeiten, oder?



      Wie kommt ein Spätspätneoliberaler ohne größere Zuhörfähigkeit bis zu einem Generalsekretärsposten einer großen Partei? Das ist doch eher ein Problem von Berlin als von Paderborn.

  • Schon beim Krankenschein wurde einfach übersehen, dass man den seit elektronischer Übermittlung nicht mehr so einfach ins Altpapier kriegt, um trotzdem zu arbeiten, was lt. DAK eine signifikante Erhöhung des Krankenstandes verursacht hat. Und dass jemand, der für zwei "eingesparte" Kollegen mit arbeiten muss, dann vielleicht auch für drei krank wird. Und nun die Teilzeit . Besonders geschickt auch das Zurücknehmen des Rechtes auf Rückkehr aus der Teilzeit - vor sieben Jahren eingeführt, um diese grund- und sinnlose Einschränkung für arbeitswillige und -fähige Menschen, die sich vorübergehend anderen Pflichten widmen wollen oder müssen, endlich zu beenden. Dafür gab es gute Gründe, genau wie für die Abschaffung der Praxisgebühr. Wer vorgibt, an dem Thema "gearbeitet" zu haben, aber statt vernünftiger Begründungen mit Zahlen und Fakten nur gedankenlose Pöbelei abliefert, sollte sich besser um die eigene Arbeitsmoral Gedanken machen.

    • @Christine_Winterabend:

      "Um trotzdem zu arbeiten" - Wenn man dem Arbeitgeber nicht sagt, dass eine eAU vorliegt mit den korrekten Daten, weiß er es auch nicht und kann diese auch nicht abrufen. Das Thema ist die Statistik. Die Krankenkassen hatten vorher nur die AUs, die auch vom Arbeitnehmer geschickt wurden. Dass das nun bei vollständiger elektronischer Übermittlung mehr sind, ist klar.

      • @Berliner99:

        Die DAK-Statistik sprach von 60%, wenn ich mich nicht irre. Das wird natürlich auch dran liegen, dass der Switch während Corona erfolgt ist, wo viele im Homeoffice waren.



        Aber mich wundert, dass die Erfahrungen von Arbeit"nehmern", die die Effekte durch "Einsparungen" bei Beschäftigten mit unbezahlter Mehrarbeit und hoher psychischer Belastung durch überhöhte Anforderungen ausgleichen müssen, immer wieder so vehement angezweifelt werden, aber niemals die Fehleinschätzungen im Management, die diese Mißstände verursachen. Bis hin zur Gefährdung der Volkswirtsschaft, wie sie z.B. in der Autoindustrie für jeden, der sehen will, deutlich genug sichtbar ist.

  • Wer ist der größte Steigbügelhalter der AfD ?

    Was will Merz eigentlich ?



    Vielleicht will er sich vor seinen Duzfreunden einfach nur aufplustern.

    Mit vernünftiger Politk hat das nichts zu tun. Aber das wissen alle beteiligten natürlich auch selbst.

    • @Bolzkopf:

      Der Herr und seine Freunde, Geld machen mit Hilfe der Rüstungsindustrie und Panikmache, dann Ausgrenzung von Bevölkerunggruppen die dann aufeinander losschimpfen



      Dann den Rest vergessen.



      Kanzlerschaft mit, durch Lügen gesichert.

    • @Bolzkopf:

      "Mit vernünftiger Politk hat das nichts zu tun. Aber das wissen alle beteiligten natürlich auch selbst."



      Darum geht es ja auch nicht wirklich. Wichtig dabei ist die Außenwirkung, die Symbolwirkung. Tatsächliche Wirkungen treten sowieso nicht so schnell ein, dass sie für die nächste Wahl relevant sind. Stimmungen sind wichtig, nicht Ergebnisse.

      • @Encantado:

        Ich sag ja: Steigbügelhalter

        • @Bolzkopf:

          "Ich sag ja: Steigbügelhalter"



          Das bedingt in meinen Augen einen gewissen Vorsatz, den ich blauäugig wie ich bin so nicht erkennen kann. Ich gehe davon aus, dass unsere Spitzenkräfte die Dinge für kurzfristige Stimmungen machen, ohne Konsequenzen sehen zu können.



          Was es nicht besser macht.

  • Wird das jetzt ähnlich erkenntnisreich wie die Stadtbild-Debatte?

    Müde weiße ich darauf hin, daß die CDU nicht die Teilzeit abschaffen möchte, sondern das RECHT auf Teilzeit.

    Nein, die CDU schaut nicht auf die Menschen herab.

    "Listen to the science" wäre hier mehr als angebracht .

    • @GregTheCrack:

      "aß die CDU nicht die Teilzeit abschaffen möchte, sondern das RECHT auf Teilzeit."

      Jaja, so ähnlich wie die Republikaner in den USA ja nicht die Abtreibung verboten haben, sondern das Recht auf Abtreibung abgeschafft haben.

    • @GregTheCrack:

      "Nein, die CDU schaut nicht auf die Menschen herab."

      Doch genau das tut sie. Wer wegen des hohen Krankenstandes die Regeln zur Krankschreibung ändern will, statt die Gesundheitsversorgung zu verbessern, unterstellt, dass Menschen auf Krankenschein blau machen. Und wer von Lifestyle Teilzeit faselt, die noch vom Sozialsystem gesponsert wird, unterstellt Faulheit und blendet die Realität sehr vieler Menschen im Land aus. Und wer trotz enorm vieler geleisteter Überstunden darüber redet, dass mehr gearbeitet werden muss, unterstellt Faulheit.

      Ja. Die Führung der CDU schaut auf die arbeitenden Menschen im Land herab.

      Und ganz konkret. Der Kanzler und seine Clique beleidigen mich und meinen Bekanntenkreis mich.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Es gibt schon so einige, die wegen Lappalien "blau" machen. In der DDR gab es Betriebsärzte, zu denen man verpflichtet werden konnte und die nicht den Krankenschein auf Wunsch ausgestellt haben. Vielleicht wäre das ja ein Ansatz um entgegenzuwirken statt alle unter Generalverdacht zu stellen. Aber da kommen bestimmt die Hausärzte quer, die plötzlich nicht mehr ihre Patienten aussuchen könnten.

        • @Gulliver Gustavson:

          Es gibt Amtsärzte.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Und zu denen darf der Arbeitgeber einfach so seine Mitarbeiter zwecks Feststellung der Arbeits(un)fähigkeit schicken? 🤔

            • @FriedrichHecker:

              Er muss es begründen. Und das ist richtig, weil er sich sonst auf der Linie der Merz Clique bewegt. Einfach mal einen Verdacht in die Landschaft husten...

    • @GregTheCrack:

      Doch, die CDU will nicht, dass Menschen in Teilzeit gehen können, wenn ihre Lebensumstände es erfordern. Denn ohne das Recht auf Teilzeit muss man sich darauf einstellen, kündigen zu müssen, sollte sich das Leben anders entwickeln als vollzeitkonform.

      • @Jeff:

        Genau das sagt die Initiative NICHT: Denn WENN die Lebensumstände es erfordern, soll nach diesem Vorschlag auch weiter ein Anspruch auf Teilzeit bestehen. Nur diejenigen, die KEINEN entsprechenden Grund für ihren Teilzeitwunsch haben, sollen sich mit ihrem Arbeitgeber einigen müssen, ob er ihn erfüllt.

        Das gibt sogar Frau Schmollack zu (auch wenn Sie sich die polemische Formulierung nicht verkneifen kann, die Initiatoren würden derlei Gründe wohl "als Ausrede gelten lassen").

    • @GregTheCrack:

      Ähnlich war die Schlagzeile, die CDU/CSU würde Gendern verbieten.

      Dabei wurden nur Wortbinnenzeichen indirekt nicht mehr praktiziert, weil man sich in den Behörden an geltende Rechtschreibregeln halten sollte.

      Empörungsjournalismus.

    • @GregTheCrack:

      "Listen to the science"? Die sagt uns:



      1. Gerade wird in Deutschland Beschäftigung abgebaut, weil die Nachfrage fehlt, v.a. in den klassischen Exportindustrien. Einfach mehr arbeiten hilft dagegen eher nicht.



      2. Insbesondere bei jüngeren Arbeitnehmern vollzieht sich ein deutlicher Mentalitätswandel. Die sind einfach nicht mehr bereit, sich für das klassische Boomer-Lebensmodell abzurackern. Kann man ja auch verstehen: Wer weiß, ob das Häuschen morgen noch steht ... Vielleicht kommt eine Sturmflut, oder der Russe. Und dem kommt man mit Altherren-Sprüchen nicht bei, auch wenn die CDU da inzwischen gut drin ist.



      3. Es geht auch nicht allein um "Lifestyle"-Teilzeit; hier soll die Verantwortung für die momentanen wirtschaftlichen Probleme entlang gesellschaftlicher Machverhältnisse nach unten durchgereicht werden. Oder, um die aktuelle Kommunikationswissenschaft zu bemühen: Es wird ein Narrativ etabliert, dass die weitere Umverteilung von unten nach oben absichert.



      Was das die Wissenschaft, die Sie meinten?

      • @Libuzzi:

        2. Ist wohl eher erzwungenermassen. Boomer konnten von einem Vollzeitgehalt noch eine Familie ernähren.

  • br.dr, 26.01.2026, 16:44 Uhr:



    >"Falscher Weg": CSU lehnt Teilzeit-Vorstoß aus CDU ab /



    Ja zu längeren Arbeitszeiten, aber nein zu einer Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit: CSU-Chef Söder lehnt den Vorstoß des Wirtschaftsflügels der Union ab, "Lifestyle-Teilzeit" zu verbieten. Kritik äußern auch Philologenverband und VdK.<

    Schließ sich hier Söder der taz an oder die taz Söder?

    • @Josef 123:

      @ Josef 123



      Vermutlich wollen in dem Familienunternehmen von Söders Ehefrau, Karin Baumüller-Söder, der Baumüller-Gruppe Holding GmbH & Co KG mit Stammsitz in Nürnberg und über tausende von Beschäftigten, zuviele Mitarbeiter die Möglichkeit der Teizeitbeschäftigung in Anspruch nehmen.

  • Falsche Aussage



    "Der Wirtschaftsflügel der CDU will Teilzeit für viele Menschen abschaffen. " Nein, die CDU will das gesetzlich verbriefte Recht auf Teilzeit abschaffen, nicht die Teilzeit. Ein Arbeitgeber darf also wieder "Wir suchen in Vollzeit...." in eine Stellenanzeige schreiben, was ich speziell für kleine Unternehmen richtig finde, auch wenn ich kein Fan der CDU bin.

    • @Hans Dampf:

      "Nein, die CDU will das gesetzlich verbriefte Recht auf Teilzeit abschaffen, nicht die Teilzeit."



      So groß ist der Unterschied nicht. Die Entscheidung für die Teilzeit wird dadurch vom Arbeitnehmer auf den Arbeitgeber verlagert. Ihr Teilzeitwunsch fällt damit in das Gutdünken Ihres Arbeitgebers.



      Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

    • @Hans Dampf:

      Sie wissen schon um die 15-MA-Grenze derzeit?

      • @Janix:

        Sie wissen schon: "Eine kleine Firma (kleines Unternehmen) ist laut EU-Definition ein Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern " Statistisches Bundesamt

    • @Hans Dampf:

      Jain, Ihr Hinweis ist richtig, aber die Forderung der Wirtschaftsvertrerinnen in der CDU zeugen trotzdem mehr von altem Stammtischdenken, als von echtem ökonomischen Sachverstand. Selbst wenn entsprechende gesetzliche Vorgaben geändert würden, hätte dadurch keine Arbeitgeberin mehr engagierte Vollzeitmitarbeiterinnen als heute. Die guten Leute heuern dann eben bei guten Unternehmen mit professioneller Personalführung an. Da, wo man gemeinsam die passende Arbeitszeitgestaltung mit Potential anbietet. Das Konzept von Frau Connermann & Co. stammt aus der real abgewickelten Mottenkiste des Arbeitsmarkts - und sollte mit dieser schnellstens entsorgt werden. Auch im Interesse einer zukunftsfähigen CDU.

    • @Hans Dampf:

      Das Recht auf Teilzeit gilt auch jetzt schon erst in Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitenden.

      • @Christine_Winterabend:

        Habe das im Artikel auch so verstanden wie hans dampf. Nur weil die €DU populistischen Blödsinn verzapft muss die taz das ganze nicht noch weiter skandalisieren, so hat Merz auch mW. nicht davon gesprochen das kranke Menschen eher blaumachen als krank zu sein, das würde ja bedeuten das ein größerer teil der Krankschreibungen gar keine reele Krankheit zu grunde liegen haben. Das nicht jede Krankschreibung legitim ist würde ich auch so sehen, ob das jetzt ein drängendes Problem ist, ist natürlich fraglich.



        Wer die gegenseite falsch verstehen möchte kann das immer tun.

    • @Hans Dampf:

      Das dürfen Arbeitgeber auch jetzt.

    • @Hans Dampf:

      Für kleine Unternehmen greift die Teilzeitreglung so und so nicht. Worüber reden wir also?

  • Hetzen, spalten und beleidigen. Mehr kann die Clique um Merz nicht. Statt selbst zu arbeiten und Lösungen für die Probleme des Landes auf den Weg zu bringen, wird auf denen rumgetrampelt, die tatsächlich arbeiten. Und wozu? Damit diejenigen, die wirklich im Staat absahnen, nicht dabei gestört werden.

  • Wer jene höhere CDU-Dame in der Tagesschau gestern sah, wie sie auf die Vielen einfach nur herabsah und an uns vorbeiredete, der hat eine Ahnung, in welcher Parallelgesellschaft da wohl gelebt wird.



    Teilzeit dürfte pro Stunde fast immer produktiver sein.



    Am besten von beiden, Vater und Mutter, anteilig.



    Oder auch genügend Kinderpflegeeinrichtungen wären eine Idee, wie es selbst die DDR hinbekam. Und Elternpflege ohne schlechtes Gewissen dabei.

    Bei denen "oben" betteln passiert schon viel zu häufig woanders. Volle Kraft voraus in die progressive Richtung!

    • @Janix:

      "Teilzeit dürfte pro Stunde fast immer produktiver sein." Die Vokabel "dürfte" macht aus der Aussage leider eine dürftige!

      Die Arbeitsstunde sollte immer idealerweise eine produktive sein. Ergibt sich eine Effizienzsteigerung, ermöglicht das auch eine Reallohnsteigerung. Die Systeme der gerechten Lohnfindung müssen da ein Auge drauf haben.

      • @Uwe Kulick:

        Nö: die Annahme von abnehmendem Grenznutzen, doch wahrscheinlich bekannt.



        Und ein angemessener Konjunktiv, weil zwar plausible, doch nicht nachgemessene Annahme.



        Anekdotisch scheint es mir übrigens so, doch das will ich nicht verallgemeinern.

        • @Janix:

          "die Annahme von abnehmendem Grenznutzen"



          Hm, hier bewegen wir uns ohne tatsächliche Untersuchungen in reiner Spekulation.



          Der Annahme, dass weniger Arbeitsstunden am Tag pro Stunde produktiver seien (aufgrund Frische und Entspanntheit oder so, was ja durchaus schlüssig klingt) halte ich entgegen, dass bei weniger Arbeitsstunden die Fixkosten (Rüstzeiten bei Kommen und Gehen, Meetings etc.) deutlich stärker zu Buche schlagen.



          Pauschal wird man da keine seriöse Aussage zu treffen können.

          • @Encantado:

            Danke für den Meetinghinweis. Meine Beispiele im Kopf waren welche aus dem Kopfarbeitsbereich, wo so etwas konzise gehalten wird. Da findet dann die Erschöpfung nach der Arbeit statt bzw. am Freitag.



            Doch das kann anders sein, deshalb ja auch die Formulierung im das anzeigenden Konjunktiv.

    • @Janix:

      Genau: Teilzeit von beiden Eltern! So hatten wir es damals (ab dem 4. Lebensjahr unseres Nachwuchses) auch gehandhabt (je 50%) - war super! Damals gab es sogar noch 3 Jahre Erziehungsurlaub, die wir uns ebenfalls aufgeteilt hatten. Unser Sohn erlebte so ganz natürlich seinen kochenden, putzenden, Wäsche waschenden Vater - Tätigkeiten, die für ihn (den mittlerweile erwachsenen Filius) heute völlig selbverständlich sind.



      Großartig fand ich damals z.B., dass bereits immer schon das



      Essen quasi auf dem Tisch stand, wenn ich (Mutter) von der Arbeit nach Hause kam :)!



      Das alles ist bereits fast 30 Jahre her... Es geht also, wenn man für die Eltern die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft (also attraktive Teilzeitangebote für alle) und nicht in die Rollenbilder der 50er Jahre zurückfällt!