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Deutsche KriegstüchtigkeitNicht für unsere Sicherheit wird aufgerüstet

Pauline Jäckels

Kommentar von

Pauline Jäckels

Eine neue Greenpeace-Studie zeigt: Selbst ohne US-Hilfe ist Europa Russland militärisch haushoch überlegen. Das Hochrüsten dient sowieso anderen Zwecken.

Einweihung des neuen Artilleriewerks von Rheinmetall, 27.08.2025, Niedersachsen Foto: Ole Spata/laif

D eutschland und Europa müssen hochrüsten – in kaum einer Sache ist sich die hiesige Öffentlichkeit so sicher und einig wie in dieser. Spätestens seit Beginn des russischen Angriffskrieges scheint klar: Die Welt ist nicht mehr die, die sie mal war, unsere Sicherheit ist gefährdet, wir müssen uns vor der Putin’schen Bedrohung schützen.

Auf die Idee, die vermeintliche Aufrüstungsnotwendigkeit zu hinterfragen, kommt kaum noch jemand – außer Ole Nymoen, Richard David Precht, 17 linke Kleingruppen und Teile der Linkspartei. Wenn Deutschlands Top-Journalist*innen, beziehungsweise solche, die regelmäßig in Talkshows und Podcasts sitzen, über die deutsche und europäische Militarisierung sprechen, geht es schlicht nicht mehr um das Wozu, sondern allein um das Wie.

Dabei ist die Erzählung, Russland könnte schon bald die NATO angreifen, wenig überzeugend – zumindest dann, wenn man die Angstbrille absetzt und sich in Ruhe Gedanken über diese Drohkulisse macht.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Die neue Greenpeace-Studie zur europäischen Militarisierung liefert faktisches Futter für eine besonnenere Betrachtung der Bedrohungslage. Selbst wenn die militärische Unterstützung durch die USA wegfiele, wäre Europa gegenüber Russland demnach haushoch überlegen. Die europäischen Verbündeten und Kanada gaben im vergangenen Jahr zusammen rund 626 Milliarden US-Dollar aus, Russland dagegen 190 Milliarden.

Selbst in der Ukraine stößt Russland an Grenzen

Und das ist nicht allein ein Vergleich der Ausgaben. Konkret verfügt Europa über doppelt so viele Kampfflugzeuge und mehr als viermal so viele Kriegsschiffe wie Russland; auch in der Artillerie kann Europa auf dreifache Kapazitäten zurückgreifen.

Und mal ehrlich: Putin ist in der Ukraine viel zu weit vorgerückt – doch selbst gegen das militärisch weit unterlegene Land stößt Russland längst an seine Grenzen: wirtschaftlich, militärisch und personell. Wie wahrscheinlich ist es wirklich, dass dieses Russland in einigen Jahren in der Lage sein soll, die NATO erfolgreich anzugreifen? Selbst ohne Einschreiten der USA wäre das systemischer Selbstmord.

Was, wenn die russische Bedrohung gar nicht der Grund, sondern lediglich die Legitimation für eine Aufrüstung ist, die ihre Befürworter ohnehin wollten – zu einem ganz anderen Zweck? Was, wenn der Angriffskrieg nur ein Möglichkeitsfenster öffnete, um die öffentliche Meinung zu bearbeiten? Was, wenn es gar nicht um unsere Sicherheit geht, sondern um den Erhalt des deutschen und europäischen Machtanspruchs in der Welt?

Wer Deutschlands Stellung als drittgrößte Weltwirtschaft erhalten und Europa in der neuen Weltordnung als Machtfaktor positionieren will, braucht zwei Dinge: Wirtschaftswachstum und Aufrüstung – beides untrennbar miteinander verknüpft. Es sind die zwei zentralen Hebel in einem globalen System konkurrierender Staaten und Bündnisse.

Die europäische Aufrüstung dient dabei zwei Zwecken. Zum einen geht es darum, dem US-amerikanischen Wunsch nachzukommen, einen größeren Teil der NATO-Last zu tragen. Schon Joe Biden drängte darauf; Donald Trump tut es nur mit schrofferen Mitteln – seine Art des imperialen Abstiegsmanagements. Dass Deutschland und Europa sich tatsächlich von den USA lösen wollen, scheint unwahrscheinlich. Zu sehr sind sie auf den wichtigsten Absatzmarkt und die US-geführte Absicherung globaler Handelswege angewiesen.

Streben nach Machterhalt

Hinzu kommt, dass die Aufrüstung mittelfristig das stagnierende Wirtschaftswachstum ankurbelt. Nicht nur etablierte Rüstungsunternehmen profitieren vom Boom – auch die im Wettbewerb mit China geschwächte Autoindustrie kann so Wachstum produzieren, das andernfalls wegfiele.

Dass diesem Streben nach Machterhalt alles untergeordnet wird, spüren die meisten Menschen längst. Statt die marode soziale Infrastruktur zu finanzieren, werden Milliarden in die Rüstung gesteckt. Statt die arbeitende Bevölkerung zu entlasten, soll sie mehr, länger und effizienter arbeiten. Alles, was nicht Wachstum oder Waffen produziert, wird weggekürzt.

Günstig in den Kurzurlaub mit dem Deutschlandticket? Kein Geld da. Durchschnaufen nach dem Abi? Geht nicht, wenn Deutschland die größte konventionelle Armee Europas werden soll. Mit 65 und kaputten Knochen die letzten Lebensjahre genießen? Nichts da – und für viele dann mit 70 in die Altersarmut, weil die Rente nicht reicht.

Das ist die eigentliche Bedrohung: eine Politik, die den Menschen systematisch nimmt, was ihr Leben lebenswerter macht, um es in eine Aufrüstungsspirale zu stecken, die vor allem einem dient – dem Machterhalt der Mächtigen.

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Pauline Jäckels
Meinungsredakteurin
Redakteurin im Meinungsressort seit April 2025. Zuvor zuständig für die parlamentarische Berichterstattung und die Linkspartei beim nd. Legt sich in der Bundespressekonferenz gerne mit Regierungssprecher:innen an – und stellt manchmal auch nette Fragen. Studierte Politikwissenschaft im Bachelor und Internationale Beziehungen im Master in Berlin und London.
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92 Kommentare

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  • Und wieder mal eine Studie der Klempnerinnung Altötting über Gräserpollen am Ballenstedter Flugplatz.

  • Greenpeace ist absolut nicht ernst zu nehmen bei Verteidigubgsthemen.

    Hier ein Taz interview von November 24, vor 1 1/2 Jahren. Jede Prognose war falsch. jede!

    taz.de/Greenpeace-...-ueber-Aufruestung

  • Die Autorin ist "Meinungsredakteurin"? Aber ein Fach hat sie nicht, nur Meinung? (Ist das jetzt "diffamierend"?) Wie anders mag man erklären, dass sie Zahlenvergleiche aus einer Greenpeace-Studie heranzieht, ohne zu erwähnen, dass es sich bei den einfach mal so zusammen gezählten Armeen der einzelnen NATO-Staaten um einen zusammen gewürfelten Haufen nicht zusammen passenden Gerätes, Munitionstypen, Kommunikationsstrukturen etc. handelt? Dass das bisschen Munition in Stunden oder Tagen verschossen ist? Oder das Bundeswehr und Rüstungsindustrie verdammt spät in die Gänge gekommen sind, fast schon zu ihrem Glück unversehens gezwungen werden mussten?

    Der "Meinungstext" grenzt m.E.n. schon an Volksverdummung. Andere würden sagen: Volksverrat. Sorry, Provo musste sein und darf man ja auch mal. Leistet sich die taz ja auch dann und wann; gerne als Kolumne getarnt. Vielleicht hat die Autorin auch den Text als Satire geschrieben und wir merken das nicht? Andererseits: Wenn ich dank Frau Jäckels dann irgendwann mal vor den Läufen der Putin-, BSW-oder AfD-Schergen stehe - was werde ich dann wohl denken?

  • Zitat: - "Alles, was nicht Wachstum oder Waffen produziert, wird weggekürzt."

    Nun ja, laut einer Studie der Uni Mannheim wäre das zu erwartende Wachstum deutlich größer, wenn die gleichen Mittel nicht für Aufrüstung, sondern in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Bildung eingesetzt würden. Aber natürlich ist die (Anti-)Konversion der Autoindustrie mit der Umstellung auf Tötungsgerät leichter zu haben. Weiterführung des alten Industriemodells mithilfe von Kriegskeynesianismus. Trotzdem leidet die Bevölkerung unter Stagnation, steigenden Preisen und gekürzten Leistungen der Sozialversicherungen. Da muss ein erzböser äußerer Feind konstruiert werden, selbst wenn es sich dabei um den bescheidenen Rest eines Ex-Imperiums handelt. Wenn wir schon kein Wirtschaftswunder wie unter Adenauer haben können, so wollen wir wenigstens das gleiche Feindbild. Aber nach meinem Eindruck in Betrieb und Bekanntenkreis wird dieser Herrschaftserzählung immer weniger geglaubt. Die Leute sind es leid! - Das wird teils auch bei der AfD einzahlen, welche wiederum ihr friedenspolitisches Mäntelchen gewiss gern an der Theatergarderobe abgeben wird, wenn dafür ein Platz in der Regierungsloge winkt.

  • "Wirtschaftswachstum und Aufrüstung – beides untrennbar miteinander verknüpft."

    Ja, untrennbar. Deshalb ist auch Europa zwischen 1990 und 2022 nicht gewachsen - die Kriegsdividende hat gefehlt.

  • So endlos naiv finde ich den Artikel jedenfalls nicht. Germanien steckt industriell in einer Krise. Das zieht die Steuereinnahmen und die Wertschöpfung in den Keller. Unser einst bestes Zugtier, die Autoindustrie, Zuchtbulle und Milchkuh zugleich, bringt nichts mehr auf die Reihe, zu großen Teilen selbst verschuldet. Die ganze Chemieindustrie hängt am Tropf der Ölstaaten. Die Energie wird teurer und teurer - unter anderem auch, weil wir sie jetzt von unseren schützenden "Freunden" aus Amerika kaufen müssen...



    Will (oder muss) man bei all dem zumindest versuchen den Sozialstaat einigermaßen aufrecht zu halten - um ihn der zu recht gefürchteten AfterDay nicht auf dem Tablett zu überreichen - muss es irgendeine Quelle geben, aus der stetig Geld generiert wird. - Was liegt in diesen Zeiten da näher als die gute alte Rüstungsindustrie voll anzuwerfen, in der Deutschland ja schon immer gut besetzt war? Da muss man dann auch nicht sooo genau hinschauen, an wen geliefert wird - wenn der nur schnellstmöglich bezahlt. Allein um unsere Wehrfähigkeit geht es da höchstwahrscheinlich nicht...

    • @Der olle Onn:

      Der Sinneswandel seit dem Ukrainekrieg kann schon durchaus ehrlich verstanden werden.



      Aufrüstung ist wirtschaftspolitisch der sprichwörtliche Belzebub, mit dem man den Teufel austreibt. Unterstellt, dass sie sicherheitspolitisch gar nicht nötig ist, gehört sie zu den am wenigsten wertschöpfenden Maßnahmen, die sich ein Staat als ABM für eine siechende Wirtschaft einfallen lassen kann. Da sind selbst unnötig hohe Sozialstandards produktiver - AUCH für die Wirtschaft. Denn Militärgüter haben keinerlei wirtschaftliche Hebelwirkung, wenn sie einmal dastehen. Man kann das (eigens gepumpte) Geld auch gleich zum Fenster rauswerfen und zuschauen, wie die Leute, die zufällig gerade vorbeikommen, es sich fröhlich in die Taschen stecken. Daneben ist es trotz Ukrainekrieg immer noch eine der unpopuläreren Arten, Steuerzahlers Geld auszugeben UND häufig genug ein Fass ohne Boden, wenn man sich einmal entschieden hat, shoppen zu gehen. Also ist es kein Wunder, dass die letzten Regierungen um diesen Geldhahn so einen riesigen Bogen gemacht haben, OBWOHL die Bundeswehr auch schon Jahre vor dem Ukriane-Einmarsch auf dem letzten Loch pfiff, es also genug Ausreden für Rüst-Milliarden gegeben hätte.

  • Eine haushohe Überlegenheit am Geld auszumachen ist totaler Käse, das wurde schon hinreichend hier im Strang angemerkt.



    Was noch:



    1. Kriegsschiffe. Ein Konflikt gegen Russland wäre kein maritimer. Mit Ausnahme der Ostsee wäre es eine reine Landschlacht, so wie in der Ukraine. Schiffe also bedeutungslos.



    2. Artillerie. Extrem wichtig. Die dreifache Überlegenheit bringt leider null, wenn man nur Munition für WENIGE TAGE hat - und das ist peinlicherweise der Fall.



    Ich habe sogar gelesen, wenn wir theoretisch aus allen Rohren feuern, ist der deutsche Vorrat an Granaten rechnerisch in 2 Stunden verschossen...



    3. Kampfflugzeuge. Auch sehr wichtig. Auch hier, Flugzeuge ohne Munition sind wirkungslos, zudem herrscht Wartungsstau.



    Man erinnere sich an die Bundeswehr in Mali und wie zuverlässig da unsere Hubschrauber waren...



    Die ganze von Greenpeace errechnete Überlegenheit auf dem Papier ist also mit sehr großer Vorsicht zu genießen.



    Vor allem vergisst Greenpeace das Wichtigste: die Russen sind zum Blutzoll bereit, Europa nicht (siehe Resonanz zur Wehrpflicht).



    Deswegen müssen wir eminent überlegen sein, weil Todeszahlen 1 zu 1 macht unsere Bevölkerung nicht mit, wir brauchen 1 zu 10.

  • Auf Grund mehrerer Beiträge in der wirklich schönen und lebhaften Diskussion habe ich mir die verlinkte Studie



    www.greenpeace.de/...allein_zu_Haus.pdf



    unter dem Stichwort "Geheimdienst" angesehen. Weil ich geheimdienstliche Informationen für unverzichtbar halte. Z.B. wieviele Spione von uns gibt es dort, wieviele von dort bei uns.



    Wieviele sind verdächtig Spione zu sein usw.



    Das Suchwort "Geheimdienst" kommt nur einmal als Sekundärzitat der NYT auf Seite 19 unten vor.



    Weil deswegen Zeit blieb habe ich noch nach "dual use" gesucht , weil man mit "dual use" vieles verstecken kann, worum es ja bei geheimen Plänen geht.



    Ergebnis ? Null, kommt gar nicht vor.

    Wir wollen uns nicht ins Bockshorn jagen lassen , sondern vernünftig bleiben und die richtigen Fragen stellen.



    Der Unterschied zwischen Schule und Hochschule ist : hier sind die richtigen Antworten, dort die richtigen Fragen wichtig. Hat ein Prorektor für Forschung einer großen Universität seinen Mitarbeitern ausgegeben.

  • Eine unfassbar dilettantische Studie von Greenpeace!

    Faktisch falsch und nichts weiter als politisches Marketing.

    Ein Blick auf Statista und diese sogenannte "Studie" fällt auseinander.

  • "Wie wahrscheinlich ist es wirklich, dass dieses Russland in einigen Jahren in der Lage sein soll, die NATO erfolgreich anzugreifen?"



    Spitze. Ersetzen Sie "NATO" durch "Ukraine", und Sie haben den SW- und AfD-Wortlaut von 2014-21 - und die Ukraine war DAMALS schon kriegstüchtiger als die allermeisten Natostaaten.



    Wenn die Studie von Greenpeace das Papier (oder den Speicherplatz) wert sein sollte, auf dem sie geschrieben ist, würde sie sich nicht mit Oberflächlickeiten wie Ausgaben oder den Anzahlen vordigitaler Waffensysteme befassen, sondern Einsatzbereitschaften und - vor allem - Ausrüstungsgrad an "Force-Multiplier"-Systemen und -Spezialisten beschauen. Außerdem würde sie mal prüfen, welche NATO-Kampfverbände, -Logistik-Ketten und -Kommandostrukturen ohne das alles stützende Grundgerüst der US-Streitkräfte überhaupt funktionieren könnten. Flugzeuge z. B. sind gut und schön, aber wieviele davon fliegen tatsächlich (zumal verglichen mit russischen Drohnen), wo kommt ihre Munition her, und wer stellt ihre Luftbetankung sicher (ohne die sie nur Kurzstreckensysteme sind)?



    Ergebnis wäre, dass erhebliche Teile Europas ohne US-Hilfe wohl selbst von der Ukraine überrollt werden könnten.

    • @Normalo:

      Richtig. Zudem scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben, dass die Ukraine nicht nur umfassende westliche Unterstützung sondern auch das schlagkräftigste Militär Europas hat. Weiterhin haben sich dort viele NATO-Waffensysteme unter echten Gefechtsbedingungen nicht bewehrt.

      Es spricht nichts dafür dass Deutschland militärisch und gesellschaftlich das schaffen könnte, was die Ukraine leistet.

  • Was ist schlimm daran, dass Europa und Deutschland versuchen, ihre Macht zu erhalten? Ein Machtvakuum würde sofort durch China gefüllt. Wer glaubt, dass die Welt dann eine bessere wäre? Wer glaubt, dass die dann geltenden wirtschaftlichen Standards besser wären?

  • "Die europäischen Verbündeten und Kanada gaben im vergangenen Jahr zusammen rund 626 Milliarden US-Dollar aus, Russland dagegen 190 Milliarden."

    Abgesehen davon dass man den russischen Zahlen nicht trauen kann zeigt das nur dass die westlichen Soldaten besser verdienen und dass deren Material komplexer und teurer ist. Solange man aber mit dem Werfen von Geldscheinen durch Bürokraten keine Kriege gewinnen kann, brauchen wir Soldaten und Waffen. Und das kostet nunmal.

    "Selbst ohne Einschreiten der USA wäre das systemischer Selbstmord." - Warum? Ohne die USA würden die Europäer schlicht kapitulieren weil sie gar nicht bereit wären einen größeren Krieg zu führen.



    Der zweitmächtigste NATO-Staat Türkei würde sich neutral bis pro-russisch verhalten (türkische Gebietsansprüche ggü. Griechenland) und ein Krieg im wesentlichen von Polen und den Balten geführt werden müssen. Insbesondere Deutschland hat keine funktionale Armee und wesentliche Teile der Bevölkerung sind pro-russisch eingestellt.

    Und dass die Ukraine aktuell die leistungsfähigste europäische Armee ist, hat sie insbesondere us-amerikanischen Informationen zu verdanken. Ohne diese wären auch wir taub und blind.

    • @Chris McZott:

      „Abgesehen davon dass man den russischen Zahlen nicht trauen kann zeigt das nur dass die westlichen Soldaten besser verdienen und dass deren Material komplexer und teurer ist.“



      Das stimmt vermutlich. Aber gerade der Krieg Russlands gegen die Ukraine zeigt doch eindrucksvoll, dass Masse nicht der entscheidende Faktor ist. Technologisch (im Hinblick auf die immer entscheidendere Drohnenentwicklung) ist die Ukraine gerade dabei, Russland zu überflügeln. Und das bereitet Putin erhebliche Schwierigkeiten.



      Ihm bleibt nur, blindwütig Drohnen und Raketen auf zivile Ziele in der Ukraine abzufeuern. Das hat jedoch nicht den ukrainischen Widerstandswillen gebrochen.



      Der in den letzen Monaten vorangetriebene ukrainische Luftkrieg schadet der russischen Ökonomie dagegen viel effektiver und schmerzhafter.



      Wenn ich mir den Kriegsverlauf in diesem fünften Jahr anschaue, neige ich immer mehr dazu, Helmut Schmidts (damals auf die Sowjetunion gemünzte) Einschätzung zuzustimmen, Russland sei ein „Obervolta mit Atomwaffen“.



      Mit der gefürchteten, zuletzt abgefeuerten Hyperschallrakete ‚Oreschnik‘ haben es die Russen lediglich fertig gebracht, einen ukrainischen Garagenpark zu zerstören.

      • @Abdurchdiemitte:

        Das Problem ist nur, dass die Bundeswehr nicht die Fähigkeiten der ukrainischen Armee besitzt, welche zudem intensiv durch die USA und GB geschult wurde und auf deren nachrichtendienstlichen Erkenntnisse zurückgreift. Bei einem Austritt der USA aus der NATO stünden diese Informationen Deutschland wohl nicht zur Verfügung.

      • @Abdurchdiemitte:

        Es bleibt trotzdem dabei, dass Putin und seine Kabale VIELLEICHT daraus lernen, dass Angriffskriege eine dumme Idee sind (weil man dafür eine derart erdrückende Überlegenheit bräuchte, dass man seinen Willen auch zivil durchgesetzt bekäme). Nicht viel weniger wahrscheinlich aber ist, dass sie sich das in ihrem panslawistischen Wahn stattdessen so zurechtlegen, dass die Ukraine nunmal aus Leuten besteht, die "eigentlich Russen" sind - und damit quasi geborene Helden der Vaterlandsverteidigung (das passte zumindest viel besser in den wirren Narrativ, der augenscheinlich hinter der irrationalen Entscheidung steht, diesen dummen Krieg überhaupt zu beginnen). In dem Fall wären z. B. die Balten aus russischer Sicht immer noch Fallobst, weil definitiv KEINE Russen.



        Und da ist das Problem: Dass Putin sich mehr und mehr gezwungen sieht, wild mit Drohnen und dieser Rakete, die wie ein moderner Wiedergänger der V2 wirkt, auf Zivilisten zu schießen, ändert nichts daran, dass er immer noch schießt - und für den Fall weiteren Misserfolgs den Finger gefährlich nah am "Roten Knopf" hat. DAS gilt es von vornherein zu vermeiden, indem man den ersten Angriff möglichst absurd erscheinen lässt.

    • @Chris McZott:

      Und was ist Dein Fazit daraus???

      • @Perkele:

        Neben einem Aufholen bei der Drohnenkriegsführung sollte Deutschland zunächst mal grundlegende militärische Kompetenzen und zivil-infrastrukturelle Resilienz erwerben bzw. wieder einüben bevor man über weiteres nachdenkt.

        Ich würde nicht darauf wetten, dass Deutschland eine Mobilmachung oder gar einen Truppenaufmarsch überhaupt organisatorisch bewerkstelligen könnte ohne dass z.B. die Soldaten in Berlin und der Nachschub in München landet.

        Ukrainische oder israelische Militärberater vielleicht?

  • Die Schlussfolgerung, das Aufrüsten zu hinterfragen bzw zu stoppen ist ja absolut richtig.



    Die militärische Überlegenheit einfach am Verteidigungsetat festzumachen ist aber nicht richtig. Mit der Logik hätte der VFL Wolfsburg ja auch niemals absteigen können.



    Russland ist ja zB nuklear haushoch überlegen. Im Drohnenbereich aktuell auch. Und Russland kann Millionen Soldaten an die Front in Schützengräben schicken, glaube kaum dass sich in Westeuropa dazu viele bereit erklären würden.



    Was Deutschland braucht ist keine WEehrpflicht oder höhere Ausgaben, sondern eine neue Priorisierung der Ausgaben hin zu Drohnentechnologie und -expertise.

  • Ich sags mal so, hätte es das Budapester Abkommen nicht gegeben und die Ukraine ihre Atomwaffen behalten (Unter anderem Russland hatte sich verpflichtet, für den Schutz der Ukraine zu sorgen, haha), hätten die Russen eher nicht angegriffen. Es lohnt sich also, so hochzurüsten, dass kein anderer Staat auf die Idee kommt, anzugreifen. Wenn ich da an das denke, was Spezialisten wie Sarah W. und Gerhard Sch. vor dem Überfall auf die Ukraine von sich gegeben haben... Gut gerüstet zu sein passt schon.

    • @Radelnde:

      Es waren damals die USA, die darauf drängten, dass alle sowjetischen Atomwaffen in der Verfügungsgewalt Russlands blieben. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, dass ukrainische Atomwaffen der Abschreckung eines russischen Angriffs hätten dienen können. Und die Ukraine der 1990er Jahre war kein freiheitlicher Staat, sondern genauso von Oligarchen beherrscht wie Russland.

  • Frage an Greenpeace: Wer hat noch einmal die Ukraine angegriffen? Und wer macht das seit über vier Jahren? Ich frage für einen pazifistischen Freund.

    • @Gesunder Menschenverstand:

      Sprechen Sie doch mal für sich selber und geben Sie dem Freund die Adresse der taz...

  • Europäische Streitkräfte wurden über Jahrzehnte gezielt auf Abhängigkeit von den USA umgebaut. Wenn Europa unabhängiger werden soll, muss auch einiges an US geführten Kommandostrukturen raus. Und das ein Imperium seine Vasallen für den Erhalt des Imperiums zahlen lassen möchte, ist ja nun keine neue Idee....

    • @Wirrwicht:

      Hauptsache die Amis sind die Böse, newahr?



      Umgekehrt wird ein Schuh draus: Diese Abhängigkeit wurde von den Europäern (und wer da seinerzeit anderer Meinung war, werfe den ersten Stein...) bewusst in Kauf genommen, weil UNabhängigkeit in dieser Hinsicht als obsoletes Gut erschien. Man wähnte sich in einer neuen, von existenziellen Bedrohungen durch Eroberungskriege befreiten Lage. Da war supifein, dass die USA weiter den internationalen Kraftmaxe spielten (über den man sich dann immer schön aufregen konnten) und man selbst mit dem vielen Geld, das militärische Autarkie gekostet hätte, viel schönere, friedlichere Dinge anstellen konnte. Stellen Sie sich mal vor, Leute wie Scharping, Struck oder Jung (oder auch Rühe, zu Guttenberg, de Maiziere oder vdL) hätten sich seinerzeit auf den Standpunkt gestellt, die Bundeswehr dürfe nicht nur nicht eingedampft, sondern müsse zur völligen Eigenständigkeit gegenüber den USA hochgerüstet werden. Was auch immer der jeweilige Finanzminister von ihnen übriggelassen hätte, hätten Medien und Demoskopen wütend vom Hof gejagt.

      Gleiches gilt im Zweifel für jede Regierung, die die Bundeswehr einem EU-Zentralkommando hätte unterstellen wollen.

  • Die eigentliche Meldung ist doch, dass es bei Greenpeace offenbar Menschen gibt, die glauben über so viel militärische Expertise zu verfügen, dass sie eine Studie dazu herausgeben. Ich erwarte im Gegenzug eine Studie zum Klimaschutz, gefertigt von Unteroffizieren der Bundeswehr.

    • @Samvim:

      Es ist eine Studie im Auftrag von Greenpeace, man könnte ja mal ganz unauffällig nach den Autoren recherchieren. Da reichen dann wohl die Unteroffiziere der Bundeswehr dezent nicht mehr aus für die Klimastudie.

      • @Wurstfinger Joe:

        Ich hatte mal eine Zeit bei der NVA. Unsere Unteroffiziere waren oft Männer, die sich als halbe Kinder freiwillig auf drei Jahre verpflichtet hatten. Viele davon hatten seitdem nichts hinzugelernt. Von denen eine Studie zu erwarten wäre verdammt daneben gegangen...

    • @Samvim:

      Das Greenpeace lediglich der Auftraggeber der Studie ist und es sich bei den Verfassern Alexander Lutz und Herbert Wulff um zwei bekannte Experten im Bereich Friedensforschung handelt, könnte man eigentlich wissen.

      Auch die von ihnen angeforderten Umweltstudien gibt es schon längst.

      Hier in Norwegen den "Forsvarssektorens miljø og klimaregnskap", das ist ein jährlicher Klima- und Umweltschutzbericht den die norwegischen Streitkräfte und das FFI in Oslo verfassen und der konkrete Maßnahmen zur Senkung der Emissionen, der Energieeffizenz und Reduzierung der Gewässerbelastung enthält.

      In Deutschland gibt es eine ähnliche Berichterstattung der Streitkräfte die sie im Nachhaltigkeitsbericht des BMVg finden.

      Am Ergebnis der Studie ist auch wenig zu kritisieren. Die Parameter die dabei angelegt wurden verdeutlichen eine unverhältnismäßige Aufrüstung in einigen militärischen Sektoren ohne ausreichende Bedarfsanalyse. Die Aufstockung z.B. nach dem Gießkannenprinzip in Deutschland wurde auch von anderen Instituten bereits als Schwachpunkt analysiert. Das herauszustellen war der Zweck der Studie, die sich am Bedarf, nicht an der Strategie orientiert und für deutsches Publikum gedacht ist.

      • @Sam Spade:

        "unverhältnismäßige Aufrüstung in einigen militärischen Sektoren ohne ausreichende Bedarfsanalyse" ist aber halt eine ganz andere Analyse als "Streben nach Machterhalt".

      • @Sam Spade:

        Danke für die Aufklärung. Ich hatte bisher nur die tazzies als Quelle und die Eingangsformulierung "Eine neue Greenpeace-Studie zeigt:..." hat mich eine gewisse Eigenleistung erwarten lassen.

    • @Samvim:

      metis.unibw.de/de/nike/



      Die „Nationale Interdisziplinäre KlimarisikoEinschätzung“ herausgegeben vom BND und der BundeswehrUniversität in München.

      • @Jesus:

        Da ist laut Impressum kein Bundeswehrsoldat beteiligt gewesen

  • "Die europäischen Verbündeten und Kanada gaben im vergangenen Jahr zusammen rund 626 Milliarden US-Dollar aus, Russland dagegen 190 Milliarden"



    Die Kanadier werden uns nicht zur Hilfe kommen und Russland hat einen ganz einfachen Vorteil: Es kann ohne große Kosten hunderttausende Soldaten an der Front verheizen und hat auch keine zersplitterte Armeeführung. Weiter müssten wir froh sein, wenn bei einem russischen Angriff auf z.B. das Baltikum oder die Suwalki-Lücke auch nur die Hälfte der europäischen Verteidigungskapazität zur Hilfe kommt.

    • @Luftfahrer:

      Bei den Kanadiern könnte ich mir eigentlich gut vorstellen das sie uns zur Hilfe kommen würden. Bei anderen Staaten wäre ich mir da nicht so sicher, z.b. die Türkei oder vielleicht sogar Spanien. Auch die USA könnte sich da meiner Meinung nach schlecht raushalten. Dafür haben die zu viel Infrastruktur in Europa. Auch wenn das Trump nicht versteht und nicht wissen will. Aber das bedeutet trotzdem das wir in Europa bessere Armeen, damit Zusammenarbeit und Kommunikation brauchen. Das kostet leider viel Geld.

    • @Luftfahrer:

      Im Greenpeace-Papier steht auch "Der Wert für 2025 entspricht laut SIPRI nach dem Marktwechselkurs 190,4 Mrd. USD.



      Kaufkraftbereinigt entspricht dieser Wert ungefähr



      540 Milliarden USD"

  • "Selbst wenn die militärische Unterstützung durch die USA wegfiele, wäre Europa gegenüber Russland demnach haushoch überlegen." - und jetzt bitte mal Präventionsparadoxon googlen!



    Auch das vergleichen der Geldsummen ist irreführend: Die Mark ist in Russland noch mehr wert, viel Geld geht in Europa für die Gehälter der Soldaten drauf, ein Panzer kostet deutlich mehr, wenn er auch die eigene Besatzung schützen soll, ist deshalb aber nicht gleich mehrfach so kampfkräftig. Russland spart sich durch eine einheitliche Sprache und wenige standardisierte Modelle, sowie eine einheitliche Führung viele Reibungsverluste. Und der große russische Angriffskrieg ist gar nicht das wahrscheinliche Szenario, das stimmt schon. Aber mal schnell Estland wegnehmen und wir gucken alle nur doof - das kann schon morgen und nicht erst 2929 passieren.

  • Green"peace" hat eine Studie bei Friedensforschern in Auftrag gegeben. Die kommen zum Schluss, dass wir mehr als genug ausgeben und mit Russland fertig werden würden. Wo ist das Problem und warum macht ihr euch über Greenpeace, wegen angebliche fehlender Fachkompetenz, lustig? Vor Hofreiter & Co. war "Grün" und "Friede" mal eine Bewegung. Mich schaudert es bei den Grossmachtfantasien von Merz, der Deutschland zur grössten Militärmacht in Europa machen will, dafür unbegrenzt Geld ausgebt und diesem Ziel alles Andere unterordnet. Diese Politik und wofür wir unser aller Geld ausgeben zu hinterfragen, ist mehr als legitim, denn eines ist klar: Geld für Waffen zu verplempern, war schon immer eine der dämlichsten Ergebnisse menschlichen Denkens. "Frieden schaffen" als Politikziel mag zwar naiv klingen, ist aber richtig, "grösste Militärmacht werden" ist es nicht. Keine Frage wir müssen uns verteidigen können, aber warum überlassen wir die Verhandlungen über die Beendigung des Krieges in der Ukraine ausgerechnet den zwei grössten Schwachköpfen der derzeitigen Weltpolitik? Wo bleiben europäische Gesprächsoffensiven? Trump ist der Ukrainekrieg längst egal und lästig.

    • @Mr. Spock:

      "Die kommen zum Schluss, dass wir mehr als genug ausgeben und mit Russland fertig werden würden. Wo ist das Problem"

      Die Ukraine wird evident auch mit Russland fertig. Das verhindert aber nicht, dass dieser Krieg sehr viel verheerendere Auswirkungen auf die ukrainische Wirtschaft, Demografie und Lebenqualität hat als jedes noch so gewaltige Aufrüstungsprogramm je könnte.

      Krieg ist nicht erst dann ein Problem, wenn man überrannt und flächendeckend in Schutt und Asche gelegt wird.

    • @Mr. Spock:

      "Wo bleiben europäische Gesprächsoffensiven?"



      Ja, wo bloß. In der Warteschleife, auf Putins Anrufbeantworter, an dessen langem Tisch... suchen Sie sich was aus.



      Putin verhandelt mit Leuten, die ihm drohen können. Und schon schließt sich der Kreis.

    • @Mr. Spock:

      Sind das die gleichen Leute die sich auch ganz sicher waren das es nie wieder zu einem großen Krieg auf dem europäischen Kontinent kommen würde? Diesen Annahmen würde ich mal stark misstrauen.

  • „Kriegstüchtigkeit“ wird hier wie ein moralischer Sündenfall behandelt – als hätte sich Deutschland aus purer Lust am Militarismus verirrt. Das ist bequem, aber realitätsfern. Abschreckung ist kein Kriegstreiber, sondern eine Lehre aus der Geschichte, nicht ihr Verrat.

    Wer in einer Welt mit Angriffskriegen, Drohungen und nuklearer Erpressung so tut, als sei militärische Handlungsfähigkeit bloß Ideologie, verwechselt Wunschdenken mit Verantwortung. Frieden entsteht nicht durch Abrüstung auf Zuruf, sondern durch Glaubwürdigkeit.

    • @Zippism:

      "Abschreckung ist kein Kriegstreiber, sondern eine Lehre aus der Geschichte, nicht ihr Verrat."



      Könnten Sie das bitte näher ausführen? Wo lehrt das die Geschichte?

      • @Francesco:

        Der Versuch einer Fangfrage?



        Dass Abschreckung tendenziell wirkt, merkt man genau dann, wenn eine Militärmacht etwas will, was jemand Anderes hat, aber lieber nicht angreift, weil sie die militärischen Konsequenzen fürchtet. Also kann man entweder NICHTS als Beweis auf Ihre Frage anführen, weil es eben KEINE Kriege sind, die den Beweis führen, oder ALLES an menschlicher Geschichte, was nicht unmittelbare Kriegshandlung war (was Sie dann wahrscheinlich als "unbestimmt" bezeichnen würden).



        Daher erlaube ich mir die Gegenfrage: Was vehindert Kriege DENN, wenn nicht Abschreckung? Dass Machtmenschen und andere Opportunisten (wie sie oft genug an Staatsspitzen zu finden sind) sich von pazifistischen oder humanistischen Idealen wenig zurückhalten lassen, sollte jedenfalls als Lektion aus der Geschichte gelten können.

      • @Francesco:

        "Wo lehrt das die Geschichte?"

        Beginnt im vorchristlichen 6 Jahrhundert im alten China (Zhou-Dynastie) und setzt sich fort bis zum Kalten Krieg in der Moderne.

        Anschaulichstes Studienbeispiel dürfte dabei die Pax Romana darstellen.

        Hoffe, ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.

      • @Francesco:

        Ein Beispiel ist die Zwischenkriegszeit: Die Erfahrung der 1930er Jahre wird häufig so interpretiert, dass reine Beschwichtigung gegenüber aggressiven Revisionismus keine Sicherheit schafft, wenn keine glaubwürdige Gegenmacht vorhanden ist. Daraus wurde nach 1945 in der Sicherheitspolitik vieler westlicher Staaten die Schlussfolgerung gezogen, dass Abschreckung ein Mittel sein kann, um Eskalationen früh zu verhindern.

        Noch klarer zeigt sich das im Kalten Krieg. Dort hat nicht fehlende Feindseligkeit, sondern im Gegenteil die wechselseitige militärische Abschreckung – insbesondere die nukleare – dazu geführt, dass ein direkter Krieg zwischen den Supermächten vermieden wurde. Abschreckung bedeutet in diesem Kontext nicht Kriegsführung, sondern die glaubwürdige Fähigkeit, einen Angriff so unattraktiv zu machen, dass er unterbleibt.

  • Nur weil Soldaten in „grünen“ Anzügen rumlaufen und Panzer „grün“



    angestrichen sind, muß Greenpeace nicht unbedingt besondere



    Expertise im militärischen Bereich haben.

  • "die US-geführte Absicherung globaler Handelswege"

    Der ist gut. So sicher wie in den letzten Wochen war die Straße von Hormuz schon seit vielen Jahren nicht mehr.

    • @travellingpete:

      Das ist dementsprechend auch einer der ganz großen Umbrüche in der US-Außenpolitik, über die viel diskutiert wird und die die geopolitische Lage maßgeblich verändern.

  • "...die vor allem einem dient – dem Machterhalt der Mächtigen."



    In einer Zeit der Hyperschallraketen und der Cyberkriegsführung bleiben zwei Aspekte dennoch wesentlich:



    -Atomwaffen, ihre Bedrohlichkeit und ihre Verfügbarkeit.



    -Umweltkosten des Militärs und der Beitrag der Aufrüstung zum Klimawandel.



    Am Ende wird von den Mächtigen wieder betont werden, dass Internet und Kommunikation über Satellitentechnik mit dem Militär und seinen Produkten in unmittelbarem Zusammenhang gesehen werden müssen.



    Zwei Protagonist*innen der sogenannten Fachwelt mit medialer Reichweite in Funk und Fernsehen:



    "Kampf um die Weltordnung



    Das neue Zeitalter der Gewalt



    (...)



    Ein Gastbeitrag von Claudia Major und Christian Mölling



    Eine wachsende Zahl von Akteuren will die Weltordnung mit allen Mitteln verändern. Der Systemkonflikt wird zum Normalzustand. Das erfordert in Deutschland militärische Abschreckung und zivile Widerstandsfähigkeit."



    www.spiegel.de/pol...-be9b-b6e9919be9a5



    Der Vorgänger von Papst Leo IV, Franziskus sagte zum Thema



    "Diese Wirtschaft tötet“

    • @Martin Rees:

      "Best of", zum Vorgänger von Papst Leo XIV:



      www1.wdr.de/nachri...-aussagen-100.html

      Bei rollingstone.de:



      "Der Vatikan hat die Geschichte maßgeblich geprägt – er hat Eroberungen gesegnet, Heilige Römische Kaiser gekrönt, Reichtümer angehäuft und Kriege gegen jene geführt, die die einst dominierende Macht des Heiligen Stuhls beschneiden wollten. Erst in jüngerer Zeit hat sich die Rolle des Papstes weitgehend auf die religiöse Führung beschränkt. Für Donald Trump, der sich offenbar nicht nur als amerikanischen König, sondern als messianischen Anführer einer religiösen Bewegung begreift, verkörpert das Papsttum das, was es auch vielen historischen Autokraten bedeutete: eine vermeintliche Bedrohung seiner Macht."

      • @Martin Rees:

        Ich kann nicht behaupten, dass ich in Entscheidungen zwischen Leben und Tod ausgerechnet einer Institution höchstmögliche moralische Objektivität oder gar vorausschauenden Pragmatismus zumessen würde, in deren Dogmatik das Leben nur die temporäre Grundlage für die Zeit NACH dem Tod ist. Dieser Blickwinkel scheint mir irgendwie etwas zu indifferent in Bezug auf die Hauptfrage...



        Das gilt auch gerade, wenn das Hauptargument ist, dass Donald Trump den dortigen Chef nicht leiden kann. Dass das so ist, spricht sicher nicht gegen besagten Chef. Aber allein ist es eine ziemlich schmale Qualifikation. Donald Trump kann auch Sie und mich nicht leiden - einfach weil wir EU-Bürger (und dann auch noch Deutsche) sind und obendrauf nicht von ihm begeistert. Macht das jetzt uns automatisch zu ethischen Durchblickern?

        • @Normalo:

          "Donald Trump kann auch Sie und mich nicht leiden..."



          - Aber bitte nicht persönlich nehmen! Ansonsten: Gut aufgeklärt!

  • Pauline Jäckels: danke für diesen Kommentar. Ich finde dieses In-Kriegsstimmung-gebracht-werden wenig überzeugend vom Staat begründet.

    Die Gefahr, die von Putin für unsere Gesellschaft ausgeht - ohne jeden Zweifel ein gnadenloser Machtpolitiker - erscheint mir nicht größer als die Gefahr, die von den Prioritäten beim staatlichen Geldausgeben ausgeht: Ausgaben für Rüstung sind wichtiger als solche für Bildung, Gesundheit, Verkehr usw.. Das vergrößert die Verteilungs-Ungerechtigkeit und höhlt jeden gesellschaftlichen Zusammenhalt aus. Auch das ist Machtpolitik.

    • @Hendrik Borucki:

      Ah, daran liegt es dass vor 2022 stets Geld für Bildung, Gesundheit, Verkehr usw. da war und jetzt nicht mehr.

  • "Die europäischen Verbündeten und Kanada gaben im vergangenen Jahr zusammen rund 626 Milliarden US-Dollar aus, Russland dagegen 190 Milliarden." Die Zahlen mögen so richtig sein, Russland erhält für seine Summe wesentlich mehr Rüstungsgüterals Europa weil seine Kosten wesentlich geringer sind.



    Europa hat sicherlich in einigen Bereichen mehr als genug Waffen, an ausreichend Munition mangelt es dann aber schnell wie sie bei der Unterstützung der Ukraine zeigt.



    In anderen Bereichen sind wir aber stark bis vollständig von den USA abhängig, und das sind die Fähigkeiten die heute besonders wichtig sind (Luftabwehr; Satellitenkommunikation, -ortung und -steuerung; Drohnen aller Art und mehr).



    Es geht darum die Mittel intelligent einzusetzen und da können wir uns sehr viel bei der Ukraine abschauen. Möglichst die gesamte militärische Infrastruktur zumindest in einem gewissen Maße selbst entwickeln und produzieren (ohne die USA). Dafür brauchen wir dann kein Rheinmetall oder Krauss-Maffei mit ihren arroganten CEOs sondern kleine flexible Unternehmen. Dann wird das Ganze auch wesentlich günstiger denn wir finanzieren keine Monopolgewinne der Rüstungssaurier mehr.

  • Zur Vollständigkeit gehört: Auch die AfD hinterfragt "die vermeintliche Aufrüstungsnotwendigkeit". Und sie macht aktuell erheblich mehr Masse aus als die genannten linken Gruppierungen.

  • Greenpeace ist wahrscheinlich auch der Ansicht, dass es für die



    Verteidigungsfähigkeit der Ukraine beidem Überfall durch Russland



    völlig ausgereicht hätte, wenn es bei der Hilfe von Deutschland



    bei den 5000 Stahlhelmen geblieben wäre als Schutz gegen das



    Raketen-,Drohnen- und Gleitbombengewitter, das täglich über der Ukraine runtergeht.

  • Leichte Schwurbeltendenzen hier.

  • Die sog. greenpeace-Studie, in der die Anzahl von militärischer



    Ausrüstung, wie Panzer u. Kriegsschiffe bei der Nato u. Russland



    verglichen wird, ist geradezu grotesk naiv. Als ob nicht gerade der



    Krieg in der Ukraine zeigt, dass es auf Hochtechnologie wie Satelliten u. Raketen- u. Drohnentechnik ankommt u. der Konkurrenzkampf nicht an der polnisch-russischen Grenze entschieden wird, sondern in der Antarktis u. Im Weltraum.

    • @behr Behr:

      Seit wann sind Drohnen Hochtechnologie?

      • @Francesco:

        Spätestens seit sie autonom und präzise Ziele in mehreren hundert Kilometern Entfernung zerstören. Sie können ja mal versuchen, eine Firepoint im Spielzeughandel zu erstehen.

  • Greenpeace und Richard David Precht treten als Rüstungsexperten auf! Wäre es nicht so traurig, dann könnte man sich tagelang amüsieren. Campino sollte Verteidigungsminister werden!

  • Der Artikel wurde aber auch langsam Zeit!

  • Greenpeace schreibt etwas ... Seitdem die Organisation über die Brent Spar die Öffentlichkeit angelogen hat ist mir das völlig egal, was die zu Papier bringen.

    Glaubwürdigkeit verliert man einmal und dann ist sie weg.

    • @Gesunder Menschenverstand:

      Das ist 30 Jahre her.....und die Organisation gibt es seid 55 Jahren.....also haben die in 55 Jahren ein einziges mal gelogen (und sich dafür übrigens auch entschuldigt).....Dein Ernst? Was hat das mit gesundem Menschenverstand zu tun?

  • Diese Story ist schon so oft erzählt worden. Die NATO, Europa gar sei Russland in so vielfacher Weise militärisch überlegen, da wir mehr Geld als Russland in Rüstung investierten und mehr Flugzeuge hätten.

    Klingt erstmal einleuchtend für Menschen, die sich mit der Materie nicht auskennen.

    Wer sich aber mit der Sache etwas intensiver beschäftigt, der weiß:

    - Russland generiert mit deutlich geringerem finanziellen Aufwand "more bang for the buck". Europa leistet sich sündhaft teure Goldrandwaffensysteme, die hochkomplex und state of the art, aber nicht kampferprobt und störanfällig sind. Zudem fehlt uns in allen Bereichen Munition für diese Waffensysteme;

    - Russland hat einen enormen Vorsprung, was die Kriegführung mit Drohnen angeht und kann diese massenhaft produzieren, wir nicht;

    - Europa hat kaum ausreichende Flugabwehrkapazitäten, schon gar nicht gegen kleinere, günstige Drohnen;

    - Wir haben kaum deep strike capability, RU hingegen schon;

    - Die NATO bzw. Europa besteht aus vielen uneinigen Staaten, die nicht für z.B. Narva in den Krieg ziehen wollen;

    - Wir Europäer haben gesellschaftlich 0,0 Resillienz für den Ernstfall. Die Russen können kämpfen. Wir eher nicht...

  • Die numerische Überlegenheit der Alliierten hat Hitler auch nicht vom Krieg abgehalten.



    Wie die taz regelmäßig berichtet, hat sich die Art des Krieges, wie in der Ukraine zu sehen ist, völlig verändert.



    Drohnen sind beispielsweise ein Thema, bei dem erhebliche Lücken bestehen.



    Nach der Absage der Tomahawks bleibt außerdem die Fähigkeitslücke der Mittelstreckenwaffen.



    Dass der Luftabwehrschirm für Europa zwar geplant, aber lange noch nicht Realität ist, sollte auch kein Geheimnis sein.



    Das andauernde Weiterreichen von Patriots an die Ukraine schützt dort Leben, jedoch kommt man dadurch hier auch nicht weiter.



    Die Logistik der Nato stützt sich auf die mittlerweile unzuverlässige USA. Hier steckt Europa noch in den Kinderschuhen. Von Unabhängigkeit sind wir writ entfernt .



    Cyberangriffe sind bereits Alltag, was nicht heißt, dass Stillstand in der Abwehr erfolgsversprechend wäre.



    Mittlerweile darf außerdem bereits anderes bestelltes Material aus den USA als unsicher einzuordnen sein.



    Bei trump ist mit Allem zu rechnen. Warum den Partnern neben den Tomahawks nicht noch weitere Systeme nicht liefern?

  • "Wie wahrscheinlich ist es wirklich, dass dieses Russland in einigen Jahren in der Lage sein soll, die NATO erfolgreich anzugreifen?"



    Die Ukraine hat eine sehr starke Armee und inzwischen sehr viel Kampferfahrung. Sie hat verschiedene Taktiken ausprobiert und es scheint, dass sie jetzt eine Möglichkeit gefunden hat, wirklich etwas zu verändern. Die Ukraine zeigt, wie moderne und innovative Verteidigung gegen einen in klassischen Kategorien überlegenen Gegner funktioniert (Drohnen an der Front und strategische Angriffe im Hinterland). Ob das in Europa schon angekommen ist? Sicher, die Ukraine hätte ohne europäische Hilfe nicht überlebt und wäre nicht in der Lage gewesen, die Innovation durchzuführen. Aber Europa muss sein Militär entsprechend aktualisieren. Und wie gesagt, die Ukraine hat eine sehr starke Armee. Und nur weil Russland keinen Erfolg in der Ukraine hat, heißt das nicht, dass es nicht Erfolg haben könnte bei einer SWO gegen Estland. Dort müsste im Ernstfall die angenommene europäische Überlegenheit verfügbar sein, nicht in Griechenland oder der Türkei. Und im Baltikum können gerade Deutschland und evtl.Polen einen substantiellen Beitrag leisten. Das ist auch Solidarität

  • Kriegsertüchtigung ist die Fortsetzung subventioniert deutschen Exportwirtschaftsmodells zulasten Mehrheitsbinnenkaufkraft mit militärischen Mitteln, das bis 1924 zurückreicht, über Handelsbilanzüberschüsse konvertierbare Devisen US $, brit.Pfund,nSchweizer Franken zu generieren, in einem Kreditkarussell gemäß Versailler Vertrag 1919 Reparationszahlungen an England, Frankreich leisten zu können, damit diese über Generationen ihre US Kriegskredite 1915-1918 in einem asymmetrisch politischen Abhängigkeitsverhältnis mit den USA als Gläubiger bedienen und tilgen konnten, England erst 1988, was ein Grund war, dass UdSSR Staatspräsident Michail Gorbatschow 1989 Berliner Mauerfall, Deutscher Einheit 1990 zustimmte. mit europäischen Ländern Ost und West über ein Freihandeisgebiet von Wladiwostok bis Lissabon zur Absicherung Glasnost, Perestroika in Verhandlungen treten zu können, ohne dass die USA als deren Gläubiger intervenieren könnte. Heute geht es Berlin darum, angesichts orchestrierter Störungen Welthandels durch fossil angetriebene Kriege, disruptiver US Zollpolitik, mit Kriegsertüchtigung als Vehikel entgegen Klimatransformration Binnenkaufkrafthebung am alten Modell festzuhalten

  • Der Kommentar verkennt doch so einiges zum Beispiel das der russische Wehretat kaufkraftbereinigt mit dem der Europäer gleichzusetzen ist oder auch den nicht unwichtigen Faktor Munition. Hier produziert Russland in einem Monat soviel, wie die Europäer in einem Jahr.

    Wer meint ein militärischer Vergleich allein anhand der einzelnen Waffensysteme hätte eine eindeutige Aussagekraft verkennt die strategische Komponente.

    Die Ukraine hat bei der Nato Übung REPMUS mit günstigen Seedrohnen die gesamte Nato Flotte lahmgelegt. Russland setzt auf eine ähnliche Strategie und rüstet gezielt in die Lücken, wo es bei der Nato Schwachstellen analysiert hat.

    Ein Beispiel dafür ist die Kriegsführung am Seeboden, hier verfügt Russland über Spezial U-Boote die monatelang unter Wasser bleiben und Sabotageakte an der Infrastruktur durchführen können.

    Ohne die Greenpeace Studie jetzt politisch einzuordnen, verfolgt sie inhaltlich doch einen ganz anderen Ansatz, als andere Analysen und das spiegelt sich dann auch in der Auslegung wieder.

    Alle Angaben beruhen auf Daten der IFS Institute for Defense Studies, Oslo und dem Center for Militære Studier, Universität Kopenhagen

  • Merci! ich bin mit dem Ethos dieses Artikels ganz einverstanden.



    Wir brauchen keinen Krieges Paranoia, möchte aber die Notwendigkeit der Vorsicht stark betonen.



    Wir müssen Frieden denken lernen, aber nicht auf Kosten der Ukraine und die eigene Sicherheit.



    Die Frage ob Russland Europa angreifen wird ist zu abstrakt. Es ist aber nicht unmöglich, dass Russland einen oder alle baltischen Staaten angreift (strategisches Interesse, und im Namen der russischen Minderheiten), oder ein kleines Stück im Norden Finnlands (strategisch unwichtig), um zu testen, ob die NATO ihre Versprechen hält und ob EU Staaten Finnland mitverteidigen. Hybrid War, it's been going on for years, weakening the cohesion of EU countries.



    Die Chancen solcher Angriffe mögen gering sein, müssen aber äusserst ernst genommen werden.

  • Aha, Greenpeace sind neuerdings also Militär Experten...soso...



    Und das Russland die NATO angreift und überrennt behauptet auch niemand. Aber Russland wird nicht bis Spanien marschieren. Stimmt, aber darum geht es nicht.



    Wie kann man Estland verteidigen? Wie Polen?



    Ach ja und noch wichtiger, wenn Putin dann bei jeder Kleinigkeit mit Säbelrassen droht. Versteckt man sich jedes Mal? Gibt klein bei, weil man eh nicht gewinnen kann?



    Gysi, Wagenknecht , Augstein und die ganzen Putinversteher haben seit Jahren das Mantra. Die Ukraine kann nicht gewinnen, also soll sie gefälligst aufgeben. Und was ist jetzt? Auf einmal sieht es nicht mehr so düster aus, trotz der gewaltigen Ressourcen Russlands.



    Und Nymoen kann gerne nach in die Krim gehen und schauen wie "harmlos" die Russen nach 2014 waren und wie gut es doch ist lieber aus Prinzip ohne Militär so einem Gegner gegenüber zu stehen.

  • Was haben Rüstungsausgaben im Vergleich mit Überlegenheit zu tun? Selbst wenn Europa mehr in Rüstung stecken würde als Russland (und den Verbündeten China), dann heißt das noch lange nicht, dass unsere junge Bevölkerung bereit ist für unsere Land und die EU zu kämpfen. Russland treibt inakzeptabel Unterwanderung und wird vom linken Mainstream verharmlost. Man solle doch bitte Frieden mit Russland machen!! Russland hat nur nichts zu bieten außer fossilen Bodenschätzen und Atomwaffen. Oder würden Sie sich eine russische (statt amerikanische) Herzklappe einsetzen lassen? Russisches Auto, Computer, Handy, Fahrrad oder anderes High-Tech kaufen??



    Natürlich nicht. Das einzige, was die russische Gesellschaft uns voraus hat, ist die Bereitschaft zu leiden, zu sterben - für Russland. Das Schlimmste ist Schwäche. für uns ist diese Eigenschaft zumindest nicht negativ besetzt. Da wir also menschlich den Russen unterlegen sind, müssen wir zumindest technisch deutlich überlegen sein. Sonst gute Nacht.

    • @Andreas Henatsch:

      Dies ist ein dummer Kurzschluss: Für Zukunft brauchen wir keine reaktionäre patriarchale Propaganda, sondern Zukunfts fähige Analysen und smart answers: Polare Reduktionen machen nicht resillienter. Resillienter machen diversity & sowohl Wehrfähigkeit in KOOPERATION, was Europa leider noch fehlt, als auch sozial-ökologische Dienste, die neben einer Armee, auch den Katastrophenschutz , die gesellschaftliche und ökologische Resillienz auch unter Druck organisieren helfen und dabei, wie bei der Diplomatie sind soft power unerlässlich: Friedensfähigkeit hängt nämlich daran, statt kruder Dominanzallein, auch Perspektiven für gemeinsame Überlebensinteressen mit Gegener organisieren zu können: Fähigkeiten die autoritär = nur Strärke zählt ! nicht herstellbar sind: Siue brauchen die Fähigkeit Schwächen zuzulassen und als Fähigkeiten zu nutzen dafür ! i"Das einzige, was die russische Gesellschaft uns voraus hat, ist die Bereitschaft zu leiden, zu sterben - für Russland. Das Schlimmste ist Schwäche. für uns ist diese Eigenschaft zumindest nicht negativ besetzt. Da wir also menschlich den Russen unterlegen sind, müssen wir zumindest technisch deutlich überlegen sein. Sonst gute Nacht."

      • @R.L.:

        "Resillienter machen diversity...." - Können Sie das bitte ausführen? So klingt das nach Sarkasmus....

  • Ja mei, Greenpeace und deren respektable Arbeit in allen Ehren. Aber wenn ich wissen will, ob vegane Ehrnährung gesund ist, frag ich auch nicht den Fleischer.



    Putins Drohungen mögen vielleicht "wenig überzeugend" sein, aber ist er wirklich rational und berechenbar? Ist es die Politik der USA? Will mans in diesen Zeiten, wo die Mächgtigen der Welt sich nehmen was sie wollen und Kriege lostreten, die sie selbst nicht eingefangen bekommen, wirklich drauf ankommen lassen?



    an hat jahrelang nicht zuhören wollen, als die Osteuropäer, die Briten und die Amerikaner vor Putin gwarnt haben. Man hat bei ihm noch schnell die eigene Abhängigkeit ratifiziert. Selbst mit 1200000 Mann Truppenstärke an der Grenze zur Ukraine haben Wagenknecht, Stegner und Co. nichts von einem möglichen Krieg wissen wollen. Und jetzt beruft man sich auf ne Greenpeace-Studie, ums wieder besser zu wissen? Ziemlich fragwürdig.

    • @Deep South:

      "Ja mei, Greenpeace und deren respektable Arbeit in allen Ehren. Aber wenn ich wissen will, ob vegane Ehrnährung gesund ist, frag ich auch nicht den Fleischer." Stattdessen fragen Sie lieber die veganen Produzenten?

    • @Deep South:

      Green Peace beschäftigt sich schon lange mit der Auswirkung von Militär und militärischen Konflikten auf das Klima.

    • @Deep South:

      Greenpeace war Auftraggeber der Studie, nicht Autor. Einer der Autoren war Herbert Wulf. Wulf leitete acht Jahre das Bonn International Center for Conversion, arbeitete am Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) und war am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg tätig. Er könnte demnach über eine gewisse Kompetenz verfügen.

    • @Deep South:

      Die Studie wird oben verlinkt - es hindert Sie also nichts daran, diese auch zu lesen und inhaltlich Kritik zu üben, statt sich an der Tatsache abzuarbeiten, dass sie von Greenpeace veröffentlicht wurde. Der mitverantwortliche Experte, Alexander Lurz, hat übrigens in diesem Gebiet mehr vorzuweisen als der ein oder andere Dauergast in deutschen Talkshows (aber auch das könnte man leicht herausfinden, wenn man nur einmal auf den Link oben im Artikel geklickt hätte).

      • @O.F.:

        Nicht nur ich habe die Analyse gelesen, sondern auch viele Experten. Die Greenpeace-Analyse greift nach Ansicht vieler Militär- und Sicherheitsexperten zu kurz, weil sie vor allem Budgets und Stückzahlen vergleicht, nicht aber reale Einsatzfähigkeit. Experten weisen darauf hin, dass Europas Armeen trotz hoher Ausgaben organisatorisch zersplittert, stark von den USA abhängig und nur begrenzt auf einen langen Großkrieg vorbereitet sind. Russland verfügt dagegen über zentrale Kommandostrukturen, hohe Mobilisierungsfähigkeit und eine auf Krieg ausgerichtete Industrie. Kritisiert wird außerdem, dass Faktoren wie Logistik, Munition, Luftverteidigung und Führungsfähigkeit zu wenig berücksichtigt werden. Deshalb halten viele Fachleute die Schlussfolgerung der Studie Europa sei Russland klar überlegen und brauche weniger Aufrüstung für sicherheitspolitisch problematisch. Ich schätze Greenpeace, aber eher beim Artenschutz. Blind Zahlen abzuschreiben bestätigt nur, dass Greenpeace keine Ahnung von Militär hat.

    • @Deep South:

      Selbst Selenenskij hat den Geheimdienstberichten nicht geglaubt - trotz Krim....

      Abgesehen davon: Es muss endlich beantwortet werden, warum wir das NATO-5%-Ziel unterstützen. Das ist immerhin jeder zweite Steuer-Euro. Russland richtet sich gerade mit 6-6,5% vom BIP (Kriegswirtschaft!) selbst hin und kommt in der viel ärmeren Ukraine seit Jahren keinen Meter weiter.

      Gibt es ein Ziel, wann Europa sicher ist? Warum rüstet jedes Land einzeln auf, warum verteidigt sich Europa nicht gemeinsam? Woran fehlt es in Europa, woran nicht? Warum werden gemeinsame Rüstungsprojekte gestoppt, und zeitraubende und teure nationale Alleingänge gemacht?



      Gibt es am Ende überhaupt noch ein Europa, das es den Bürger wert ist, mit ihrem Leben verteidigt zu werden?

    • @Deep South:

      "...Und jetzt beruft man sich auf ne Greenpeace-Studie, ums wieder besser zu wissen? Ziemlich fragwürdig..."







      Naja, auch wenn Greenpeace nicht unbedingt für Militär-Expertise bekannt ist, können sie doch anhand öffentlich verfügbarer Zahlen eins und eins zusammenzählen und dann sind die Vergleiche der Ressourcen ja zumindest mal eine Diskussionsgrundlage. In einer Zeit, in der Deutschland viel Schulden machen muss und bei der Bevölkerung harte Einschnitte gemacht werden, weil an allen Ecken und Enden Geld fehlt, sollten Rüstungsausgaben in Abermilliardenhöhe zumindest ein fundierte Begründung haben. Das Argument, dass Russland wohl kaum in der Lage wäre, gegen Europa oder die Nato anzutreten, wenn es sich schon bei der Ukraine ordentlich verhebt, muss erst mal widerlegt werden. Und wenn Europa / Nato auch ohne USA ressourcentechnisch in der Lage sind, sich gegen Russland zu verteidigen (bezweifeln Sie das?), was nützt dann unmittelbar weitere Aufrüstung?







      Übrigens: Falls Russland dann leider doch nicht angreift, haben wir hunderte Milliarden sinnlos für nix ausgegeben. Verbranntes Geld, dass woanders dann fehlt und wofür dann irgendwann vielleicht alle bis 75 arbeiten müssen.

      • @Sisone:

        "Übrigens: Falls Russland dann leider doch nicht angreift, haben wir hunderte Milliarden sinnlos für nix ausgegeben"

        Ja, so wie die Krankenversicherung sinnlos für nix ist, wenn man dann doch nicht krank wird. Und jedes Mal zieht man sich einen Helm beim Motorradfahren auf und landet dann doch nicht auf dem Schädel.



        Was das immer für ein Ärger ist!

  • Richard David Precht? Als Militärexperte? Die Heiterkeit, die dadurch ausgelöst wurde, dürfte den ganzen Abend anhalten. Und auch bei Greenpeace ist zu vermuten, dass die Expertise dieser Organisation eher beim Balzverhalten des Juchtenkäfers angesiedelt ist, als bei russischen Militärstrategien. You made my day!

  • Das Programm dient aber auch dem Machterhalt nach Innen. Solange draußen ein bedrohlicher Feind steht, ist wenig Raum für innere Kontroversen und abweichende Meinungen. Angst ist hilfreich, um Menschen zu lenken.



    Schließlich: Es geht nicht nur um Wachstum, sondern auch um Arbeitsplätze. Und spätestens an der Stelle sind viele sog. "Linke" dann gerne dabei. Denn Erwerbsarbeit gibt Menschen nicht nur Einkommen, sondern auch Sinn, Tagesstruktur, soziale Kontakte. So heisst es.



    Wer kann da etwas dagegen haben?



    Husch, husch, ins Hamsterrad!

  • Na endlich ein vernünftiger Artikel über den oh-so-notwendigen Verteidigungswahn.







    "Die Illusion der Freiheit wird bestehen, solange es profitabel ist, die Illusion fortzusetzen. Wenn die Illusion zu teuer wird, nehmen sie einfach die Bühnenbilder ab, ziehen die Vorhänge zurück, rücken die Tische und Stühle beiseite, und man sieht die Wand am hinteren Teil des Theaters." Frank Zappa

    Und an diese wird man unsere Söhne und Töchter stellen wenn wir nicht bald aufwachen. Keine Wehrpflicht!

    • @Sam W:

      "...oh-so-notwendigen Verteidigungswahn."



      Niemand hat die Absicht, in die Ukraine [oder ins Baltikum] einzumarschieren.



      Sarah Wagenknecht

      Völlig unnötiges Säbelrasseln.



      Gerhard Schröder

      Sie reihen sich da gut ein, scheint mir.

      "Keine Wehrpflicht!"



      Genau. Sollen das doch andere machen.

    • @Sam W:

      "Na endlich ein vernünftiger Artikel über den oh-so-notwendigen Verteidigungswahn."

      Ja, die Söhne und Töchter werden es Ihnen danken wenn Sie, sollten sie im Baltikum unsere Nato Verbündeten unterstützen müssen, mit Frank Zappa CD's werfen statt mit Granaten.

      Bin mir sicher der läuft in ukrainischen Luftschutzbunkern rauf und runter. *ironie ende*

      Fast alle Experten waren sich auch einig, dass Russland niemals die Ukraine angreift. Das Ergebnis ist, dass jeden Tag Ukrainer sterben.

      Vor der Invasion 2022 sagten mehrere Experten, Russland werde eher nicht angreifen. So hieß es etwa: „Russia unlikely to invade Ukraine… because of enormous costs“ (The Moscow Times, 2021). Andere Analysten argumentierten: „Troop numbers… do not fit the template for an invasion“ (International Crisis Group, 2021). Auch westliche Militäranalysten hielten fest: „For those reasons, it is highly unlikely Putin would contemplate an outright conquest of Ukraine“ (Reuters/Analyse 2021).

      Aber gut, Sie, die Autorin, Greenpeace und vermutlich Frank Zappa sind anderer Meinung. Dann können wir ja alle beruhigt die Füße hochlegen.

  • Greenpeace sind Experten dafür, auf jeden Fall.