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Aus für Steuergeschenk für Autofahrende Auf Nimmerwiedersehen, Tankrabatt!

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Während die Bundesregierung an allen Ecken und Ende kürzen will, verbrennt sie 1,6 Milliarden Euro für den Tankrabatt. Ein bezeichnendes Irrlichtern.

E ndlich ist Schluss mit dem unsinnigen Steuergeschenk für Autofahrende, dem Tankrabatt – und hoffentlich wird es keine Wiederauflage dieser absurden Maßnahme geben, die den Fiskus 1,6 Milliarden Euro gekostet hat. Noch wird gerechnet, wie viel die Ölkonzerne im Mai und Juni von der Senkung der Mineralölsteuer an die Ver­brau­che­r:in­nen weitergegeben haben. Viel spricht dafür, dass sie einen Teil auf die eigenen Konten gebucht haben – skrupellos nicht nur angesichts ihres klimaschädlichen Geschäftsmodells, sondern auch in ihrer Preispolitik und beim Einstecken von Geld, das ihnen nicht zugedacht war.

Jeder Cent Steuergeld, der die Gewinne der Konzerne noch weiter nach oben treibt, ist einer zu viel. Aber selbst wenn die Unternehmen nichts von dem Steuergeschenk einbehalten hätten, ist der Tankrabatt keine gute Idee. Alternativen gibt es genug, sei es ein Spritpreisdeckel nach Luxemburger Vorbild, eine Übergewinnsteuer oder eine flächendeckende Senkung der Preise im öffentlichen Verkehr. Strukturell hat die Regierung nichts gegen die Preistreiberei beim Sprit getan. Sie kann jederzeit wiederkommen. Statt mit einem Tempolimit für ein sparsames Autofahren zu sorgen, entlastete sie Vielfahrende und Raser:innen. Klimakrise? Ist Union und SPD offenbar egal.

Die Regierung hat 1,6 Milliarden Euro für eine ökologisch und ökonomisch sinnlose Maßnahme verbrannt – während es für eine vernünftige Bafög-Reform, Wohngeld, die Pflege- und Krankenversicherung oder klamme Kommunen angeblich kein Geld gibt. Union und SPD wollen an allen Ecken und Enden kürzen. Nur den Autofahrenden greifen sie unter die Arme – und zwar gleichermaßen denjenigen, die eine Unterstützung gar nicht nötig haben, wie jenen, die noch viel mehr Hilfe bräuchten.

Diese Politik ist bezeichnend für das Irrlichtern der Regierung. Union und SPD müssen die Richtung wechseln. Sie müssen weg von ihrer klimaignoranten Linie und von einer Verteilungspolitik, die Wohlhabende subventioniert und Arme im Stich lässt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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90 Kommentare

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  • francisco acha-orbea

    Mein Mitleid mit unseren Spritfans hält sich in Grenzen.



    Diese Entwicklung ist seit vielen Jahren abzusehen.



    Deutschland sollte sich bei ihren, im vorauseilenden Gehorsam die letzten Schnapsideen der Autolobby umsetzenden, Politikern bedanken.



    Deutschland hat seine Chancen nicht nur bei Solar und Windkraft, sondern, wie nun verschämt, sichtbar werdend, auch beim Abwürgen der Autoindustrie erst mal verpasst.



    Eigentlich schade für Deutschland.

  • Janix

    Ja, gut, natürlich hat der Artikel Recht. Vielleicht brauchen wir auch einfach eine Mehrheit von Parteien im Bundestag, die sich von den Fossilis nicht (mehr) einseifen lassen?

  • Gerhard Krause

    Tschüss! .. von (m)einem Vollstromer gesendet ..

  • Klabauta

    Ich frage mich, was hierzulande falsch läuft.



    Die Preise der Tankstelle des Ortes in Frankreich, in dem ich meinen Urlaub verbracht habe, änderten sich während der gesamten Zeit nicht um einen Zehntelcent, obwohl es meines Wissens keinen Benzinpreisdeckel gibt. Allerdings werden die Anbieter von der Wettbewerbsbehörde stärker kontrolliert und es wurden auch schon Sanktionen verhängt, während das deutsche Kartellamt immer noch prüft.

    • Josef 123

      @Klabauta:

      Preis für einen Liter Super heute in Österreich 1,60 bis 1,75 €, in Deutschland (teilweise weit) über 2,00 €.

      Das ist allerdings kein Rätsel, sondern lässt sich leicht erklären.

  • derzwerg

    Frei nach Marie Antoinette, und wo sie recht hatte, hatte sie recht: Wenn das Benzin zu teuer ist, sollen sie halt technologieoffene Biofuels tanken.

    • Janix

      @derzwerg:

      Wenn das Bezuschussen von Verbrennerei zu teuer kommt, dann lieber mal zur Abwechslung Fahrrad & Co. fördern. Das hilft auch, aus der Benzinsucht rascher clean zu werden.

  • Horst Sörens

    Ich war auch gegen einen teilweise Aussetzung der Steuer, Aber aus dem Grund, dass diese ganzen spaßfahrer sich einschränken, weil das Benzin teurer geworden ist. Wirtschaftlich ist dieser Artikel aber totaler Quatsch, denn der Staat verzichtet auf keine Einnahmen. Vor dem Angriff des Irans war der Benzinpreis bei ungefähr 1,40 €. Nach dem Angriff bei ungefähr 1,90 €. Vorher hatte der Staat Steuereinnahmen von knapp 90 Cent und danach, und das unter Berücksichtigung der Steuererleichterung , über einen Euro.

    • Metallkopf

      @Horst Sörens:

      Das ist ja die Zielrichtung. Man ist sauer, dass der Staat nicht noch mehr einnimmt. Weil der linke Konsens ist, dass jeder Verzicht darauf, den Menschen etwas von ihrem Geld wegzunehmen, ein "Geschenk" ist.

  • ImNetz

    Gewinn der Konzerne pro Liter Sprit ca. 2-5 Cent.



    Einnahmen des Staates (bei 2Euro Spritpreis):



    65,45 Cent – Energiesteuer (fester Steuerbetrag pro Liter).



    31,93 Cent – Mehrwertsteuer (19 % werden auf den gesamten Bruttopreis aufgeschlagen).



    17,00 Cent – CO₂-Abgabe (Abgabe basierend auf den aktuellen Zertifikatspreisen für 2026).



    Gesamte Staatsabgaben bei Benzin: ca. 114,4 Cent pro Liter



    Der Politik ist es prima gelungen, die Kritik and den unsozial hohen Spritpreisen den Konzernen in die Schuhe zu schieben.

  • Frauke Z

    Der Rabatt war reine PR und ein gutes Indiz für die Ratlosigkeit und mangelnden Weitblick in der Politik.



    Angenommen, die Knappheit würde weiter gehen:



    Dann hätte Deutschland eine noch schmerzhaftere Anpassung vor sich als ohne Tankrabatt. Weniger volkswirtschaftliches Verständnis kann man kaum an den Tag legen.

  • Dr. McSchreck

    Ich finde es immer wieder amüsant, dass es jetzt ein „Geschenk“ sein soll, wenn man auf den Sprit nicht 1 Euro, sondern nur 80 ct Steuern zahlt, für kurze Zeit. Womit eigentlich nur der steuerliche übergewinn zurück gegeben wurde , der durch die gestiegene Umsatzsteuer bei deutlich höheren Spritpreisen erzielt wurde.

  • Normalo

    Das klingt leider mal mal wieder nach der altbekannten urbanen "Das Essen kommt doch aus dem (Bio-)Supermarkt"-Attitüde. Haben Sie auch bedacht, dass die pösen "beschenkten" Autofahrenden den Sprit nur zu vielleicht 30 Prozent aus Jux und Dollerei verbrauchen, während der Rest - vor allem die LKW - gewerblich unterwegs ist und damit am langen Ende seine Mehrkosten auch auf nicht-autofahrende Vorbild-Bürger umlegen wird?

    • Klempschwester

      @Normalo:

      Ja ich weiß nicht. Gibt eigentlich auch keinen Grund für den Lieferverkehr, nicht auf E-Mobilität umzusteigen.

      • Zippism

        @Klempschwester:

        kling so ein bisschen nach "sollen sie doch Kuchen essen".

      • Normalo

        @Klempschwester:

        Doch: Zeitmangel. So eine Umstellung dauert in der Breite - vorausgesetzt es gibt wirtschaftlich sinnvolle E-Lösungen überhaupt, was beim Fernverkehr schonmal zweifelhaft ist - viele Jahre. Hier ging es aber um eine kurzfristige Behinderung mit kurzfristigen (aber sehr heftigen) Auswirkungen.

    • derzwerg

      @Normalo:

      Der Punkt ist aber: sie können die Mehrkosten umlegen. Weshalb sie also direkt subventionieren. Wenn das Essen im Supermarkt zu teuer ist, dann muss der MWSt-Satz runter. Wissen Sie eh, denke ich.

      • Günter Witte

        @derzwerg:

        Bei abgeschlossenen Verträgen ist nichts mit umlegen, liefern wie bestellt und ausgemacht. Wenn die Preise im Supermarkt steigen dann nur weil die Handelsriesen den Mitnahmeeffekt aufschlagen. So ein Lastwagen hat etliche Tonnen geladen, da sind die Mehrkosten für ein einzelnes Produkt an der X Stelle hinter dem Komma.

      • Normalo

        @derzwerg:

        Umgelegte Mehrkosten sind auch Schaden, und die Mehrwertsteuer pauschal runterzufahren (es geht ja nicht nur um Lebensmittel), wäre als Mittel gegen den Ölmangel mindestens so ungezielt wie der Tankrabatt.

        • Metallkopf

          @Normalo:

          Jetzt versuchen Sie wieder, mit Logik und Argumenten gegen Ideologie anzukämpfen.

          Mitunter bewundere ich Ihren Langmut.

        • derzwerg

          @Normalo:

          Der reduzierte MWSt-Satz ist ziemlich gezielt. Es ist einer konstruktiven Diskussion nicht zuträglich, wenn man sich absichtlich dummstellt

          • Normalo

            @derzwerg:

            Die Sperrung der Straße von Hormus trifft VIELE Wirtschaftsbereiche und Wertschöpfungsketten, nicht nur den Lebensmittelhandel. MWSt aber fällt auf ALLES an - Warenverkehr, Dienstleistungen, egal ob es Benzin braucht oder nicht und wer es braucht bzw. leistet.

  • Alex_der_Wunderer

    Alle Bürger sind betroffen, von daher - Anhand der vorliegenden Daten vom Finanzamt, hätten alle Mitbürger mit einem Jahreseinkommen von unter 80.000 Euro eine finanzielle Entschädigung, wegen verfehlter Politik, erhalten müssen.

  • Josef 123

    "Alternativen gibt es genug, sei es ein Spritpreisdeckel nach Luxemburger Vorbild, eine Übergewinnsteuer oder eine flächendeckende Senkung der Preise im öffentlichen Verkehr."

    1) Luxemburg hat mit rund 700 000 nicht mal soviele Einwohner wie Frankfurt/Main. Da ist vieles einfacher und schneller zu regeln als in einem Staat mit über 80 Millionen.

    2) Eine "Übergewinnsteuer" hat auch der deutsche Staat kassiert, weil bei steigenden Spritpreisen auch die Steuerquellen ergiebiger sprudeln. Auf diesen Mehrgewinn hat er jetzt zum Teil verzichtet.

    3) Mich überrascht mittlerweile die Ignoranz (oder ist es bereits Arroganz?) unserer Großstadtbewohner leider nicht mehr, die hartnäckig immer noch unterstellen, daß die ländliche Bevölkerung über die gleichen Möglichkeiten bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel verfügen würde wie sie selber. Und, nein: Das lässt sich nicht sofort ändern. Und auch nicht in einem Jahr. Und vermutlich auch nicht in den nächsten 10 bis 20 Jahren.

    • Momo33

      @Josef 123:

      Wer auf dem Land im Eigenheim mit Garage noch keine PV auf dem Dach hat plus eAuto, wird alles gefördert, der kann auch die 40 Euro pro Tankfüllung mehr zahlen.

      • Metallkopf

        @Momo33:

        Dann können Sie mit der gleichen Argumentation auch die Mehrkosten tragen, die dadurch entstehen, dass Ihr Kiez von schwäbischen Öko-Studienratspärchen überschwemmt wird und die finanzkräftige Nachfrage die Mieten in die Höhe treibt?

        Sie könnten ja auch aufs Land ziehen, wenn das da so einfach ist.

      • O sancta simplicitas

        @Momo33:

        @Momo33



        Danke, dass Sie mit Ihrem vor kruden Ressentiments strotzenden Kommentar den Arroganzvorwurf von Joseph 123 ebenso deutlich wie ungeniert bestätigen. Ihre etwas schlichte Vorstellung vom Sozialtypus des wohlstandsverfetteten, klimapolitisch vollignoranten Landbewohners deckt sich vermutlich nicht mal komplett mit der sozialen Realität des durchgentrifizierten Berliner Umlands. Wer wenig verdient oder nicht die Möglichkeiten hat, um die Fördermittel für die Anschaffung eines E-Autos abzugreifen, weil er/sie die Deckungslücke nicht finanzieren kann, ist bei schlecht ausgebauter Verkehrsinfrastruktur halt auf den alten Stinker angewiesen, um die auf dem Land bisweilen recht großen Distanzen auf dem Weg zur Arbeit, zum Arzt oder sonstwohin zurückzulegen. Und da auf den Dörfern in den letzten Jahrzehnten Vieles in der Fläche verschwunden ist (Geschäfte, Arztpraxen, Schulen. Landgasthäuser, Behörden etc.pp.), vergrößern sich die Distanzen immer weiter. Aber ich wiederhole hier ja nur mit anderen Worten, was Josef 123 bereits unter Punkt 3 geschrieben hat.

      • Jochen Laun

        @Momo33:

        Auch auf dem Land leben nicht alle im Eigenheim mit Garage und PV. Sie sollten sich bei Gelegenheit mal wieder raustrauen.

      • Machiavelli

        @Momo33:

        Auch auf dem Land mieten viele Menschen.

      • Ritchie

        @Momo33:

        Für eine Solaranlage und ein E-Auto können Sie ungefähr mit 50 000 € rechnen. Nicht jeder, auch wenn er ein Häuschen auf dem Land hat, kann sich das leisten.

  • francisco acha-orbea

    Mein Mitleid mit unseren Spritfans hält sich in Grenzen.



    Diese Entwicklung ist seit vielen Jahren abzusehen.



    Deutschland sollte sich bei ihren, im vorauseilenden Gehorsam die letzten Schnapsideen der Autolobby umsetzenden, Politikern bedanken.



    Deutschland hat seine Chancen nicht nur bei Solar und Windkraft, sondern, wie nun verschämt, sichtbar werdend, auch beim Abwürgen der Autoindustrie erst mal verpasst.



    Eigentlich schade für Deutschland.

  • Tom Tailor

    "Nur den Autofahrenden greifen sie unter die Arme – und zwar gleichermaßen denjenigen, die eine Unterstützung gar nicht nötig haben, wie jenen, die noch viel mehr Hilfe bräuchten."

    Also wäre es besser gewesen den Tankrabatt nur jenen Haushalten zu gewähren, die einen Antrag stellen und nach individueller Prüfung als bedürftig anerkannt werden?

    • Momo33

      @Tom Tailor:

      Steuererklärung. Abgesehen davon, mancherorts hat man eine Personennummer, darüber kann man quasi alles regeln, vollautomatisch. Ne Gelegenheit, die Einführung zu beschleunigen.



      Wer ist noch gleich für Digitalisierung zuständig, gibt's nicht nen ganzen Mitarbeiterstab.

    • Flo

      @Tom Tailor:

      Nein. Steht doch im Artikel, was man sonst hätte machen sollen

      • Tom Tailor

        @Flo:

        Um eine kurzfristige Preissteigerung aufgrund geopolitischer Verwerfungen zu kompensieren? Dazu wären alle Vorschläge ungeeignet, insbesondere unter dem Aspekt das auf gewerbliche (Auto)-mobilität gar nicht eingegangen wurde.

  • Tiene Wiecherts

    Von gestern Vormittag bis heute 12:01 Uhr ist an der Tankstelle nebenan der Spritpreis um 40 Cent (!!!) gestiegen; da ist das bisschen Tankrabatt ja schon fast irrelevant.



    Die Aktionäre der Mineralölkonzerne können sich halt darauf verlassen, dass die Mehrheit der deutschen Autofahrer blöd genug sind und ihnen schon die Taschen voll machen.

    • Josef 123

      @Tiene Wiecherts:

      Wie sollen denn die Blöden ohne Benzin zur Arbeitsstelle kommen? Auf dem Land, ohne Zug und mit Bussen, die im Eineinhalb-Stunden-Takt fahren, wobei man, wenn es dumm läuft, noch zweimal umsteigen muss. Und abends zurück nochmal das gleiche.



      Ich nehme an, Sie wohnen in einer Großstadt oder müssen nicht zur Arbeit.

      • sociajizzm

        @Josef 123:

        Ach gäbe es doch nur eine alternative zum Antrieb mit Verbrennungsmotor...

        ... am besten etwas, dass sich außerhalb von Ballungszentren leicht mit selbst hergestellten Treibstoff füllen ließe.

  • Sybille Bergi

    Der Tankrabatt hat für viele vulnerable Gruppen (Landbevölkerung, Arme) eine direkte Entlastung gebracht. Zum einen direkt, zum anderen über sinkende Logistikkosten. Arme Menschen geben prozentual den größten Teil Ihres einkommens für Lebensmittel und Sprit aus. Ich verstehe nicht, wie man dagegen sein kann.

    • Francesco

      @Sybille Bergi:

      Warum soll die Landbevölkerung vulnerabel sein?

      • Šarru-kīnu

        @Francesco:

        Weil sie ärmer ist und zwar deutlich. Eine Schande dies inzwischen zu n linken Kreisen erklären zu müssen. Die Armen sind doch immer noch eine Gruppe der wir uns irgendwie verpflichtet fühlen?

    • Flo

      @Sybille Bergi:

      Man hätte ja auch bessere Maßnahemn machen können. Z.B. die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel senken. Das entlastet die Lebensmittel direkt - nicht indirekt über Sprit.

      • Walterismus

        @Flo:

        Nein tut es nicht, Die Mechanik der Umsatzsteuer ist denkbar ungeeignet und wäre keine Entlastung.

      • ToMuch

        @Flo:

        ?

        Das hätte die Reichen allerdings genauso entlastet. Ich dachte, dass will man unbedingt vermeiden.

        • nihilist

          @ToMuch:

          Der Tankrabatt hat Reiche auch entlastet.

        • sociajizzm

          @ToMuch:

          Wer gibt % mehr aus für Lebensmittel?



          .



          Natürlich gilt das auch beim Treibstoff, aber es gäbe darüber hinaus eine positive Lenkungswirkung.

  • Jens Köster

    Die Maßnahme war sicher nicht zielführend. Sinnvollsten wäre es gewesen, Kilometerpauschalen zu erhöhen. Dies hätte zielgerichtet notwendiges Reisen steuerlich zu entlasten.

  • pumble

    Ich begreife nicht so recht, wie das Märchen vom fehlenden Geld noch so viel Gehör findet. Seit Beginn dieser Legislatur ist alles, was die Union nicht will, nicht finanzierbar, und das wird kaum hinterfragt. Und gleichzeitig werden wieder und wieder Milliardengeschenke verteilt, für die die Haushaltslage komischerweise keine Rolle spielt. So langsam muss doch dieses durchsichtige Spiel mal an seine Grenzen kommen.

    • Peeragow

      @pumble:

      Was Sie als Milliardengeschenke bezeichnen ist eine zeitlich begrenzte Ermäßigung der ansonsten unsäglichen Abzockerei durch den Staat.



      Und wenn man bedenkt, dass der Staat seine wichtigste Aufgabe, nämlich der Gewährleistung der inneren und äußeren Sicherheit nicht nachkommt, frage ich mich, wozu braucht man den noch?

  • gyakusou

    Die Maßnahme hat den Fiskus nicht 1,6 Milliarden Euro gekostet – er hat den Leuten in diesem kurzen Zeitraum 1,6 Milliarden Euro weniger Steuern abgenommen.

    • Flo

      @gyakusou:

      Nicht den Leuten, sondern nur den Autofahrenden. Wie wärs damit: Die Regierung hat den Leuten (also allen, denn wir sind der Staat) durch diese sinnlose Maßnahme Einnahmeausfälle in Höhe von 1,6 Milliarden Euro beschert.

      • MK

        @Flo:

        Die Autofahrer haben zusammen mit der Logistik die gestiegenen Energiepreise auch sofort und ungefiltert mitbekommen. Hier hat die Reduzierung der Besteuerung auf Treibstoffe angesetzt und zu die direkten Auswirkungen entlastet.



        Durch die Entlastung der Logistik wurde auch die allgemeine Inflation gedämpft. Das hilft allen in diesem Land. Punktuelle Umverteilung an die Ärmsten wie so gerne gefordert, bremst nicht die Inflation und führt damit zu noch mehr

        • Flo

          @MK:

          Ja, das stimmt. Aber es hätte trotzdem bessere Maßnahmen gegeben. Eine Senkung der Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel hätte die allgemeine Inflation ebenfalls entlastet - und keine Fehlanreize erzeugt.

          • Walterismus

            @Flo:

            Nein die Umsatzsteuer ist kein geeignetes Mittel, da die Kosten in der Produktion, also Netto, unverändert geblieben wären und explodiert wären.



            Die Unternehmen holen sich die Umsatzsteuer nämlich über die Vorsteuer in der Regel wieder zurück.

          • MK

            @Flo:

            Eine Mehrwertsteuersenkung löst nicht das Problem an der Wurzel, nämlich gestiegene Kosten für die Produzenten. Diese werden versuchen, ihre höhere Kosten in der Vertriebskette weiterzugeben. Und wenn die Erzeugerpreise erst mal erhöht sind, dann bleiben Sie oben. Mehrwert Steuersenkung aus, Inflation hoch.



            Es ist erst mal der beste Weg, das Problem möglichst nahe an der Wurzel anzupacken und nicht erst ganz am Ende.

          • Peeragow

            @Flo:

            Was nützt denn eine zweimonatliche Senkung der Mehrwertsteuer?😬

      • Michel76

        @Flo:

        Der gestiegene Spritpreis hat nicht nur die Autofahrer getroffen. Es sind ganze Ketten, die am Treibstoffpreis hängen

  • Puky

    Der durchschnittliche Benzinpreis lag vor dem Irankrieg bei ca. 1,60€, danach bei 2,20€. Die 60 Cent, die der Kraftstoff mehr kostete, hat über die Mehrwertsteuer bereits einen Großteil der Steuerermäßigung finanziert. Also kein so großes Geschenk. Eher eine Übergewinn-Steuer-Steuersenkung.

    • draddon

      @Puky:

      Entschuldigung, aber das ist Unsinn. Alles wird ständig teurer, das ist der Markt und kein Grund für ein Steuergeschenk. Kriegen Computer-Käufer einen Teil der Steuer zurück, weil der RAM so teuer geworden ist?

      • Outis

        @draddon:

        Das wäre mal eine schöne Maßnahme. Würde auch zu unserer digitalen Souveränität beitragen, damit wir in der Lage sind lokale Modelle zu betreiben anstatt von Cloud-"KI"-Anbietern abhängig zu sein.



        Natürlich auch eine etwas humpelnde Logik, aber auch nicht weniger überzeugend als beim Tankrabatt...

      • Tom Tailor

        @draddon:

        Also ein durchschnittlicher PC ist heutzutage deutlich günstiger und leistungsfähiger als ein Modell aus den 80er Jahren.

        • Normalo

          @Tom Tailor:

          Ja, aber nicht als ein PC von vor 6 Monaten. Da is schon was dran, dass dieser Tankrabatt ein wenig monokausal in seiner Krisenschäden-Abschwächung ausgelegt war.

        • Kaboom

          @Tom Tailor:

          Jo, und vergleicht man die Preise heute mit den Preisen in den 40ern, z.B. der Eniac ist der Unterschied nochmal viel größer.

        • Outis

          @Tom Tailor:

          Ja, und Autos sind vermutlich auch ein bisschen "besser" als in den 80ern. Was ist der Punkt dieser Aussage?

    • Flo

      @Puky:

      Aber nur, wenn zuvor genausoviel Sprit für 2,20€ verkauft worden ist, wie in den 2 Monaten Tankrabatt.

      • Normalo

        @Flo:

        Nein, der "Rabatt" hat ja nichts an der Umsatzsteuer geändert, die proportional auf den erhöhten Nettopreis des Sprits anfiel. Insofern sind die Mehreinnahmen dort auch nach der Ermäßigung weitergegangen (und gehen auch jetzt weiter, nachdem der Rabatt weggefallen ist).

        • Flo

          @Normalo:

          Doch, der Tankrabatt reduziert auch die Umsatzsteuer.

          • Walterismus

            @Flo:

            Nein das stimmt nicht. Umsatzsteuer fällt nur auf den Nettopreis an. Das was gesenkt wurde ist eine Steuer. Dies ist nicht Teil vom Netto.



            Normalo hat Recht.



            Daher ist die Kritik am Tankrabatt scheinheilig, weil man die Steuersenkung über eine andere Steuer ausgeglichen bekommen hat. Daher stimmt die Aussage schon, dass man den Übergewinn der Regierung reduziert hat, aber keine Schlechterstellung hatte als Staat!

          • Peeragow

            @Flo:

            Das ist ja der Wahnsinn, dass auf eine Steuer noch eine weitere Steuer draufgesetzt wird!

          • Normalo

            @Flo:

            Stimmt. Da hatte ich doch tatsächlich den Staat für weniger gierig gehalten, als er ist. ;-)



            Trotzdem sprudeln die Steuern aus den Preiserhöhungen weiter - nur halt auf 15 Cent (netto) weniger.

  • Bolzkopf

    Im letzten Satz steckt viel Wahrheit:



    "Sie müssen weg"



    Den Rest des Satzes kann man getrost weglassen.

    Aber schauen wir mal auf die Zahlen:

    1,6 Mrd € in zwei Monaten.



    Also 800 Mio € pro Monat.



    Soviel verdient der Staat am Sprit.

    Im Jahr 9,6 Mrd € .



    Oder 9 600 000 000 €.

    Das klingt viel - aber auf die Bevölkerung (80 Mio) bezogen wären das nur 120 € pro Person und Jahr. Und das ist wenig.



    Nur 10 € pro Monat.



    Und das scheint mir kaum möglich zu sein.

    Also was stimmt an dieser Rechnung nicht ? Verstehe es nicht.

    • Philippo1000

      @Bolzkopf:

      Aha.



      Und wovon sollen ansonsten Brücken, Strassen und Parkplätze gebaut werden ?

    • Josef 123

      @Bolzkopf:

      Es fahren nicht 80 Millionen Bürger mit dem Auto, da müsste ja vom Säugling bis zum Greis jeder hinter dem Steuer sitzen. Und Leute, die mehrere Fahrzeuge haben, fahren ja nicht mehrere Autos gleichzeitig.

    • Thomas Böttcher

      @Bolzkopf:

      Vielleicht weil es „nur" ca. 67 Millionen Verbrenner gibt in Deutschland (eingeschlossen LKW und Transporter)?Und ich schätze mal, das ¼ von den ca. 43 Millionen PKW Zweitwagen mit wenig Nutzung sind.

    • Mondschaf26

      @Bolzkopf:

      „Soviel verdient der Staat am Sprit."



      --



      Verdienen? Der Staat nimmt Mineralölsteuer ein. Davon mindert aber ein erheblicher Teil als Kosten die Betriebsergebnisse von Unternehmen und Selbständiger:innen.... Somit ist besonders die Entlastung von Speditionsbetrieben und Handwerker:innen gar nicht so, wie sie schient...

    • Michel76

      @Bolzkopf:

      "Also was stimmt an dieser Rechnung nicht ?"

      Die 9,6 Mrd. stimmen nicht. Es ist ein Vielfaches davon (Energiesteuer, MwSt., (Unternehmensgewinn)steuern etc.)

    • Chris McZott

      @Bolzkopf:

      Die Ernergiesteuer wurde ja nur gesenkt und nicht komplett ausgesetzt - die 9,6 Mio. € wären in Ihrer Rechnung daher nur die Einnahmeverluste durch den Rabatt, nicht die Gesamteinnahmen aus Steuern auf Benzin und Diesel.

      Außerdem fährt nicht die gesamte Bevölkerung Auto - es gibt in Deutschland ca. 70 Mio. Fahrzeuge davon 50 Mio. PKW.

      • Bolzkopf

        @Chris McZott:

        & @Michel76

        Sie haben natürlich Recht. Die Rechnung bezieht sich nur auf den Rabatt.

        Tatsächlich lagen 2024 die Steuereinahmen an der Zapfsäule bei 31,7 Mrd €. (lt Statistischem Bundesamt)



        (www.destatis.de/DE...nergiesteuer.html)

        Das sind bei 80 Mio Menschen dann knapp 400 € pro Nase.

        Oder bei 70 Mio Kfz rund 450 € pro Kfz.

    • Puky

      @Bolzkopf:

      Der Staat nimmt ungefähr 35 Mrd. Euro Mineralölsteuer im Jahr ein. Er hat für 2 Monate nur auf einen Teil davon verzichtet. Rechnet man die Mehrwertsteuer noch hinzu, so erhöht sich das Steueraufkommen erheblich.

  • Tom Farmer

    Per Gesetz Steuern erhöhen hier oder Kürzung dort. Das ist easy, kann jeder ohne Bildung.



    Aber dass der Laden besser läuft, neue Ideen, strategisch durchdachte Zukunft. Oder so. Das setzt voraus, dass man innovativ, mutig und klar 'in die Birne' ist. Das zu finden ist oft schwierig.



    Überheblichkeit und Oberflächligkeit in allen Bereichen , vom WM Team, Politik, Autoindustrie... Bisserl rummimen reicht. Nein, das muss besser!

  • Perkele

    Diese Bundesregierung handelt nach nur zwei Leitlinien: An erster Stelle stehen die Profite der Wirtschaft, an zweiter Stelle Populismus zugunsten der erhofften Wahlstimmen. Ernsthaftes, zumindest neutrales Wirken zugunsten der Bevölkerung stört dabei nur.



    So schlimm war das in der Bundesrepublik noch nie.

    • Todesfister

      @Perkele:

      Ich glaube nicht dass die Regierung Politik macht die stimmen bringt, siehe wahlumfragen

  • Philippo1000

    Die vorläufigen Zahlen des Ifo Instituts und der Monopolkomission besagen, dass dwr Rabatt überwiegend weitergegeben wurde.



    Bei Super E5: 17 Cent, bei Super E10 : 16 Cent und bei Diesel 12 Cent.



    Damit wurde nur im Dieselbereich wenige Cent nicht weiter gegeben.



    Hier gibt es mit dem Agrar und LKW Diesel allerdings bereits andere Förderungen.



    Hinzu kam, dass die Dieselpreise durch Entwicklungen am Weltmarkt plötzlich wieder deutlich unter den Kosten vor der Krise landeten.



    Statt für 2,35€ gab es Diesel für 2,85€ an der Tankstelle.



    Da gab es für Dieselfahrer*Innen kaum Grund zur Klage.



    Der Tankrabatt war somit ein Erfolg.



    Die zeitliche Befristung trifft mit einer Entspannung der Lage im Iran zusammen und war somit auch situationsgerecht.



    Der Tankrabatt hat sich allgemein dämpfend auf die Krisenstimmung im Land ausgewirkt.



    Der Vergleich zu anderen Reformprojekten ist schwierig.



    Zum Beispiel der Pflegekasse fehlen 40 Mrd. da sind Lösungen unabhängig von einem kurzfristigen Tankrabatt von 1,6Mrd. nötig.



    Beginnend zur Feriensaison gibt es neben dem staatlich geförderten Deutschlandticket diverse Familienangebote der Bahn.



    Wieder steigende Spritpreise bewerben den Umstieg zusätzlich.

  • Thomas Koll

    Das Geld wäre beim Deutschlandticket besser aufgehoben gewesen, oder wenn man es unbedingt individuell will hätte man auch eine Million Fahrräder mit Elektromotor verschenken können.

    • Tom Tailor

      @Thomas Koll:

      Ich bin mir nicht sicher ob Speditionen bzw. die Logistikbranche den täglichen Warenverkehr mit den von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen bewältigt hätte.

      • Flocke

        @Tom Tailor:

        Deutschlandticket wäre keine gute Idee gewesen, außer für diejenigen, die wirkliche Abenteuer erleben wollen. Habe es 3x in den letzten 2 Wochen versucht und bin jedesmal krachend gescheitert. Passiert mir so nicht, wenn ich Auto fahre.

    • JSch

      @Thomas Koll:

      Wäre es nicht, da das Deutschlandticket nur denen hilft, die wirklich die Möglichkeit haben den ÖPNV zu nutzen. Das sind schonmal eher nicht ältere Menschen, kranke Menschen, behinderte Menschen und die 57% der Bevölkerung im ländlichen Raum (Quelle: BMLEH) leben. Klar, für die, mit der S-Bahnhaltestelle 100m vor der Tür und Bahnen im Viertelstundentakt, wäre dad Geld natürlich besser beim Deutschlandticket aufgehoben, das ist aber leider nicht die Mehrheit.

      • Francesco

        @JSch:

        Wenn die Mehrheit im ländlichen Raum Öffis benutzen wollten, dann gäbe es dau ein Angebot. Und auch in Dörfern gibt es kurze Wege. Und ältere und kranke Menschen können eher nicht autofahren.

        • Marcelo

          @Francesco:

          Sie haben keine Ahnung von Landleben merke ich an Ihrer Aussage! Den ländlichen Raum mit mehr Bus und Bahn auszustatten das die Bevölkerung auf das Auto verzichten kann kostet Bilionen plus es benötigt so viel Personal was wir nicht haben. Im ländlichen Raum sind übrigens mit Bus oder Nahn jede Strecke vom Zeitaufwand viel zu lang. Dafür braucht man Zeit die man nicht hat

      • pumble

        @JSch:

        Gerade älteren Menschen, kranken Menschen und Menschen mit Behinderungen wäre damit geholfen. Viele von denen können nämlich nicht Auto fahren. Bus und Bahn nehmen jeden mit.