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Teureres Deutschlandticket Wie wär's mit einem Öffi-Rabatt?

Nanja Boenisch

Kommentar von

Nanja Boenisch

Am Donnerstag startet der neue Tankrabatt – gleichzeitig wird verkündet, dass das Deutschlandticket teurer wird. Das ist das Gegenteil von Verkehrswende.

E s ist Krise. Ein Autokrat hat seine Angriffe auf die Ukraine ausgeweitet, jetzt tobt ein Krieg, der viele Menschenleben fordert. Auf dem Weltmarkt werden fossile Rohstoffe knapp. Bür­ge­r:in­nen in Deutschland ächzen unter den hohen Energiepreisen. Um sie zu entlasten, führt die Ampelkoalition unter SPD-Kanzler Olaf Scholz das 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr in ganz Deutschland ein.

Das alles passiert 2022. Und jetzt, im Jahr 2026? Jetzt verfeuert die schwarz-rote Bundesregierung mehrere Milliarden Euro für den neuen Tankrabatt, der ab Donnerstag greift – während der Preis für das Deutschlandticket auf 66,80 Euro pro Monat erhöht wird. Das ist bitter, das Gegenteil von Verkehrswende und politisch extrem ungeschickt.

Bitter für die Menschen, die regelmäßig den Nahverkehr nutzen, entweder weil sie klimabewusst sind oder sich schlicht kein eigenes Auto leisten können. Und bitter für den Klimaschutz, wenn zuerst der Verbrauch fossiler Kraftstoffe subventioniert und dann der Umstieg auf den Nahverkehr verteuert wird.

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Bitter auch, dass der Preisanstieg beim Deutschlandticket unter anderem mit den gestiegenen Energiekosten begründet wird – während Preise für Au­to­fah­re­r:in­nen von der Bundesregierung bereitwillig klein gehalten werden. Und am allerbittersten ist, dass der Tankrabatt viel mehr Geld verschlingt als das Deutschlandticket in einem ganzen Jahr. Gleichzeitig schreckt der Bund vor einer Übergewinnsteuer für Ölkonzerne zurück, die Geld in die Kassen spülen und zum Beispiel das Deutschlandticket querfinanzieren könnte.

Zwar gab es auch 2022 einen unsinnigen Tankrabatt und beim 9-Euro-Ticket lief lange nicht alles perfekt. Trotzdem zeigen die Maßnahmen von damals, dass sich Bund und Länder empathisch mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen zeigen können.

Das Deutschlandticket zum gleichen Preis oder preiswerter anzubieten, würde Menschen ohne Auto zeigen, dass die Politik sie im Blick hat. Und der Verkehr könnte klimafreundlicher werden – das wäre doch geschickt.

Nanja Boenisch

Nanja Boenisch Redakteurin

Schreibt im Ressort Wirtschaft + Umwelt über Mobilität und Verkehrswende.
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69 Kommentare

  • Sole Mio

    Man darf das ruhig mal grob durchrechnen:

    Jemand der auf dem Land lebt, keine funktionierenden Öffis hat und täglich gesamt 40 km pendelt:

    40km x 20 Arbeitsage/ Monat = 800km/Monat x 7l / 100km = 57l/Monat



    57l x €2,30/l = € 131,10/ Monat

    Nehmen wir für das Auto einen Wertverlust, Steuer, Versicherung und Service ca € 3.500/ Jahr an und davon etwa 30% für berufliche Fahrten dann sind dies nochmals



    etwa €100,-/ Monat

    Also etwa 230€ im Monat

    Ich denke dieser Personenkreis würdem sich freuen für 70€ im Monat mobil zu sein!

  • mdarge

    Prinzipiell kann man die Regierung verstehen. Angesichts leerer Kassen braucht es keiner großen Zuschüsse. Was ich dagegen erwartet hätte, wäre den Bundeszuschuss um die Inflationsrate speziell für den Transportbereich anzupassen. Also mit 1.6 M statt der bisherigen 1.5 M. Das hätte zumindest guten Willen gezeigt und den Haushalt kaum belastet.

  • NN

    Wie viele Subventionen denn noch für den ÖPNV? Nur Berlin subventioniert den ÖPNV jährlich mit 1,6 Milliarden. Bezahlt von fleißigen Steuerzahlern in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, die zu großen Teilen in kleinen Orten leben, wo ein leistungsfähiger ÖPNV aufgrund der kleinen Nachfrage schlicht nie vorstellbar sein wird.

  • Filou

    Auch das Deutschlandticket wird bezuschusst. Soweit mir bekannt zahlen Bund und Länder jährlich insgesamt ca. 3 Milliarden € Verlustausgleich.



    Und wie lange gibt es schon das bezuschusst Deutschlandticket im Vergleich zum Tankrabatt.

  • Pico

    Mag ja sein, dass billiger Sprit so vielen Pendlern hilft. Zumindest in finanzieller Hinsicht. Nur, dass gleichzeitig das Deutschlandticket und nicht nur das, verteuert wird, ist ein Schlag ins Gesicht all jener die zumindest zeitweise auf das Auto verzichten. Denn ein Verzicht auf das Auto, egal ob Verbrenner oder Elektro, spart Energie und nützt der Umwelt. Und genau darauf kommt es an. Das Deutschlandticket muss günstig sein und jede Erhöhung ist Gift für die Umwelt und Gift für den Geldbeutel.

    • Zippism

      @Pico :

      „Das Deutschlandticket muss günstig sein“ – kann man politisch fordern. Nur sollte man dann vielleicht auch erwähnen, dass es längst massiv öffentlich subventioniert wird.

      Bund und Länder stellen bis 2030 jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich bereit, ausdrücklich um die Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen durch das Deutschlandticket auszugleichen. Und selbst damit war für 2026 zunächst ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf absehbar.

      Das Ticket wird also keineswegs einfach teurer, weil irgendjemand plötzlich beschlossen hätte, den ÖPNV-Nutzer*innen das Leben schwer zu machen. Die Alternative zu einem höheren Eigenanteil der Fahrgäste wäre schlicht ein höherer Zuschuss aus Steuermitteln.

    • MK

      @Pico :

      Richtig ist: das Deutschland-Ticket wurde im Jahresverlauf keinen Cent teurer. Sprit wurde erheblich teurer - trotz Tankrabatt.



      Zum Jahreswechsel steigt der Preis des Deutschlandstickets, aber auch der Tankrabatt fällt weg.

      • Perkele

        @MK:

        Das ist Erbsenzählerei und das ist es nicht was PICO beschreibt, sondern die Unredlichkeit der Regierung beim Behandeln dieses Komplexes.

  • Zippism

    Herrlich, auf dem Land fährt der Bus mancherorts zweimal am Tag, wenn man Glück hat, und die politische Antwort lautet: Wir brauchen günstigere Tickets! Was nützt mir eine deutschlandweite Flatrate, wenn das eigentliche Problem darin besteht, dass überhaupt kein vernünftiges Angebot existiert?

    Und das Deutschlandticket wird seit seiner Einführung bereits mit jährlich Milliardenbeträgen von Bund und Ländern bezuschusst. Jetzt soll es offenbar noch günstiger werden, obwohl die Finanzierung ohnehin dauerhaft öffentlich gestützt werden muss.

    Vielleicht sollte man erst einmal dafür sorgen, dass Busse und Bahnen auf dem Land überhaupt regelmäßig fahren, bevor man immer neue Rabatte für eine Infrastruktur verteilt, die vielerorts schlicht nicht vorhanden ist. Aber vermutlich lässt sich ein günstiger Fahrschein politisch besser vermarkten als ein funktionierender Busfahrplan.

    • Sole Mio

      @Zippism:

      Vielen Dank 🙏



      Stimme ihnen voll und ganz zu!

  • Deep South

    Jo. Die Ticket-Erhöhung ist bitter für die ÖPNV Nutzer, genauso wie hohen Spritpreise bitter für Menschen ist, die auf das Auto angewiesen sind. Und genau wie der Sprit subventioniert ist, ist auch das Ticket subventioniert. Die Erhöhung des Deutschlandtickets kostet im Jahr etwa 46 Euro. Das entspricht ungefähr dem, was man TROTZ Tankrabatt als PKW Fahrer mit 2 Tankfüllungen mehr zahlen muss, im Vergleich zu den Preisen vor dem Iran Krieg.



    Das "Bitterste" in diesem Land ist, dass jeder dem Anderen nicht die Butter auf dem Brot gönnt.

    • Dr. McSchreck

      @Deep South:

      Gut gesagt.

  • Fred Feuerstein

    Das Deutschlandticket nützt uns hier auf dem Land ohne Bahnanschluss und rudimentären ÖPNV herzlich wenig. Dagegen ist der Tankrabatt für die vielen Pendler extrem wichtig.

    • Troll Eulenspiegel

      @Fred Feuerstein:

      Wieviel Prozent der Bevölkerung ist denn vom ÖPNV so sehr abgeschnitten? 80%, 90%?

      Wenn wirklich soviele Leute abgeschnitten sind, sollten wir vielleicht ins Grundgesetz aufnehmen, dass ein Leben außerhalb der Infrastruktur nicht erwünscht ist.

      • Astrid Sehnefeld

        @Troll Eulenspiegel:

        Zwangsumsiedlungen vom Land in die Städte also - na das wird die Wohnungsknappheit sicher entspannen 😉

      • Josef 123

        @Troll Eulenspiegel:

        Die Frage auf dem Land ist doch nicht, wieviel Prozent oder ob man total vom ÖPNV abgeschnitten ist oder nicht, sondern wie praktikabel das Ganze ist.



        Mein Weg zu einer früheren Arbeitsstelle hätte ohne Auto so ausgesehen:

        Mit dem Bus 10km zum ersten Bahnhof, von dort mit dem Zug zum zweiten Bahnhof, dort umsteigen. Am Zielort mit dem Bus in die Nähe der Firma. Das alles, ohne daß die Fahrpläne irgendwie synchronisiert gewesen wären, d.h. mit jeweils entsprechende Wartezeiten.



        Das kann sich jemand in Ballungsgebieten oft nicht vorstellen, was das für einen Aufwand bedeutet, in meinem Fall eindreiviertel Stunden einfach.



        Mit dem Auto habe ich 35 min. gebraucht, auf Landstraßen gibt es kaum Staus.

      • Zippism

        @Troll Eulenspiegel:

        Die 80 oder 90 Prozent sind eine schöne rhetorische Nebelkerze, nur leider nicht die relevante Frage. Eine Bushaltestelle irgendwo im Ort bedeutet noch lange nicht, dass der ÖPNV eine brauchbare Alternative zum Auto für den Arbeitsweg ist.

        Das BBSR kam bei der Angebotsqualität zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis: Während in kreisfreien Großstädten rund 95 % der Bevölkerung über ein ausreichendes ÖPNV-Angebot verfügen, sind es in dünn besiedelten ländlichen Kreisen nur knapp 60 %.

        Und auch das Umweltbundesamt kommt zu einem ähnlichen Bild: 58 % der Haushalte in ländlichen Regionen geben an, den ÖPNV nie oder fast nie zu nutzen. In kleinstädtischen und dörflichen Räumen ist der Anteil ebenfalls sehr hoch.

        Aber klar: Wenn man in der Großstadt wohnt, reicht offenbar die Existenz irgendeiner Bushaltestelle, um den Rest Deutschlands darüber zu belehren, dass er sich nur „besser organisieren“ müsse.

        Das Grundgesetz müssen wir deshalb nicht ändern. Vielleicht reicht es schon, die Lebensrealität außerhalb der Großstadt zur Kenntnis zu nehmen.

    • Don Geraldo

      @Fred Feuerstein:

      Ich benötige mit dem Auto 25 Minuten zur Arbeit.



      Bei schönem Wetter schaff ich es in 45 Minuten mit dem Fahrrad.



      Mit dem Deutschland-Ticket benötige ich noch genau so lange wie früher mit einem Einzelticket, 80 Minuten für die einfache Fahrt, und das nur, wenn alle Anschlüsse passen.



      Der ÖPNV würde mich also im Jahr mindestens 17 Lebenstage kosten, die ich anderweitig besser nutzen kann.



      Und so wie mir geht es vielen. Uns ist vollkommen egal, wieviel das Deutschland-Ticket kostet, es ist für uns vollkommen unbrauchbar.

    • DrDDeti

      @Fred Feuerstein:

      Hallo Herr Feuerstein,



      bitte lassen Sie uns teilhaben an Ihren Fakten und schicken Sie uns Details zu Ihrem ÖPVN! Diese ewige wiederkehrende Leier vom ÖPVN und seiner angeblich zurückgebliebenen Abdeckung und Taktung fühlt sich so "leer und verbraucht" an, wie die Argumente gegen E-Mobilität!



      Natürlich wird ÖPVN in unserer Lebensspanne niemals Taxi auf Zuruf sein, aber mit etwas Planung und Flexibilität bekommen es doch recht viele Menschen hin mit dem ÖPVN - auch auf dem Lande - was mir im Übrigen auch schon gelungen ist. Die nächste Alternative ist dann eben E-Mobilität! Fossilie Energieträger zur Mobilität sind auf dem Rückzug! Leider hat die Union Angst um Ihre Wählergruppe der Luftverpester !



      Das kommt nämlich noch dazu ! Es gab insgesamt die letzten 6-10 Jahrzehnte einen Gesellschaftskonsens, der es ermöglichte Mobilität mit Gesundheitsbelastung gesellschaftlich zu akzeptieren. Anekdote dazu: "Kinder fragten schon früher, warum kommen die Abgase bei unserem Auto eigentlich hinten raus, wenn immer wieder solche auch vor uns herfahren ?" Kluges Kind ! Diese Zeiten der Akzeptanz sind vorbei

    • Dude666

      @Fred Feuerstein:

      Wie hat das eigentlich vor der Erfindung des Autos auf dem Land geklappt? Diese ständigen Ausreden sind lächerlich.

      • JSch

        @Dude666:

        Wie es geklappt hat, Arbeitsplatz, Tante Emma laden und sonst alles was man brauchte war direkt um die Ecke, das ist nicht mehr der Fall

      • Oma

        @Dude666:

        Vor der Erfindung des Autos hat man entweder auf dem Land gelebt und gearbeitet oder in der Stadt gelebt und gearbeitet. Erst kam das Auto, dann der Berufspendler. Die Infrastruktur auf dem Land hat sich dadurch nicht unbedingt verbessert.

      • Xanyd

        @Dude666:

        Früher ging es zu Fuß, oder dem Fahrrad vor allen Dingen nicht so weit weg wie heute.

      • Egil

        @Dude666:

        Vor 50 bis 100 Jahren arbeiteten die meisten Menschen in der näheren Umgebung, auf dem Land häufig beim Grossbauern. Der Frust über miese Behandlung wurde häufig an Frau und Kindern gewaltsam ausgelebt. Aber Dinge des täglichen Bedarfs waren im Ort erhältlich, ebenso gab es soziale Treffpunkte. Manches war also ganz gut, vieles ziemlich mies - wohin wollen Sie zurück?



        Im Ernst: Ich habe miterlebt wie vor ca. 40-20 Jahren überall die kleinen Inhabergeführten Geschäfte, Bäckereien, Fleischer, Kneipen verschwanden. Das ist traurig aber eine Folge Gesellschaftlicher Entwicklungen. Wenn diese sich nicht verändern, wird auch der Bedarf des Individualverkehrs bestehen bleiben. Und alle die jetzt meinen dass dann doch bitte alle in Städten wohnen sollen, bitte dann nicht beschweren wenn die Mieten explodieren.

      • Dr. McSchreck

        @Dude666:

        Vor Erfindung des Autos gab es auch keine Pendler.

  • Machiavelli

    Für einen flächendeckenden Nahverkehr der den Namen verdient fehlt Deutschland die demographische Struktur selbst Großstädte wie München und Hamburg finden nicht genügend Bus, U-Bahn und S-Bahn Fahrer auf dem flachen Land ist die Lage nicht besser. Außer die deutschen überwinden ihre Regelungswut und werden Vorreiter bei autonomfahrenden Busen und Zügen muss man also anerkennen das öffis für viele keine Option sind.

    • sociajizzm

      @Machiavelli:

      Anders als PKWs lässt sich öffentlicher Nahverkehr rel. einfach automatisieren.



      .



      Alles was auf Schienen fährt besonders leicht und auch Busse haben feste Routen.



      .



      Tickets kostenlos machen, wer aktuell kontrolliert oder verkauft könnte Fahrer:in werden im besten Fall langfristig nicht 1 sondern mehrere Fahrzeuge. Wie aktuell bei den selbstfahrenden PKWs



      .



      Mehr Warentransport auf Schienen reduziert Arbeitskräftebedarf im Transport.



      .



      Und auch die KI wird die einen oder andere Arbeitskraft freimachen.



      .



      Wäre öffenlicher Nahverkehr langfristig politisch prioritisiert ließe sich einiges erreichen, trotz der Probleme bei Demographie.

  • gyakusou

    Das Deutschlandticket ist immer noch sehr günstig für die angebotene Leistung – und wird mit Milliarden bezuschusst.

    In der derzeitigen Situation mit krassen Preissteigerungen bei Treibstoffen ist Unterstützung für die Nutzer von Verbrenner-Autos sinnvoll. Zumal es ja nicht mal echte Subventionen sind, sondern die massiven Steuern auf Benzin und Diesel werden für einen begrenzten Zeitraum ein wenig gesenkt.

    • Dude666

      @gyakusou:

      Dann bitte auch beim Tabak die Steuern senken. Bei uns in der Unterschicht kann sich eh keiner ein Auto leisten.

      • Zippism

        @Dude666:

        Starkes Argument. Weil du dir kein Auto leisten kannst, ist eine zeitlich begrenzte Senkung der Energiesteuer für Autofahrer offenbar mit einer Tabaksteuer gleichzusetzen. Logik: Wer etwas nicht nutzt oder sich nicht leisten kann, darf auch keine steuerliche Entlastung dafür bekommen.

        Dann bitte konsequent: Mehrwertsteuer auf Restaurantbesuche abschaffen, schließlich können sich manche Menschen kein Restaurant leisten. Flugticketsteuer erhöhen, weil andere nicht fliegen. Und die Preise für Konzertkarten verdoppeln, weil sie sich nicht jeder leisten kann.

        Man könnte natürlich auch einfach über die konkrete Maßnahme diskutieren. Aber dafür müsste man ein Argument haben, das über „ich kann mir kein Auto leisten“ hinausgeht.

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @gyakusou:

      Das ist einfach eine sehr egoistische Einstellung. Nach dem Motto - mir muss geholfen werden. Aber bei allen, die irgendetwas anderes als ich machen, ist das nicht so wichtig. Der Tankrabatt jetzt kostet 2,5 Milliarden. Und es sind bereits 1,6 Milliarden dafür ausgegeben worden, also insgesamt über 4 milliarden, für nur 5 Monate. Für das D-Ticket hat der Bund dagegen nur 1,5 Milliarden ausgegeben, für 12 Monate. Das würde ich mal als deutliche Ungerechtigkeit betrachten.



      Und noch schlimmer ist, dass damit im Endeffekt die übermäßigen Gewinne der Ölfirmen gestützt werden. Es wäre viel einfacher, für deren Gewinne einen Deckel festzulegen. Dann würden die Preise von alleine sinken.

      • gyakusou

        @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Der Staat verdient durch Energiesteuer und Mehrwertsteuer durch Benzin und Diesel ungefähr 50 Milliarden Euro pro Jahr. Da kann er die 4 Milliarden für den Tankrabatt verkraften.

      • NN

        @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Das D-Ticket kostet die Steuerzahler 2,5 Milliarden Euro und mehr pro Jahr. Durch den sogenannten Tankrabatt müssen die Steuerzahler 2,5 Milliarden weniger bezahlen. Es im Gegensatz zu D-Ticket kostet es die Allgemeinheit also nichts, sondern sie hat mehr Geld zur Verfügung.

        Wieso glauben ÖPNV-Nutzer unter den Kommentatoren hier eigentlich, Autofahrer müssten ihre ganz persönliche Entscheidung und wo sie wohnen mit ihren Steuern bezahlen?

      • Zippism

        @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Die große „Ungerechtigkeit“ funktioniert natürlich nur, wenn man geflissentlich ausblendet, dass der ÖPNV seit Jahren ebenfalls massiv aus allgemeinen Steuermitteln finanziert wird – und zwar unabhängig davon, ob der einzelne Steuerzahler jemals einen Bus oder eine Bahn benutzt.

        Wer also die 2,5 Milliarden für den Tankrabatt gegen 1,5 Milliarden für das Deutschlandticket stellt und daraus eine Gerechtigkeitsrechnung bastelt, sollte vielleicht auch einmal die gesamten öffentlichen Zuschüsse für den ÖPNV betrachten.

        Denn der Steuerzahler finanziert beides: die Verkehrsinfrastruktur und den ÖPNV ebenso wie diverse Maßnahmen rund ums Auto. Die entscheidende politische Frage ist deshalb nicht, ob irgendjemand „subventioniert“ wird – das werden beide Verkehrssysteme seit Jahrzehnten –, sondern welche Kosten und Entlastungen man jeweils politisch vertreten kann.

        Aber „Tankrabatt = ungerecht, Deutschlandticket = gerecht“ ist natürlich wesentlich einfacher, wenn man die eigene Subventionierung einfach aus der Rechnung streicht.

  • Brennholz

    Man könnte aber auch einmal die Frage stellen, ob die Bedingungen des Deutschlandticket nicht auch geändert werden können. Man könnte über Mitnahmeregelungen für Kinder zwischen 6 und 15 reden, in Österreich kann man das für 140 €/Jahr hinzubuchen, ob Kinder bis 15 Jahre das D-Ticket für den halben Preis bekommen, ob man, auch wie in Österreich, günstigere Landestickets einführt, die wenigsten brauchen ja wirklich ein bundesweites Ticket, 1 oder 2 Länder sollten für weite Teile ausreichen. Oder einen günstigen Preis aber als Jahresticket.

    • MK

      @Brennholz:

      Ländertickets machen das System nur komplexer, bringen aber nichts.



      NAHverkehr wird wie der Name es sagt, für kürzere Strecken genutzt.



      Längere Strecken werden effektiv durch die langsame Geschwindigkeit und Qualität des Nahverkehrs verhindert. Man muss nicht beim Preis zwischen Bundes und Länder-Tickets unterscheiden. Es entstehen den Verkehrsbetrieben auch keine relevanten Kosten, weil nur einzelne das Deutschland Ticket nutzen, um von Berchtesgaden nach Sylt zu fahren. Den paar Leuten, die sich das antun, müssten die Verkehrsbetriebe eher Schmerzensgeld zahlen.



      Man würde nur eine riesengroße Errungenschaft des Deutschland Tickets zu Nichte machen: wir 20 km zwischen zwei Bundesländern pendelt, zahlt bei Länder-Tickets ein höheren Preis als jemand der 50 km innerhalb eines Bundeslandes pendelt.



      Pendeln über Verkehrsverbund/Grenzen hinweg, war in der Vergangenheit prohibitiv teuer. Diese Errungenschaft des Deutschlandtickets muss bleiben.

      • Sikasuu

        @MK:

        Längere Strecken werden effektiv durch die langsame Geschwindigkeit und Qualität des Nahverkehrs verhindert.



        -----



        Langstrecke mit den DE-Ticket? Da muss divers/FRAU/man schon "hart im Nehmen sein“! Auch wenn DAS möglich ist!



        Doch etwas anderes ist mit in diesem Sommer positiv aufgefallen.



        In der "Hauptstadt des Freistaates Bayern" eingetroffen. Habe dann, ohne viel nachdenken, alle "Regionalfahrten" mit o.a. erledigen können. OHNE mit dem Tarifsystem usw. zu kollidieren!



        Und DAS ist mMn. nur einer der Gründe, die für das DE-Ticket sprechen. Ohne großes Nachdenken rein in den ÖPNV und ankommen. Na ja, wenn ein Zug der DB mal pünktlich ist! :-(



        Btw. aber siehe anderen Beitrag hier!



        Ps.



        Unser Bundesfritz belohnt DIE, die unser Bruttosozialprodukt steigern, denn "selbst fahren" ist Arbeit! Da sollten die Minderleister, die sich "fahren lassen", nicht so laut werden! :-(

  • Astrid Sehnefeld

    Die Verkehrsbetriebe können ja den Tankrabatt an ihre Kunden weitergeben, und Einzelfahrscheine verbilligen 🤷



    Ansonsten sind 66,80 Euro monatlich für dauerhaften Transport immer noch extrem billig.



    Die Benzinkosten für Pendler sind wesentlich mehr gestiegen als läppische 3,80 Euro im Monat.



    Kein ÖPNV, egal in welcher Stadt, erwirtschaftet ein Plus. Viele sind hochverschuldet und die Städte schießen Unsummen dazu - über Umwege kostet der ÖPNV also viel mehr den Steuerzahler als nur die Bundesförderung.

  • Marcelo

    Die Tickets des ÖPN werden schon immer subventioniert. Zwischen 40 und 50 % werden die Kosten vom Bund, Land und Kommune finanziert! Also hier ein Nachteil gegenüber Autofahrer zu projizieren passt nicht.

    • Sikasuu

      @Marcelo:

      Die Tickets des ÖPN werden schon immer subventioniert. Zwischen 40 und 50 % werden die Kosten vom Bund, Land und Kommune finanziert! Also hier ein Nachteil gegenüber Autofahrer zu projizieren passt nicht.



      ----



      Das tröstet mich aber! Endlich mal jemand, der die "Wahrheit" kennt & auch ausspricht!



      Doch kannst du auch die "Fakten" dazu bringen, besonders DIE, dass der "Autoverkehr" komplett die gesellschaftlichen, volkswirtschaftlichen Kosten, die er verursacht, komplett selbst trägt & keinerlei Subventionen nötig sind!



      Ps. Ich suche schon lange nach diesen Daten, aber die scheinen diese "links-grünen Klimaaktivisten" sehr gut versteckt zu haben!

      • Marcelo

        @Sikasuu:

        Die absolute Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat ihr Auto nicht subventioniert bekommen. Den Dienstwagen haben vielleicht mal 10 % der deutsche Autofahrer und die Pendlerpauschale macht nur Sinn ab 1230 € im Jahr und das werden die meisten auch nicht dran kommen

      • Zippism

        @Sikasuu:

        Die Behauptung „Sprit wird besteuert, also gibt es beim Autoverkehr keine Subventionen“ ist genauso wenig eine vollständige Kostenrechnung wie „Das Deutschlandticket kostet 63 Euro, also ist der ÖPNV nicht subventioniert“.

        Beim Auto werden eben ebenfalls erhebliche Kosten über allgemeine öffentliche Mittel getragen – insbesondere die Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig reichen Steuern und Abgaben auf den Pkw-Verkehr nicht aus, um sämtliche von ihm verursachten gesellschaftlichen und externen Kosten abzudecken.

        Man kann also durchaus über das Verursacherprinzip diskutieren. Aber dann bitte für beide Verkehrssysteme dieselbe Rechnung aufmachen: Was zahlt der Nutzer selbst, was wird öffentlich finanziert und welche externen Kosten bleiben übrig?

    • Dirk Hugo

      @Marcelo:

      Na die Autofahrer werden doch ebenfalls nicht zu knapp subventioniert: Deren Infrastruktur wird auf Kosten aller Steuerzahler neu gebaut und instandgehalten! Und seit wann gibt es bei uns zum Beispiel Autobahngebühren?

      • Marcelo

        @Dirk Hugo:

        Ah, die Busse Taxis und Fahrradfahrer fahren also nicht auf den deutschen Straßen?

      • Zippism

        @Dirk Hugo:

        Das schöne an dieser Diskussion ist, dass offenbar nur dann von „Subventionen“ gesprochen wird, wenn es politisch gerade ins Argument passt.

        Natürlich wird auch der Autoverkehr öffentlich finanziert. Niemand behauptet ernsthaft, Straßenbau und -unterhaltung würden ausschließlich aus Kfz- und Mineralölsteuern bezahlt. Genauso wenig lässt sich aber so tun, als würden ÖPNV-Fahrgäste ihre Verkehrsinfrastruktur aus dem Ticketpreis finanzieren.

        Der ÖPNV wird ebenfalls dauerhaft und erheblich aus allgemeinen Steuermitteln finanziert – und zwar unabhängig davon, ob der einzelne Steuerzahler ihn nutzt. Das Deutschlandticket kommt noch obendrauf.

        Wenn also der Tankrabatt kritisiert wird, ist das völlig legitim. Aber dann bitte mit derselben Offenheit darüber reden, dass auch der eigene Verkehrsträger seit Jahrzehnten auf öffentliche Finanzierung angewiesen ist.

  • Frauke Z

    Was ist am Autofahren aus Sicht der Mehrheit das größte Problem? Für die meisten aktuell vermutlich weniger die Klimaemissionen oder der Abstand zwischen den Ladesäulen, sondern wohl am ehesten die Spritpreise.



    Beim ÖPNV sind aus meiner Sicht die Preise auch ein Problem - jedoch eher bei einzelnen Fahrten oder Tagen als beim Deutschlandticket.



    Die größte Hürde zum ÖPNV ist jedoch nicht das Geld.



    Sondern die Frage, ob er überhaupt fährt, und ob er irgendwann planbar ankommt.

    • Dude666

      @Frauke Z:

      Der Gestank, das viele Mikroplastik, der starke Lärm und die Beanspruchung fast aller öffentlichen Flächen.

      • Zippism

        @Dude666:

        Ah, die wissenschaftlich präzise Kategorie „Gestank“ darf natürlich nicht fehlen. Dazu „viel Mikroplastik“ und die Beanspruchung von „fast allen öffentlichen Flächen“. Damit wäre die Verkehrspolitik dann vermutlich abschließend geklärt.

        Dass Straßen und Parkraum öffentliche Flächen beanspruchen, ist unbestritten. Dass Verkehr Lärm und Emissionen verursacht ebenfalls. Nur beantwortet das leider überhaupt nicht Frauke Zs Punkt: Ob der ÖPNV für einen konkreten Arbeitsweg tatsächlich fährt, zuverlässig ist und zu einer brauchbaren Zeit ankommt.

        Man kann natürlich auf jede Diskussion über Erreichbarkeit und Taktung mit einer Liste von Umweltproblemen antworten. Dann muss man sich allerdings nicht wundern, wenn Menschen auf dem Land weiterhin Auto fahren – denn von „Gestank“ fährt der Bus leider auch nicht häufiger.

    • Herma Huhn

      @Frauke Z:

      Das größte Problem am Autofahren aus Sicht der Autofahrer sind offensichtlich nicht die Spritpreise, wenn trotz Rekordpreisen auch die nochmal teureren Spezial-Wunder-Mischungen der Markentankstellen noch genug Absatz finden, um 30 Cent über dem Standardpreis zu liegen.



      Das größte Problem am Autofahren für Autofahrer sind dagegen andere Autofahrer, welche die freie Fahrt für freie Bürger zu einem Stauhoppeln verlangsamen.



      Um also Autofahrer zu päppeln, wäre jede Maßnahme, die mehr Leute in Busse und Bahnen lenkt, durchaus im Sinne derer, die im Auto sitzen bleiben wollen.

      • Sikasuu

        @Herma Huhn:

        Das größte Problem am Autofahren ....



        ----



        1 Auto in der Straße = Ein Wunder!



        10 Autos in der Straße = Der Aufschwung ist da!



        100 Autos in der Straße = Parkplatznot hoch ³!



        1.000 Autos AUF den Straßen = Verkehrsinfarkt, & volkswirtschaftliches, klimatechnisches Horrorszenario!



        Btw.: So ungefähr habe ich die o.a. Entwicklung "miterleben" dürfen & dabei erst in den letzten Jahrzehnten begriffen, was unsere Manie "Individualverkehr über alles" ausgelöst hat!



        Mit steigendem Wissen kam immer mehr ein "Modal-Mix" bei der/meiner Mobilität zum Tragen!



        Zu Fuß (kennt das noch jemand), per Rad, ÖPNV, Bahn usw. wurde der eigene PKW ein immer weniger ein "Fahrzeug", sondern mehr ein "Stehzeug"!



        Weil dessen Nachteile, "Nerven beim .... " Fahren, Kosten, Stau, Parken, usw. dessen Vorteile, immer weiter in den Hintergrund drängten!



        Ps. Im ländlichen Raum hat "der PKW" wohl noch einen Nischenwert. Doch auch dort ist es mMn. möglich mit Ideen wie "Rufbus" Sammeltaxis, usw. den auf ein notwendiges Minimum zu begrenzen!

      • Zippism

        @Herma Huhn:

        Eine interessante Theorie: Wer im Stau steht, soll also dankbar sein, dass andere künftig ein subventioniertes Ticket bekommen. Dumm nur, dass man auf dem Land nicht einfach vom Auto in den Bus umsteigen kann, wenn der Bus entweder gar nicht fährt oder der letzte schon unterwegs nach Hause ist, während man selbst noch arbeitet.

        Und die höheren Spritpreise treffen übrigens nicht nur Autofahrer an der Tankstelle. Sie schlagen sich über Liefer-, Transport- und Logistikkosten letztlich auch in den Preisen nahezu aller Waren und Dienstleistungen nieder. Das betrifft auch diejenigen, die gar kein Auto besitzen.

        Aber vielleicht sind das alles nur lästige Details. Hauptsache, man hat wieder eine Maßnahme beschlossen, die auf dem Papier wunderbar funktioniert und politisch als Erfolg verkauft werden kann. Dass dafür erst einmal ein tatsächlich funktionierender ÖPNV nötig wäre, scheint nebensächlich zu sein.

      • Oleg Fedotov

        @Herma Huhn:

        Die sinnvollste Maßnahme wäre, das der ÖPNV pünktlich fährt. Alles andere kann man notfalls noch verschmerzen.



        Aber es geht wohl kaum jemand das Risiko ein, zu spät am Arbeitsplatz zu erscheinen, weil der Anschluß verpasst wurde. So wie gestern auch, und wie vorgestern, und wie ...

  • Carsten S.

    Günstige ÖV-Tarife helfen auch nur dort, wo es einen ÖV gibt.

    Ergänzend bräuchten wir dann flächendeckend eine ÖV-Garantie. Mit Bus und Bahn, ersatzweise Taxi, wo sich grosse Fahrzeuge nicht lohnen, von 5 bis 24 Uhr und zwischen 7 und 22 Uhr wenigstens im Halbstundentakt. Dann haben auch die Leute auf dem Land eine Chance, davon zu profitieren.

    Wir haben aber nicht genug Busfahrer, Lokführer, und nicht zuletzt auch genügend Geld.

  • Frauke Z

    Könnte es etwa sein, dass Menschen *mit* Auto die größere Zielgruppe in der Wählerschaft stellen?

  • DiMa

    Wichtigstes Argument für die Einführung des Tankrabatts dürfte die Inflationsentwicklung sein und in diesbezüglich hilft ein Tankrabatt sehr viel mehr als ein "Öffi-Rabatt". Alle anderen im Artikel genannten Argumente dürften dagegen überhaupt keine Rolle gespielt haben.

    Und wenn man dann die Preisentwicklung des Deutschlandtickets mit der Preisentwicklung bei Benzin und Diesel vergleicht wird man wohl eher feststellen, dass die Anhebung des Preises des Deutschlandtickets eher moderat ausfällt.

    • Klabauta

      @DiMa:

      Ich habe mal verglichen und komme zu dem Schluss, dass Sie falsch liegen.



      Durchschnittlicher Benzinpreis (Super) Feb. 22: 1,79€, Aug. 26: 2,16€



      Preissteigerung: 120%



      Deutschlandticket bei Einführung: 49€, heute: 66,80€.



      Preissteigerung: 136%



      Vom 9-Euro-Ticket wollen wir gar nicht erst anfangen.

      • Zippism

        @Klabauta:

        Der Vergleich wäre ja durchaus interessant – wenn die Prozentrechnung stimmen würde. 1,79 € auf 2,16 € sind keine 120 % Preissteigerung, sondern rund 21 %.

        Beim Deutschlandticket von 49 auf 66,80 € sind es dagegen rund 36 %.

        Und nein: Aus dem 9-Euro-Ticket lässt sich ebenfalls keine sinnvolle langfristige Preisentwicklung ableiten. Das war ausdrücklich ein zeitlich befristetes Sonderangebot und kein regulärer Ausgangspreis

  • Xanyd

    Bitter auch, dass der Preisanstieg beim Deutschlandticket unter anderem mit den gestiegenen Energiekosten begründet wird – während Preise für Au­to­fah­re­r:in­nen von der Bundesregierung bereitwillig klein gehalten werden.

    Selbst ein Kleinwagen kostet im Unterhalt mehr als das D-Ticket, der Hauptkostenfaktor beim Auto ist doch nicht der Treibstoff. Meine Ersparnis durch den Tankrabatt liegt bei ca. 5-6€ im Monat, lieber würde ich mein Auto abschaffen und mit dem D-Ticket Bahn fahren. Die ist hier aber so unzuverlässig und unpünktlich, dass das für mich derzeit nicht in Frage kommt.

    • Zippism

      @Xanyd:

      Wie kommt man eigentlich zu dieser kruden Vorstellung, die Bundesregierung würde Autofahrer beim Spritpreis „bereitwillig klein halten“?

      Steuern und Abgaben machen beim Benzin aktuell im Schnitt rund 57 % des Tankstellenpreises aus, beim Diesel rund 47 %. Darin stecken Energiesteuer, CO₂-Bepreisung und 19 % Mehrwertsteuer. Die CO₂-Bepreisung gibt es übrigens seit 2021 und sie ist seitdem schrittweise gestiegen.

      Wenn der Staat Autofahrer tatsächlich „päppeln“ wollte, wäre es ziemlich konsequent, ausgerechnet diese staatlich verursachten Preisbestandteile zu reduzieren. Stattdessen wird gleichzeitig ein Teil der Belastung politisch erhöht und anschließend mit viel Getöse wieder ein zeitlich begrenzter Tankrabatt verteilt.

      Und dass ein Auto insgesamt mehr kostet als das Deutschlandticket, ist nun wirklich keine überraschende Erkenntnis. Daraus folgt aber nicht, dass der einzelne Kilometer oder die einzelne Fahrt mit dem Auto teurer wäre. Vor allem aber löst ein billigeres Deutschlandticket das eigentliche Problem auf dem Land nicht: Wenn der Bus nicht fährt oder die Bahn unzuverlässig ist, hilft auch ein kostenloses Ticket nicht besonders viel.

      • Xanyd

        @Zippism:

        Der erste Teil meines Beitrags ist ein Zitat aus dem Artikel!



        Ansonsten gibt es genügend Menschen. die ein Bahn- oder Busticket nur gegen die Benzinkosten rechnen und daher nicht in die Öffis steigen.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Das ist nicht nur aus ökologischer Sicht schlecht. Es zeigt auch, welche Menschen der Politik wichtig sind und welche Menschen der Politik ziemlich egal sind.

    Menschen, die Autos fahren, werden offensichtlich als wichtig empfunden, wohl weil man die Autoindustrie für extrem wichtig hält.

    Menschen, die mit Bussen und Bahnen fahren, zählen anscheinend als Menschen, deren Meinung den Politikern ziemlich egal ist. Die kann man schröpfen so gut es geht.

    Die Politik sollte sich wirklich nicht wundern, dass 60% der Menschen, die selber sagen, dass ihre wirtschaftliche Lage nicht gut ist, bei den letzten Wahlen nicht sie sondern die AfD gewählt haben.

    • Zippism

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Dieses „die Politik lässt die ÖPNV-Nutzer im Stich“-Narrativ ist schon ziemlich bequem. Der ÖPNV wird seit Jahren massiv aus öffentlichen Mitteln finanziert, und auch das Deutschlandticket wird mit Milliardenbeträgen von Bund und Ländern bezuschusst.

      Man kann selbstverständlich darüber diskutieren, ob diese Förderung ausreicht oder ob das Geld sinnvoll eingesetzt wird. Aber aus einer staatlich subventionierten Leistung einen Beleg dafür zu basteln, dass deren Nutzer der Politik „egal“ seien, ist doch eher ein ideologisches Scheinargument.

      Und gerade beim Deutschlandticket wird das besonders deutlich: Der Nutzer zahlt nur einen Teil der tatsächlichen Kosten, den Rest übernimmt die Allgemeinheit. Von „schröpfen, so gut es geht“ kann da schwerlich die Rede sein.

      Dass Menschen mit geringerem Einkommen politische Sorgen haben, ist eine Sache. Daraus aber automatisch eine Geschichte über eine angeblich gegen ÖPNV-Nutzer gerichtete Politik und anschließend den Bogen zur AfD zu schlagen, ist dann doch ziemlich viel politische Erzählung auf einmal.

  • M_Kli

    Warum muss man/frau die richtigen Forderungen immer mir zusammengeschusterten Fakten begründen.



    Das D Ticket ist in einem Jahr knapp 9% teurer geworden, der Sprit 35%. Also bitte nicht die goldene Gerechtigkeitskarte ziehen und die Fakten verdrehen.



    Ja, ich bin auch gegen den Tankrabatt, sehe gerne ein D Ticket bei 50 Euro und ich kann ihnen ganz viele (gute) Argumente dafür liefern.



    Also bitte nicht Argumente aus dem Fakebaukasten - so was macht die AfD. Wir sind die Guten, wir haben das nicht nötig, wir können auch ohne den Kasten.

    • Herma Huhn

      @M_Kli:

      Dann nennen Sie doch mal die Yrgumente, die im Artikel nicht genannt werden.



      die von Ihnen abgetane Gerechtigkeitsfrage ist hier nämlich vor allem aufgrund ihrer Signalwirkung aufgeführt. Als Fakten steht da noch, dass das gesamte Deutschlandticket für ein Jahr weniger kostet als drei Monate Tankrabatt und trotzdem auf 3 Euro Erhöhung nicht verzichtet wurde. Da steht auch, dass Ölkonzerne immer größere Gewinne einfahren, weil die Preise steigen, obwohl die Mangelsituation nur geringfügig höhere Förder- und Produktionskosten verursacht, die Regierung diese zusätzlichen Gewinne trotzdem nicht abschöpfen will, sondern stattdessen durch eine Steuerreduktion die Margen der Konzerne noch weiter vergrößert. Da steht auch, dass die Regierung sich eigentlich zum Ziel gesetzt hat, den öffentlichen Nahverkehr zu fördern, um den Verbrauch von Öl zu reduzieren, mit diesem Rabatt aber das Gegenteil erreichen könnte. Im Gesamten text ist nicht einmal geschrieben, dass diese Entscheidung ungerecht wäre. Es ist politisch ungeschickt, zielt in die falsche Richtung und kostet mehr. Welches Argument fehlt?

      • Zippism

        @Herma Huhn:

        Ach so, es geht also ausdrücklich nicht um Ungerechtigkeit – deshalb wird gleich im nächsten Absatz erklärt, dass die Regierung die falschen Menschen entlastet, Ölkonzerne „immer größere Gewinne“ machen lässt und die falsche Verkehrspolitik betreibt. Das klingt wirklich erstaunlich wertfrei.

        Und der Vergleich „ein Jahr Deutschlandticket kostet weniger als drei Monate Tankrabatt“ ist ebenfalls hübsch. Der Tankrabatt war eine zeitlich begrenzte Maßnahme zur Abfederung eines außergewöhnlichen Preisanstiegs, das Deutschlandticket ist eine dauerhaft subventionierte ÖPNV-Flatrate. Beides einfach in einen Topf zu werfen und daraus eine politische Gerechtigkeitsrechnung zu basteln, macht die Rechnung nicht richtiger.

        Man kann selbstverständlich für ein 50-Euro-Ticket sein. Man kann auch den Tankrabatt ablehnen. Aber dann sollte man dafür halt die guten Argumente liefern, die Sie selbst gerade versprechen – und nicht so tun, als seien politische Wertungen plötzlich Fakten, nur weil man sie in drei Absätze Verpackungspapier wickelt.

    • Desdur Nahe

      @M_Kli:

      Zumal die Realität genau andersrum aussieht:



      Das Deutschlandticket ist massiv subventioniert. Sprit wird nicht subventioniert, sondern besteuert, und hat im Jahr 2025 insgesamt rund 33,3 Milliarden Euro in die Kassen gespült. 2026 dürfte es deutlich mehr werden, denn der Staat profitiert von hohen Spritpreisen. Nicht nur die Ölkonzerne machen Übergewinne.

      • Sikasuu

        @Desdur Nahe:

        Das Deutschlandticket ist massiv subventioniert. Sprit wird nicht subventioniert, sondern besteuert, ....



        -----



        Sagt DIR der Begriff "Verursacherprinzip" etwas?



        Der Verbrauch von "Sprit" wird nicht grundlos besteuert & damit ist NICHT "Waschbenzin" gemeint! :-)



        "Sprit" wird besteuert, weil das DIE einfachste Möglichkeit ist, die Kosten des Pkw‑gestützten Individualverkehrs wenigstens TEILWEISE auf deren VERURSACHER umzulegen!



        Oder wünschst Du Dir wirklich BAB‑Maut, Kassenschranken an den Stadtgrenzen usw. für alle?

        • Zippism

          @Sikasuu:

          Ja, „Verursacherprinzip“ sagt mir etwas. Gerade deshalb ist die Argumentation etwas zu simpel. Die Energiesteuer ist eine Steuer und keine individuell ausgestellte Rechnung über sämtliche vom jeweiligen Pkw verursachten Kosten. Das Umweltbundesamt schreibt selbst, dass der Straßenverkehr seine externen Kosten durch die bestehenden Steuern und Abgaben nicht deckt.

          Und nein, daraus folgt nicht, dass Sprit „subventioniert“ wird. Es folgt aber ebenso wenig, dass mit der Besteuerung des Sprits sämtliche Kosten des Autoverkehrs bereits verursachergerecht abgegolten wären.

          Wenn du also das Verursacherprinzip ins Feld führst, solltest du schon die komplette Rechnung betrachten: Steuern und Abgaben auf der einen Seite, Infrastruktur- und externe Kosten auf der anderen. Genau diese Bilanz ist deutlich komplizierter als „Sprit wird besteuert, also zahlt der Autofahrer seine Kosten“.

      • Klabauta

        @Desdur Nahe:

        "Die privaten Kosten des Autos werden in Deutschland um ca. 5000 € pro Jahr unterschätzt. (...) Die von der Gesellschaft getragenen Kosten der Automobilnutzung sind ebenfalls ca. 5000 € pro Jahr pro Auto und höher in der Stadt. (...)



        als auf dem Land. Soziale externe Kosten bezeichnen die negativen Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten auf Dritte, die nicht im Preis des Produkts oder der Dienstleistung



        enthalten sind. Diese Kosten werden somit nicht von den Verursachern, sondern von der Gesellschaft oder der Umwelt getragen. Die sozialen externen Kosten der



        Automobilität sind also die Kosten, die die Gesellschaft als Ganzes und nicht die oder der einzelne Autofahrer*in aufgrund der Nutzung des Automobils zu tragen hat."

        Quelle: link.springer.com/...8-3-658-37557-7_24



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