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Das Sterben der FDPWolfgang Kubicki ist nicht Gerhart Baum

Tobias Schulze

Kommentar von

Tobias Schulze

Ausgerechnet die Krawallkanone Wolfgang Kubicki soll die Liberalen retten. Mit ihm entscheidet sich die Partei für einen moderaten Rechtspopulismus.

Soll die FDP retten und wieder hochprozentig machen: Wolfgang Kubicki Foto: Michael Kappeler/dpa

D ie Leiche ist noch nicht unter der Erde, am Erbe wird aber schon gezerrt. Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg verkündete Bundeskanzler Friedrich Merz, die FDP sei von der Bühne verschwunden und komme nicht wieder. Ihre Wäh­le­r*in­nen sollen künftig bitte die CDU wählen.

Zwei Wochen später in Rheinland-Pfalz taten sie das dann auch, was den Sterbeprozess der Liberalen beschleunigte und Grünen-Chefin Franziska Brantner zur Nachahmung bewegte: Mit einem Interview in der <i>Welt</i> und einem Gastbeitrag in der <i>FAZ</i> sprach mittlerweile auch sie eine „Einladung“ an die bisherige FDP-Klientel aus.

Mit der Erbfolge kann man sich tatsächlich schon mal befassen. Die Freidemokraten zucken zwar noch und wollen mit der Wahl einer neuen Spitze im Mai einen letzten Comebackversuch starten. Große Hoffnungen sollten sie sich aber nicht machen. Mit dem einen Kandidaten, Wolfgang Kubicki, würde sie sich für einen moderaten Rechtspopulismus zwischen CDU und AfD entscheiden.

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Ob dort überhaupt noch Platz ist, ist fraglich. Der Gegenkandidat, Henning Höne, ist jünger als Kubicki und weniger unseriös. Sonst weiß man nicht viel über ihn – was den Landespolitiker für die Rettung einer Partei, der die Bundestagsfraktion und damit mediale Reichweite abhandengekommen ist, auch nicht prädestiniert.

FDP hat viele Stimmen an die Rechten verloren

Aber ob sich ausgerechnet die Grünen Chancen auf den Nachlass der FDP ausrechnen können? Brantners Vorgängerin Ricarda Lang sagte diese Woche in der Zeit, sie bezweifle, dass die FDP-Wähler*innen „nur auf uns Grüne gewartet haben“. Daten zur Wählerwanderung bei den vergangenen Landtagswahlen deuten darauf hin, dass sie recht hat.

Die FDP hat dort stark an die AfD und noch stärker an die Union verloren, an die Grünen dagegen wenig bis gar nicht. Was allerdings denkbar ist: dass für die Grünen nur deshalb nichts zu holen war, weil sie längst ein vorgezogenes Erbe eingestrichen haben.

Es liegt nahe, dass sie in einem schleichenden Prozess zur politischen Heimat von Wählergruppen wurden, die einst die FDP geschätzt haben – aber nicht wegen deren Kampf gegen Staatsschulden und Mietpreisbremse, sondern wegen der Bürgerrechtspolitik und des Linksliberalismus von Urgesteinen wie Gerhart Baum.

Liberal sind die Grünen ja schon auch, nur anders. Die FDP, wie wir sie heute kennen, verfolgt einen intuitiven Begriff von Freiheit: Frei ist der Mensch, wenn der Staat ihn in Ruhe lässt. Bei den Grünen ist es komplexer: Frei ist der Mensch, wenn ihm der Staat seine Freiheit ermöglicht, und sei es mit Verboten. Anschaulich wird das zum Beispiel in der Klimapolitik, in der die Grünen für massive staatliche Eingriffe werben – und dabei gerne mit dem Urteil des Verfassungsgerichts von 2021 argumentieren: Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren künftige Generationen an Freiheit.

Damit kann man sicherlich Liberale überzeugen. Aber sicher nicht die Liberalen, die bis zum bitteren Ende die FDP gewählt haben.

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Tobias Schulze
Parlamentskorrespondent
Geboren 1988, arbeitet seit 2013 für die taz. Schreibt als Parlamentskorrespondent unter anderem über die Grünen sowie Sozial- und Arbeitspolitik. Leitete zuvor das Inlandsressort.
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75 Kommentare

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  • Es ist schon verrückt: Eine rechtsorientierte 'neue' FDP könnte sogar WählerInnen erreichen, die mit der CDU hadern, insbesonders mit den Hinterbänklern der Union (um Frau Reiche), die sich im Stillen wohl eher ein Bündnis mit der AfD vorstellen könnten als Kompromisse in der Koalition eingehen zu müssen.Und das in Zeiten, wo Manche sogar eher mit einer AfD-light liebäugeln, insbesondere im Osten, wo echter Konservatisvismus eigentlich keine Heimat gewinnen konnte. Weder Voigt noch Kretschmar oder jetzt Schulze sind überzeugende Politiker, ihr Auftreten ist eher von Populismus, Unvermögen im Umgang mit Flüchtlingen und Nachgeben gegenüber rechten Strömungen geprägt. Auch wenn Kubicki gern ebenfalls den norddeutschen Söder als Sprüchemacher spielt, ist es ihm eher zuzutrauen gegenüber den Rechten offensiver aufzutreten als die weinerlich Prestige-armen CDU-Kandidaten. Es wäre immerhin etwas überzeugender als zuzuschauen, wie die AfD anhand der schwachen Demokraten weiter an Zuspruch gewinnt. Ich will da nicht missverstanden werden: Ein schwacher Trost angesichts der Ratlosigkeit von der im Bund regierenden Koalition ohne eine wirklich auch von links überzeugende 'Opposition'.

  • "Anschaulich wird das zum Beispiel in der Klimapolitik, in der die Grünen für massive staatliche Eingriffe werben"

    Massiv war da gar nichts in der Ampel.

    Für ein Aufbrechen der Schuldenbremse unter der Ampel zusammen mit der CDU haben sich auch nicht die Grünen nicht eingesetzt. Da ging es nur um ein paar läppische Milliarden und um grundgesetzlich dubiose Haushaltstricks.

    Nd schaut man sich Politik im kleinen an, dann sieht man auch nix massives. Nicht mal dort wo die Grünen schon seit Jahrzehnten mitregieren.

  • Bürgerrechte und schlanker Staat sind nicht gefragt. Und wenn man ehrlich ist, auch von der FDP nicht mehr ernsthaft eingefordert. Sowohl links als auch rechts treiben die Spaltung des politischen Raumes voran. Zum Nachteile aller, vor allem aber der Mitte.

  • Was für ein Zufall, dass aus linker Warte ausgerechnet der prominenteste linksliberale Vertreter der Partei als Vorbild genannt wird, dem sie jetzt nacheifern sollte. Haben Sie mal auf die Umfragen geschaut, Herr Schulze? Macht es für Sie wirklich den Eindruck, dass eine wackelnde Partei der rechten Mitte jetzt gerade mit einem Linksruck ungeahnte Wählerpotenziale heben könnte?



    Was die Definitionen von "Liberalismus" nach gelber und grüner Facon betrifft, gratuliere zu der seltenen Klarheit, die Unterschiede zu benennen. Aber Sie vergessen etwas ganz wesentliches, nämlich die Motivation hinter den beiden Sichtweisen, und die ist die generelle Einstellung zum Staat als Macher und Gestalter: Der Grünen-Ansatz fußt auf dem Glauben, dass die Gesellschaft ein Kollektiv ist und die Staatsgewalt dieses einheitlich in die richtige Richtung führen könne, indem es entsprechende Normen aufstellt. Denen werde dann das Kollektiv (unabhängig davon, dass sie dem Einzelnen völlig gegen den Strich gehen) schon folgen.

    Diese Vorstellung könnte kaum weiter entfernt von dem sein, was FDP-Anhänger vom Staat (und der Steuerbarkeit des Individuums durch kollektiv oktroyierten Idealismus) halten.

  • taz: *Ausgerechnet die Krawallkanone Wolfgang Kubicki soll die Liberalen retten.*

    Treffend auf den Punkt gebracht. 😂

    Die FDP liegt in aktuellen bundesweiten Wahlumfragen (Stand April 2026) bei etwa 3,5 bis 5 Prozent.

    Es gibt also tatsächlich noch FDP-Wähler, die tatsächlich glauben, dass sie Multimillionäre oder sogar Milliardäre sind. Die FDP vertritt die Wirtschaftsmanager und das Kapital, und sonst nichts.

    Die FDP muss endlich auf 2 Prozent runter, denn nur dann weiß man, dass sind die 2 Prozent der Bürger, die tatsächlich etwas von der "Politik" der FDP haben.

    Die 'Mitte' braucht die FDP ohnehin nur als Stimmvieh, um über die 5 Prozent Hürde zu kommen. Die FDP macht doch schon seit vielen Jahren keinen Hehl mehr daraus, dass sie nur noch die Partei der Reichen und Mächtigen ist und ihre Politiker sich auch weiterhin nicht um Klimaschutz oder um die kleinen Leute kümmern werden, sondern nur darum, dass die Reichen noch reicher werden können.

    Aber dafür braucht man die FDP nicht mehr, denn das übernimmt jetzt gänzlich der (ehemalige?) BlackRock-Lobbyist Friedrich Merz (CDU).

  • Kubicki ist der perfekte Totengräber für die FDP. Er hat der Partei seit vielen Jahren so sehr geschadet, dass die Idee, ihn zu ihrem letzten Vorsitzenden zu machen, wirklich Charme hat.

    • @moonwatcher:

      Stimme Ihnen absolut zu. K ist ein Schwätzer. Zum Beispiel entbehren seine Corona Behauptungen jeder Grundlage. man kann nur hoffen dass er mit der rest fdp scheitert

  • Es ist ihm Erfolg zu wünschen, weil wir dringend eine Partei brauchen, die weniger Staat und mehr Freiheit vertritt und dabei nicht nach rechts abdriftet.

    • @Otto Mohl:

      Ja wie? - dringend - normalerweise a 🚽

      Vergleichbare Parteien gabs in Weimar ~ 5!



      Zu ehran Kanon der Dringlichkeit - hück -



      Keine - weit und breit.



      Koa Scherz - Wunschkonzert! 🪂 - oder den?;(

    • @Otto Mohl:

      Ich würde zustimmen, dass es in einem demokratischen Parlament immer auch eine vernünftige liberale Partei brauch, die keine Klientelpolitik für Reiche macht und sich nicht rechts anbiedert. Progressiv, unbürokratisch, unideologisch. Aber das passt halt alles nicht zu Kubicki.

      • @Deep South:

        Wenn Sie mal schauen, wer in der Vergangenheit die besten FDP-Ergebnisse geholt hat, muss man wohl konstatieren, dass die Fähigkeit zu pointierter Rhetorik fast wichtiger ist als eine über jeden Verdacht der Klientelpolitik erhabene politische Linie.



        Letzere ist übrigens bei Kubicki aus meiner Sicht gar nicht das Problem. Er surft letztlich zwischen allen Facetten des FDP-Spektrums - jenachdem wo er gerade bei Anderen die Defizite sieht. Ich frage mich nur, wo er sich platzieren wird, wenn der Parteichef, dem es gilt, möglichst oft an den Karren zu fahren, er selbst ist... 😉

      • @Deep South:

        Ich würde es nicht allein an der Person Kubicki festmachen. In der Beurteilung seiner Eigenschaften hinsichtlich der Führung einer liberalen Partei stimmen wir vermutlich überein.



        Aber nicht erst als Lindner die Koalitionsgespräche mit Union und Grünen damals hat platzen lassen und seinem inszenierten Abgang in der Ampelkoalition, sondern schon seit etwa 1982/83 frage ich mich: FDP? Wozu braucht es hierzulande eine liberale Partei DIESES ideologischen und programmatischen Zuschnitts?



        Politischer Liberalismus ist nicht gleich hemmungsloser Individualismus und über der vehementen Verteidigung eben dieses Individualismus hat die FDP ihre Verantwortung für Staat und Gesellschaft ganz vergessen.



        Die Restbestände des bürgerlichen politischen Liberalismus sind tatsächlich bei den Grünen besser aufgehoben und sogar in Teilen der CDU (wenn dort auch schwindend wegen deren Abdriftens ins rechtskonservative Lager).

  • Die FDP bläst zum letzten Gefecht und schickt mit Kubicki ihren lautesten Trompeter ins Rennen.

    • @Rabenbote:

      Morgens in einer Senke, umwabert von kaltem Bodennebel, formieren sich Aufzug und Trompeter; süßlich fauliger Verwesungsgeruch sie umgebend, seufzt Wind durch die Trümmer der anliegenden Ruine – wollt ihr ewig leben?

    • @Rabenbote:

      Fehlt noch die Trommel zur Schamade...



      🎺🥁

  • kurz - ach herm •

  • "für einen moderaten Rechtspopulismus zwischen CDU und AfD"



    .



    Zwischen den rechten Flügel der Union und den "gemäßigteren" Teil der AFD passt kein Blatt Papier.



    .



    Die CDU ist doch bereits rechtspopulistisch bis konservativ.



    .



    Rechts davon ist rechtspopulistisch bis rechtsextrem. Da ist nix mehr mit "moderat".

  • Habe nie die FDP gewählt und wäre nie auf den Gedanken gekommen. Aber fast würde ich deren Dahinscheiden bedauern. Es gibt nun mal soziale Milieus, in denen Freiheit vor allem als negative Freiheit (vom Steuer- und Vorschriftenstaat) verstanden wird. Diese sollten doch eine parlamentarische Vertretung haben, welche nicht gleichzeitig so ethno-national drauf ist wie die AfD. Wobei ich denke, die Schwäche der FDP hat gar nicht so sehr mit Personal und Programm zu tun, sondern paradoxerweise mit der Schrumpfung der sogenannten Volksparteien. Dadurch hat die FDP ihre einstige machtpolitische Funktion verloren: Sie kann nicht mehr als Juniorpartner in einer Zweierkoalition maßvoll korrigierend im Sinne ihrer Klientel agieren. Dass es in einer Dreierkoalition nicht funktioniert, hat man gesehen.

    • @Kohlrabi:

      "maßvoll korrigierend" war noch nie so richtig das Ding der FDP.



      .



      Schon immer eher der Schwanz, der mit dem 🐕 wackelt.



      .



      In der 3er Koalition war das nur besonders auffällig. Heftigen Streit gab es auch beim Dreamteam Union-Liberale.



      .



      Und unter Bundeskanzler Mr "gehobener Mittelstand", ist auch die CDU ein ausreichend sicherer Hafen für die genannten Wählerinnengruppe.

  • Neues Parteiprogramm: Die anarchokapitalistische Kettensäge.

    Die Bevölkerung findet das nicht einmal verkehrt, und die FDP kriegt aus dem Stand 10%, wetten?

  • Aber mit Kubicki landet die FDP wieder öfter in den Medien, und wird wieder auferstehen. Und dann geht er wieder.

  • Die FDP braucht keinen Gerhart Baum, denn für "Soziales" haben wor doch schon Linke, Grüne, SPD, und die CDU.

    • @Olav Parnem:

      ...vielleicht aber eine Frau "vom Schlage" einer HHB?



      "Hildegard Hamm-Brücher stand immer für ihre Meinung ein und sprach es an, wenn sie mit einer Entscheidung nicht d’accord gehen konnte. So hielt sie unter anderem eine Rede, als sie das Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt für undemokratisch empfand – und damit war Hamm-Brücher kein Teil der Mehrheit in ihrer eigenen Partei. Diese verließ sie schließlich nach einem halben Jahrhundert Mitgliedschaft. Ausschlaggebend war die wenig diskutierte anti-isralische Haltung ihres Parteikollegen Möllemann.



      Nach dem Austritt aus der FDP blieb ihr Engagement für eine wache Erinnerungspolitik, politische Bildung für Kinder und Jugendliche und..."



      Quelle



      hhb.demokratisch-handeln.de

      • @Martin Rees:

        Hildegard Hamm-Brücher erklärte im Jahre 2002 am Mittag der Bundestagswahl ihren Austritt aus der FDP. Wegen Möllemann und wegen Nichthandeln von Guido Westerwelle in der Affäre Möllemann. Den Brief an Westerwelle veröffentlichte sie in ihrem Buch „Ich bin so frei" von 2003.



        Wolfgang Kubicki sagte nach dem Absturz von Möllemann, dieser sei sein bester Freund gewesen.

        • @Mondschaf26:

          Schonn. Ein Weggefährte & Kollege:



          Zweimal isser uns ausgewitscht.



          Diesmal hatten wir ihn - 🪂 - nur folgerichtig.



          (Witzvariante im Fallen …und wie ich den Laden kenne - sind wiedermal die Abhol-Lkw‘s auch nicht da! (ironie off;)

    • @Olav Parnem:

      CDU ist ja wohl eher Partei für "Asoziales". Aber stimmt da ist auch das Wort "sozial" drin.



      .



      Bei der SPD steckt es zumindest im Partei-Namen, das war es dann aber auch schon größtenteils. In Ansätzen ja, aber sehr unambitioniert.



      .



      Die Grünen sind auch vor allem rhetorisch sozial, realpolitisch Mal so Mal so.

  • Dann wird das Wahlprogramm der FDP deutlich übersichtlicher:



    Punkt 1) Freie Fahrt für freie Bürger.



    Punkt 2) Abschaffung der Alkoholsteuer,

  • Der Genickbruch für die FDP war ihr völlig destruktives und komplett unprofessionelles Verhalten in der Ampel. Man strikte Kompromisse mit SPD und Grünen und blockierte diese dann dämlich grinsend, weil sie (oh weh) nicht FDP-Politik pur waren.



    So ein Kaschperltheater braucht niemand, hat man schon die Schwarz-Gelbe Option an die Wand gefahren, war der Ampel-„D-Day“ der endgültige politische Selbstmord.

    • @FtznFrtz:

      Laut den Umfragen waren es die Kompromisse, die die bisherigen Wähler vor allem vertrieben, weniger das Quertreiben in der Ampel. DAS hat mehr diejenigen gestört, die ohnehin nie FDP gewählt hätten.

    • @FtznFrtz:

      Durchsetzen konnte sich ein Weiter so. Vom Bürokratieabbau wird kaum noch geredet. Die Energiewende hat Scholz mit begraben. Der einzige Lichtblick ist, dass die Bundeswehr nun besser aufgestellt wird.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        So richtig super wurde es jetzt nicht, seit Schwarz-Rot übernommen hat, schon richtig.



        Das wenige, was die Ampel hinbekommen hat, hat man zerschreddert, und sonst blockiert man sich gegenseitig.

    • @FtznFrtz:

      Der Genickbruch war, das Scholz keine notwendige Änderung des GG bzgl. der Schuldenbremse mit der Opposition (CDU) hinbekommen hat und stattdessen lieber durch die FDP Recht brechen lassen wollte.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        Sie meinen weil eine Änderung grundsätzlich nicht möglich war, mit der CDU.



        .



        Friedrich Merz war erst nach Zusammenbruch der Koalition das erste Mal überhaupt öffentlich zumindest verhandlungsbereit.



        .



        Davor wurde eine Anpassung kategorisch abgelehnt, da es ja keine erkennbare Notlage, wie eine Naturkatastrophe gäbe.



        .



        Der Wahlkampf wurde dann wieder gegen neue Schulden geführt.



        .



        Und dann war man plötzlich in absehbarer Zeit in Regierungsverantwortung und hatte wieder eine andere Meinung.

        • @sociajizzm:

          "Sie meinen weil eine Änderung grundsätzlich nicht möglich war, mit der CDU"

          Nein. Ich meine, es wurde noch nicht einmal der Ansatz gemacht zu fragen. Die Ampel hat da total versagt und Scholz geschwiegen wie zu allem. Auch Habeck hat eine Einigung dazu mit der CDU nicht angedacht. Dass es "mit der CDU" ging, zeigte sich dich nach den Wahlen. Unter Merz kam die Änderung. Auch zuvor hatte Merz schon dafür die entsprechenden Signale gesetzt und Bedingungen geäußert.

  • In ihrer Liebe zu Ordnung und Regeln nehmen sich Linke und Rechte nichts. Nonkonformes Verhalten wird argwöhnisch betrachtet und moralisch verurteilt.



    Dabei ist es egal, ob es um Völkerrecht, Fahradfahren auf Gehwegen oder Schwarzfahren geht - abgeurteilt wird mittels Moral. "Da hat sich jemand nicht an die Regeln gehalten!"

    Aber ohne individualistische, liberale Querschläger, die als Korrektiv die Ordnungsfreude immer wieder herausfordern, droht der Gesellschaft die Erstarrung im Konservativismus. Der ist dann weder rechts noch links, sondern einfach nur unbeweglich.

    Die FDP hat diese Aufgabe spätestens seit Westerwelle nicht mehr ausgefüllt (wenn überhaupt je), bei den Grünen haben die Freidenker schon sehr lange einen schweren Stand. Wahrscheinlich zermahlen die Strukturen in den Parteien solche Charaktere.

    Es bleibt wohl Aufgabe aller Bürger, die Freiheitsräume zu erhalten.

    • @C. Avestruz:

      Regeln schaffen Freiheitsräume. Ohne die Regeln herrscht Faustrecht.

    • @C. Avestruz:

      Diese Aufgabe wird von vielen NGO's wahrgenommen. Aus genau diesem Grunde werden die auch behindert wo es möglich ist - zumindest von der derzeitigen rechtslastigen Lobbyregierung.

  • Schöner Titel! Das ist etwa so wie "Trump ist nicht der Dalai Lama". Vom ehernwerten Gerhard Baum bis zu Kubicki ist es ein laaanger Weg.

  • Nachtreten galt lange Zeit als unmoralisch, mittlerweile scheinen dir noch nicht sattelfesten Erb*Innen in Union und bei den Grünen neue „Maßstäbe“ zu setzen.



    Es ist kein Gewinn für die Demokratie, wenn die Möglichkeiten reduziert werden.



    Das Negativbeispiel bleibt die USA, wo letztlich ein entweder/oder zurcWajl steht.



    Dass Jemand, der in diesem Land Kanzler sein will, Parteipolitik vor demokratische Verantwortung stellt, zeigt mal wieder, dass Merz der Falsche ist.



    Statt vermeintliche Gewinne zu feiern, sollten sich die Demokrat*Innen mit der Demokratiegefährdung namens „afd“ auseinander setzen,



    Das ist aber wohl zu kompliziert,



    viel einfacher ist es z.B. auch die SPD zu kritisieren.



    Dass diese Kritik Wasser auf die Mühlen der Rechten bedeutet, sollte JedE*r klar sein, der*die einigermaßen geradeaus denken kann.



    Das treibt so seltsame Blüten, dass , statt mit der Justizministerin zum Schutz von Frauen im Internet zusammen zu arbeiten,



    versucht wird, „schneller“ zu sein um die Partei in den Vordergrund zu rücken,



    Mir waren stets Inhalte wichtiger, als Farben.



    Politiker*Innen wie Jounalist*Innen sollten das Ziel haben, für die freiheitlich demokratische Gesellschaft einzustehen.

  • ... und die taz ist nicht DIE ZEIT. 🤓

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Und das ist gut so.

  • Warte seit langem auf einen taz-Artikel, der erwähnt, wie sich Brantner in der faz als Erbin der FDP geriert, indem sie den Vorläufer des Neoliberalismus Locke zitiert, um dann bei der unvermeitlichen Hannah Arendt und dem Begriff Freiheit zu landen, letztlich also marktkonforme neoliberale Politik als alternativlos dazustellen.



    Unter den Tisch fällt dabei Arendts Kritik an den negativen Folgen der ständigen externen Machterweiterung, wie sie die EU z. b. im Mercosor-Abkommen schuf.



    Innerhalb der Grünen ist eine Kritik an der Ausbeutung des Globalen Südens mittlerweile ein No Go - wie auch an massiver Aufrüstung mit staatlichen Geld ohne Ende.

    Da wäre es doch nur konsequent, wenn sich die FDP grün neu erfinden würde, dem Marktradiakalismus mit dem Mercosur-Abkommen eine Absage erteilen würde.

    Eine Neuerfindung der FDP wäre nur möglich, wenn es in der FDP noch ein Hauch Intellektualismus geben würde, sie erkennen würde, dass ein Parteiprogramm kein Produkt oder Show ist, sondern neue Inhalte geboten sind, die die Metakrise Erderwärmung ernst nehmen, damit demokratische Freiheit jenseits neoliberaler Zwänge entsteht.

    • @Lindenberg:

      Ach was? Ist da ein Kenner der GRÜNEN Szene am Werk? Woher willst Du das denn wissen, dass es intern bei GRÜN's nicht kritisiert wird, dass die Kolonialisierung fortgesetzt stattfindet? Es IST ein Thema, glaub' mir!

    • @Lindenberg:

      " Innerhalb der Grünen ist eine Kritik an der Ausbeutung des Globalen Südens mittlerweile ein No Go - wie auch an massiver Aufrüstung mit staatlichen Geld ohne Ende."



      Wie kommen Sie darauf? Die Kritik ist durchaus wahrnehmbar vorhanden. Sie kommen allerdings bei den Grünen mit Sprüchen der Marke: "WIR müssen endlich alle verzichten und dem globalen Süden weniger wegnehmen" nicht mehr weit, weil die Grünen jetzt in Regierungsverantwortung waren und eben verpflichtet waren, tatsächliche Forderungen auch in die Tat umzusetzen, was deren Affinität für Sprücheklopfen reduziert hat.

      Und die Kritik an "massiver Aufrüstung mit staatlichem Geld ohne Ende" ist bei den Grünen deshalb nicht vorhanden, weil die Weltlage eine Situation ergeben hat, in der diese tatsächlich mehr oder weniger alternativlos ist - außer, man möchte sich zukünftig eben denen anschließen, die von den anderen Großmächten untergebuttert werden.

    • @Lindenberg:

      Wenn potentielle FDP Wähler eines nicht ausstehen können, dann sind das die Grünen.

      • @Nachtsonne:

        Aus gutem Grund: die GRÜNEN sind das diametrale Gegenteil der fdP. Die denken auch daran, die Freiheit ALLEN Menschen zuzugestehen und nicht nur den Reichen und den Machiavellis....

        • @Perkele:

          Deswegen machen die Grünen ja auch so gerne für EINIGE Menschen Verbote.

          • @Nachtsonne:

            Welche denn zum Beispiel?

    • @Lindenberg:

      Bei welcher Partei wäre denn das Parzeiprogramm keine Show?

      Mir fällt keine ein.

  • Viele in der fDP haben den Begriff "Freiheit" gar nicht richtig vestanden. Die haben diese wertvolle Errungenschaft reduziert auf wirtschaftliche Vorteile, Rücksichtslosigkeit, Egoismus. Zu denen gehört auch Kubicki. So abgedroschen der Spruch auch sein mag, er beschreibt aber die Grundlage: "Freiheit ist auch die der Anderen - nicht nur meine eigene!"

    • @Perkele:

      Kubicki hat schon mehrere Bücher über seinen Freiheitsbegriff geschrieben. Wer ihn als Marktradikalen beschreibt, kennt ihn nicht und hat nichts von ihm gelesen. Aber BEHAUPTEN kann man ja alles. Kubicki ist auch kein Rechtspopulist, sondern ein überzeugter Liberaler. Wer mit 74 nochmals für ein Spitzenamt antritt ist kein Populist, sondern liebt den Liberalismus.

      • @Peter Stolz:

        Nun, Sie behaupten ja auch einfach. Irgendwelche Belege, Quellen?

        Und Ihr letzter Satz ist schon fast köstlich. Was hat das Alter mit Einstellung und Ausrichtung zu tun? Da gibt es genügend Beispiele, die das Gegenteil belegen.

      • @Peter Stolz:

        Kubicki ist marktradikal, ein Rechtspopulist und liebt den Liberalismus nicht.



        Behaupten kann ich aber viel und behalte auch noch recht.

        Frag ihn doch mal, ob er unregulierte Migration haben will. Falls nein, Rechtspopulist

      • @Peter Stolz:

        "Wer ihn als Marktradikalen beschreibt, kennt ihn nicht und hat nichts von ihm gelesen."

        Schreiben kann er viel. Seine praktische Politik kann man seit langer Zeit "bewundern".

  • Die FDP ist verloren, da ändert auch der graue Korsar Kubicki nichts dran. Der Mann für harte Sprüche ist ein Sprücheklopfer und kein Genscher. Kubicki inszeniert sich selbst, das haben die Wähler schnell raus. Wer auf Sprücheklopfer steht, der wählt AfD - das derbe Original.

    • @Salinger:

      +1

    • @Salinger:

      Waren es nicht Genscher, Lambsdorf und Co. die sich von der Baum FDP verabschiedet haben?

      • @Peter Lorenz:

        Ja, und das hat der FDP gut getan, denn Protagonisten von "Soziales" haben wir sowieso überall wo man hinschaut.

        • @Olav Parnem:

          Die Entwicklung der Wahlergebnisse scheint Ihnen nicht unbedingt Recht zu geben ;-).

          Ich glaube, Wirtschaft und wirtschaftliche Verteilung sind die Kernfragen der Politik in dieser Zeit (was sie übrigens nicht immer in dieser Akzentuierung waren und auch wohl irgendwann nicht mehr sein werden).

          Wenn sich allerdings eine Partei allein auf wirtschaftliche Fragen einschießt, wird sie seelenlos.

  • Auf eines wird mit Kubicki Verlass sein, dass er seine Rolle weiter spielen will und die Medien ihm die Bühne dafür schaffen werden.



    Bei rnd.de war dazu zu lesen:



    "Kubicki? Da fassen sich viele an den Kopf. Der 74-Jährige vergreift sich immer wieder im Ton, oft gegenüber Frauen. Er gilt als Heckenschütze, der keine Parteidisziplin kennt. Er attackiert gern eigene Parteikolleginnen und -kollegen und auch die Partner in Regierungskoalitionen sind vor ihm nicht sicher. „Kotzbrocken“, „Egomane“ oder „Quartalsirrer“ sagen diejenigen über Kubicki, die mit ihm nicht zurechtkommen.



    Gefragte Eigenschaften



    Aber Kubicki hat eben auch Eigenschaften, die gefragt sind beim politischen Überlebenskampf einer Partei. Da geht es weniger um ausgefeilte Programme. Da geht es um Sichtbarkeit in den Medien, um provokante Wortmeldungen, gut gesetzte Attacken. Dafür ist der scharfzüngige Kubicki mit seiner bundesweiten Bekanntheit geradezu eine Idealbesetzung. Ein Mann mit Ecken und Kanten, aber großer Klappe. Eine Type. So etwas sorgt für Aufmerksamkeit und auch für Sympathien."



    2024 b. focus.de



    "Wolfgang Kubicki gibt Interview



    „Ich werde auf keinen Fall mehr mit den Grünen zusammenarbeiten“



    Alles gesagt

  • Das ist schon arg beleidigend die Grünen mit der derzeitigen Illiberalen Rest FDP zu vergleichen.

    • @Axel Schäfer:

      Warum? Was unterscheidet diese beiden Parteien denn nun so sehr voneinander? Die FDP wirkt sicherlich dumpf-reaktionärer, die Grünen hingegen maximal heuchlerischer mit ihrem (pseodo-) progressiven Anstrich. Fragt sich, was charakterlich schlimmer ist. Neoliberal ist jedenfalls beides. Und die Grünen werden ja inzwischen von einem noch wohlhabenderen Klientel gewählt als die Gelben

  • Vielleicht ist der Drops FDP noch nicht gelutscht - Totgesagte leben bekanntlich länger.

    Diese kleine Möglichkeit hilft jedoch nicht darüber hinweg, dass die Krise der Partei tiefe strukturelle Gründe hat:

    Softer Rechtspopulismus, wie im Artikel erwähnt, ist einer davon; eine Vulgärfreiheit, die sich erschöpft in Parolen wie "wir wollen keine Steuern zahlen und Genehmigungsverfahren dauern zu lange", ein anderer.

    Intellektuelle Leere und konzeptuelle Ideenlosigkeit in der Kurzatmigkeit des politischen Alltags betrifft alle Parteien; aber die FDP ganz besonders.

    Solange sich daran nichts ändert, wird es nicht besser werden. Ich empfehle die Klassiker liberalen Denkens wie John Stuart Mill zu lesen.

  • Wenn ich die (ehemaligen) FDP-Parteifarben gelb und blau mische, so wird daraus grün!

  • Ewiges schwarz/rot oder schwarz/grün oder GroKo?



    Man muss die FDP nicht mögen, über 97% der Wähler mögen sie ja auch nicht. Fehlen wird sie trotzdem in der politischen Landschaft. Und kracht es mal so richtig zwischen SPD/Grünen und der CDU, dann ist sie als Zünglein an der Waage nicht mehr da. Dann, so fürchte ich, schaut die CDU doch nach rechts zur AfD und erklärt sie für Hoffähig, weil sonst keiner mehr anders an eine Mehrheit kommt. Aber was solls, die Partei ist eh schon weg vom Fenster und wird wohl die das BSW auch nicht wiederkehren.

    • @Hans Dampf:

      Die FDP war schon seit vielen Jahren nur noch eine Partei, die unter Liberalität die die unbeschränkte Akkumulation von Kapital und das unbeschränkte Ausleben (häufig teuer) Marotten auch auf Kosten anderer Menschen verstand. Diese Art von Liberalismus wird offensichtlich nur noch von einer kleinen Gruppe gewünscht. Fährt Kubicki die Klapperkiste endgültig an die Wand, besteht vielleicht die Chance, dass sich eine Liberale Partei gründet, die sich an Baum/Genscher/Leutheusser-Schnarrenberger orientiert, statt an Westerwelle/Lindner/Dürr. So eine Partei hätte dann vielleicht auch wieder einen Platz im Bundestag...

    • @Hans Dampf:

      Das Zünglein an der Waage? Doch wohl eher der Schwanz, der mit dem Hund wackelt. Oft genug praktiziert von den freien Demokraten - nicht erst seit Genscher.

      • @Kunoberti:

        Das Zünglein an der Waage ist aber seit vielen Jahren die SPD.



        Auch die dominiert mit ihren mickrigen unter 20% 80% der Politik, inklusive jetzt.

        Die SPD hat offenbar sehr gut von der FDP gelernt?

  • Ich halte die Grünen im Kern nicht für eine liberale Partei. Das wollen sie, meinem Eindruck nach, auch gar nicht sein. Das Menschenbild passt einfach nicht - das Image als "Verbotspartei" ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Die Grünen, insbesondere die grüne Jugend, würden zudem wohl kaum das Recht auf Privateigentum an sich für fundamental wichtig halten, was nun mal eine der Grundlagen des Liberalismus ist (sonst wäre man, insbesondere in Berlin, nicht so ein dogmatischer Enteignungsfan).

    Alle diese Ansichten sind völlig legitim, aber eben nicht liberal.

    • @Agarack:

      Liberal heißt ja sehr unterschiedliche Dinge. Es ist nicht nur das Recht auf Eigentum, sondern eben auch auf Bürgerrechte, nicht überwacht zu werden (Vorratsdatenspeicherung usw.), Cannabislegalisierung und ähnliches.

      Im gesellschaftlichen Sinne sind sich Grüne und FDP sehr nahe, das war ja auch in der Koalition so. Nur im wirtschaftlichen sind sie sich sehr fern, da die FDP ökonomische Freiheit als die Freiheit der Reichen missverstand, den Planeten zerstören und die Armen ausbeuten zu dürfen.

      Es ist durchaus schade, denn eine Zusammenarbeit wäre mit konstruktiverem Spitzenpersonal der FDP absolut möglich gewesen. Leider wollten die lieber mit Rechtsextremen zusammenarbeiten und die Koalition sprengen.

      • @leonavis:

        Ja, Liberalismus hat viele Seiten. Aber Frau Brantner und Herr Onay berufen sich im verlinkten Artikel selbst u.a. auf John Stuart Mill, den klassischen Gründervater des Liberalismus - und dieser hält das Recht auf Privateigentum für ein unumstößliches Grundrecht und stellt den Grundsatz auf, die Freiheit des Einzelnen sollte nur so weit staatlich reguliert werden, dass sie die Freiheit der Anderen nicht einschränkt - was einem immer noch viel Interpretationsspielraum gibt.

        Selbst, wenn ich die wirtschaftliche Seite außen vor lasse, bin ich mir aber sicher, dass die Grünen auch gesellschaftlich diese Ansichten nicht im Grundsatz vertreten. Wenn es z.B. um die Verfolgung von Sexualstraftätern geht, sind die Grünen plötzlich auch gerne ganz obrigkeitsstaatlich (siehe Fr. Nietzard: "Die Unschuldsvermutung darf in einer progressiven Partei nicht gelten"). Hinzu kommt, dass die Grünen sehr viel eher bereit sind als die FDP, ihre gesellschaftliche Vision regulatorisch zu erzwingen (z.B. durch Frauen- und Minderheitenquoten).

        Die Grünen sind sicher nicht illiberal - sie sind glaubwürdige Verteidiger der liberalen Demokratie. Aber als Stimme des Liberalismus sehe ich sie auch nicht.

    • @Agarack:

      Für dogmatische Enteignungsfans ist, meinem Eindruck nach, die Beschränkung auf einen einzigen Immobilienkonzern aber ganz schön zahnlos. In Berlin gäbe es doch viel mehr Privateigentum zu enteignen als die paar Wohnungen.

      • @nihilist:

        Nur, um das klarzustellen: Die Grünen, auch die Berliner Grünen, sind natürlich keine kommunistische Partei, die gerne alles enteignen möchte. Was ich mit "dogmatische Enteignungsfans" meine, ist, dass die Befürwortung der staatlichen Übernahme der besprochenen Wohnungen etwas dogmatisches hat und eher ideologie- als zahlenbasiert gefordert wird.

  • Ich versteh' es nicht.

    Die FDP steht doch stets auf der Seite des kleinen Mannes.

    Sie ist doch schon immer ein verlässlicher Partner der sozial Benachteiligten.

    Keine Partei steht so für soziale Gerechtigkeit wie die FDP !

    Stammt nicht von ihr der geflügelte Satz "Aufstieg und Wohlstand durch soziale Gerechtigkeit" ?

    Ich bitte sie: Wie kann es angesichts dieser Maxime nur zu dieser Niederlage gekommen sein ?

    Ich versteh' es nicht.

    • @Bolzkopf:

      "Keine Partei steht so für soziale Gerechtigkeit wie die FDP !"

      Nun ja, da alle anderen Parteien das für sich reklamieren, als sei das, neben dem Kliiima, das einzige Staatsziel dieses Landes, ist es im Prinzip nicht verkehrt, ein anderes Angebot zu haben.

      Problem ist eher wenn man realistische Politik in einer Ampel nicht umgesetzt bekommt.



      Der FDP ist bis heute nicht verziehen, dass sie Habeck, Baerbock und Scholz nicht gleich verhindert haben.