piwik no script img

Umfragen zur Wahl in Baden-WürttembergDer Motor der Entscheidung

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Kurz vor dem Wahlsonntag liegen Grüne und CDU laut Umfragen gleichauf. Das zeigt auch, wie sehr sich Wäh­le­r:in­nen an Umfragen orientieren.

Es gibt noch mehr Parteien als die Grünen und die CDU. Wahlplakate in der Innenstadt von Böblingen in Baden Württemberg Foto: Arnulf Hettrich/imago

K önnen Umfragen die Wahlergebnisse beeinflussen? Aber sicher doch. Wie sehr, das zeigt sich aktuell in Baden-Württemberg. Dort lag die CDU in Umfragen seit Jahren zum Teil meilenweit vor den Grünen. Doch auf den letzten Metern scheint ihr die Luft auszugehen. Das ZDF-„Politbarometer“ sieht beide kurz vor dem Wahlsonntag sogar gleichauf – erstmals seit vier Jahren. Und das liegt – ja, auch – an den Umfragen.

Denn die geben den Wäh­le­r:in­nen Orientierung. Antworten auf die Frage, wer Chancen hat zu gewinnen? Vor allem aber: Wo ist mein Kreuzchen am wertvollsten? Wo hat es den größten Hebeleffekt? Das konnte man zum Beispiel 2024 sehr gut in Brandenburg sehen. Bei der Landtagswahl lag in Umfragen die rechtsextreme AfD meilenweit vorn – bis zu 5 Prozentpunkte vor der SPD. Am Ende aber hatten die Sozialdemokraten die Nase vorn.

Das lag zum einen an Ministerpräsident Dietmar Woidke, der sich mit voller Wucht in den Wahlkampf schmiss, zugespitzt mit der Parole: Ich oder Land unter im braunen Sumpf. Ausschlaggebend aber waren auch die Umfragen in den Wochen vor der Wahl. Sie zeigten steigende Werte für die SPD und machten den Wahlberechtigten klar, dass Woidke tatsächlich eine Chance hatte, die AfD zu schlagen. So stürmte die SPD von 20 Prozent sechs Wochen vor der Wahl auf über 30 Prozent am Wahlsonntag.

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Natürlich gab es auch Verlierer. Die CDU stürzte von 19 auf 12 Prozent ab, weil die Wäh­le­r:in­nen – ebenfalls dank Umfragen – sehen konnten, dass sie im Anti-AfD-Rennen keine Chance hatten. Die Grünen fielen deswegen auf knapp unter 5 Prozent und flogen sogar aus dem Parlament. Der Wiedereinzug der Grünen ins Parlament war den Wäh­le­r:in­nen nicht so wichtig wie der Kampf gegen die AfD. Noch härter traf es die FDP. Weil sie schon laut Umfragen weit unter 5 Prozent lag, zerfielen sie am Wahlsonntag völlig. Nur noch 0,8 Prozent verschwendeten ihre Stimme an die offensichtlich unwichtig Splitterpartei.

Je lockerer die Parteienbindung, desto rasanter der Umschwung

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Solche Effekte nehmen zu, je lockerer die Bindung der Wäh­le­r:in­nen an eine Partei ist. Und sie können auf den letzten Metern eine erstaunliche Rasanz entwickeln. Ein sehr frühes Beispiel dafür war der Erfolg der heute längst vergessenen Piratenpartei bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2011. Weil sie kurz vor der Wahl in einer Umfrage bei gut 4 Prozent auftauchten, schien eine Stimme für sie nicht mehr unbedingt verloren. Wenige Tage später stürmten sie mit sensationellenn 9,8 Prozent ins Berliner Landesparlament.

Lagen die Umfragen so falsch? Nein, nicht unbedingt. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie den überraschenden Umschwung in der Wäh­ler:­in­nen­mei­nung beschleunigt haben. Sie sind der entscheidende Motor in der Meinungsbildung. Und somit ein essenzieller Teil der Demokratie.

Das könnte jetzt auch in Baden-Württemberg der Fall sein. Gut möglich, dass Cem Özdemir mit seinen Grünen am Sonntagabend gleich mehrere Prozentpunkte vor Manuel Hagel und der CDU liegen wird. Besonders gut für Özdemir ist dabei, dass das keineswegs sicher ist. Denn das motiviert erst recht, alle, die lieber den Grünen als den Schwarzen zum Ministerpräsidenten hätten, zur Wahl zu gehen.

Es geht um Polarisierung

Aber auch die Hagel-Fans sind durch die Umfragen gewarnt – und somit besonders motiviert, die CDU zu unterstützen. Das zeigt sich an den Umfragewerten der Union, die trotz des Grünenbooms nicht sinken. Im Gegenteil. Es geht um Polarisierung.

Das könnte am Ende wieder die Kleinen treffen. Die SPD, die in Baden-Württemberg seit Jahren nur noch für eingefleischte Fans eine Rolle spielt, sackte zuletzt noch weiter ab.

Bei FDP und Linkspartei geht es gar ums Ganze – also den Einzug in den Landtag. Deren Umfragewerte sind zum Glück für beide gerade richtig schlecht. Sie liegen nur noch bei 5,5 Prozent. Das könnte sie retten. Weil sich der eine oder die andere doch eine Kleinpartei im Parlament für wichtiger hält, als die Frage, ob nun Özdemir oder Hagel Ministerpräsident wird. Und auch bei dieser Abwägung helfen die Umfragen.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Gereon Asmuth
Ressortleiter taz-Regie
Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
Mehr zum Thema

54 Kommentare

 / 
  • In BW zeigt sich der gleiche Effekt wie seinerzeit in Brandenburg. Ein Ministerpräsident-zentrierter Wahlkampf kickt andere Parteien aus dem Parlament, schwächt die demokratische Arbeit und stärkt sogar noch die AfD, die ebenfalls deshalb mehr Abgeordnete im Parlament bekommt.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Wieso wird die demokratische Arbeit geschwächt wenn Wähler ihre demokratischen Rechte taktisch einsetzten ?



      Wenn ich als SPD Anhänger lieber Cem Özdemir als MP hätte, warum sollte ich ihn nicht wählen?



      Umfragen und Trends haben Auswirkungen, keine Frage. Aber wenn wir auf seriöse Umfragen verzichten werden die unseriösen übernehmen.

  • Mich würde es brennend interessieren was dabei herausgekommen würde, wenn alle Wahlberechtigten über Themen und deren bevorzugten Lösungsansätze abstimmen würden und die Parteien sich dann nach diesen Ergebnissen finden müssten.

    Ich weiss, es ist ein Wunschdenken.



    Könnte interessant werden und der Wählerwillen müsste umgesetzt werden

    • @Sole Mio:

      Welches Gremium aber sollte über die Listung der Themen (Vorauswahl?) entscheiden, die man den Wählern dann zur Abstimmung vorlegt?



      Und wie wollen Sie verhindern, dass die Politiker/Parteien diese Themen bzw. Lösungsansätze einfach wieder von der Tagesordnung nehmen, weil sie ihnen entweder als widersprüchlich, unrealistisch oder schlicht nicht finanzierbar erscheinen? Und sie das möglicherweise auch sind?



      Ihr Gedanke ist trotzdem erwägenswert, weil er wieder zum Thema Bürgerbeteiligung bzw. Partizipation führt. Als freiheitlicher Sozialist bin ich persönlich ja der Meinung, dass die Rätedemokratie eine Lösung sein könnte. Wurde jedoch nie ausprobiert bzw. hierzulande schon im Keim erstickt (1918/19).

      • @Abdurchdiemitte:

        Ein sinnvoller direktdemokratischer Baustein wäre m.E. das plebiszitäre Vetorecht gegen Bundesgesetze, wie es etwa von Abstimmung 21 gefordert wird. D.h. auf Antrag einer festzulegenden Anzahl von Wählerinnen muss ein Gesetzentwurf dem Volk zum Referendum vorgelegt werden, bevor er in Kraft treten kann. Das könnte auch dazu führen, dass viel mehr Leute als derzeit sich mit politischen Inhalten befassen statt nur mit symbolpolitischen Gesten. Und intransparenter Lobbyismus in der Ministerialbürokratie würde entwertet, weil sein Ergebnis durch das plebiszitäre Veto immer noch ganz zunichte gemacht werden kann.

    • @Sole Mio:

      und deren bevorzugten Lösungsansätze abstimmen würden

      Klar, und dann so richtig kontroverse Themen. Einwanderung oder Steuern.... das würde spassig! Die Regierung müßte dann richtig sparen und die Einwanderung käme zu erliegen.

      • @Donni:

        Das wäre dann der Schritt von der „Repräsentativen Demokratie“ in die „Direkte Demokratie“

        • @Sole Mio:

          @ Sole Mio



          Tja, & warum haben sich Aristokraten und Autokraten für die Einführung der " repräsentativen Demokratie " entschieden ?



          Die Machtverhältnisse sollten vor dem Volk geschützt und für die Mächtigen gewahrt bleiben.

        • @Sole Mio:

          Für die Bevölkerung wäre die „Direkte Demokratie“ besser, für Politiker ist es die „Repräsentativen Demokratie“, denn eins ist gewisse, Politiker werden bei der „Direkten Demokratie“ entmachtet.

  • Besonders amüsant finde ich, dass selbst über die Hälfte der AfD-Wähler keinen Ministerpräsidenten Frohnmaier haben wollen.

    • @Milonga:

      Naja, über die Hälfte der fdA-Wähler haben anscheinend doch Augen und Ohren und nutzen sie auch. Jetzt noch den Prozessor richtig in Betrieb nehmen, und schon klappts auch mit den Wahlen.

    • @Milonga:

      Das ist durchaus interessant und bemerkenswert. Dies habe ich so in vielen Gesprächen auch wahrgenommen.

      Die Partei wird von Menschen gewählt, die gar nicht wollen, das diese an die Regierung kommt. Pardaox.

      Ein eindeutiges Zeichen für ALLE anderen Parteien, dass immer mehr Wähler mit deren Politik nicht einverstanden sind. Sonst hätten diese ja einen entsprechenden Zulauf.

      Eigentlich logisch, oder was meinen die anderen in der Debatte?

      Ich bin gespannt wie sie alle das einschätzen?

      • @Sole Mio:

        Man kann dann wenigstens in der Wahlkabine „Dampf ablassen“ oder „die Sau rauslassen“.. Das sieht ja keiner.😉



        Hinterher sagen sowieso alle: DAS habe ICH nicht gewollt!



        Jetzt, 19:30 Uhr, steht das Wahlergebnis ja so gut wie fest. Trotzdem sind 18% für die AfD noch viel zu viel.

  • Es sind ungezählte Menschen im Kampf dafür gestorben, eine freie, allgemeine, geheime, unmittelbare und gleiche Wahl durchzusetzen. Auch heute noch müssen viele um dieses Recht kämpfen. Ich gehe deshalb in Anerkennung dieser (todes-)mutigen Menschen regelmäßig zur Wahl, auch wenn mir die Wahlentscheidung immer schwerer fällt. Die einen möchte oder kann ich nicht wählen, die anderen schaffen es nicht über die Prozenthürde. So bleibt mir leider nur ein strategisches Wählen: das Ankreuzen des "kleinsten Übels".

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Da gehören Sie sicherlich einer großen Gruppe an. Mir geht es ebenso! Leider!

  • Es gibt viel zu viele Umfragen. Die Schweiz wäre da Vorbild.

  • Es ist wichtig nun den Grünen die Stimme zu geben.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Aber nur in BW...in allen anderen Bundesländern und im Bund sind die Grünen - wie auch Die Linke - leider unwählbar. Ebenso wie für Kretschmann gilt auch für Özedemir die Aussage "Klug, aber normal". Und diese beiden Attribute treffen leider auf die meisten Grünen und Linken nicht zu.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Das scheint mir keine rationale Entscheidung zu sein. Ob nun die CDU die Nase vorn hat oder die Grünen das Blatt noch mal wenden: heraus kommt entweder Schwarz/Grün unter Hagel oder Grün/Schwarz unter Özdemir. Eine andere Option gibt es nach Maßgabe der Dinge nicht. Und damit auch keine substantiell andere Politik als schon in den letzten 15 Jahren unter Kretschmann. Das muss man schon so wollen und offenbar sind die Schwaben und Badener (Badenser?) im Ländle ganz zufrieden damit.



      Alle anderen, insbesondere die Wähler von SPD und Linken, schauen in die Röhre. Einen grundlegenden Politikwechsel wird es nicht geben. Also Klimaschutz ade, Autovorrangpolitik, Arbeitsplätze futsch und weiter explodierende Mieten.

      • @Abdurchdiemitte:

        Arbeitsplätze futsch und weiter explodierende Mieten.

        Das passt nicht. Wenn die Arbeitsplätze weg sind, gibt es niemand der die Wohnungen braucht und damit auch keine Mieterhöhung.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Schon passiert. Abwarten, was herauskommt. Im Wahllokal herrschte reger Andrang, was alles mögliche bedeuten kann. Bei der Bundstagswahl hatte ich per Briefwahl abgestimmt und war über den hohen Anteil der Blaunen in meinem Wahllokal entsetzt, der zum Glück durch das Gesamtergebnis deutlich relativiert wurde. Die Verschwörungsschwurbler unter den Blaunen neigen leider dazu, Mauscheleien bei der Briefwahl zu unterstellen. Diesmal habe ich keinen Anlass zu solchem Geschwurbel gegeben. Sollen sie ruhig die Auszählung beobachten.

  • Angesichts von Umfragen fast bis zum Wahltag drängt sich schon der Verdacht auf, mehr in einer Demoskopie statt Demokratie zu leben.



    Die Zuspitzung auf die beiden Top - Kandidaten statt die Parteiprogramme dahinter gleicht mehr und mehr einem amerikanisiertem Wahlkampf. Je sympathischer Kandidatin oder Kandidat, um so besser.



    Tragisch endet das womöglich für kleinere Parteien, die regelrecht zerrieben werden, so wie erwähnt.

  • Ob jetzt Herr Hagel Ministerpräsident wird oder Her Özdemir ist im Grunde genommen völlig egal. Die Union benötigt die Grünen zum regieren und umgekeht genauso.

    Zb, war BW unter Ministerpräsident Kretschmann das erste Psrlament das ein Genderverbot für Ämter eingeführt hat. Nein es war nicht Kulturminister Weimar. Kretschmann nent das natürlich nicht Verbot sondern "Einhaltung der deutsche Rechtsschreibung"

    Oder NRW, Grüne haben mit der SPD die Rodung des Hambacher Forst genehmigt, Erweiterung Garzweiler 2 inclusive Abriss von Dörfern. Baugenehmigung vom Megakohlekraftwerk Datteln.

    In Hesen CDU und Grüne Rodung im daneröder Forst und Autobahnbau durch den Wald. (Ricarda Lang "Mit den Grünen gibt es keine neuen Autobahnen")

    Oder Kriegseinsatz in Afghanistan und Jugoslawien mit durch SPD und Grüne.

    Oder Hartz 4 Reform durch Grüne und SPD. Sanktion bei dreimaliger Weigerung zu arbeiten komplette Einstellungen der Zahlungen.



    Zwangsarbeit durch 1 € Job. Bei dreimaliger Verweigerung komplette Einstellung der Zahlungen.

    Nach dem Ampelende hätte die SPD/Grüne Regierung ohne FDP ein AfD Verbot beantragen können Hat sie nicht gemacht

    • @Martin Sauer:

      Vielleicht ist es doch nicht ganz egal - der eine hat mit Menschen gearbeitet, der andere mit Geld. Eventuell gibts da doch einen Unterschied in den Interessen.

    • @Martin Sauer:

      "...Nach dem Ampelende hätte die SPD/Grüne Regierung ohne FDP ein AfD Verbot beantragen können Hat sie nicht gemacht..."

      November 2024:



      Fraktionsübergreifender Gruppenantrag für ein AfD-Verbotsverfahren im Bundestag. Linke und Grünen stimmen nahezu komplett zu, die CDU/CSU nur mit 6% ihrer Parlamentarier, obwohl der Antrag ursprünglich vom CDUler Marco Wanderwitz ausging. Der Antrag auf Entscheidung für ein Verbotsverfahren kam nicht durch.

      Vielleicht auch besser so. Wahrscheinlich hätten fast alle Nicht-AFDler gerne ein AFD-Verbot. Ganz sicher nicht wollen die gleichen aber ein gescheitertes Verfahren; Sie bestimmt auch nicht. Und die Aussichten auf Erfolg sind vage. Selbst die subjektiv noch rechtsradikalere NPD konnte nicht verboten werden.

      • @Sisone:

        Und wie seriös der VS ist, haben wir erst in den letzten Tagen auch auf der linken Seite des Spektrum erlebt.

    • @Martin Sauer:

      "...Oder NRW, Grüne haben mit der SPD die Rodung des Hambacher Forst genehmigt..."







      Ja, so geht Legendenbildung. Am besten erzählen Sie noch, Merkel hat den Atomausstieg beschlossen.







      Die ursprüngliche Genehmigung geht auf Regierungsbeschlüsse in den 70er(!) Jahren zurück (SPD/FDP). Rechtlich bestätigt trotz langem Kampf dagegen wurde 2018 (Regierung CDU / FDP; Ministerpräsident Armin Lachet). Seit dem "Kohlekompromiss" (2020) fanden im Hambacher Forst aber überhaupt keine Rodungen mehr statt.

      In den entscheidenden Jahren (70er, 2018) waren die Grünen überhaupt nicht an den Regierungsentscheidungen beteiligt!







      In der aktuellen schwarz-grünen NRW-Regierung dagegen ist der Erhalt des Waldes nun offizielle Regierungslinie: Gemeinsam mit der CDU wurde der auf 2030 vorgezogene Kohleausstieg vereinbart, womit der endgültige Erhalt des verbliebenen Hambacher Forstes gesetzlich abgesichert ist.

      Rodung im Dannenröder Forst, Autobahnbau durch den Wald; Schuld haben die Grünen?



      Die Trasse wurde in den 70ern geplant. Die Baugenehmigung erfolgte 2012. Autobahnen sind Bundessache, die Grünen waren in der Opposition und stimmten dagegen (!) mussten vor Ort in Hessen trotzdem umsetzen.

    • @Martin Sauer:

      In Hesen CDU und Grüne Rodung im daneröder Forst und Autobahnbau durch den Wald.

      Da haben die Grünen gelogen, dass die Schwarte kracht und ganz nebenbei haben die seltene Tiere auf der geplanten Route "gefunden". Beim Versuch der Verhinderung des Weiterbaus der A49 haben die Methoden angewendet, die der Mafia zur Ehre gereicht hätten.



      Derr Zweck heiligt die Mittel, ist das verachtenstwerteste Motto der Menschheit.

      • @Donni:

        Lustig!







        Der erste Kommentator sagt, die Grünen hätten die Rodungen veranlasst, der nächste behauptet, die Grünen haben mit Mafiamethoden versucht, die Rodungen zu verhindern.







        Einig sind sich beide trotz sich widersprechender Falschbehautungen: Die Grünen sind an allem Schuld.

    • @Martin Sauer:

      Es ist ja auch kein Genderverbot.

      Dieses Framing ist populistischer Quatsch.

      Ich bin mir sicher, Behörden in B-W gendern weiterhin.

      Beispielsweise durch Doppelnennungen oder Partizipien.

      In Berlin wurde übrigens auch unter Rot-Grün-Rot nie zulässigerweise mit Wortbinnenzeichen gerendert.

      Komischerweise nannte das nie jemand "Genderverbot".

      Ist spannend.

      Alle machen dasselbe, aber nur bei manchen wird es als " Genderverbot" geframed.

    • @Martin Sauer:

      Welche Zwangsarbeit?



      Nichtarbeiten muss man sich leisten können.



      Sich von der Putzfrau oder der Verkäuferin, idealerweise noch alleinerziehend, durchfuttern zu lassen ist auch nicht sonderlich solidarisch.

  • Willst du in diesem Land was ändern durch deine Wahl, dann ist das leider fast unmöglich. Grün mit CDU Junior oder CDU mit Grün Junior Partner. Was soll das denn? Im Bund sieht es letztlich nicht anders aus.



    Solange das so bleibt, aber alle irgendwie merken es muss sich was ändern, welche Partei wird dann immer stärker?



    Ich wähle nur noch, damit letzt NICHT genannte Partei nicht noch stärker wird. Beschämend, für mich und auch die Politik in diesem Lande.

    • @Tom Farmer:

      Ich würde vermuten, wer jetzt in B-W CDU oder die Grünen wählt, will keine grundlegenden Änderungen.

      Nur ein paar Anpassungen an die Zukunft.

      • @rero:

        Tja, die mögliche Auswahl ist nun mal begrenzt. Mir gehts seit geraumer Zeit v a darum, Schlimmstes zu verhindern. Ansonsten kann ich mir Tucholsky nicht verkneifen: "Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie verboten" 🤷‍♂️

      • @rero:

        Warum sollten auch die Menschen eines wohlhabenden Bundeslandes mit mehrheitlich hohem Lebensstandard grundlegende Änderungen wollen? Grundlegend anders wäre zum Beispiel "arm aber sexy".

        Wenn Ihnen zum Beispiel Dinge vorschweben wie mehr Anstrengungen auf dem Weg zur Klimaneutralität, mehr Fairness bei Renten und Steuern, Forcierung der Ökologischen Landwirtschaft, besserer ÖPNV; das sind nur ein paar Anpassungen an die Zukunft und trotzdem schwer genug umzusetzen. Insbesondere dann, wenn von ganz links und ganz rechts mit erhobener Faust oder ausgestrecktem Arm ständig nach Revolution geschrien wird, statt mal konstruktiv mitzuarbeiten.

  • Özdemir ist von Anfang an der deutlich beliebtere Kandidat, könnte man den Minischterpräsidenten direkt wählen. Ich denke, das spielt auch mit. Wer ihn will, muss nun mal die Grünen wählen.

    • @sujall:

      ""Wer Özdemir will, muss nun mal die Grünen wählen."



      =



      Namen sind Schall und Rauch. Was der neue Ministerpräsident politisch anstellen möchte wird die Wahl entscheiden - ebenso wie seine Sympathiewerte und die politische Nähe zum äusserst erfolgreichen noch amtierenden Ministerpräsidenten Kretschmann.



      =



      Die kleineren Parteien werden um ihre Wahlerfolge zittern müssen - die SPD wird Federn lassen müssen und die Linke wird um ihren Einzug in den Landtag bangen - aus dem linken Lager kommen die Stimmen für den grünen Ministerpräsidenten. (Ist bereits sichtbar beim Vergleich der letzten 4 Umfragen)

  • Es kommt bei der Analyse etwas zu kurz, dass es bis zuletzt sehr viele Unentschlossene gab. Die entscheiden sich jetzt eben zunehmend. Und je knapper die Umfragen sind, desto höher die Wahlbeteiligung. Die Personalisierung an der Spitze ist ein Faktor, aber auch das Knappe bei FDP und Linken. Sollen liberal-konservative Wähler nun die FDP retten oder besser einen CDU-MP wählen? Wenn es dann eh wieder zur grün-schwarzen oder schwarz-grünen Koalition kommt? Die Überschneidungen zwischen Linken und Ö-Grünen sind wohl eher gering, aber die SPD wird zerflettert zwischen Grünen und dem Mieten-Wahlkampf der Linken. Und die AfD wurde in Umfragen wohl schon lange deutlich überschätzt.

  • Meine Rede seit Jahren! Umfragen gehören vor der Wahl verboten. Zumindest deren Publikation. "Strategisches Wählen" ist sowieso schon ein Unding. Man äußert seine eigene Meinung gar nicht mehr, weil man denkt, die Stimme sei "verloren". So werden kleine Parteien systematisch kleingehalten. Und Umfragen verschärfen diesen Effekt natürlich noch extrem.

    Bin ich froh, dass ich und offenbar viele andere sich bei der letzten Wahl nicht an diesen Unsinn gehalten haben. Da standen die Linken bei 2,7% (September '24) und trotzdem haben wir es diesem Mechanismus zum trotz geschafft, dass sie auf fast 10% kamen.

    • @Jalella:

      Ich denke, die LINKE hat aufgrund Ihres clever geführten Wahlkampfes, der Silberlockenkampagne, einer einzigen guten Rede zum richtigen Zeitpunkt von Reichinnek, dem Austritt Wagenknechts und natürlich vielen unhaltbaren Versprechen und kämpferisch hochgereckten Fäusten am Ende stark aufgeholt. Natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass die Ampelparteien niedergemacht wurden und für tendenziell linksorientierte nicht viel Alternativen blieben, da die GRÜNEN für das Versagen von SPD und vor allem FDP in Sippenhaft genommen wurden. Und: die Umfragen kurz vor Wahl zeigten klar den Aufwärtstrend der LINKE!







      Konkret aber zum strategischen Wählen:



      Warum sollte ich, selbst wenn ich die SPD-Positionen unterstützen würde (nicht der Fall), in BW heute die SPD wählen, wenn es mir gleichzeitig wichtig wäre, dass nicht die CDU gewinnt. Die Stimme wäre nicht nur verloren, sondern hätte auch noch der CDU an die Spitze geholfen.



      Warum sollte ich, nur weil laut wahl-o-mat mir z.B. die Tierschutzpartei am nächsten wäre, diese wählen und damit unmittelbar den Sitze-Anteil der AFD im Parlament hochtreiben?







      Aktuell: Wer in BW heute LINKE statt GRÜNE wählt, hilft defacto nur der CDU!

      • @Sisone:

        Im Ländle kenn ich mich nicht aus, und wenn der Kommentar freigeschaltet wird, ist die Wahl eh rum. Aber trotzdem eine Gegenfrage: Warum sollte es einen großen Unterschied machen, ob Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz das Ergebnis ist?

        • @Kohlrabi:

          Realpolitisch bei Abstimmungen im BW-Parlament wahrscheinlich nur einen geringen. Richtungsweisend ist es dennoch nicht ganz unwichtig, ob es weiterhin einen grünen Ministerpräsidenten gibt oder nicht. Allein die Präsenz eines Ministerpräsidenten in den Medien kann Einfluss auf weiteres haben und auch als bundesweites Signal gewertet werden ("Die Grünen sind noch da"). Eine gewisse Richtlinienkompetenz hat ein Minister zudem.

          Der Unterschied ist nicht groß, aber größer als der zwischen 1,0% und 1,1% einer Nischenpartei in der Opposition.

          • @Sisone:

            Na ich hätte mir aus zugegeben großer räumlicher Distanz das Signal gewünscht, dass die Linke auch in einem westlichen Flächenland ins Parlament kommen kann. Dazu hat es nun wohl nicht gereicht. Schätze, es liegt an der ihr zugeschriebenen nicht so großen Wirtschaftskompetenz, was im Industrieland angesichts der allerletzten krisenhaften Entwicklungen dann doch noch Stimmen gekostet hat.

            • @Kohlrabi:

              Ob es nur an der zugeschriebenen Wirtschaftskompetenz liegt? 🤔

              Wenn ich mir ehemals "klassische rote Stimmbezirke" der Arbeierparteien anschaue, wo Wirtschaftskompetenz nicht unbedingt das schlagende Argument war und ist, bekomme ich einen anderen Eindruck... Beispielsweise der Wahlkreis Mannheim I. Der hat eine Struktur, die für eine "soziale Arbeiterpartei" eine sichere Bank sein sollte - und wer hat seine Stimmanteile gegenüber der letzten Wahl fast verdoppelt und den Wahlkreis gewonnen? Dreimal dürfen Sie raten - aber die Linke war es nicht. Bevor man die wählt, geht man anscheinend gar nicht wählen - anders lässt sich die massiv unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung kaum erklären...

    • @Jalella:

      aber genau diese 10% beruhen sehr wahrscheinlich auf genau diesem hier beschriebenen Effekt

    • @Jalella:

      In einer Wahl äußere ich nie meine eigene Meinung.

      Ich mache Kreuzchen.

      Die Information, dass meine Stimme verloren sein könnte, hilft mir dabei, eine strategisch bessere Entscheidung zu treffen.

      Ob ich bereit bin, meine Stimme an eine kleine Partei zu verschwenden, ist meine autonome Entscheidung.

      Es ist für mich ein Mehr an Wahlfreiheit, wenn ich sie treffen kann und nicht im Parteinebel herumstochern muss.

  • Ist ein Umfragewert von 5,5% nun wesentlich motivierender als einer von 4,5%, oder führen gerade 4,5% in der vorherigen Umfrage dazu, dass einige zusätzliche Wählende der Partei noch über den Berg helfen wollen?

    • @meerwind7:

      Das hängt immer ganz davon ab, welches Ergebnis man mit dem einen oder anderen Handeln wahrscheinlicher oder weniger wahrscheinlich macht bzw zu machen glaubt.

      Konkret: ob es eine wesentlich aussichtsreichere Partei gibt, die für die Wähler*innen der Um-die-5%-Partei anschlussfähige Positionen hat.

      Und das gilt in diesem Fall nicht mal nur für 5%-Parteien: dass es eine Grüne-CDU-Koalition gibt, ist rein rechnerisch so sicher, wie man vor einer Wahl nur sicher sein kann. Für die Linkspartei ist das weniger problematisch als für die SPD: die BaWü-Linke ist wegen des innerhalb des bundesweiten Spektrums der Grünen den äußersten rechten Rand markierenden BaWü-Landesverband für Leute interessant, die anderswo klar Grüne wählen würden - aber das ist nicht erst seit gestern so, und angesichts der gleichauf liegenden Grünen und CDU ist bei den Grünen keine Linke-Stimme mehr zu abzugreifen. Die Linkspartei muss die Entscheidung also so fallen lassen, wie sie fällt.

      Wer aber sonst SPD gewählt hat, steht nun vor der Frage: wieder SPD, obwohl die eh wieder in der Opposition landet? Oder diesmal den "grünen SPDler" Özdemir wählen, um die Knallcharge Hagel zu verhindern?

  • Sowohl die Hagel-Fans als auch die Özdemir-Fans sind motiviert, zur Wahl zu gehen.



    Kleinere Parteien werden zwischen den stärksten beiden Blöcken aufgerieben.



    Aus dem Artikel geht hervor, dass das für die Demokratie gut wäre.



    Wirklich?



    Genau diese Personalisierung, Polarisierung und Zuspitzung, die z.B. in den USA so schlecht sein soll?



    Es ist, wie es ist.

    • @Carsten S.:

      "Genau diese Personalisierung, Polarisierung und Zuspitzung, die z.B. in den USA so schlecht sein soll?"







      Ja, es ist schlecht.







      Andererseits auch kaum ein Kraut dagegen gewachsen, hier wie dort. Vor den Wahlen 2000 in den USA wurde die "Alternative" zu Bush und Gore, Ralph Nader von den Grünen, gepusht und konnte letztlich über 2 Millionen abgreifen. Abgreifen vor allem aus dem Lager der Demokraten. Das hatte zur Folge, dass mit dem allerknappsten Wahlergebnis aller Zeiten nicht Al Gore ("Eine unbequeme Wahrheit") sondern Bush ("Enduring freedom" und die Massenvernichtungswaffen im Irak) Präsident wurde.

      Was wäre uns vielleicht alles erspart geblieben, wenn die Wähler strategisch gewählt hätten.

  • "Motor der Entscheidung" - was für eine Entscheidung denn, wenn das Ergebnis, eine Koalitionsregierung von CDU das Original und CDU 2.0, schon feststeht?

  • Özdemirs Aufholjagd liegt auch schlicht daran, dass Hagel sich als Stelzbock geoutet hat, mit einem Allgemeinbildungsstand den viele 12jährige locker toppen.

  • Ich werde am Sonntag erstmalig die Grünen wählen, ich bin von der SPD unter anderem deshalb umgeschwenkt, weil die Grünen doch eine realistische Chance zu haben scheinen, an die Spitze zu kommen. Die Analyse hat insofern aus meiner Sicht daher etwas Überzeugendes.

  • Selten eine Wahl verfolgt, die uninteressanter ist als diese. Grün gewinnt, auch wenn eventuell die CDU mehr Stimmen bekommt. Die kommen in die Regierung und werden den Koalitionspartnern, mithilfe der Presse, vor sich hertreiben.