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Krieg im Nahen OstenIran sollte das Existenzrecht Israels anerkennen

Sven Hansen

Kommentar von

Sven Hansen

Ob es zu einem Waffenstillstand im Nahen Osten kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Schon jetzt steht fest: Das Mullah-Regime wird aus dem Krieg gestärkt hervorgehen.

Mit der Sperrung der Straße von Hormus hat der Iran die Weltwirtschaft als Geisel genommen Foto: Stringer/reuters

U nmittelbar vor den Gesprächen zwischen den USA und Iran in Islamabad, die am Samstag offiziell beginnen sollen, streiten die beiden darüber, worauf sie sich bei ihrem von Pakistan jüngst vermittelten Waffenstillstand geeinigt hatten. Gilt der auch für den Libanon? Darauf bestehen Iran und Pakistan, was Israels Premier Benjamin Netanjahu aber mit Unterstützung des US-Präsidenten ablehnt und dort massive Angriffe auf von Iran finanzierte Hisbollah-Stellungen veranlasste.

Umgekehrt warf US-Präsident Donald Trump Iran vor, weiter die für die globale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus zu blockieren. Das begründet Teheran mit Israels fortgesetzten Angriffen auf den Libanon. Irans Präsident Massud Peseschkian nannte die in Islamabad geplanten Verhandlungen deshalb schon „sinnlos“.

War es zeitweilig unklar, ob die Gespräche stattfinden, sieht es jetzt danach aus. Mutmaßlich auf Druck Washingtons bot Netanjahu dem Libanon Gespräche für nächste Woche an. Wenngleich er weiter darauf besteht, die Hisbollah anzugreifen. Trump beschwichtigte, Netanjahu habe zugesagt, die Angriffe zu reduzieren. Das könnte reichen, dass Irans Verhandlungsdelegation nach Pakistan reist. Das maximal zu erwartende Ergebnis ist ein stabilerer und langfristigerer Waffenstillstand, sofern man sich darauf einigen kann, was er genau beinhaltet: vor allem die Öffnung der Straße von Hormus im Tausch gegen ein Ende von Israels Angriffen auf den Libanon. Schon das klingt nach Mission Impossible.

Eine Schwäche des Waffenstillstands wie der Verhandlungen ist zweifellos, dass Israel nicht daran beteiligt ist – wie auch nicht der Libanon oder andere betroffene Länder mit Ausnahme Saudi-Arabiens. Netanjahu hatte laut Recherchen der New York Times Trump zum Iran-Angriff angestiftet und war wohl von der Kehrtwende des US-Präsidenten überrascht, die hauptsächlich aus innenpolitischen Gründen stattfand. Der Krieg ist in den USA unbeliebt, widerspricht Trumps Wahlversprechen und könnte seinen Republikanern im November bei den Midterms eine Wahlniederlage bescheren.

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Trump hat sich verkalkuliert

Trump hat sich mit dem Angriff auf Iran, das sich nicht wie Venezuela nach dem Enthauptungsschlag seinem Diktat fügte, verkalkuliert. Nur mit Luftangriffen ist das Regime nicht zu besiegen. Doch beim Einsatz von Bodentruppen drohen Verluste, die der US-Bevölkerung kaum zu vermitteln sind. Trump hat Teherans Widerstandsfähigkeit und asymmetrische Kriegsführung unterschätzt. Für die vom Regime mutmaßlich angestrebten, aber noch nicht verfügbaren Atomwaffen hat es einen effektiven Ersatz gefunden. Die Sperrung der Straße von Hormus ist jetzt Irans „Atombombe“, mit der die Weltwirtschaft als Geisel genommen und die USA vorgeführt werden können.

Trumps schrille Drohungen der Auslöschung von Irans Zivilisation sind verpufft. Die Waffenruhe ermöglicht ihm jetzt, verbal abzurüsten. Doch je näher die US-Wahlen kommen, desto schwieriger wird es für ihn, den Krieg bei einem Scheitern des Waffenstillstands wieder zu eskalieren. Die Zeit arbeitet für Irans Diktatur. Für sie ist jeder Tag ein Gewinn. Netanjahu dagegen braucht die Fortsetzung des Krieges für den eigenen Machterhalt, solange seine Kriegsziele nicht erreicht sind. Beim Südlibanon favorisiert er ein mit Gaza vergleichbares Vorgehen, das schon dort Israel keine nachhaltige Sicherheit gebracht hat.

Die Waffenruhe ist kein Frieden, sondern nur eine Pause, in der verhandelt werden kann. Nachhaltigen Frieden kann es erst geben, wenn Iran das Existenzrecht Israels anerkennt und Israel seinerseits nicht den Nahen Osten unter Umgehung des Völkerrechts zu seinen Gunsten verändern will. Doch dafür bräuchte es die Bereitschaft Israels und Irans, berechtigte Interessen der Gegenseite anzuerkennen. Das ist bei Israels rechtsradikaler Regierung, die immerhin noch abgewählt werden kann, so wenig vorstellbar wie bei Irans Mullah-Diktatur.

Die wurde durch den jetzigen Krieg politisch gestärkt, in dem sie jetzt mit der Straße von Hormus die Kontrolle über 20 Prozent der Weltölexporte bekam. Der Krieg hat wieder bestätigt, dass ein Regimechange nicht von außen herbei gebombt werden kann. Die Chance des Waffenstillstands liegt allein darin, den Irrweg des Krieges zu beenden. Dauerhafter Frieden ist nicht in Sicht, Gewalteskalationen sind hingegen jederzeit möglich.

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Sven Hansen
Auslandsredakteur (Asien)
Asienredakteur seit 1997, studierte Politologie in Berlin und Communication for Development in Malmö. Organisiert taz-Reisen in die Zivilgesellschaft, Workshops mit JournalistInnen aus Südostasien und Han Sens ASIENTALK. Herausgeber der Editionen Le Monde diplomatique zu Südostasien (2023), China (2018, 2007), Afghanistan (2015) und Indien (2010). Schreibt manchmal auch über Segeln. www.fb.com/HanSensAsientalk @SHansenBerlin
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73 Kommentare

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  • Ja, ich teile die Einschätzung Sven Hansens.

  • Trump im Original nachdem er von Vance und Wittkoff informiert wurde;



    ==



    Trump erklärte, das Treffen am Samstag in Islamabad habe fast 20 Stunden gedauert. Zitat: ""Ich könnte ins Detail gehen und vieles ansprechen, was erreicht wurde, aber nur eines zählt: Der Iran ist nicht bereit, seine nuklearen Ambitionen aufzugeben. In vielerlei Hinsicht sind die vereinbarten Punkte besser, als unsere Militäroperationen bis zum Ende fortzusetzen, aber all diese Punkte sind bedeutungslos im Vergleich dazu, die Atomkraft in die Hände solch unberechenbarer, schwieriger und instabiler Menschen zu geben", schrieb Trump auf truth social.



    ==



    Was Trump aus dieser Erkenntnis macht ist eine andere Frage. Das Trump wie ein irrlichternder Wischmop durch die Weltpolitik geistert und dabei mit seinem verlängerten Rücken mehr Schaden anrichtet als das er Dinge zum positiven wendet ist Trumps Markenzeichen.



    Das scheint nicht auszuschliessen das er ganz manchmal die richtigen Prioritäten setzt. Die jahrelangen Atomverhandlungen sind gescheitert - erst Kürzlich auch die Gespräche zwischen Bundesrepublik und Iran. Es reicht - Atombomben in den Händen



    der weltweiten Terrorunterstützer wäre ein Alptraum.

  • Der Iran darf Keine Atombomben haben. Warum eigentlich nicht?

    - weil die usa und Israel auch keine Atombomben haben?



    - weil der Iran von Verbrechern regiert wird und Israel und die usa nicht?



    - weil der mullah-Iran ein Gottesstaat ist und Israel und die usa nicht?



    Israel gründet seinen Gebietsanspruch auf fremdes Land auf die Bibel, Trump lässt sich von Evangelikalen segnen - also auch gottgefällige Regierungen.

    Wenn der Iran vor Angriffen der Israelis und der usa sicher sein will braucht er Atomwaffen.

    • @test_name:

      Der Iran darf schon deswegen keine Atomwaffen haben, weil er den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und ratifiziert und dadurch auf Atomwaffen verzichtet hat.

    • @test_name:

      Um sicher vor amerikanischen und israelischen Angriffen zu sein, müsste der Iran einfach nur AUFHÖREN, beiden mit Vernichtung zu drohen und nach Atomwaffen zu streben, die zu diesem Zweck einsetzbar wären. Ganz einfach.



      Ein Bonus (der aber bedauerlich wenig mit der Unwahrscheinlichkeit weiterer Angriffe zu tun hat) wäre, dann gleich auch noch aufzuhören, die eigenen Leute wegen Insubordination in Zahlen abzuschlachten, die das von der amerikanischen und israelischen Luftwaffe ausgehende Risiko verblassen lassen. Alles zusammen wäre deutlich billiger, schmerzloser und völkerrechtskonformer als das Festhalten an den Atomwaffenplänen.

      • @Normalo:

        Das erscheint mir naiv. Sowohl die iranische Rhetorik (die übrigens die der Gegenseite widerspiegelt) als auch das Atomprogramm (das legal und bisher nicht militarisiert ist) werden zwar propagandistisch ausgeschlachtet, sind aber nur ein Vorwand für die Aggression gegen den einzigen relevanten Staat in der Region, der von den USA unabhängig ist. Sie müssen nur zuhören, was amerikanische und israelische Politiker dazu sagen - Trump ist in dieser Frage ja zumindest ehrlich. Wäre es wirklich um Atomwaffen gegangen, hätte man einfach das bisherige Ankommen beibehalten oder auf eines der recht weitreichenden iranischen Verhandlungsangebote eingehen können. Rubio hat die kolonialistische Agenda der USA in München ja offen herausposaunt: vielleicht hilft es, solche Einlassungen ernst zu nehmen, statt sich in Iran-Klischees und Schuldumkehr zu üben.

    • @test_name:

      "Warum eigentlich nicht?"



      Der Gedanke liegt nah, dass Sie die Frage nur gestellt haben, um ein wenig US- und Israel-Bashing rechtfertigen zu können. Aber nehmen wir sie mal für bare Münze:



      Dass Trump von Evangelikalen unterstüzt und die israelische Regierung zu erheblichen Teilen aus völkisch schwadronierenden Rechtsradikalen besteht, und beide ein zweifelhaftes Verhältnis zum Grundsatz der Rechtmäßigkeit exekutiven Handelns haben, macht aus Beiden noch keine fanatischen Gotteskrieger, die Tod und Vernichtung auch der eigenen Leute als erträglichen Preis für die Umsetzung des vermeintlichen Willens ihres Gottes betrachten. Solche Fanatiker kann man schwer mit MAD-Abschreckung von einem Erstschlag abhalten.



      Israel und die USA haben seit ca. 60 bzw. 80 Jahren Atomwaffen. Die USA haben zwei davon eingesetzt, eher um es nie wieder tun zu müssen und sicher nicht, um das japanische Volk insgesamt zu vernichten. Israel hat zwar ständig Ärger mit seinen Nachbarn aber ihn noch nie atomar eskalieren lassen. Bei einem Chamenei würde ich die Wahrscheinlichkeit auf etwa 60% schätzen, dass, wenn er eine Bombe bekäme, er sie sofort auf Tel Aviv schmeißen würde - egal, was das für Folgen hätte.

      • @Normalo:

        keine fanatischen Gotteskrieger - sehe ich anders, schließlich werden Palästinenser seit 1967 umgebracht und vertrieben, weil es einen "göttlichen Anspruch" auf das Westjordanland gibt. Das wird auch immer wieder von den israelischen Regierungen betont, weil sie wissen, es gibt keinen rechtlichen Anspruch. Und auch die Idee und Umsetzung der Besatzung in Syrien und dem Südlibanon ist der Idee des Großisrael aus der Bibel entnommen. Für diese Idee müssen mehrheitlich Araber sterben, aber auch Israelis ist Netanyahu bereit dafür zu opfern. Und übrigens wurde Golda Meir, im letzten Moment 1973, davon abgehalten Atomwaffen einzusetzen.

    • @test_name:

      Danke, Sie bringen es auf den Punkt.



      Der Treibstoff hinter dem Konflikt ist das EGO-Motto: ich bin gut, WEIL du böse bist, und deshalb nenne ich dich böse. Jede Konfliktlösung braucht die Fähigkeit, sich im anderen gespiegelt zu sehen.



      Apropos Trump: nach dem knapp überlebten Attentat glaubt er ja wirklich, ein Vollstrecker von Gottes Willen zu sein. Ihr Spiegelung ist also auch da perfekt.

    • @test_name:

      Wenn nicht die nach wie vor nicht zurückgenommene iranische Ablehnung der staatlichen Existenz Israels bestünde, könnte Ich Ihnen zustimmen. Denn gemäß der Logik der nuklearen Abschreckung: warum sollte der Iran keine Atomwaffen besitzen, um die USA und Israel vor Angriffen abzuschrecken? Und war es nicht Trump, der jüngst mit der Vernichtung der iranischen Zivilisation gedroht hatte? Ist der Krieg Israels und der USA nicht ein schlagender Beweis dafür - aus Sicht des Mullah-Regimes -, wie notwendig der Besitz von Atomwaffen ist?



      Die gegenseitige Anerkennung von Staaten und ihrer Souveränität - die, so paradox es klingt, möglicherweise dann auch den Besitz von Atomwaffen beinhaltet - sowie der Verzicht auf Gewalt- und Zerstörungsdrohungen sind Voraussetzungen für ein friedliches Mit- oder zumindest Nebeneinander.



      Ich bin fest davon überzeugt, dass auskömmliche Beziehungen zwischen Israel und dem Iran auch der gesamten Nahostregion von Nutzen wären. Dazu müssten beide Seiten aber erst einmal ihre Rhetorik mäßigen.

      • @Abdurchdiemitte:

        Sie vergessen dabei, dass Israel die iranische Souveränität ebenfalls nicht akzeptiert und im Gegensatz zum Iran sogar deren Staatshäupter liquidiert.

      • @Abdurchdiemitte:

        >Dazu müssten beide Seiten aber erst einmal ihre Rhetorik mäßigen.<

        Die Lösung wäre so einfach. Anerkennung des Existenzrechts Israels durch Iran gegen Anerkennung des Existenzrechts eines palästinensischen Staats durch Israel.

        Was fehlt, ist Druck auf beide Seiten.

  • Vielleicht sollten alle erst einmal gegenseitig den anderen anerkennen. Auf dieser Basis kann dann weiter verhandelt werden. Wer ausschert, sollte international geächtet werden.

  • "Iran sollte das Existenzrecht Israels anerkennen".

    Das wird niemals geschehen, noch eher verzichtet der Iran offiziell auf sein Atomprogramm - und macht im Geheimen weiter.

    Aber auf die Vernichtung Israels verzichten?

    Von welchem Hass sollen die Mullahs dann leben?



    Die lassen sich doch nicht ihren ganzen Lebensinhalt wegnehmen!

  • Und Israel sollte das Existenzrecht vom Südlibanon und Westjordanland anerkennen und akzeptieren. Aber da wird's ja auch wieder unmöglich

    • @Welt Bürger:

      Da wird es nicht "wieder unmöglich".

      Wenn die libanesische Regierung Kontrolle über den Südlibanon hätten und nicht Milizen dort für den Iran arbeiten würden, gäbe es gerade diesen Krieg nicht.

      An einer fehlenden Anerkennung des Existenzrechtes des Libanons durch Israel hapert es nun wirklich nicht.

      Es ist immer aussagekräftig, wenn in diesem Kontext krampfhaft versucht wird, etwas gleichzusetzen, was nicht gleich ist.

      In Tel Aviv steht halt nun mal keine Uhr, die anzeigt, wieviel Zeit noch ist, bis der Libanon zerstört sein soll.

      • @rero:

        Sind sie nicht auf meine Aussage mit dem Westjordanland eingegangen weil Sie wussten das lässt sich nicht wirklich verteidigen was Israel da macht? Wir ahnen alle das der Süd Libanon nicht frei sein wird.

      • @rero:

        "An einer fehlenden Anerkennung des Existenzrechtes des Libanons durch Israel hapert es nun wirklich nicht."

        Beide Länder haben sich bis heute völkerrechtlich nicht anerkannt. Seit 1948 herrscht zwischen beiden Ländern offiziell der Kriegszustand, dieser wurde bis zum heutigen Tag nicht aufgehoben.

        Die Meinung hinsichtlich der Anerkennung des Existenzrechts des Libanon durch Israel dürften sie daher exclusiv vertreten. Bis heute betrachtet Israel den Libanon als Feindstaat. Israelischen Staatsbürgern ist es unter Strafe untersagt in den Libanon zu reisen. Von Israel untersagt wohlbemerkt.

  • Natürlich sollten alle Beteiligten dem Gegenüber und Nachbarn ein Exstenzrecht zubilligen, zumindest einen Status Quo als Voraussetzung für einen Friedensvertrag anerkennen (auch wenn es sich bei dem Mullah-Regime um ein System handelt, das unseren Demokratie und Menschenrechtsvorstellungen extrem widerspricht!). Aber das kann nur funktionieren, wenn auch von Seiten Israels die Kriegsverbrechen dieser Regierung beendet werden und Palästinensern in Arabern gleiche Rechte zuerkannt werden (und 'westliche' Regierungen in ihren Unterstützungsmassnahmen/Waffenlieferungen nicht einseitig vorgehen, schon aus eigenem Interesse, weil die Fluchtbewegungen letztlich ja auch ihre Gesellschaften herausfordern, wenn sie berechtigten Asylsuchenden Schutz und Hilfe geben müssen). Wie gelingt es uns -und wir sollten uns da trotz des von unseren Vorfahren einmal begangenen Unrechts nicht zurückhalten (eher im Gegenteil)- auf die aufgeschlosenen Israeli und unseren jüdischen Mitbürgern hierzulande Einfluss zu nehmen und Einsicht zu fordern, um demokratische und den Freiden absichernde Bedingungen im Nahen Osten hinzubekommen? Netanyahu und militante Siedler dürfen nicht unterstützt werden!

    • @Dietmar Rauter:

      "Aber das kann nur funktionieren, wenn auch von Seiten Israels die Kriegsverbrechen dieser Regierung beendet werden und Palästinensern in Arabern gleiche Rechte zuerkannt werden."

      In Israel haben alle Menschen die gleichen Rechte - auch wenn das nicht in das Schwarz-Weiß-Bild der hiesigen Nahost-Experten passt. Arabische Staatsbürger sind in der israelischen Demokratie rechtlich gleichgestellt und genießen politische Teilhabe. Vergleichen Sie das doch mal mit den Rechten der Palästinenser im Libanon, Ägypten oder Jordanien.

      • @Heike 1975:

        Rechtsanspruch und Rechtswirklichkeit klaffen oft auseinander.

        Gilt insbesondere für Israel, dessen Verständnis vom jüdischen Staat immer mehr Auswirkungen auf die arabische Minderheit hat und wo die Executive auch gerne einmal Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs ignoriert, wenn es um die Rechte der arabischen Minderheit in Israel geht.

        Es gibt zudem in den israelischen Grundgesetzen kein Recht auf Gleichberechtigung, was sich überall im Alltag auswirkt, besonders im Wohnungsbau. Siedlungen und Stadtviertel für ausschließlich jüdische Israelis sind immer häufiger anzutreffen. Die Chancen für Araber sich da einzuklagen gering. Gleiches gilt für den Arbeitsmarkt. Auch hier gibt es in vielen Branchen eine Zweiklassengesellschaft, besonders im Staatsdienst. Die aktuelle Quote liegt unter 10%. Beim Militär gar nur 6%.

        Ihr Vergleich mit anderen arabischen Ländern ergibt zudem wenig Sinn. Da kein kausaler Zusammenhang besteht zwischen den Verhältnissen im Libanon und denen in Israel, lässt sich daraus auch nichts ableiten.

        Das die Zustände in Land A besser sind als die in Land B, sagt nichts über die Zustände in Land A aus. Nennt sich Logik.

      • @Heike 1975:

        >In Israel haben alle Menschen die gleichen Rechte - auch wenn das nicht in das Schwarz-Weiß-Bild der hiesigen Nahost-Experten passt.<

        Meinen Sie ernsthaft dass Araber in den besetzten Gebieten die gleichen Rechte wie Siedler haben?

        "Der Internationale Gerichtshof erklärte in einem im Juli 2024 veröffentlichten Rechtsgutachten, er betrachte Israels Gesetzgebung und Maßnahmen als Verstoß gegen Artikel 3 des Internationalen Übereinkommens gegen Rassendiskriminierung. Artikel 3 verpflichtet Vertragsstaaten dazu, Praktiken der Segregation und Apartheid in ihrem Hoheitsgebiet zu verhindern, zu verbieten und auszumerzen."

        • @test_name:

          HEIKE 1975 schrieb von Israel, nicht von den besetzen Gebieten.

          Und da hat sie natürlich recht.

          Auch der Internationale Gerichtshof spricht nicht von den arabischen Israelis.

          • @rero:

            Darüber lässt sich streiten.



            .



            Israel selbst betrachtet ja die besetzten Gebiete auch als "Israel".



            .



            Und auch die arabischen Israelis werden diskriminiert, die Situation in den besetzten Gebieten ist jedoch deutlich schlimmer.



            .



            Und wie Sam Spade schon sagt ist Rechtsanspruch nicht Rechtswirklichkeit. Selbst beim Rechtsanspruch gibt es Abstriche. Auch im Kernland gibt es hunderte kleine Gemeinden, die arabische Einwohner legal ausschließen dürfen.



            .



            Arabische Israelis sind 3x häufiger von Armut betroffen, bekommen weniger staatliche Unterstützung beim Studium und die Aufklärungsrate bei Morden ist signifikant geringer.

    • @Dietmar Rauter:

      "Wir" sollten gerade wegen unserer Vergangenheit nich "...auf die aufgeschlosenen Israeli und unseren jüdischen Mitbürgern hierzulande Einfluss zu nehmen"

      Diese Einflussnahme äußert sich nämlich mit Gewalt (z.B. 2023 wurde ein Brandsatz auf eine Synagoge in Berlin geworfen) und steigender antisemitischer Angriffe.

      2024 gab es 24 antisemitische Straftaten pro Tag in Deutschland. Klingt für mich nach mehr als genug "Einflussnahme" auf jüdisches Leben.

    • @Dietmar Rauter:

      Der Hass auf Israel ist seit der Islamischen Revolution 1979 ein zentraler Bestandteil der Staatsideologie des Iran. Die Führung in Teheran bezeichnet Israel als „zionistisches Regime“ oder als den „kleinen Satan“ und strebt dessen Vernichtung an, was als zentrales Element ihrer anti-westlichen und anti-liberalen Außenpolitik gilt.



      =



      Das der Iran Israel das Existenzrecht zubilligt ist nicht vorstellbar - denn wenn es so wäre würde die Ideolgie der Massakermullahs zusammenbrechen und von ihrer selbst propagierten revolutionären Daseinsberechtigung würde fast nichts mehr übrig bleiben.



      =



      Klartext: Die Vernichtung Israels ist fast der einzige Daseinszweck des iranischen Regimes . Der Iran hat immer schlau wie ein Weltmeister im Schachspiel verhandelt und argumentiert - von seinem Endziel der Vernichtung Israels hat er aber nie abgelassen.

  • Gerade habe ich den Artikel über den Beginn der Verhandlungen gelesen. Kann mir vielleicht jemand erklären, warum Israel an diesen Gesprächen nicht teilnimmt?



    Nur so am Rande: Die Erläuterung neben dem Bild im anderen Artikel lautet: "Gerade gelandet: JD Vance in Pakistan"



    Und ich las: "Gerade gestrandet: JD Vance in Pakistan"



    Wie konnte mir das passieren!

    • @Il_Leopardo:

      Israel ist schlau.



      Sie nehmen nicht teil und haben deshalb mit den dortigen Absprachen auch nichts zu schaffen.

      Ist auch vernünftig, denn die Pest namens Hizbollah sitzt nach wie vor fest im Süd-Libanon wie ein Geschwür, und beschießt nach wie vor den Norden Israels.



      Jeden einzelnen Tag.

  • Und was hat der Krieg gegen den Iran jetzt eigentlich gebracht. Ja, die Flotte des Iran ist eliminiert und die Raketensilos offensichtlich fast leer. Na, dann werden sie halt mit Hilfe gewisser Staaten neue Bauen. Und dann beginnt das ganze Tauziehen um die Macht in dieser Region auf's neue.



    Die Welt war bis zur Kündigung des Atomabkommens durch Trump schon mal weiter.

    • @Il_Leopardo:

      "Die Welt war bis zur Kündigung des Atomabkommens durch Trump schon mal weiter."????



      Wo denn?



      1. Die Mullahs haben ihre für wirtschaftliche Zwecke völlig unbrauchbare Anreicherung immer weiter hochgefahren, und außer dummem Geschwätz ("Ermahnungen") kam aus dem Westen nichts.



      2. Dann haben sie ein Raketenprogramm entwickelt, das mittlerweile bis Berlin reicht, und irgendwann bis in die USA reichen soll, weil die MULLAHS AUC JEDE MENGE HASS GEGEN DIE USA haben -

      so wie gegen "den Westen" insgesamt (also auch GEGEN UNS).

      Die Welt war nicht weiter, die hat nur stumpf zugeschaut, wie damals bei einem gewissen Adolf H.

      • @Olav Parnem:

        Die Anreicherung wurde erst nach Kündigung des Atomabkommens durch die USA wieder aufgenommen.

      • @Olav Parnem:

        Sie müssen nicht schreien.



        Ihr Standpunkt ist eh offensichtlich.

      • @Olav Parnem:

        zu 1) Ich glaube, die IAEA in Wien sieht das ein bisschen anders.

        • @Il_Leopardo:

          Ich glaube, dass sieht sie nicht anders.

          Der Iran ist mit der Urananreicherung bei 60 %.

          60 % brauchen Sie nicht mehr für wirtschaftliche Zwecke.

          Da geht es nur noch um Waffen.

          Von 60 % zu 90 % ist die Anreicherung wohl technisch recht einfach, wenn man erstmal bei 60 % angekommen ist.

          Insofern ist nachvollziehbar, dass die Israelis etwas nervös sind.

          Ich sage Ihnen gleich, ich liefere hier gerade nur kürzlich angelesenes Wissen und bin in diesem Thema nicht diskussionsfähig.

          Mir erschloss sich in diesem Artikel nur, warum der Iran noch keine Atombombe hat, aber Israel und die USA unruhig geworden sind.

          • @rero:

            OK. Ich hätte schreiben müssen "damals sah sie es anders".



            Denn bei Kündigung des Abkommens durch Trump war der Iran noch nicht soweit. Mit der Anreicherung wurde danach begonnen.

  • "Nachhaltigen Frieden kann es erst geben, wenn Iran das Existenzrecht Israels anerkennt und Israel seinerseits nicht den Nahen Osten unter Umgehung des Völkerrechts zu seinen Gunsten verändern will"

    Und die Palästinenser endlich menschliche Lebensbedingungen in einem eigenen Staat oder in einem gemeinsamen Staat mit den Israelis haben.



    Es geht nichts ohne eine Zukunft für die Palästinenser - aber das wird gerne bewusst nicht erwähnt.

  • Ich glaube, wenn die Akzeptanz des Existenzrechts Israels gekoppelt wäre an eine historische und rechtliche Aufarbeitung der Nakba, nebst Entschädigung (oder Rückzugsrecht) für die Palistinenser für annektiertes Land, sofortiger Rückzug der Siedler und des Militärs aus besetztem Land (nicht nur West Jordanland) und last but not least eine Garantie für eine Zwei Staaten Lösung, dann würde es Iran auch leichter fallen.

    Ohnehin müsste dies geschehen, warum nicht jetzt?

    • @Whying_Dutchman:

      Israel hat noch nie einen Quadratmeter iranischen Staatsgebiets besetzt. Als Vertreterin palästinensischer Interessen ist weltweit - ob zu recht oder nicht, ist in diesem Zusammenhang egal - die PLO anerkannt und nicht der Iran. Der Iran ist nicht der berufene Vertreter der (tatsächlichen oder vermeintlichen) Interessen der Palästinenser. Die Palästinenser sind für den Iran nur Kanonenfutter in seinem Kampf gegen Israel.

    • @Whying_Dutchman:

      Warum nicht jetzt? Weil es faschistische Strömungen in der Regierung Netanjahu gibt, die eher die Palästinenser ausrotten wollen als ihnen auch nur das Geringste zuzugestehen.



      Alle Israelis/Juden haben ein Recht auf ihren Staat und sie sollen dort bleiben und leben können, wo sie sind. Niemnad hat das Recht diesen Menschen das abzustreiten. Niemand. Doch das gleiche Recht steht auch den palästinensischen Menschen zu und auch das ist unbestreitbar.

      • @Perkele:

        Warum nicht jetzt?

        Die Antwort ist einfach:



        Weil die Menschen gerade in ihrer Traumatisierung noch mal eines draufbekommen haben.

        Man geht im Augenblick anscheinend in Teilen auf archaichere Vorstellungen von Gerechtigkeit zurück, weil die modernen Vorstellungen es nicht zu fassen vermögen.

        Es kann gerde nicht funktionieren.

        Iran und Hamas sind gerade die eigentlichen Sieger, auch wenn sie derzeit geschwächt sind.

        Ob jemand das Recht hat, Israelis das Recht auf einen eigenen Staat abzusteiten, ist irrelevant.

        Das passiert gerade.

        Von mehreren Seiten.

        Mit viel Gewalt.

        Das ist ein deutliches Indiz dafür, wie wenig eine legalistische Sichtweise weiterhilft.

    • @Whying_Dutchman:

      Weil den Iran die Siedler, die Nakba und das Rückkehrrecht nicht interessieren, genausowenig wie eine Zweistaatenlösung. Der Iran hat die Vernichtung Israels zum Ziel, und hat da nie einen Hehl draus gemacht. Zu glauben, man könnte den Iran jemals zu einer Zweistaatenlösung überreden, ist nicht nur jetzt, sondern auch perspektivisch illusorisch. In Israel ginge es mit der jetzigen Regierung auch nicht - aber dort könnte es zumindest zukünftig entsprechende Perspektiven geben.

      • @Agarack:

        Das mag so sein, im Moment. Doch es ist klug, den Versuch immer und immer wieder zu machen. Dazu aber muss man auch dem Iran auf Augenhöhe begegnen und ihm nicht mit totaler Auslöschung drohen - ebensowenig wie Israel...

        • @Perkele:

          Das ist im Iran nicht "im Moment" so, sondern seit 47 Jahren. Und solange dort die Mullahs regieren, wird das auch so bleiben. Das zu ändern, ist ungefähr so realistisch, als würden Sie den IS zu religiöser Toleranz auffordern.

          • @Agarack:

            .... und ugefähr so realistische einen Smotrich, ben Gvir oder Netanjahu mit demokratischen, humanen Einstellungen zu erwarten.

            • @Perkele:

              Aber genau da liegt der Unterschied: Das iranische Mullah-Regime ist eine militärisch abgesicherte und selbst gegen Enthauptungsangriffe (wie zuletzt nachgewiesen) resiliente Diktatur. Es schöpft auch offensichtlich Macht aus der Aufrechterhaltung seiner Position unversöhnlichen Hasses gegenüber Israel und allen westlichen Demokratien.



              Letzteres - mit Hassrichtung Palästinenser - kann man vielleicht noch so gerade von den genannten drei Mitgliedern israelischen Regierung sagen. Aber damit hört es dann auch auf. DIESE Leute können - und, wenn die Israelis den Schuss gehört haben, WERDEN - nach der nächsten Wahl in Israel und der Welt nichts mehr zu sagen haben.



              Deshalb lohnt es sich eher, speziell auf Israel einzuwirken, seine radikalen Positionen zu überdenken. Umgekehrt ist es aber wenig vernünftig, es von Lösungen überzeugen zu wollen, die auf einem Sinneswandel der iranischen Regierung aufbauen. Denn den wird es erkennbar frühestens nach einer Revolution dort geben.

            • @Perkele:

              Das sieht Agarack genau wie Sie und schrieb im von Ihnen kommentierten Kommentar ja auch "In Israel ginge es mit der jetzigen Regierung auch nicht - aber dort könnte es zumindest zukünftig entsprechende Perspektiven geben."

  • Es ist müßig sich den Kopf darüber zu zerbrechen, welche Entscheidungen die aktuellen Regierungen des Irans, Israels oder der USA treffen sollten um das Erpressen, Zerstören und Morden zu beenden.



    Auf das radikale zum Teil irrationale Denken der Beteiligten und ihrer Verbündeten wird Deutschland und Europa mit der gegenwärtig eher duckmäuserischen Haltung wohl wenig Einfluss haben.



    Da lohnt es schon eher über die feige und wenig zukunftsorientierte Politik unserer eigenen Regierung innerhalb Europas nachzudenken.



    Die aktuelle spanische Regierung zeigt, in welche Richtung es dabei gehen könnte.



    Solange wir die wirtschaftliche- und sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA nicht hinterfragen und verändern, wird unsere Stimme zu Fragen von Krieg und Frieden keine Rolle spielen.



    Solange die unbestrittenen und durch nichts wieder gutzumachenden Deutschen Verbrechen an Juden dazu herhalten müssen, die Unterstützung der aktuellen Israelischen Politik um jeden Preis zu begründen, werden wir darauf keinerlei Einfluss haben.



    Solange wir unsere Abhängigkeit von fossiler Energie nicht beenden,



    wird uns in der Golfregion niemand wirklich ernst nehmen.

    Also lassen wir es bei uns beginnen

    • @Bürger L.:

      "Die aktuelle spanische Regierung zeigt, in welche Richtung es dabei gehen könnte."

      Ok.

      Das heißt, die Interessen des eigenen Landes über alles stellen, Völkerrecht beiseite schieben und 180-Grad-Wendungen hinlegen, wenn es einem nützt.

      Wie bei den Sahraouis und Marokko.

      Den Maulhelden spielen, so lange es nicht viel kostet und die inländischen Lobbygruppen nicht verärgert.

      Man könnte mit einer einleuchtend Argumentation auch das als feige bezeichnen.

      Könnte Merz auch noch schaffen.

      Auch wenn "wir" keine fossilen Energieträger mehr benötigen - warum sollte "uns" in der Golfregion jemand ernstnehmen?

      Haben Sie das Gefühl, man braucht dort noch zusätzlichen Moralismus?

      Was wollen Sie sonst bieten?

      • @rero:

        ‚Das heißt, die Interessen des eigenen Landes über alles stellen, Völkerrecht beiseite schieben und 180-Grad-Wendungen hinlegen, wenn es einem nützt. Wie bei den Sahraouis und Marokko.‘

        Sie sprechen jetzt aber von Israel, nicht von Spanien, oder?

        • @EffeJoSiebenZwo:

          Ich spreche natürlich von Spanien und wie sie vor kurzem vor Marokko gekuscht haben.

          Fand ich übrigens widerlich.

          Weil es ohne Not war.

          • @rero:

            Das war nicht unbedingt "ohne Not", sondern eher internationale Realpolitik.



            .



            So wie der Sultan in der Türkei ebenso faktisch Narrenfreiheit genießt, weil er der Türsteher Europas ist.



            Oder der Diktator in Ägypten, aus dem selben Grund.



            Oder Tunesien.



            Oder Lybien.



            .



            2021 und 2022 schon vergessen? Spanien hatte damals Brahim Ghali Asyl gewährt. Und wie hat Marokko darauf reagiert?

            • @sociajizzm:

              Eben.

      • @rero:

        So isses.

      • @rero:

        Was Spanien betrifft geht es mir lediglich darum, völkerrechtwidrige Kriege - in diesem Fall der USA - nicht durch Überflugsrechte oder Nutzung amerikanischer Infrastruktur in Europa zu unterstützen. Ramstein sei da nur als ein Deutsches Beispiel genannt.

        "Haben Sie das Gefühl, man braucht dort noch zusätzlichen Moralismus?



        Was wollen Sie sonst bieten?"

        Was heißt "Moralismus"? Es würde genügen, wenn wir unsere eigenen humanistischen Werte klar definieren und unsere Haltung - egal wem gegenüber - auch eindeutig vertreten würden.



        Das mag auch für uns z.B. wirtschaftliche Konsequenzen haben. Die Anwendung verlogener Doppelstandards - je nach eigener Interessenlage - führen letztendlich uns selbst in eine moralische Sackgasse.

  • Die Artikelüberschrift ist eine nur unzulänglich verkürzte Version des Resümees.

    > "Nachhaltigen Frieden kann es erst geben, wenn Iran das Existenzrecht Israels anerkennt und Israel seinerseits nicht den Nahen Osten unter Umgehung des Völkerrechts zu seinen Gunsten verändern will."

  • ich warte die ganze zeit auf den regimechange in israel, wann kommt der und wer machts?

    • @the real günni:

      Wenn es der Mehrheitsmeinung entspricht: Die Wähler*innen, das ist in einer Demokratie nämlich so üblich.

      • @Saile:

        ach ich dachte das übernimmt ein anderes demokratisches land, wie gerade so üblich

  • Es wäre ein grosser Fortschritt wenn Israel das Existenzrecht und die Grenzen der anderen Länder auch mal anerkennt

    • @Todesfister:

      Hatten sie Jahre lang. Zum Dank wurden sie regelmässig angegriffen. Suchen sie mal nach wichtigen palästinänsischen Akteuren die sich seit 1940 für eine 2 Staatenlösung eingesetzt haben. Viel Glück! Es gab leider nie nennenswerte Palästinänische Bewegungen die bereit waren für ein friedliches Miteinander.

      • @Tillsunrise:

        Der Staat Palästina hat Israel anerkannt. Umgekehrt fehlt diese Anerkennung.

        • @ZTUC:

          Ich würde gerne ihre



          Definition eines Staates wissen.







          Montevideo Konvention 1933 Über Rechte und Pflichten der Staaten

          Jeder Staat ob international anerkannt oder nicht hat das Recht auf Verteidigung seines Territoriums, politischen Kontakt und innere Sicherheit.



          Der Staat als Subjekt des internationalen Rechts sollte folgende Eigenschaften besitzen. Eine ständige Bevölkerung, ein definiertes! Staatsgebiet. Die Fähigkeit mit anderen Staaten in Beziehung zu treten.



          Letzteres ist für Palästina wohl ausgeschlossen, da sie Israel noch nicht einmal als Staat anerkennen, sondern „nur" das Existensrecht und es mittlerweile auch auslöschen wollen (Hamas).

    • @Todesfister:

      Dann sollten die anderen Länder endlich aufhören, Israel immer wieder anzugreifen.



      Israel hat nicht in seiner Verfassung die Vernichtung der Araber in Palästina oder des Iran stehen,

      die Hamas, Hizbollah, und der Iran selbst sehr wohl.

      Es sind die Araber und die Perser, die Israel IMMER WEIDER ANGREIFEN, schon vergessen?

      • @Olav Parnem:

        "Es sind die Araber und die Perser, die Israel IMMER WEIDER ANGREIFEN"

        Da kann ich nur anraten, dringend einmal die Geschichtskentnisse aufzufrischen.

        Stichworte zum lernen 1956,1967,1982

        Besonders einmal näher mit der Vorgeschichte und den bis heute spürbaren Auswirkungen des Sechstagekriegs beschäftigen. War übrigens ein Präventivschlag und keine Selbstverteidigung von Seiten Israels.

        Bestes Buch zum Thema:

        Tom Segev - 1967 Israels zweite Geburt.

        • @Sam Spade:

          Wo ist der Unterschied zwischen einem Präventivschlag und Selbstverteidigung, wenn die gegnerische Invasionsarmee bereits aufmarschiert ist, ihr Angriff unmittelbar bevorsteht und man auf eigenem Territorium quasi keine strategische Tiefe hat?

    • @Todesfister:

      Absolut !

  • Innerhalb welcher Grenzen denn ?

  • Was ich fürchte und nur anzudeuten wage: Irgendjemand in den USA oder Israel kommt aus Kostengründen auf die Idee, die Kapitulation des Iran wie in Japan 1945 zu erzwingen.

    • @XXX:

      Daran habe ich auch schon gedacht, als Trump die Auslöschung der persischen Zivilisation androhte.

      • @Oleg Fedotov:

        Die Androhung Trumps geht noch weiter: er will eine ganze Zivilisation auslöschen. Die Allierten wollten den Nazismus auslöschen, der zum WK2, der Shoa und und allen anderen Menschheitsverbrechen der Nazis geführt hatte, nicht aber Deutschland als Zivilisation.



        Was ist diese Drohung Trumps anderes als die Auslöschungsdrohung des Mullah-Regimes gegenüber Israel? Und die USA sind (noch) unser Verbündeter in der NATO. Sollten die Konsequenzen der (Noch-)Verbündeten da nicht schärfer ausfallen?

  • Der Spuk wäre schneller vorbei, wenn Europa sich eindeutig positionieren würde und bspw. den Angehörigen und Nutznießern des Regimes endlich den Boden entziehen würden.

    Frieden im Nahen Osten würde in greifbare Nähe rücken, wenn das Steinzeitregime nicht auf Glückwunschtelegramme deutscher Bundespräsidenten, Mehrheitsbeteiligungen in europäischen Supermärkten, zehntausendfachen Immobilienbesitz und das Verständnis bzw. die Relativierungen in manchen politischen Spektren setzen könnte - und nebenbei Frauen steinigt und Schwule an Baukränen erhängt.

    • @Heike 1975:

      Ja, das wird in diesem Forum von der Mehrheit der Beitragenden gerne beiseite geschoben.

    • @Heike 1975:

      Sehr richtig. Der Iran ist ein von Verbrechern regierter Staat - genau wie Israel und die USA. Europa sollte den den Vasallen-Status nicht länger akzeptieren und sich klar gegen diese drei Staaten positionieren.