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Kriminalbeamter zu Gewalt gegen FrauenDas Risiko Mann

Kommentar von

Laura Catoni

Ein kritischer Satz über Männer als Gefahr für Frauen geht viral, weil er von einem Mann kommt. Dabei spricht die Statistik für sich.

Für Frauen ist das Leben ohne Mann ungefährlicher, zumindest statistisch gesehen Foto: Juan Moyano/plainpicture

H at er das wirklich gesagt? Im Öffentlich-Rechtlichen? Ein Mann? Keiner, der auf Instagram mit Oberlippenbart über kritische Männlichkeit spricht, sondern einer von der Polizei? Das fragte ich mich, als mein Instagram-Feed mir den Ausschnitt aus dem „heute journal“ vom Montagabend zeigte. Im Netz sorgt er für Beifall und Empörung.

In dem Ausschnitt fragt Moderatorin Dunja Hayali den Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamten, Dirk Peglow, was er Frauen raten würde angesichts der gestiegenen Fälle von Vergewaltigungen und Sexualdelikten in der aktuellen Kriminalitätsstatistik der Polizei. Die Antwort: „Wenn man nach der statistischen Anzahl geht, besser keine Beziehung mit einem Mann eingehen. Da ist das Risiko erheblich höher, Opfer von psychischer oder physischer Gewalt zu werden.“

Noch bevor Peglow seinen Rat mit ernster Miene zu Ende gesprochen hat, ist zu hören, wie Dunja Hayali im Hintergrund lacht. Auch ich musste lachen, als ich den Interviewausschnitt sah. Weil ich es im ersten Moment für zu schön hielt, um wahr zu sein.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Er sagte das, was eigentlich schon so lange klar ist. Was Emilia Roig, Beatrice Frasl, Pauline Harmange und andere feministische Autorinnen seitenlang in ihren Büchern aufgeschrieben haben. Was alle Mitarbeiterinnen in Frauenschutzhäusern berichten. Was Social-Media-Trends wie „boysober“ und „decentering men“ oder die 4B-Bewegung in Südkorea auf den Punkt bringen. Was ich und fast ausnahmslos all meine heterosexuellen Freundinnen erlebt haben, seitdem sie romantische Beziehungen mit Männern eingehen.

Dass sie ein Risiko sind. Dass sie der Seele und dem Körper schaden können, Vertrauen erschüttern, Traumata hinterlassen, die nach der Trennung in zahllosen Therapiestunden mühselig aufgearbeitet werden müssen – insofern man das Glück hat, einen Therapieplatz zu finden.

Gefühle und Socken hinterherräumen

Aber nicht alle Männer, werden jetzt wieder viele schreien. Stimmt, nicht alle Männer vergewaltigen oder fügen ihren Freundinnen physische oder psychische Gewalt zu. Oft laden sie auch einfach nur einen Berg an Arbeit auf deren Schultern ab. Hausarbeit. Emotionale Arbeit. Feministische Aufklärungsarbeit. Erziehungsarbeit. Beziehungsarbeit.

Frauen räumen ihren Partnern häufig nicht nur deren liegen gelassene Socken hinterher, sondern auch deren Gefühle, um die sie sich nicht kümmern, Konflikte, denen sie aus dem Weg gehen. Weil die Männer keinen Bock auf „Stress“ haben oder weil es sie überfordert, sich zu reflektieren oder – geschweige denn – zu entschuldigen.

Aber nicht alle Männer, werden jetzt wieder viele schreien. Stimmt, nicht alle Männer führen ihre Freundinnen in den Burn-out. Aber dass die Wahrscheinlichkeit nicht gering ist, dass eine Beziehung zu einem von ihnen für eine Frau bedeutet, dass sie ungesünder, gestresster und ärmer wird als ohne sie, haben in den letzten Jahren genug Studien nahegelegt.

Aber nicht alle Männer, werden jetzt wieder viele schreien. Manche ganz besonders laut. So wie die, die in den Youtube- und Instagram-Kommentaren zu Dirk Peglows Aussage von Gehirnwäsche reden, von der Spaltung der Gesellschaft, von Männerhass, ja gar von einem Männerverbot.

Dass Peglow es unmöglich ernst gemeint haben kann, dachte sich offenbar auch die Bild und hakte nach, wie die Aussage des Kriminalexperten denn jetzt zu verstehen sei mit den Männern und den Frauen. Dass er keinen pauschalen Aufruf gegen Beziehungen zwischen beiden gegeben habe und auch keinen Generalverdacht gegen Männer aussprechen wolle, sagte Peglow dem Boulevardmedium.

Dass er weder das eine noch das andere getan hat, konnte bereits jeder verstehen, der dem Kriminalexperten im Interview richtig zugehört hat, anstatt sich von seinem gekränkten Männerego leiten zu lassen. Peglow spricht von Statistiken – und die sprechen nun mal nicht für die Männer. Wer das nicht aushält, ist selbst Teil des Problems.

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143 Kommentare

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  • Vielen Dank für eure Beiträge, wir haben die Kommentarfunktion geschlossen. Die Moderation

  • Auch wenn in diesem Artikel wieder mal nicht explizit gesagt wird, dass ALLE Männer Machos, Verbrecher und Frauenfeinde sind, frage ich mich schon so langsam, was die taz mit diesen fast täglichen Artikeln über Männer als Grundproblem allen Übels eigentlich aussagen und erreichen will. Die Gleichberechtigung voranbringen? Den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken?







    Liebe Frauen, sucht Euch die richtigen Männer aus und lebt mit ihnen oder lasst es bleiben. Aber als Mann ständig zu hören, dass man zu einer primitiven Spezies gehört, verstärkt bestimmt nicht die Empathie für die immer noch (aber immer weniger) benachteiligten Frauen.







    "Das Risiko Mann"; "Männermachtspiele"; "Keine Männer mehr"; "Sommer ohne Männer"; "Toxische Männlichkeit"; ....







    Das alles sind Auszüge von Überschriften von nur einer einzigen Autorin. Viele andere (auch männliche) scheinen auch kaum eine andere Intention zu haben, als mit immer neuen Varianten des Männerbashings Männer vor den Kopf zu stoßen.

    Liebe Frau Catoni, Sie machen sich zur Klimakleberin des Feminismus. Intention richtig, Methode fragwürdig.







    Dabei würde ich Sie so gerne in Ihrem Kampf für Gleichberechtigung unterstützen.

  • Wer im Bett bleibt, hat ein statistisch signifikant niedrigeres Risiko, eine Sportverletzung zu erleiden.

    Ist das das neue journalistische Niveau?

  • Haben die Sexualstraftaten wirklich zugenommen, im Gegensatz zu den 80-90ern? Oder sind wir einfach viel sensibler, und zeigen ein hinterherpfeifen das heute Catcalling heißt, da gab's in den 90ern keinen Begriff und keinen Straftatbestand dazu.

  • Weibliche Gewalt sieht anders aus. Achtet mal darauf, wenn das nächste Mal eine Mutter einen Mann auf ihre Kinder hetzt.

  • Inhaltlich will die Autorin das Richtige. Aber diese Sätze wie "Aber nicht alle Männer", die suggerieren, dass irgendwie alle XY-Chromosomenträger mitschuldig sind, unterscheiden sich in ihrer Pauschalisierung wenig von "Alle Migranten..."-Sätzen aus der rechten Ecke.



    Ich denke, dass es auch für linke AutorInnen sinnvoll sein kann, differenzierte Aussagen zu treffen.

  • Man stelle sich mal vor, Frauen würden in der gleichen Anzahl ihre männlichen Beziehungspartner sexuell, körperlich und emotional missbrauchen und ermorden.



    Es gäbe längst Gesetzesänderungen zum Schutz der Männer und ausreichende unbürokratische finanzielle Unterstützung. Psychologisch geschulte Polizisten würden optimale Hilfe für die Männer anbieten, Anzeigen würden ernst genommen und aktiv verfolgt werden ohne die männlichen Opfer ein zweites mal zu traumatisieren.



    Und vor allen Dingen, Frauen würden nicht ständig jammern, dass sie doch „zu den guten“ gehören, sondern sich mit den Männern solidarisieren, da sie selbst Söhne und Väter haben die sie lieben und die sie beschützen wollen. Davon bin ich fest überzeugt!

    • @NovaBel:

      Das Leugnen weiblicher Gewalt und weiblicher Übergriffe (z.B. Katy Perry, 2012) und das Stilisieren von Frauen zu Opfern, die nieeeemals Täterinnen sein können, und wenn doch dann allenfalls als bedauernswerte Opfer des Patriarchats, die in irgendeiner Form von präventiver Notwehr handeln, wird diesem höchst sensiblen Thema nicht gerecht.



      Gewalt und Übergriffe sind stets zu verhindern und zu verurteilen. Die Spaltung in gute Opferinnen und böse Täter schadet nur.

    • @NovaBel:

      Von welcher "Anzahl" reden Sie? Es ist nur ein sehr kleiner Anteil der Männer, der jemals kriminell wird und ein noch kleinerer, der gewalttätig wird.

      • @Dr. McSchreck:

        Klar, Frauen bilden sich nur ein, geschlagen, vergewaltigt und ermordet zu werden.



        Die neueste Kriminalstatistik ist auch von den Brüdern Grimm geschrieben worden, munkelt man(n).



        Also alles in Butter.

        • @NovaBel:

          Oh, die Statistik mag durchaus stimmen. Das Problem ist die fehlende Repräsentantivität für das männliche Geschlecht als ganzes. Auf gieses bezogen liegt die Fallzahl deutlich unter einem Promille. Will sagen dass die latent Gewalttätigen weit überwiegend Männer sind, macht noch lange nicht jeden (oder auch nur jede zweiten, vierten oder zehnten) Mann latent gewalttätig.

  • Okay, was sagt mir das jetzt?



    Es ist gefährlich mit einem Mann zu leben? Eine Frage ergibt sich dann daraus: Wie sieht es denn bei Ehen aus, wenn beide Männer sind??



    Ach ja: Das Leben ist einfach unglaublich gefährlich, denn es endet mit dem Tod...

    Bei allem Verständnis; dieser Artikel hinterlässt nur Fragezeichen

    • @Strg-Alt+Entf:

      Auch in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung besteht das Risiko. Es begründet sich auf dem Geschlecht . Sind beide Partner männlich gelesen, kann es eben auch gefährlich sein.



      Man(n) muss sich das einfach bewusst machen und nicht immer ins lächerliche ziehen.

    • @Strg-Alt+Entf:

      Welche Fragezeichen denn? Es wird klar gesagt, dass es statistisch gesehen gefährlich für Frauen ist sich auf eine Beziehung mit einem Mann einzulassen. Was ist daran unklar?

  • Er selbst ist dann seiner Meinung nach auch ein Risiko für seine Partnerin, oder? Sollte er sich dann nicht lieber von ihr trennen, um sie zu schützen?

    So ist es eben. Wenn man mit dem Finger auf jemanden zeigt, zeigen drei Finger auf einen selbst zurück.

    Davon abgesehen, passen zu den Äußerungen des Herrn die Begriffe Pauschalverurteilung, Genaralverdacht und ja, auch Sexismus.

    • @Debaser:

      Statistisch gesehen: Ja.



      Des Risikomanagement, wie des so schön neudeutsch heißt, möge da vorzugsweise der Mann übernehmen, da kann frau mehr "riskieren".

  • „Wenn man nach der statistischen Anzahl geht, besser keine Beziehung mit einem Mann eingehen. Da ist das Risiko erheblich höher, Opfer von psychischer oder physischer Gewalt zu werden.“

    Ist genau so "schlüssig" wie die Aussage: "Wenn man nach der statistischen Anzahl geht, besser keiner Arbeit nachgehen. Da ist das Risiko erheblich höher, einen Arbeitsunfall zu erleiden als wenn man zu Hause bleibt".

  • Wie im ersten, also untersten, Kommentar von Malnachdenken geschrieben steht:

    "In dem Interview ging es ausdrücklich um schwere körperliche Gewalt. Nicht um Traumata, die unglückliche Beziehungen auslösen können (vermutlich auch bei Männern), nicht um unfair verteilte Hausarbeit und sonst allerlei Misslichkeiten, die es beim Zusammenleben von Männern und Frauen geben kann. "

    Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.



    Ausser, dass die Aussage des Kriminalen sich natürlich auf die Täter bezog. Die sind zu 98,x Prozent männlich. Die Prävalenzrate für Vergewaltigung liegt aber bei 0,4%. Ob mit der Zahl pauschale Rückschlüsse auf die Verhaltensweisen aller heterosexuellen Männen sinnvoll sind, sei dahingestellt.

    • @fly:

      Und zack, schon ist man Teil des Problems.

      • @swordeli:

        Man ist Teil des Problems, weil man nur wegen des Geschlechts nicht mit dem weniger als 1 Prozent Täter in den gleichen Topf geworfen werden will?

        • @Dr. McSchreck:

          1% der Täter dürfte nicht ganz zutreffen, wenn man sich folgende Zahlen aus dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufklärung vor Augen hält.

          Jede 3 Frau in Deutschland ist von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen.

          25% aller Frauen erleben körperliche und /oder sexuelle Gewalt in ihrer Partnerschaft.

          2 von 3 Frauen erleben sexuelle Belästigung.

          Ein Täter ist man nicht erst dann, wenn eine strafrechtliche Verurteilung erfolgt ist. In diesem Kontext ist "man" nicht nur Teil des Problems, sondern der Mann ist "das" Problem.

          Nur so als kleiner Hinweis für sie.

  • Ich sag mal so: Sobald jemand von "alle" spricht, wenn es um eine große Gruppe Menschen geht, bekomme ich Hals. Und dabei ist mir völlig egal, ob von Männern, Juden, Muslimen, Farbigen, Linkshändern, Blonden oder Alten gesprochen wird.



    Das ist nämlich schlicht dumm. Zusätzlich ist es reaktionär und natürlich rassistisch. Und nein, es gibt keine prinzipiellen Unterschiede in den gängigen Stereotypen über vorgenannte Gruppen.

    • @Kaboom:

      Wow, Kaboom, daß wir mal einer Meinung sind! ;-)



      Hier teile ich vollumfänglich Ihre Ansicht.

  • Ich stimme zu, dass große Teile dessen, was eine männliche Sozialisation anrichtet, zu Problem für Männer und ihr Umfeld führen. Mein Problem mit dem Text ist seine fehlende Konsequenz. Über weite Teile suggeriert er: „Jetzt ist Schluss mit der Differenzierung. Ja, es sind alle gemeint, weil selbst die, die nicht vergewaltigen oder verprügeln, eben Socken herumliegen lassen oder sich anderweitig aus der Verantwortung für ein gemeinsames Leben stehlen.“ Dass am Ende dann doch eingeräumt wird, ein Generalverdacht könne hier nur anlässlich eines gekränkten Männeregos hineingelesen werden, nimmt allem zuvor Gesagten die Schärfe. Die Brisanz der Einlassung besteht ja gerade in ihrer Generalisierung, und das sollte man dann auch vertreten. Denn dass ein Teil der Männer aufgrund ihrer männlichen Prägung Probleme bereitet, ist ja nicht unbedingt ein Hot Take. Das Problem mit der sicherlich befreienden Generalisierung („Endlich sagt‘s mal eine!“) ist, dass sie sich eben nur essentialistisch begründen lässt. Das macht die Argumentation angreifbar, wäre aber folgerichtig.

  • Ich als Frau und Mutter kann es nicht mehr hören:

    Ich will nicht, dass meine Töchter Opfer werden.



    Aber ich will auch nicht, dass sich meine Söhne als Täter fühlen müssen/sollen, nur weil sie halt nun mal naturgemäß einen Penis haben.

    • @ToMuch:

      Es geht ja nur um Statistiken. Statistisch werden sie es eher als Frauen. Mehr nicht. Bedeutet nicht, dass es so kommt.

    • @ToMuch:

      Da sind sie ca. 40 Jahre zu spät.

  • Ah, mal wieder Rosinenpickerei nach Art der tazzis. Wenn die Statistiken sagen, dass z.B. Migranten überrepräsentiert sind, werden Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um zu erklären dass das nicht stimmt bzw. dass die Täter in diesen Fall nix für können. Wenn die Statistik aber die eigenen Vorurteile bedient, wird sie kritiklos übernommen. Auch wenn ich selbst komplett anderer Ansicht bin: Man könnte durchaus argumentieren dass das Dunkelfeld dieser Straftaten gegen Männer deutlich größer ist, weil die Scham sich zu offenbaren viel größer ist. Oder dass Frauen aufgrund tatsächlich bestehender körperlicher Unterschiede in den meisten Fällen garnicht Täter werden können. Oder dass Männern nicht geglaubt wird, wenn sie sich offenbaren, bzw das Geschehen marginalisiert wird.



    Man kann sich dafür entscheiden den Statistiken zu trauen oder auch nicht, aber man sollte konsequent bleiben

  • Es ist so viel "einfacher", das auf die Molwanier zu schieben oder Religion X oder Y oder sonstwen, der "anders" wäre. Und die Bild-Meute verdeckt so die täglichen wirklichen Probleme unseres Lands.

    Es ist so viel klüger, auf die Zahlen zu schauen. Und so provokativ der Satz war, er ist ja leider wahr. Gekränkte Ex-Partner, Partner, das Umfeld: das ist das Risiko für Frauen, aus welchem Hintergrund auch immer.

    • @Janix:

      Wenn Sie Ihren eigenem ersten Absatz folgen, dann werden Sie die Zahlen im zweiten Abschnitt vielleicht auch anders einordnen, bei 40 Millionen Männern und bei über 100 Milliarden verbrachten zeitstunden zwischen beiden Geschlechtern.

      Was nicht bedeutet, dass ihre Gruppe, welche es definitiv gibt kein Problem wäre.

      • @Hitchhiker:

        Ich weiß darüber hinaus auch um die vielen positiven Folgen von Beziehungen für Männer wie Frauen.

        Wenn jemand jedoch Risikofaktoren sucht, dann wären es die so überpointiert genannten (und nicht die xenophob zuweilen aufgelisteten), das ist allgemein eigentlich auch bekannt.

  • Ist es wirklich eine gute Idee, das Problem "Ich habe Angst, dass mein Partner mich umbringt!" und das Problem "Mein Partner ist ein fauler und selbstgefälliger Sack!" in einem Artikel zu verrühren?

    • @gelu:

      Ja, ist es.



      Siehe den Incel: Faul, weil er lieber Videospiele zocken will. Jede Frau kriegt Panik und hat Angst um ihr Leben, wenn so einer in ihrer Nähe ist.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Nur ist beim Incel halt keine Frau in der Nähe, sonst wäre er ja kein Incel.

  • Also finde ich das als Mann gelesen schon etwas zu einfach. Klar gibt es sehr viele Menschen, die sich als Mann lesen, die A*Löcher sind. Die Keine sind fallen vielleicht nur nicht so auf, weil sie eben keine sind, und ich behaupte dass es davon sehr viele gibt. Meine Erfahrung ist, dass es egal wie gelesen, nur zwei Kategorien Mensch gibt. A*Löcher und Nicht-A*löcher, und die sind bei allen Geschlechtern zu finden.

    • @StefanMaria:

      Da sind Sie vermutlich verdammt nahe dran am Problem.

    • @StefanMaria:

      "Meine Erfahrung ist, dass es egal wie gelesen, nur zwei Kategorien Mensch gibt. A*Löcher und Nicht-A*löcher, und die sind bei allen Geschlechtern zu finden."



      Das deckt sich mit meinen Erfahrungen.

    • @StefanMaria:

      Das Ding ist , vor einer Beziehung Weiß Frau nicht ob der Dude ein Arschloch ist und anders als wenn mann an eine arschlochfrau gerät, ist das statistische Risiko einer Fehleinschätzung bei Frauen wesentlich höher am Ende verkloppt oder umgebracht zu werden .

      • @Kaja161:

        Es gibt auch viele Didas , die A*locher sind, und bei denen weiß auch ein Mann es nicht vorher.



        Aber klar, die Gewalt muss aufhören und die Hilfsangebote müssen her und vor allem die Sprachlosigkeit muss aufhören, und hier muss verbessert werden.



        Auch wenns die Lehrer nicht gern hören, Übung im miteinander reden muss schon in der KITA anfangen und in der Schule ausgebildet werden.



        Die körperliche Gewalt ist schrecklich und manchmal so grausig endgültig, aber auch die emotionale Gewalt kann töten. Keine Ahnung wer da mehr, Mann oder Frau

    • @StefanMaria:

      Ich frage mich seit längerem schon öfters, wie man die gendert.

  • "Frauen räumen ihren Partnern häufig nicht nur deren liegen gelassene Socken hinterher, sondern auch deren Gefühle, um die sie sich nicht kümmern, Konflikte, denen sie aus dem Weg gehen. Weil die Männer keinen Bock auf „Stress“ haben"

    Meine bescheidene Meinung dazu:

    Es sind in Beziehungen doch meistens Frauen, die die Ansprüche festlegen - etwa was als ordentliche Wohnung gilt, welche Besorgungen zu erledigen sind oder wie und wann soziale Kontakte gepflegt werden etc.

    Der "Mental Load" der Frauen ist doch häufig selbstgewähltes Elend.

    • @Chris McZott:

      Weil Männer (oft) nicht gelernt haben für sich selbst zu sorgen ... Bleibt das an Frauen hängen und zermürbt sie.

      Hatte im vergangenen Jahr zwei verpatzte Dates weil die Herren unfähig waren zur selbstständigen Nahrungsaufnahme.

      Der eine war unfähig einen Spaziergang in der Sonne durchzuhalten weil er um 16:00 noch nicht gefrühstückt hatte und sofort ins Restaurant musste (Arbeitslos, Erbe) ...



      Dem anderen wurde schlecht nach dem Date im Schnitzelrestaurant weil er in den Abend Stunden nach einem Tag ohne Essen aber mit Kaffee&Wein Panade mit Meerrettich & süßem Senf Dip nicht vertragen konnte. Merklich zitternd und bleich nahm er von einer Übernachtung Abstand ( Geschäftsführer Mittelstand)...

      Soooo lächerlich, nein ich setze euch keine Standarts in einer Beziehung - ich nehme reiß aus und behalte mein wohlfühl Leben für mich. Mahlzeit.

      Genieße es im Urlaub nur zu unternehmen was ich will, statt das Reiseziel vorgegeben zu bekommen und im nächsten Schritt alle Ausflugspläne allein machen muss, so daß es gefällt.

      Schläge & Drohungen von meinem Verlobten, von meinem Vater waren natürlich traumatischer ... Aber ständig mit der Family Orga alleine sein verbittert viele Frauen

      • @LuckyLulu :

        Bei süßem Senfdip wäre ich auch gestorben. 😂



        Aber mal im Ernst, man (und auch Frau) sucht sich doch selbst aus, wer für ein Date in Frage kommt, auch um das Gegenüber ein bißchen abzuklopfen. Von daher sollte man sich doch nicht beklagen, daß da auch einige Nieten dabei sind, man ist doch nicht gezwungen, diese dann dauerhaft zu ertragen.

      • @LuckyLulu :

        "Der eine... dem anderen..."



        Jetzt haben Sie es ihnen aber gegeben allesamt, den offensichtlich komplett schwachmatigen Angehörigen eines Problembärengeschlechts...

        Kann es sein, dass Sie manchmal vorher schlecht hinschauen, bei der Auswahl Ihrer angedachten Partner? Vielleicht unter der falschen Klienteladresse suchen?

        Aber zugegeben: Schnitzelrestaurant wäre jetzt auch nicht wirklich meins...

      • @LuckyLulu :

        Derartige Exrembeispiele muss man(n) wohl über sich ergehen lassen, aber ich glaube, dass @ChrisMcZott die Latte der denkbaren Differenzen da deutlich niedriger legt. Es ist halt Geschmackssache, ob z. B. ein Paar Schuhe, das einsatzbereit wo steht, wo niemand drüber stolpert, es aber auch "nicht hingehört" (wer definiert DAS?) ein unerträglicher Zustand ist. Oder wann man den Abwasch macht, oder ob ein frisch duftendes T-Shirt gewaschen werden MUSS, weil es einmal getragen wurde. Ich habe mich angesichts der "Skandal! Frauen machen in der Beziehung doppelt so viel Hausarbeit wie Männer!"-Meldungen immer gefragt, ob mal jemand untersucht hat, ob das Verhältnis außerhalb von Beziehungen denn anders ist...

        Derartige Differenzen im Anspruch, wie das private Umfeld auszusehen hat, entwickeln eine Routine: Der Flexiblere hält sich raus. Ich habe z.B. irgendwann aufgegeben, für meine Exfrau mitzuwaschen, weil sie zwar genau wusste, wie sie ihre Sachen gewaschen haben will, das aber immer erst nachher erklären konnte (während sie mein Zeug selbstverständlich immer in den 40-Grad-Normalgang schmiss und das auch nach dem dritten eingegangenen Kaschmirpulli weiter für genau richtig hielt).

    • @Chris McZott:

      Ganz richtig. Frauen definieren den "notwendigen" Grad an Sauberkeit, "Aufgeräumtheit", etc. pp. Und das haben Männer - natürlich - gefälligst zu akzeptieren und den Vorgaben ist vorbehaltlos und begeistert zu folgen.

    • @Chris McZott:

      Weil es Frauen sind die schräge blicke kriegen wenn der Besuch sieht dass nicht aufgeräumt ist. Deswegen haben sie die Standarts

      • @Kaja161:

        Und von wem kommen diese Blicke? Von Mike und seinen Kumpels?

  • Ich finde, es ist die "gute" alte Männlichkeit, die logischerweise an Männern klebt. Der "Mann" ist ja erst mal ein biologisch-soziales Konstrukt. Ich erlebe in meinem Beruf leider immer und immer wieder hilflos, wie kleine Kinder "männlich" oder "weiblich" gemacht werden. Das macht mich traurig und wütend. Männlichkeit ist schlicht mit einigen echt toxischen Attributen verbunden, also kann man den Tatsachen einfach ins Auge sehen: Deformationen erzeugen Verhalten, für das man erst Verantwortung übernehmen und dann Alternativen finden muss. Daher wäre mein Traum, die Deformationen genau so ins Visier zu nehmen wie die Ergebnisse.

    • @T 1000:

      Geschlecht (Mann - Frau- ...) ist entweder ein biologisches ODER ein soziales "Konstrukt". Wobei die biologische Definition/Konstruktion auf etwas objektivieren Kategorien beruht als die soziale: Sekundäre und primäre (körperliche) Geschlechtsmerkmale.

    • @T 1000:

      @T1000 ... Ihr Traum liest sich so, als müssten alle Männer durch eine Schablone gehen. mag ja gut sein... aber wer legt diese "Schablone" fest?? Was für einen toxisch ist, ist für andere notwendig.

  • Es erscheint mir so, als gäbe es von beiden politischen Seiten "Lieblingsgruppen", die man guten Gewissens pauschal verurteilen darf bzw einen Generalverdacht aussprechen darf. Auf der rechten Seite z.B. Migranten, Nordafrikaner, Muslime und Bürgergeldempfänger, auf der linken Seite (alte weiße) Männer, Israelis, Unternehmer und "die Fossillobby" und von beiden Seiten die "Generation Z"...

    • @ImNetz:

      Nicht zu vergessen: die böse Pharmaindustrie!

    • @ImNetz:

      Jene Fossil-Lobby ist nur leider echt und tötet damit täglich indirekt Leben, saugt Milliarden auf Kosten anderer - hier in der taz und anderswo gut belegt, lesen Sie es bitte gerne nach.



      Über 'GenZ' wäre es mir nicht aufgefallen.



      Weniger Schublade hilft wohl in der Tat, manchmal stimmt eine auch mal.

      • @Janix:

        Nee, is klar: IHRE Wahl der Lieblings-Bashing-Gruppe/Schublade ist natürlich echt richtig gut und voll gerechtfertigt. Und das muss hier auch mal gesagt werden angesichts eines so unsachgemäß neutralen Kommentars.



        Merken Sie was?

        • @Normalo:

          Ja, ich merke, dass Sie da nicht inhaltlich auf meinen Punkt eingingen. Versuchen Sie es noch einmal?

  • Ich kann dazu nur sagen: Ich habe dieses Art zu diskutieren langsam satt und die hundert Artikel und Kommentare zur Frage, ob der Mann an sich ein Ungeheuer sind, tragen sicher nicht dazu bei, mich damit weiter auseinandersetzen zu wollen. Und, nur, um das mal zu bemerken:



    "Peglow spricht von Statistiken – und die sprechen nun mal nicht für die Männer. Wer das nicht aushält, ist selbst Teil des Problems."



    Wenn man das so banal runterbricht, sprechen die Statistiken auch nicht für schwarze Menschen in Amerika oder Migrant*innen in Deutschland. Das man diese vulgäre, oberflächliche Statistikanalyse mit Zähnen und Klauen bekämpft, wenn es um diese Gruppen geht, aber beim Thema "Männer" plötzlich immer wieder hervorholt, provoziert bei mir nur ein Kopfschütteln. Wenn man wirklich daran interessiert ist, die Situation zu verbessern, muss man mit dem Mikroskop hinschauen und nicht mit den Scheuklappen.

    Ich werde jedenfalls nicht anfangen, mich für etwas zu schämen, was ich nicht beeinflussen kann - genausowenig wie es Schwarze in Amerika oder Migrant*innen in Deutschland sollten.

    • @Agarack:

      Bei einem delinquenten bzw. devianten jungen Erwachsenen würde man wahrscheinlich eher nach sozialen und psychologischen Erklärungen für sein Verhalten suchen als zu sagen, es sei sein natürliches Wesen (Essenzialismus als Zuschreibung einer festen Wesenheit).



      de.wikipedia.org/w...alismus#Feminismus

      Leider befördert der - inzwischen naturalisierte - progessive Neoliberalismus (Nancy Fraser) individualisierte Problemzuschreibung und -lösungsansätze. Dann werden alle sozial erlernten und subjektiv begründeten Verhaltensweisen zwangsläufig zu einem persönlichen Fehlverhalten.

      Allerdings hat der individualistische Fokus auch Vorteile: Wer sich in seiner Identität nicht als Mann definiert, dem kann es egal sein, was die taz oder eine Statistik über Männer sagt.

    • @Agarack:

      Danke. Auch mir geht es so. Seit Jahren denke ich bei jedem dieser Artikel: Sollte ich wirklich eine Zeitung abonnieren, die so pauschalisierend einen erheblichen Teil der Bevölkerung diskriminiert und einen Teil der eigenen Leserschaft beleidigt?



      Ich bleibe aus Solidarität zu den reflektierten Artikeln vieler AutorInnen dabei - manchmal schweren Herzens.

    • @Agarack:

      Die Scheuklappen sind eher in ihrer Art der Argumentation auszumachen. Der überwiegende Teil der Gewalt in der Welt geht nunmal von Männern aus, nicht nur gegenüber Frauen. Das dürfte keine neue Erkenntnis sein.

      Anstatt sich nicht zu "schämen" sollte das Selbstverständnis von Männern einmal hinterfragt werden. Da kann jeder bei sich selbst einmal anfangen und wird garantiert fündig werden. Ich kenne keinen Mann, mich eingeschlossen, der in bestimmten Situationen nicht in die eingeimpften patriarchalen Verhaltensweisen zurückfällt und sei es unbewusst. Selbsterkenntnis wäre hier ein erster Schritt zur Besserung. Dann wäre man vielleicht in der Lage zu erkennen, das die Aussage von Herrn Peglow kein Pauschalurteil darstellt sondern lediglich eine logische Schlussfolgerung anhand der Zahlen ist. Das ist übrigens bei einer Statistik über Migranten und Kriminalität nicht anders.

      Die Statistiken in den richtigen Kontext einzubetten und Ursachenforschung zu betreiben, wäre dann der nächste Schritt. Daraus lassen sich dann Schlussfolgerungen ziehen und Gegenmaßnahmen einleiten. Die übrigens in Bezug auf häusliche Gewalt schon seit längerem getroffen werden.

      • @Sam Spade:

        Ich habe kein Problem damit, mein Selbstverständnis zu hinterfragen. Genausowenig habe ich ein Problem damit, patriarchale Strukturen und meinen Anteil an deren Aufrechterhaltung kritisch zu durchleuchten. Aber es gibt eine klare Grenze, und die ist überschritten, wenn Menschen kategorisch abgewertet werden. Wenn man sagt: "Man sollte sich von Männern fernhalten, weil diese statistisch gewalttätiger sind" ist eine "logische Schlussfolgerung", dann ist es: "Ich nähere mich Ausländern nicht, weil diese statistisch gewalttätiger sind" auch. Ich halte beides für holzschnittartig und plump.

        Und "die Statistiken in den richtigen Kontext einzubetten und Ursachenforschung zu betreiben" ist ja genau das, was ich einfordere. Das ist aber nicht das, was jemand tut, der von "boysober" oder "Das Risiko Mann" spricht, denn wer das tut, schaut sich die Zahlen an und zieht die erste Schlussfolgerung, ohne genauer hinzusehen, und genau darauf will ich hinweisen.

      • @Sam Spade:

        @Sam... "Der überwiegende Teil der Gewalt in der Welt geht nunmal von Männern aus, nicht nur gegenüber Frauen" ... steht nicht hinter jedem "erfolgreichen" Mann eine starke Frau???

    • @Agarack:

      Vollste Zustimmung

    • @Agarack:

      Und du kannst es beeinflussen. In dem du männliche Gewalt anerkennst und nicht die Klappe hälst wenn typen um dich Rum sich scheiße verhalten. Und indem du betroffenen zuhörst und ihre Stimme verstärkst anstatt das problem krampfhaft klein zu reden..

    • @Agarack:

      Ja nur das POC und Migranten diskriminiert werden und deswegen z.b racial profiling erleben und schon allein das die Kriminalstatistik verfälscht . Anders als beim weißen Dude von nebenan.

      • @Kaja161:

        👍

    • @Agarack:

      Manche Sachen sind schwer/nicht zu ändernder Zufall: Mann, Schwarz, Molwanienhintergrund, Pass X, Familienverhältnisse Y, Erbschaft Z, der genetische Anteil von Intelligenz, Gesundheit, ...

      Das kann privilegierend oder nicht privilegierend ausfallen.

      Für Zufall kann mensch nichts, weder so noch so. Ideal beeinflusst das weder positiv noch negativ Einschätzungen.



      Höchstens in dem Sinne: "X hat sich trotz ... durchgebissen, vielleicht wird sie/er auch dies sich energischer aneignen"

      Schämen sollte sich also höchstens, wer da stehen bliebe und auf Privilegien unreflektiert beharrte. "Ich muss doch als Mann ein höheres Gehalt haben, ich muss ja doch auch die Familie ernähren", solche Sätze habe ich tatsächlich mal gehört. Oder vom Professorensohn: "Es muss doch auch jemand als Müllmann arbeiten, es kann doch nicht jeder studieren" (nein, nicht er selbst war gemeint).

      • @Janix:

        Das sehe ich genau wie Sie, und auf der Ebene zu diskutieren, macht mir auch nichts aus. Ich habe selbst im persönlichen und beruflichen Umfeld genug Sexismus gegenüber jungen Frauen erlebt, um das auch für dringend notwendig zu halten, diesen zu thematisieren und zu überwinden. Patriarchale Strukturen sind in unserer Gesellschaft offenkundig vorhanden, und ich habe mit Sicherheit auch schon von diesen profitiert - und das ist ein Problem.

        Wenn aber die Ebene erreicht wird, wo aber einfach nur immer wieder plump "Das Risiko Mann" geschrieben wird, dann bin ich eben raus, denn ich finde das weder differenziert genug noch konstruktiv. Das Hinterfragen von Privilegien darf nicht mit der pauschalen Abwertung der privilegierten Menschen einhergehen.

    • @Agarack:

      Exakt DAS! Danke für den Kommentar, dann muss ICH ihn nicht schreiben...

  • Recht hat er.

  • " ... – und die sprechen nun mal nicht für die Männer."

    Oder für die w/m/d die "solche" Menschen als Partner wählen. Nicht alles im Leben unterliegt unserer Kontrolle, aber ich bin der Ansicht, in der Partnerwahl sind reflektierte w/m/d relativ frei (Menschen, die zwangsverheiratet werden, nehme ich aus). Sich bei der Partnerwahl ausschließlich von Gefühlen oder Hormonen leiten zu lassen, ist meiner Meinung nach keine gute Idee. Gefühle und Hormone mögen für nicht-ernsthafte Beziehungen ausreichen, für ernsthafte und auf Dauer angelegte Beziehungen meiner Einschätzung nach nicht.

    Und selbstverständlich müssen sich w/m/d besonders die Menschen gut anschauen, mit denen sie Kinder haben möchten.

    • @*Sabine*:

      "in der Partnerwahl sind reflektierte w/m/d relativ frei (...). Sich bei der Partnerwahl ausschließlich von Gefühlen oder Hormonen leiten zu lassen, ist meiner Meinung nach keine gute Idee."

      Das ist klassische Schuldumkehr, die Sie da treiben.

      "Hätte sie doch einfach genauer hingeschaut, sich nicht von ihren Gefühlen und Hormonen treiben lassen. Selbst schuld"!"

      Das spielt in der Liga "Warum hat sie denn einen so kurzen Rock getragen und auch noch zuviel getrunken an dem Abend? Selbst schuld!"

      Schlimm, wenn so etwas von einer Frau kommt.

      • @Klabauta:

        In einem nicht veröffentlichten Kommentar hab ich gemutmaßt, wann der erste Täter-Opfer-Umkehr-Vorwurf kommt. Manchmal ist die Moderation ein wenig zu ambitioniert auf ihrer Suche nach Gedankenverbrechen.

        Anyway. "Schuld" taucht in Sabines Kommentar nicht einmal auf. Noch nicht mal "Verantwortung". Wo genau sehen sie da eine Schuldzuschreibung und warum? Passiert ihnen das häufiger, dass sie Schuld sehen, wo garkeine ist?

    • @*Sabine*:

      Ich habe durch meine Arbeit so viele Frauen erlebt die gesagt haben, bis zu den Kindern war es gut, danach fing die Gewalt an. Ja .Ende müssen betroffene gehen und man sollte aufpassen . Aber der kern des Problems wird sich erst ändern wenn Männer einen Verantwortungsvollen Umgang mit Gefühlen und Überforderung lernen und eine Sprache für ihre Bedürfnisse finden. Denn dass sie das nicht können, liegt auch am Patriarchat. Und sie leiden auch darunter dass sie es nicht können, nur die Partnerin die verkloppt oder umgebracht wird halt noch mehr.

    • @*Sabine*:

      Früher hätte ich solche "Drum prüfe, wer sich ewig bindet"-Sätze nicht so pathetisch geschrieben, doch die Wahl von Partner w/m/d ist eine zentrale fürs Leben, und Hormone helfen für gegenseitiges Einlassen und Vertrauen; reine Checklisten bestehen kaum gegen kapitalistischen Optimierungswahn auch dort. Doch der Wahn wäre kurz, die Reu' wäre lang.



      Es ist auch eine wohl hilfreiche Rückmeldung, als übergriffig empfundenes Verhalten früh anzusprechen, bevor es sich einschliffe. Und dann gemeinsam oder aber eben durch Trennung zu lösen.

  • Ohne die Aussage von Hr. Peglow inhaltlich bewerten zu wollen, sei zitiert, was er in der Bildzeitung als Rechtfertigung sagte: „Meine Aussage war erkennbar zugespitzt formuliert. Sie war nicht als wörtlicher Rat gemeint.“ Von einem deutschen Kriminalbeamten erwarte ich, besonders in sensiblen Bereichen, erkennbar präzises Agieren in Wort und Tat. Wenn er meint, etwas verbal zuspitzen zu müssen, dann muss er (und alle anderen) mit zugespitzten Reaktionen rechnen.



    Der Hang und Drang zu den Medien scheint auch vor einem Kriminalbeamten nicht halt zu machen. Wenn ihm dieses Thema tatsächlich so ein Herzensanliegen ist, dann hat der „erkennbar zugespitzte“ Debattenbeitrag seinen Zweck erreicht, weil er danach gleich nochmal in mehreren Medien, „Bild“ stand nicht allein, die Gelegenheit bekam, sich dazu zu äußern.



    Darüber hinaus scheinen mir Statistiken nur sehr bedingt als Argumentationshilfen geeignet, da sie schnell missverständlich sein können, zumal im falschen Kontext. Oder vulgo: Ich traue nur den Statistiken, die ich selbst gefälscht habe.

    • @Vigoleis:

      Zuspitzungen heutzutage besser deutlich markieren, ja. Irgendein Schreibling oder wer auch immer wird nämlich den Satz ohne Kontext ins Netz hauen.



      Mit genügend Zeit prüfen wir natürlich den Kontext nach, diese Zeit im atemlosen Datenstrom werden wir aber selten haben.

      Sachlich hat er, haben die Zahlen leider einen Punkt. Der mir nicht gefällt, der mich womöglich beunruhigt, der mich aber auch daran erinnert, mich selbst schonungslos zu prüfen und auch anderen evtl. bei falschen Fantasien zeitig eine andere Sicht auf die Lage anzubieten.

    • @Vigoleis:

      Wenn die Statistik nicht das zeigt, was Sie gern glauben möchten, dann stellen Sie die Statistik in Frage? Das nennt sich Realitätsverweigerung.

      • @doda:

        Nein, falsch. Ich stelle nicht die Statistik infrage, sondern mache hier und auch sonst sehr oft die Erfahrung, dass Statistiken beweisen sollen, was ohnehin schon als Ergebnis geplant war, oder in verkürzten Kontexten auch nur verkürzte Argumente liefern. Ich schrieb deshalb auch neutral von "Missverständnissen".



        Für den aktuellen Fall: Herr Peglow hat als Ursache für männliche Gewalt im (unten verlinkten) Interview mit dem RND zum Thema die Herkunft eines Täters ausgeschlossen. Ich bezweifle, dass der gesamte soziokulturelle Hintergrund einer Person, also das, was große Teile einer sogenannten Biographie ausmachen, bei einem eklatanten Verstoß gegen gängige Verhaltensregeln überhaupt keine Rolle spielt. Und vermutlich gibt es Statistiken, die das auch "nachweisen" (, und auch denen würde ich mit der von mir bezeichneten, gebotenen Skepsis begegnen).



        www.rnd.de/panoram...LAX5ULTTMCLWE.html

        • @Vigoleis:

          Was Sie bezweifeln, ist ihre Privatsache, solange Sie das nicht auch irgendwie belegen können. Bis dahin nennt man so etwas "rassistisches Vorurteil".

          • @doda:

            Sie sind aber schnell mit dem Mulitfunktionsvorwurf "Rassismus". Aber alles was Ihnen in Ihrem Leben zustößt, also alles, was man gemeinhin "Biographie" nennt, wird auf die eine oder andere Weise Ihr Handeln bestimmen. Aus der Nummer kommt niemand raus. Und Belege? Ich empfehle Ihnen quasi als Einstieg die genaue und selbstkritische Lektüre der Studienausgabe von Sigmund Freuds Werken (Fischer Verlag Ffm, 1969ff.). Dann schauen wir weiter.

            • @Vigoleis:

              Es gibt kaum ein eindeutigeres Beispiel für ein rassistisches Vorurteil als ihre Vermutung, dass die Herkunft der Täter entscheidend für die Frage ist, ob sie Frauen gegenüber gewalttätig werden. Wenn Sie das anders sehen, freue ich mich über Argumente und Belege. Solange Ihnen dazu nicht mehr einfällt, als mich auf Sigmund Freud zu verweisen, können wir uns das Schreiben hier auch sparen.

      • @doda:

        Jede Statistik ist subjektiv. Das fängt schon an mit der Auswahl und Definition der Kennzahlen an. Eine Statistik bildet ja nur einen frei gewählten Ausschnitt der Realität ab.



        Man hat selten für alle Parameter Zahlen, also muss man mit Annahmen und Schätzungen arbeiten. Da die meisten Formeln Multiplikationen oder Divisionen enthalten, können da auch klitzekleine Nachkommastellen schon große Wunder bewirken.



        Zuverlässigkeit des Datenmaterials: wie wurde es erhoben, ist es wirklich vollständig? Hat man auch nicht immer im Griff. Ist der Zeitraum, über den Daten vorliegen, überhaupt typisch?



        Dann die Darstellung: je nachdem, wie Sie die Achsen und Skalierungen wählen, kann ein und dasselbe Zahlenmaterial zu höchst unterschiedlichen Aussagen führen.



        Misstrauen ist bei Statistiken immerhin angebracht und keine Realitätsverweigerung.

        • @Oma:

          Na dann, liefern Sie bitte die Belege dafür, dass hier ein verzerrtes Bild dargestellt sind. Ein theoretischer Vortrag über die möglichen Fallstricke empirischer Sozialforschung sagt gar nichts aus.

      • @doda:

        Anfängerfehler. Für Fortgeschrittene Konzepte mal nach "Ideological bias in the production of research findings" suchen.

        • @swordeli:

          Sie haben da sicher fundierte Belege als einen Suchbegriff für Google. Und Wwenn sie mir einen Anfängerfehler unterstellen, dann auch entsprechende fachliche Kompetenz, wie bspw. ein Studium in empirischer Sozialforschung. Nicht alles, was statistisch belegt ist, hat automatisch einen ideologischen Bias.

    • @Vigoleis:

      Wie erfrischend anders, interessant, einmal auch etwas anderes zu lesen. Denn ich erwarte von einem Herrn "Kriminal" nämlich genau das; was und wie er es sagte. 👍

      • @Gerhard Krause:

        "erfrischend anders" ist ein wirklich zynischer Euphemismus für rassistische Mutmaßungen.

  • Die Zahlen von PKS und TVBZ werden relativiert, aber hier wird verallgemeinert. Genau mein Humor.

  • Ich glaube (oder hoffe) schon, dass unter denen, die am Lautesten "aber nicht alle Männer" schreien, auch solche sind, die ehrlich empört sind über die Unterstellung, sie selbst könnten ihrer Partnerin so etwas antun. Ich habe auch lange gebraucht, um zu verstehen, wie ernst die Lage ist und wie viele meiner Mit-Männer eine wirklich befremdliche Einstellung zu Frauen haben. Wie viele Männer es wirklich gibt, die keine Empathie für Frauen entwickeln und Frauen quasi für eine andere Spezies halten.

    Viele Sprüche, die ich mir früher mit "sollte wohl ein Witz sein" erklärt habe, waren wohl leider ernst gemeint. Übergriffe, die ich für Einzelfälle hielt, weil ich selber nur vereinzelt Zeuge davon wurde, sind in Wirklichkeit der Alltag jeder Frau, überall. Und gerade, wenn man(n) selber im Traum nicht auf die Idee kommen würde, so etwas zu tun, ist es eine kognitiv völlig normale Reaktion, sich die Sache schön zu reden. Und ebenso normal ist es, Aussagen auf sich selbst zu beziehen, die gar nicht so gemeint sind. Geduld und Aufklärung bleiben wichtig, um all die "guten" Männer, die es einfach noch nicht gecheckt haben, zu erreichen.

    • @Milchtrinker:

      Da bin ich, selbstverständlich ordne ich Ihre Aussage auch ein wenig ein, vollkommen bei Ihnen.

    • @Milchtrinker:

      Das mit der Empörung und der Überzeugung selbst nicht zu den Tätern zu gehören, ist so eine Sache.



      Die Herrschaft von Männern über Frauen ist eine strukturelle und wird von ideologischen Staatsapparaten tief in die Individuen eingeschrieben. Persönliche Überzeugung ist also nicht wirklich ein verlässlicher Indikator.

      • @Dorothea Pauli:

        Das Individuum dürfte an der Stelle weit mehr Macht entfalten als Staatsapparate. Deren Kontrolle über die Gedanken welt der Bevölkerung hat bislang immer nur dann den Anschein erweckt zu funktionieren, wenn sie es geschafft hat, ihre Absichten an bereits vorhandene Haltungen in der Bevölkerung anzuhängen. Ich würde die patriarchalen Beharrungskräfte daher eher in den Familien, auf den Schulhöfen und - in geringerem Maße und vor allem abhängig von der persönlichnen Einstellung der beteiligten Pädagogen - in den Klassenzimmern verorten. Das setzt sich dann im Erwachsenenleben fort, aber in diesen kindlichen und jugendlichen Echoräumen werden die meisten grundsätzlichen Wertungsschemata, was erstrebenswert ist und was nicht, gebildet.

      • @Dorothea Pauli:

        Völlig richtig, und das Tragische daran ist: um diese Überzeugung wirklich auf die Probe zu stellen, müsste eine Frau zuerst ins Risiko gehen. Alternativ, kein Mann, kein Risiko, das ist ja genau das Thema. Die Ignoranz der "Guten" ist ein wesentlicher Teil des strukturellen Problems, und ob man diese nun für selbst verschuldet halten will oder nicht, spielt aus taktischer Sicht keine Rolle. Ich meine, dass Geduld und Aufklärung leider immer noch das beste Mittel sind, um dieser Ignoranz zu begegnen. Während Konfrontation und Schuldzuweisungen es jenen Kräften leicht machen, die sehr planvoll daran arbeiten, genau diese Ignoranz zu erhalten.

    • @Milchtrinker:

      In erster Linie ist mal festzuhalten, dass -zumindest mal hier- niemand "schreit", sondern das schlicht einer Pauschalisierung nicht homogener Bevölkerungsgruppen widersprochen wird. Die ist nämlich komplett themenunabhängig immer die Grundlage für jegliche Ressentiments.



      Man kann sich des Problems absolu bewußt sein, Strukturen ablehnen, die das begünstigen, sich nicht persönlich angesprochen fühlen und trotzdem eindeutig ausnahmslose Zuschreibungen wie "jede Frau, überall" und "jeder Mann" ablehnen.



      Einerseits wird immer die Vielfältigkeit von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Religion und Lebensweise betont, andererseits fordert man ein, dass doch mal alle "checken" sollen, dass mit Pauschlisierung nach Geschlecht eigentlich nicht alle, aber doch irgendwie alle gemeint sind.



      Und Drittens frag ich mich bei deratigen Meinungen immer, ob wirklich geglaubt wird, dass Männer und Frauen in Beziehung/Freundschaft/Umfeld nicht auch über solche Themen sprechen würden, dass Männer nicht auch eigenes Verhalten reflektieren würden.



      Ich halte es nämlich für ziemlich fragwürdig, ob man mit radikal-pauschalen Parolen wirklich etwas Postives und nicht eher ablehnde Abwehrhaltung erreicht.

      • @Deep South:

        Was ich allen Männern, die das Bedürfnis haben, sich hier in erster Linie gegen vermeintliche Zuschreibungen zu wehren, gerne mitgeben würde, ist dies: Man(n) kann das machen, man hätte aber auch die Wahl gehabt, sich solidarisch und empathisch zu äußern über die unfassbar ungerechte Lebensrealität, die hier beschrieben wird. Was ist wichtiger?

        • @Milchtrinker:

          Es hilft aber Niemandem, was ich hier in einem Online Forum schreibe oder wie ich mich in irgendeiner Bubble profiliere. Es zählt schlicht, wie ich mich im Alltag verhalte und welchen Einfluss ich auf mein Umfeld habe.



          Bei jeder Debatte zählt für mich ausschließlich, was am Ende dabei für Betroffene rausspringt. Ich kann bei keiner der ganzen aktuellen Debatten, wo der Diskurs dermaßen verengt geführt wird, einen greifbaren Lösungsansatz mit echtem Mehrwert für die Gesellschaft erkennen. Auch hier nicht. Und ich halte generell absolut nichts davon, sich über irgendein biologisches Merkmal zu identifizieren bzw. Andere darüber zu bewerten oder zu klassifizieren. Deshalb fühle ich mich auch nicht angesprochen.



          Mir gehts in erster Linie, darum, wie Debatten wieder so geführt werden, dass sie nicht mehr zum reinen Selbstzweck werden, sondern das Potential haben Veränderung zu bewirken.

      • @Deep South:

        Ich unterschreibe das allermeiste. Es gibt freilich drei Machtfaktoren rein biologischer Art (=resultierend aus dem nunmal sehr mächtigen Fortpflanzungstrieb), die bei ihrem "Drittens..." den gleichberechtigten Austausch stören können und - zumindest nach meiner punktuellen Erfahrung - das auch sehr häufig tun:



        1. Frauen können nur einmal gleichzeitig schwanger sein. Das macht sie zum "Nadelöhr" der Fortpflanzung



        2. Diese Funktion ist zeitlich begrenzt. Irgendwann ist es zu spät.



        3. Hormonhaushalt und die Schwangerschaft erzeugen bei Frauen stärkere Bindungen an den Nachwuchs.



        Nr. 1 macht Frauen effektiv zum "mächtigeren" Geschlecht in der Partnerwahl. Deshalb sollte man vorsichtig sein damit, Männern zu unterstellen, sie würden das ganze Erfolgs- und Alphagehabe nur um seiner selbst willen an den Tag legen. Da spielen weibliche Erwartungshaltungen massiv mit. Aber wegen Nr. 2 und (später) 3 ist ab einem gewissen Punkt NACH der Partnerwahl der Mann im Vorteil. Da wird sie "schlechte Angewohnheiten" schon mal eher schlucken, ohne sie zu thematisieren, weil sie mehr zu verlieren hat, wenn die Beziehung zerbricht. Sie ist dann "All in", er - biologisch zumindest - nicht.

        • @Normalo:

          Das ist eine plausible Erklärung. Die wird ein wenig verwässert durch die Tatsache, dass Frauen Beziehungen häufiger beenden

          • @swordeli:

            Mir ging es um das Verhalten IN der Beziehung. Denn ja, Frauen sind häufiger diejenigen, die die Reißleine ziehen. Aber zu einem erheblichen Teil tun sie das, weil sie - zumindest subjektiv - vorher zuviel investiert haben. Der zugehörige Mann hat es sich umgekehrt in der Beziehung schön bequem gemacht und keinen Änderungsbedarf.

            Achten Sie auch mal auf die Folge- oder auch "Ausbruchs-"Partnerschaften nach dem Ende einer längeren Beziehung. Frauen suchen sich oft Jemanden, der möglichst anders ist als der verlassene Vorgänger, halten es aber mit dem oft auch nicht lange aus. Ergo: Sie wollten wirklich primär aus der alten Beziehung raus. Männer, die freiwillig gehen, tun das häufiger nach dem Motto "Der Feind des Guten ist das Bessere", und bleiben bei der Nachfolgerin dann auch erstmal wieder (wenn die sie nicht abschießt...).

            • @Normalo:

              Entschuldigung. Als ich anfing zu schreiben dacht ich noch, dass mir noch klar wird, worauf ich hinaus will. War dann aber doch nicht so und ich dacht: nää, das ja Käse. Ich muss versehentlich "Abschicken" statt "Abbrechen" gedrückt haben.



              Normalerweise trolle ich hier gern ein bisschen, wenn ich das Gefühl hab, dass die Wahrnehmung der Realität so grundverschieden von meiner ist, dass kein konstruktiver Dialog möglich ist. Bei Ihnen ist bzw. war das bisher noch nie so und so fundiert, wie ich Ihre Beiträge finde, hätte ich mir gerne mehr Mühe geben wollen, um Ihnen gerecht zu werden. Hat leider nicht geklappt.

      • @Deep South:

        Das war jetzt klassische Meinungslenkung durch Meinungsfreiheit. 😆👍

  • Es ist nicht das was, es ist das wie darüber gesprochen wird. Kein Mann, außer er ist vielleicht aus der rechten Ecke, wird abstreiten, dass Männer ein Risiko für Frauen sein können. Ich kann aber nicht auf der einen Seite Männer beschimpfen und beleidigen, und auf der anderen Seite fordern, dass wir Männer Frauen unterstützen. So funktioniert das meiner Meinung nach nicht. Das muss anders gelöst werden.

    • @renegade5555:

      Wer beleidigt und beschimpft denn? Und: wer fühlt sich eigentlich beleidigt, und von wem?

  • Tja, das Leben ist ein Babyhemdchen: Kurz und beschissen.



    Mit Partner ist es scheiße, und ohne Partner auch :-)

    • @sollndas:

      Im Babyhemdchen fängt das Problem an:



      Viele Männer haben das Bedürfnis, von der Frau verhätschelt zu werden wie ein Baby und sie dennoch zu beherrschen wie ein Pascha.



      Ein Leserbriefschreiber hat vor Jahrzehnten mal geschrieben: "Wir Männer müssen begreifen, dass unsere Frauen nicht unsere Mütter sind."

      • @aujau:

        Es gab mal vor Jahren eine Sendung: "Hotel Mama". Ergebnis: Die jungen Männer leben immer länger bei Mutti und wechseln dann direkt in die Ehe. Sie haben nie gelernt, selbständig einen Haushalt zu führen.

      • @aujau:

        "Viele Männer haben das Bedürfnis, von der Frau verhätschelt zu werden wie ein Baby und sie dennoch zu beherrschen wie ein Pascha."

        Vielleicht ist das so. Ich erlebe eher, dass sich jede/r w/m/d es gerne angenehm hat und sich zeitweise verwöhnen lassen möchte, aber ebenso das Bedürfnis spürt, sich und seine Bedürfnisse durchzusetzen. Ist aus meiner Sicht in Ordnung. Ich kann nur empfehlen: Auslosen. :-)

        Mein Mann und ich ziehen öfter Lose. Mal geht es nach dem Kopf des einen, mal nach dem Kopf des anderen.

        • @*Sabine*:

          In den "alten Zeiten" war das sicher einfacher. Der Mann führte seine Werkstadt und die Frau den Haushalt. Klare Trennung.



          Auf den Bauerhöfen sah das aber anders aus. Alle mussten schuften bis zum Umfallen.



          Und mit Beginn der Industrialisierung und dem Aufkommen der Kleinfamilie wurde es ganz düster. Der Mann war erst einmal der Alleinverdiener und die Frau saß in einer kleinen, dunklen Wohnung mit den Kindern fest.

      • @aujau:

        Das ist lustig, ist der Versorger und Beschützer doch genauso Vaterfigur wie die Hinterherräumerin Mutterfigur.



        Vielleicht sollten alle mal ein wenig erwachsener werden und sich was auf Augenhöhe suchen.

      • @aujau:

        Und viele Frauen haben das Bedürfnis, ihre Männer zu bemuttern, auch wenn dieselben schon längst erwachsen sind. Was von letzteren nicht immer geschätzt wird :-)



        Sorry, für eine gelungene Partnerschaft gibt es keine Garantie. Das müssen die Beteiligten immer unter sich selbst aushandeln.

    • @sollndas:

      Life is short and then you die.

  • Scene 1



    Auf der Terasse eines SB-Cafés. Ein älteres Ehepaar kommt. Er setzt sich, die holde Gattin nimmt seine Wünsche entgegen und bringt das beladene Tablett. Ich bleibe - meine wissenschaftliche Neugier ist geweckt. Am Ende sammelte die Ehefrau das Geschirr ein und bringt das Tablett zurück. Er bleibt sitzen, bis sie wieder am Tisch steht. Am liebsten würde ich rüber gehen und ihn zusammenstauchen. Aber das wäre ja auch männliche Gewalt.

    Scene 2



    SPSS-Kursus (Statistik) an der Uni. Ich richte eine Abfrage an die Datenbank. Ergebnis: Männer mit Ehefrau werden älter als Männer ohne eine solche.



    Frauen ohne Ehemann werden älter als Frauen mit Ehemann.



    Das war vor 40 Jahren. Heute, mit der Doppelbelastung der Frauen, sehen die Zahlen vermutlich noch düsterer für die Frauen aus.



    Ist das eine Form der Gewalt von Männern gegenüber ihren Frauen?

    Wie die Situation in der jüngeren Altersgruppe ausschaut, vermag ich (im Moment) nicht zu sagen. Am hellen Nachmittag werden die Terrassen halt überwiegend von älteren Menschen frequentiert.

    • @Il_Leopardo:

      Man davon ab, ob ihre Beobachtungen und Statistiken tatsächlich einen Kazsalzusammenhang zeigen oder nicht: Die Dame aus ihrem Beispiel dürfte den Herrn freiwillig geheiratet haben und hat jederzeit die Möglichkeit sich zu trennen, wenn es ihr nicht gefällt. Keine Pointe

    • @Il_Leopardo:

      Es gibt den wunderbaren Satz: Ich helfe meiner Dame in den Mantel. Dies ist eine Art Vertrag, dass meine Dame mir in den Mantel hilft, wenn ich es selbst nicht mehr kann.

      Ein Ehemann, vor Dekaden selbst ü70, und eben noch ein Kavalier der alten Schule.

      • @Altbayer:

        Top! 👍

    • @Il_Leopardo:

      "Männer mit Ehefrau werden älter als Männer ohne eine solche. Frauen ohne Ehemann werden älter als Frauen mit Ehemann."

      Mir persönlich ist die Zeit mit meinem Ehemann das ggf. kürzere Leben wert, auch wenn ich öfter Salat essen und Sport machen "muss". ;-)

      • @*Sabine*:

        Sie dürfen Ihre Ehe getrost weiterführen.



        Ich schreibe hier von Statistiken.



        Komisch, dass hier so viele nervös bis gereizt darauf reagieren.

    • @Il_Leopardo:

      Männer mit Ehefrau sind größer und wohlhabender als ohne eine solche. Man wird nicht nur gesünder, man wächst sogar noch und das Geld fällt von den Bäumen. Sapperlot, was Frauen alles schaffen.

      • @swordeli:

        Das liegt vermutlich daran, dass "Mutti" Sie ständig ermahnt, gerade zu gehen. Und es gibt nicht so häufig Dosenfraß. wie bei ledigen Männern. Und was das Geld angeht, "Mutti" verwaltet das Einkommen und wirtschaftet einfach besser. Das ist dann Ihr erwähnter "Das-Geld-fällt-von-den-Bäumen-Effekt".

    • @Il_Leopardo:

      Szene 1:



      Unter Umständen sehen Sie nicht, ob es einen gesundheitlichen Grund für das Verhalten gibt.



      Ich hatte im letzten Jahr ein Knieproblem. Meine Frau hat mir vieles abgenommen. Wenn ich langsam lief, musste ich nicht humpeln.



      Ich befürchte, manche hielten das für Paschaverhalten.



      Kann natürlich auch sein, dass Sie die Szene völlig richtig eingeschätzt haben.

      Szene 2:



      Ist die Frage, welche Daten Sie hatten.



      Da Frauen im Durchschnitt älter werden als Männer, haben Sie möglicherweise die Witwen bei den Frauen ohne Ehemänner dringehabt. Die würden aber die Statistik verzerren.



      (Ich schätze, der Unterschied zwischen einer Korrelation und einem Kausalzusammenhang ist Ihnen ohnehin bewusst.)

      • @rero:

        Danke!

      • @rero:

        Ich sitze dort bei gutem Wetter dreimal pro Woche. Immer das gleiche Bild. Glauben Sie mir, die haben nicht alle Knieprobleme.



        Das war damals eine große Datenbank. Selbstverständlich wurde zwischen verheirateten und verwitweten Frauen differenziert.



        Aber Sie erinnern mich daran, dass mal darüber nachzudenken, ob verwitwete Frauen länger leben als diejenigen, die sich um ihre Männer kümmern mussten.



        Des weiteren erinnere ich mich an eine Stunde über irische Nonnen, die allesamt uralt wurden. 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Gebet und 8 Stunden Nachtruhe. Keine Männer, wenig Unterleibserkrankungen, eine gesunde Kost etc.

    • @Il_Leopardo:

      Frauen werden älter als Männer.

      • @Winnetaz:

        Studien in Klöstern wo Mönche und Nonnen unter gleichen Bedingungen leben haben gezeigt, dass es keine Unterschiede in der Lebenserwartung gibt. Männer sterben früher weil sie gefährlichere Berufe und Hobbies haben sowie öfter Opfer von Gewaltverbrechen und Kriegen sind.

        • @Šarru-kīnu:

          Wir haben in diesem Land seit 80 Jahren keine Kriege mehr. Das mit den gefährlichen Hobbies und Berufen sind doch vernachlässigbare Zahlen.



          Sie wollen einfach nicht wahrhaben, was längst die Vögel von den Dächern rufen: Die Frauen reiben sich in den Ehen auf - die Männer lassen es sich gutgehen.

      • @Winnetaz:

        Das stimmt zwar. Aber es geht um die Frage, ob verheiratete Frauen länger leben als ledige Frauen.

        • @Il_Leopardo:

          "Frauen ohne Ehemann werden älter als Frauen mit Ehemann."

          Was denn jetzt? Ohne Ehemann oder ledig? Ohne Ehemann schließt Witwen ein. Und damit ist die Kausalität andersrum: Die Frauen, die sehr alt werden, sind häufig verwitwet.

  • In einer Sache geb ich der Autorin aber natürlich recht: Körperliche Gewalt von Männern ist und bleibt ein Problem. Das kann man nicht weg diskutieren. Aber man kann es erklären! Kurzer Mansplaining-Biologie-Exkurs:



    Personen mit XY-Chromosomen (oft gelesen als "Männer") haben im Schnitt 10-20x mehr Testosteron als Frauen. Testosteron fördert primär Dominanzstreben, nicht direkt Aggression. Die kommt ins Spiel, wenn dieser Anspruch bedroht wird – zum Beispiel im Wettbewerb um Fortpflanzungszugang. Mehr Muskelmasse, mehr Aggressionspotenzial – über Jahrtausende selektiert: Jagd, Säbelzahntiger, harter Alltag. War mal evolutionär nützlich. Heute gefährdet das Frauen und macht die Welt kaputt. Lässt sich aber nicht von heute auf morgen ändern – außer vielleicht durch flächendeckende Zwangskastration.

    Wichtig: Das erklärt Tendenzen in der Gesamtpopulation, nicht das Verhalten jedes einzelnen Mannes. Was sich verändern lässt: Sozialisation, Männlichkeitsnormen, Jungs beibringen mit Gefühlen umzugehen. Biologie ist schwer veränderbar. Kultur schon.

    Leute: We're all in this together! Wir kriegen das - wenn überhaupt - nur zusammen hin.

    • @HandMueller:

      Ihrer Argumentation möchte ich gerne entgegenstellen: Auch Männer dürfen frei entscheiden, Wählen gehen, Kinder in die Welt setzen. Damit ist es ihnen auch zuzumuten eine etwaigen Testosteronüberschuss unter Kontrolle zu halten.

    • @HandMueller:

      Dafür muss man aber auch wollen. Und genau das sehe ich eher nur bei einer Minderheit der Männer.

    • @HandMueller:

      Kein Beitrag zu diesem Thema in dem nicht wenigstens ein Kommentator die Testosteron - Karte zieht.

      Ihre Darstellung hinsichtlich männlicher Aggressivität gegenüber Frauen auf Testosteron zurückzuführen sind wissenschaftlich nicht haltbar. Wie verträgt sich ihre Theorie damit das ein höherer Testosteronspiegel bei Frauen zu einer Verringerung der Aggressivität führt?

      Es gibt zahlreiche Faktoren die aufzeigen warum Männer eher zu Gewalt tendieren als Frauen.

      Einige Erkenntnisse liefern die Neurowissenschaften hinsichtlich der Hirnstrukturen sowie die Sozialwissenschaften in Bezug auf soziale Normen. Biologische Prozesse bilden lediglich eine Komponente in diesem Zusammenspiel, erklären aber noch lange nicht "Tendenzen in der Gesamtpopulation".

      Wird aber gerne herangezogen die Theorie, besonders von Männern "kann man nichts machen, wir sind halt so", ist ein bewährtes Schema. Erklärt nur nichts und entschuldigt erst recht nichts.

  • Viele Frauen haben ja selbst zufällig noch irgendeinen Mann zuhause rumstehen und können sich daher selbst ein Bild machen. Tatsächlich ist wohl nicht alles von Genen und Hormonen vorbestimmt, aber es stimmt schon, als schwuler Mann darf ich es sagen: Es ist wie beim Airfryer, mit dem Auspacken fangen die Probleme erst richtig an.

    • @hedele:

      Um in Deinem Bild zu bleiben: "AEG - Auspacken - Einpacken - Gutschrift" - kannst Du auf den Airfryer, aber auch auf den zuhause "herumstehenden" Mann verwenden.



      Nein, Scherz beiseite: Ich war über den Satz des BDK-Vertreters mehr als erstaunt, aber er hat schon sehr viel Bezug zur Wirklichkeit und ist deshalb nicht falsch.

    • @hedele:

      Was haben sie gegen Airfryer, die sind günstig, sparen Strom und schneller geht's meistens auch noch.

  • Hm, wenn aufgrund der Polizei Statistik pauschal gegen Ausländer gehetzt wird wird das zurecht stark kritisiert. Wenn aufgrund der Polizei Statistik pauschal über Männer geurteilt wird ist es anscheinend witzig und richtig. Na ja, ich bin halt männlich und deshalb Teil des Problems, da ich Menschen weder nach Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung oder sonstwas beurteile oder vorverurteile, sondern nur danach wie er oder sie sich anderen gegenüber verhält. Schöne neue Welt.

    • @Müller Christian:

      Vielleicht hat das einfach etwas damit zu tun, dass Männer sich - und das stimmt leider in weiten Teilen - diesem Diskurs nicht stellen. Sie reagieren tendenziell beleidigt und abwehrend, immer nach dem Motto " ich bin ja nicht so ein Typ und will mit Gewalttätern nicht in einen Topf geworfen werden", aber sie haben auch kaum Lust, über typisch männliches Alltagsgehabe (Körpersprache), Verhalten von Männern innerhalb rein männlicher Gruppen, typische Sprüche/ Witze, wenn man unter sich ist, sexistische Bemerkungen anderer Männer, zu denen man dann nichts sagt, etc. etc. zu reflektieren.



      Viele Männer wollen einfach nicht wahrhaben, dass sie natürlich auch vom Patriarchat geprägt sind und damit in ihrer Menschlichkeit unter Umständen reduziert.



      Es ist da inzwischen eine unglaubliche Schieflage zwischen den Geschlechtern eingetreten, wenn es darum geht, sich den Problemen im Geschlechterverhältnis zu widmen und sich selbst dabei zu hinterfragen.

      • @cazzimma:

        Uneingeschränkte Zustimmung zu der Schieflage. Eine inter- und intrageschlechtliche Schieflage. Man fokussiert sich allgemein zu sehr auf die Privilegien der andern und die Benachteiligungen der eigenen Gruppe.

      • @cazzimma:

        Welche pauschal kriminalisierte Gruppe reagiert denn nicht empört?

        Sich dem Diskurs zu entziehen ist eben sehr leicht wenn der Ankläger auf moralisch/rechtlich extrem dünnen Eis agiert....

        viele Frauen wollen auch nicht wahrhaben dass sie natürlich auch vom Patriarchat geprägt sind.

        "Es ist da inzwischen eine unglaubliche Schieflage zwischen den Geschlechtern eingetreten, wenn es darum geht, sich den Problemen im Geschlechterverhältnis zu widmen und sich selbst dabei zu hinterfragen." Das war nie anders...

  • Die Struktur des Patriachats - gelebt von allen Geschlechtern, Klassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als Ursache näher zu betrachten kommt bei der Betrachtung von statistischen Zahlen, Göttin sei Dank, nicht in Frage. Es darf einfach sein...

  • In dem Interview ging es ausdrücklich um schwere körperliche Gewalt. Nicht um Traumata, die unglückliche Beziehungen auslösen können (vermutlich auch bei Männern), nicht um unfair verteilte Hausarbeit und sonst allerlei Misslichkeiten, die es beim Zusammenleben von Männern und Frauen geben kann. Ich finde es schade, dass das ernste Thema häusliche, oft tödliche Gewalt in diesem Kommentar banalisiert wird. Ich bin Peglow dankbar, dass er mit seiner sarkastischen Warnung, die sich bestimmt nicht auf hinterhergetragene Socken bezog, Menschen wachgerüttelt hat, die sich über das zu Grunde liegende Problem bisher wenig Gedanken gemacht haben dürften.

    • @Malnachdenken:

      Gute, sachliche Analyse. Danke!