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Berliner Mietspiegel 2026Der Wahnsinn geht weiter

Der neue Mietspiegel zeigt drastisch steigende Mieten und eröffnet weitere Spielräume für Erhöhungen. Entspannt gibt sich nur Senator Gaebler (SPD).

Zumindest der Senator hat an diesem Donnerstagmorgen gute Laune. Im 17. Stock der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Fehrbelliner Platz mit wolkenlosem Blick über die Stadt strahlt Christian Gaebler (SPD) zu Beginn der Pressekonferenz zur Vorstellung des Mietspiegels 2026, als hätte er eine frohe Botschaft zu verkünden. „Ich bin sehr froh, dass wir diesen Mietspiegel heute online stellen konnten“, sind dann auch seine ersten Worte.

Die zentrale Zahl der Erhebung über Berlins Mietentwicklung trägt er deshalb gleichmütig vor. Das durchschnittliche Mietniveau steigt demnach auf 7,71 Euro pro Quadratmeter, nachdem es im letzten Mietspiegel 2024 noch 7,21 Euro betragen hatte – ein Plus von 6,9 Prozent. Beschrieben wird damit der Median: Die Hälfte aller Mieten liegt darüber, die andere darunter. Legt man den Durchschnittswert aller Mieten zugrunde, sind es gar 8,32 Euro; 2013 waren es noch 5,33 Euro.

Später wird Gaebler auf Nachfrage von einem „moderaten“ Anstieg sprechen. Wie er darauf kommt, bleibt sein Geheimnis. Die Erhöhung um 50 Cent innerhalb von zwei Jahren ist der zweithöchste Anstieg, den der Mietspiegel jemals verzeichnete. Lediglich 2017 waren es noch 5 Cent mehr.

Zur Beruhigung erklärt Gaebler: „Ich glaube nicht, dass jetzt alle Mieterinnen und Mieter erwarten müssen, dass morgen eine Mieterhöhung kommt.“ Tatsächlich jedoch eröffnet der neue Mietspiegel, der Erhöhungen in sämtlichen Wohnlagen und Altersklassen ausweist, Ver­mie­te­r:in­nen nun die Spielräume für den nächsten Anstieg. Erlaubt sind laut der Mietpreisbremse Steigerungen bis zur durchschnittlichen Vergleichsmiete, maximal 15 Prozent in drei Jahren.

Wohnungsausstattung wird wichtiger

Gültig ist der Mietspiegel, der in einer Arbeitsgruppe von sechs Vermieter- und Mieterverbänden erstellt und von allen anerkannt wurde, für 1,6 Millionen Berliner Mietwohnungen. Abzulesen ist die zulässige Miete in 189 Feldern, die zwischen Baujahr, Wohnungsgröße sowie Lage unterscheiden. Angegeben ist dabei jeweils die Medianmiete, aber auch eine Spannweite zwischen den niedrigsten und höchsten Mieten für die jeweilige Wohnungsklasse, die sich nach der Ausstattung der Wohnung bemisst.

Hier zeigt sich dann auch die wahre Dramatik. Denn immer häufiger koppeln sich die Ober- von den Mittelwerten ab. Im Altbau in guter Wohnlage beträgt dieser Abstand zum Teil 4 bis 5 Euro, im Neubau gar bis zu 8 Euro. Merkmale wie hochwertiger Bodenbelag oder Einbauküche werden damit immer mehr zu Kostentreibern. Vermieter wie Vonovia hatten zuletzt gar wohnwertsteigernde Merkmale wie gute ÖPNV-Anbindung und Nahversorgung erfunden, um Mietsteigerungen zu begründen.

Laut Berliner Mieterverein sind die hohen Oberwerte „maßgeblich auf die Neuvermietungen zurückzuführen, die innerhalb der letzten sechs Jahre vereinbart wurden – nicht wenige davon unter Verstoß gegen die Mietpreisbremse“. Ein weiteres zentrales Problem: Im Neubau ab 2014 findet die Mietpreisbremse keine Anwendung, Miethöhen von bis zu 28 Euro pro Quadratmeter sind die Folge. Das immerhin sieht auch Senator Gaebler kritisch und fordert vom Bundesgesetzgeber eine Anpassung, was als Neubau gilt.

Die Reaktionen außerhalb der Senatsverwaltung fallen entsprechend bestürzt aus. Der Mieterverein spricht vom „Wahnsinn auf dem Berliner Wohnungsmarkt“ als „Ergebnis unzureichend konsequenter Mietregulierung“. Gefordert wird eine Verfolgung der Mietpreisbremse, nach der die Mieten bei einem Neuvertragsabschluss um maximal 10 Prozent angehoben werden darf.

Kritiker sehen „Mieterhöhungsspiegel“

Außerdem verlangen Kritiker, unzulässig überhöhte Mieten aus der Berechnung des Mietspiegels auszuschließen und sämtliche Mieten in dessen Berechnung einfließen zu lassen, statt nur jene, die innerhalb der letzten sechs Jahre erhöht oder neu abgeschlossen wurden. Die Initiativen Deutsche Wohnen & Co enteignen und das Berliner Bündnis gegen Vonovia und Co sprechen deshalb von einem „Mieterhöhungsspiegel“.

Dass Neubau das Problem nicht lösen werde, betont Grünen-Fraktionschef Werner Graf; dieser sei „für viele Ber­li­ne­r*in­nen unbezahlbar“. Zudem sinken die Neubauzahlen in der Amtszeit von Senator Gaebler Jahr für Jahr. Die zuletzt gemeldeten 11.000 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2025 sind der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Grund zur Freude dürfte das für den Senator eigentlich nicht sein.

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85 Kommentare

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  • Dringend endlich das Wiener Modell in Berlin einführen.

    Zitat: 'Einen wichtigen Eckpfeiler des sozialen Wohnbaus in Wien bilden die rund 220.000 kommunalen und die etwa 200.000 geförderten Wohnungen. Rund 50 Prozent der Wiener Bevölkerung lebt in einer dieser beiden Wohnformen. Der soziale Wohnbau steht für eine gerechtere Gesellschaft durch die Einbeziehung der mittleren und unteren Einkommensklassen.

    Einheitliche und nachvollziehbare Vergabekriterien ermöglichen eine gute soziale Durchmischung im sozialen Wohnbau und sorgen dafür, dass auch die Mittelschicht Zugang zu diesem großen und wachsenden Wohnungsangebot hat. Gleichzeitig stärken bezahlbare Mieten die Kaufkraft. Der große Anteil des sozialen Wohnbaus trägt dazu bei, erschwingliche Preise in einem Gutteil des gesamten Wohnungsmarkts zu erwirken.'

    Alles andere ist nur heiße Luft. SPD-Bausenator Gaebler versagt auf voller Linie die Bürger dieser Stadt vor der Rendite-Gier zu schützen.

  • Natürlich geht der Wahnsinn weiter



    Mit Mietpreisbremsen und verschärftem Mietrecht kann man bestenfalls Bestandsmietern helfen, aber sie schaffen keinen neuen Wohnraum. Wer Wohnungsbau sozialisieren will, vergrault die privaten Investoren, im besonderen Privatpersonen. Und wenn dann doch nur geredet statt gebaut wird, wird die Wohnungsnot immer noch größer. Vonovia und Co. sind ein Problem der Bestandsmieten, aber trotzdem nicht das Problem der Wohnungsnot. Es wird zu wenig gebaut, der Wahnsinn wird sich drastisch verschärfen. Ich gehe von einer Verdoppelung der Neuvermietungungspreise in Berlin schon in den nächsten 10 Jahren aus - der Wahnsinn geht weiter.

  • Wo bleibt das Streikrecht für Mieter ? Vielleicht, eventuell mal gegen unsoziale, unhumanistische Wohnungsgesellschaften solidalisieren. Inzwischen gibt es auch in fast allen größeren Städten Tauschbörsen für Mieter - der Wohnungen untereinander. Mehr Kreativität entwickeln statt sich immer nur beschweren. Kleiner Tipp - alles ist Verhandlungssache - auch die Mieten.



    - Mieterrechtschutzversicherung durchaus fast ein Must-have für Mieter.

  • 1. Was Gäbler auf seinem Posten bisher geleistet hat, rechtfertigt weder seine Vergütung noch seinen Verbleib.



    2. Dass es woanders noch teurer ist, ist so ziemlich der letzte Grund, Abzocke auf dem Wohnungsmarkt zu tolerieren.



    3. Diese Toleranz hört spätestens ganz natürlich auf, wenn es fürs Essen nicht mehr reicht. Das kommt aber erst nach der Streichung der Geburtstagsgeschenke für die Kinder.



    4. Jedem, der die gegenwärtigen Verhältnisse auf dem Berliner Wohnungsmarkt für gut und richtig hält, wünsche ich einfach mal ganz boshaft, dass er eine Wohnung braucht. Zum Beispiel, weil auch der nächste und übernächste Vermieter Eigenbedarf reklamiert hat oder man Vonovia verlassen will oder muss - in der Regel aus Gründen.

    • @Christine_Winterabend:

      "...Abzocke..."



      Erst Mangel und Zuzugsdruck machen Abzocke möglich.



      Gäbe es beides nicht, wäre Abzocke nicht möglich.

  • Das Problem ließe sich ein für alle Mal lösen, wenn man die ehemaligen Flugplätze Tempelhof und Tegel mit Wohnungen vollpflastert. Nicht nur Randbebauung, wie jetzt in Tempelhof diskutiert wird, sondern vollständig. Es könnten zwei tolle neue Kieze entstehen. Dazu ein paar Umwelt-, Wärmedämmungs- und sonstige hemmenden Vorschriften abschaffen, so daß die Baukosten niedrig bleiben, und schon hat man in Berlin kein Mietenproblem mehr.

    In Wien hat man, soweit ich weiß, innerhalb von zehn Jahren einen völlig neuen Stadtteil aus dem Boden gestampft, da wohnt man heute großartig und vergleichsweise preisgünstig. Sowas würde ich für TXL und THF vorschlagen.

    Außerdem gibt es mit Sicherheit eine fünfstellige Anzahl von Altbauten, in denen die Dachgeschosse noch nicht ausgebaut sind. Den Vermietern großzügige Förderungen für den Ausbau zahlen, verbunden mit Strafzahlungen, wenn sie es nicht tun. Macht nochmal 100.000 Wohnungen mehr.

    Nur eine Erhöhung des Angebots senkt den Gleichgewichtspreis. Gibt man Milliarden hingegen für die Enteignung von Wohnungen aus, hat man viel Geld bezahlt, aber es gibt keine einzige Wohnung mehr.

  • "Das durchschnittliche Mietniveau steigt demnach auf 7,71 Euro pro Quadratmeter, nachdem es im letzten Mietspiegel 2024 noch 7,21 Euro betragen hatte – ein Plus von 6,9 Prozent. Beschrieben wird damit der Median: Die Hälfte aller Mieten liegt darüber, die andere darunter. Legt man den Durchschnittswert aller Mieten zugrunde, sind es gar 8,32 Euro; 2013 waren es noch 5,33 Euro."

    Und DAS ist jetzt ernsthaft die Situation, über die seit Jahren Zeter und Mordio geschrien wird? Das eine Familie für eine 100m²-Wohnung in der gefragtesten Großstädte in Deutschland im Median 832€ Miete bezahlt? Das ist doch, Verzeihung, lächerlich. Die Hälfte wohnt also noch günstiger. Seit Jahren wird diese Diskussion geführt, als ginge es um die Existenz, dabei bedeutet diese Zahl im Ergebnis, dass man mit einem Monatshaushaltseinkommen von 2000€ netto sich immer noch problemlos eine 100m²-Wohnung leisten kann. Das Problem ist eher, dass Neuvermietungen mangels Angebot so horrend teuer sind, dass sie den Spiegel nach oben ziehen - wogegen aber alle tollen Maßnahmen wie Massenenteignung und Mietpreisbremsen überhaupt nichts tun.

    • @Agarack:

      Für diesen Preis bekommt man keine Wohnung. Lesen Sie den Artikel nochmals. Das sind Durchschnittsmieten, die alle Mietverträge der letzten 6 Jahre brücksichtigen. Angebotsmieten sind unter 14,- Euro kalt/qm kaum zu bekommen.

  • Tja, so laufen Ausgleichsvorgänge. So lange man noch weit vom Equilibrium entfernt ist, kann es schnell gehen. Als jemand, der gerade nach 10 Jahren wissenschaftlichem Welttingels wieder in einer alten Heimat nach einer Wohnung sucht, habe ich nur eingeschränktes Verständnis für das verwöhnte Berliner Mietgezeter. Auch wenn die Anstiegsrate in Berlin höher sein mag, viele anderen Städte sind seit Jahrzehnten teuer. Wohnen in Berlin war bis vor kurzem einfach relativ günstig.

  • Das sind paradiesische Preise, da man im Regelfall davon ausgeht, das wohnen ca. 40% der Lebenskosten ausmacht in großen Städten. Selbst in vielen mittleren Städten in D sind die Preise höher. Aber es ist halt Berlin in dem viele prekäre Akademiker leben wollen, in meiner Stadt gilt dieser als Durchschnittsmiete genannte Preis als Preis für sozialen Mietraum.



    Also kriegt euch wieder ein.

    • @Reinero66:

      Wenn ich solche vor Zynismus strotzenden Kommentare lese, kann einem nur die Hutschnur platzen. Ihnen ist nicht bewusst, dass Löhne/Gehälter nicht in diesem Maß steigen, wie die Mietpreise. Für Durchschnittseinkommen ist die Steigerung um 15% der Kaltmiete im Bestand auf einen Schlag, denn kein Vermieter stückelt dieses in mehrere Tranchen alle 15 Monate (bitte mal BGB §558 nachlesen), was bei uns eine Erhöhung von knapp 100,- Euro mtl. ausmachte, erheblich. Wenn man die Inflation bei Lebensmittelpreisen und anderen Dienstleistungen einrechnet, bräuchte man um das auszugleichen, Gehaltssteigerungen von 20-25%, was viele Branchen nicht hergeben. Dabei geht es eben nicht um angeblich "prekäre" Akademiker, als ob in einem Land keine Akademiker gebraucht würden, sondern um Bürger, die den Laden hier am Laufen halten, wie um meinen Lebenspartner, der in der Altenpflege tätig ist. Sollen diese Personengruppen, wie auch Einzelhandelskaufleute, Reinigungskräfte etc. nicht mehr im Stadtgebiet leben können, sondern mehrere Stunden zum Arbeitsplatz anfahren, damit Sie bequem leben können? Ihr Sozialdarwinismus und Klassismus sagt mehr etwas über Sie aus, als über das eigentliche Problem.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Leider passt ihr Name nicht zu ihrem Kommentar- Sozialdarwinismus.



        Das hat auch nichts mit Zynismus, sondern mit Realitäten zu tun, deshalb bin ich ganz woanders hingezogen, aber wie gesagt die Preise sind woanders, HH, München, Köln... deutlich höher und auch dort gibt es Reinigungskräfte, Kaufleute etc., übrigens bin ich gelernter Feinmechaniker aus einem Hilfsarbeiterhaushalt.

    • @Reinero66:

      40 Prozent nur? Dann verdienen Sie aber sehr gut. Der Anteil an Mieter, Nebenkosten und Heizung beträgt in vielen Fällen über 50 %, bis zu 70 % des verfügbaren Einkommens.

    • @Reinero66:

      Das sind ja nur Durchschnittspreise, weil viele noch alte Mietverträge haben.

      Ein paar Anmerkungen dazu:

      1. Es ist selbst für Zahlungskräftige schwierig, IRGENDWO in der Stadt IRGENDEINE Wohnung zu finden. Wir sprechen hier nicht von bezahlbar.

      2. Neuvermietungen beginnen meistens bei 20 Euro / qm. Heute zahlen Studierende für ein WG-Zimmer locker 700-900 Euro. Ich habe mal 200 bezahlt, schnief, in der guten alten Zeit.

      3. Dadurch steigt langfristig der Mietspiegel immer weiter, weil hier nur die letzten Jahre berücksichtigt werden.

      4. Berliner Gehälter sind immer noch nicht ausreichend im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten.

      5. Es geht um sozial durchmischte Städte. Natürlich können alle Nichtagenturinhaber und Krankenpfleger nach Görlitz, Prenzlau oder Gelsenkirchen ziehen. Das ist aber weder angenehm für sie noch gut für die Stadt.

      • @Stavros:

        Das gilt ja auch fur alle anderen Städte....also nix Besonderes.

      • @Stavros:

        1. Stimmt, das liegt aber nicht an den bösen Vermieter, wie gerne behauptet wird, sondern am allgemeinen Wohnraummangel, entstanden aus ungeregelten Zuzug und dem tredenden Hang zur Vereinzelung



        2. Bei Baupreisen ab 5.000€ pro qm auch nicht anders machbar.



        5. Was haben sie gegen Görlitz und Prenzlau? ;)

        • @Samvim:

          Ja, man kennt sie, die großen Universitäten von Görlitz und Prenzlau. Prima Alternative für die über 200.000 Studenten der Berliner Universitäten und Hochschulen, die in Berlin ganz überwiegend absolut gar nichts von der hier immer wieder angesprochenen doch ganz akzeptablen Durchschnittsmiete haben, weil Sie eben in der Kategorie "Angebotsmieten" suchen müssen, die Lichtjahre von den Altbestandsmieten entfernt sind.







          Trifft übrigens genauso jede in Berlin von den Eltern ausziehende Tochter, die nicht Ihre Familie, ihren Freundeskreis, ihren Job oder Studium und ihr gesamtes Umfeld komplett verlassen will.







          Trifft auch jeden wegen Eigenbedarf des natürlich nicht bösen Vermieters aus der Wohnung rausgeschmissenen Mieter.







          Nach dem Mottos "kann man nichts machen", "woanders ist auch schön und billiger", "ist alles gar nicht so schlimm" wird hier in den Kommentaren verniedlicht, dass es ein echtes Problem in Berlin gibt für viele Menschen, denen der Hinweis, dass Paris viel teurer ist, kein bisschen hilft. So können nur ignorante Leute reden, die nicht betroffen und denen andere Menschen in schwierigen Verhältnissen komplett egal sind. Traurig.

          • @Sisone:

            Eines der Probleme haben sie an zweiter Stelle aufgeführt, Tochter will ausziehen, das heißt dieselbe Familie braucht jetzt 2 statt einer Wohnung, weil sie dort nicht vom Freundeskreis weg will. So geht es vielen Personen auch in anderen Orten, die ziehen dann halt weg und leben wo anders.



            Und sorry 80 Millionen Menschen in Deutschland wohnen nicht in Berlin und haben sich wo anders eingerichtet zum Teil in teureren Ballungsgebieten. Schwierige Verhältnisse, ich stamme aus einer ungelernten Hilfsarbeiter Familie, aus einem, heute würde man sagen, Brennpunktviertel.

  • Deutlich unter durchschnittlich10,--€ der qm in Berlin, ist verglichen mit anderen Großstädten ja traumhaft niedrig.

    • @Filou:

      So ist es. Berlin hat schon immer auf hohem Niveau gejammert und günstig gelebt. Und dann vergleichen die sich doch gerne mit den Großstädten der Welt. Dann schaut doch mal nach Paris. 30/35€ pro m2 sind dort gar nicht so selten ...

      • @Pico :

        Als wäre das ein Argument, sich mit unbezahlbaren Metropolen zu vergleichen. Es geht doch um den Anstieg innerhalb weniger Jahre und dass der Anspruch in Berlin für viele ist, eben nicht auf unbezahlbarem Niveau zu leben.

        • @Axotono:

          Logisch muss man sich mit anderen Metropolen vergleichen. Das macht doch Berlin allzu gerne. Und unbezahlbar ist weder London noch Paris. Wohnungen werden dort bewohnt und stehen kaum leer. Und eben zu Preisen, da ist Berlin noch sehr weit davon entfernt.

      • @Pico :

        In London sind sie noch deutlich höher

        • @Samvim:

          Doch die Einkommen in Paris (Ils de France) und dem zentraleren London sind auch viel höher. Ausserdem sind das ja Durchschnitte für Bestandsmieten. Angebotsmieten sind eine ganz andere Liga. Und die zeigt, wie kaputt der "Markt" ist. Womit wir beim Klassiker wären: Wie manche immer noch davon sprechen können, als sei Wohnen einfach nur ein "Markt" wie der für Autos oder Kosmetikprodukte, das erschüttert mich. Nichts könnte falscher sein, denn die Ausweitung des Angebotes ist extrem zeitintensiv und es gilt bisher als nicht akzeptabel, dass Menschen wenn sie sich eine Wohnung nicht leisten können (wie etwa ein Auto) dann einfach "Pech" haben.

          Ich wünsche allen, die so daherreden, sich mal in die Materie zu vertiefen. Wir haben hier wohl "Kapital", aber praktisch weder Wahlfreiheit der "Konsumenten" noch flexible schnelle Produktionsanpassungsmöglichkeiten wie bei den Gütern "echter" Märkte..

  • Ein moderater Anstieg eh geringer Mietkosten. Wo liegt das Problem?

    • @AmArschderHeide:

      Das Problem ist ziemlich einfach, die Leute sind mit Anfang 20 auf Elternkosten nach Berlin, weil es bei ihnen in der Eifel, Hunsrück, Schwarzwald, Thüringer Wald so miefig spießig war. Jetzt mit Mitte 30 und diversen Jahren Studium in Politik, irgendwas mit Medien oder ähnlichem und Aktivismus stellen sie fest, dasss das Leben Geld kostet und man auch keine Lust mehr hat mit dem Alter in einer kleinen Studienbude zu hocken. Dann fahren sie mal wieder dahin, wo sie herkommen und stellen fest , das der von ihnen belächelte Kevin mit seiner Chantal und ihren abgeschlossenen Lehren ein Häuschen gebaut haben und ganz ordentlich Leben. Das passt nicht ins Weltbild und zum eigenen Ego, immer noch abhängig vom Geldzuschuss der Eltern hielt man sich lange für was besseres und jammert jetzt rum. (Prekäre Akademiker)



      Leider habe ich von der Sorte viel zu viel kennengelernt, haben mich komisch behandelt, da ich ein Aufsteigerkind bin, in Regelstudienzeit studiert und nicht demonstriert habe.

      • @Reinero66:

        Ich nehme ihnen weder ihre Erfahrungen noch ihre soziale Weltsicht, doch es sind bei weitem nicht nur diese Menschen, die mit den Mieten ein Problem haben. Es betrifft auch jede Menge "produktive" Großstädter und auch solche, die mit Arbeitseinkommen eine Familie gründen wollen. Familien d.h. Kinder sind - da kann man noch so "rumlabern" - sehr wichtig für die Zukunft, auch ihre und die ihrer Familie, Freunde oder Nachkommen. Das kann ihre Polemik nicht ungeschehen machen!

        • @JK83:

          Wieso ist das denn nun wieder Polemik? Er hat doch die Situation recht gut beschrieben.

  • Diese ganze Berliner Wohnungsdiskussion ist verlogen. Bei jeder verkauften Immobilie werden Krokodilstränen vergossen und Milljö-Schutzgebiet usw in Stellung gebracht. Ist beim Mieten genauso. Selbst wenn der Staat alle Häuser hätte, würde die Miete kostendeckend sein müssen und mit der Inflation steigen.

    • @YeahYeah:

      Die Mieten wären im Altbaubestand, denn die Häuser sind zwischen 15 bis 140 Jahre alt im Bereich von Euro 4,50 bis Euro 6,00 kostendeckend, denn bei den jüngeren Immobilien läuft die steuerliche AfA und die älteren Immobilien sind schon längst ausfinanziert. Die Reparaturen, und das ist mit Kostendeckung gemeint, sind/wären so sichergestellt, wobei nochmals herausgestellt, in Gebäuden, die jünger als 30 Jahre sind, kaum relevante Reparaturkosten anfallen.



      Modernisierungen werden ja auf Mieter umgelegt und Sie glauben sicher nicht, dass im Altbaubestand ständig Dächer, Fassaden, Treppenhäuser und Außenanlagen "repariert" werden, die meistens zudem bei Schäden durch eine Wohngebäude-Versicherung abgedeckt sind, die die MieterInnen durch ihre Nebenkosten finanzieren. Daher wird eben ordentlich Profit/Gewinn gemacht, oder wieso denken Sie engagieren sich soviele internationale institutionelle Anleger im Deutschen Wohnungsbestand?



      Die Aussage, dass Mieten mit der Inflation steigen müssen, ist grundlegend falsch.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Ach, also mit 500€ Miete ist eine Wohnung kostendeckend vermietet…. Was hat die dann gekostet, diese Wohnung bei der Neuanschaffung in 2026?

  • Im November 1936 verhängten die Nationalsozialisten einen vollständigen Mietpreisstopp. Dieses Gesetz gilt als Vorläufer moderner Mietpreisbremsen und blieb in der DDR fast unverändert bis 1990 in Kraft



    Warum dieser Hinweis? Im Gegensatz zu Hitler vertraut die AFD total auf den Markt und setzt sich für Eigentum ein. Abschiebungen von Migranten sollen das Problem lösen.

    Dabei haben wir es wie in der Weimarer Republik bei den von Jahr zu Jahr nahezu ungebremst steigenden Mieten mit einem strukturellen Problem zu tun, Marktversagen, weil neue Wohnungen wie Fraktionschef Werner Graf zurecht bemerkt „für viele Ber­li­ne­r*in­nen unbezahlbar sind".



    Da die Grünen bei der Verteidigung eine Verschuldung des Staates ohne Limit zustimmten, stellt sich die Frage, warum soziale Wohnungspoitik nicht auch heißt: koste es was es wolle staatlicherseits?



    Die Wahrheit ist, dass soziale Wohnungspolitik bei Parteien aller Choleur neoliberale Flickschusterei ist. Mieter, vor allen Rentner, drohen zu Millionen aus ihren Wohnungen verdrängt zu werden, wenn der Staat nicht wie bei der Bundeswehr mit massiver Verschuldung eingreift und zum riesigen sozialen Wohnungseigentümer wird.

  • Durchschnittswert aller Mieten in Berlin: 8,32 Euro!



    Im Vergleich zu anderen Städten (auch Kleinstädten) sind das ja paradiesische Mietpreise. Also nicht der Aufregung wert,

    • @Die_gute_Mitte:

      Nochmals, die Berliner Durchschnittsgehälter sind im Vergleich zu anderen Großstädten seit der Wende ca. 20% niedriger. Daran hat sichseit 35 Jahren nichts geändert.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Das Durchschnittsgehalt für Berlin beträgt rund 48.200 € brutto jährlich. Im Vergleich der deutschen Städte nach Gehalt rangiert Berlin eher im Mittelfeld. Aber wenn man unbedint in einer "sexy" Stadt leben möchte, muss auch Einschränkungen akzeptieren.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Und die Durchschnittsmiete 50% niedriger, wenn die oben kolportierte Zahl stimmt. Dann passt das doch wieder ganz gut.

  • Habe gerade einmal den Mietspiegel 2026 in meiner kleinen Großstadt nachgesehen: 14,81 €/qm...

  • Die Politik versagt dröhnend auf diesem wichtigen Feld. Hier nach wie vor dem Markt das Feld zu überlassen ist im Wohnraummietrecht ein großer und schon lange anhaltender Fehler. Der Staat muss hier den Markt regulieren und mit Augenmaß das Baurecht deregulieren, dazu selbst als Vermieter auftreten, vor allem was Standardwohnungen angeht.



    Dieses Dauerversagen ohne Perspektive auf Besserung beschädigt die Glaubwürdigkeit der demokratischen Parteien, mästet zusätzlich die AfD.

    • @FtznFrtz:

      @FtznFritz



      Tja, so ein bißchen reguliert die unfähige Regierung ja schon, nur ebend in die falsche Richtung. Mit den Wohngeldleistungen - über Mieter - an die Wohnungseigentümer, von unser aller Steuergeldern - zeigt such doch, wer hier masiv von der Regierung subventioniert wird - nämlich der Eigentümer. Mit den gezahlten Wohngeldern der letzten 10 - 15 Jahre hätte die Regierung massig staatlichen Wohnraum finanzieren können und somit, durch ein gutes Wohnraumangebot - eine ganz natürliche " Mitpreisbremse / Mietdeckeckelung " erreichen können und noch den Staatshaushalt bereichert. Was willst'e sagen, soll man den Politikern Absicht oder doch lieber nur Unfähigkeit unterstellen.

    • @FtznFrtz:

      Ich widerspreche:



      1. Manche Politiker und Sozial- Lobbyisten haben eine Kernkompetenz: Ignorieren harter Fakten.



      2. Man macht sich unglaubwürdig, wenn man viel verspricht, was uneinbringlich ist und bleibt.



      3. das Angebot kann unmöglich für alle Interessenten ausreichen. Deshalb müssen immer einige Leute fernpendeln



      4. Die Mittel zum Bau und der Sanierung müssen aufgebracht werden. Wenn die Mieter das nicht bezahlen, muss der Steuerzahler das subventionieren.



      5. Vielfach steht das Grundrecht auf Eigentum dahinter. Das ist sehr mächtig und schränkt die Handlungsfähigkeit der Politik massiv ein.



      6. Wer unbedingt in einem Gebiet wohnen möchte, zahlt höhere Miete. Es gibt alternative Möglichkeiten der Zuteilung: Lotterie, gute Beziehungen zur Regierungspartei, geschickter Jammern können, bestimmte systemrelevante Berufe...

      • @Christoph Strebel:

        Dieser Mietpreisspiegel hat nichts mit der Realität zu tun. Überhaupt nichts, das sind illusionäre Zahlen. Und eine Verdoppelung der Miete seit 2014 hat überhaupt keine wirtschaftliche Grundlage. Sie ist nur eine Folge eines ungebremsten Raubtierkapitalismus. Die Rendite lag seit Jahrzehnten bei 2 bis 2,5 % und alle waren damit zufrieden und sind sehr gut damit zu Recht gekommen. Die Mieten heutzutage sind durch nichts mehr zu rechtfertigen. Auch bei 2,5 % Rendite haben die Mittel zu Sanierung und auch Neubau ausgereicht. Dieser Staat fährt massiv gegen die Wand. Die Mietenexplosion ist nur ein Zeichen dafür. Das weitaus gefährlichere ist die immer größere Ungleichheit der Vermögensverteilung, sie hat schon das Römische Reich zum Zusammenbruch gebracht. Das Grundrecht auf Eigentum schränkt die Handlungsfähigkeit der Politik überhaupt nicht massiv ein. Es wäre ein leichtes, das Vermieten möblierter Einzelzimmer zu Preisen von 1.500 € und mehr zu verbieten, wie auch die, wenigstens in meiner 80.000 Einwohnerstadt, massenhaft Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen. Das geht auf keine Kuhhaut mehr! Warum lassen die Berliner so etwas mit sich anstellen?

      • @Christoph Strebel:

        Zu Ihrem Punkt 6 - ich möchte hier im relativen Innenstadt-Bereich nicht mehr wohnen, müsste allerdings auch für eine Wohnung ähnlicher Größe und Beschaffenheit im Außenbezirk doppelt bis dreifach soviel Miete aufbringen. Das ist das Problem. Jeder Mietspiegel bringt seit 10 Jahren unglaubliche Mieterhöhungspotenziale. Gelddruck-Maschine, denn an der Leistung ändert sich gar nichts.

      • @Christoph Strebel:

        CHRISTOPH Gröner sagte sinngemäß in einer Fernsehsendung: "Wenn ich das Geld mit vollen Händen zum Fenster hinauswerfe, kommt es durch die Tür zurück und bringt noch neues mit."



        Ist mir rein zufällig beim Lesen Ihres 6. Absatzes so eingefallen....

        • @Erfahrungssammler:

          Der Clip von Gröner ist ja auch gealtert, wie Rohmilch im Sommergewitter

  • Mh. Macht also eine Durchschnittskaltmiete für ne 4 Köpfige Familie auf 100qm von 771€ im Monat. Mindestlohn sind etwas über 1700€ Netto pro Erwachsenem. Macht mit Kindergeld knappe 4000€ Haushaltseinkommen netto. Da sind wir bei 19 Prozent Mietkosten. Auch mit den Nebenkosten ist Wahnsinn was anderes.

    • @Samvim:

      Ich wohne hier zugegeben teuer und komfortabel im Neubau. In der Wohnung über mir wohnt der Bauherr dieses Hauses, ein Mann mit richtig viel Geld, mit fünf Personen auf 92 m2. Sie halten das für einen Mindestlohnempfänger für unzumutbar. Diese Anspruchshaltung erklärt manches.

      • @Axel Berger:

        Ich befürchte, sie haben mich missverstanden

        • @Samvim:

          Nach dem zweiten Lesen stimme ich zu. Das war ein unüberlegter Schnellschuß.

    • @Samvim:

      Für 771 € bekommt man noch nicht einmal in Hannover eine 100 qm Wohnung.

      • @Andreas J:

        Wer behauptet, in Berlin für den Preis eine 100qm-Wohnung zu bekommen, glaubt auch an die Zahnfee. Glatte Realitätsverleugnung!







        Dieses ganze Gerede von den Durchschnittsmieten der schon mehrfach sich selbst rentierten Altbestandwohnungen verstellt den Blick komplett auf die Situation Wohnungssuchender, die von den Bestandsmieten absolut nix haben, weil die Angebotsmieten astronomisch höher liegen.

        +++







        Faktencheck:







        Der Durchschnittspreis für 100 m² Wohnfläche in Berlin:







        Für eine 100 m²-Wohnung im Segment „Über 90 m²“ bewegen sich die aktuellen Markt-Angebotsmieten im stadtweiten Schnitt zwischen 16,00 €/m² und 19,00 €/m² nettokalt.

        Das bedeutet umgerechnet für eine 100 m² Wohnung:

        Nettokaltmiete: ca. 1.600 € bis 1.900 € pro Monat.

        Warmmiete: Je nach energetischem Zustand des Gebäudes und Heizungsart kommen im Schnitt noch etwa 2,50 € bis 3,50 € pro Quadratmeter an Nebenkosten hinzu. Die Warmmiete liegt damit real meist bei 1.850 € bis 2.250 €.







        Quelle: Die genannten Daten basieren auf einer Zusammenführung aktueller Marktberichte und Immobilien-Auswertungen für das Frühjahr 2026







        Übrigens; Durchschnitts-Angebotsmiete Hannover:



        Nettokaltmiete: ca. 1.180 € bis 1.260 €

      • @Andreas J:

        Es geht ja auch nicht um Angebotsmieten, sondern um den Querschnitt über alle. Das Ergebnis ist, dass die Bestandsmieten lachhaft günstig sind, eine der Ursachen für die absurde Höhe der Angebotsmieten

        • @Samvim:

          Die Menschen, die glücklich in Bestandsmieten wohnen können, haben sicherlich kein Problem (es sei denn, sie wollen oder müssen umziehen). Aber jeder, der eine Wohnung sucht / braucht hat ein Riesenproblem und dem ist nicht damit geholfen, auf die angebliche Ursache der "lachhaft günstigen" Bestandsmieten zu verweisen, zumal mir der Grund, warum niedrige bestehende Alt-Mieten zwangsläufig zu hohen Mieten bei Umzug oder Neuvermietung führen sollen erst mal erklärt werden müsste.

        • @Samvim:

          Es ist nicht verboten die Bestandsmieten zu erhöhen. Suchen sie sich einen anderen Schuldigen.

          • @Andreas J:

            Recherchieren sie mal nach Mietpreisbremse, Kappungsgrenze, Fristen etc.

    • @Samvim:

      Ich weiß nicht woher die Zahlen kommen aber die durchschnittliche Miete in Berlin beträgt nicht 7,71€/m² sondern die Realität sieht etwas anders aus. Je nachdem wo man sucht findet man Angaben von 12-18€/m²

      www.immobilienscou...10.091951738445323

      • @PartyChampignons:

        Der Mietspiegel beschreibt nicht, wie Leute heute Wohnungen finden sondern wie die Mehrheit wohnt -- die meisten schon länger am selben Ort aber in der Regel mit Erhöhungen.

      • @PartyChampignons:

        Doch, die durchschnittliche Miete beträgt 7,71€ pro qm. Die Zahlen, die sie da haben dürften Angebotsmieten bei Neuvermietung sein (andere Zahlen dürften Immoscout auch garnicht vorliegen).

    • @Samvim:

      Solche Berechnungen möchten aber einige nicht sehen.



      In gewissen (Berliner) Kreisen ist man immer noch der Meinung, das man ein Recht darauf habe, für lau in seiner Wunschgegend wohnen zu dürfen. Und das wäre halt Aufgabe des Staates.

      • @Oleg Fedotov:

        "...In gewissen (Berliner) Kreisen ist man immer noch der Meinung, das man ein Recht darauf habe, für lau in seiner Wunschgegend wohnen zu dürfen..."







        Im Sinne der Netiquette will ich diese Aussage mal tendenziell überheblich nennen.







        Niemand erwartet ernsthaft, für lau in Berlin-Mitte oder sonstwo wohnen zu dürfen. Aber man sollte schon erwarten dürfen, dass mit dem Auszug aus dem Elternhaus nicht gleich die Stadt verlassen werden muss, weil bezahlbarer Wohnraum für Niedrigverdiener kaum noch verfügbar ist, weder am Kudamm, noch am Stadtrand. Der Mietzuschuss beim Bafög liegt bei max. 380 Euro, womit auch mit Nebenjob 500 Euro kalt (600 Euro warm) schon anspruchsvoll, aber machbar sind.







        Aber:







        Aktuell bietet Immobilienscout in der Millionenstadt Berlin lächerliche 580 Wohnungen für unter 500 Euro Kaltmiete an; 70% davon sind Tauschwohnungen! WBS-freie Wohnungen gibt es so gut wie gar nicht mehr. Studentenwohnheime sind voll. Die Universitäten und Hochschulen haben 200.000 Studenten, die irgendwo unterkommen müssen. Und die müssen alle bei den Angebotsmieten zugreifen, nicht bei 7,71/m2.







        Solche Berechnungen wollen Sie wahrscheinlich nicht sehen. Sind ja nicht betroffen.

      • @Oleg Fedotov:

        Wenn Wohnen kein Grundrecht ist, was dann? Zynische Debatte a la wir zahlen so viel, dann sollen diese Berliner Versager doch auch

  • 1. Akzeptieren wir die physikalischen Grenzen der politischen Handlungsfähigkeit: Es passen nicht alle Bewerber in die begehrten Gegenden hinein. Wer nicht hinein passt, muss fernpendeln!



    2. Erweiterung des Angebots gibt es nur mit Neubau: der ist nicht deshalb teuer, weil pöhse Kapitalisten uns abzocken, sondern weil Bauarbeiter, Ingenieure und die Zulieferindustrie ordentlich bezahlt werden.



    3. Die Preisbremse im Neubau über Abbau von Bürokratie und Verminderung von Anforderungen und Normen kommt nicht voran. Kultur der German Angst mit übertriebener Sicherheit, besonders behindertengerecht, zu viel Komfort, zu viel passiver Lärmschutz usw...

    • @Christoph Strebel:

      Zu Ihren Punkten:



      1. Das trifft nur auf relativ wenige Städte in Deutschland zu. Berlin ist eine davon, aber tatsächlich sind die Mieten in Berlin noch nicht auf einem Hauptstadtniveau wie in Parin oder London angekommen. Dazu müssen dort die Einkommen steigen. Berlin ist aus historischen Gründen auch ein sehr spezieller Immobilienmarkt. Im Zentrum von New York hat man übrigens das Problem fehlenden Platzes durch höhere Häuser abgemildert.

      2. Das ist nicht ganz richtig. In Deutschland sterben pro Jahr ca. 1 Mio. Menschen, d. h. es werden pro Jahr im Schnitt 500.000 Wohnungen wieder frei. Der Neubau in den Metropolen ist z. Zt. hauptsächlich wegen der Grundstückspreise sehr teuer. In den Metropolen liegt der Anteil der Grundstückskosten an den Gesamtkosten über 50%. Diese sind während der Niedrigzinsphase extrem gestiegen (in Teilen Berlin-Kreuzbergs hat sich der Bodenrichtwert von 2014 bis 2020 verzehnfacht).

      3. Wozu brauchen wir eine Preisbremse? Gerade an der Sicherheit würde ich nicht sparen, denn das rächt sich. Wie ich schon ausführte, sind die Grundstückskosten ein Problem. In Berlin-Kreuzberg würde ein Grundstück von 400m² zum Bau eines MFH z. Zt. ca. 1,2 Mio. € kosten.

    • @Christoph Strebel:

      4. Regelungswut der Politik. In den Ministerien und Stadträten sitzen Leute mit viel Zeit und Kreativität was man Regeln könnte.



      Für meinen Hausbau brauche ich eine Ausnahmegenehmigung um eine Mülltonnenbox außerhalb des Baufeldes direkt an der Straße zu bauen. Gleichzeitig zwingt mich eine städtische Satzung dazu, die Mülltonnen möglichst nahe an der Straße aufzustellen. Mehrseitiger Antrag mit Begründung, den der Bauplaner für teures Geld ausfüllt und der Sachbearbeiter im Bauamt prüft. Und das ist nur ein Beispiel von ganz vielen Dingen.

  • taz: *Der neue Mietspiegel zeigt drastisch steigende Mieten und eröffnet weitere Spielräume für Erhöhungen. Entspannt gibt sich nur Senator Gaebler (SPD).*

    Hat die SPD eigentlich in den letzten 20 Jahren mal soziale Politik für die Normalbürger gemacht? Seit Gerhard Schröder steht das "S" in SPD doch nur noch für Sozialabbau. Braucht noch jemand diese "soziale" SPD?

  • Das zeigt doch einmal mehr dass die Menschen in diesem Land verraten und verkauft werden.

    Tag für Tag, Euro für Euro und perfieder Weise von jenen die wir einst selbst gewählt haben

    • @Bolzkopf:

      Bei diesem "wir" bin ich auf keinen Fall dabei, hier erhebe ich schärfsten Widerspruch!!

    • @Bolzkopf:

      Wie Recht Sie haben!

  • Ich finde einen Anstieg von 6,9% für zwei Jahre eher niedrig. Die Inflationsrate betrug im selben Zeitraum 8,1%. (Quelle: Statistisches Bundesamt) Seit 2020 (Basisjahr) betrug die allgemeine Inflation in Berlin 24,6%, wohingegen die Nettokaltmieten nur um 14,3% gestiegen sind. (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg). Demgegenüber sind die Nominallöhne schneller gestiegen und zwar von 2020-2025 um 29% (Quelle: Statistik Berlin-Brandenburg). (Die Reallöhne sind entsprechend ebenfalls gestiegen)



    Die Überschrift müsste also lauten: "Real-Nettokaltmiete schon wieder gesunken. Berliner müssen immer weniger ihres Lohnes für die Nettokaltmiete ausgeben."

    Zum Vergleich: Die Mietnebenkosten sind seit 2020 um 27,6%, die Instandhaltungskosten um 65,7% gestiegen. (Quelle: Statistik Berlin-Brandenburg) Hier liegen die wahren Probleme.

    • @Klaus Klarblick:

      Was Andreas J schreibt, Nominallohnsteigerungen sind durch Lebensmittel- und Energiekostensteigerungen längst aufgefressen. In den letzten 3 Jahren gab es sogut wie keine Nominallohnsteigerungen mehr.



      Sie betrachten nur Teilaspekte der Kosten-Spirale. MieterInnen haben keinem Einfluss darauf, wie Heizung und WW in einem Miethaus betrieben werden, sondern dürfen zahlen, zahlen, zahlen.

    • @Klaus Klarblick:

      Von wegen 29% Steigerung bei den Nominallöhnen. In Berlin stiegen 2024 die Nominallöhne um +6,2 % zum Vorjahr. Im Jahresverlauf 2025 lagen die Zuwächse bei bis zu +6,0 % gegenüber dem Vorjahresquartal.



      In Brandenburg stiegen Nominallöhne im Jahr 2024 um +5,5 % und im Jahr 2025 um bis zu +5,2 % gegenüber dem Vorjahr.



      Der Nominallohnanstieg in den Jahren 2020 bis 2023 wurde durch die starke Inflation aufgezehrt.

  • Das ist wirklich Jammern auf ganz hohem Niveau. Berlin ist eine Großstadt - wenn man es manchmal auch nicht glauben darf. Verglichen mit den Mieten in anderen Großstädten ist das Mietniveau geradezu paradiesisch.

    • @FraMa:

      Und in Deutschland ist sowieso alles paradiesisch im Vergleich mit anderen Orten. Also Füße hochlegen!

    • @FraMa:

      Es geht auch um den Anstieg der Mieten nicht um die Höhe. Und der ist auf gar keinen Fall paradiesisch.

      • @Barnie:

        "Es geht auch um den Anstieg der Mieten"

        Der Anstieg liegt unterhalb der Preisindizes für Bauelemente Kostengruppen, bei materialbezogenen Indizes sogar sehr deutlich...

      • @Barnie:

        Da die Inflationsrate im gleichen Zeitraum deutlich höher war als der Mietenanstieg muss man sagen: Doch.

        • @Samvim:

          @Samvim



          Also bei uns [ mittelgroße Universitätsststadt West] sind die Wertsteigerungen von unseren geerbten und inzwischen immer mal wieder neu von uns dazu gebauten Immobilien und den Grundstücken so exorbitant in die Höhe gestiegen, da sind die netto Mieteinahmen nur ein Leckerchen obendrauf. Da brauchen wir bei unseren Mietern die Mieten nicht permanent erhöhen.

      • @Barnie:

        Wie oben dargelegt bleibt der Anstieg unter der Inflation. Also weniger Netto vom Gehalt für die Miete.. Mieten ist günstiger geworden!

        • @Petzi Worpelt:

          Ach na das sind ja gute Neuigkeiten, saved my day, vielen Dank :)

        • @Petzi Worpelt:

          Das Autofahren auch - wo bleibt der Schampus?

        • @Petzi Worpelt:

          Das stimmt allerhöchstens für die langjährigen Bestandsmieten, bei denen Mieterhöhungen nicht unbegrenzt durchgesetzt werden können. Bei Neuvermietungen, und das trifft jeden, der jetzt eine Wohnung sucht, sieht die Sache ganz anders aus







          "Wer seit 2020 umziehen musste , spürt eine völlig andere Dynamik. Die Angebotsmieten sind in den letzten 5 Jahren um rund 56 % (!!!) in die Höhe geschossen. Da die Gehälter nicht im Ansatz so stark gestiegen sind, hat sich die Schere hier massiv geöffnet. Bei Neuverträgen liegt die Mietbelastung heute im Schnitt bei über 35 %, bei Alleinerziehenden und Single-Haushalten oft sogar bei über 40 % bis 45 % des Nettoeinkommens. Rund ein Drittel aller Berliner Haushalte (ca. 700.000) steht mittlerweile unter extremer Wohnkostenbelastung und muss mehr als 45 % des Einkommens für die Bruttokaltmiete aufwenden."







          Wer wirklich denkt, Mieten sei günstiger geworden, läuft mit Scheuklappen rum. In Berlin ist es schon günstig, überhaupt eine Wohnung zu bekommen. Mit den Vornamen Ayse oder Erkan schon fast unmöglich.







          Die Inflation seit 2020 ist kumulativ übrigens höher als die Lohnsteigerungen in Berlin gewesen. Also auch kein Argument für "günstig".

          • @Sisone:

            Wie weiter oben beschrieben ist der Zeitraum Löhne / Inflation der gleiche. Was soll da kumulativ bedeuten?

            Woher stamm Ihr Zitat?

            Angebotsmieten bestehen nur aus den Angeboten der Internetplattformen. Genossenschaften, staatl. Wohnungsbaugesellschaften u.ä. sind dort selten bis gar nicht vertreten.

            • @Tze Lu-:

              Nochmal anders aus anderer Quelle (s.u):











              Der entscheidende Indikator: Die Mietbelastungsquote







              Wie stark diese Schere drückt, zeigt die sogenannte Mietbelastungsquote (der Anteil des Haushaltsnettoeinkommens, der für die Bruttokaltmiete aufgewendet werden muss).

              Um das Jahr 2000: Damals gaben die Berliner im Durchschnitt etwa 20 % bis 23 % ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen aus. Berlin galt als "arm, aber sexy" – mit viel Raum für wenig Geld.

              Heute (Stand 2024–2026): Die durchschnittliche Mietbelastungsquote über alle Haushalte hinweg liegt in Berlin inzwischen bei knapp 30 %.

              Die extreme Belastung im unteren Einkommensdrittel: Bei Haushalten, die in den letzten Jahren neu umziehen mussten oder ein Einkommen unterhalb des Berliner Medians haben, liegt die Quote heute im Schnitt bei 40 % bis über 50 %.



              Während die Bestandsmieter mit sehr alten Verträgen die Statistik dämpfen, haben sich die Mieten für alle, die flexibel suchen müssen, im Verhältnis zur Kaufkraft seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt (ein Netto-Zuwachs der Belastung von über 100 % im reinen Kaufkraft-Verhältnis).

              Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg & Mikrozensus

            • @Tze Lu-:

              "...Wie weiter oben beschrieben ist der Zeitraum Löhne / Inflation der gleiche. Was soll da kumulativ bedeuten?..."







              Das bedeutet, dass im gleichen Zeitraum (2020-2026) kumulativ (alle Jahre zusammengerechnet) die Inflation höher war als die Lohnsteigerungen, so dass resultierend das reale Einkommen gesunken ist und die höheren Mieten noch oben drauf kommen, wodurch ein immer höherer Anteil des Gehalts für die Miete draufgeht.







              By the way:



              Mal in letzter Zeit versucht, an eine staatliche oder Genossenschaftswohnung ranzukommen? Genossenschaften nehmen aktuell niemanden mehr auf (wenn Sie eine kennen, gerne mitteilen, welche). Die, in der wir seit Jahren drin sind, bietet nix an.







              Von über 20 Wohnungsbaugesellschaften, die wir für unsere Tochter angeschrieben haben, haben die meisten nicht einmal geantwortet. Zu zwei Wohnungsbesichtigungen wurden wir in 3 Monaten eingeladen (mit jeweils über 30 anderen Leuten) und sind trotz vermeintlich besten Voraussetzungen nicht einmal in die engere Auswahl gekommen.







              Quelle für den Vorkommentar (aber verkürzt zusammengeschrieben):



              Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin, Wochenberichte) / Statistisches Bundesamt (Destatis).