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Mögliche Steinmeier-NachfolgerinnenEine Bundespräsidentin könnte das Land verändern

Lukas Wallraff

Kommentar von

Lukas Wallraff

Im Januar wird ein neuer Bundespräsident gewählt. Oder zum ersten Mal eine Bundespräsidentin. Zeit für eine Frau ist es in jedem Fall.

Bundespräsidentin? Ilse Aigner von der CSU ist schon mal gut aufgestellt, was die Wahl von Frauen betrifft Foto: Daniel Löb/dpa

S tell dir vor, ein Bundespräsident spricht und alle hören zu. Dafür fehlt den meisten inzwischen wohl die Vorstellungskraft. Wer das höchste Amt im Land bekleidet, scheint für viele irrelevant zu sein. Das liegt aber nicht an diesem Amt, sondern an seinem derzeitigen Inhaber, der seit neun Jahren alles dafür getan hat, dass es in Vergessenheit geraten ist.

Wohlwollend könnte man sagen, dass Frank-Verwalter Steinmeier nicht zur Polarisierung der Gesellschaft beigetragen hat. Mit seinen stets ausgewogenen Reden bemüht er sich redlich, für den Erhalt der Demokratie zu werben und den kleinsten gemeinsamen Nenner zu formulieren. Leider führt das aber nur dazu, dass alle brav nicken, wenn sie nicht vorher schon eingenickt sind. Eine neue Debatte hat Steinmeier noch nie entfacht.

Wer mit dem netten Moderator im Schloss Bellevue zufrieden ist, mag sich einen ähnlichen Schutzherrn des Status quo als Nachfolger wünschen. Und natürlich gibt es gerade drängendere Probleme als die Frage, an wen ein politisch eher machtloser Posten im nächsten Januar vergeben wird. Aber es gibt auch die Macht des Wortes – und frühere Bundespräsidenten haben sie durchaus genutzt, um für einen Erkenntnisgewinn zu sorgen. Manchen gelang es sogar, ja, man glaubt es kaum, die Gesellschaft zu verändern.

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Die Älteren werden sich an Richard von Weizsäcker erinnern, der mit seiner Bezeichnung des 8. Mai 1945 als „Tag der Befreiung“ den Blick auf die NS-Zeit nachhaltig geprägt hat, weil das vor ihm kein Unionspolitiker zu sagen gewagt hatte. Mutig war auch Christian Wulff, der zum Entsetzen vieler Parteifreunde feststellte: „Der Islam gehört zu Deutschland.“ Das war schön deutlich und gut. Beim Blick auf die Liste der zwölf bisherigen Repräsentanten der Republik könnte man allerdings den Eindruck gewinnen, dass Frauen nicht zu Deutschland gehören.

Dass es also höchste Zeit für die erste Bundespräsidentin wird, ist jetzt auch der Union aufgefallen – weshalb derzeit nur Kandidatinnen ins Gespräch gebracht werden. Eine stille Parteisoldatin wäre aber kein großer Fortschritt. Deshalb wird es nun spannend, ob die liberale CDU-Kulturpolitikerin Monika Grütters wirklich Chancen hat, die ihrem Parteichef Friedrich Merz eventuell manchmal widersprechen könnte. Noch interessanter ist die Aspirantin Ilse Aigner, weil eine Bundespräsidentin von der CSU die Kanzlerambitionen von CSU-Chef Markus Söder wohl endgültig begraben würde. Aber da geht noch mehr. Wer sich wünscht, dass die nächste Präsidentin eindrucksvoller als Steinmeier wird, muss sich rechtzeitig einmischen und Druck machen.

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Lukas Wallraff
taz.eins- und Seite-1-Redakteur
seit 1999 bei der taz, zunächst im Inland und im Parlamentsbüro, jetzt in der Zentrale. Besondere Interessen: Politik, Fußball und andere tragikomische Aspekte des Weltgeschehens
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106 Kommentare

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  • Nach dem Langweiler Wulf und dem Spalter Steinmeier würde ich sagen es spielt scheinbar keine Rolle wer den Job macht. Daran würde auch eine Frau nichts ändern. Abgesehen davon möchte ich gerne eine Person in dem Amt haben, welche die Rolle mit Niveau ausfüllt. Das Geschlecht spielt dabei für mich keine Rolle.

  • Falls Ilse Aigner BP würde, könnte Markus Söder kein Kanzler mehr werden?



    Was für eine Welt ist das, in der solche Gedankengänge logisch richtig sind?

    Losgelöst vom Inhalt des genannten Beispiels: es sind solche Spielchen, die die Menschen über Politik nur noch den Kopf schütteln lassen und sie immer weiter von Politik entfernen.

  • Das Amt in seiner Konstruktion kann Mensch schon ratlos zurücklassen. In der einen Hinsicht froh, in der anderen enttäuscht. Die ausfüllende Person - mal problemlos, mal problematisch.

  • Frau allein ist keine Qualifikation. Was mensch für viele andere Facetten sagen kann.



    Es kann dabei auch nicht sein, dass Keine-Frau, Kein-ausländischer-Akzent, kein ... die alleinige Qualifikation ist, wie das auch häufig der Fall zu sein scheint.



    Gerade mit einer eher wenig intellektuell belichteten Person an der Spitze des Kanzleramts wäre jemand sinnvoll, der/die/das analysieren, denken und das auch rednerisch ausdrücken kann. Gerne auch mal ohne wabrige Kirchentagsrhetorik, sondern à la Heinemann und Weizsäcker.



    Grütters wäre vielleicht noch unter den besseren Lösungen, die die heutige Union zu bieten hat, und für die ganz andere Idee Habeck ist es ein wenig früh und für Lammert ein wenig spät, doch wäre sie schon überzeugend? Da könnte man doch kostensparend eher noch Wulff wieder ins Spielfeld bringen.

    • @Janix:

      "Da könnte man doch kostensparend eher noch Wulff wieder ins Spielfeld bringen."



      Schöner Humor. Speziell als Opfer einer Kampagne und Namensgeber einer Affäre dann im "Revival", trotz Freispruch und Rehabilitation intern bestimmt ohne Fürsprecher*innen.



      2014 taz.de



      "Journalist über den Fall Wulff



      „Ein Teil der Medien war auf Mission“



      Autor Michael Götschenberg über den Machtkampf von Journalisten mit Christian Wulff, Quotendruck und warum kaum noch jemand Fakten checkt."



      "Causa Wulff" sagt alles, auch über Unschuldsvermutung und über Vorverurteilung.



      "Interview zur Rolle der Medien im Fall Wulff



      "Skandalisierung ohne jedes Maß"



      ()



      Angesichts des Freispruchs für Wulff kritisiert Hauptstadtjournalist Michael Götschenberg die Berichterstattung über die Affäre scharf. Es sei darum gegangen, die Person zu vernichten, so Götschenberg im Interview mit tagesschau.de."



      Quelle tagesschau.de



      Ich bin gespannt, wer nominiert wird und warum.



      Die Zusammensetzung der Bundesversammlung wird auch aus den Ergebnissen der nächsten Landtagswahlen mitbestimmt.

      • @Martin Rees:

        Er hat den Islam-gehört-zu-Deutschland-Satz gebracht und sich dann von einschlägigen Medien in die Falle locken lassen. Er war für mich kein Highlight im Amt, aber da haben ihn auch die eigenen Leute auffällig fallen lassen. Ein Posten mehr zu verteilen, ein Konkurrent weniger. Warum die Journalisten außerhalb des Springerrudels derart mitmachten, weiß ich nicht.

        • @Janix:

          Wulff hatte einfach nicht mehr genug Freunde (bzw. aus Vieler Sicht die falschen). Für die Rechten war sein berühmtes Verdikt ein disqualifizierendes Fanal, für Merkelisten war er ein abgeschobener Andenpaktler, um den es nicht schade war, die Seeheimer haben ihm nie verziehen, dass er ihnen "ihr" Niedersachsen entrissen hatte, und die Linken konnten wahrscheinlich nicht davon weg, in ihm den stereotypen spießig-aalglatten, eitlen JU-RCDS-Bubbi und Maschmeyer-Kumpel aus Großburgwedel (mit der oh-so-vorzeigbaren Frau) zu sehen, der aber natürlich Dreck am Stecken hatte. Und die pragmatischen Opportunisten wollten sich nicht mit der Bild anlegen. So zumindest, kurz gefasst, mein Gefühl.

        • @Janix:

          Es gab auch Zustimmung:



          "Münchner Kardinal Reinhard Marx



          "Die Muslime gehören jetzt zu uns"



          Bei rp-online.de 2012



          „Abgrenzung ist angstgetrieben“



          Die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Käßman



          deutschlandfunk.de 2018



          Der Auslöser:



          "Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland."



          Der damalige Bundespräsident Christian Wulff in seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010.



          Spiegel.de 2018



          Weiter:



          "An seinem ersten Tag im Amt hat Horst Seehofer eine alte Islamdebatte neu angefacht. "Der Islam gehört nicht zu Deutschland", sagt der neue Innen- und Heimatminister - und prägt damit an diesem Freitag die Titelseite der "Bild"-Zeitung.



          Der Satz hat in verschiedenen Varianten inzwischen schon eine jahrelange Geschichte in Deutschland."



          "Der Islam ist Teil Deutschlands und Teil Europas, er ist Teil unserer Gegenwart und er ist Teil unserer Zukunft."



          Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 28. September 2006 in seiner Regierungserklärung anlässlich der Islamkonferenz."

          • @Martin Rees:

            „Abgrenzung ist angstgetrieben“



            Spät lernen wir das Fremde lieben...

        • @Janix:

          Christian Wulff - Leihen und Anleihen:



          www.deutschlandfun...es-satzes-100.html

          • @Mondschaf26:

            Danke, weiß ich zufällig. Ich wollte nur laut vermuten, dass diese Binse ihn wohl bereits auf die Abschussliste der Springerpresse gebracht hat. Und die fehlende Rückendeckung durch die gesamte Union mir schon auffiel.

            • @Janix:

              "Fehlende Rückendeckung durch die gesamte Union"



              Das war in der Tat ziemlich auffällig, wie er regelrecht "geopfert" wurde (mit Ansage).

  • Bundespräsident ist so ziemlich der überflüssigste Posten überhaupt, der letzte an den ich mich erinnere ist Roman Herzog und das auch nur wegen der Kochshow seiner Frau.



    Steinmeier hat Murat Kurnaz im Stich gelassen, ist mir völlig egal was der jetzt auf Sonntagsreden erzählt.

    • @Mendou:

      Sicher? Denken Sie noch mal an Heuß, an Heinemann, an Weizsäcker.

      Steinmeier ist ein unglücklich-kirchentagsrhetorischer Bürokrat, als Kanzleramtsminister in seiner Rolle, aber nicht sonderlich passend im Amt des Bundespräsidenten. Ich würde das nicht an etwas festhalten wollen.

  • Die Irritation bezüglich des vorliegenden Kommentars ist angesichts der vorherrschenden Meinung innerhalb der sogenannten "Progressiven" gegeben, die stets auf den Aspekt verweisen, dass mitnichten "Sex" als biologisches Geschlecht, sondern lediglich "Gender" als sogenanntes "soziales Geschlecht" ausschlaggebend sei, das allerdings mit Wallraffs Plädoyer, eine Frau für das Amt des Bundespräsidenten auszuwählen, kollidiert!

    • @Martin Kienzle:

      Merkwürdiger Einwurf. Ich weiß gar nicht, WEN Sie da jetzt genau karikieren wollen. Aber weil's so einen Spaß macht, springe ich mal auf:



      Davon abgesehen, dass diese harte Relevanz-Hierarchie zwischen "Gender" und "Sex" als Kategorien wirklich nicht Jedermenschs Sache ist: Wären denn weiblich Gelesene nach der Gendertheorie KEINE "Frauen"?



      Oder sehen Sie ein Problem mit der Bezeichnung der konkret Genannten als "Frau", d. h. gibt es ein spezielle, andere Genderbezeichnung für Menschen, die zwar (biologisch wie sozial) weiblich zu lesen sind aber ein CDU-Parteibuch haben und doch tatsächlich glauben, ihr Uterus sei Geschlechtsmerkmal genug?

  • Kompetenz ist gefragt, nicht Geschlecht.



    Idealerweise versammelt sich die höchste Kompetenz hinter einer Frau, ist aber kein Muss.

    • @Flocke:

      Also kämen idealerweise u. a. Frau Bär oder Frau Weidel in Betracht, ist aber kein Muss.

  • Warum für dieses Amt überhaupt einen extra Posten? Für protokollarische Aufgaben und die paar laut GG vorgesehenen Tasks wie Gesetze abnicken wenn sie halbwegs ok sind - das könnten auch die Landesfürsten. Einfach jeder mal der Reihe nach, alle 6 Monate wird gewechselt.

    • @Thorsten Gorch:

      Immer wieder weist der Bundespräsident deutlich grundrechtswidrige politische Vorlagen zurück und bremst so den Ungestüm der Tagespolitik.



      Die Ministerpräsidentens haben noch anderes zu tun. Rede-August ist schon ein Vollzeitjob. Fragen Sie die Royals.

      Geldsparend wäre ansonsten die Reaktivierung Wulffs.

  • "Deshalb wird es nun spannend, ob die liberale CDU-Kulturpolitikerin Monika Grütters wirklich Chancen hat, die ihrem Parteichef Friedrich Merz eventuell manchmal widersprechen könnte."



    Als Kind derselben Heimatstadt wie die Genannte bin ich ein erklärter Fan der Idee dieser Besetzung, soweit die CDU hier die Hosen anhat.



    Aber Zurückhaltung wäre geboten, denn zu viele Namen werden zu früh genannt u. sind am Ende dann verbrannt.



    Das Extrem dieser Ausprägung steht allerdings nicht zu befürchten:



    "Erst von Söder zu früh nominiert, dann klettern Aktivisten aufs Scheunendach



    Radikale Tierschützer sind auf seinen Hof eingedrungen, nun verzichtet Bauernfunktionär Günther Felßner auf ein Berliner Ministeramt. Markus Söders Personalie war allerdings auch in der CSU umstritten."



    spiegel.de



    /



    Aber Haltung bewies sie schon:



    "Die aus Münster stammende, aber in Berlin zur CDU-Landeschefin aufgestiegene Grütters stimmte auch nicht mit, als Merz noch als Oppositionsführer eine Bundestagsmehrheit in der Migrationspolitik mit Rechtsaußen in Kauf nahm. „Ich ertrage diese Nähe zur AfD nicht“, sagte Monika Grütters damals."



    Bei tagesspiegel.de



    Hier im Pott sagt man Glückauf!



    (Liberal & CDU, geht das?)

    • @Martin Rees:

      In Münster war auch die CDU auch sehr früh dem Fahrradhassen entwachsen, und die Universitätsstadt bildete sich auch ab. In der Union dominieren nur inzwischen die "schwarz"-ländlichen Gebiete auch beim Personal, zumeist Männer mit schützenfesttauglicher Leber.



      Ich fürchte, die wird gerade verbrannt, und ja, ich würde mir noch mehr fürs Bundespräsi'amt wünschen.



      Habeck ist zu frisch, aber Navid Kermani noch juristisch-politisch schnellausbilden: warum nicht? Kretschmann oder Lammert doch noch zum politischen Weitermachen überreden: warum nicht?

      • @Janix:

        Ernst gemeint gute Vorschläge, aber das gibt die Bundesversammlung sicher nicht her, dass die eine realistische Chance haben werden.



        Und diesmal geht an einer Frau !ganz sicher kein Weg vorbei, was wetten wir?



        AKK wird grad nicht genannt, hat aber auch ein interessantes Profil.



        2020 äußerte diesen Vorschlag immerhin kein geringerer als der amtierende Kulturstaatsminister.



        Aktuell verzichtet sie vielleicht eher auf sein Empfehlungsschreiben.

  • Monika Grütters hat beste Voraussetzungen: „Sie wurde von 1983 bis 1988 als Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert."



    de.wikipedia.org/w...rs#Leben_und_Beruf

    • @Mondschaf26:

      Sie sagen es: Sie hat offensichtlich mächtige Freund:innen und wahrscheinlich ein tadellos funktionierendes Netzwerk.



      Und das beinhaltet auch, dass sie sich immer eine eigene Meinung bilden und öffentlich auch leisten kann.



      Vermutlich ist sie für sehr viele anschlussfähig, ganz sicher nicht allein Merkelianer:innen oder die 'Frauen Union''.



      So etwas meine ich als Zusammenschluss mit Geltungsanspruch als Beispiel:



      "Mit unserem Namen wollen wir diesen mutigen Frauen Tribut zollen, die vor 500 Jahren in China die Schrift entwickelt und so trotz fehlender (Bildungs-)Rechte Wissensaustausch und Kommunikation sichergestellt haben. Sie erinnern uns daran, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, umzudenken und Neues aus einem bestehenden System heraus zu kreieren. "



      nǚshū



      Quelle teamnushu.de



      Eine !kluge Frau voran als erstes Frau im Staat, zeichnete sich schon früh ab.



      Wird auch so kommen.

  • Seit wann sagt die Geschlechtlchkeit etwas über die nötige Kompetenz, die Sozialisierung, die humanistische Einstellung & die Eigenschaften, sowie den Charakter eines Lebewesen aus ?



    Ich persönlich würde das Känguru von Marc-Uwe Kling als sehr geeignet, für das Amt des Bundespräsidenten favorisierten.



    Bitte nur nicht wieder so ein Fehlgriff wie bei Julia Klöckner, die bei jeden ihrer Auftritte einen ständigen Affront gegenüber unser zivilisierten Gesellschaft darstellt.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Eine Prise Philosophie schadet sicher nicht. Gesetze unter dem Einfluss von Schnapspralinen unterzeichnen dann aber doch nicht.



      Warum aus der Vergangenheit ausgerechnet Spahn und Klöckner durchkamen, ist ein Schandfleck für die CDU und Merz. So drastisch wie Sie hätte ich es bei Fr. Klöckner aber nicht formuliert.

      • @Janix:

        @Janix



        Die letzte Laudatio von Frau Klöckner auf Deutschland und die Ukraine - vor dem Parlament Ukrainer am 11. März in Kyjiw, hat meine Freunde aus der Ukraine & mich nur erschaudern lassen. Ich bin jetzt gerade nicht darüber auf dem Laufenden wer die Reden für unsere Bundestagspräsidentin verfasst, aber so einen Auftritt in die ganze Welt zu übertragen ist schon sehr krass.



        Sie finden die Aufzeichnungen noch auf YouTube.

  • Wenn man allzu nachdrücklich eine Frau als Bundespräsidentin fordert, sollte man aufpassen, dass dann am Ende die einzige (weibliche) Kandidatin nicht Alice Weidel heißt.

    Ich bin kein Freund der Devise: "Amt XYZ muss dringend von einer Frau übernommen werden, damit es endlich mal von einer Frau ausgeübt wird". Wenn man eine geeignete Frau hat, soll man sie gerne aufstellen, wenn nicht, sollte man es lassen - sonst hat man am Ende das Äquivalent von Christiane Lambrecht als Verteidigungsministerin, die dieses Amt ja auch u.a. deshalb bekam, damit die Ampel für sich beanspruchen konnte, ein geschlechterparitätisches Kabinett zu haben.

    • @Agarack:

      Geeignete Männer finden sich also immer, während das bei Frauen nicht so ist? Halten Sie eine inkompetente Frau wie Christine Lamprecht für schlimmer als inkompetente Männer wie Jens Spahn oder Andreas Scheuer?



      Gleichberechtigung ist, wenn auch bei der Inkaufnahme von Unfähigkeit das Geschlecht keine Rolle spielt. Insofern müsste das Land auch eine "Frau (Heinrich) Lübke" ertragen können.

      • @Joba:

        Männer müssen beweisen dass sie keine Kompetenz ( um trotzdem leider nicht abgewählt zu werden) , haben Frau müssen beweisen, dass sie Kompetenz haben.

      • @Joba:

        Nein, es finden sich nicht immer geeignete Männer. Es ist aber nun mal so, dass Sie heute niemanden mehr finden werden, der offen sagt: "Das Amt gehört in die Hände eines Mannes", um einfach irgendeinen Mann in das Amt zu heben. Ich misstraue dem Ansatz, zu sagen: "Wir brauchen Identität XYZ für das Amt, mal gucken, wen wir da so haben", einfach im Grundsatz, und glaube, dass der eben zu problematischen Benennungen führt, weil das Amt dann nicht mehr im Vordergrund steht. Dass dieses Vorgehen auch mal dem einen oder anderen Mann aus anderen Gründen geholfen hat, unterstreicht meine Ansicht da eher.

        • @Agarack:

          Natürlich muss alles paritätisch besetzt sein. Man sieht aus verschiedenen Blickwinkeln verschiedene Tatsachen und entscheidet anders. Wir haben zu viele Männer an der Macht. guck dir mal die ganzen Kriege an.

    • @Agarack:

      Und vielleicht wäre Habeck ein besserer Kanzler-Darsteller geworden als Scholz.

      • @Oma:

        Sie meinen, wenn er Baerbock zur Seite geschoben und dadurch den Grünen den Sieg beschert hätte?

        • @Normalo:

          Hat nicht eher Baerbock Habeck beiseite geschoben und anschließend die damals noch ganz guten Chancen der Grünen vermasselt?



          Andererseits: Habeck hat sich beiseite schieben lassen, so wie er später auch Lindners Durchstechereien kein Paroli geboten hat. Vermutlich hätte auch mit ihm als Kanzler kein Segen auf der Ampel gelegen, sondern Lindner hätte ihm genauso auf der Nase rumgetanzt wie Scholz.

          • @Oma:

            Es ist zu einfach zu konstatieren, dass Habeck sich hat beiseite schieben lassen. Denn letztlich sind sie da Alle über ein grünenspezifisches Glaubwürdigkeitsproblem gestolpert, nämlich die Mutter aller Frauenquoten-Parteien zu sein, aber letztlich doch immer wieder nur männliche Leitwölfe zu produzieren (Fischer, Trittin, Özdemir, Kretschmann...). Nachdem gerade - ausgerechnet! - die Union 16 Jahre lang mit der bisang einzigen deutschen Kanzlerin regiert hatte, war Baerbock sowas wie der "Wenn nicht jetzt, wann dann?"-Moment, um da gegenzusteuern. Der Beweis war deutlich überfällig, dass man(n) auch bei den Grünen bereit ist, nicht nur theoretisch auch mal einer Frau eine wirklich aussichtsreiche Spitzenkandidatur zu überlassen.



            Nun hatte eben Habeck das historische Pech, genau in dem Moment das amtierende "Alphamännchen" zu sein, das dafür zurückstecken musste. Ich würde ihm das nicht allzu negativ anrechnen.



            Mein Fazit: Quote bis nach ganz oben? - kannste machen, ist dann halt Kacke...

            ...und ja, Habeck wäre wahrscheinlich ähnlich in die Ampel-Falle getappt wie Scholz. Lindner hätte aber auch dem Teufel persönlich "auf der Nase rumgetanzt", so sehr stand er selbst unter Druck.

  • Ich bin für einen Mann, der dieses ehrenvolle Amt ehrenamtlich bekleidet. Das wäre doch mal ein Vorbild für Engagement und Verantwortung. Ansonsten sehe ich keinen besonderen Einfluss.

    • @Momo33:

      Das Argument wurde genannt: Der Bundespräsident m/w/d soll kein Würdeloser, Geldbedürftiger sein, währenddessen und danach. Ihn etwas zu beschäftigen für unser Land ist auch sinnvoll.



      Das könnte durch weniger auch geschafft werden, womöglich. Aber die Richtung hat einen Grund.

    • @Momo33:

      Daseist eine super Idee!



      So war es in der Vergangenheit . Es war eine Ehre , die Position zu haben. Kosten musste man selbst decken.



      *ironie*

      Aber dann bitte nicht mosern wenn es nur die mit dem notwendigen Groschen machen

      • @Lio:

        Jetzt habe ich doch kurz gegoogelt, Herr W. erhält um die 250000 Euro plus x, die Inflation muss berücksichtigt werden. Ehrensold. Ehrensold, welch ein Wort.

        • @Momo33:

          "Ehrensold, welch ein Wort."



          Passt aber: Das Ziel dieser ungekürzten Fortzahlung des Präsidentensolds ist original, dass der Ex-Präsident seine "Ehre" behält - und nicht nach dem Abtritt die Würde des Amtes besudelt, indem er wegen des Geldes irgendwelche zwielichtigen Aktivitäten entfaltet. Wer weiß - vielleicht wäre Schröders Gerd nicht zu Gazprom-Gerd geworden, wenn Altkanzler auch so fürstlich ausgestattet würden...

      • @Lio:

        Ach, man kann das als 1Eurojob anlegen und mancher Pflegedienst erwartet auch, dass das eigene Auto genommen wird. Deutschlandticket, um nah an den Menschen zu sein bietet sich Regionalexpress an. Mal ne Flugreise zur Belohnung ist schon drin.

  • Die voraussichtlichen Mehrheitsverhältnisse in der nächstjährigen Bundesversammlung sehen wohl eine Kandidatin der Konservativen vor. Intellektuelle oder Visionäre fehlen anders als in früheren Zeiten in der Politik mittlerweile gänzlich. In allen Geschlechtern. Aus der Menge der vorherrschenden Apparatschiks wäre Monika Grütters sicher nicht die schlechteste Wahl. Der Supergau trüge den Namen Klöckner.

  • Mal abgesehen davon, dass die Auswahlprämisse "Hauptsache eine Frau" der späteren Amtsträgerin schon eine Autoritätshypothek mitgibt: Wäre es nicht jammerschade, eine der sehr wenigen Frauen, die das Prestige, die Energie und die Einstellung haben, die man für eine "aktivierende" Präsidentin voraussetzen müsste, der weit wirkmächtigeren Tagespolitik zu entziehen? Unten schlägt jemand Heidi Reichinnek vor. Wenn ich die Linke wäre, würde ich sagen: Könnte Euch so passen! Die behalten wir.



    Mein Vorschlag: Keine Politikerin.

    Übrigens haben in der Geschichte der Bundesrepublik nur in SEHR seltenen Einzelfällen Präsidenten dem Kanzle widersprochen. Die Regel ist doch eher, dass jede Äußerung vorab zwischen Präsidentenei und Bundeswaschmaschine eng abgestimmt wird und die Waschmaschine das letzte Wort hat.

    • @Normalo:

      Ja, denke ich auch.

      Aber eine Frau wäre mal an der Zeit - bei diesen ganzen großen Kriegen.

      • @Beatrice Ortlepp:

        Kriege wird vom Schloss Bellevue aus niemand je verhindern oder beenden. Und wenn Sie Weiblichkeit mit Pazifismus gleichsetzen wollen, dann sollten Sie einen Bogen um die Politik machen.

  • Das Amt des Bundespräsidenten war seit der Gründung der BRD immer wieder mit Personen besetzt, die das Amt nicht ausfüllen konnten. Mit Weizäcker und mit Heinemann gab es zwar auch gute Präsidenten, aber die große Menge ist alles andere als repräsentabel. Steinmeier hat einem in Deutschland lebenden Türken in Guantanamo nicht geholfen, obwohl die USA den Mann Murat Kurnaz loswerden wollten. Ich glaube deswegen, dass es einen Mechanismus gibt, bestimmte Menschen zum Präsidenten zu machen und dabei kommen eher mittelmäßige und schwache Leute raus. Auch unser jetziger Präsident Steinmeier war eher ein Zuarbeiter von Gerd Schröder, der dann über den Fall seines Spiritus Rectos weitermachen konnte und durfte, aber eigentlich auch parallel zum Abstieg seiner Partei SPD.



    Und jetzt eine Frau? Das Geschlecht kann dieses Amt aufwerten?



    Nein, die Frau wäre am Ende eine Frau, aber die Mechanismen wären doch gleich. Außerdem könnte das schnell Angela Merkel oder Ursula von der Leyen werden. Die würden auf der Versammlung die nötigen Stimmen kriegen. Es wäre nicht Claudia Roth oder Andrea Nahles, die dort wählbar wären. So viel Ehrlichkeit muss ein.

    • @Andreas_2020:

      Vielleicht mal keine Politikerin! Es gibt tolle laute kluge Frauen, eine davon eben.

      • @Beatrice Ortlepp:

        Dass in diesem Amt nicht tolle, sympathische und fähige Menschen auftauchen, schrieb ich, das - wage ich zu prognostizieren - wird so bleiben. Sie fallen auf die Frauennummer rein.

  • Es gibt nur ein einziges Argument gegen eine Frau in diesem Amt:



    "Es ist Zeit für eine Frau". Wenn wieder mal das zwischen den Beinen wichtiger ist als das zwischen den Ohren: Wie wäre es denn mit Alice Weidel oder Sahra Wagenknecht? Wenn inzwischen sogar die Nazis eine Lesbe auf den Schild heben, kann mir niemand mehr etwas von einer Glasdecke erzählen.



    In Anlehnung an George Orwell: Das beste Argument gegen Feminismus ist die durchschnittliche Feministin.

  • taz: **Eine Bundespräsidentin könnte das Land verändern**

    Eine Bundespräsidentin aus der CDU könnte das Land verändern? Bin ich hier noch in der taz oder doch schon in der CDU-nahen Springer-WELT?

    Warum muss es überhaupt immer jemand aus einer Partei sein? Und warum wird der Souverän - also die Bürger - eigentlich nie gefragt, wen er/sie als Bundespräsident:in haben möchte? Stellt man sich so eine echte Demokratie vor?

    • @Ricky-13:

      Was @Claude Nuage sagt, und - daraus folgend: Würde der BP direkt gewählt und damit zum Amtsträger mit der stärksten demokratischen Legitimation im Staat (und das "-kratie" in "Demokratie" steht immer noch für "Herrschaft"), würden auch verstärkt die in das Amt streben, denen es primär um politisches Gewicht geht. Dadurch würde dem Amt genau der Idealismus flöten gehen, auf den die Direktwahl-Befürworter bauen.



      Es ist gerade die Entrücktheit vom politischen Geschäft und dem Kampf um Wählerstimmen, die dem Bundespräsidenten die Freiheit gibt, "unstrategisch" einfach nur zu sagen, was er für gut und richtig hält. Wäre er gewählt, müsste er sich automatisch auch daran messen lassen, inwieweit er seine salbungsvollen Worte umsetzt. Und da ginge dann das altbekannte Lavieren wieder los.

      • @Normalo:

        @ Normalo



        Dem Amtsträger des höchsten Amt in unserem Land, dem des Bundespräsidenten, eine politische " Entrückheit " zu schreiben zu wollen, sagt ja schon einiges über Ihr persönliches Demokratieverständnis aus...

        • @Alex_der_Wunderer:

          Es ist das protokollarisch höchste Amt im Land, aber seine Funktion ist absichtlich nur repräsentativ. Die (Volks-)Herrschaft wird anderswo ausgeübt. Ich will ja auch nicht, dass in der fünften Jahreszeit der Prinz Karneval WIRKLICH meine Stadt regiert. Jedem seinen Job, und für's Regieren und Politikmachen sind nunmal Parlament und Regierung gewählt.

          • @Normalo:

            @Normalo



            Wenn das Parlament im Bundestag mehrheitlich dem Bundeskanzler das Misstrauen ausspricht, muss der Bundespräsident den Bundeskanzler entlassen.



            Dieses hohe Amt mit einem Prinz Karneval gleichsetzen zu wollen, stellt eine Respektlosigkeit gegenüber der ganzen Bevölkerung dar, die ja von unserem Bundespräsidenten vertreten wird.

    • @Ricky-13:

      "Und warum wird der Souverän - also die Bürger - eigentlich nie gefragt, wen er/sie als Bundespräsident:in haben möchte?"



      Ein direkt gewählter Bundespräsident hätte ein derartig starkes politisches Gewicht, dass wir defacto eine Präsidialverfassung bekämen. Ich finde die USA und Frankreich als Beispiele abschreckend genug.

      • @Claude Nuage:

        Gegenbeispiel zur Präsidialdemokratie a la USA oder Frankreich: Österreich. Der österreichische Bundespräsident hat ähnliche Rechte wie sein deutscher Kollege, wird aber direkt gewählt. Das gibt ihm eine andere Autorität gegenüber der jeweiligen Regierung, auch wenn es nur die "Macht der Worte" ist.

    • @Ricky-13:

      @ Ricky-13



      Tazi dürfen aber alle Bürger lesen, während der Konsum der " Springer-Welt " ein Abo von der " Titanic " als Voraussetzung haben sollte.



      😉

      • @Alex_der_Wunderer:

        **Tazi dürfen aber alle Bürger lesen, ...**

        Dass in den taz-Kommentaren immer mehr Konservative, Neoliberale und wohl auch schon ein paar Rechte ihr "Weltbild" zum Besten geben, das merkt man ja seit einiger Zeit.

        • @Ricky-13:

          @Ricky-13



          Ich vermute rechte Avatare unter uns, andere plausible Erklärungen habe ich noch nicht dafür gefunden...

  • Letztlich muss sich bei einem Bundespräsidenten (m/w/d) zeigen, dass er in der Lage ist, das Land zusammenzuhalten und überparteilich zu vermitteln. In seltenen Fällen hat der Bundespräsident auch ein Prüfungsrecht bei Gesetzen. Statistisch gesehen, wäre es sicher mal Zeit für eine Frau. Aber wie beim Roulette: Wenn 11x rot kam, ist es nicht wahrscheinlicher das beim 12 x schwarz kommt. Mir wäre daher ein guter männlicher Bundespräsident lieber als eine mäßige weibliche. Noch besser wäre eine gute weibliche Bundespräsidentin - denn es wäre tatsächlich mal Zeit, aber eben nicht um "jeden" Preis.

  • "Eine Bundespräsidentin könnte das Land verändern"

    Nein Könnte er/sie nicht, dazu hat er/sie garnicht die Möglichkeiten....

  • Frau Grütters hat als Kulturstaatsministerin Herrn Weimer in all seiner Kompetenz den Boden bereitet. Ohne diese Vorbereitung wäre die Empörung über seine Zensurambitionen einfach zu groß gewesen. Also bitte, auf jeden Fall keinen Bundespräsidenten mehr, aber bitte eine Demokratin.

  • Ilse Aigner (csU)???



    Gegenvorschlag: Heidi Reichinnek.



    Dann ginge mal ein linker Ruck durch D.



    😉

    • @Andreas Flaig:

      Gegenvorschlag: Heidi Reichinnek.

      Die würde echt verbinden, dann wären sich so gut wie alle Deutschen einig, oh mein Gott.

    • @Andreas Flaig:

      Jaaaaaaaaaaa! DAS ist mal ein guter Vorschlag. Aber aus dem "Ruck" wird nix, das werden die einschlägigen Medien schon verhindern...

      • @Perkele:

        da haben Sie wohl recht....



        mehr sozialer Zusammenhalt ist mit mit Springer und Co. nicht zu machen....

  • Warum sollte es jetzt eine Frau sein? Gibt es eine Quote zu erfüllen? Die Position des Bundespräsidenten ist eigentlich recht überflüssig, jeder kann den Grüßaugust spielen - aber ich sehe keinen Grund warum das Amt jetzt unbedingt von einer Frau gehalten werden muss.

    • @FraMa:

      Warum wurde das Amt immer von einem Mann erhalten?

  • Schön wäre es, wenn Frauen in der Politik sich positiver auswirken würden als Männer, aber ist das so? 16 Jahre Merkel haben Deutschland abgelähmt, uns die völlige Gasabhängigkeit von Russland beschert und einen Investitionstau in Billionenhöhe hinterlassen und die Bundeswehr ruiniert. Was beschert uns gerade Wirtschaftsministerin Katharina Reiche? Was Ministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien? Was Ministerin für Gesundheit: Nina Warken? Und natürlich Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär?! Gibt es von denen irgendwas Positives zu hören, zu lesen, zu sehen. Nein - sie sind alle nur ihrem Parteibuch verpflichtetet, ihrer Ideologie, ihrem Parteivorsitzenden. Eine von alledem unabhängige Frau aber wird es nicht werden.

  • "Eine Bundespräsidentin könnte das Land verändern"



    Ja, genau wie alle männlichen Bundespräsidenten vor ihr.



    Der Kanzler bestimmt die Richtlinien der Politik. Oder die Kanzlerin, in Merkels Fall.

  • Ja, eine weibliche Bundespräsidentin ist überfällig, um die Phalanx der weißen alten Männer im aktuellen Berliner Politbetrieb wenigstens an einer Stelle aufzubrechen.



    Und ja, es wird Zeit für eine profilierte Person, die sich nicht scheut, in politischen Debatten von gesellschaftlicher Tragweite auch mal einzumischen, um endlich die Zeit der Bürger:innenbetäubung durch den aktuellen Bundespräsidenten endlich zu beenden.

    Aber es sollte dann schon eine Person sein, die bekannt ist und auch staatstragend agieren kann. Rita Süsmuth wäre eine gute Wahl gewesen, aber dafür ist es leider viel zu spät.

    Wir brauchen keine Parteisoldatinnen an der Spitze, keinen weiblichen Proporzpopanz und auch keine Politikerin, deren hervorstechende Eignungseigenschaft wäre, Söder auf Bundesebene zu verhindern. Das schafft der Mann nämlich spielend selbst, wenn man in einfach nur reden lässt. So wie einst Stoiber ja auch.

    • @Anne Pipenbrinck:

      "es wird Zeit für eine profilierte Person, die sich nicht scheut, in politischen Debatten von gesellschaftlicher Tragweite auch mal einzumischen"



      Volle Zustimmung.



      Das allerdings ausschließlich einem Geschlecht zuzuschreiben und dort als garantiert vorauszusetzen, halte ich für Unfug.

    • @Anne Pipenbrinck:

      "Ja, eine weibliche Bundespräsidentin ist überfällig, um die Phalanx der weißen alten Männer im aktuellen Berliner Politbetrieb wenigstens an einer Stelle aufzubrechen."

      Kommt Ihnen der Name "Angela Merkel" bekannt vor? Zur Auffrischung: Die war 16 Jahre als Kanzlerin tätig, also sechs Jahre länger, als eine Bundespräsidentin überhaupt amtieren dürfte, und das in einer tatsächlich politischen und machtausübenden Funktion. Wie man da in der Frage weiblicher Teilhabe am Politbetrieb das Präsidentenamt als neuralgischen Punkt verstehen kann, ist mir schleierhaft.

      • @Normalo:

        @Normalo



        Angela Merkel hat es doch perfekt verstanden, die Deutschen 16 Jahre in Ruhe schlafen zu lassen.



        Die Rechnung präsentiert sich uns nun und wir zahlen jetzt...

        • @Alex_der_Wunderer:

          Ok, Sie finden Merkel nicht gut. Hat das auch nur das Geringste mit dem Punkt zu tun, den ich mit meinem Posting ansprach?

          • @Normalo:

            @ Normalo



            Richtig ist, auch ich sehe Frau Merkel durchaus kritisch, eine Beurteilung meinerseits über die geleistete Arbeit von Frau Merkel, würde ich da an Ihrer Stelle nicht hineininterpretieren

    • @Anne Pipenbrinck:

      Statt alter weißer Männer also junge schwarzhaarige Frauen. Ist beides nicht rassistisch oder zumindest unterste Schublade?



      Ja, es wird Zeit für eine profilierte Person. Egal ob männlich oder weiblich. Nur sehe ich in meiner Glaskugel da momentan keinen auch nur bedingt geeigneten Kandidaten oder eine Kandidatin. Bei all den zunehmenden Krisen braucht es nämlich mehr als nur einen Grüßaugust. Eine Identifikationsfigur, welche bindet und zusammenführt ohne jedwede politische Bevorzugung.

    • @Anne Pipenbrinck:

      "eine profilierte Person, die sich nicht scheut, in politischen Debatten von gesellschaftlicher Tragweite auch mal einzumischen"



      Ja schon richtig, aber ich fürchte, dass es mit der Begeisterung für eine solche Person schnell vorbei wäre, wenn diese Person einen von der eigenen Meinung abweichenden Standpunkt vertreten würde. Da wäre dann schnell wieder von notwendiger Überparteilichkeit die Rede und davon, dass ein Bundespräsident das ganze Volk repräsentieren muss und nicht spalten darf.

  • Derlei Positionen, wie auch Bundesverfassungsgerichtsvorsitz, Bundestagspräsi oder auch Kanzler, das gehört letztlich stets abwechselnd zwischen Geschlechtern gewählt.

    • @Tom Farmer:

      "...das gehört letztlich stets abwechselnd zwischen Geschlechtern gewählt."



      Demokratie ist sowieso überbewertet.

      • @Encantado:

        @ Encantado



        Also eine Menge Bürger & auch ich, würden gerne einmal echte Demokratie als Regierungsform für Deutschland ausprobieren.



        Wäre doch mal was anderes als immer nur diese repräsentative Demokratie. Eine Demokratie, wo Bürger in Entscheidungen einbezogen werden.

  • Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird in diesem Fall ja die CDU eine Kandidatin durchdrücken.



    Wäre das dann eine Dame von der Qualität einer Klöckner, Reiche, Warken?



    Davor graust es mich schon jetzt!

  • Zeit für eine Frau ist es in jedem Fall.

    Wieso? Was kann eine Frau, im politischen Geschäft, besser als ein Mann? Es ist doch völlig egal, ob als BuPrä sich ein Alpha-Weibchen oder ein Alpha-Männchen austobt oder auch nichts tut.



    Wir sollten aufhören Politikprofiteure zu Bundespräsidenten zu machen, wie wäre es mit einem Politikopfer? Wie wäre es mit einem Soldaten/in die dabei war, als die Bundeswehr auf Afghanistan schmählich fliehen mußte?



    Als Symbol des Mottos, erst denken und dann handeln.

  • Ilse Aigner als Bundespräsidentin? Alles, was recht ist, aber haben wir keine Frauen von größerem Format? An Monika Grütters kann ich mich überhaupt gar nicht erinnern. Wer ist das?



    Wie wäre es mit Erika Roth?



    Oder sollten wir Gabriele Susanne Kerner wählen, besser bekannt als Nena mit den 99 Luftballons?



    Vielleicht sucht ja Ursula von der Leyen auch nach einem neuen Job.

    • @Aurego:

      Evtl. sollte Mann bei Ilse Aigner dann doch ma ihre politische Bio nachschlagen. Geht in diesem Internet, in dem sogar die CSU agiert hat, ganz fix ;) .



      Als Spezialfähigkeit könnte sie im frisch renovierten Schloss Bellevue die Elektrik abnehmen und findet vermtlich auch (hybride Kriegsführung usw.) Überwachungswerkzeuge.

      • @Hugo:

        Wäre sie nur Elektrotechnikerin geblieben! Dann könnte sie weiterhin Hubschrauber verdrahten. Das wäre in der aktuellen Situation vielleicht nützlicher.

    • @Aurego:

      Bei Frauen von größerem Format fällt es mir schwer, mir vorzustellen, warum sie sich mit sowas zur Kasperin machen sollten.



      Wenn überhaupt, dann Carmen Geissen, Andrea Kiewel oder Heidi Klum.

    • @Aurego:

      Vielleicht Frau Baerbock - die muss ab Herbst auch irgendwie mit einem neuen Posten versorgt werden. Eine grüne Bundespräsidenten ist aber vermutlich nicht durchzusetzen.

      • @Il_Leopardo:

        So viel eigene Meinung, wie von Frau Baerbock zu erwarten wäre, möchten die meisten dann wahrscheinlich doch nicht hören, selbst wenn sie in 75% der Fälle recht hätte.

  • Eine Bundespräsidentin - diese Frage stellt sich nicht mehr, sie ist selbstverständlich. Worüber man sich mehr Gedanken machen sollte, ist den kleinsten gemeinsamen Nenner abzulösen, zugunsten großer, klarer Worte, die sich dem Land einbrennen.

    Da fällt erwähnter Richard von Weizsäcker ein, der die ernsthafte Aufarbeitung der deutschen Schuld eingeleitet haben dürfte, da fällt einem Roman Herzog mit seiner Ruckrede ein, da fällt einem Joachim Gauck als Freiheitspräsident ein, mit seinem seiner oft unbequemen Einmischung in gesellschaftliche Debatten.

    Im Lichte dieser Merkmale wünscht man sich mehr Kandidatinnen. Monika Grütters ist bekannt für ihre Schillerrede, in der sie die Debattenkultur beklagt. Jenseits parteipolitischer Erwägungen ist Ilse Aigner als beim Volk unabhängige Politikerin bekannt, eine der wenigen, die dem allmächtigen Söder schon mal widerspricht und die in der Verteidigung der Demokratie einen Schwerpunkt hat.

    Kürzlich wurde noch die Schriftstellerin Juli Zeh genannt. Für gesellschaftlichen Zusammenhalt ist sie ungeeignet - dafür sind ihre Positionen zu Corona und Ukraine zu strittig.

    Das Feld müsste größer sein. Kein Amt gibt dem Land mehr Orientierung.

    • @rakader:

      Weizsäcker unbestritten, bei Herzog und Gauck bin ich mir nicht sicher, ob sie trotz Reden, die hängen geblieben sind, wirklich auch etwas in Gang gesetzt haben, Veränderungen bewirken konnten. Gerade Herzogs Ruckrede erscheint mir im Nachhinein als ein zwar sehr richtige Analyse, der aber eben kein Ruck gefolgt ist.

      • @o_aus_h:

        Gauck ist ungemein wichtig für den Stolz der Menschen im Osten. Denn mit ihrem demokratischen Mut haben sie den Menschen im Westen etwas voraus.

        Noch wichtiger sind seine Reden dort, wo sie den Narrativen der Rechtspopulisten und Nazis eine andere Wirklich vorhalten und erzählen.

      • @o_aus_h:

        Ich stimme Ihrer Einordnung der Herzog-Rede zu, werfe aber doch ins Feld, dass diese Rede heute fester Bestandteil des Politikunterrichts an Schulen ist. Somit trägt sie zumindest in dem Maß zu dem ausgebliebenen Ruck bei, als das man sich Gedanken über nötige Reformen macht. Und zwar schon in der Schule.

        • @rakader:

          Während der Schulzeit haben die Reden von Gaius Iulius Caesar und Marcus Tullius Cicero bei mir wesentlich größeren Eindruck hinterlassen als jede Rede von irgendeinem Bundespräsidenten.

  • Welches Geschlecht ist doch egal, dass wichtigste ist das die Person unser Land gut repräsentiert und politisch neutral ist.

    • @Marcelo:

      Exakt.



      Mit der kleinen Einschränkung der Verfassungstreue, wenn ich das mal unter der politischen Verfasstheit setzen darf.

  • Verstehe die Aufforderung hier nicht. In der aktuellen CDU/CSU gibt es einen hart rechten Kurs. Wenn diese Bande eine erträgliche Konservative zur Bundespräsidentin macht, dann nur, um sie machtpolitisch kaltzustellen. Und was soll man sich überhaupt von dem Amt erhoffen? Die historischen Beispiele im Text wirken, als könnte der Bundespräsidentin eine Art kollektive Epiphanie wirken. Das wird nicht passieren.

  • Das weibliche Geschlecht ist kein Wert an sich. Ich hätte auch keinen Bock auf Alice Weidel als Bundespräsidentin. Ich wäre schon zufrieden, wenn ich bei zukünftigen Reden des Bundespräsidenten (oder der Bundespräsidentin) nicht einschlafen würde...

    • @MarsiFuckinMoto:

      Einspruch. Bei diesem Amt und in dieser Historie ist das weibliche Geschlecht ein Wert an sich. Es hätte einen hohen symbolischen Wert, eben, dass die Bundesrepublik sich gesellschaftlich fortentwickelt hat, um es positiv zu formulieren.

      Ich bin sonst ein Gegner von Quotenüberlegungen und -forderungen, aber hier bie diesem Amt würde eine Frau automatisch von Beginn an einen Fokus setzen - allein weil man das von ihr erwarten würde.

      Beim Einschlafen bin ich bei Ihnen. Es braucht jemanden, deren Reden sich einbrennen, die zum Nachdenken anregen. Ich finde es aber ausgesprochen traurig, dass Ihnen bei einer möglichen Bundespräsidentin als erstes der Name Alice Weidel einfällt, nur weil die genannt wurde. Andere Namen kennen Sie nicht?

      • @rakader:

        Bei diesem Amt und in dieser Historie ist das weibliche Geschlecht ein Wert an sich.

        Nein! Frauen sind nicht die besseren Menschen und in der Politik schon garnicht!



        Was konnte Frau Merkel als BK besser als es ein Herr Merkel gekonnt hätte?



        Was kann in der EU eine UvdL besser, was nicht ein Mann könnte?



        Die einzige Politikerin, die besser ist als ihre männlichen Vorgänger, ist die Italienerin. Aber wollen Sie die wirklich als Vorbild?

        • @Donni:

          Sorry, aber Romano Prodi war sicher wesentlich fähiger als die aktuelle italienische Ministerpräsidentin.



          Leider konnte Frau Merkel einiges besser als Herr Merz. Allerdings hatte sie mit langfristigen Perspektiven ihre Probleme. Herr Merz hat da aber auch keinerlei Plan, sonst hätte er Frau Reiche und Herrn Weimer längst entlassen.



          Frau Baerbock war als Außenministerin deutlich besser als der aktuelle Bundespräsident.



          Frau vdL spricht neben Deutsch immerhin fließend Französisch und Englisch. Das kann man nur von wenigen männlichen Aspiranten behaupten.

          • @Aurego:

            @ Ach, Frau Ursula von der Leyen spricht Französisch, na so was, wurde Frau Ursula von der Leyen doch 1958 in Brüssel als Tochter von Ernst Albrecht geboren und wuchs in Belgien auf...

        • @Donni:

          Mit Verlaub, aus Ihren Zeilen trieft mir zu viel Misogynie durch.