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Eklat um Theaterprojekt in SachsenPornografische Bilder im Bastelmaterial

Ein abgebrochenes Schulprojekt in Sachsen hat ein Nachspiel im Bundestag. Die AfD wettert gegen „Gender-Projekte“ und politische Bildung.

Nutzt Bildung immer wieder als Terrain für Kulturkampf: Die AfD-Fraktion im Bundestag Foto: Chris Emil Janssen/imago
Gareth Joswig
Ralf Pauli
David Muschenich

Aus Leipzig und Berlin

Gareth Joswig, Ralf Pauli und David Muschenich

Dass der Bundestag sich mit Schul-Projektwochen beschäftigt, ist eher selten. Diese Woche aber könnte genau das passieren. Die AfD hat eine aktuelle Stunde beantragt, um sich über einen „Porno-Skandal“ zu empören. Die extrem rechte Partei zeigt wieder einmal, dass Bildung für sie vor allem ein Kampfplatz ist.

Anlass der Aufregung ist ein Theaterprojekt im März in der 9. Klasse der Oberschule im sächsischen Ort Schleife. Dort hatten Schü­le­r:in­nen plötzlich ein Heft mit Fotos von nackten Personen und sexuellen Darstellungen vor sich, ausgeteilt von der Projektleitung. Schulleiter Jan Rehor intervenierte, die Projektwoche wurde abgebrochen. Doch erledigt ist das Thema damit nicht.

Das Projekt an der Schule im sächsischen Landkreis Görlitz sollte sich dem Thema Mut widmen. Die beiden Leitenden kamen extern vom Berliner Landesverband der Falken, der sozialistischen Jugend, an die Schule in Schleife. Wie Schulleiter Rehor dem MDR berichtete, sollte es in der Woche um „Mut- und Hoffnungslosigkeit unter Jugendlichen angesichts aktueller Krisen gehen“.

Ähnlich beschreibt das auch der Landesverband der Falken in einem mittlerweile veröffentlichten Statement. Zu Beginn der Projektwoche hätten die Schü­le­r:in­nen eine gemeinsame Collage basteln sollen. Dafür hätten die beiden Projektleitenden stapelweise Magazine und Hefte zur Verfügung gestellt, aus denen die Schü­le­r:in­nen Fotos ausschneiden und diese neu arrangiert zusammenkleben sollten. Allerdings: Unter den Heften sei auch eins mit pornografischen Darstellungen gewesen.

Queeres Erotik-Magazin

Die Schü­le­r:in­nen machten Fotos von den Nacktbildern. Als die Projektleitenden das mitbekommen hätten, hätten sie das Magazin an sich genommen und erklärt, „dass das Material nicht zum Workshop und nicht in die Hände der Teil­neh­me­r*in­nen gehöre“, so die Stellungnahme der Falken.

Laut Medienberichten handelte es sich um das 160 Seiten lange Magazin „Queer Sex – Whatever The Fuck You Want!“. Es zeige, wie „normal queerer Sex ist“, schrieb die Süddeutsche Zeitung 2021 in einer Rezension. Die Zeit nannte es ein „Schmuddelheft mit Bildungsauftrag“.

Der Bildungsauftrag an der Oberschule in Schleife war jedoch nicht sexualpädagogischer Natur. Schulleiter Rehor habe deshalb das Projekt noch am ersten Tag gestoppt, als er davon erfahren habe. Die Schulaufsicht wertet sein Vorgehen als angemessen.

Nachdem Schü­le­r:in­nen ihren Eltern erzählt hatten, dass sie im Klassenzimmer pornografisches Material vorgesetzt bekommen hatten, erstatteten diese Anzeige bei der Polizei. Die ermittelt aktuell gegen zwei Personen wegen des Verdachts der Verbreitung pornografischer Inhalte an Minderjährige. Das sächsische Kultusministerium prüft derweil, ob die Projektverantwortlichen gegen Vorgaben des sächsischen Schulgesetzes verstoßen haben.

Falken sprechen von einem Versehen

Micki Börchers, seit 2025 Bundesvorsitzende der Falken, versicherte im Gespräch mit der taz am Dienstag, es habe sich um ein Versehen gehandelt. Bei den Magazinen und Heften für die Collage habe es sich um Spenden gehandelt. Die beiden Projektleitenden, die ehrenamtlich für die Falken tätig seien, hätten das Material zwar gesichtet. Aber als sie im März die Magazine austeilten, sei ihnen trotzdem nicht bewusst gewesen, dass sich darunter auch eins mit unangemessenem Inhalt befunden hätte.

Etwa einen Monat nach dem Vorfall berichtete die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit, dass bei einem Theaterprojekt in der 9. Klasse pornografische Bilder gezeigt und politische Botschaften verbreitet worden seien. Nach Angaben der lokalen Lausitzer Rundschau habe der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla, der nur wenige Kilometer von der Schule entfernt wohnt, auf das Thema aufmerksam gemacht.

Bildung ist für die extrem rechte AfD schon länger ein Kampfplatz: Die Partei scheitert immer wieder mit Anträgen gegen Antirassismusinitiativen an Schulen, schaltet Denunziationsportale gegen politisch missliebige Leh­re­r:in­nen und feindet Lehrkräfte direkt an. Auch die Unis stehen unter AfD-Beschuss: In Sachsen-Anhalt arbeitet die Landtagsfraktion der AfD offensichtlich bereits an Listen von Studiengängen und Lehrstühlen, welche der Partei ein Dorn im Auge sind.

Außerdem will die AfD in Sachsen-Anhalt die Förderung von Antirassismus-Initiativen an Schulen einstellen und durch Selbstverteidigungskurse ersetzen, wie es in ihrem Programm für die Landtagswahl im September heißt. Ebenso soll die Schulpflicht abgeschafft werden. Eltern, die der politischen Erziehung ihrer Kinder nicht trauten, sollen ihren Nachwuchs sinngemäß selbst zu Hause zu strammen Patrioten erziehen dürfen.

Angriff auf die Schulpflicht

Auch den Fall im sächsischen Schleife nutzt die AfD zur politischen Instrumentalisierung. Am Dienstag kündigte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Götz Frömming, die aktuelle Stunde wegen des Vorfalls an der Oberschule an – obwohl es ein Landesthema ist. Ein willkommener Anlass, um die Schulpflicht in Abrede zu stellen – weil linke NGOs angeblich immer mehr in die Schulen drängen würden.

Zwar forderte Frömming nicht direkt die Abschaffung der Schulpflicht. Aber er sagte, in der Partei mehrten sich die Stimmen, die sich für eine „Lockerung der Schulpflicht“ aussprächen. Und landete dann schnell wieder im Kulturkampf: „Wir wollen das Schulen wieder neutrale Orte sind.“ Wobei durchaus klar sein dürfte, wie politische Neutralität aus Sicht der AfD aussehen würde.

Was in Schleife vorgefallen ist, stellte die AfD dabei sehr skizzenhaft dar und weit weg von dem, was wohl tatsächlich vorgefallen ist: Zwei sehr junge Ak­ti­vis­t:in­nen hätten beim Projekt ihre eigene Sexualität vorangestellt, sagte Frömming, und „die Spitze des Eisbergs war ja dann, dass in den Materialien, die den Schülern zur Verfügung gestellt worden sind, sich ein über 100 Seiten starkes pornografisches Heft befunden hat“.

An ein Versehen glaube er nicht. Anschließend verlor er sich in Andeutungen über Skandale um Gruppensex in einem Ferienlager der Falken in den Sechzigern – „die haben Angriff auf alles, was wir verbinden mit einem heteronormen Familienbild, sich zum Programm erklärt“, behauptete Frömming.

Angst vor Konflikten

In der aktuellen Stunde wolle er nun in Erfahrung bringen, ob es weitere Fälle gebe, was mit der Fürsorgepflicht des Staates „für unsere Kinder“ sei und inwieweit man es zulassen wolle, „dass solche NGOs auf unsere Kinder losgelassen werden“. Welche politischen Konsequenzen daraus zu ziehen seien, werde die Aufklärung zeigen, so der AfD-Politiker.

Die jahrelangen Einschüchterungsversuche der AfD bleiben nicht ohne Wirkung. Das zeigt eine repräsentative Umfrage zu politischer Bildung aus dem vergangenen Jahr. Viele Schulen trauen sich demnach aus Angst vor Konflikten im Kollegium, mit Schü­le­r:in­nen und Eltern nicht an das Thema ran. Das gilt besonders in den ostdeutschen Bundesländern: Dort beobachtet fast jede dritte Lehrkraft, dass es bei der Demokratiebildung zu Widerstand aus den Familien oder der Schü­le­r:in­nen­schaft kommt. Bundesweit hat jede fünfte Lehrkraft Angst, im Unterricht die vermeintliche Neutralität zu verletzen.

Auch Susann Weitzmann, Regionalkoordinatorin Ostsachsen des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage beobachtet die Entwicklung mit Sorge. „Es gibt in den Landkreisen Bautzen und Görlitz Schulen mit gefestigten rechtsextremen Strukturen“, sagt Weitzmann der taz. Für die AfD sei es dort natürlich leichter, ihre Ziele zu erreichen.

Selbst an den 13 Schulen, die aktuell in ihrem Netzwerk sind, sei eine gewisse Nervosität zu spüren, so Weitzmann. So habe eine Schulleitung zur Auflage für neu in der Schule ausgelegte Broschüren gemacht, dass sie nicht den Zorn der Rechtsextremen wecken dürften. Teils sei es auch zu Anfeindungen gegen Schü­le­r:in­nen gekommen, die sich beispielsweise in der AG Schule ohne Rassismus engagierten.

Der Vorfall wird aufgearbeitet

Auch wenn es viele engagierte Lehrkräfte und Schulleitungen gebe: „Es ist für Schulen nicht einfacher geworden, für Toleranz und Vielfalt einzutreten“, sagt Weitzmann.

Der Vorfall in Schleife ist diese Woche auch im sächsischen Bildungsausschuss Thema. Kultusminister Conrad Clemens (CDU) sprach von einem „ungeheuerlichen Vorgang“. Die Aufarbeitung sei noch nicht abgeschlossen, aber die Schule habe angemessen reagiert. Projekte mit externen Partnern lägen in der Eigenverantwortung der Schulleitung, sagte ein Ministeriumssprecher der taz. Allerdings gebe es „digitale Marktplätze“, auf denen die Bewerbungen von externen Anbietern durch die Schulaufsicht inhaltlich geprüft werden könnten. Das sichere die Qualität.

Ob das in Schleife geholfen hätte? Immerhin betont Falken-Vorsitzende Micki Börchers, das Heft sei nur versehentlich in die Hände der Kinder gelangt. Das entspräche nicht den pädagogischen Standards der Falken. „Wenn wir nochmal so ein Projekt haben, werden wir unsere Materialien genauer sichten“, verspricht Börchers.

Den Theaterworkshop im März hatte die Amadeu-Antonio-Stiftung finanziert. Die hat inzwischen auch ein Statement veröffentlicht, in dem sie „bei den betroffenen Schü­le­r*in­nen und ihren Eltern sowie beim schulischen Personal“ um Entschuldigung bittet. Die Förderung habe die Stiftung gestoppt. Sie stehe mit der Schulleitung im Kontakt und arbeite an der Aufarbeitung des Falls.

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80 Kommentare

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  • Es lohnt sich, nach der Lektüre eines Artikels mal innezuhalten oder Geschirr zu spülen, denn : Der Ausgangspunkt dieses Skandälchens ist ein Schulprojekt zum Thema Mut bzw. Mut- und Hoffnungslosigkeit, ergo eine Möglichkeit für Heranwachsende, sich zu artikulieren.



    Dieses Projekt wurde abgebrochen wegen etwas, was ein Großteil der Schüler 100-fach in ihrer browser history haben. Well done, you had one job, schulische Einrichtung.



    Worum es mir geht, ist der Umstand, dass Schulen, freie Verbände und Politik in 2026 nicht in der Lage sind, souverän damit umzugehen, wenn ein relativ harmloser aber peinlicher Lapsus passiert. Als sei Sexualität kein zulässiger Aspekt von Mut, Hoffnung und deren Abwesenheit.



    Rein hypothetisch hätte es mich das Ergebnis interessiert, wenn die verantwortlichen Leiter das queere Schmuddelheft zur Projektwoche zugelassen hätten. Schliesslich ist es kein indiziertes Material, im Gegenteil: Wenn es für eine sexuelle Orientierung konzipiert wurde, dann ist es im Umkehr Zensur, wenn die Meinungsbildung junger Menschen durch die Auswahl des Materials verwehrt wird. Context matters.

  • Meine Güte alle mal runter kommen



    Das war ein Fehler, wurde meineserachtens ausreichend darauf reagiert. Die Schwachmaten von der AFD blasen sich wieder auf ..

  • also letztes mal wurde ja festgestellt das die afd das auto selbst angezündet hat ;)

  • www.sueddeutsche.d...6r004q0nwipbuispq5

    Hier geht es um das angebliche porno-magazin

  • Augen auf bei der Auswahl von Materialien für Projekte mit Kindern.



    Oder eben Augen auf bei der Auswahl von Projektpartnern.

    Ist das sprichwörtliche Kind erst in den Brunnen gefallen, hilft es auch nichts, wenn viele Leute sich hinstellen und bramarbasieren "Ich hab früher auch am Brunnen gespielt und es ist nix passiert..."

    Diese Art von Steilvorlagen für die AfD hätte man ja auch durch ein Mindestmaß an Sorgfalt verhindern können, oder?

  • Viele User-Kommentare hier erwecken den Eindruck, als wäre den Kids dieses eine (!) Heft explizit in die Hand gedrückt worden. Haben die Kommentierenden andere Infos, als die, die aus dem Artikel hervorgehen?

  • Bekümmert sich der Bundestag auch noch um echte Probleme, oder geht's da nur noch um Befindlichkeiten? Auch aus dem Artikel geht nicht hervor, ob es sich da wirklich um Pornographie im Sinne des StGB handelt, oder nur um belanglose Soft-Nacktbilder. Trotzdem ist da auch hier im Forum schon von strafbaren Handlungen die Rede - ja geht's noch?

  • Über den Vorfall in der Schule könnte man lachen. Im Internet kommen Jugendliche an Beiträge mit pornografischen Inhalten heran. Und die Verantwortlichen der Schule haben sich der Vollständigkeit halber für den Vorfall entschuldigt. Aber was politisch in manchen Schulen sich entwickelt hat, ist erschreckend genug. In meinem Wohnort (in Hessen) gibt es zwei Schulen, die sich "Eine-Welt-Schule" nennen. Hier wird Anti-Rassismus zelebriert.

  • Skandal! Skandal!



    Dass die Afd die Schulpflicht aufheben will.



    Dass sich Demokratie-, Aufklärungs- und politische Bildungsprojekte vor den Angriffen der Rechtsradikalen und Faschisten fürchten müssen.



    Es geht um Mut.



    Die Falken machen gute Arbeit.



    Alles weitere ist eine Nicht-Nachricht.



    Das ist der Skandal: taz.de/Rassistisch...ndschule/!6168235/

    • @Land of plenty:

      "Die Falken machen gute Arbeit."

      Offensichtlich nicht. Sonst hätten sie darauf geachtet, was sie verteilen und der AfD keine Munition geliefert.

  • Eigentlich ist alles wie immer, Linke und Grüne bagatellisieren das was von queer kommt und die AFD empört sich. Bei Hetero Themen ist es genau andersrum. Beide Richtungen fahren auf ihrer eigenen Schiene.

    • @Georg Sonntag:

      Danke für die treffende Beschreibung

    • @Georg Sonntag:

      Absolute Zustimmung

  • Aufstand im Wasserglas.

    Ich habe mit 16 Jahren Charles Bukowski gelesen. Meine Eltern kannten den glücklicherweise nicht, und mein Buchhändler hat mit einem Augenzwinkern gesagt: "Du bist ja ein richtiger 'Genießer" - aber einer mit Niveau".

    • @Il_Leopardo:

      Ich kenne mich nicht 100%ig aus, aber kann man Bukowski mit den Perversitäten im Internet vergleichen??

      • @Erfahrungssammler:

        Wie wär's zB mit dem Sexroboter, der einem Mann das Genital abreißt? Pervers genug?

      • @Erfahrungssammler:

        😁 Lesen Sie den einfach mal.

  • Und wieder das gleiche Spiel. Ein paar "Aktivisten" sind nicht in der Lage, darauf zu achten, was sie tun und die AfD greift die Sache auf und verwendet sie also Munition in ihrer Propagandaschlacht.

    Natürlich ist es völlig überzogen, so etwas vor den Bundestag zu bringen. Allerdings kann man auch verlangen, dass Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten, in der Lage sind, Papiere durchzuschauen, bevor sie sie verteilen.

    Im Endeffekt hat die AfD wahrscheinlich wieder ein paar Stimmen gewonnen...

  • Was haben überhaupt radikale Gruppierungen, egal von Rechts oder Links, an Schulen zu suchen ??

    • @Günter Witte:

      Hufeisen detected.

  • Wir reden hier von der 9ten Klasse? In der 9ten Klasse dürfte jede/r Schüler/in schonmal einen Porno gesehen haben.

    Stellen Sie sich vor: ich habe auch schon Pornos gesehen. Natürlich aus reinen Recherchegründen...

    Mit einem Klick und einer beantworteten Frage ( " Sind Sie schon 18?) lässt sich der härteste Kram online anschauen, denn man sich vorstellen kann-aber bestimmt sind 15jährige die mit dem Internet aufgewachsen sind zu blöd dafür, um diesen harten Jugendschutz zu umgehen.

    Definitiv ist sich die AfD aber für nichts zu Blöde

    • @R. Mc'Novgorod:

      Es gibt auch noch viel furchtbarere Dinge, an die man vielleicht mit entsprechender Gewieftheit im Internet rankommt. Aber ist die unzureichende Ausführung von Altersschutzmaßnahmen ein Grund für die Bagatellisierung von Dingen, die im öffentlichen Bildungsauftrag schlicht nicht vorkommen sollten?

      Nach dem Motto: "Ach was, die Kids sind eh' härteres gewohnt?" Mit der Logik begibt man sich aber schnell auf Glatteis.

  • Danke für die unaufgeregte Darstellung. Ich kann nicht beurteilen, ob es sich hier um eine Banalität, die von rechts zum Skandal hochgejazzt wird, handelt. Aber als skandalös - weil unverblümt homophob und transgenderfeindlich- halte ich eines der ersten Interviews in Nius zum Thema. Dort wurde nicht die pädagogische Maßnahme an sich, sondern das, was gezeigt wurde ("Schwulensex") pervers genannt. Garniert wurde das Ganze noch mit einem kurzen Ausschnitt, bei dem eine Dragqueen Kinder in der Schulaula traumatisiert. Nagut, bei uns war es Knecht Ruprecht und in der Untertertia hatten wir Oswald Kolle schon längst durch.

  • Was ich nicht ganz verstehe: die Schulleitung macht eine Projektwoche und lädt dafür die Amadeu-Antonio-Stiftung ein. Das kann und darf die Schulleitung tun, aber wieso beauftragt dann die Jugendorganisation der Linken (die Falken) damit? Wusste das die Schulleitung oder geschah das unter der Hand? Hier kann man doch auch von einer politischen Einflußnahme reden, ich dachte, im Rahmen des Neutralitätsgebots sei die an Schulen nicht so ohne weiteres erlaubt?



    Der strafrechtliche Fall dürfte, zumindest für mich als Laien, klar sein. Fahrlässiger bzw. grob fahrlässiger Verstoß gegen §184 StGB, wie schon von anderen beschrieben. Grob fahrlässig meiner Meinung nach, weil das betreffende Magazin laut anderen Medien schon im Titel auf den Inhalt hinweist, hier haben die Projektleitenden die Zeitschriften und Magazine für die Collagen gar nicht oder nur höchst oberflächlich überprüft. Vorsatz sehe ich eher nicht, denn sie haben das Magazin gleich eingesammelt, als die Klasse wohl "unruhig" wurde. Eine Klasse 14/15-jähriger Schüler und Schülerinnen, das Gekicher, Gegacker und Beömmeln kann sich jeder vorstellen. Und heute haben die alle noch das Handy dabei...

    • @Offebacher:

      "Die Falken" sind nicht die Jugendorganisation der Partei "Die Linke".



      "Die Falken stehen historisch der SPD nahe, sind aber parteiunabhängig." (Wikipedia)



      Jugendorganisation der Partei "Die Linke" ist die "Linksjugend solid".

  • Nichts, was die Schüler*innen nicht schon gesehen hätten.



    Und die Rechtsradikalen haben Angst vor Bildung und Aufklärung.



    Eine Nicht-Nachricht.

  • Es ist erschreckend, wie hier von einigen Kommentatoren eine Straftat verharmlost wird.



    Auch der TAZ-Kommentar ist eher verständnisvoll angelegt. Schade. So etwas sollte man offen kritisieren.

    • @Dirk Osygus:

      § 15 StGB: „Strafbar ist nur vorsätzliches Handeln, wenn nicht das Gesetz fahrlässiges Handeln ausdrücklich mit Strafe bedroht.“ (§ 184 StGB tut das nicht). Insofern steht eine Straftat der Falken hier nicht ernsthaft zur Debatte, oder? Sie betreiben sonst m.E. das Geschäft der Rechtsextremen, die den Rechtsstaat durch einen rechtsextremen Staat ersetzen wollen.



      Das Strafmaß des § 184 (1) StGB ist übrigens niedriger als das des § 186 Var. 2 StGB (Üble Nachrede, u.z. öffentlich, in einer Versammlung). Der Vorsatz der AfD-Vertreter dürfte auch einfacher nachzuweisen sein als derjenige der Falken. Oder meinten Sie diese mögliche Straftat? Dann bin ich bei Ihnen ...

    • @Dirk Osygus:

      Kein Vorsatz. Keine Straftat. Einfach nur Schlamperei.

    • @Dirk Osygus:

      Welche Straftat bitte? Ich kann nicht folgen.

      • @hedele:

        Eigentlich Recht einfach: Strafgesetzbuch (StGB) § 184

        Verbreitung pornographischer Inhalte

        (1) Wer einen pornographischen Inhalt (§ 11 Absatz 3)1. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht, .... wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

        • @AmArschderHeide:

          Damit würden sich die Gerichte, in diesem Fall, lächerlich machen. Selbst härteste Pornografie, ist für jeden, unabhängig vom Alter, jederzeit abrufbar, sofern man Zugang zu einen internetfähigen Gerät hat. Da gibt es ganz andere Baustellen, als ein Heft.

        • @AmArschderHeide:

          Pornografische Inhalte liegen in praktisch jedem Buchhandel, auch für Personen unter 18 Jahren, offen zugänglich.



          .



          Da kann jede:r Jugendliche kurz drin blättern, ohne dass das auffällt.



          .



          Und selbst wenn es rein rechtlich eine Straftat ist, kann es trotzdem banal sein. So wie die neutralen Infos zu Schwangerschaftsabbrüchen auf der Webseite einer Gynäkologin.



          .



          In jedem Fall wird hier aus einer Mücke ein 🐘 gemacht.

  • Die blaue Spießerpartei tyrannisiert mal wieder die ganze Republik mit einem Empörungs-Sturm im Wasserglas. Wozu?Der Beitrag hier zeigt gut die Absicht dahinter: Diskreditierung unserer gesellschaftlichen Gruppen (wieder mal Linke und Queere), Diskreditierung unserer Institutionen (diesmal Schule und generell Bildung), Angriff gegen unsere verfasste politische und gesellschaftliche Ordnung.



    Wie lange lassen wir uns das noch gefallen? Prüf!

    • @mats:

      Linke und Queere die diesen Eklat verharmlosen wollen, diskreditieren sich selbst.

    • @mats:

      In diesem Fall haben sich die betreffenden Mitglieder der Falken selbst diskreditiert.

    • @mats:

      Sie scheinen einen anderen Artikel zu kommentieren. In diesem geht es um eine Straftat zweier Aktivisten im Schulbereich.

  • Hmmm. Die Aufregung ist bei den Rechten natürlich x-mal so hoch, weil es ein queeres Pornoheft war, schon klar. Aber man muß zugeben, daß sowas in jedem Fall ein Problem wäre und ein Nachspiel hätte. Ne Schulveranstaltung, wo an Neuntklässler Pornos ausgeteilt werden?

  • Egal was wer wo sagt, ob Rechts, links, Oben, Unten, das hier ist das Problem :

    Strafgesetzbuch (StGB) § 184



    Verbreitung pornographischer Inhalte



    (1) Wer einen pornographischen Inhalt (§ 11 Absatz 3)1. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht, .... wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

    und der gilt für alle.

    Dass die Einen die Verantwortlichen jetzt Teeren und Federn wollen und die Anderen einen Orden fordern, ist irrelevant.



    Da steht alles : (StGB) § 184

    • @Donni:

      Das mit dem ständigen Zitieren von Paragraphen und dem Ziehen von Schlussfolgerungen daraus geht in ihren Kommentaren regelmäßig daneben. So auch bei diesem Kommentar.

      Es gibt im GG noch den Artikel 5. Abs 3 bezieht sich u.a. auf die Lehr‑ und Wissenschaftsfreiheit.

      Die Grenzen der Pornografie sind gesetzlich nicht exakt definiert, es kommt daher immer auf die Einbettung der Darstellungen in einem Gesamtkontext an. Sind diese in einem erkennbaren pädagogischen und aufklärerischen Rahmen eingebettet können sexuelle Darstellung auch sehr drastisch dargestellt werden, ohne das es einen Verstoß gegen den Jugendschutz darstellt.

      Dienen sie lediglich zur Selbstdarstellung kann es sich, aber muss es sich nicht zwingend, um Pornografie handeln. Da gibt es nämlich noch die Kunstfreiheit die den Rahmen provokativer sexueller Darstellung sehr weit steckt.

      Weiter möchte ich das jetzt gar nicht mehr ausführen, sie sehen aber ihr Hinweis auf § 184 greift da etwas zu kurz.

      • @Sam Spade:

        Nach der im Artikel zitierten Aussage der Falken wurde das Pornomaterial nicht mit hehren pädagogischen Zielen in ein Gesamtkonzept eingebettet, sondern aus Versehen gezeigt.

    • @Donni:

      § 184 erfordert in jedem Fall Vorsatz. Der ist, zumindest nach Aussage der Falken, nicht gegeben.

    • @Donni:

      Es liegt in der Hand der Gerichte zu entscheiden. Wenn es keine konkrete Absicht gab, reicht sicherlich eine Verwarnung die zu mehr Achtsamkeit führen könnte.

  • Das klingt alles irgendwie komisch. Die Schulleitung beauftragt die A Antoniostiftung, die wiederum die sozialistische Jugend. Wäre das Ganze ein Baustelle würde man die "Falken" als Sub-Sub Unternehmer bezeichnen, Sowas wird normalerweise gemacht weil man (a) Geld sparen und (b) nicht wissen will was der Sub-sub eigentlich macht, wieviele Schwarzarbeiter der beschäftigt und so, und so dass man im Zweifelsfall immer sagen kann man hat von nichts gewusst...

    • @Gerald Müller:

      Sie haben einfach null Ahnung davon, wie Projekte in diesen Bereichen organisiert werden. Es gibt immer den Geldgeber, den Projektträger und Projektleitung/Ausführung. Es gibt klare Richtlinien und es wird akribisch abgerechnet. Da wird nicht schwarz gearbeitet und niemand kann sich aus irgendwas rausreden. Mit Sub-Sub-Unternehmen hat das nichts zu tun.

    • @Gerald Müller:

      Es ist doch eher so, dass solche Art von Workshops immer outgesourct werden.



      In unserem Unternehmen kommt auch eine externe Lehrerin für unsere Englischfortbildung.



      Normalerweise sind solche externen Dienstleister Profis in ihrem Gebiet und haben besonders ausgearbeitete Konzepte für die jeweiligen Zielgruppen, was jetzt in dem Fall der Schule, dann wohl nicht der Fall war.

  • Heteronormes Familienbild, AfD, na super.

    Der Vorfall ist komplett banal und Banane. Erstaunlich, dass aus so einem Quark die AfD wieder einen Angriff stricken kann. Die Braunen kümmern sich um so einen Mist, anstatt die wirklichen Problem des Gemeinwohls zu adressieren, aber das ist ja auch gar nicht Sinn und Zweck der Veranstaltung. Eher Steuerpfründe abschöpfen und Tante Erna das Wahlbüro leiten lassen für 7.000,00 EUR im Monat.



    Eklige Leute, die mancherorts 40% der Leute super finden. Echt deprimierend.

    • @FtznFrtz:

      Der Vorfall ist alles andere als banal, sondern eine Straftat.



      Strafgesetzbuch (StGB) § 184

      Verbreitung pornographischer Inhalte

      (1) Wer einen pornographischen Inhalt (§ 11 Absatz 3)1. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht, .... wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

      • @AmArschderHeide:

        Schwarzfahren ist eine Straftat, neutrale Informationen zu Abtreibung in einer Klinik war es bis vor kurzem auch noch strafbar. Banal ist beides.



        .



        In dem Alter werden oft genug bereits die ersten sexuellen Erfahrungen mit anderen Menschen gesammelt. Sexpositive Aufklärung ist da nicht unbedingt fehl am Platz.



        .



        Mein erster Oralsex war mit etwa 13, das erste x richtig GV mit 15. Pornos waren unter Altersgenossen WEIT verbreitet, lange VOR der 9ten Klasse.



        .



        In fast jedem Buchladen sind pornografische Zeitschriften für Minderjährige zum Stöbern offen zugänglich.



        .



        Hier wird aus einer Mücke ein 🐘 gemacht.

        • @sociajizzm:

          Ich hatte meinen ersten GV auch mit 13, ändert aber nichts am Gesetz. Und Schwarzfahren ist nicht banal sondern zu Recht eine Straftat

      • @AmArschderHeide:

        Nein. § 184 StGB erfordert Vorsatz.



        Für alle supereifrigen Hobby-Strafverfolger sollte sich außerdem die Frage stellen, wie man zwei Personen wegen eines aus Schludrigkeit durchgerutschten Magazins verurteilen will, während tausende Pornokanäle im Internet straffrei ausgehen, deren Inhalte jeder, unbesehen des jeweiligen Alters, mit einem Klick abrufen kann.

    • @FtznFrtz:

      Das eine hat mit dem anderen doch gar nichts zu tun!



      Man kann die AfD richtig mies finden und die Typen ebenso, aber man muss auch gegen Leute sein, die, aus welchen Gründen auch immer, Kindern Pornos in nem Workshop in die Hand geben.

      Und nein, der Vorfall ist überhaupt nicht Banane und banal. Überlegen Sie sich das vielleicht mal genauer!

  • Liebe Mitkommentator*innen,

    man muss wirklich nicht jeden Mist verteidigen, nur, weil die Protagonist*innen auf der "richtigen" Seite stehen oder einem sympathisch sind. Minderjährigen in der Schule Pornos zu zeigen ist so offenkundig inakzeptabel, dass man sich das Schreiben von Kommentaren der Marke: "Stellt euch nicht so an" wirklich verkneifen sollte. Die Reaktion der Amadeu-Antonio-Stiftung, dem Projekt sofort die Finanzierung zu streichen und sich für den Vorfall zu entschuldigen, ist völlig angemessen.

    P.S.: Damit keiner damit hier ankommt, ist es vielleicht eine wichtige Zusatzinformation, dass das hier beschriebene Projekt NICHT durch das "Demokratie leben"-Programm (und somit durch öffentliche Fördermittel) gefördert wurde.

    • @Agarack:

      "Minderjährigen in der Schule Pornos zu zeigen ist so offenkundig inakzeptabel"

      Es ist Definitionssache was unter Pornografie zu verstehen ist. Der Gesetzgeber hat hierfür keine exakten Grenzen in Deutschland gesetzt.

      Bei uns in Norwegen gibt es keine gesetzliche Altersgrenze. Gilt auch für den Konsum von Pornografie (Soft- und Hardcore). Die Altersgrenze liegt auf freiwilliger Basis im Verkauf meist bei 15 Jahren.

      Es liegt daran das wir eine andere Definition von dem haben, was allgemein als pornografisch bezeichnet wird. Sexuelle Handlungen unabhängig von den Praktiken gehören grundsätzlich nicht dazu.

      In Bezug auf Pornografie zählen nur sexualisierte Praktiken die Gewalt, Nötigung, Herabsetzung beinhalten oder anstößige Praktiken (Sex mit Tieren) dazu. Deren Verbreitung wird generell untersagt und nach § 317 unseres Strafgesetzbuchs mit bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe geahndet.

      In der Schweiz und den Niederlanden ist der Konsum und Erwerb von Pornografie ab 16 erlaubt, in Schweden und Dänemark ab 15.

      Ihr Bild der "Minderjährigen" entspricht in diesem Fall nicht der Realität, in welcher das Durchschnittsalter jugendlicher Pornokonsumenten zwischen 9-11Jahren liegt.

      • @Sam Spade:

        Wir befinden uns aber nicht in Norwegen, der Schweiz, Schweden oder Dänemark, sondern in einem Land, in dem Pornographie ab 18 freigegeben ist und Leute ihre Kinder mit der Erwartung an die Schule schicken, dass diese dort ebensowenig pornographische Inhalte gezeigt bekommen wie die "Saw"-Filme oder "Human Centipede".

        Und es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ein*e Jugendliche*r sich aus eigenem Antrieb heraus verbotenerweise Pornos anschaut, oder ob diese in der Schule durch verantwortliches Personal verfügbar gemacht werden. Ich glaube, darauf können wir uns einigen.

    • @Agarack:

      Die Falken haben nicht solche Inhalte "gezeigt". Auch keiner der Schüler hat berichtet, dass ihnen das Material "gezeigt" wurde.



      Es ist in jedem Fall eine gravierende Nachlässigkeit, und die Verantwortlichen haben entsprechend angemessen reagiert. Also können wir dann bitte auf dem Teppich der Tatsachen und des Sachlichen bleiben?

      • @mats:

        Sie spielen hier Wortspiele. Wenn verantwortliches Personal in der Schule Material austeilt, dann zeigt sie dadurch den Schüler*innen dieses Material. Und laut Artikel ist genau das passiert. Ganz unaufgeregt und sachlich.

        Dass die Verantwortlichen angemessen reagiert haben, habe ich in meinem Kommentar schon geschrieben.

    • @Agarack:

      Es handelt sich um Kinder der 9. Klasse. Diese Bilder sind sicherlich ein Schreck wert, wirken vermutlich im Vergleich zu den Kriegsverwüstungen, die täglich in den Nachrichten zu sehen sind, eher marginal. Im Kern geht es hier nicht um die psychische Gesundheit der Kinder, sondern um eine moralische, kulturelle Fragestellung und politischen Populismus. Die Reaktionen auf diesen Vorfall erscheinen insgesamt deutlich überzogen.

      • @llorenzo:

        Die aus meiner Sicht richtige Reaktion ist das, was die Amadeu-Antonio-Stiftung auch getan hat: Das Projekt vorerst einstellen, sich entschuldigen, und den Vorfall aufarbeiten. Alles darunter wäre aus meiner Sicht zu wenig gewesen.

        Und dass man sich bei der AfD über den Vorfall gefreut haben dürfte, weil er die Möglichkeit bietet, mal wieder gegen Queere zu hetzen, steht auch außer Frage. Aber das sollte einen nicht "mannschaftssportartig" dazu bringen, dann den Vorfall selbst zu verharmlosen, nur, weil Rechte ihn ausnutzen.

    • @Agarack:

      Danke für Ihren Beitrag. Es wird leider auch immer wieder übersehen, dass es genügend Minderjährige gibt, die keine guten Vorerfahrungen mit ihrem Körper gemacht haben oder sogar sexuelle Missbrauchserfahrungen erleiden mussten.

      • @Dreja:

        Getriggert werden traumatisierte Menschen eher von den allgegenwärtigen blöden Witzen über die katholische Kirche oder Epstein.

        Bei Pornographie kommt es auf den Kontext und den Inhalt an.

  • Naja, also 160 Seiten zu übersehen halte ich für unwahrscheinlich.



    Entweder die haben das Material nicht durchgeschaut und haben damit ihre Sorgfaltspflicht verletzt. Oder sie haben es einfach absichtlich drin gelassen.

    Mich würde interessieren ob hier das Verständnis genauso hoch wäre, wenn irgendwelche konservativen dieses Projekt geleitet hätten und in dem Material dann irgendwelche rechtsextremen Schriften gewesen wären. Ich denke nicht.

    Aber der Fall ist trotzdem natürlich eigentlich kein Drama. Die Schule hat dann alles richtig gemacht und die Verursacher dürfen halt sowas nicht mehr machen. Ende der Geschichte.

  • Kultusminister Conrad Clemens (CDU) sprach von einem „ungeheuerlichen Vorgang“.

    Ich sage: "Viel Lärm um nichts!"

    • @Il_Leopardo:

      Ich sage eine Straftat.

      Strafgesetzbuch (StGB) § 184

      Verbreitung pornographischer Inhalte

      (1) Wer einen pornographischen Inhalt (§ 11 Absatz 3)1. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht, .... wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

      • @AmArschderHeide:

        Dann müssten eigentlich viele Tausend Betreiber einschlägiger Webseiten in den Knast. Die sind nämlich fast alle immer noch frei zugängig.

  • Das hat schon fast Loriot-Niveau. Ich muss wirklich lachen. Auf jeden Fall ist das pädagogische Konzept "Mut- und Hoffnungslosigkeit unter Jugendlichen angesichts aktueller Krisen" zu bekämpfen, voll aufgegangen: Egal, wie die Schüler zum Projekt stehen, jetzt sind alle wach und elektrisiert. Kann man die Falken finanziell irgendwo unterstützen?

    • @hedele:

      Die Berliner Falken sind hier aufgelaufen und haben den SuS wohl im O-Ton gesagt in so einem Nazikaff sei die Reaktion der SuS ja kein Wunder. Da wurde leider sehr viel Porzellan zerschlagen mal wieder. Der Skandal ist hier übrigens gerade Thema Nummer 1 in der Nachbarschaft. Den Witz daran suche ich also noch mit der Lupe.

  • So ein Quark. In der 9. Klasse sind die "Kinder" 14 oder 15 Jahre alt. In dem habe die heute alle schon Pornos gesehen.

    Mehr als ein witziger Vorfall ist das eigentlich nicht. Aus welchem Jahrhundert stammen die Leute im Bundestag? Ach ja, die sind ja alle aus dem letzten Jahrtausend!

    • @Semon:

      Minderjährigen pornografisches Material auszuhändigen ist eine Straftat und keine witzige Geschichte.



      Und ja, wahrscheinlich haben die meisten pornografisches Material gesehen - es macht einen Unterschied wenn es in der Schule im Rahmen einer Schulveranstaltung vorgesetzt wird.



      Vieles in dem Artikel ist sehr, sehr besorgniserregend. Die Demokraten müssen jetzt ihren Stall sauber halten und dürfen den Demokratiefeinden möglichst wenig Angriffsfläche bieten. Dazu gehört es strafrechtlich relevante Vorfälle nicht einfach mit einer Entschuldigung wegzuwischen, sondern ernsthaft daran zu arbeiten, dass so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommt.

    • @Semon:

      Das auch Probokonsum schädlich ist wissen Sie aber schon?



      Nur weil die Kinder etwas tun heißt das nicht, dass es in Ordnung ist. Die meisten rauchen auch vor dem 18 Geburtstag, sollen die 15 jährigen das jetzt auch in der Schule machen?

    • @Semon:

      Das spielt absolut keine Rolle, (StGB) § 184 steht alles.

      Auch ich finde es lustig und bin sogar noch aus dem letzten Jahrtausend. Aber wollen wir uns wirklich jetzt die Gesetze aussuchen, an die wir uns halten wollen?



      DAS ist die Frage, die sich die Verantwortlichen des Vorfalls, sowie alle Journalisten und Politiker, die hier in irgendeiner Weise involviert sind, stellen sollten.

    • @Semon:

      Was soll denn daran witzig sein?



      Spielen Sie das nicht herunter!



      Nicht ohne Grund ist es verboten, Kindern Pornographie zu zeigen. Und es sind Kinder, das müssen Sie gar nicht in Anführungszeichen setzen!

      • @si tacuisses:

        Ich habe in dem Alter nicht nur Pornos konsumiert, sondern auch erste sexuelle Erfahrungen mit anderen Menschen gesammelt.

        Ein "Kind" war ich damals definitiv nicht mehr.

      • @si tacuisses:

        14 und 15jährige sind Jugendliche, keine Kinder! Kinder sind nach gesetzlicher Definition höchstens 13 Jahre alt.

        • @Saile:

          Es ist dennoch verboten, auch wenn es Jugendliche sind.

  • Welche Schulen mit den verfestigten rechtsextremen Strukturen sind denn das genau in unserem Landkreis und gehört die hier betroffene sorbische Oberschule in Slepo dazu?



    Der Fall schlägt hier ja gerade große Wellen und es ist sehr interessant hier mal in der TAZ die andere Seite zu lesen. Das klingt dann doch deutlich harmloser als was mir die Anwohner und Eltern über den Vorfall erzählen.



    An der Stelle wie immer die Bitte an die TAZ bei Berichten aus unserer Region doch die sorbischen Ortsnamen bitte wenigstens mitzunennen.

    • @Šarru-kīnu:

      Genau. Und die Sorben, von den Nazis verfolgt, katholisch und ganz, ganz weit von dumpfen Nazis stehend, als Nazi-Käffler zu bezeichnen, finde ich schon sehr übergriffig. Diese zwei Personen hätten sich ja wenigstens mal mit der Geschichte der Sorben auseinandersetzen können, haben sie nicht. Und witzig ist die Porno-Aktion schon gar nicht.

    • David Muschenich , Autor des Artikels, Korrespondent

      @Šarru-kīnu:

      Danke für die Anregung, berücksichtige ich beim nächsten Text sehr gerne.

      • @David Muschenich:

        Da bin ich dann wirklich mal gespannt da ich das hier seit Jahren ohne jede Wirkung einfordere. Bisher verwendet die TAZ unsere Ortsnamen grundsätzlich nie. Selbst bei Artikeln die sich mit dem Aussterben unserer Sprache beschäftigen wird konsequent nur die deutsche Version verwendet. Ich nenne mal den hier vor ein paar Tagen als Negativhighlight. taz.de/Bedrohte-Mi...!6169807&s=sorben/