piwik no script img

Heimkosten bei PflegereformWenn das Erbe gefährdet ist

Barbara Dribbusch

Kommentar von

Barbara Dribbusch

In der aktuellen Spardebatte zur Pflegereform werden Verteilungsfragen innerhalb der Mittelschichten neu verhandelt. Das birgt Sprengstoff.

Reichtum schützt vor Alter nicht Foto: Zoonar/imago

G erechtigkeitsfragen wie diese finden sich in diversen Sozialstaatsdebatten. In diesem Fall betrifft sie die kommende Pflegereform und die Frage lautet: Wie viel Geld aus Vermögen oder Immobilienbesitz soll man aus dem eigenen Einkommen zahlen müssen, wenn man zum Pflegefall wird und deswegen stationär ins Heim muss? Ist es fair, wenn die Immobilie verkauft werden muss und dann nicht mehr an die Er­b:in­nen weitergegeben werden kann? Oder muss die Versichertengemeinschaft, müssen die Steu­er­zah­le­r:in­nen die Vermögen und den Status der Familien in den Mittelschichten schützen?

Man nehme das Beispiel der gebrechlichen alten Dame, 81, dement mit fortschreitender Tendenz, Pflegegrad 3. Sie lebt in Baden-Württemberg, wohnt seit 14 Monaten im Heim, die Rente reicht nicht aus, den Eigenbeitrag von monatlich 3.190 Euro zu stemmen. Also verkauft sie das Häuschen. Bleibt sie einige Jahre im Pflegeheim, wird die Tochter, prekär lebende Kunstschaffende, erheblich weniger erben als erwartet, denn wahrscheinlich gingen mehr als 100.000 Euro aus dem Hausverkauf für die Finanzierung der Pflege der alten Dame drauf.

Aus der Pflegeversicherung bezieht die Heimbewohnerin neben den Leistungen von rund 1.319 Euro im Monat noch einen Zuschuss von 686 Euro, den sogenannten Leistungszuschlag, der seit 2022 gilt. In der Debatte um die anstehende Pflegereform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird unter anderem der Vorschlag gemacht, den Leistungszuschlag für den Heimaufenthalt zu dämpfen. Das heißt, im genannten Beispiel würde der Leistungszuschlag niedriger ausfallen und damit der Eigenbeitrag zum Heimaufenthalt steigen und somit nochmal zusätzlich einige Tausend Euro aus dem privaten Vermögen abgeschmolzen für eine jahrelange Pflege im Heim.

Scharfer Protest kommt von allen Seiten, von der SPD, der Opposition, sogar auch aus der Union, von Sozialverbänden, den Gewerkschaften, auch von den Krankenkassen. Die Chancen auf Umsetzung des Vorschlags sinken, weil irgendwie alle dagegen sind. Vielfach wird gefordert, dass mehr Steuermittel in die Pflege fließen. Die Frage ist nur, woher diese Steuermittel kommen sollen.

Angst vor dem Abstieg

Die Verteilungsfrage ist daher nicht ganz zu verteufeln: Inwieweit soll das Einkommen, das Vermögen der Alten geschont werden, wenn das Lebensrisiko der Pflege eintritt? Oder andersherum: Inwieweit sollen Beitrags- oder Steuerzahler:innen, darunter vor allem jüngere Erwerbstätige, den finanziellen Status auch von wohlhabenden Rent­ne­r:in­nen schützen?

Vor der Einführung der Pflegeversicherung im Jahre 1995 bezogen 70 Prozent der Be­woh­ne­r:in­nen in Pflegeheimen Sozialhilfe, so eine Statistik der DAK-Gesundheit. Heute sind es 36 Prozent. Doch dieser Anteil steigt wieder, denn die Eigenanteile werden immer teurer.

Es macht Angst, im Alter zum Sozialamt zu müssen, weil das Vermögen nicht für die Heimkosten reicht. Bei den Wohlhabenderen wächst die Sorge, das Vermögen und damit das Erbe abschmelzen zu müssen. Die Pflege wird wieder zum Risiko des finanziellen Abstiegs für die Mittelschichtsfamilien, wie es vor 40 Jahren der Fall war.

Gespenstischer Kontrollverlust

Die Angst, zum Sozialamt zu müssen oder den mühsam erarbeiteten Besitz zu verlieren, diese Angst wird befeuert durch die Tatsache, dass es etwas Unheimliches, etwas Unkontrollierbares hat, zum Pflegefall werden zu können. Ein Schlaganfall, eine Alzheimererkrankung kann jeden treffen, auch nach einer Lebensführung mit Bioernährung, Sport und intellektueller Anregung. Dement werden zu können, ist der Albtraum im Bildungsbürgertum.

Jedoch gibt es viel Wohlstand bei den Alten. Laut einer Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) könnten 70 Prozent der Rentnerhaushalte nach derzeitiger Rechtslage die Pflegeheimkosten für eine Person für fünf Jahre aus eigenem Einkommen und Vermögen inklusive Immobilien bestreiten, ohne Gang zum Sozialamt. Die Unterschiede zwischen reichen und armen Rent­ne­r:in­nen sind größer als die zwischen Reichen und Armen in den jüngeren Generationen.

Eine stärkere Übernahme der Eigenbeteiligungen durch die Pflegekassen würde also nicht nur die jüngeren Beitrags- oder Steu­er­zah­le­r:in­nen mehr belasten, sondern auch viele Se­nio­r:in­nen mitfinanzieren, die sich das Pflegeheim leisten können, wenn auch unter Abschmelzung ihres Besitzes, was schmerzhaft ist.

Angehörige bleiben verschont

Trotzdem: Die Hochgebrechlichen waren früher noch in größerer Sorge als heute, nicht nur kein Erbe mehr zu hinterlassen, sondern gar zur Last zu fallen. Denn früher wurden die erwachsenen Kinder – unter Beachtung von Freibeträgen – zur Finanzierung der Eigenanteile der Alten im Heim herangezogen, bevor das Sozialamt einsprang. Erst das Angehörigen-Entlastungsgesetz, das seit 2020 gilt, beendete diese Verpflichtung. Nur Söhne oder Töchter, die mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdienen, müssen seitdem für die Eltern im Heim mitzahlen oder ihr Vermögen teilweise einsetzen. Dieser Angehörigenschutz steht auch jetzt nicht zur Debatte.

Durch den Angehörigenschutz sind die erwachsenen Kinder besser vor der Zahlungsverpflichtung geschützt als in vielen anderen Ländern, wo sie gnadenlos zur Finanzierung der pflegebedürftigen Eltern herangezogen werden.

Die Frage lautet: Muss man sich vielleicht doch von der Idee verabschieden, dass private Vermögen der Pflegebedürftigen möglichst wenig abgeschmolzen werden dürfen und Heimkosten zum allergrößten Teil aus Steuern und Beiträgen aller gestemmt werden sollten, also auch der nicht vermögenden Beitragszahler:innen? Vielleicht muss man hier eine Grenze ziehen. Festzulegen, wieweit der kollektive Schutz vor Lebensrisiken gehen soll und wieweit nicht und auch, welcher Schutz auf keinen Fall infrage stehen darf, das ist die heikle Aufgabe anstehender Spardebatten. Sie sorgen für Sprengstoff in den Mittelschichtmilieus. Nicht nur in der Pflege.

Nur noch 460 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Barbara Dribbusch
Redakteurin für Soziales
Redakteurin für Sozialpolitik und Gesellschaft im Inlandsressort der taz. Schwerpunkte: Arbeit, soziale Sicherung, Psychologie, Alter. Bücher: "Schattwald", Roman (Piper, August 2016). "Können Falten Freunde sein?" (Goldmann 2015, Taschenbuch). Kontakt: dribbusch@taz.de
Mehr zum Thema

22 Kommentare

 / 
  • Tja, irgendwo muss das Geld ja herkommen, dass wir in die Rüstung stecken.

  • Natürlich muss das eigene Vermögen - möglicherweise vollständig - eingesetzt werden. Dafür heisst es ja Altersvorsorge. Ich schütze doch mit meinen Abgaben und Steuern nicht das Erbe anderer!

  • Und schon wieder gewinnen die wirklich Vermögenden. Damit meine ich nicht diejenigen, die 30 Jahre lang ein Reihenmittelhaus mühsam abgestottert haben, sondern die, die ein Nettovermögen von mehr als 2 Millionen Euro ihr Eigen nennen.



    Machen wir kurz eine kleine Rechnung auf: Wenn ein Ehepaar ins Pflegeheim umziehen muss, fallen dafür im Monat rund 8.000€ an. Das sind knapp 100.000€ im Jahr. Nehmen wir an, beide wohnten vorher in einem Häuschen mit Garten. Dieses Häuschen verursacht, falls es leer steht, ca. 800€ pro Monat (Gärtner, Grundsteuer etc.). Dazu kommen andere Kosten, z. B. die Krankenversicherung etc. Wir landen also bei einem Bedarf von rund 120.000€ pro Jahr. Um diese Summe mit Hilfe des eigenen Vermögens erwirtschaften zu können, benötigt man, wenn das Vermögen mit einer Nettorendite von 5% angelegt wurde (ja, das geht!), mindestens 2.400.000€ auf der hohen Kante. Erst ab einer solchen Summe braucht man nicht zu befürchten, dass das Vermögen abschmilzt, bis der Erbfall eintritt (bei dem man im ungünstigsten Fall mehrfach Erbschaftsteuer zahlt).

    Fazit: Alle anderen, die weniger ansparen können, verlieren einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens.

  • Natürlich muss der Heimaufenthalt aus dem vorhandenen privaten Vermögen und nicht vom Steuerzahler bezahlt werden. Für eine



    Zeitung, die sonst das Privileg leistungslosen Erbens durch



    hohe Steuern belasten will, kann das doch keine Frage sein.

  • Die Allgemeinheit soll zahlen weil man sonst nix vererben kann?



    Aus dem Pflegeheim gibt es meistens keinen Weg zurück ins eigene Haus oder Wohnung. Klar muss dieses Vermögen dann abgeschmolzen werden. Es wird niemandem fehlen. Es wird allerdings formale Anforderungen geben: Wer kann verkaufen falls Besitzer dement sind und oder keine Angehörigen da sind die dazu auch befugt sein müssen? Zwangsverkauf durch staatlichen Vormund?

  • "Bleibt sie einige Jahre im Pflegeheim, wird die Tochter, prekär lebende Kunstschaffende, erheblich weniger erben als erwartet, denn wahrscheinlich gingen mehr als 100.000 Euro aus dem Hausverkauf für die Finanzierung der Pflege der alten Dame drauf."



    1. Als prekär lebender Mensch wird es so oder so schwer bis unmöglich ein Häuschen unterhalten zu können. Ein Haus ist teuer. Die Idee, dass man sich da als prekär lebender Mensch umsonst reinsitzen kann, ist arg blauäugig.



    Statt Miete zahlt man da halt Grundsteuer und braucht alle paar Jahre mal einige zehntausend Euro für Fenster, Bad, Heizung, Elektrik, Dachstuhl, Dämmung, Böden, etc...



    Ein Haus zu unterhalten ist idR teurer als zur Miete zu wohnen, der Vorteil ist nur, man ist sein eigener Herr und hat idR mehr Platz, on top einen eigenen Garten, vllt gar Schuppen und Scheune.



    2. Immerhin steht das Häuschen aus dem Beispiel in Baden-Württemberg. Da sind selbst auf dem Land Immobilien und Grundstücke ein kleines Vermögen wert.



    Das Beispiel wäre interessanter, wenn das Häuschen irgendwo im Osten stehen würde. Ländlicher Raum, unsaniert.



    Da ist die Altersvorsorge Haus nichts wert, unverkäuflich. Das ist ein riesen Problem.

  • Prekär lebende Kunstschaffende die auf ein Erbe hofft? Ich lach mich weg...

  • Die Geschichte vom "reichen" Rentner hört sich ja erstmal schlüssig an und leider blitzt auch hier wieder die taz-Tendenz auf, erstmal die Arbeitnehmer untereinder zum Umverteilen aufzufordern. Dazu nur zwei Aspekte:



    1. Wer in seinem ganzen Arbeitsleben nur 250 € / Monat gespart hat, hat als Rentner ein Vermögen von etwa einer halben Million (z.B. in Form einer Immobilie) - und gilt in der taz als superreich.



    2. Wer wirklich superreich ist, verdoppelt sein Vermögen etwa alle 10 Jahre; u.a. auch deshalb, weil er im Verhältnis zu Arbeitnehmern fast keine Steuern zahlt. Diese Milliardäre sollen aber nicht nur steuerlich verschont werden, sondern abhängig Beschäftigte sollen durch immer mehr Steuern und Abgaben die Gesamtgesellschaft finanzieren, damit diese Superreichen und ihre Erben auch in Zukunft in unermesslichem Reichtum weiterleben können.



    Finde den Fehler in einer 'linken' Zeitung ;-)

  • Natürlich muss das eigene Vermögen genutzt werden. Wenn kein Vermögen vorhanden ist, soll die Solidargemeinschaft das tragen. Aber sie ist dafür nicht dafür zuständig, die Pflegekosten zu übernehmen, um ein Erbe zu erhalten.

  • Das wäre ja eine verkappte Belastung von Erbschaften. Das geht auf keinen Fall. Dann lieber Arbeitnehmer belasten und bei Bildung und Infrastruktur kürzen wie immer.

  • Es ist natürlich schwierig: in der einen Familie wird fett geerbt, weil die Eltern schlagartig verstorben sind. In der nächsten Familie wird jedes Erbe verbraucht. Und dann gibt es noch die, die nichts erben würden, aber die Zeche für die zukünftige Erben mitbezahlen sollen.

    Eine Alternative wäre eine deutlich höhere Erbschaftssteuer - das wäre dann vllt. gerechter. Aber natürlich käme das Geld zu spät und die Schlupflöcher sind groß und vielfältig.

  • Das Konstrukt der Erbschaft ist der treibende Faktor für Ungleichheit und Vermögensanhäufung (nicht nur) im Kapitalismus und sollte daher von keinerlei Schonung profitieren.

  • Mir scheint, dass alle diese Debatten Deflektion sind angesichts der Tatsache, dass es keinen Abschöpfungsmechanismus für Einkommen und Vermögen gibt, die übernotwendig hoch sind.

    Gäbe es wiederum einen solchen, zugeschnitten auf die realen finanziellen Anforderungen einer gerechten Gemeinschaft, erübrigten sich viele dieser Debatten von vornherein.

  • "Ist es fair, wenn die Immobilie verkauft werden muss und dann nicht mehr an die Er­b:in­nen weitergegeben werden kann?"



    Ja! Unbedingt, bitte.

    Es geht mir sehr gegen den Strich, dass dieses Land so sehr auf eine rigide, nach oben und unten fixierte soziale Ordnung fokussiert ist. Hier wird regelmäßig Zeter und Mordio geschrien, wenn man irgendwie suggeriert, es sei eventuell ungerecht, wenn manche Leute schon mit einem leistungslosen Vorsprung ins Leben starten, während Aufsteiger*innen, die sich nach Studium und folgender Ausbildung irgendwann hart ein hohes Einkommen erarbeitet haben, immer als "starke Schultern" geframet werden, die doch endlich mehr beitragen könnten. Wer hierzulande z.B. sich im mittleren Alter irgendwann ein Bruttojahreseinkommen über 100.000 Euro erarbeitet hat, wird - jenseits aller weiterer Kriterien - einfach mal als so wohlhabend gewertet, dass er doch für die eigenen Eltern aufkommen könne - während Viele es völlig normal finden, dass jemand, der sich in seinem Leben nie besonders angestrengt hat, einfach so ein Haus von den Eltern bekommen darf und die Solidargemeinschaft dies auch noch indirekt finanzieren soll, indem sie Pflegekosten deckt.

  • Stimme fly zu. Es ist ja bekannt, dass wir kein Geld mit rüber auf die andere Seite nehmen können. Also geht es im Grunde um Erbschaft. Diese ist nicht eine Leistung des Erben, sondern ein Geschenk. Dieses Geschenk aus der Allgemeinkasse zu subventionieren ist ungerecht, da eben viele Menschen nicht erben, aber diese Subventionen mittragen müssten.

  • Formulieren wir den Aufhänger etwas anders: ---"Bleibt sie einige Jahre im Pflegeheim, wird [der Sohn, Investmentbanker, ] erheblich weniger erben... "

    Und schon wird die Frage, das eigene Vermögen für die eigene Pflege zu nutzen, in einem anderen Licht erscheinen.

    Ja, das eigene Vermögen muss genutzt werden. Dafür wurde doch gespart.



    Und ja, es muss einen hohen Freibetrag für die Kinder geben, bevor die zur Kasse gebeten werden. Es gibt unendlich viele Szenarien, warum das sonst ungerecht ist oder zumindest sein kann. Die jetzigen 100000 brutto sind ok und sollten nicht mit zuviel Bürokratie verbunden werden (weitere Anrechnungsfaktoren etc).

    PS die wirklich Reichen können es sich entweder sowieso leisten oder finden Schupflöcher (rechtzeitige Übertragungen etc).

    • @fly:

      Es spart doch niemand, um später davon sein Pflegeheim zu bezahlen?!



      Macht doch überhaupt keinen Sinn. Und niemand baut ein Haus oder kauft eine Wohnung, um es später zu verkaufen, und davon die Pflege zu zahlen.

    • @fly:

      Nur hat das eigentlich nichts mit Investmentbankern oder Reichen zu tun. Die trifft das ja nicht.

      Das trifft eigentlich die einfachen Leute, denn es gibt nur ein Schonvermögen von 10.000€. Auch ganz normale Rentner kommen da schnell drüber, weil man ab einem gewissen Alter wenig ausgibt.



      Das reicht dann für die Beerdigung und Grab, mit erben ist da nichts.

    • @fly:

      Die wirklich Reichen (ua ich) gehen in ein schickes privates Pflegeheim (Internet Seniorenresidenz) gibt's sogar am Gardasee.

    • @fly:

      das hat nichts mit "reich" zu tun. Wenn man irgendwas hat, muss man das rechtzeitig "verleben", damit der Staat (und damit wir alle) das Heim bezahlt. Das ganze System ist krank. Beiträge für alle, Gewinne für Pflege GmbH & Co.KG

      Schauen sie sich doch mal einen privaten Betreiber an. Die wechseln z.B. regelmäßig (alle 20 Jahre) die Immobilie, oder in der Immobilie wechselt der Träger, und schon könne sie sich wieder den Wohnanteil komplett auszahlen lassen. Es gibt so viele Kosten um die Pflege herum, die einfach maximal ausgeschöpft werden. Einfach weil es geht (nicht weil es notwendig wäre).



      Pflegereinrichtungen sind zur Zeit eine lukrative Geldanlage ... fragen sie sich mal warum.

      Ich hätte gerne eine Quelle für die 36 %. Ich kenne niemanden der sein Heim selbst bezahlt (höchstens ganz kurz). Und in vielen Fällen könnte die Familie helfen, könnten Personen zu Hause (mit Pflegedienst) betreut werden. Aber so ist es viel einfacher. Alles rechtzeitig übertragen, voila ...

      Und das mit den Kindern (die bezahlen könnten) hat sich auch bald erledigt. Kommt ja kaum was nach.

  • Warscheinlich würde es schon reichen, wenn Pflege(pflicht)beiträge nicht als Dividente bei Pflegeheimfimen (privat) landen würden ...

  • Wer das Privileg hatte über eine oder mehrere Generationen ungestört Wohlstand aufzubauen, muss dafür nicht am Ende nochmal belohnt werden. Erbschaften sind in Deutschland ja sowieso schon höchst ungerecht verteilt. Nur wer heute erbt, hat noch realistische Chancen selbst Wohneigentum zu erwerben. Gute Nachrichten für unsere Region in der fast niemand etwas von Wert erbt. Diese Ungerechtigkeiten auch noch zu zementieren, kann nicht die Lösung sein. Es ist deshalb sogar erstrebenswert den Besitz der Senioren möglichst komplett aufzubrauchen vor dem Ableben, um Erbschaften zu erschweren und mehr Gleichheit zu erreichen. Das sollte doch ein linkes Kernanliegen sein?