piwik no script img

Leseschwäche bei JugendlichenOb die Erwachsenen besser sind?

Die KI hilft oft weiter, aber lesen können sollte man trotzdem. Ob die Eltern der leseschwachen Kids da besser sind? Das bleibt zu prüfen.

M ein 20-Jähriger sagt, „KI regelt.“ Mit Blick auf die aktuelle Pisa-Studie hatte ich ihn gefragt, wie Jugendliche so durchs Leben kämen, wenn jedeR Fünfte nicht mal mehr einfachste Texte sinnerfassend lesen kann. Bei den Tests der Kompetenzen im Lesen und Rechnen haben die Jugendlichen in Deutschland in diesem Jahr so schlecht abgeschnitten wie nie zuvor.

Wie lesen diese jungen Leute eigentlich den Beipackzettel eines Medikaments? Oder ihren Ausbildungsvertrag – falls sie denn überhaupt einen bekommen? Mein Sohn ist da pragmatisch. Gibt ja noch genug, die das selber schaffen. Und alle anderen nutzen halt die Technik. Anders sieht das Bildungsministerin Karin Prien. Muss sie auch, ist schließlich ihr Job. Sie nennt die Ergebnisse „besorgniserregend“. Viel besorgniserregender finde ich allerdings, dass es genau solche Politikerstatements schon in den Vorjahren gab. Weil die Pisa-Ergebnisse da auch grottenschlecht waren.

Hier hätte jetzt Bundeskanzler Friedrich Merz die Chance gehabt, sich beliebt zu machen beim Wahlvolk. Vollmundig hätte er eine „Zeitenwende“ ausrufen und die „Bildungs-Bazooka“ auspacken können. „Es muss ein Ruck durch Deutschlands Schulen gehen!“, hätte er mit markiger Kanzlerstimme in die Mikrofone der JournalistInnen rufen können. Hat er aber nicht. Stattdessen geben sich Lehrkräfte und Eltern gegenseitig die Schuld. Und den sozialen Medien. Ohne die 15-Jährige natürlich viel mehr lesen würden, ganz klar.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Aufhorchen ließ mich neulich ein kurzer Beitrag im Deutschlandfunk. Die Uni Basel hat das Leseverhalten von 6.000 Erwachsenen im deutschsprachigen Raum untersucht. Den ernüchternden Ergebnissen nach liest ein Viertel der Befragten gar keine Bücher. Und nur ganze 4 Prozent kamen auf mehr als 11 Lesestunden pro Woche. Im Durchschnitt lesen Erwachsene in Deutschland übrigens 27 Minuten täglich. Das reicht etwa für zwei Zeitungsartikel, ein paar Chatnachrichten und eine Gutenachtgeschichte fürs Kind.

Wie lesen diese Jugendlichen eigentlich ihren Ausbildungsvertrag?

Gäbe es eine Pisa-Studie, die Lesegewohnheiten Erwachsener untersuchen würde, wäre das gesellschaftliche Entsetzen wohl deutlich größer. Denn die würde vielleicht zeigen, dass viele sich gar nicht mehr auf längere Texte konzentrieren können. Wem gäbe man dann wohl die Schuld? Und hätte es Konsequenzen?

Gaby Coldewey

Gaby Coldewey Redakteurin

Redakteurin in der Auslandsredaktion. Bei der taz in unterschiedlichen Positionen seit 2009. Studium der Slawistik, Politologie und Ost- und Südosteuropäischen Geschichte in Berlin, Prag und Odessa. Übersetzt aus dem Ukrainischen und Russischen.
Mehr zum Thema

109 Kommentare

  • Auweiowei

    Lassen Sie mich über die - ansonsten zu Recht geschmähten - 'gute alte Zeit' (ab den 50er Jahren) einiges sagen:

    Zuerst gab es viele Gelegenheiten, sich gut zuzuhören - auch durch Vorlesen.

    So lernten wir selbstverständlich das waschechte 'gesprochene Deutsch' - in meinem Fall Fränkisch, im Sommer bei den Verwandten 'drüben' Thüringisch.



    In der (Grund-)Schule 'Schriftdeutsch'.

    Das - richtige - Schreiben lernten wir oft 'altmodisch' in 'Diktat' und (freier) 'Nacherzählung', später im Gymn. ebenso in 'Fremdsprachen'. Wir führten 'Vokabelhefte'.

    Als Schwarzweiß-TV aufkam, wurde viel klassisches Theater gezeigt. Weil es keinerlei 'Ablenkungsmedien' gab, waren wir auf Bücher geradezu angewiesen.

    Und in der kleinen Stadt, in der ich aufwuchs, später auch in der Kreisstadt, wurde nicht nur in den Schulen viel gesungen und musiziert. Auch über das Singen und Notenlesen wurde uns Lesen vermittelt (weniger 'beigebracht') - übrigens auch durch das Auswendiglernen von Gedichten.

    Solange ich selbst als Lehrer (für Sprachen und Literatur) tätig war, verließen sich die Kolleg*innen weniger



    auf Unterrichtsmedien - wir versuchten stets die Kreativität der uns Anvertrauten zu wecken...

  • Frauke Z

    Wahrscheinlich hat die Autorin Recht, und die Erwachsenen sind auch schlechter geworden.



    Ein konsequentes Programm dagegen würde zuallererst auch wieder bei den Kindern ansetzen.



    Übrigens: Viele scheinen die Verschlechterung einfach als "alternativlos" hinzunehmen.



    Dabei kann man etwas dagegen tun: Das sieht man daran, dass Deutschlands Schülerleistungen nach dem ersten PISA-Schock 2000 allmählich besser wurden - bis 2015. Positiv formuliert: Es braucht keine radikale Veränderung des Schulsystems oder gar der Gesellschaft oder

  • Thomas O´Connolly

    Ist es nicht beachtlich verstörend mit wie viel naiver Freude sich die Mehrheit unserer Spezies seit geraumer Zeit die Beine wegschießt auf denen wir 15.000 Jahre der Geschichte getrotzt haben?

  • Anna Reihe

    Ich würde den Artikel gern kommentieren, hab ihn aber leider nicht verstanden.

    • Janix

      @Anna Reihe:

      Der Artikel war kurz, mit eher kurzem, leichtem Deutsch.



      ChatGPT schreibt Ihnen gerne auch vollautomatisch einen Kommentar - oder war der schon daher?



      Warum würden Sie gerne?

      • Alex_der_Wunderer

        @Janix:

        Bestimmt wegen der Spannung des Artikel...



        Ich habe mir im übrigen aus Neugier heraus, selber lesen beigebracht, da ich den mir Vorlesenden nicht geglaubt habe, was sie mir da erzählten.



        Ich habe mir also beim Vorlesen jedes Wort im Buch, von den Vorlesenden mit dem Finger zeigen lassen und mir die Wörter einfach per Eingeprägung gemerkt, bis es dann auf einmal von selber ging. Da war ich ungefähr drei / vier Jahre alt.



        Als Erwachsener höre ich aber unglaublich gerne Vorlesungen und Vorträge, glaube aber immer noch nicht alles, was ich da höre.



        Ein ewiger Skeptiker halt 😁

  • Westlahn

    Wenn seit 20 Jahren die PISA -ergebmisse schlecht beim Lesen und Schreiben sind, Tendenz fallend, dann sind jene befragten 15 -Jährigen jetzt 35. (Deutsch) Lesen wird ihnen seitdem eher selten mehr Spaß machen. Einige werden Eltern geworden sein. Die Annahme ist gewagt, diese Eltern würden ihren Kindern vorlesen, weil das für den Bildungserfolg und das Bildungsinteresse der Nachkommen förderlich ist. Denn dieses Vorlesen muss den Kids ja Vergnügen machen. Kinder damit bei der Stange zu halten, erfordert leichtgängiges spannend intoniertes Lesen. Und deshalb ist es eher nicht überraschend, dass auch das familiäre Vorlesen seltener wird. Eine Abwärtsspirale.

  • Sybille Bergi

    Schade, dass das Thema Migrationshintergrund nicht angesprochen wird. Da Deutschland überwiegend Menschen mit sehr niedrigem Bildungsabschluss anzieht, wäre es ein Wunder, wenn diese auf einmal Kinder hätten, die gut lesen können.

    • Gerhard Krause

      @Sybille Bergi:

      Das löst Brechreiz aus, wenn man in solchen "Achtung, Ausländer-Posts" den Ankerstrohmann setzt, wie Sie jetzt hier, ohne objektive Anhaltspunkte; zählen und bewerten Sie die Bildungsabschlüsse von Dritten selbst, oder wer hilft? Beziehen Sie Anerkennungsverfahren von Berufs- und Bildungsabschlüssen ein, oder ..? Interviewen Sie die alle "Analphabeten" auf dem Planeten vor der Einreise? Ach, nein, mein Irrtum, ein sehr niedriger Bildungsabschluss (formal oder faktisch?) liegt ja womöglich vor.

    • LuckyLulu

      @Sybille Bergi:

      Da haben sie Recht, es braucht einfach ganz dringend eine Kindergarten Pflicht und Deutsch als wesentliche Verkehrssprache muss gefördert werden .... Mehr Deutsch Stunden an Schulen sind dringend notwendig vor allem für Kinder die hier Aufholbedarf haben.... Wie soll gesellschaftliche Verständigung sonst funktionieren.

      Gleichzeitig Bedarf es aber auch mehr muttersprachlicher Unterrichtsangebote ... Es ist doch traurig wie viele Menschen mit Migrationshintergrund eine Muttersprache sprechen, die sie nicht schreiben können. Verschenktes Potential, dass man bloß nicht nur den privaten religiösen Bildungsträgern überlassen sollte ...

      Was die Erwachsenen betrifft, zu viel Arbeit / Erwerbsdruck macht lesefaul, dumm und unkritisch leider wahr ... Fürchte die Bundesregierung hat das vergessen... Oder sie hofft eher auf dumme Wähler*innen die sich leichter regieren lassen....

    • Janix

      @Sybille Bergi:

      Sie meinen also, Deutschland sollte für Einwanderer attraktiver werden und sich da mal anstrengen? Es sollte endlich sich als Einwanderungsgesellschaft verstehen, Sprachkurse mit ausreichend Ressourcen ausstatten und Lesen in allen Teilen der Bevölkerung ermutigen? Was ein Schulsystem durchaus erreichen kann, am besten zusammen mit den Eltern.



      Oder wollten sie etwa hier alles wohlfeil den "anderen" zuschieben?

    • Bartl

      @Sybille Bergi:

      Eine gute Bildungspolitik muss allen gleiche Startchancen geben, unabhängig vom Elternhaus.



      Lesen lernen können alle Kinder, wenn man sie entsprechend unterstützt.

      • Hitchhiker

        @Bartl:

        Die Kinder kommen schon mit einem Defizit in den Kindergarten.

        Und ein Betreuungszeiyltverhältnis wie es Eltern haben wird ein Bildungssystem nie schaffen können.

        Und ich mache den Eltern keinen Vorwurf, den Eltern stehen nicht morgens auf und denken sie versauen heute mal die Zukunft ihrer Kinder. Aber der Unterschied, wie gut sich Eltern um ihre Kinder kümmern und welche Auswirkungen das hat konnte ich jetzt ein Jahr miterleben und auch ein gutes Bildungssystem wird das nur bei manchen und bei anderen teilweise auffangen können.

      • Axel Berger

        @Bartl:

        Gleiche Chancen am Start ist aber das Gegenteil einer Garantie auf gleiches Ergebnis am Ziel. "Niemanden zurücklassen" heißt nichts anders als alle Zurückhalten. Wer heute die Schule abschließt und etwas kann oder weiß, der hat das nicht in der Schule gelernt. Daraus resultiert die in Deutschland extreme Elternhaushausabhängigkeit. Der Verzicht auf Leistung schadet den ohnehin Benachteiligten am meisten.

      • Tom Farmer

        @Bartl:

        Die Startchancen sind definitiv die gleichen.... die Frage ist vielmehr ob man nicht für Schwächere die Chancen erhöhen muss!!



        Das wäre dann mal ein erster Schritt Richtung ehrliche Betrachtung!

      • Fran Zose

        @Bartl:

        In der Theorie haben Sie recht, nur wird das niemals gelingen. Es ist nun mal so, dass Kinder einen Großteil ihrer Zeit in ihren Elternhäusern verbringen. Wenn sie dort gar nicht gefördert werden, dann kann das die Schule auch mit den besten und engagiertesten Pädagogen nicht ausgleichen. Hier sollten wir uns ehrlich machen. Und bin der Meinung, dass dass ich gar nicht die Erwartungshaltung sein sollte hier die Eltern aus ihrer Verantwortung zu entlassen.

        • Hitchhiker

          @Fran Zose:

          Das kommt mir in der Diskussion auch immer zu kurz. Die Eltern sind ein elementarer Anteil. Manche Kinder sind nie in einem Museum, werden kreativ nicht gefördert, es wird mit ihnen nicht gelesen, das kleine einmaleins wird nicht gemacht, weil manche Eltern es selbst nicht können. Es wird den Kindern nicht geholfen ihre Interessen zu entwickeln oder in einen tiefen Austausch zu gehen über verschiedene Themen. Im Wald spazieren usw... Als Lehrer könnte man an manchen Schulen soviel machen, aber das alles aufzuholen und für hunderte Schüler zu ermöglichen, wie soll das gehen? Aber ja, die Erwartung ist Schule soll das alles können. Und dann wie so vieles Menschen die nie in dem Feld gearbeitet haben wissen genau wie es geht. Die sollen mal ein Tag, an eine Schule, in einem sozial schwachen Viertel und wenn sie dann denken easy, mal an eine richtige Brennpunktschule, wo Gewalt zum Alltag gehört.

  • Janix

    Die Papier-taz ist auch nicht mehr, was sie war: Draußen-digital nur Häppchen!



    Präzises Lesen giert nach präzis Geschriebenem.

    Nebenbei: Wurden die dauernden Messages eigentlich nicht mitgezählt beim Lesen?



    Nebenbei zwei: Ja, ich kenne das aus einem Arbeitskontext, wo eine sich als Führungskraft verstehende Person den zweiten Satz von Mails schon nicht mehr sicher erfasste. Die dürfte sich jetzt von ChatGPT alles vordenken lassen.

  • Alex_der_Wunderer

    Die Frage sollte nicht nur lauten ob und wieviel sie lesen, sondern auch was sie denn da lesen, wenn sie denn überhaupt lesen, die Deutschen.



    Bei den Lesern die sich durch die Springerpresse berauschen lassen, würde man doch zu recht fordern, bitte weniger zu lesen...

    • Westlahn

      @Alex_der_Wunderer:

      Wenn die Marktforschung der Springerpresse und rechten Propagandaportale das mitbekommt, bringen sie halt Comics mit derselben Message raus.



      Nee, das Ziel ist, schwierig oder nicht, das Anderes gelesen werden sollte. Und das passiert nur wenn die Neuronen feuern, die für Neugier zuständig sind.

      • Alex_der_Wunderer

        @Westlahn:

        @ Westlahn



        Darum sind die Leser der Springerpresse ja auch überwiegend unter Physikern, Mathematikern und Chemikern vertreten, wegen der Spannung...

  • Besorgte_Bürger

    "Wem gäbe man dann wohl die Schuld?"

    Darf ich auflösen? Man gäbe den Ausländern, der dummen Jugend und jedem, der nicht den eigenen Namen trägt, die vollste Verantwortung.

  • Narrenfell

    Wir Boomer hatten natürlich das Glück in einer Zeit ohne Netflix und Co aufzuwachsen. Da liest man automatisch, wenn man Geschichten mag oder das Abenteuer sucht, welches die eigene Welt nicht bietet. Das ist bei mir bsi heute so geblieben. Ein oder zwei Bücher lese ich noch in der Woche. Und dann gehen sie an meine Mutter oder in den Bücherkasten.

  • Duplozug

    Das Zuwenig gelesen wird als Erwachsener ist sicher wahr. Nur, wenn man Vollzeit arbeitet, mehrere kleine Kinder hat und in der eh schon fast nicht vorhandenen "Freizeit" sich eher um organisatorisches oder zum den Haushalt kümmern muss. Bleibt halt nicht mehr viel Zeit übrig.. Selbst wenn man gerne liest. Und wenn man dann im Bett neben dem Kind liegt und ein Buch lesen möchte, liest man die erste Seite 3 Mal und schläft dann einfach ein.



    Ja, die Zeit kommt wieder. Und viele haben keine 3 Kinder. Aber das Problem ist einfach da.

    • Alex_der_Wunderer

      @Duplozug:

      @ Duplozug



      Meine Empfehlung, oder besser als lieb gemeinter Tipp jetze von mit an Sie ganz persönlich, versuchen Sie einmal nicht alles zu unterteilen, Freizeit, Arbeit, Kinder, Partner, Haushalt, Fun - lassen Sie einfach den Gedanken zu, es alles als Leben zu sehen und auch so zu empfinden , Ihr persönliches einzigartiges Leben. Seit wir es so praktizieren, schon ziemlich lange Zeit eigentlich, macht's alles viel mehr Freude und ist auch viel entspannter, die Hetze von einem zum anderen zu kommen, fällt einfach weg. Gruß

  • Sikasuu

    Gäbe es eine Pisa-Studie, die Lesegewohnheiten Erwachsener untersuchen würde, wäre das gesellschaftliche Entsetzen wohl deutlich größer. Denn die würde vielleicht zeigen, dass viele sich gar nicht mehr auf längere Texte konzentrieren können.



    -----



    Wollte erst eine "Sprachnachricht" verfassen, doch dann fiel mit ein das ich neben "Lesen auch Schreiben" gelernt habe.



    Ist zwar schon lange her, doch "was Hänschen lerne, muss Hans nicht noch mal lernen"! :-)



    Btw. Lesen, einen Gedanken "verschriftlichen", WAR & ist mMn. eine der größten "Kulturtechniken" die wir als Menschheit erfunden haben.



    Damit lösen wir "Erfahrung, Wissen, Gedanken" von DER Person, können die "aufbewahren, weiter geben, archivieren, uvam."!



    Erst dadurch war & ist mMn. Weiterentwicklung langfristig möglich geworden, konnten etwas außerhalb unser "Person" festhalten, weitergeben.



    "Was Du schwarz auf weiß besitzt, kannst du GETROST nach Hause tragen!"!"



    Na ja, alter Spruch, aber das werden nach Jahrhunderten die "Archäologen" stöhnen, die unsere Zeit dann in "keine schriftlichen Artefakte vorhanden" einstufen werden! :-(



    Ps. Ob DAS vielleicht GUT ist?



    Wenn ich híer & heute Texte lesen, werde ich leicht unsicher! ;-)

    • Westlahn

      @Sikasuu:

      Die ArchäologInnen werden als letzte Schriftstücke vielleicht Beileidskarten, Hochzeitswünsche und allerhand Aktenordner der Stadtverwaltung finden. Und sie werden über die Fähigkeiten verfügen müssen, Chips in dem ganzen Telefonschrott auszulesen, wenn sie wissen wollen was los war. Vielleicht hilft dann ja eine KI beim Knacken der ganzen Kryptographie.

    • Westlahn

      @Sikasuu:

      Wenn die Leseneigungs-Abwärtsspirale so weiter geht, kann man den Zeitpunkt ausrechnen, an dem sich niemand mehr findet, der so eine PISA Studie noch schreiben könnte. Falls die Abwärtsspirale beim Rechnen nicht schneller ist, denn dafür braucht's ja auch eine Menge Zahlen.

    • Sonderzeichen

      @Sikasuu:

      "Eine Sprachnachricht verfassen" - das geht? :)



      Immerhin können wir uns darauf verlassen, dass das meiste was unsere Vorfahren so geschrieben und gelesen haben nicht für die Ewigkeit gemacht war und schon lange verloren ist.



      Das Internet hingegen vergisst nichts. Welch Glück. Dezentralität und die praktische Unabhängigkeit von einem physischen Medium sind zumindest für uns Laienschriftsteller daher eine tolle Sache. Oder auch nicht - für diejenigen die das alles lesen und einordnen müssen. KI steht schon bereit für diese undankbare Aufgabe.



      Auch ein wenig schade, denn Flüchtigkeit verleiht doch diesen ganz besonderen Reiz.



      "Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas".



      In den Club gehen und tanzen als ob keiner zusieht - weil nur Zeuge ist wer wirklich Zeuge ist.



      Diese ganz besonderen Zeilen, für diesen ganz besonderen Anlass.



      Oder doch lieber etwas universelles und allgemeingültiges, das auch künftige Generationen noch nachhaltig beeindruckt?



      Es hilft also nichts und bleibt dabei: schreibe jeden Post als wäre es dein letzter! (und verzichte auf das Verfassen von Sprachnachrichten um dem kulturellen Niedergang wenigstens noch ein paar zusätzliche Jahre abzuringen).

  • Sisone

    Mal eine KI zu PISA im Zusammenhang mit Migration befragt:







    "



    Der entscheidende Befund: Soziale Herkunft schlägt Migrationsstatus







    Wenn Bildungsforscher die reinen Testdaten statistisch bereinigen – also vergleichen, wie Jugendliche abschneiden, deren Eltern denselben sozioökonomischen Status und Ausbildungsstand haben –, verändert sich das Bild drastisch.







    Der Kopplungseffekt: Deutschland gehört im OECD-Vergleich zu den Ländern, in denen der Schulerfolg am stärksten vom Status und Einkommen des Elternhauses abhängt. Da Familien mit Zuwanderungsgeschichte im Schnitt ein geringeres Haushaltseinkommen und niedrigere formale Bildungsabschlüsse aufweisen, schlägt sich dieser soziale Nachteil direkt in den Testleistungen nieder.







    Kompensation: Kontrolliert man im Datenmodell zusätzlich für den sozioökonomischen Status sowie für die Zuhause gesprochene Familiensprache, schrumpft der reine Leistungsvorsprung von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund auf einen sehr kleinen Restabstand zusammen.



    "

    • Alex_der_Wunderer

      @Sisone:

      @ Sisone



      Selbstverständlich hat die soziale Herkunft bei der Bildung eine zentrale Bedeutung. Nur ein Teil der Eltern ist in der Lage gute Schulbildung, für ihren Nachwuchs, zu finanzieren und sind mehr oder weniger gezwungen, ihre Kinder auf öffentlichen Schulen zu schicken. Oder Eltern müssten halt ihre Prioritäten, bei Ihren Ausgaben anders setzen.

    • economista

      @Sisone:

      Wenn man in einer Regressionsgleichung Variablen für sozioökonomischen Status und Familiensprache einführt, kann man keine unabhängige Variable für den Migrationsstatus behalten, weil insbesondere die Familiensprache stark mit dem Migrationshintergrund überlappt. Man misst dann nur noch die Auswirkungen dieser korrelierten Variablen insgesamt, aber nicht mehr die jeder einzelnen.

    • Westlahn

      @Sisone:

      Die Kontrolle zur anderen Familiensprache kann ich nachvollziehen. Löst aber das Problem nicht, dass die Kids Schwierigkeiten mit Deutsch als der hiesigen Landessprache behalten. Das Herausrechnen des sozioökonomischen Status sollte nicht sein, denn dass das Problem verschwindet, wenn man einen der wesentlichsten Gründe rausrechnet ist nun wirklich keine Überraschung.

    • Desdur Nahe

      @Sisone:

      Keine neue Erkenntnis, aber wie Sie selbst zitieren "Da Familien mit Zuwanderungsgeschichte im Schnitt ein geringeres Haushaltseinkommen und niedrigere formale Bildungsabschlüsse aufweisen".



      Daraus ergibt sich, dass das Schulsystem nun eine viel größere Zahl an SchülerInnen bekommt, die stark gefördert und unterstützt werden müssen. Da fehlen Kapazitäten.



      Zudem sinkt durch Zunahme von Leistungsschwachen auch der Leistungsschnitt, was für eine Volkswirtschaft problematisch ist.



      Es geht also schlicht um Zahlen.



      Alle Migranten in einen Topf zu werfen verfälscht zudem die Statistik:



      Es zeigt sich, dass Migranten aus bestimmten asiatischen Ländern in Bereichen wie Schulbildung, akademischen Abschlüssen und Erwerbseinkommen im Durchschnitt oft überdurchschnittlich hohe Leistungen erbringen. Platz 1 hat Indien, schlägt sich auch im Lohn nieder:



      Zuwanderer aus Indien haben im Median ein mtl. Einkommen von 5.359 Euro, Beschäftigte ohne Migrationshintergrund 3.945 Euro.

  • economista

    Selbst Zeitungsartikel zu Pisa-Lesestudien werden immer kürzer.

    • Janix

      @economista:

      & Kommentare hier.

  • Selbstauslöser

    Nach meiner Erfahrung wird die Fähigkeit, den Inhalt von Texten zu erfassen, und auch die Fähigkeit, die Schönheit von Texten zu genießen, dadurch enorm gesteigert, daß man selber Texte schreibt. Da hapert es noch viel mehr als beim Lesen.

  • behr Behr

    „Merz hätte die Bildungs-Bazooka rausholen sollen“ - Merz muss sicher vieles, aber Bildung ist zu aller erst Ländersache. Und die Länder holen für vieles die „Bazooka“ raus, aber leider trotz hoher steigender Schulabbrecherquoten ist Bildung nicht im Fokus, zeigen gerade auch wieder die Sondierungsgespräche/ in Berlin, mit der Vergesellschaftung von Wohnungen das zentrale Thema, dann die autofreie Stadt - von Programmen gegen Schulabbrecherquoten u. damit mehr Chancengerechtigkeit keine Spur, das wird früher oder später auch im steigenden Sozialhaushalt spürbar sein, weniger



    Einzahlen aber mehr Anspruchsberechtigte.

    • Westlahn

      @behr Behr:

      Bildung als "Ländersache" ist keineswegs gottgegeben. Sondern Ergebnis eines politischen Kuhhandels. Der noch gar nicht so lange her ist.



      Das auf eine sinnvolle Konstruktion zu ändern, wird schwierig, denn das sind schließlich 16 Verwaltungen die für politische Karrieren des Parteipersonals aller Couleur benötigt werden. Auf die Heiligsprechung des angeblich so überlegenen bayrischen Abiturs wird man im Söderschen Herrschaftsbereich nicht freiwillig verzichten.



      Aber Fakt bleibt: wenn die Bildungslage so schlecht ist , wie beschrieben, dann sind die Bildungsministertreffen der letzten 35 Jahre Versammlungen von VersagerInnen gewesen. Da helfen auch keine Rechtfertigungen a la "...aber wir haben doch..." .

      • Janix

        @Westlahn:

        Bildung als Ländersache sollte und soll ein zweites Mal zentralisierte nationalistische Gehirnwäsche zumindest abbremsen. Nur für das Verständnis ergänzt.

    • Sisone

      @behr Behr:

      Das Thema Vergesellschaftung ist natürlich der Medienkracher schlechthin im Augenblick, was aber nicht heißt, dass es keine Programme zur Bildungsförderung gibt, nur weil das gerade nicht durch die Presse gejagt wird.







      Beispiele:



      Ausbau von Gemeinschaftsschulen



      Verbindliche Sprachförderung ab der Kita (Vorbild Hamburg)



      Förderung von Brennpunktschulen



      Überarbeitung des Lehrgangsstudiums



      Entlastung von Bürokratie durch Fachpersonal



      Schulbauoffensive, Sanierung und Digitalisierung







      P.S.: Soweit die Grünen

      Dagegen die CDU:



      Stärkung von Gymnasien (der "Rest" ist egal)



      "Keine Experimente" (alles bleibt, wie es ist)



      Sprachtests vor Schulbeginn (aber keine Sprachförderung)



      Erleichterter Seiten- und Quereinstieg (statt mehr Studienplätze)



      Inklusion begrenzen

  • Deep South

    Es ist vollkommenunerheblich ob Erwachsene lesen. Die Pisa Studie ist ein Gradmesser für den aktuellen Stand des Bildungssystems. Niemand gibt den Kids die Schuld dafür, dass die Pisa Studie schlecht ausfällt. Sondern Erwachsenen, die die Bildung der Heranwachsneden nicht richtig steuern.



    Dass es quer durch die Gesellschaft Bildungsprobleme gibt und sich Lesegewohnheiten oft von Printmedien auf digitale Medien verlagert haben, sind ganz andere Themen. Weiß nicht so richtig, was mir der Artikel da sagen will.

    • Francesco

      @Deep South:

      »Es ist vollkommenunerheblich ob Erwachsene lesen. «



      Eben gerade nicht. Die Eltern sind die Vorbilder ihrer Kinder. Wenn Eltern Schreiben, Lesen und Mathematik nicht wertschätzen, tun es auch ihre Kinder nicht.

      • Deep South

        @Francesco:

        Das Lesen von Büchern dürfte überall zurückgegangen sein, genau wie das von Zeitschriften. Wie kann man daraus ableiten, dass deshalb Schreiben, Lesen und Mathematik nicht wertgeschätzt wird? Kanada liegt in dieser Statistik hinter Deutschland und gehört bei PISA trotzdem immer zu den Besten.

        Die großen Probleme liegen in der Bildungspolitik. Im Personalmangel an Schulen, zum Beispiel um Sprachdefizite bei der Integration aufzufangen. Da haben wir laut OECD eine der größten Ausfallraten.

        Dass die soziale Herkunft immer noch den Bildungserfolg entscheidet. Bei diesem Defizit. Da landen wir sogar auf den allerletzten Plätzen in OECD Studien.

        Unser starres dreigliedriges System gibt es so sonst kaum irgendwo. In den Ländern, die das besser machen, sind Kinder länger an Gesamtschulen, haben keine unterschiedlichen Standads, wenn sie umziehen müssen. Förderungen schwächere Schüler werden gezielt und direkt eingesetzt, schwächere Schüler werden nicht an Förderschulen abgeschoben.

        Soll Merz nun mit einer "Bildungs-Bazooka" Erwachse zum Lesen bringen oder unsere veralteten Bildungsstandards auf Vordermann bringen? Das past irgendwie nicht zusammen.

      • Westlahn

        @Francesco:

        Viele der Eltern sind doch die PISA Schüler von vor 25 Jahren. Denn PISA liefert seit Jahrzehnten Erkenntnisse, die nicht zu erfolgreichen Maßnahmen zur Veränderung geführt haben.

    • Mindɘrlɘistɘr

      @Deep South:

      »Weiß nicht so richtig, was mir der Artikel da sagen will.«



      #



      Genau DAS will der Artikel sagen.

      • Deep South

        @Mindɘrlɘistɘr:

        Nur spielts halt überhaupt keine Rolle, wieviel der durchschnittliche Erwachsene so ließt. Die Bildungspolitik wird von studierten Menschen gemacht, die natürlich auch mehr lesen (müssen) als der gemeine Bürger draußen.

        Das Bildungssystem leidet an Personalmangel, an maroder Infrastruktur, an unterschiedlichen Standards in unterschiedlichen Bundeskländern, an Förderangeboten.

  • Pico

    Ob bei Erwachsenen eine Pisa-Studie zu anderen Ergebnissen führt, sei dahingestellt. Das nützt den jetzigen Schüler*innen nur bedingt. Jetzt muss gelernt und nochmals gelernt werden. Und dies geschieht meist in den Schulen. So ist es in Finnland oder/und auch in den asiatischen Ländern.

    • Desdur Nahe

      @Pico :

      Finnland steigt bei PISA immer weiter ab, die damaligen guten Ergebnisse waren noch Nachwirkungen der vorher praktizierten, "veralteten" Lehrmethoden.



      Und Asien? Dieser Drill wird sich bei uns nicht umsetzen lassen, und da jobben die SchülerInnen um die Nachhilfestunden zu bezahlen. Wir wollen Hausaufgaben und Noten abschaffen.

  • Herma Huhn

    Die Statistik zum Leseverhalten ist nicht sehr ausssagekräftig.



    Ich kann 11 Stunden lesen, ohne ein einziges Buch anzufassen. Zwischen den 4 % mit mehr als 11 Lesestunden und den 25



    % Buchverweigerern kann es also durchaus eine große Schnittmenge geben.



    Gleichzeitig haben die 11 Stunden keine Einordnung gefunden. Wer 11Stunden Bücher liest, wird in dieser Zeit nichts anderes tun, wodurch die 11 Stunden nach sehr viel Zeit klingen.



    Dagegen sind 22 Stunden netflix scheinbar garnicht so viel, weil man in der Zeit auch SM-Nachrichten lesen kann, oder Wäsche zusammenlegen oder die Suppe vorbereiten.



    Entscheidend wäre also nicht, ob man mehr liest als netflix schaut, sondern, wie viel Zeit man wirklich zum Lesen zur Verfügung hat.



    Entscheidender wären also Überlegungen: Wie viele Bücher werden denn gelesen? Nimmt man die Verkaufszahlen als Indikator, scheint heute sogar mehr gelesen zu werden als vor 50 Jahren. Wie komplex sind die gelesenen Texte? Da scheint der Abgrund wieder sichtbar, die Sätze werden kürzer, die Grammatik einfacher? krautreporter.de/k...-nie-gegeben#lesen

    • Mindɘrlɘistɘr

      @Herma Huhn:

      »… die Sätze werden kürzer, die Grammatik einfacher?«



      #



      LanguageTool bemängelt bei mir Sätze mit mehr als 40 Worten stets als schlechten Stil. Meistens ignoriere ich das aber.

      • Westlahn

        @Mindɘrlɘistɘr:

        Dann für ihren Spaß: lesen sie die Doktorarbeit von Schopenhauer. Wenn Sie den ersten Satz schaffen und sinnvoll zusammenfassen können, haben Sie schon einen Germanistik Master in der Tasche.



        Titel war: Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde. Oder so ähnlich.

        • Mindɘrlɘistɘr

          @Westlahn:

          Mir reichen Thomas Mann und Marcel Proust.

          • Offebacher

            @Mindɘrlɘistɘr:

            Bei Thomas Mann kommt es auf die Romane an. "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" lässt sich sehr gut lesen, die "Buddenbrooks" sind da schon schwieriger (sowohl was Inhalt, als auch was Form angeht). Beim "Zauberberg" muss ich passen, den Roman habe ich nach den ersten 15 oder 20 Seiten zur Seite gelegt, da liegt er immer noch. Marcel Proust: da haben mich die 4 000 bis 5 000 Seiten von "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" (je nach Ausgabe) von vornherein abgeschreckt.

      • Sonderzeichen

        @Mindɘrlɘistɘr:

        Es geht da in erster Linie um Lesbarkeit und Verständlichkeit.



        Ich habe früher viele Texte mit langen, verschachtelten Sätzen geschrieben. Inhaltlich alles sauber. Aber: je länger und komplizierter die Sätze, um so weniger Menschen werden sie lesen und verstehen.



        Es geht darum möglichst viele Menschen zu erreichen. Oder bestimmte Gruppen anzusprechen. Fachpublikum und Gebildete bevorzugen vielleicht effiziente Texte mit Fachausdrücken, können einen Schachtelsatz entziffern. Anfänger, Ungebildete oder Zweitsprachler brauchen vielleicht eher Umschreibungen, zusätzliche Hintergrundinformationen, einfachen Satzbau.



        Je nach Publikum sollte man das entsprechend zuschneiden. Ich persönlich nutze jetzt meist einen einfachen Schreibstil und fühle mich damit gut verstanden.

        • Mindɘrlɘistɘr

          @Sonderzeichen:

          »Es geht da in erster Linie um Lesbarkeit und Verständlichkeit.«

          Schon klar, aber 40 Worte sind ja nichts im Vergleich zu den Bandwurmschachtelsätzen von Thomas Mann oder Marcel Proust, nur mal als Beispiel.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Herma Huhn:

      "Nimmt man die Verkaufszahlen als Indikator, scheint heute sogar mehr gelesen zu werden als vor 50 Jahren."

      Nur weil jemand ein Buch kauft, bedeutet das nicht, dass er es auch ließt 😉

      • Selbstauslöser

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        ... liest 😉

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Selbstauslöser:

          Ja 😊

      • Herma Huhn

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das galt vor 50 Jahren aber auch schon.



        Aber klar, theoretisch könnte es sein, dass mehr Bücher als Dekoration gekauft werden als damals. Als Indikator (nicht als Beweis) kann die Zahl dennoch dienen.



        Achja, falls der Link hinter einer Paywall steht, bitte Bescheid sagen, den gibt es definitiv auch ohne, den würde ich dann raussuchen.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Herma Huhn:

          Bücher sind auch beliebte Geschenke. Ich lese zwar viel, aber einige Bücher, die ich in der Jugend geschenkt bekam, habe ich nach ein paar Seiten bei Seite gelegt und seit dem werden sie nur noch abgestaubt.

          • Herma Huhn

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Jeder Mensch, der viel und gerne liest, hat solche Bücher im Schrank stehen.



            Bzw. heute gibt es überall offene Bücherschränke, wo man die Bücher weiterverschenken kann. Entweder ungelesen oder einmal gelesen. Diese Schränke könnte die Vermutung nähren, dass heute geschenkte Bücher öfter tatsächlich gelesen werden. Wenn auch nicht immer vom ursprünglichen Adressaten. Aber auch, wenn mir das an den Haaren herbeigezogen vorkommt, glaube ich nicht, dass früher geschenkte Bücher eine höhere Lesequote hatten. (Ich weiß noch, wie viele Bücher ich zu meiner Erstkommunion bekommen habe, und in den Jahren danach als Geschenk im Dorf verteilt, der Unterschied zu heute dürfte marginal sein)

            • Westlahn

              @Herma Huhn:

              Es geht grade wieder los: auch Buchhandlungen leben vom Weihnachtsgeschäft. Immerhin: eine große Bücherwand isoliert gegen Schall und Wärmeverluste...

          • Martin Rees

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Zahlreiche Bibliotheken und E-Books sind heutzutage auch relevant als Indikatoren...



            www.schwaebische.d...veraendern-4547556

            • e2h

              @Martin Rees:

              Als ich Ende der 1970iger-Jahre Bibliothekswesen studierte, gab es in Hamburg 55 Standorte der Öffentlichen Bücherhallen. Heute sind es noch 34 Standorte.



              In den vergangenen fünfzig Jahren sind Bibliotheken nur im ländlichen Raum ausgebaut worden. In den Ballungsräumen gab es hingegen Abbau...

              • Martin Rees

                @e2h:

                Ich war mal in Riga in der Bibliothek aus Glas: Beeindruckend.



                In dem Vorzeige-Bauwerk in Helsinki war ich noch nicht...



                kommunal-magazin.d...nur-buecherregale/



                Es gibt neue Trends, u.a. auch in Großstädten...



                "Was machen Sie nachts am liebsten? Auf diese Frage erhält man garantiert einen bunten Strauß an Antworten. In Universitätsstädten wie Freiburg, Karlsruhe, Konstanz oder Leipzig kann auch diese Antwort vorkommen: „In die UB gehen“. In diesen Städten haben die Universitätsbibliotheken oder einige ihrer Standorte 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr geöffnet. Was treibt Menschen nachts in die Bibliotheken? Noch dazu in einer Zeit, in der immer mehr Medien online verfügbar sind? Es ist wirklich paradox: die Bibliotheken sind über das Internet mit ihren elektronischen Medien immer und überall erreichbar, sofern man über die technischen und rechtlichen Zugangsmöglichkeiten verfügt. Trotzdem werden auch die Häuser so gut besucht wie nie."



                Bei deutsche-digitale-bibliothek.de



                Nicht nur eine "akademische Besonderheit", auch Kommunen bringen sich hier allmählich wieder konstruktiv ein.



                Trendwende...📚❓



                Treffpunkt Bibliothek 🌃nachts

                • Alex_der_Wunderer

                  @Martin Rees:

                  @ Martin Rees



                  Perfekt 👍 👍

  • Zhongli Quan

    Ich hatte das unglaubliche Glück, dass meine Eltern - auch wenn sie selbst (und vor allem mein Vater) kaum lasen - als zum "Bürgertum" aufgestiegene Leute eine reiche Bibliothek zusammengekauft hatten (auch wenn gerade literarische Klassiker fehlten). Damit habe ich meine Jugend verbracht. Danke dafür!

  • fly

    Nett, aber vielleicht hätte man das Ende an den Anfang stellen sollen: „ Gäbe es eine Pisa-Studie, die Lesegewohnheiten Erwachsener untersuchen würde, wäre das gesellschaftliche Entsetzen wohl deutlich größer.“ Dann hätte man noch das vielbemühte Bild, dass die Politik sich nur an den Älteren orientiert nehmen können. Und so die Fiktion entwickeln, dass dann Merz eine Bildungs-Bazooka fordert und Seniorixe massenhaft in die VHS strömen. So ist der größte Teil des VHS Angebots Wellness, besonders Yoga. Aber immerhin muss man die Kursbeschreibung zur Anmeldung lesen.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Läuft doch. Wichtiger als Lesen und Rechnen sind doch "Informationsveranstaltungen" der Bundeswehr. Und die funktionieren auch am besten bei Jugendlichen, die nicht so viel "falsches Zeug" lesen.

    • Biker-Ffm

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Glauben Sie ernsthaft die Bundeswehr will dumpfbackige ungebildete Rambos die mit Gewehr und Keule losstürmen? Die Zeiten sind schon lange vorbei.



      Abgesehen davon: Lesekompetenz wird nicht nur von der Schule sondern und auch vor allem von den Eltern vermittelt. Wieviel Eltern lesen denn heute noch mit ihren Kids, lesen ihnen vor, üben Lesen mit ihnen? Stattdessen Smartphone und die Kids ruhigstellen. Alles was Bildung ist oder damit zu tun hat, wird auf die Schule und auf Kitas abgewälzt, die sollens dann richten, wofür die Eltern zu faul sind!

      • Zeit und Raum

        @Biker-Ffm:

        Meine Tochter saß abends bei ihrem kleinen Baby und schaute ein Bilderbuch an. Sie erzählte, was auf den Bildern war.



        Jetzt ist er in die Schule gekommen, in all den Jahren war Vorlesen tägliche Kost. Selbst als die Hörbücher immer mehr Raum einnahmen. Aber Vorlesen war ja auch Mama-Papa.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Biker-Ffm:

        Die BW braucht vor allem Leute, denen man einreden kann, dass Krieg eine Art Computerspiel mit leicht erhöhtem Nervenkitzel ist. Sonst kommt keiner. Und da stört es schon, wenn die Jugend Remarques "Im Westen nichts Neues" oder Nolls "Die Abenteuer des Werner Holt" wirklich liest und bereift. Das zerstört das Bild.

        Und natürlich wird Lesekompetenz nicht nur in der Schule erworben. Dort werden aber die Grundlagen gelegt. Ist Aufgabe von Schulen. Sonst können wir uns die sparen und uns einfach darauf verlassen, dass die Eltern den Kindern schon irgendwas beibringen werden.

        • Herma Huhn

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Die Schule vermittelt die Werkzeuge. Die Grundlagen müssen die Kinder mitbringen:



          Sich aufs Lesen freuen. Wissen, dass in Büchern wundervolle Geschichten warten, entdeckt zu werden.



          Ohne diese Grundlagen wird es immer nur beimEntziffern von Hieroglyphen bleiben und nicht zum echten Lesen werden.



          Gute Schulen können diese Grundlagen ebenfalls vermitteln, aber dafür muss die Grundstimmung in der Klasse stimmen. (Wenn nicht über die Elternhäuser, dann über das Budget)

          • warum_denkt_keiner_nach?

            @Herma Huhn:

            "Gute Schulen können diese Grundlagen ebenfalls vermitteln..."

            Eben.

            • Herma Huhn

              @warum_denkt_keiner_nach?:

              "aber dafür muss die Grundstimmung in der Klasse stimmen"



              Interessant wie jemand, der schlechte Lesefähigkeit bemängelt, es schafft, selbst von einem Satz nur die Hälfte zu lesen, die ihm genehm ist.

  • Philippo1000

    Interessant,



    wie Viele völlig unreflektiert KI nutzen.



    So gut wie KeinE*R hat Ahnung, aber wenn es einfach zu bedienen ist, ist es doch einfach mega? - Oder?



    Das erinnert mich sehr an eine andere Technik, die Niemand verstand, aber Alle nutzten: Atomkraft.



    Für die Meisten kam der Strom einfach aus der Steckdose.



    Risiken? Wurden politisch gerne weggeschwafelt.



    Glücklicherweise hat die Ampel der Atomkraft in Deutschland ein Ende gesetzt.



    Doch in der Union werden bereits wieder "Handtaschen AKWs" bejubelt, den Atommüll möchte Bayern allerdings auch nicht. Dabei wäre am Obersalzberg gerade ein Grundstück frei geworden, das repräsentativ auf Fehler der Vergangenheit hinweisen könnte.



    Gestern gab es eine Diskussion, ob die Zeit nun zwischen Samstag und Sonntag oder Sonntag und Montag zurück gestellt würde.



    Meiner bescheidenen Meinung nach wäre die Angelegenheit heute, Sonntag morgen, bereits erledigt.



    Die andere Seite wurde KI unterstützt.



    Mit künstlicher Intelligenz kann ich natürlich nicht mithalten, ich muss mich - ganz analog - auf mein eigenes Hirn verlassen...

    • Westlahn

      @Philippo1000:

      Die cducsuafd Atom-Fans kann man relativ einfach kontern: Schön, dass sich ihr Wahlkreis um das Atommüll - Endlager bewirbt. Wir schicken ein Prospekttionsteam mit ihrem Konterfei auf dem Messfahrzeug.

  • Martin Rees

    "Aufhorchen ließ mich neulich ein kurzer Beitrag im Deutschlandfunk."



    Schön für das unterhaltsame und informative Radio aus Köln, das mit guten Beiträgen wie der Deutschlandfunk-Presseschau (und danach auch als Booster Medienschau bei WDR5) den Tag frühmorgens bereits sortieren hilft, im DLF ab 5:30 nach den Nachrichten.



    Und die Verkaufszahlen der Verlage sprechen übrigens eigentlich gegen die "trüben Aussichten" für das Lesen, dabei aber mit relativ klarem Unterschied u.a. nach Geschlecht.



    "Frauen und Mädchen lesen den Angaben zufolge mehr als Männer und Jungen. Auch zwischen den Altersgruppen zeigen sich Unterschiede. Erwachsene verbringen mit zunehmendem Alter deutlich mehr Zeit mit Lesen."



    www.deutschlandfun...en-am-tag-100.html



    Aus 2024

  • Il_Leopardo

    Selbstverständlich haben Eltern Vorbildfunktion. Meine Mutter hatte in jeder freien Minute ein Buch in der Hand. So war es sicher kein Wunder, dass ich schon in sehr jungen Jahren ganz "wild" auf's Lesen war. Später ist dann noch die Leidenschaft für's Theater dazugekommen. Meine kleine Neffen "kleben" übrigens an mir, wenn ich ihnen aus Büchern vorlese. Ihre elektronischen Spielzeuge legen die ganz schnell zur Seite, sobald ich ein Buch in die Hand nehme und sie zu mir winke.

  • Zangler

    Zählt eigentlich berufliches Lesen dazu? Dann komme ich locker auf 11 Stunden die Woche und habe noch nicht ein Buch (erst recht keine Belletristik) zur Hand genommen und keine Zeitung.



    Im Übrigen bekenne ich mich schuldig: Nach 40 Stunden die Woche lesen und etwas freiwilliger Weiterbildung sowie ein paar taz-Artikeln samt Kommune reicht meine Motivation oft nur noch, um statt ein Buch zu lesen einen Podcast zu hören oder einem Hörbuch zu lauschen. Aber ich habe auch keine Kinder im Haus, um die ich mich kümmern müsste ...



    Im Ernst: Neben Vollzeitbeschäftigung und Familienarbeit noch 11 Stunden privat Belletristik zu lesen, wie soll das gehen? Mit KI und Social Media hat es jedenfalls nichts zu tun, wenn das kaum eine:r schafft.



    Auf der anderen Seite: Im Job habe ich schon oft das Gefühl, dass kaum ein:e Kund:in meine E-Mails liest, geschweige denn versteht. Da wird's dann schwierig.

    • Herma Huhn

      @Zangler:

      Das war auch mein erster Gedanke.



      Aber wenn man dann die Statistik daneben hält, wie viel Streaming und Doomscrolling dem Lesen Konkurrenz macht (Allein Netflix kommt wohl auf 22 Stunden pro Woche), scheint ein Mangel an Freizeit nicht wirklich das Problem zu sein.



      Hauptunterschied scheint mir zu sein: Aufs Lesen muss man sich vollständig einlassen, während die anderen Beschäftigungen auch nebenher und gleichzeitig funktionieren.

  • Bolzkopf

    Was sollte eine solche Studie schon Neues zeigen ?



    Raus kämen so alte Kamellen wie die Widerlegunge dass das Schulsystem durchlässig sei, dass Fleiss Bildungsaufstieg und sozialen Aufstieg ermöglichen., dass jedeR nach den individuellen Fähigkeiten gefördert wird. usw

    Jaja, alles Illusionen die dann wohl einmal mehr entlavt würden.

    Also besser keine solche Studie.

    Aber bei der Gelegenheit fällt mir mal wieder auf, dass unsere Politiker einfache Menschen offenbar garnicht für voll nehmen.



    Ist doch deren Sprachduktus so verstelzt dass selbst Menschen mit akademischem Hintergrund dem nicht folgen können.

    Aber auch das ist gewollt und hat System .

    • Reinero66

      @Bolzkopf:

      Es ist durchlässig, da es neben der klassischen Schullaufbahn auch noch die berufliche Bildung gibt. Dort kann man HS, RS und Abitur nachholen in entsprechenden Klassen.



      Desweiteren haben viele hirnrissige Schulversuch, wie "schreiben nach Gehör" viel kaputt gemacht.



      Schüler, die seit 3 Wochen in Deutschland sind, werden in Klassen gesteckt in denen ohnehin schon 5 Schüler sind die kein deutsch können. Bis 2015 wurden die Ergebnisse besser und dann stürzten sie ab. Könnte woran liegen?

      Und wenn man jeden (z.T.70% eines Jahrgangs) das Abitur machen lässt, dann ist es wertlos und wenn irgendwelche Eltern wegen Kleinigkeiten klagen, dann vergeben Lehrpersonen halt gute Noten. Letztens war in der FR ein Bericht einer Lehrerin, dass in der 5ten Gymnasialklasse, die Kinder nicht bis 100 rechnen können, was suchen die auf einem Gymnasium?

      Schreiben und lesen muss man üben, üben, üben das ist zeitaufwendig und langweilig, da ist der Griff zum Smartphone oder zu "Tonie" bequemer und zwar für Eltern und Kinder, zumal das Belohnungssytem dort viel mehr gereizt und versorgt wird.

      • Bolzkopf

        @Reinero66:

        ... noch die berufliche Bildung gibt. Dort kann man HS, RS und Abitur nachholen in entsprechenden Klassen. ...

        Jaja, die alte Leier.



        Wie häufig kommt das vor ?

        Warum müssen Menschen die diesen Weg gehen diesen Weg gehen und haben diese Abschlüsse nicht direkt aus dem Schulsystem mitbekommen ?



        Da gibt es Studien - reinschauen lohnt.

        Credo: Weil es Scheisse ist und keiner was daran ändern will. Schließlich sind die Plätze an den Futtertrögen begrenzt.

        Aber sie beschreiben das ja selbst.



        Und Dem ist nichts hinzuzufügen.

        • Reinero66

          @Bolzkopf:

          Mein Chef ist so einer, ich bin so einer, bei uns sind es von 90 Kollegen 30, alles Akademiker.

  • Elite123

    Die Deutschen verlernen das Lesen nicht. Vielmehr ist es so, dass der Anteil von Nicht-Muttersprachlern an den Schulen und der Gesellschaft immer weiter wächst.



    Jeder, der eine Fremdsprache erlernt hat weiß, wie aufwendig es ist, diese wirklich perfekt zu beherrschen.

    Die PISA Studie selbst bietet die Antwort. Deutsche ohne Migrationshintergrund sind unter den Top 10 im Ländervergleich. Ähnlich wird es sich bei den Eltern verhalten.

    • Agarack

      @Elite123:

      Woher haben Sie diese Daten? Ich habe die entsprechenden Abschnitte der PISA-Studie gelesen und diese Aussage gesucht, sie aber nicht gefunden. Alles, was ich gefunden habe, ist, dass in Deutschland Menschen mit Migrationshintergrund im sozioökonomisch schwächsten Viertel der Bevölkerung deutlich überrepräsentiert sind, und das die Ergebnisse stark mit dem sozioökonomischen Status korrelieren. Daraus zu schließen, dass Menschen mit Migrationshintergrund das Ergebnis das Ergebnis so deutlich verschlechtern, dass das Ergebnis ansonsten besonders gut wäre, geht aus den Daten aber so nicht hervor.

    • Mindɘrlɘistɘr

      @Elite123:

      »Deutsche ohne Migrationshintergrund sind unter den Top 10 im Ländervergleich.«



      #



      Ich weiß, dass das nur anekdotische Evidenz ohne statistische Relevanz ist (falls das der Altlinke_Realo lesen sollte, kann er sich also entsprechende Belehrungen sparen), aber ich fand es schon bezeichnend, dass Tino Chrupalla als Vertreter einer „patriotischen“ Partei auf Nachfrage kein einziges deutsches Gedicht rezitieren konnte. Meine persische Freundin hätte dieses Problem nicht.

    • Sisone

      @Elite123:

      Mag etwas dran sein, aber ich denke, dass das Schulsystem der jeweiligen Bundesländer ausschlaggebender ist. So liegt Hamburg mit sehr hohem Anteil von Schülern bei PISA deutlich vor Brandenburg mit sehr niedrigem Migrantenanteil.







      Warum?







      - Verbindliche Sprachförderung ab dem Vorschulalter



      - Meist 13 Schuljahre bis zum Abitur



      - Zentralisierte Lernstandserhebungen



      - Über einen Sozialindex mehr Personal und kleinere Klassen







      Und selbst im Musterland Bayern ist der Migrantenanteil doppelt so hoch wie in Brandenburg

    • Sam Spade

      @Elite123:

      "Deutsche ohne Migrationshintergrund sind unter den Top 10 im Ländervergleich"

      Ihre Argumentation entbehrt jeder Logik.

      Um einen objektiven Vergleich durchzuführen, müssen sie auch bei den anderen Ländern den Wert der Jugendlichen mit Migrationshintergrund bereinigen, nur so erhalten sie ein aussagekräftiges Ergebnis.

      Die Kultusministerkonferenz hat mehrfach darauf hingewiesen, das in erster Linie die soziale Herkunft, der sozioökonomische Status, über den Bildungsgrad entscheidet und schlechtere Ergebnisse nur zu einem kleinen Teil am Migrationshintergrund selbst liegen.

      Jugendliche mit Migrationshintergrund sind statistisch zwar häufiger von prekären sozialen Verhältnissen betroffen als einheimische Jugendliche, die Auswirkungen auf Pisa sind aber nicht so gravierend, wie sie vermuten.

      In Naturwissenschaften würden einheimische Jugendliche 521 Punkte erzielen der Gesamtwert lag bei 498.

      Mathematik, Einheimische 499 Punkte, Gesamtwert 464.

      Einzig in Lesekompetenz ist der Abstand mit über 80 Punkten enorm.

      In den meisten Bereichen ist die Differenz gering und dürfte an den Platzierungen auch nur wenig ändern, wenn man nur die bereinigten Werte der Länder heranzieht.

    • Axel Schäfer

      @Elite123:

      "... Jeder, der eine Fremdsprache erlernt hat weiß, wie aufwendig es ist, diese wirklich perfekt zu beherrschen. ..." Das fällt mir bei Bayern, Schwaben und Sachsen auf, da fehlen wirklich gute Übersetzungstools, die versteht man oft kaum.

      • Karl Heinz

        @Axel Schäfer:

        Ironischerweise schneiden die bayerischen, schwäbischen und sächsischen Schüler überdurchschnittlich gut ab.

    • Herma Huhn

      @Elite123:

      Das stimmt so nicht ganz.



      Deutsche ohne Migrationshintergrund und mit akademischem Elternhaus haben die besten Chancen in diesem Bildungssystem.



      Bei Kindern mit bildungsfernen Elternhäusern sind diejenigen mit Migrationshintergrund teilweise sogar besser in der Schule als diejenigen ohne Migrationshintergrund.



      Die Lesefähigkeit hat nicht zwingend mit der Sprache zu tun. Auch, wenn die Sprachen unterschiedliche Schriftsysteme nutzen, kann das Vorlesen in der Muttersprache der Eltern auch die Lesefähigkeiten im Deutschen fördern. Einfach, weil die Tätigkeit des Lesens positiv verankert wird.



      Schwierig wird es dann, wenn Eltern dem fehlgeleiteten Rat folgen, mit ihren Kindern nur noch die Landessprache zu sprechen, obwohl sie diese selbst nicht beherrschen.

      • Axel Schäfer

        @Herma Huhn:

        Ist allerdings auch schwierig, zumal die Umgangssprache oft stark von der Schriftsprache abweicht. Bei türkischen Bekannten, die in Oberschwaben leben hat geholfen, dass die Kinder in einen evangelischen Kindergarten kamen, weil dort hochdeutsch gesprochen wurde. Perfektioniert wurde das dann durch Nachhilfe einer pensionierten Deutschlehrerin und eines türkischen Lehrers, der den Kindern auch die türkische Hochsprache beigebracht hat, der Dialekt kommt dann noch dazu, hängt aber alles vom Elternhaus ab, und davon ob man Bildung als Chance und nicht als Belastung sieht.

        • Francesco

          @Axel Schäfer:

          »Bei türkischen Bekannten, die in Oberschwaben leben hat geholfen, dass die Kinder in einen evangelischen Kindergarten kamen, weil dort hochdeutsch gesprochen wurde.«



          Wo ist der Zusammenhang zwischen evangelisch und Hochdeutsch?

        • Herma Huhn

          @Axel Schäfer:

          Bei Dialekten gilt das gleiche wie bei Fremdsprachen: Wenn man es auseinanderhalten kann, sollte man es auch auseinander halten.



          Der Dialekt kann übrigens auch helfen. Eine Freundin aus Niedersachsen hat in Koblenz regelmäßig Englischnachhilfe gegeben. Erst wunderte sie sich, dass sie nie die -ing Form erklären musste. Am Zweck dieser Ausdrucksweise war damals ihre gesamte Klasse regelmäßig gescheitert. Aber die rheinische Verlaufsform ist dem ähnlich genug, dass in Koblenz alle Kinder wussten, wie und warum das einzusetzen war. ;-)

      • Klabauta

        @Herma Huhn:

        Danke für Ihren letzten, sehr wichtigen Hinweis!



        Eine Voraussetzung für den erfolgreichen Erwerb der Zweitsprache ist das möglichst fehlerlose Beherrschen der Erst- vulgo Muttersprache.

    • Life is Life

      @Elite123:

      Ich fürchte, damit ist es als Erklärung nicht getan.



      Ich bin erschrocken festzustellen, dass zunehmend deutsche MuttersprachlerInnen immer weniger in der Lage sind, längere Texte sinnentnehmend zu lesen. Das führt dann dazu, dass die Fähigkeit zur präzisen, differenzierten Ausdrucksfähigkeit mit einem hierfür erforderlichen umfassenden Wortschatz immer mehr abnimmt.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Elite123:

      Aber auch das ist ein Problem unseres Bildungssystems. Es ist völlig unsinnig, Kinder einzuschulen, die die Unterrichtssprache nicht ausreichend beherrschen.



      Es müsste also nicht nur Tests geben, sondern auch ausreichend Vorbereitungskurse. In Kanada funktioniert das z.B. seit Jahrzehnten prächtig.



      Letztlich landen wir also wieder bei einer dysfunktionalen Bildungspolitik...

    • Axel Schäfer

      @Elite123:

      Was ein Quatsch, die nicht deutschsprachigen können ihre Texte alle auch in ihrer Muttersprache lesen. Ich habe die Studie jetzt noch nicht gelesen und weiß daher nicht ob dort zwischen physischen und digitalen Büchern unterschieden wird. PISA ist eine Vergleichsstudie für Schüler und hat nichts mit dem Leseverständnis der Gesamtbevölkerung zu tun.

    • Klabauta

      @Elite123:

      Sollte Ihre Behauptung so zutreffen (ich habe es nicht überprüft), so ist das nur ein weiterer Beweis, dass das deutsche Bildungssystem die Note "ungenügend" verdient.



      Allerdings ging es in dem Kommentar um die Erwachsenen, und deren Leseverhalten wird meines Wissens in der PISA-Studie nicht abgefragt.



      Zudem: Lesen kann man auch in der Muttersprache. Deutschkenntnisse sind dazu nicht Voraussetzung.

  • Cededa Trpimirović

    Wer Kinder hat, kann es selbst ausprobieren:



    1) Ein Tag unlimitierte Medien. Alle Familieneinschränkungen abschalten, Kinder beobachten.



    2) Ein Tag limitierte Medien mit Einschränkungen. Kinder beobachten. Was machen sie, wenn die Medienzeit um ist?



    3) Ein Tag alle Medien abstellen/Geräte in den Safe packen. Was machen die Kinder? Wie lange jammern sie nach den Geräten, wohin orientieren sie sich um?

    Haben wir gemacht. Ist interessant.

    • Nick riviera

      @Cededa Trpimirović:

      Im Sinne des Artikels werfe ich die Frage auf: Was machen die Erwachsenen an dem Tag, an dem alle Medien und Geräte unzugänglich sind? Wie lange jammern sie? Halten sie durch? Wohin orientieren sie sich?

      • Westlahn

        @Nick riviera:

        Arbeitshypothese: Beide Gruppen sind von Sonnenaufgang bis weit nach Sonnenuntergang damit beschäftigt die jeweils anderen bei ihrem Digital-Entzug zu beobachten.



        Das ändert sich erst, wenn das ganze mal eine Woche dauert - oder gar als open-end Experiment angelegt wird. Dann fallen auch Kooperationstaktiken weg, wie: "Tschüß, Leute, ich melde mich übermorgen wieder...."

    • Evi Holtendorp

      @Cededa Trpimirović:

      Mangels Kindern kann ich es nicht ausprobieren. Wie waren denn eure Erfahrungen?

  • Der dreckich Katz

    Zum Leseverhalten - ich halte mich selbst für jemanden, der immer noch reichlich Bücher liest. Aber die 11 Stunden pro Woche, die "nur 4%" erreichen sind auch ein stattlicher Wert. Das sind 1,5 Stunden pro Tag - zum Vergnügen? Jeden Tag? Das dürfte für viele kaum zu schaffen sein.

    • Life is Life

      @Der dreckich Katz:

      Diese Gedanken hatte ich als ausgewiesene Leseratte auch zunächst. Ich glaube aber, dass sich die 11 Stunden Lesezeit wöchentlich auf jegliches Lesen von Texten, wie eben auch eine Zeitung (egal ob in Papier oder digital) oder auch Dokumente im Job, bezieht. Da bin ich dann doch wieder unter den 4%.....

      • Walterismus

        @Life is Life:

        Das glaube ich nicht, dann dürfte die Zahl deutlich höher sein, denn 11 Stunden schafft jeder der im Büro sitzt sehr leicht, sogar meist um ein Vielfaches.