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Häusliche-Gewalt-Vorwürfe gegen ZverevNicht „unser Sascha“

Valérie Catil

Kommentar von

Valérie Catil

Die deutsche Presse feiert den French-Open-Sieg des Tennisspielers Alexander Zverev. Haben die nicht ein Detail vergessen?

E ndlich hat „unser Sascha“ es geschafft. Alexander Zverev – Sascha ist die russische Koseform seines Namens – ist es nach drei verlorenen Grand-Slam-Finals beim vierten Versuch geglückt: Bei den diesjährigen French Open konnte er sich den einzigen Titel, der ihm in seiner Karriere noch fehlte und um den er so lange kämpfte, sichern.

Und alle freuen sich mit: „Der Durchbruch für Zverev: ‚Wir sind Champion‘“, titelte das ZDF, „Jetzt muss er es keinem mehr beweisen“, die Zeit. „Zverev in Paris am Ziel seiner Grand-Slam-Träume“, schreibt Eurosport. Wie toll!

Aber mit wem identifizieren sich die deutsche Presse und alle, die seinen Sieg feiern, da eigentlich? Haben sie vergessen, dass Zverevs Ex-Freundin Olga Sharypova, ebenfalls Tennisspielerin, 2020 schwere Vorwürfe der physischen und psychischen Gewalt gegen ihn erhob? Haben sie auch vergessen, dass eine zweite Ex-Freundin, Brenda Patea, ihm ebenfalls Körperverletzung anlastete?

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Sharypovas Vorwurf, dass Zverev sie während der Shanghai Masters 2019 gewürgt und ins Gesicht geschlagen habe, wies Zverev damals kategorisch zurück. Eine Untersuchung der ATP, der Vereinigung der professionellen männlichen Tennisspieler, kam im Januar 2023 zu dem Schluss, dass es dafür „keine ausreichenden Beweise“ gebe und dass er deswegen keine Maßnahmen zu fürchten habe. Zu einem gerichtlichen Prozess kam es nie.

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Juristisch gilt Zverev als unschuldig

Anders als in Pateas Fall. Im Juni 2024 begann der Prozess in Berlin, der gleichzeitig mit den French Open stattfand, weshalb Zverev nicht anwesend war. Patea warf Zverev vor, sie im Mai 2020 im Flur einer Airbnb-Wohnung in Berlin gewürgt zu haben.

Nach drei Prozesstagen, während der Zverevs Anwälte das Bild bemühten, dass Patea nur aufs Geld aus sei und ihre Vorwürfe von Sharypova kopiert habe, wurde der Prozess eingestellt. Patea und Zverev haben sich „im Namen ihres gemeinsamen Kindes“ außergerichtlich geeinigt. Was diese Einigung beinhaltete, wurde nicht bekannt gegeben.

Juristisch gilt Zverev als unschuldig. Ein richterliches Urteil gab es in beiden Fällen jedoch nicht – einmal, weil ein Prozess nie stattfand, einmal, weil der Prozess eingestellt wurde. Dass sich gerade Frauen über diesen Grand-Slam-Sieg deshalb nicht freuen können, ist verständlich. Dass die Presse dagegen mitjubelt, ist es nicht.

Euer Sascha

Auch deutsche Sportkommentatoren leisten dabei ihren Beitrag, wenn sie ihn liebevoll „unseren Sascha“ nennen. Weil er halt für die Bundesrepublik spielt, mit der sich Zuschauer_innen wohl identifizieren sollen.

„Unser Sascha“ ist es aber nicht nur deshalb sicher nicht; außer mit „unser“ sind nur Männer gemeint, die Frauen nicht glauben. Dann ist es euer Sascha.

Auch bei Eurosport blieb 2024 eine falsche oder jedenfalls irreführende Darstellung des Berliner Verfahrens stehen. Im Vorgespräch zum French-Open-Spiel gegen Casper Ruud am 7. Juni 2024 sagte Boris Becker als Experte sinngemäß, Zverev habe den Prozess gegen Patea „gewonnen“ und Patea habe ihre Anschuldigung zurückgezogen. Beides war falsch: Das Verfahren wurde nicht gewonnen, sondern ohne Urteil eingestellt; eine Rücknahme der Anschuldigung ist öffentlich nicht belegt. Eine Richtigstellung seitens Eurosport blieb aus.

Erinnerungsarbeit, dass es die Vorwürfe gab, leisten weibliche Tennisfans in den Social-Media-Kommentarspalten jener Zeitungen, Grand-Slam-Accounts und Sport-Sender, die Zverevs Sieg bedingungslos feiern. „Ich glaube seinen Ex-Freundinnen“, „Ein dunkler Tag für das Tennis“, „Schlimm, heute als Frau Tennisfan zu sein“, „Ich denke an Olga und Brenda“.

Wenigstens sie haben nicht vergessen, dass Zverev kein Held ist.

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Valérie Catil

Valérie Catil Gesellschaftsredakteurin

Redakteurin bei taz zwei, dem Ressort für Gesellschaft und Medien. Studierte Philosophie und Französisch in Berlin. Seit 2023 bei der taz.
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109 Kommentare

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  • Die Kommentatorin selbst beschreibt, dass es weder Beweise gibt noch eine klare Aufklärung dessen, was tatsächlich passiert ist. Die Unschuldsvermutung gilt für jedermann, auch für einen in der Öffentlichkeit stehenden Alexander Zverev.



    (Dies schreibe ich als Frau und Juristin)

  • Warum fällt mir bei solchen Artikeln immer folgende Textzeile ein? "Wenn ihr keine Antwort wisst, richtig ist was richtig ist!"

    Ich finde, dass solche Artikel der Sache eher einen Bärendienst erweisen und auch leider den rächten Idio+en in die Karten spielen.

  • Ich habe mal gelernt, dass man nur über Menschen urteilen soll, wenn man sie kennt und über Vorwürfe, wenn man deren Richtigkeit einschätzen kann.

    Ist aber wohl sehr aus der Mode gekommen.

    • @Dr. McSchreck:

      Gab es leider schon immer, wird nur immer offensichtlicher in „moderner“ von Medien geprägter Zeit. Man denke nur an Lynchmorde und Hexenverbrennungen.

    • @Dr. McSchreck:

      "Schätzen" ist vielleicht das Zauberwort hier. Vielen Menschen reicht eine Schätzung aus, um jemand Anderen abzuurteilen. Das Phänomen ist aber nun wirklich keine Modeerscheinung.

  • Im Gegensatz zu deutschen Medien befragte L’Équipe Sverev nach seinem Grand Slam Sieg zu den Vorwürfen häuslicher Gewalt. Zverev brach das Interview ab. L’Équipe vermeldete seinen Sieg klein auf der ersten Seite.



    Auch wenn Zverev, wie er gegenüber L’Équipe betonte, juristisch unschuldig ist, so hätte sich aufgrund seiner medialen Reichweite reflektiert und selbstkritisch mit dieser Thematik auseinandersetzen können. Zwei ehemalige Partnerinnen sehen es immerhin anders. Wer hier im "Recht" ist, hätte vermutlich auch kein Gericht klären können.



    L’Équipe machte diese Diskrepanz deutlich, bei der es nicht um rechtliche Schuld, sondern selbstkritisches Reflektionsvermögen geht, dass Sverev kein teures Anwaltteam abnehmen kann.

    • @Lindenberg:

      1. Worin besteht ein „Sieg“, wenn die Presse sich ihre Leserinnen mit unbewiesenen Skandälchen suchen muss?



      2. Ich würde auch aufstehen und gehen, wenn mein Gegenüber zum zigten Mal auf widersprochenen Behauptungen herum hackt.



      3. Worüber soll man selbstkritisch reflektieren, wenn man sich Rufmord gegenüber sieht?



      Was bin ich froh, dass ich (als Normalo) jegliche Darstellungen in Wort und Bild in (Un)Sozialen Medien vermeiden kann.

    • @Lindenberg:

      Nach dem mir bekannten Bericht hat L Equipe allerdings nicht nach den Vorwürfen gefragt, sondern danach, dass er sich diesen Vorwürfen zum Teil weiter ausgesetzt sieht. Er sagte darauf, dass das nicht in seiner Macht steht - womit er Recht hat. Als dann weiter nachgefragt wurde, hat er das Interview beendet, was ich ebenfalls nachvollziehen kann.

  • Wieder einmal wird hier in den Kommentaren der gute alte Herr Kachelmann als Paradebeispiel fuer luegende Frauen aus der Kiste gekramt (was wuerde man(n) nur ohne ihn machen?)

    Dass auf der anderen Seite taeglich zahllose Frauen und Kinder Opfer von sexueller/haeuslicher Gewalt werden die von Maennern ausgeuebt wird, scheint wenig zu interessieren. Selbstschutz scheint halt immer wichtiger zu sein als Frauen und Kinder vor maennlicher Gewalt zu schuetzen.

    • @NovaBel:

      Oh nein, das ergreift, empört und beschäftigt sehr. Aber man sollte darauf sein Augenmerk darauf richten statt auf nebulöse Phantasien.

    • @NovaBel:

      Kachelmann ist eben ein prominentes Beispiel wo es bewiesen ist. Aber es gibt mehr. Natürlich gibt es viel mehr Frauen die Opfer sind. Aber darum geht es auch hier nicht. Es geht darum, dass nicht bewiesene Anschuldigungen als Tatsachen dargestellt werden. Und das ist eben über Rechtsstaat.



      Ich Frage mich ob die Leute genauso "einseitig" bei Mord Vorwürfen reagieren würden.

    • @NovaBel:

      Tja… ist halt ein prominentes Beispiel. Es bestreitet niemand dass täglich Frauen und Kinder Opfer von sexueller/häuslicher Gewalt werden, die von Männern ausgeübt werden. Dass aber immer wieder ausschließlich diese Konstellation dazu instrumentalisiert wird, Männer pauschal zu Tätern und Frauen und Kinder pauschal zu Opfern zu machen, spielt eben auch enorm mit rein, dass sich viele dagegen stemmen. Ich solidarisiere mich mit jeder Person, die Opfer von Gewalt durch eine andere Person wird, und zwar aufgrund der Tat, nicht aufgrund des Geschlechts oder Alters. Es gibt auch Kinder, die zu grausamen mördern werden, ebenso wie Frauen, und es gibt selbstverständlich auch Männer, die zum Opfer von sexualisierte/häuslicher Gewalt werden. Die Tat ist in jedem Fall gleich schlimm. Und statistische Häufungen sagen halt überhaupt gar nichts über einen Einzelfall aus. Das hat dann nichts mit „interessiert nicht“ zu tun, sondern viel mehr mit „hat für diesen einzelnen Fall keine Relevanz“, denn es zählt ja nur, ob DIESE EINE Person was getan hat, und nicht was statistisch gesehen viele andere getan haben

      • @Julius Clormann:

        "Die Tat ist in jedem Fall gleich schlimm."

        Nein. Es kommt immer drauf an. Ich war als Mann selbst Opfer körperlicher Gewalt durch eine Partnerin. Ich war körperlich deutlich stärker und hätte mich jederzeit wehren können. Und ich war finanziell nicht abhängig, nur emotional. Anders herum wäre es deutlich schlimmer gewesen.



        .



        Und Taten durch Kinder werden auch aus gutem Grund nicht so bestraft, wie die von Erwachsenen.



        .



        Jeder Vorfall ist individuell und mal mehr mal weniger schlimm.

  • Dieser Kommentar ist umso wichtiger, weiler über den Sport hinaus weist: Es ist nicht unser Sacha, aber im Patriarchat sollen sich die Frauen mir ihrer Nation identifizieren, was dem Patriarchat insgesamt hilft, das wir keinerlei pointierte feministische Analysen mehr zur allgemeinen Situation hören, weil die Frauen sich nicht - wie früher international gegen den Krieg als patriarchalisierung der Gesellschaften hin zu autoritären Kriegsmaschinen solidarisieren: Netaynyahu und die Mullahs machen endlos Krieg, gegeneinander aber sie verstärken ihre patriarchal-autoritäre Herrschaft dadurch gegenseitig und das Selbe gilt für Trumps christliche Krieger gegen die Mullahs oder gegen Putins patriarchal - autoritäre Kriegsherrschaft. Die patriarchale Gewalt wird ständig normalisiert und das liegt leider auch daran, dass die Frauen sich nicht wehren und sich dem zusammen entgegen stellen. Putin hat der Solidarisierung der Soldatenmütter gegen den Krieg diese Mal mit den Vertragsverhältnissen + hohem Sold gezielt entgegen gewirkt, denn in den 80gern half die Frauensolidarität gegen patriarchale Gewalt & Kriegshrrschaft noch und das war auch gut für alle Männer. Jeztt scheint es schwieriger!

    • @R.L.:

      Ihren Bogen kann ich nicht nachvollziehen.

      Das Pateiarchat gab es schon lange, bevor es die Idee einer Nation gab.

      Gerade in Gegenden, wo nationale Identitäten nicht so die Rolle spielen, blüht das Patriarchat hervorragend.

      Was Netanjahus Regierung herausragend " patriarchal" sein soll, müssten Sie erklären.

      In Israel gilt Wehrpflicht auch für Frauen.

      Putin habe der Solidarisierung "entgegengewirkt", ist ein schöner Euphemis.

      Im Prinzip hat er sie nach Ihrer Lesart gekauft.

      Mit der Solidarisierung der Mütter und Ehefrauen scheint es nicht weit her zu sein.

      Und wo hat in den 80ern Frauensolidarität Krieg verhindert?

  • Vielen Dank für den wichtigen Kommentar, genau so sehe ich es auch! Alle die hier Kachelmann anführen um den Kommentar zu kritisieren: Er will nicht als "Beispiel" dienen. Zitat x-Post vom 21.3.26 von Jörg Kachelmann: "Für mich ist es bestürzend, so oft meinen Namen unter Postings zu #Ulmen zu lesen und gegen meinen Willen als lebender Beleg dafür herzuhalten, dass es Falschbeschuldigungen gibt.



    Ich lehne das ab und fordere Sie dazu auf, allen Frauen mit Respekt zu begegnen, die sexualisierte und andere Gewalt anzeigen. Es ist zwar für mich einerseits positiv, dass bei vielen Menschen angekommen ist, dass ich Opfer einer Falschbeschuldigung wurde. Dass ich aber dadurch grundsätzlich und in jedem Fall zu einem argumentativen Hindernis gemacht werden soll, wenn Frauen Gewalterfahrungen anzeigen und diese unter einen Generalverdacht gestellt werden, dass es "womöglich wie beim Kachelmann" war, ist abseitig und falsch.



    Meine Solidarität gilt immer den Opfern, wo sie auch immer sind. Was mir passiert ist, lässt sich nicht verallgemeinern. Lassen Sie mich raus.



    Danke." Er zeigt eine differenziertere und anständigere Haltung als viele hier im Forum und das nicht erst seit dem Fall Ulmen

    • @Schnauzerle:

      Ob Kachelmann „anständig“ ist, vermag ich nicht beurteilen. Sein gleichzeitiger Umgang mit mehreren Partnerinnen war rechtlich sicher einwandfrei, aber anständig dann doch nicht. Aber so sind die Menschen.

      Das gilt eben auch für Ulmen und Zwerev, das Recht allein ist nur ein Teil der Sache.



      Was machen, wenn im Fall Ulmen/Fernandez am Ende auch Ulmens Unschuld festgestellt wird? So ganz ausgeschlossen ist diese nicht und sei es auch nur, dass für einen Teil der Vorwürfe der Frau Fernández ein Einvernehmen nachgewiesen wird.

      Nein. Man sollte seinen Vorurteilen gegenüber prominenten Männern besser nicht freien Lauf lassen. Andererseits ist das Leben nicht einfach schwarz-weiß.

  • Ich verstehe das "me too" Problem! Menschen, wie Weinmann, müssen klar benannt und thematisiert werden. Aber der "Fall Zverev" zeigt, dass sich die Diskussion zwischenzeitlich verselbständigt hat. Ist der Autorin bewusst, wie einfach es ist, Menschen zu entwürdigen?



    Haben Sie aus dem "Fall Kachelmann" gar nichts gelernt?! Herr Kachelmann muss sich noch heute gegen üble Nachrede und Verdächtigungen verteidigen - es könnte ja doch was dran gewesen sein, Rauch und Feuer und so - obgleich das Gericht eindeutig auf "nicht schuldig" erkannt hat!?



    Die Verurteilung durch die Medien ist einfach und nachhaltig - und wehren kann man sich kaum dagegen. Es sollte daher der Anspruch kritischer Medien sein, von Tatsachen zu berichten - und nicht von "könnte doch sein"!

  • Danke, Frau Catil, für diesen Beitrag!

    Sie zeigen Mut und ernten nun leider den misogynen Shistorm, der zu erwarten war.

    Bleiben Sie mutig, wir brauchen solche Stimmen!

    • @BoLuz:

      Da kann ich mich nur anschließen, genauso sehe ich es auch!

  • Ich finde es richtig, dass im Feminismus die Ausrede und Verharmlosung nicht gilt, dass der Mensch vom Künstler (oder Sportler) getrennt betrachtet werden soll. Die Autorin hat völlig recht, schnell werden die Opfer vergessen und stattdessen werden die Täter gefeiert.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Generell stimme ich der Aussage zu, jedoch wurde hier weder die Opfer- noch die Täterschaft gerichtlich festgestellt. Ich möchte nur nochmal an den Fall Kachelmann erinnern.

      • @beratungsstellenmitarbeiter:

        Ja, deswegen wurde er zu keiner Strafe verurteilt. Gleichwohl kann die Presse über sein Verhalten berichten.

  • Ich dachte der Fall Gelbhaar hätte auch der berliner bubble gezeigt, dass man Menschen nicht kategorisch glauben sollten, nur weil sie ein bestimmtes Geschlechtssteil zwischen den Beinen haben. Falsch gedacht.

  • Das eigentliche Problem ist doch, dass bei Gewaltvorwürfen außergerichtliche Einigungen möglich sind.

    Gäbe es ein Urteil, könnten wir und sie Diskussion sparen. So ist einfach nicht klar, was passiert ist.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Dass so ein "plea bargain" grundsätzlich möglich ist, kann man schon unterstützen. Aber er sollte auf Fälle beschränkt sein, wo die Fortführung des Prozesses keinem Beteiligten nutzt - einschließlich der Staatsanwaltschaft und ihrem generellen Auftrag. Das kann zum Beispiel gelten, wenn Angeklagter und Nebenkläger sich gütlich einigen UND die Beweislage so wackelig ist, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich wird, eventuell auch gerade DURCH diese Einigung - hier z. B. war die belastende Aussage der Nebenklägerin ja wohl auch das einzige Beweismittel der Anklage. Wenn das hier so ein Fall war (was von außen nur schwer zu beurteilen ist), dann geht die Einstellung in Ordnung.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Es ist einfach sehr oft im Leben nicht klar, was passiert ist, das werden Sie - je nach Alter - noch häufig erleben oder haben es vielleicht auch schon sehr oft erlebt.

      Das Problem ist, wenn Leute dann trotzdem meinen, aufgrund von Wahrscheinlichkeiten oder Gruppenzugehörigkeiten sich ein Urteil bilden zu können.

      • @Dr. McSchreck:

        Ein Gerichtsverfahren würde jedenfalls über gegenseitige Erklärungen und Beschuldigungen hinausgehen. Wunder kann es nicht verbringen, aber jetzt befinden wir uns im Bereich von Glauben und Spekulation.

        Dazu kommt natürlich, dass sich dann niemand so einfach mit Geld aus der Affäre ziehen kann...

  • Da können die Medien noch so oft berichten, dass die Zahlen von Gewalt gegen Frauen alarmierend steigen - in diesem Forum leugnen die Männer (und wohl auch einige Frauen) tapfer, dass Zverev möglicherweise zwei Frauen Gewalt angetan hat.



    Aber warum, sollte ein Mann 200.000 € an eine Frau zahlen, wenn er ohne Schuld ist? Dieses Leugnen ist Teil der strukturellen Gewalt durch Männer an Frauen!

    • @Il_Leopardo:

      Weil ein Hauptsachenverfahren



      a) belastend für den Angeklagten ist.



      b) Öffentlich über seine Beziehung, die Straftaten usw. gesprochen wird.

      Außerdem steht der Typ in der Öffentlichkeit und wird nicht ganz unerhebliche Einnahmen aus Werbedeals generieren. Da macht sich ein Strafverfahren nicht so gut. Im Zweifel ist es einfach günstiger 200.000 Euro zu zahlen und die Sache. auf sich beruhen zu lassen.

    • @Il_Leopardo:

      Hat er nicht - der Vergleich mit der Frau ist weitgehend unbekannt. Jedenfalls darf sie die Behauptung nicht mehr wiederholen.

      Was bekannt ist: 150.000 Euro an die Staatsanwaltschaft, 50.000 Euro an den Sammelfonds. Einstellung nach § 153a StPO. In der juristischen Praxis zeigt die Zustimmung zu einer Einstellung nach § 153a StPO eher das Gegenteil: Es gab erhebliche Unsicherheiten auf beiden Seiten. Vielleicht gab es eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen beiden (sie also nicht ganz "unschuldig" ist) - dann wird es schwierig, ihm ans Leder zu gehen. Ausgeschlossen ist es aber nicht.

      Und wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre und unschuldig - oder es gar tatsächlich körperlich wurde - und das Geld verschmerzen könnte - lieber zahlen und das unangenehme Verfahren beenden, statt noch Monate oder Jahre durch den Kakao gezogen zu werden.

      • @Peter Rabe:

        Und dann gibt es auch noch eine Tochter. Da gibt es sicher auch Beziehungsaspekte zu berücksichtigen.

    • @Il_Leopardo:

      Das entscheidene Wort ist "möglicherweise". Aufgrund der Einstellung des Verfahrens ist eher von keiner Täterschaft auszugehen und es besteht die Unschuldsvermutung.

      Die 200.000,00 € gingen übrigens an die Staatskasse und gemeinnützige Organsisationen, nicht "an eine Frau" . Die Höhe hängt mit dem nicht unerheblichem Einkommen von Herrn Zverev zusammen. Sie (und ich) hätten wahrscheinlich 500,00 € gezahlt.

      • @Mohr Christoph:

        Nein das ist völlig falsch. Es besteht keine Unschuldsvermutuing sondern die Schuld wird als gering angesehen. Einem Unschuldigen datrf man keine Gelauflage verhängen. Wer unschuldig ist muss freigesprochen werden. Aber Herr Zverev mus zwingend der Einstellung wegen geringer Schuld zugestimt haben. Ohne die geht es nicht.

        www.sueddeutsche.d...schuldig-1.6312425



        "Die Anwendung des Paragrafen 153a Strafprozessordnung" - sprich: das Kassieren einer Geldauflage - "gegenüber einem möglicherweise Unschuldigen ist untersagt."

    • @Il_Leopardo:

      Die meisten leugnen nicht, was MÖGLICHERWEISE passiert ist, sie widersprechen nur Darstellungen, dass es auf jeden Fall so passiert IST. Würde das einfach mit der angebrachten differenziertheit besprochen werden, gäbe es viel weniger Gegenwind.



      Es gibt viele mögliche Gründe, warum man bereit ist Geld zu zahlen obwohl man unschuldig ist. Prozesskosten könnten schnell teurer werden selbst wenn man am Ende recht bekommt, auch unschuldig kann man schuldig gesprochen werden (ebenso wie umgekehrt), man spart Zeit und Nerven (ein gerichtlicher Prozess kostet von beidem sehr viel), geschäftliche Beziehungen können leiden und somit hoher finanzieller Schaden entstehen (Sponsoren), zudem enthalten Vergleiche häufig Vertraulichkeitsklauseln - ohne die können Dinge an die Öffentlichkeit kommen, die man dort nicht haben will, auch solche die nichts über Schuld und Unschuld aussagen. Ein Vergleich ist definitiv nicht notwendigerweise ein Hinweis auf Schuld

    • @Il_Leopardo:

      Hat er nicht. Die 200000 Euro gingen als Auflage zur Einstellung an die Staatskasse. Sozusagen eine indirekte Reichensteuer mit Hilfe der Strafprozessordnung. Wer könnte dagegen etwas haben?

    • @Il_Leopardo:

      Genau so ist es!

  • Ja, es gibt eben auch eine Ebene im Umgang miteinander, die nicht immer durch Gerichte legitimiert oder sanktioniert werden muss. Wo kämen wir denn sonst hin.



    Natürlich kann es auch falsche Anschuldigungen geben aber ein Indiz ist ja, das es die Vorwürfe nur in Einzelfällen und dann auch noch gehäuft auftauchen.



    Jeder Mann sollte mal vor seiner Tür „kehren“; auch mir ist mal die „Hand ausgerutscht“ und ich habe es sehr bereut und mich auch entschuldigt. Es war für mich alles ein absolutes Warnzeichen. Wenn die Frau juristisch oder anderweitig dagegen vorgegangen wäre, hätte ich mich sofort dazu bekannt und nicht meine Anwälte losgeschickt.

    • @Kay Brockmann:

      "Jeder Mann sollte mal vor seiner Tür „kehren“; auch mir ist mal die „Hand ausgerutscht“"

      Niemand "rutscht mal die Hand aus".

      • @Kaboom:

        Danke! Zumal gerade dieses "Hand ausrutschen" ja das weitaus größere Problem ist. Die Fälle in denen der Mann seine Partnerin systematisch züchtig, weil im was auch immer nicht passt dürften deutlich seltener auftreten, als irgendwelche Ausrastet.

    • @Kay Brockmann:

      Mir ist zwar nie die Hand ausgerutscht (sagen wir nach meiner Kindheit, als kleiner Bruder habe ich schon auch mal meine Schwester gehauen und umgekehrt, als wir noch klein waren), aber auch ich würde dazu stehen. Anwälte… ja doch klar, im Fall es wird juristisch vorgegangen wäre es fahrlässig, sich da nicht beraten zu lassen, allerdings würde auch ich dazu stehen und das sauber abgewickelt haben wollen. Jetzt in deinem Fall: du würdest aber schon die Anwälte losschicken, wenn du zu Unrecht angeklagt würdest, oder?

  • Es ist eingeübte Praxis von Reichen und Mächtigen Prozesse mit Geldzahlung zu verhindern. Bei Banken und Versicherungen käme niemand auf die Idee dann von Unschuld auszugehen, denn es gehört zum Geschäftsmodell.



    Bei Herrn Zverev blicken viele Kommentatoren darüber hinweg, verurteilen die beteiligten Frauen, erfinden schon mal neue "Fakten" (Unschuldsvermutung im Journalismus?) und verkaufen ihre Lieblingsmeinungen als Tatsachen.



    Da braucht es dann auch so faktenbasierte Meinungsbeiträge, wie den von Frau Catil. Vielleicht einfach mal zuhören?

    • @Christian Lange:

      Ich höre Frau Catil zu und ich höre nur Geraune.

      Ich habe keinen Schimmer, was Zverev mit seinen Freundinnen gemacht hat.

      Frau Catil aber auch nicht.

      Wenn Parteien sich außergerichtlich einigen, sollte man das respektieren.

      Vielleicht hat die Exfreundin viel Geld rübergeschoben bekommen.

      Wenn sie sagt: " Schwamm drüber.", sollte das für Außenstehende auch so sein.

      Erst recht, wenn die Außenstehende nicht wissen, was war.

    • @Christian Lange:

      "Da braucht es dann auch so faktenbasierte Meinungsbeiträge, wie den von Frau Catil"

      "Faktenbasiert" heißt auf Grundlage von belegbaren Tatsachen. Die Autorin fällt ihr Urteil auschließlich auf der Basis von Vermutungen und Behauptungen. Dass es Fehlurteile gibt und sich reiche Personen auch schon gerechten Urteien entzogen haben und Frauen vor Gericht auch schon Unrecht erlitten haben, ist in keinster Weise ein Beleg dafür, dass Zeverev schuldig ist. Das ist genauso einseitig spekulativ, wie die Behauptung, die Frauen hätten das erfunden.



      So wenig ich in einer Gesellschaft leben möchte, wo wohlhabende Männer Frauen mißhandeln und damit durchkommen können, will ich in einer Gesellschaft leben, wo Gerichtsurteile aufgrund des Geschlechts prinzipiell nicht anerkannt werden und Menschen einfach so zu Tätern erklärt werden. Beides ist falsch. Und das gibts auch nichts "zuzuhören".

    • @Christian Lange:

      "Unschuldsvermutung im Journalismus?"

      Echt jetzt? Stellen Sie das ernsthaft in Frage? Dann machen Sie sich doch bitte mit Ziffer 13 des Pressecodexes vertraut; siehe www.presserat.de/pressekodex.html.

      Es braucht demnach keine "Erinnerungsarbeit", wenn sich öffentlich erhobene Anschuldigungen nicht erwiesen haben und es keine rechtskräftige Verurteilung gibt. Ansonsten gilt der Grundsatz "Schuldig bis die Unschuld erwiesen ist". Das kann es wohl nicht sein.

      • @DiMa:

        Gegen eine Unschuldigen darf ein Gericht keine Geldauflagen verhängen. Bei Unschuldigen muss ein Freispruch erfolgen. Das Verfahren wurde wegen geringer Schuld eingestellt. Mit Einverständnis von Herrn Zverev und Zahlung von 200000 €. Schauen Sie lieber mal ins Gesetzbuch anstatt in den Pressecodex.

        www.sueddeutsche.d...schuldig-1.6312425



        "Die Anwendung des Paragrafen 153a Strafprozessordnung" - sprich: das Kassieren einer Geldauflage - "gegenüber einem möglicherweise Unschuldigen ist untersagt."

    • @Christian Lange:

      Faktenbasiert ist zwar der Bericht über den Ausgang der Prozesse. Aber der Schluss, dass Zverev zu unkritsch für seine sportlichen Leistungen gelobt werde, hat mit Fakten wenig zu tun, denn er basiert auf der Unterstellung, dass Zverev "eigentlich" zu verurteilen gewesen wäre und die Unschuldsvermutung nicht "verdient".

  • Also dieser Tennisspieler hat sich 2x durch Zahlungen der richterlichen Beurteilung entzogen. Wenn er jetzt als Rassist oder Antisemit bekannt wäre und nicht als Frauenschläger, würde das Forum dann anders reagieren?



    Und wer interessiert sich eigentlich für Tennis?

    • @KnorkeM:

      Wo genau steht das: "Also dieser Tennisspieler hat sich 2x durch Zahlungen der richterlichen Beurteilung entzogen." 🤔

    • @KnorkeM:

      Ja, es sollte mehr über Tennis gehen, er ist ja im Hauptberuf Tennisspieler.



      Die Einstellung des Verfahrens (es war nur eins) ist auf Vorschlag des Gerichts erfolgt, und alle Seiten haben einvernehmlich zugestimmt - Beklagter, Staatsanwaltschaft und die Seite, die die Anzeige gestellt hat. Deshalb ist der Mann mitnichten "als Frauenschläger bekannt".

  • Kurz noch ein Kommentar zu den „Aber es gibt ja auch Frauen, die erfinden das…“-Kommentaren.



    Ich dachte mir das auch immer und diese Menschen, die die öffentliche Position als Hebel benutzen um einen finanziellen Vorteil zu gewinnen gibt es. Aber es sind statistisch sehr wenige, unter 5%.



    Ich verstehe die empörten Reaktionen der meisten hier weil ich sie häufig auch empfinde. Aber statistisch gibt es keine Gründe für diese Empörung.



    Vielleicht sollten wir uns fragen warum wir uns so aufregen wenn uns jemand ein strukturelles Problem aufzeigt? Sind das emotional nicht gesehen ähnliche Muster wie bei AfD wählenden Menschen? Nämlich Überforderung mit der impliziten Aufforderung dann jetzt bitte auch was zu ändern, weil wir ja Teil des Problems seien. Und innerlich meinen wir uns entscheiden zu müssen wo wir stehen. Und da wir alle keine Kraft mehr haben bei all den Veränderungen verleumden wir lieber, die Menschen die die Ungerechtigkeit anprangern als die Ursachen?



    Vielleicht gibt es aber auch eine Mitte. Wir können den Status quo, die Ungerechtigkeit anerkennen, unseren Teil daran auch, aber dürfen uns trotzdem auch noch als Menschen mit Fehlern anerkennen.

    • @Angst Hase:

      Ich versuche mal einen erklärungsansatz. Die Empörung rührt daher, dass statistische Häufungen keineswegs ein Urteil in einem Einzelfall zulassen. Ebensowenig wie strukturelle Probleme auf einem Einzelfall ausgetragen werden dürfen. Bei Ulmen das gleiche: die Empörung ist absolut berechtigt, wenn sie sich gegen die im Raum stehenden vorgeworfenen Taten bezieht - auf die Person bezogen ist die es bis zum Beweis seiner Schuld nicht. Die meisten verwechseln an der Stelle glauben und wissen. Ich persönlich glaube Collien, so sehr ich Ulmen vorher hoch geschätzt habe. Das berechtigt mich aber nicht, ihn schuldig zu nennen.



      Die ganzen Debatten und Diskussionen verlagern sich ständig auf Begleitumstände, nicht auf die eigentlichen Probleme. Verurteilt werden „Männer“, Opfer sind „Frauen“. Beides statistische Häufungen (wohlgemerkt ipferswitig nur im häuslichen Bereich), keins von beiden rechtfertigt eine pauschalisierung und auch keine Täter-Opfer-Zuordnung in einem individuellen Fall. Dieser Unterschied wird aber zunehmend nicht mehr gemacht und sorgt damit für eine gewisse Unschärfe - begleitet von struktureller Ungerechtigkeit.

    • @Angst Hase:

      Wo kann man diese Statistik einsehen?

      • @AliceMirrow:

        Es gibt keine Statistik über falsche Anschuldigungen,explizit für Häusliche Gewalt.



        .



        Expert:innen gehen jedoch von dem selben % aus, wie bei sexueller Gewalt. Also niedrig 1stellig.

        • @sociajizzm:

          Wo kommen denn die 1 Prozent? Würfeln die Expert:innen?

  • Ja, diesen Kontext sollte definitiv miteinbezogen werden, wenn Zverev gefeiert wird. Jetzt kommt leider das Aber: Es könnte auch sein, dass diese Vorwürfe auch Lügen bzw. Unterstellungen sind. Solche Fälle sind ja auch bekannt. Sie als Journalistin sind zu parteiisch. Das macht Sie unzuverlässig.



    Es gibt da noch ein anderen Aspekt, der selten vorkommt: der traumatisierte Mann. Ich weiß, was das mit einem macht, wenn man der Frau glaubt und nicht dem Mann....

  • Der zentrale Passus des Textes lautet: "Juristisch gilt Zverev als unschuldig. Ein richterliches Urteil gab es in beiden Fällen jedoch nicht – einmal, weil ein Prozess nie stattfand, einmal, weil der Prozess eingestellt wurde. Dass sich gerade Frauen über diesen Grand-Slam-Sieg deshalb nicht freuen können, ist verständlich. Dass die Presse dagegen mitjubelt, ist es nicht."

    Leider verstehe ich nicht, was die Autorin damit sagen will: Ist für sie das Problem, dass "einmal [...] ein Prozess nie stattfand"? Ist es, dass ein zweiter Prozess eingestellt wurde? Ist es der allerdings nur impilizit gemachte Punkt, dass Zwerev nicht verurteilt wurde? Sind es gar fundamentale Zweifel am Rechtssystem, das im ersten Fall nicht zu einem Prozess und im zweiten zu dessen Einstellung geführt hat? Müssen/sollen/dürfen (alle?!) Frauen sich deshalb genauso wie die Autorin nicht über/mit Zwerev freuen? Warum?



    Ich finde, der Text hat hier leider gleich ein paar Leerstellen zuviel.

  • Problematisch, aus nicht bewiesenen Vorwürfen eine Verurteilung einer Person zu konstruieren, zusammengeraunt.



    Ich habe keine Meinung zu Zverev, aber seine Schuld muss bewiesen werden. Erst dann sind Vorwürfe und Mitleid mit den Opfer plausibel. Solange das nicht der Fall ist gilt die Unschuldsvermutung, diese muss auch für die öffentliche Meinung gelten.

    • @FtznFrtz:

      Eben nicht!

      Die Unschuldsvermutung gilt im Strafverfahren, nicht aber abseits des Gerichtssaals. Auch eine Verdachtsberichterstaatung ist zulässig.

    • @FtznFrtz:

      Sehr guter Kommentar, danke

  • Ob das Verfahren wegen mangels an Beweisen eingestellt wurde ist für Prominente und auch normale Menschen zweitrangig. Das bleibt immer kleben. Man schaue nur auf Kachelmann.



    Es gibt natürlich solche Vorfälle bei Prominenten. Sie sind "auch nur Menschen".



    Nur sollte man sich hüten ohne Urteil trotzdem mit dem Finger zu zeigen. Bei Mord würde es doch auch niemand machen.

  • Hat die Autorin mit beiden Frauen persönlich gesprochen und sich die Anschuldigungen bestätigen lassen?



    Wenn nicht, dann ist der Artikel nicht mehr als das, was darübersteht: ein Kommentar, also eine Einzelmeinung.

  • Sehr geehrte Frau Catil. Sie wissen nicht was zwischen Sascha Zverev und Brenda Patea passiert ist! Das wissen nur die beiden. Und genau die haben eine außergerichtliche Einigung geschlossen. Das Verfahren gegen Zverev wurde eingestellt. Das wollen Sie offenbar nicht wahrhaben. Mit Ihrem Artikel vermitteln Sie den Eindruck, dass die Einstellung des Verfahrens zu Unrecht geschehen sei, dass Zverev doch schuldig sei. Das steht Ihnen aus meiner Sicht nicht zu. Schade, dass die TAZ solch eine tendenziöse und letztlich unsachliche Kommentierung zulässt. Man darf sich Ihrer Meinung nach nicht für und mit jemandem freuen, der vor Gericht stand? Sie haben aus meiner Sicht den Sinn und Zweck der Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung nicht verstanden. Dass ein im Raum stehender Vorwurf nicht weiter verfolgt wird, war im Sinne aller Beteiligten und der Staatsanwaltschaft. Sie aber wollen den Vorwurf aufrechterhalten. Die Unschuldsvermutung gibt es für Sie nicht. Für Sie ist Zverev ein Straftäter, der leider nicht bestraft wurde. Ihr Text ignoriert zudem völlig, dass auch viele Frauen sich mit und für Sascha Zverev freuen, weil er großartiges Tennis gezeigt hat.

    • @Michael Suttner:

      Danke, Michael, es ist dem nichts hinzuzufügen

    • @Michael Suttner:

      Oder, wie sonst so üblich, wurden die Frauen solange unter Druck gesetzt bis sie nachgeben mussten. Wenn ein Mann gleicg würgt, hat er bewiesen, dass er bereit ist zu morden. Vor allem sollte es IMMER zu denken geben, wenn sich Vorwürfe durch unterschiedliche Personen wiederholen.

      • @Tuff:

        Sie kennen schon den Unterschied zwischen Mord und Affekt oder?



        Und dann gibt es noch die Provokation..



        Und sagen Sie nicht dass Sie ein Mensch sind der nie aggressiv werden könnte....

      • @Tuff:

        Auch Beschuldiger/innen dienen manchmal als Vorbild oder Ideengeber/innen.

    • @Michael Suttner:

      So ist es! Auch als Frau muss ich nicht der „Boulevard-Blindheit“ verfallen.

  • Und Sie sollten nicht jede Behauptung als Gewissheit nehmen. Nicht jede aufgestellte Behauptung ist Wahrheit. (Sie waren nicht dabei)! Finanziell über die Maßen gut gestellte Prominente eignen sich auch hervorragend als Ziel von Verleumdungen bzw. sich im Fall einer (nicht erstrebten) Trennung schadlos zu halten. Frauen sind nicht per se ohne Versuchungen. (Mir fallen da durchaus Beispiele ein). Und das sage ich als Frau.



    Und ich freue mich als Frau über Zverevs GS-Sieg, auch wenn er nicht mein Sohn/Enkel Sascha ist.

    • @snowgoose:

      Bei Spitzensportlern und anderen Hochleistungsträgern verdienen immer viele Menschen mit. Das führt dazu, dass Täter geschützt werden.

      Das ist nur einer der Gründe, warum es zur Täter-Opfer-Umkehr kommt.

      Im heutigen Tagesspiegel können Sie einen Artikel lesen, dass Schülerinnen, die von Lehrern vergewaltigt werden, von Schulleitungen vor den Bus geworfen werden, ihnen also nicht geglaubt wird und die Täter geschützt werden. Es könnte ja ein schlechtes Licht auf die Schule werfen.

      Täter, die nicht gestoppt werden, machen weiter. Wer Täter schützt, macht sich mitschuldig.

      • @BoLuz:

        Nur beantwortet das nicht die Frage: War Zerev Täter?

  • Schade.



    Eine moralische Verurteilung ohne Beweise ist eigentlich der taz unwürdig und Methode von Populistennetzwerken mit unbelegten Vorwürfen und dem Nichtaussprechen von Dingen aber Nutzer trotzdem in die gewünschte Richtung zu leiten.

    Beide Prozesse sind ohne Verurteilung zuende und die letztere hat lieber Geld statt einem Urteil genommen. Und dabei steht noch nicht mal fest, In welche Richtung es gegangen wäre.

    Damit halte ich den Artikel für gewagt, wo die taz sonst wirklich gute schreiben kann.

    • @Nuklon:

      Leider ist auch die TAZ fehlbar, da arbeiten auch nur Menschen. Vielleicht hat eigene Gewalterfahrung den Blick der Verfasserin getrübt und niemand gegen gelesen.



      Bitte besser machen!

  • Wo Rauch ist, ist auch Feuer.



    Zitat Wikipedia: "Im Jahr 2023 wurde Zverev auch von Patea der Körperverletzung beschuldigt. Den Vorwurf wies er „komplett zurück“. Nachdem er gegen einen Strafbefehl in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 5000 Euro Einspruch eingelegt hatte, kam es im Jahr 2024 wegen des Vorwurfs der Körperverletzung zum Prozess, der gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 200.000 Euro eingestellt wurde."

    • @Il_Leopardo:

      Des ist weniger als die Hälfte vom Strafbefehl. Weiß ned, ob mer in D Erfolgshonorar kriegt als Anwalt...

    • @Il_Leopardo:

      Übrigens gibt es auch Rauch ohne Feuer.

    • @Il_Leopardo:

      Das Zitat von Teilfakten macht unbewiesene Verdächtigungen nicht wahrer.

    • @Il_Leopardo:

      Was ist für Sie Rauch? Zählen unbewiesene Vorwürfe dazu? Gilt diese volkstümliche Redensart auch für Sie? Reicht ein Vorwurf (oder auch zwei), um Sie gesellschaftlich zu brandmarken? Wenn Sie in so einer Gesellschaft leben wollen, vermissen offenbar die "gute alte Zeit", in der der Lynchmob noch das Sagen hatte.

  • Er ist unschuldig und daher ist das ganze Theater völlig überflüssig.

    • @Tom T.:

      Beweis es.

      • @Tuff:

        Man muss Schuld beweisen, nicht Unschuld.

  • Wahrscheinlich tritt bei diesem wortgewaltigen "Shitstorm" irgendwann doch eine(r) aus der professionellen Riege und Liga der renommierten Medien-Anwält*innen auf.



    Ich bin äußerst gespannt, was dann passiert und rauskommt.



    Namen kennen wir alle...



    (Casablanca: Die üblichen Verdächtigen)

  • Was hat das eine mit dem anderen zu tun?



    Oder auf die Spitze getrieben: Angenommen ein verurteilter Verbrecher erringt nach seiner Strafe einen großen sportlichen Erfolg. Weshalb sollte er nicht gefeiert werden?

    • @Frauke Z:

      Wenn jemand würgt, dann ist er bereit zu töten. Und er ist straflos davongekommen, also hat er diesbezüglich Nichts gelernt; weil keine Konsequenzen. Frauen müssen über gefährliche Männer sprechen, sonst ist die nächste tot.

      • @Tuff:

        im Wort „Rufmord“ steckt das Wort „ Mord“ nicht zufällig.

  • "Juristisch gilt Zverev als unschuldig."

    Die Unschuldsvermutung gilt auch im Journalismus! Den Hinweis auf den Pressecodex ersparen ich mir dieses mal.

  • Es ist überall das Gleiche. Wer sich oben befindet, dem wird verziehen. Wenn viel Geld durch Werbung damit verbunden ist sowieso. Und wer sich in den Netzwerken der Elite tummelt, beeinflusst die Medien. Das zeigen die Epstein-Files.

    Aber der Tennis-Hype und besonders der Fußball-Hype an sich empfinde ich mittlerweile als unerträglich.



    "Unsere Jungs". Da kriege ich Ausschlag.

    • @Manzdi:

      Wenn Zerev ein niemand wäre, wüsste nur ein kleines Umfeld von dem Vorwurf. Verziehen (was eigentlich genau, man weiß ja nichts genaues) wird ihm nichts. Nein, es wird die Geschichte wieder auf das Tablett gebracht. Dem „kleinen Mann“ würde das nicht passieren. Da würde es keinen jucken.

    • @Manzdi:

      Dein gutes Recht. Ändert aber nichts daran, dass weder eine Schuld noch eine Unschuld öffentlich bekannt ist. Klar bieten Geld und Netzwerke Möglichkeiten, da etwas zu lenken, aber auch das macht ja nicht automatisch jeden mit den Mitteln schuldig. Man kann ja auch nicht einfach jeden mit Zugang zu Schusswaffen einen Mörder nennen, nur weil ihn dieser Umstand dazu befähigt, jemanden zu erschießen.

    • @Manzdi:

      Zustimmung.

  • Herzlichen Glückwunsch an Sascha Zverev für seine großartigen Leistung und dem verdienten Sieg in Paris!

  • Sollte Sascha Zverev jetzt in aller Öffentlichkeit grundsätzlich so behandelt werden, als sei er schuldig gesprochen worden?

    • @torrez:

      Es wird/wurde zu oft/zu lange verharmlost oder negiert, wie viele Männer ihre Macht/Kräfte missbrauchen. Das verführt leider manche Frauen zu vorschnellen Urteilen.



      Ich (als Frau) finde auch schlimm, was man Schwächeren antun kann, aber es gibt auch Verleumdungen aus Kalkül.

    • @torrez:

      Er sollte grundsätzlich in aller Öffentlichkeit die Wahrheit sagen und sich mindestens dafür entschuldigen.



      Widerliches Macho Gedöns. Gewürgt, das ist heftig, wirklich übel. Dann werden solche Typen noch gefeiert.... draußen ein Star und im Wohnzimmer zuschlagen.

      Das ausgerechnet das Bobele Becker sich zu Wort meldet wundert einen nun gar nicht.

      • @Andreas Flaig:

        Wahrheit sagen? Stimme ich zu! Entschuldigen? Nunja… da wir die Wahrheit nicht kennen, wissen wir nicht, ob es etwas zu entschuldigen gibt. Es steht ja durchaus auch die Möglichkeit im Raum, dass er längst die Wahrheit gesagt hat, als er die Vorwürfe abgestritten hat. Ich würde dir daher empfehlen, selbst etwas differenzierter aufzutreten - ich bin leider ziemlich sicher, dass du dich im Falle seiner Unschuld nicht entschuldigen würdest. Aber vermutlich werden wir es nie erfahren, ob er nun schuldig ist oder ausgenommen wurde.

      • @Andreas Flaig:

        Und dass die Anhänger von Schlagzeilen ungefiltert gierig nach Zielen ihres „Hatertums“ hecheln, soll meist nur die Unzulänglichkeit im eigenen Zusammenleben übertünchen.

    • @torrez:

      Er wird medial so behandelt, als habe das Gericht ihm Unschuld attestiert. Das ist ja ebenfalls nicht der Fall. Im Zweifel für den Angeklagten gilt vielleicht für Gerichtsverfahren, die Gesellschaft dürfte aber durchaus gerne moralisch urteilen über wiederholte mutmaßliche Gewalttäter, statt diese bedingungslos zu glorifizieren.

      • @la suegra:

        Das Gericht hat ihm weder Schuld noch Unschuld attestiert. Und auf welcher Basis soll man denn dann moralisch urteilen. Ich kenne die Wahrheit leider nicht, also kann ich mir auch kein Urteil erlauben.

      • @la suegra:

        Aber auch um moralisch zu urteilen, fehlt der wahre Sachverhalt. Bei Lindemann sehe ich das zB anders. Da steht fest, dass es ein System gab, dass im Frauen zuführt. Auch wenn das nicht strafbar ist, halte ich so ein System für moralisch verwerflich. Aber was steht vorliegend denn wirklich fest?

      • @la suegra:

        Auch die Gesellschaft müsste sich aber fragen, ob sie sich überhaupt ein Urteil erlauben kann. Das ist immer das Ding: man kann die Taten verurteilen, die als Vorwurf im Raum stehen, aber solange ihre Schuld nicht erwiesen ist, ist es äußerst fragwürdig, eine Person zu verurteilen. Genau das passiert aber: es wird dargestellt, als sei Sascha schuldig, was in gleichem Maße unberechtigt ist wie die Darstellung, er sei unschuldig. Wir wissen es schlicht nicht. Ich sehe in der Freude über einen sportlichen großen Erfolg allerdings auch keine glorifizierung, und bedingungslos schon gar nicht.

    • @torrez:

      Nein. Aber auf die strukturelle Gewalt gegen Frauen darf man hinweisen. Und auch, dass Täter häufig nicht als solche erkannt werden, weil das Rechtssystem häufig die Mächtigeren belohnt.



      Und man darf auch fragen warum Eurosport Beckers Aussagen nicht klarstellt.



      Und gleichzeitig darf ich mich über einen sportlichen Erfolg eines deutschen Staatsbürgers freuen. Selbst wenn die Vorwürfe wahr sind. Das macht ihn zu keinem Helden und überhöht ihn nicht. Aber es macht ihn zu einem guten Tennisspieler und den darf ich feiern

    • @torrez:

      Aus Sicht von Frau Catil bestimmt.

    • @torrez:

      Genau so verstehe ich den Artikel: wenn eine Frau Anschuldigungen erhebt, muss man ihr glauben, unabhängig von jeglicher Rechtsprechung.

  • Und was sagt Bobele zu seiner Falschaussage?



    Auch so ein gestrandeter Profisportler mit Ehe- und Familienproblemen. Ist es denn wirklich so schwer trotz notwendiger beruflicher Leistung auch partnerschaftlich und familieär mit beiden Beinen auf dem Teppich zu bleiben?



    Alles keine wirklichen Vorbilder, wie es so oft im Sport heissen mag, oder? Alles dreht sich nur ums Geld. Die Menschlichkeit bleibt auf der Strecke. Schade eigentlich. Zum Glück gibt es auch echte Profi- Sportler, die auch partnerschaftlich und familieär menschlich bleiben. Echte Profisportler eben.

    • @Sonnenhaus:

      Als „Nichtprominenter“ lebt man im Zustand der moralischen Glückseligkeit, nicht wahr? Ihre moralische Lebensweise kann ich nicht in Frage stellen, da Sie nicht das Ziel Boulevardpresse sind.

  • Ist ja ok, angesichts der Vorwürfe persönlich kein Fan von Zverev zu sein. Da kann jeder selbst entscheiden, wie man das handhabt. Zu verlangen, dass die Öffentlichkeit aufgrund der unbelegten Vorwürfe jetzt aber kritisch auf ihn blicken soll und der Sieg nicht gefeiert werden sollte, finde ich falsch.

    Es gibt mehr als genug Beispiele, insbesondere bei prominenten Anklägern, dass man nicht alle Anschuldigungen bedingungslos glauben sollte.

  • Aussage gegen Aussage



    ===================



    Die Verteidigung von Zverev hielt dagegen, dass der Verdacht allein auf den Behauptungen der Anzeigeerstatterin beruhe, die jedoch gelogen und in keiner Weise belastbar seien. Um die Glaubwürdigkeit der Ex-Freundin in Zweifel zu ziehen, brachte der Verteidiger Prof. Dierlamm vor, Pateau sei wenige Stunden nach dem angeblichen Würge-Vorfall im Mai 2020 für 461,23 Euro bei Amazon shoppen gewesen. Im Laufe des Monats habe sie weiter im Internet eingekauft – für insgesamt 3755,33 Euro, u. a. bei Gucci – bezahlt mit der Kreditkarte von Zverev. "Verhält sich so jemand, der gerade fast bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden sein soll?", fragte Dierlamm beim Prozess-Auftakt. "Warum ist sie nicht zum Arzt gegangen, um die angeblichen Verletzungen fachgerecht dokumentieren zu lassen?"

    Auf Wunsch der Ex-Freundin beantragte die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens; die Verteidigung von Zverev und das Gericht stimmten diesem Weg zur Beendigung des Verfahrens zu. Auch die Ex-Freundin stimmte dem als Nebenklägerin zu, was für die Einstellung allerdings nicht notwendig war.



    Vgl. www.lto.de/recht/n...v-strafverfahren-u

    • @Heiner Müller:

      DAS ist gut recherchiert. Ich bin grundsätzlich auch empfindlich und alarmiert bei -insbesondere männlichem - Machtmissbrauch, aber dem Grundtenor der Posts stimme ich hier zu: die Sache wurde wohl für ALLE zufreidenstellend beendet, sonst wäre sie eben weiter gelaufen.



      Und dieser Beitrag gibt dem m.E. ein Fundament.



      Leider geht der link nicht mehr...