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09.06.2026 , 15:45 Uhr
Die meisten leugnen nicht, was MÖGLICHERWEISE passiert ist, sie widersprechen nur Darstellungen, dass es auf jeden Fall so passiert IST. Würde das einfach mit der angebrachten differenziertheit besprochen werden, gäbe es viel weniger Gegenwind. Es gibt viele mögliche Gründe, warum man bereit ist Geld zu zahlen obwohl man unschuldig ist. Prozesskosten könnten schnell teurer werden selbst wenn man am Ende recht bekommt, auch unschuldig kann man schuldig gesprochen werden (ebenso wie umgekehrt), man spart Zeit und Nerven (ein gerichtlicher Prozess kostet von beidem sehr viel), geschäftliche Beziehungen können leiden und somit hoher finanzieller Schaden entstehen (Sponsoren), zudem enthalten Vergleiche häufig Vertraulichkeitsklauseln - ohne die können Dinge an die Öffentlichkeit kommen, die man dort nicht haben will, auch solche die nichts über Schuld und Unschuld aussagen. Ein Vergleich ist definitiv nicht notwendigerweise ein Hinweis auf Schuld
zum Beitrag09.06.2026 , 15:29 Uhr
Tja… ist halt ein prominentes Beispiel. Es bestreitet niemand dass täglich Frauen und Kinder Opfer von sexueller/häuslicher Gewalt werden, die von Männern ausgeübt werden. Dass aber immer wieder ausschließlich diese Konstellation dazu instrumentalisiert wird, Männer pauschal zu Tätern und Frauen und Kinder pauschal zu Opfern zu machen, spielt eben auch enorm mit rein, dass sich viele dagegen stemmen. Ich solidarisiere mich mit jeder Person, die Opfer von Gewalt durch eine andere Person wird, und zwar aufgrund der Tat, nicht aufgrund des Geschlechts oder Alters. Es gibt auch Kinder, die zu grausamen mördern werden, ebenso wie Frauen, und es gibt selbstverständlich auch Männer, die zum Opfer von sexualisierte/häuslicher Gewalt werden. Die Tat ist in jedem Fall gleich schlimm. Und statistische Häufungen sagen halt überhaupt gar nichts über einen Einzelfall aus. Das hat dann nichts mit „interessiert nicht“ zu tun, sondern viel mehr mit „hat für diesen einzelnen Fall keine Relevanz“, denn es zählt ja nur, ob DIESE EINE Person was getan hat, und nicht was statistisch gesehen viele andere getan haben
zum Beitrag09.06.2026 , 12:11 Uhr
Ich versuche mal einen erklärungsansatz. Die Empörung rührt daher, dass statistische Häufungen keineswegs ein Urteil in einem Einzelfall zulassen. Ebensowenig wie strukturelle Probleme auf einem Einzelfall ausgetragen werden dürfen. Bei Ulmen das gleiche: die Empörung ist absolut berechtigt, wenn sie sich gegen die im Raum stehenden vorgeworfenen Taten bezieht - auf die Person bezogen ist die es bis zum Beweis seiner Schuld nicht. Die meisten verwechseln an der Stelle glauben und wissen. Ich persönlich glaube Collien, so sehr ich Ulmen vorher hoch geschätzt habe. Das berechtigt mich aber nicht, ihn schuldig zu nennen. Die ganzen Debatten und Diskussionen verlagern sich ständig auf Begleitumstände, nicht auf die eigentlichen Probleme. Verurteilt werden „Männer“, Opfer sind „Frauen“. Beides statistische Häufungen (wohlgemerkt ipferswitig nur im häuslichen Bereich), keins von beiden rechtfertigt eine pauschalisierung und auch keine Täter-Opfer-Zuordnung in einem individuellen Fall. Dieser Unterschied wird aber zunehmend nicht mehr gemacht und sorgt damit für eine gewisse Unschärfe - begleitet von struktureller Ungerechtigkeit.
zum Beitrag09.06.2026 , 11:57 Uhr
Mir ist zwar nie die Hand ausgerutscht (sagen wir nach meiner Kindheit, als kleiner Bruder habe ich schon auch mal meine Schwester gehauen und umgekehrt, als wir noch klein waren), aber auch ich würde dazu stehen. Anwälte… ja doch klar, im Fall es wird juristisch vorgegangen wäre es fahrlässig, sich da nicht beraten zu lassen, allerdings würde auch ich dazu stehen und das sauber abgewickelt haben wollen. Jetzt in deinem Fall: du würdest aber schon die Anwälte losschicken, wenn du zu Unrecht angeklagt würdest, oder?
zum Beitrag09.06.2026 , 10:07 Uhr
Wahrheit sagen? Stimme ich zu! Entschuldigen? Nunja… da wir die Wahrheit nicht kennen, wissen wir nicht, ob es etwas zu entschuldigen gibt. Es steht ja durchaus auch die Möglichkeit im Raum, dass er längst die Wahrheit gesagt hat, als er die Vorwürfe abgestritten hat. Ich würde dir daher empfehlen, selbst etwas differenzierter aufzutreten - ich bin leider ziemlich sicher, dass du dich im Falle seiner Unschuld nicht entschuldigen würdest. Aber vermutlich werden wir es nie erfahren, ob er nun schuldig ist oder ausgenommen wurde.
zum Beitrag09.06.2026 , 10:03 Uhr
Auch die Gesellschaft müsste sich aber fragen, ob sie sich überhaupt ein Urteil erlauben kann. Das ist immer das Ding: man kann die Taten verurteilen, die als Vorwurf im Raum stehen, aber solange ihre Schuld nicht erwiesen ist, ist es äußerst fragwürdig, eine Person zu verurteilen. Genau das passiert aber: es wird dargestellt, als sei Sascha schuldig, was in gleichem Maße unberechtigt ist wie die Darstellung, er sei unschuldig. Wir wissen es schlicht nicht. Ich sehe in der Freude über einen sportlichen großen Erfolg allerdings auch keine glorifizierung, und bedingungslos schon gar nicht.
zum Beitrag09.06.2026 , 09:52 Uhr
Dein gutes Recht. Ändert aber nichts daran, dass weder eine Schuld noch eine Unschuld öffentlich bekannt ist. Klar bieten Geld und Netzwerke Möglichkeiten, da etwas zu lenken, aber auch das macht ja nicht automatisch jeden mit den Mitteln schuldig. Man kann ja auch nicht einfach jeden mit Zugang zu Schusswaffen einen Mörder nennen, nur weil ihn dieser Umstand dazu befähigt, jemanden zu erschießen.
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