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Diätendeckel-Debatte in der LinksparteiMehr Gelassenheit wagen

Pascal Beucker

Kommentar von

Pascal Beucker

Der Streit in der Linkspartei über eine Gehaltsbeschränkung für ihre Abgeordneten zeigt, wie sie sich verändert hat. Er wird unnötig hitzig geführt.

B eim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Und offenbar auch jene „revolutionäre Freundlichkeit“, die die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner für den Umgang untereinander in der Linken propagiert. Mit Inbrunst wird in der Partei über die Einführung eines Diätendeckels für ihre Abgeordneten gestritten. Das könnte sogar den Bundesparteitag an diesem Wochenende in Potsdam überschatten. Aber warum bloß?

Angefangen hat die Auseinandersetzung mit der Wahl von Schwerdtner und Jan van Aken an die Parteispitze. Eine ihrer ersten Amtshandlungen im Oktober 2024 war es, öffentlichkeitswirksam zu verkünden, nur einen Teil des ihnen laut Verdi-Haustarifvertrag zustehenden Vorsitzendengehalts zu behalten. „Wir beide möchten die Welt verändern und da reicht ein Durchschnittsgehalt, das die Menschen in Deutschland verdienen, völlig aus“, begründete das damals van Aken.

Nach ihrem Einzug in den Bundestag im Februar 2025 haben sie als Abgeordnete diese Selbstbeschränkung beibehalten – und wollen sie nun auf dem kommenden Parteitag für alle Abgeordneten allgemeinverbindlich machen lassen. Das wäre ein Bruch mit den bisherigen Gepflogenheiten.

Möglicherweise hat es mit der Entstehungsgeschichte der Linkspartei zu tun, dass es für deren Führungspersonal lange Zeit selbstverständlich war, mehr zu verdienen als jene arbeitende Bevölkerung, für die sie nach eigenem Anspruch Politik macht. Als andere linke Parteien, wie die belgische Partij van de Arbeid, die Schwerdtner gern als Vorbild nennt, eine Begrenzung des Gehalts für ihre Funk­tio­nä­r:in­nen und Man­dats­trä­ge­r:in­nen beschlossen, waren Parlamentsmandate noch in weiter Ferne. Da fällt eine solche Entscheidung leichter.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Streben nach Anerkennung

Die PDS, die Vorläuferin der Linkspartei, war hingegen nie eine kleine, arme außerparlamentarische Partei, sondern verfügte als Überbleibsel der einstigen DDR-Staatspartei von Anfang an über Man­dats­trä­ge­r:in­nen in den ostdeutschen Ländern und auf Bundesebene. Geprägt war die PDS von Funktionär:innen, die noch in der SED oder deren Jugendorganisation FDJ sozialisiert worden waren. Zum einen erschien es ihnen normal, für politische Arbeit bezahlt zu werden, zum anderen litten sie unter den Ausgrenzungserfahrungen im bundesdeutschen Politikbetrieb, in dem die PDS als Paria galt.

Das führte zu einem großen Streben nach Anerkennung. Sie wollten so behandelt werden wie die Po­li­ti­ke­r:in­nen der anderen Parteien, wozu auch eine entsprechende Vergütung zählte. Zu ihnen gesellten sich mit der Bundestagswahl 2005 über die WASG zahlreiche hauptamtliche Ge­werk­schaf­te­r:in­nen aus Westdeutschland, für die das eigene, vergleichsweise hohe Gehalt ohnehin selbstverständlich war.

An einen Gehaltsdeckel dachten weder die einen noch die anderen. Im Gegenteil: Sowohl der aus der PDS stammende Linken-Gründungsvorsitzende Lothar Bisky als auch dessen von der WASG gekommener Nachfolger Klaus Ernst ließen sich auf ihre Abgeordnetendiäten noch mehrere tausend Euro von der Partei drauflegen.

Damit habe er schließlich immer noch weniger in der Tasche als zu seiner Zeit als IG-Metall-Bevollmächtigter in Schweinfurt, rechtfertigte sich Ernst. Es gäbe, so befand Bisky, keinen Grund, warum Parteivorsitzende niedrigere Einkünfte haben sollten als die Vorsitzenden der Bundestagsfraktion. Denn die erhielten ebenfalls noch eine entsprechend hohe Zulage. Erst die heutigen Fraktionsvorsitzenden Heidi Reichinnek und Sören Pellmann beendeten diese Praxis.

Längst überfällige Debatte

Dass die Linkspartei heute über einen Diätendeckel diskutiert, ist einerseits Ausdruck ihres Transformationsprozesses, andererseits längst überfällig. Schließlich hatte schon die italienische PCI, in den 1970er Jahren stärkste kommunistische Partei Westeuropas, eine strikte Begrenzung der Gehälter ihrer Abgeordneten. Für den legendären PCI-Generalsekretär Enrico Berlinguer war das ein Ausdruck der Nähe zur Arbeiterklasse und moralischer Integrität – in Abgrenzung zur Raffke-Mentalität der politischen Konkurrenz. Das ist auch die Botschaft, die der Vorstand der Linkspartei mit seinem Diätendeckel-Antrag aussenden will.

Es geht der Parteispitze also darum, ein Zeichen zu setzen. Ob es gelingt, das richtige zu setzen, ist fraglich. Denn dafür wird die Debatte zu verbissen geführt. Dabei geht es de facto um eine wesentlich kleinere Differenz, als es auf den ersten Blick den Anschein hat, die die Be­für­wor­te­r:in­nen und die Geg­ne­r:in­nen eines Diätendeckels trennt. Da wäre eigentlich mehr Gelassenheit angesagt, um sich auf ein Modell zu einigen, das sowohl der Intention entspricht, als auch mit dem alle leben können.

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Eine Beispielrechnung: Wie je­de:r Bundestagsabgeordnete bekommt die frühere Parteivorsitzende Janine Wissler eine Diät von derzeit monatlich 11.833,47 Euro brutto. Davon gehen jedoch etwa 6.900 Euro für die Steuer, ihre freiwillige gesetzliche Krankenversicherung und verpflichtende Man­dats­trä­ge­r:in­nen­bei­trä­ge an die Linke ab. Hinzukommen 400 Euro Linken-Mitgliedsbeitrag und 380 Euro für den Solidarfonds der Linksfraktion.

Bleiben etwas über 4.100 Euro, von denen noch ihr Gewerkschaftsbeitrag, diverse weitere Mitgliedsbeiträge und Spenden abgehen. Bei den meisten Abgeordneten sieht es ähnlich aus. Das zeigt, dass der immer wieder mitschwingende Vorwurf, Linken-Abgeordnete würden sich dumm und dämlich verdienen, nicht der Realität entspricht.

Auch Gutverdienende können Idea­lis­t:in­nen sein

Wenn die Geg­ne­r:in­nen eines Diätendeckels anführen, er führe dazu, dass sich Menschen, die in ihrem Beruf mehr als einen Durchschnittslohn verdienen, nicht mehr für die Linke parlamentarisch engagieren würden, ist das allerdings nicht minder eigentümlich. Dadurch ginge „Qualität“ verloren, warnt der Linken-Altvordere Gregor Gysi in der Zeit.

Das unterstellt, dass linke Professor:innen, Jurist:innen, Ärz­t:in­nen oder auch Ge­werk­schafts­funk­tio­nä­r:in­nen nur dann zum politischen Engagement bereit wären, wenn die Kasse stimmt – was schon eine ziemlich bösartige Behauptung ist. Dem entgegen steht, was Gysi in dem Interview noch sagte: „Wenn alle Abgeordneten aber eines Tages nur noch ein Durchschnittsgehalt verdienten, säßen im Bundestag vor allem Idealisten.“

Dazu wird es sicherlich leider nie kommen. Aber die Vorstellung, dass wenigstens in der Linksfraktion vor allem Idea­lis­t:in­nen sitzen, sollte eigentlich keine sein, die gegen einen Diätendeckel spricht.

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Pascal Beucker

Pascal Beucker Inlandsredakteur

Jahrgang 1966. Arbeitet seit 2014 als Redakteur im Inlandsressort und gehört dem Parlamentsbüro der taz an. Zuvor fünfzehn Jahre taz-Korrespondent in Nordrhein-Westfalen. Seit 2018 im Vorstand der taz-Genossenschaft. Sein neues Buch "Pazifismus - ein Irrweg?" ist Mitte vergangenen Jahres im Kohlhammer Verlag erschienen.
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108 Kommentare

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  • Man sollte aber auch nicht vergessen, das Abgeordneter kein 9 to 5 Job mit 40-Stundenwoche ist. Da kann man schon mal spät in der Nacht/früh am Morgen im Parlament sitzen. Und Parlamentssitzungen sind auch nur ein Teil der Arbeit. Ich könnte mir sowas nicht lange geben, auch nicht für mehr Geld. Da grinst doch der Burnout ständig um die Ecke.

    • @Mustardmaster:

      Dann sollte man es eben nicht des Geldes wegen tun und nach 1-2 Amtszeiten rotieren. Jan van Aken machts vor.

  • Ich will nicht, dass im Bundestag Idealisten sitzen. Ich will, dass dort gute Leute mit Ahnung sitzen.

    • @Jürgen Meyer:

      Bin da voll ihrer Meinung, deshalb wäre ich dafür, dass - wie beim Bundespräsident - für Abgeordnete ein Mindestalter von 40 Jahren eingeführt wird.



      Wie soll ein Parlamentarier Bürger vertreten, wenn er noch keinen Tag im Leben gearbeitet hat🤷

    • @Jürgen Meyer:

      Das muß ja kein Widerspruch sein .

    • @Jürgen Meyer:

      Würde denken, Idealisten setzen sich für ihre Sache ein und haben da dann auch Ahnung. Zumindest nicht weniger als das Meer an JU-stellvertretenderVorsitzx-Jurastudium-Burschenschaft-Adenauerstiftung evtl. oder halt mal Sparkasse-Juristen

      • @Momo33:

        Um Idealist zu sein, genügt es, Werte zu haben.

        Ahnung vom Thema braucht man dazu nicht.

        Zuviel Ahnung wird schnell hinderlich, weil man dann vielleicht mehrere Perspektiven kennenlernt, die nicht ganz unberechtigt sind.

        Das schmälert schnell den eigenen Idealismus.

        • @rero:

          Sie meinen Ideologen.

  • Eine Diätendeckelung bzw. Zwangseinhebung durch die Partei ist kontraproduktiv, dienen die Diäten doch auch dazu, die Unabhängigkeit der Abgeordneten zu sichern, auch gegenüber der eigenen Partei. Wie wichtig das ist hat sich beim BSW gezeigt und wird demnächst richtig deutlich werden, wenn Scharen von AFDlern in die Parlamente gewählt sein werden, die sich -hoffentlich- vielleicht nicht alle in das rassistisch-rechtsextreme Muster pressen lassen wollen.

    • @Josef 123:

      Na ja, mit der Unabhängigkeit ist das so eine Sache: Einmal braucht man faktisch eine Parteimitgliedschaft, sowie gute Vernetzung innerhalb derselben, um überhaupt Abgeordneter zu werden und auch um es zu bleiben. Da zahlt sich zu viel eigene Gewissensverantwortung, die der Parteilinie entgegensteht, meist nicht aus. Was nutzt eine noch viel höhere Diät, wenn man auf der nächsten Liste nicht mehr draufsteht und nicht prominent genug ist um alleine genug Stimmen für sich zu bekommen?

      • @Mustardmaster:

        Vgl. Grundgesetz Art. 38: "Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen." (GG)

        "Art. 38 Absatz 1 Satz 2 GG verleiht dem Abgeordneten eine rechtliche Sonderstellung, die ihn berechtigt, parlamentarische Tätigkeit frei von Beeinträchtigungen durch Dritte auszuüben. Weiterhin ist er bei der Wahrnehmung seines Amts weder an Aufträge noch an Weisungen gebunden, sondern lediglich seinem Gewissen unterworfen. Dies wird in der Rechtswissenschaft als freies Mandat bezeichnet." (Wiki)

        Demnach ist Gängelung -auch durch die eigene Partei- ein Verstoß gegen das Grundgesetz.

  • Ein Diätendeckel ist auf jeden Fall der richtige Weg, um Abgehobenheit der politischen Klasse und Neid auf sie zu vermeiden.

    Die KPÖ, wo Mandatsträger ihr Gehalt ebenfalls bis zum Durchschnittsgehalt spenden, macht in Graz vor, wie man in der breiten Bevölkerung verankert sein kann:

    Der Gehaltsdeckel ist ein Baustein, ein weiterer sind Sozialberatungen, Verankerung in den Betrieben, Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, glaubwürdige, idealistische Vertreterinnen und Vertreter.

    Die Linke ist hier auf einem guten Weg. Der ist aber immer noch weit und es wird unzählige Fallstricke und Widerstände geben.

    Sie sollte sich nicht in Widersprüche verstricken: Antisemitismus ist nicht links.

    Wenn man sich auf die wirklichen Probleme der Menschen konzentriert und versucht, diese zu lösen, bedeutet das harte Arbeit. Dies war aber immer das Erfolgsrezept aller linken Bewegungen.

    Sinnfreie außenpolitische Debatten sind dann weit weniger relevant.

    • @Stavros:

      Die Wahlergebnisse der KPÖ beweisen, dass sie nicht in der breiten Bevölkerung verankert ist.

      • @rero:

        Und meinen Sie, es liegt am Gehaltsdeckel, dass die KPÖ auf Bundesebene nicht so stark ist?

        Zudem erwähnte ich Graz, wo lokale Verankerung in außergewöhnlicher Weise existiert, s. unten ;-)

        de.wikipedia.org/wiki/Elke_Kahr

        • @Stavros:

          Nein, ich persönlich meine, dass der Gehaltsdeckel den meisten Wählern egal ist.

          Nur ein Showeffekt.

          Liegt aber auch daran, dass er mir persönlich egal ist.

          Die persönliche Meinung wird gerne verallgemeinert. :-)

          • @rero:

            Stimmt, und das in beide Richtungen :-)

  • >Bleiben etwas über 4.100 Euro, von denen noch ihr Gewerkschaftsbeitrag, diverse weitere Mitgliedsbeiträge und Spenden abgehen. <

    + 5.349,58 steuerfreie Aufwandsentschädigung = 9.400€ netto.

    Da kann man dann schon relativ gut von Leben.

    • @test_name:

      Die Frage habe ich mir auch gestellt, welche der mehreren Einnahmen von Abgeordneten von der Deckelung tatsächlich betroffen sind. Geht aus dem Artikel nicht ganz klar hervor. Und was ist mit Nebeneinnahmen? Die Versuchung, solche auf Kosten der Abgeordnetentätigkeit zu lukrieren scheint mir hier relativ hoch zu sein. Über, nun ja: "Zuwendungen", will ich nicht spekulieren. Aber auch da steigt das Risiko, wenn man seinen Leuten nicht die Honorierung lässt, die ihnen von Rechts wegen zusteht.

    • @test_name:

      Ja, kann man. Hätte ich auch gerne. Ich möchte aberit keinem von denen tauschen. Wie oft gehen Sitzungen bis in die Nacht? Wochenend Arbeit, dann noch Fraktionsarbeit, Netz-Werken, das Haifisch Becken Politik. Wie oft Abend anrufen und und und . Nee, nee, das Brauch ich nicht. Dann lieber weniger Geld, man muss auch gönne könne.

  • Wichtig ist, dass sich die LINKE sich auf ihrem Parteitag auch um die Pensionen von Politikern und neue Beamten kümmern. Die sind nämlich ungerecht hoch gegenüber den mickrigen Renten und von Bund und Ländern überhaupt nicht mehr bezahlbar. Bärbel Bas, SPD ist dafür, dass Politiker und neue Beamte auch in die Rentenversicherung einzahlen. Was will die LINKE ? Solidarität mit der SPD? Frau Reichinnek soll bitte mal Klartetxt reden.

  • Ich möchte daran erinnern, dass Die Grünen, nach ihrem erstmaligen Einzug in den Bundestag 1983, eine Einkommensgrenze für ihre Abgeordneten beschlossen und umgesetzt haben. Natürlich lief das auch nicht ohne Konflikte ab. Manche, Generäle, Anwälte, Gewerkschaftsfunktionäre, Professorinnen und einzelne grüne Aushängeschilder, aber nicht alle, waren dagegen. Und es gab einzelne Ausnahmen.



    Allerdings, und das ist der wichtige Punkt:



    In den zahlreichen und in vielen Zeitungen publizierten Leserbriefen (noch mit Schreibmaschine geschrieben und frankiert versendet), gab es dafür viel Zustimmung aus der Gesellschaft: Für die ansonsten als „Zurück in die Steinzeit“ wollenden „Fortschrittsfeinde“ und als „Kommunistenpack“ und „Gammler“ verschrienen Grünen.



    Heute pöbelt es sich leichter. Glaubwürdige Signale für die eigene Politik scheitern häufig an der Logik des Kapitalismus: „Mehr geht immer, weniger nimmer.“

    • Pascal Beucker , Autor des Artikels, Inlandsredakteur

      @Drabiniok Dieter:

      Ein guter Hinweis! Die hochinteressante Anfangsphase der Grünen ist bei vielen leider in Vergessenheit geraten.

      • @Pascal Beucker:

        Die Linke steckt aber nicht in ihrer Anfangsphase.



        Die hat eine klare Biographie: SED, PDS, WSAG, DIE LINKE.



        Bartsch, Pau, Gysi - alles SED Kader die maßgeblich die letzten Jahrzehnte dieser Partei geprägt haben.



        Gerade im letzten Jahr konnte man sehr schön mitbekommen, wie viel Antisemitsmus in der Partei noch schlummert und der Aderlass, aus dem das BSW entsprungen ist, hat ebenfalls eindrucksvoll bewiesen, wieviel Russlandgeilheit zudem noch in der Partei steckte...🤷



        Ob der Hype, der im Zuge vor dieser Bundestagswahl um Die Linke entstanden ist, nachhaltige Veränderung bringt, wird sich zeigen.



        Ob durch das BSW das russische 'Heimweh' getilgt wurde, wird sich zeigen.



        Bezüglich des Antisemitsmus hat sich für mich schon bewiesen, dass sich da gar nichts geändert hat.



        In der taz wurde darüber ja auch häufiger berichtet - zum Beispiel hier:



        taz.de/Rausschmiss...-T-Shirt/!6123973/

      • @Pascal Beucker:

        Danke! Gern geschehen!

    • @Drabiniok Dieter:

      Ich weiß nicht woher Sie Ihre Wahrheit nehmen, es muss anekdotische Evidenz sein. Als ehemaliger Leserbriefredakteur einer großen Tageszeitung - das gehörte damals zum Volontariat dazu - ist mir vor allem Befremden erinnerlich. Besonders dort, wo der Person und weniger die Partei das Mandat errungen hatte.

      Die Einkommensgrenze ist ein überkommenes Ideologie-Produkt aus der Mottenkiste der Achtziger. Und dieses Produkt ist auch mit den Jahren nicht gereift.

      • @rakader:

        Hallo rakander, ich bezweifle nicht, dass Sie ein Volontariat absolviert haben und Leserbriefredakteur einer großen Tageszeitung waren. Als solcher hatte man vermutlich weniger mit Recherche als mit der Auswahl, Korrektur und Kürzungen der Zuschriften zu tun. In diesem Forum ist die Tendenz der Beiträge ähnlich der, die ich vor 43 Jahren zur Kenntnis genommen habe. Dass Sie schnell schreiben können und keine 30 Minuten benötigten, um eine Antwort zu formulieren, spricht auch dafür. Ich saß damals nicht in einem Redaktionsbüro, ich hatte ein anderes.

        Es steht Ihnen frei, meine Aussagen zu bezweifeln. Es ist allerdings nicht „meine Wahrheit“, die ich beschrieben und geschildert habe. Und nur soviel zu der beleidigenden Unterstellung: Ich habe nichts Wahrheitswidriges geschrieben!

        Gestatten Sie mir noch eine Anmerkung: Ihr letzter Absatz erinnert mich ebenfalls an die 80er Jahre. Und an eine große Tageszeitung, die jede Menge Wahrheiten (nicht nur über die Grünen) erfunden hat. Ich unterstelle Ihnen nicht, dass Sie für diese Zeitung gearbeitet haben oder noch arbeiten. Es ist nur der Stil, die Form und der Inhalt, der diese Erinnerung geweckt hat.



        Beste Grüße

        • @Drabiniok Dieter:

          Ich zweifle Ihre Aussagen als Mitgründer der Grünen und Journalistenausbilder wohl an, nicht zu letzt dass Sie sonderlich Ahnung von der Journalistenausbildung Mitte der 8er Jahre hatten. Ihr Reflex, mich in die Nähe der Bild-Zeitung zu rücken, zeigt eine gleichwohl sehr boulevardeske Tendenz, aus Annahmen Wahrheiten zu konstruieren auf. geschickt versteckt hinter Mutmaßungen über Jakob.

  • Wichtiger als ein Gehaltsdeckel für die Abgeordneten wäre eine Begrenzung der Abgeordnetenzahl. 400 Mandate wäre eine gute und vollkommen ausreichende Parlamentsgröße. Dazu gehört dann aber auch ein Wahlrecht, mit dem diese Zahl auch eingehalten wird.

    • @Pfennig:

      Über die Anzahl der Abgeordneten lässt sich diskutieren, aber seit der letzten Wahlreform ist die Anzahl der Abgeordneten auf 630 festgelegt, und kann nicht mehr durch Überhang- und Ausgleichsmandate wachsen.

    • @Pfennig:

      Das Wahlrecht kann Die Linke aber nicht so einfach ändern, ihre eigenen Regeln schon.

    • @Pfennig:

      Bei 400 Abgeordneten hätten manche ostdeutschen Länder nur noch 3-4 Wahlkreise. Ob das gut ist?

  • 'Die Linke' sollte wirklich mehr Gelassenheit wagen.

    Man sollte lieber mal eine "Gehaltsdeckelung" für alle Volksvertreter einführen, denn wenn man als Politiker das zig-fache eines Handwerksmeisters oder Ingenieurs verdient, dann ist das Wort 'Volksvertreter' wirklich ein Unverfrorenheit.

    Und wenn jetzt wieder einer behauptet, dass Politiker in der freien Wirtschaft doch viel mehr verdienen könnten, dann kann man nur lachen. Die meisten Politiker sind Rechtsanwälte, Betriebswirte oder Politologen, also Leute von denen es schon mehr als genug gibt. Politiker werden übrigens immer nur 'nach ihrer Politikkarriere von der Wirtschaft eingestellt', aber nicht weil sie so begabt und gut sind, sondern weil sie als Türöffner in die Politik gut zu gebrauchen sind.

    Die Inflationsrate in Deutschland lag im Mai 2026 bei +2,6 % im Vorjahresvergleich. Die Bürger müssen sich massiv einschränken, aber die Diäten der Politiker steigen; das kann man keinem Bürger mehr vermitteln. Besonders wenn man sich Jens Spahn anhört, der vehement auf umfassende Sozialstaatsreformen drängt und für Verschärfung von Sanktionen beim Bürgergeld ist, dem Steuerzahler aber Milliarden Euro kosten wird (Maskendeals).

    • @Ricky-13:

      Na ja, das "zigfache" eines Handwerksmeisters oder eines Ingenieurs bekommen Bundestagsabgeordnete mit 11 833 Euro im Monat jetzt nicht, zumal alle Parteien davon noch Gelder für die Parteikasse, Fraktionskasse etc... einfordern. Ein angestellter Handwerksmeister im Elektrogewerbe oder ein Ingenieur ohne Personalverantwortung kommen auch auf 6 000 bis 9000 Euro Brutto im Monat, zumindest im Raum Frankfurt (eigene Erfahrung). Selbständige können auch noch mehr verdienen, wenn es aber schlecht läuft, auch viel weniger. Was geändert werden sollte, ist die Altersversorgung der Abgeordneten, diese in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, wäre viel ehrlicher als der jetzige Zustand.

    • @Ricky-13:

      Wenn man es für ein Problem hält, dass die Parlamentarier in sozioökonomischer Hinsicht nicht repräsentativ für den Bevölkerungsdurchschnitt sind wird man wohl von freien Wahlen Abstand nehmen und die Mandate stattdessen per Losverfahren vergeben müssen.

      "Die Bürger müssen sich massiv einschränken, aber die Diäten der Politiker steigen; das kann man keinem Bürger mehr vermitteln. Besonders wenn man sich Jens Spahn anhört"



      Erst informieren, dann meckern.



      www.tagesschau.de/...endiaeten-100.html



      www.tagesschau.de/...geordnete-100.html

      • @Ingo Bernable:

        *Erst informieren, dann meckern*

        Als Linksgrüner meckere ich natürlich immer über die CDU/CSU. Da wir in der linken taz aber immer mehr konservative Leser haben, die so etwas gar nicht mögen, sollte ich mir das wohl endlich mal abgewöhnen. 😉

        "Spahn könne sich daher vorstellen, dass es im Zusammenhang mit dieser Reform auch eine Aussetzung der Diätenerhöhung für dieses Jahr geben könnte. Im Anschluss könne man wieder zum alten Mechanismus zurückkehren." [Tagesschau, 18.05.2026] – Wie nett und selbstlos von Herrn Spahn, dass er sich 'für dieses Jahr' eine Aussetzung der Diätenerhöhung 'vorstellen könnte'. 😂

        Spahn bekommt übrigens zu den 11.833 Euro Abgeordnetenentschädigung noch eine 'Zulage' von rund 12.000 Euro pro Monat als Unions-Fraktionsvorsitzender. Insgesamt beläuft sich das Brutto-Monatseinkommen (ohne Pauschalen und Nebeneinkünfte) von Jens Spahn auf ca. 24.000 Euro. Und wer würde dem netten Herrn Spahn diese steuerpflichtigen 24.000 Euro im Monat auch missgönnen?

        Zusätzlich steht allen Volksvertretern eine "steuerfreie" Aufwandspauschale von monatlich 5.467 Euro für mandatsbedingte Kosten (wie das Wahlkreisbüro oder eine Zweitwohnung in Berlin) zur Verfügung.

  • Wenn man politisch irrelevant ist, fällt es leicht gelassen zu bleiben.

  • Danke Linke, jetzt ist mein Tag gerettet ! Durch euren (gewollten) Verzicht auf einen Teil eures Gehaltes sind ALLE Probleme in Deutschland gelöst.

    • @Günter Witte:

      Was kann man denn tun, das ALLE Probleme in Deutschland löst?

    • @Günter Witte:

      Kurzinfo für Günter W. und andere:



      Die Allproblemlösung durch Verzicht auf Einkommen von Mandatsträgern hat niemand behauptet.



      Für den nächsten Kommentar bitte Fakten prüfen.



      Danke!

      • @Christian Götz:

        Jede vernünftige Person in Deutschland hat mittler weilen das alle unsere Systeme nicht nur an ihre Grenzen kommen sondern diese schon überschritten haben. Bei diesem Hintergrund eine Diskussion zu führen wie viel Geld Politiker behalten dürfen ist flüssiger als Wasser. Oder es zeigt nur deutlich das sehr begrenzte Programm ( nehmt es den Reichen, mehr Schulden, Planwirtschaft) der Linken !

        • @Günter Witte:

          Ohne zu wissen was jede vernünftige Person "mittler weilen" hat, Günter Witte:



          In der Partei "Die Linke" führen viele Menschen viele Diskussionen über sehr viele Themen, auch darüber, welche davon mehr oder weniger wichtig sind.



          Z.B. die Frage, wie die seit Jahrzehnten zugunsten privater Kapitalmehrung kaputtgesparte Infrastruktur zu retten ist.



          Übrigens 1Billion Sondervermögen ( also effektiv mehr Schulden, you name it) ist eine CDU/CSU/SPD-Maßnahme, leider ohne Ideen.



          Vermögenssteuer, Spitzensteuersatz deutlich über 42%,



          Erbschaftssteuer ohne gigantische Freibeträge für große Erbschaften waren mal CDU-Programm (Ahlener) damals aber mit Idee, nämlich soziale Marktwirtschaft.

          • @Christian Götz:

            Ja Entschuldigung, habe das Wort -erkannt- Vergessen.



            Die Punkte die ich oben nannte beziehen sich auf die Aussagen von Frau Schwerdtner in der Sendung von Lanz, dort forderte Sie 1 Billion neue Schulden, der Staat gibt der Industrie vor was produziert wird und irrwitzige Steuersätze um "Milliardäre" abzuschaffen. Mit einer solchen Politik würde es nur ein paar Jahre dauern und wir wären unter dem Niveau der DDR in den späten 1980er Jahren. Also ist es sicherlich besser wenn die Linke nur darüber diskutiert wie viel ein Politiker verdienen soll anstatt das sie wirkliche Politische Verantwortung bekommt.

    • @Günter Witte:

      Ich stimme Ihnen nicht oft zu, aber hier liegen Sie nun wirklich sowas von richtig.

  • Ich glaube, dass die Grünen mal ähnliche Sachen gemacht haben, ist aber schon lange her. Wer für eine DGB-Gewerkschaft in einem Vorstand oder Aufsichtsrat ist, der muss fast alles abgeben, das ist in der Arbeiterbewegung durchaus übliches Verfahren. Das Beispiel Wiesner zeigt aber auch, dass schon viel Geld weg geht. Aber da muss die Partei dann diskutieren und entscheiden.



    Wenn ich mich richtig erinnere, haben die Abgeordneten der LInken kaum Nebeneinfkünfte (außer Gysie über Bücher etc.). Das ist bei einigen anderen Parteien ganz anders, da bündeln sich Mandate und Einkünfte ...

    • @Andreas_2020:

      Das mit den Nebeneinkünften stimmt zumindest historisch nicht. Ich meine gelesen zu haben, dass normiert auf die Abgeordnetenzahl die Linken die zweitmeisten Leute in den Top 20 der Nebeneinkünfte hatten (nach der FDP), mit Gysi, Sahra und Oskar ganz vorne mit dabei. Und dass Ernst als ehemaliges DGB-Schwergewicht auch als Abgeordneter weiter fett abkassiert hat und mitnichten von seinem Gehalt den DGB querfinanzierte wurde ja schon diskutiert.

  • "Aber die Vorstellung, dass wenigstens in der Linksfraktion vor allem Idea­lis­t:in­nen sitzen, sollte eigentlich keine sein, die gegen einen Diätendeckel spricht."

    Doch.

    Bitte nicht lauter Idealisten.

    Lieber Leute, die Ahnung haben.

    Und Pragmatiker.

    • @rero:

      Also pragmatische Idealisten mit Sachverstand,😉



      So wünsche ich mir unsere Parlamentarier.

    • @rero:

      Da scheint doch irgendwas am Wahlsystem kaputt zu sein. Da werden Parlamentarier nach elektoralen Standards mandatiert die im internationalen Vergleich recht weit vorne sind und trotzdem wird permanent darüber lamentiert, dass da angeblich nur lauter inkompetente, gefühlskalte, korrupte, idealistische, gierige, realitätsferne, ... Nulpen säßen.



      Vielleicht bräuchte es einen grundlegend anderen Modus, vielleicht einen in dem nicht mehr Direkt- und Listenkandidaten gewählt werden, sondern die Bürger ihr Wunschprofil für ihren Repräsentanten ausfüllen (links/rechts, Fach-/Sozialkompetenz, Idealismus/Pragmatismus, gewünschte Schwerpunkte, etc.), diese Profile aggregiert und clustert man dann und übergibt sie einer Headhuntingagentur mit dem Auftrag die jeweils geeignetste Person für jeden Sitz zu rekrutieren. Also eher Casting, statt Wahl.

      • @Ingo Bernable:

        Interessant, Deutschland sucht den Superabgeordneten oder eher Germany's next Parliamentarian?



        Aber Spaß beiseite, die Idee klingt im ersten Moment nicht schlecht, aber wo gibt es eine ehrliche Headhunteragentur, die diesen Auftrag erfüllen könnte? Ich befürchte, die meisten Headhunteragenturen würden FDP-nahe Kandidaten finden, egal wie das Wunschprofil aussähe.

  • Herrlich diese Debatte.



    Man sollte auch einführen, dass alle Abgeordneten nachträglich ihr zu viel verdientes Gehalt für die aktuelle Legislaturperiode abgeben müssen. Und was ist eigentlich mit der Bahncard 100? Die kostet auf den Monat runtergerechnet auch über 600 €.

  • "Beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf."



    Wenn ich das richtig deute, soll es hiervon zukünftig löbliche Ausnahmen auf idealistischem Fundament geben.



    "Aber die Vorstellung, dass wenigstens in der Linksfraktion vor allem Idea­lis­t:in­nen sitzen, sollte eigentlich keine sein, die gegen einen Diätendeckel spricht."



    Ein Argument, das früher schon ("im Ernst!", sicher nicht seinetwegen) zu einer auskömmlichen Alimentation mit Diäten (leitet sich ab von 'Taggeld', nicht von Abspecken) kam, war, somit einer etwaigen Korruption auch präventiv entgegenwirken zu können.



    www.forschung-und-...-korrupt-133711222



    Dass bei Geld die Freundschaft anfängt, das ist ja eher die Umschreibung von Mitnahmeeffekten unter Amigos...

  • Die Debatte sollte sich vermutlich relativ leicht zu einem einvernehmlichen Ende bringen lassen wenn man sich statt des Durchschnittslohns auf den Durchschnittsstundenlohn einigen würde.

  • "Davon gehen jedoch etwa 6.900 Euro für die Steuer, ihre freiwillige gesetzliche Krankenversicherung ... ab"



    Sowas nennt man wohl 'Taschenspielertrick". Da werden vom Bruttogehalt einfach die üblichen Abgaben abgezogen und dann mit dem durchschnittlichen Bruttogehalt verglichen. Auf Deutsch: Ein Abgeordneter der Linken soll NETTO nicht mehr 'verdienen' als der Durchschnittsarbeitnehmer BRUTTO verdient; das nennt man dann auch manchmal diese Sache mit Äpfel und Birnen.



    Wer das transparent und lauter vergleichen will, vergleicht die knapp 12.000 € Bruttogehalt mit dem Durchschnitts-Bruttogehalt der Arbeitnehmer. Und wer wirklich transparent sein will, sagt dann auch dazu, dass die Abgeordneten zusätzliche eine steuer- und sozialversicherungsfreie (!) Aufwandsentschädigung von mehr als 5.000 € im Monat bekommen. Damit können sie sich z.B. eine Zeitwohnung mieten; sie können sie aber auch einfach im Spielkasino verprassen. Über die Verwendung sind sie niemanden rechenschaftspflichtig.



    Ganz transparent:



    Wenn die Linken den Gehaltsdeckel beschließt, bekommen ihre Abgeordneten immer noch sehr, sehr viel mehr als ein Durchschnittsarbeitnehmer!

  • Die Debatte darum ist nicht unnötig hitzig, sondern die Debatte an sich ist unnötig.

    Man hätte einfach auf Freiwilligkeit setzen können und gut wäre es gewesen.

  • Ich würde etwas ganz anderes machen:



    Da das statistische Bundesamt jährlich den offiziellen Lohnindex zum Zwecke des Anpassens (=Anhebens) der Diäten an den Bundestag übermitteln muss, sollte man mit diesem Lohnindex auch folgende Posten anpassen:



    1. Kindergeld



    2. Bafög



    3. Grundsicherung



    4. Renten



    5. Gehälter + Pensionen von Beamten, Richtern und Soldaten (allerdings würde ich die Zahl der Beamten stark reduzieren)

    Zusätzlich sollten die Bundesländer über den Bundesrat eine Gesetzesinitiative (GG Art. 76) zur Reformierung der Erbschaft- und Vermögensteuer in den Bundestag einbringen mit dem Zweck, die entsprechenden Einnahmen, die den Bundesländern zustehen, aus diesen Quellen stark zu steigern.

    • @Aurego:

      Machen Sie doch, Sie haben ungefähr genausoviel Möglichkeiten dies durchzusetzen wie die Linkspartei.

      • @Jesus:

        Und dennoch wären es Maßnahmen, die vielen Mitbürgern finanziellen Nutzen bringen würden.

  • Gysi hat hier m.E. völlig recht. Natürlich wird es sich ein Arzt oder eine Ingenieurin dreimal überlegen, ob er oder sie für acht Jahre aus dem Beruf rausgeht, wenn damit auch noch eine deutliche finanzielle Verschlechterung verbunden ist. Was ist an dieser Annahme "bösartig"? Ein bissel Brecht sollte man als Linker auch im 21. Jh. noch drauf haben. Die ganze Debatte ist m.E. völlig überflüssig und ein Beispiel dafür, dass die Linke sich oft selbst im Wege steht.

    • @Kohlrabi:

      Dafür sind aber erstaunlich viele Ärzte im Bundestag.

      Für Ärzte und Anwälte sind diese Jahre jedoch deutlich einfacher zu überbrücken als für andere Berufsgruppen, denn Ärzte und Anwälte sind häufig selbständig. Ingenieure und Naturwissenschaftler sind meist in größeren Firmen angestellt und haben ein Mindset, das mit langatmigem politischen Geschwätz weitgehend inkompatibel ist.

    • @Kohlrabi:

      Und was wäre jetzt daran das Problem? Dann hätten wir eben nur Idealisten und Geringerverdienende im Parlament. Klingt doch gut.

      Warum muss man überhaupt aus seinem Beruf "rausgehen"? Kann man ja einfach weitermachen. Wenn nötig halt nicht Vollzeit.

      • @Matt Olie:

        "Warum muss man überhaupt aus seinem Beruf "rausgehen"? Kann man ja einfach weitermachen."

        Klar, Bundestagsabgeordneter in Berlin und der alte Job im Wahlkreis in Husum, Görlitz oder Mimmenhausen sind ja problemlos unter einen Hut zu bekommen...

        "Wenn nötig halt nicht Vollzeit."

        Auf jeden Fall nicht in Vollzeit! Stellt sich bei manchen Berufen nur noch die Frage, ob man neben den Pflichtfortbildungen auch noch die Mindesteinsatzzeiten für den Lizenzerhalt zusammenbekommt. Trifft aber eher die Ingenieurin als den Arzt - wenn man so eine Approbation einmal hat, muss man verdammt viel anstellen, um sie wieder zu verlieren

      • @Matt Olie:

        1. Wie soll man nebenher noch als Arzt arbeiten? Geht nicht, genauso wenig als Ingenieur oder ähnliches.

        2. Idealisten haben null Durchblick von der realen Welt. Das endet in einer Katastrophe (so wie jedesmal wenn Idealisten am Werks sind.)

        etc.

        Das funktioniert nicht.

      • @Matt Olie:

        "Warum muss man überhaupt aus seinem Beruf "rausgehen"? Kann man ja einfach weitermachen. Wenn nötig halt nicht Vollzeit."

        Sie haben ja niedliche Vorstellungen vom nötigen Zeitaufwand bei einem BT-Abgeordneten.

    • @Kohlrabi:

      "Arzt oder eine Ingenieurin"



      Auch nicht jeder Arzt oder jede Ingenieurin haben ein (teilweise steuerfreies) Jahreseinkommen von etwa 220.000 € wie es ein Bundestagsabgeordneter schon allein mit dem Gehalt und der steuerfreien Aufwandsentschädigung hat.



      Beim Abgeordneten kommen aber dann auch noch viele tausend Euro für andere Vergünstigungen (Bahncard 100, Fahrdienst, fast ständig freie Verpflegung, kostenlose Reisen ...) hinzu.



      Mal ganz zu schweigen vom Kostenersatz für Büromiete im Wahlkreis und Mitarbeiter, für die ja auch nochmal 25.000 € im Monat (!) zur Verfügung stehen.

    • @Kohlrabi:

      ich vermute brecht hatte weniger die ärzte und ingenieure im sinn als er vom fressen und der moral sprach...

  • Entschuldigung, aber da geht einiges durcheinander.



    Hier die Quelle für alle Zahlen:



    svenja-stadler.de/glaeserne-abgeordnete

    Gesamt netto für ein Mitglied des Bundestages: 5.514,62 EUR



    Aufwandspauschale Steuerfrei: 5349€ monatlich



    Zusätzlich freie Fahrt mit der Bahn deutschlandweit und Fahrdienst

    das heißt es stehen weit über 8.000€ netto zur Verfügung, NACH Steuern und Abgaben. Natürlich wird man davon früher oder später reich, zumal eine großzügige Altersabsicherung auch enthalten ist.

    • @Sybille Bergi:

      Ich glaube, dass hier zwei Dinge miteinander vermischt werden. Die rund 5.300 Euro Kostenpauschale eines Bundestagsabgeordneten sind kein zusätzliches Gehalt, sondern sollen die mandatsbedingten Ausgaben finanzieren – etwa Wohnung in Berlin, Wahlkreisbüro, Veranstaltungen, Fahrten, Kommunikation und andere berufliche Aufwendungen. Mitarbeitergehälter werden ohnehin aus einem separaten Etat des Bundestages bezahlt. Deshalb kann man nicht einfach die Netto-Diät und die Kostenpauschale addieren und behaupten, einem Abgeordneten stünden monatlich mehr als 8.000 Euro frei zur Verfügung. Richtig ist: Die Diät ist steuerpflichtiges Einkommen. Die Kostenpauschale dient der Finanzierung des Mandats. Wie viel davon tatsächlich übrig bleibt, hängt von den konkreten Ausgaben des jeweiligen Abgeordneten ab

    • @Sybille Bergi:

      "8.000€ netto zur Verfügung", das ist NETTO und wird dann gerne mit dem BRUTTO Durchschnittseinkommen von Arbeitnehmern verglichen.



      Auch der Arbeitnehmer muss Steuern und Sozialversicherung bezahlen und die zahlreichen zusätzlichen Einnahmen eines Bundestagsabgeordneten hat er auch nicht!

    • @Sybille Bergi:

      Da kommt es aber sehr darauf an, was Sie als "reich" bezeichnen. Da ich mit diesen Einkommensbereichen persönliche Erfahrung habe (aus der freien Wirtschaft), kann ich nur sagen, dass man davon, wenn man über 30 Jahre lang so viel Nettoeinkommen hat, zwar recht gut leben kann, aber schon an der zweiten Million Nettovermögen i. d. R. scheitert.



      Man sollte auch berücksichtigen, dass die Bahncard 100 von den Abgeordneten nicht nur privat verwendet werden wird und dass sie häufig etwas an die Partei abgeben müssen und auch sonst relativ hohe Kosten haben.

      • @Aurego:

        Nach aktuellem Euro-Wert ist man spätestens ab der 1. Million reich.

        "auch sonst relativ hohe Kosten"? Wofür?

        • @Matt Olie:

          Bei 3 % Rendite (z.B. Festgeld) müsste man ca. 1.165 Euro pro Monat zur Seite legen, um in 40 Jahren Millionär zu werden. Die meisten Abgeordneten sind aber nur 4 oder meinetwegen 8 Jahre „im Geschäft". Also, was soll diese Neiddebatte.



          Ich hab es noch krasser:



          Wenn Sie seit der Entdeckung Amerikas durch Christopher Columbus im Jahr 1492 JEDEN TAG 5.000€ "verdient" hätten, und bis heute nicht einen Euro davon ausgegeben hätten, wären Sie heute immer noch KEIN Milliardär.



          Niemand kann sich so ein Vermögen "erarbeiten".

        • @Matt Olie:

          "Reich" ist man eigentlich, wenn man von seinen Kapitalerträgen leben kann. Das geht rein theoretisch so ungefähr ab einem Kapital von 500.000€ - 550.000€. Wenn man diese Summe mit ausreichenden Ausschüttungen (~4%-4,5% netto - ja, das geht) anlegt, läge man mit den Erträgen ungefähr auf der Höhe der Grundsicherung.

          Aber Sie haben recht: Ungefähr ab 1 Mio. Euro Nettovermögen kann man sich als "reich" betrachten.

          Die sonstigen hohen Kosten kommen durch die Tätigkeit zustande, die auch gewisse Kosten für entsprechende repräsentative Erfordernisse, oft einen Zweitwohnsitz etc. beinhaltet.

      • @Aurego:

        Ja, mit mehr als 10.000 € Monatsgehalt ist man reich.

        Auch wenn es mit der zweiten Million nicht mehr klappen sollte und man in der freien Wirtschaft das auch verdient.

        Aus meiner Sicht ist die Summe als Entgelt für Bundestagsabgeordnete vertretbar.

        Aber reich wird man damit.

        • @rero:

          Nein. Solange man arbeiten muss, um zu leben, ist man nicht reich. Reich ist man, wenn man von Kapitalerträgen leben kann.

          • @Aurego:

            "Solange man arbeiten muss, um zu leben, ist man nicht reich."



            Wenn jemand viele Stunden täglich am Bildschirm sitzt, und Derivate kauft, verkauft, kauft, verkauft, ... um seine 10 Millionen zu vermehren, ist das „Arbeit“, um zu leben? Ist der nicht reich?



            Wenn jemand wegen einer Körperbehinderung nicht arbeiten kann, oder aus politischen Gründen nicht arbeiten darf, oder als Wandermönch mit fast keinem Besitz zufrieden ist, oder als Bettler mit fast nichts auskommt, oder als Rentner auf Sozialhilfeniveau geradeso zurechtkommt, ist der reich?



            Seltsame Vorstellung von Arbeit, und von Reichtum. -



            Da scheint mir Leonardo DaVinci weiser mit seinem Satz: "Arm ist nur, wer vielerlei begehrt.“



            Wie wäre es mit der Definition: reich ist, wer mehr hat, als er braucht?

            • @Selbstauslöser:

              Irgendwie haben Sie nicht verstanden, was ich geschrieben habe. Ich habe nichts von Derivaten gesagt und auch nichts davon, wie oder ob man seinen Reichtum weiter vermehrt.

              Leonardo da Vinci war sicherlich nicht der Richtige, um sich zum Phänomen der Armut zu äußern. Er selbst hat Armut nie erlebt, denn er stammte aus einer wohlhabenden Familie.

            • @Selbstauslöser:

              Kann es sein, dass Sie den Kollegen bewusst missverstehen (wollen)?

              Wer mit 10 Mio.€ zockt, "muss" das nicht, der könnte von "sicheren" Zinserträgen leben. Wenn jemand nicht arbeiten _kann_ dann ist das auch wiederum was anderes, als nicht zu _müssen_

          • @Aurego:

            Nein.



            Da lebe ich in deutlich anderen Sphären als Sie.

            • @rero:

              Nein? Nein was?



              In welchen "Sphären" leben Sie denn? - Das frage ich aus reiner Neugierde.



              Kein 6-stelliges Jahreseinkommen? Oder Multimillionär durch Erbschaft? Was genau haben Sie gegen meine Definition von Reichtum?

              • @Aurego:

                Ob ein Einkommen von 10t€ einem die Gelassenheit ermöglicht, die sich tatsächlich reiche Menschen aneignen können (aber oft nicht tun), hängt sehr davon ab, wie man es lukriert. Da dies eher subjektiv ist, sind, allgemein gesprochen, vermögenszentrierte Reichtumsdefinitionen sinnvoller als einkommensbasierte.

                • @Comerade Aardvark:

                  Wenn ich mich nicht irre, hatte ich den Begriff des Reichtums in einem meiner vorherigen Beiträge bereits vermögenszentriert definiert.

                  Das Vermögen dient in meinem Ansatz aber durchaus dazu, Rendite zu erwirtschaften, denn der Wert der meisten Assets lässt sich mittel- bis langfristig ganz gut durch das Ertragswertverfahren bestimmen.

  • Nach meiner Erfahrung sind Diäten entweder Versorgungsgeld für gescheiterte Vitae mit Parteiseilschaft oder aber Schmerzensgeld für das Ertragen eines zunehmend von den Problemen der Menschen entfremdeten Politikbetriebs.

  • 12K Einkommen, 7K Steuern und Abgaben? Die armen Parlamentarier. Klingt unglaubwürdig? Schauen wir mal:

    "Die Diäten für Bundestagsabgeordnete liegen seit 1. Juli 2025 bei 11.833,47 Euro brutto im Monat. Hinzu kommen die steuerfreie Kostenpauschale von monatlich 5.349,58 Euro sowie Aufwandsentschädigungen beispielsweise für Sitzungen."

    Da habe ich dann aufgehört weiter nachzuforschen ...

    • @Herr Lich:

      Finden Sie das besonders viel? In der freien Wirtschaft kann man ähnlich hohe Einkommen haben, wird davon aber immer noch nicht Multimillionär, wenn man kein gutes Händchen mit seinen privaten Investitionen hat.

      • @Aurego:

        In der freien Wirtschaft müssten sie auch finanzielle Verantwortung für miserable Fehlentscheidungen tragen.

        • @Birger Gerling:

          Welche Art finanzieller Verantwortung sollte das bitte sein?



          O.k., es könnte natürlich sein, dass ich schlechte Arbeit abliefere. Dann droht mittelfristig der Verlust der Arbeitsstelle. Das ist bei Parlamentariern übrigens auch so.



          Mir ist das jedoch bisher nicht passiert.

        • @Birger Gerling:

          Nicht mehr in dieser Gehaltsklasse - da können sie Bauernopfer suchen 😎

      • @Aurego:

        Hier liegt der Hund begraben: Geld wird nicht durch Arbeit "verdient", sondern durch genügend Grundkapital (woher wohl?) oder Gaunereien "gemacht".

        • @Erfahrungssammler:

          Gaunereien braucht es dazu gar nicht, wenn das Startkapital ausreicht.

      • @Aurego:

        Ja man kann, wenn man das Glück hatte, aus "gutem" Elternhaus zu stammen und seine Chancen genutzt hat.



        Normale Menschen sollten über "private Investitionen" nichtmal nachdenken, wenn ihnen etwas an ihrem Geld liegt.

        • @Matt Olie:

          Ihr 2. Abschnitt ist Blödsinn



          Ich lege meine Altersvorsorgeguthaben am Kapitalmarkt a. Trotz Dotcom-, Finanz- und diverser anderer Krisen konnte ich eine ansehnliche Rendite erziehen.



          Haben Sie schon mal vom Zinseszinseffekt gehört?

        • @Matt Olie:

          Finanziell schafft man so etwas auch ohne "gutes Elternhaus", aber mit dem Mindset könnte es schwierig werden.



          Ihr zweiter Satz ist jedoch ziemlich falsch. Sie sollten das Gleichnis der anvertrauten Talente aus dem Alten Testament noch einmal mit höchster Aufmerksamkeit lesen.

          • @Aurego:

            Ist zwar neues Testament (Matthäusevangelium), aber ein großer Teil der hiesigen Leser wird diesen Unterschied nicht kennen.

            • @FriedrichHecker:

              Da haben Sie natürlich recht. Danke für die Korrektur!

      • @Aurego:

        "In der freien Wirtschaft kann man ähnlich hohe Einkommen haben [...]"

        Glauben Sie wirklich, dass ein Großteil unserer Abgeordneten in "der freien Wirtschaft" wirklich entsprechend bezahlte Posten bekämen?

        • @migra:

          Einige schon.

  • "Dem entgegen steht, was Gysi in dem Interview noch sagte: „Wenn alle Abgeordneten aber eines Tages nur noch ein Durchschnittsgehalt verdienten, säßen im Bundestag vor allem Idealisten.“

    Dazu wird es sicherlich leider nie kommen."

    Ich teile das "leider" überhaupt nicht. Ich will nicht von Idealisten regiert werden, sondern von kompetenten Leuten. Idealisten sind nämlich auch Herr Höcke, Herr Gauweiler und Andere. Und das Leute mit sonst hohem Verdienst sich nur für die Linke engagieren, wenn die Kasse stimmt, ist kein "bösartiger Vorwurf", sondern schlicht real, weil viele Leute doch nicht jahrelang studieren und sich weiterqualifizieren, um sich dann mit einem besonders anstrengenden Job für einen besonders schlechten Verdienst. Wollen wir, dass eine Partei nur aus Leuten besteht, die entweder machtgeil oder verbohrt sind? Gerade, wenn man irgendwann regieren will, kann man es sich schlicht nicht leisten, dort nur Selbstdarsteller und Idealisten sitzen zu haben.

    Ich erlaube mir zudem die Bemerkung, dass die PCI, die hier als eines der Vorbilder genannt wird, seit Jahrzehnten nicht mehr existiert.

    • @Agarack:

      Bösartig finde ich die Unterstellung, Idealisten seien per se inkompetente, verbohrte Selbstdarsteller.



      Wer sich bei eh schon hohem Einkommen nur für Linke engagiert, wenn dafür seine Kasse klingelt, mag kompetent sein (in welchem Fach eigentlich?), aber auch glaubwürdig? Das ist es doch, was man an Politikern so sehr vermisst: Glaubwürdigkeit; dass sie sagen, was sie meinen, und tun, was sie sagen. Stattdessen drängen sich lauter Rechtsanwaltstypen ins Rampenlicht, die jeden Standpunkt vertreten können, auch von jedem das Gegenteil - solange die Kasse stimmt.

      • @Selbstauslöser:

        "Wer sich bei eh schon hohem Einkommen nur für Linke engagiert, wenn dafür seine Kasse klingelt, mag kompetent sein (in welchem Fach eigentlich?), aber auch glaubwürdig?"



        In dem Fach, in dem die Person eine Qualifikation erworben hat, durch die sie außerhalb des Parlamentes mehr verdienen würde. Ich finde es nicht "glaubwürdig", nach langen Jahren harter Arbeit zur Qualifikation für eine solche Tätigkeit plötzlich auf den dadurh erarbeiteten Gewinn zu verzichten, sondern eher etwas fragwürdig, aber das darf man gerne anders sehen.

        Ich finde nicht, dass es Glaubwürdigkeit ist, die in unserer Politik gerade fehlt. Die FDP hat sich sehr glaubwürdig für einen radikalen Anti-Staats-Kurs entschieden, der sie geradewegs in die Bedeutungslosigkeit katapultiert hat. Was vielmehr fehlt, ist Kompromissfähigkeit und die Fähigkeit, ein positives Narrativ zu transportieren, wie man gemeinsam das Land nach vorne bringen will - und dafür braucht man nicht Idealismus, sondern Pragmatismus.

        • @Agarack:

          Die FDP-Minister haben geschworen, dem Volk zu dienen, und sich dann für einen radikalen Anti-Volks-Kurs, sogar gegen ihre eigenen Koalitionszusagen entschieden. Staatliche Stütze nur für Reiche und Konzerne nennen sie „Antistaatskurs“?



          Daß Sie Idealisten nicht trauen, ist Ihr persönliches Manko. Die zahllosen Idealisten des Volkes werden dennoch ohne Bezahlung ihre Kinder und Pflegefälle versorgen, in allen Alltagsbereichen ehrenamtlich arbeiten, Selbsthilfe organisieren, sich sozialpolitisch, umweltschützend, usw. engagieren, und damit das Land aufräumen, schützen, stabilisieren, "nach vorne bringen“ (was für ein „Vorne" meinen sie eigentlich?), ganz pragmatisch, mit viel Fachwissen und Lebenserfahrung. Ungeachtet solcher Spezialisten wie P.(orsche) Lindner, der meinte, den Klimaschutz sollte FFF besser den Fachleuten überlassen.



          Die Demokratie verliert ihre Wähler gerade wegen ihrer nur fachkompetenten, empathielosen Spitzen-Pragmatiker.



          Und wer Höcke, Gauweiler & Co. für Idealisten hält, hält wohl auch Hitler für einen Sozialisten.



          Mich gruselt’s.

          • @Selbstauslöser:

            "Und wer Höcke, Gauweiler & Co. für Idealisten hält, hält wohl auch Hitler für einen Sozialisten."



            Denken Sie denn, Höcke ist nicht zutiefst von dem überzeugt, was er sagt? Ich habe wenige Leute in der Politik gesehen, denen ich mehr glaube, dass sie ihre rassistischen Aussagen zutiefst ernst meinen. Ebenso waren es hehre Ideale, in deren Namen auch die Gulags einst errichtet wurden: Nur noch diese paar "Volksfeinde" ausschalten, dann bricht morgen der glorreiche Kommunismus aus. Dass Sie nicht akzeptieren können, dass Leute "Idealisten" sein können, die zutiefst menschenfeindliche Ideale vertreten, ist offenbar Ihr Manko.

            Generell scheint mir, dass sich in Ihrem Kommentar ein weitestgehend in Schwarzweiß gehaltenes Weltbild wiederfindet. Eine Parole wie: "Anti-Volks-Kurs" würde ich sicherlich nicht verwenden - ich mag die FDP nicht, aber dass sie sich zusammensetzte, um zu überlegen, wie sie dem Volk am besten schaden könne, ist doch eine eher absurde Vorstellung.

    • @Agarack:

      "Ich will nicht von Idealisten regiert werden, sondern von kompetenten Leuten."

      Wo soll denn diese Kompetenz herkommen? Gefühlt sind 90% aller bekannteren Politiker Anwälte...



      Kompetenz gibt es mit Glück gelegentlich mal bei deren Beratern.

      • @Matt Olie:

        Ich würde behaupten, da das Parlament ein gesetzgebendes Organ ist, sind kompetente Anwälte im Kern eigentlich sehr gut geeignet, um dort zu arbeiten. Fachpolitiker*innen für andere Bereiche gibt es ja durchaus auch.

        • @Agarack:

          Man sollte zumindest ein bisschen wissen, um was es in dem Gesetz geht.



          Oder wie ich an der Uni gelernt habe: die Hälfte des Vertragsrechts können Sie in der Pfeife rauchen, weil da Juristen Regeln für technische oder kaufmännische Sachverhalte aufgestellt haben, obwohl sie im Zweifelsfall von beidem keine Ahnung haben. 😎 Der Dozent, der diesen Spruch rausgehauen hat, war im Übrigen Jurist...

          • @FriedrichHecker:

            Klar, würde ich gar nicht dagegen reden. Ich finde nur das Argument, es säßen Anwälte anstelle kompetenter Leute im Bundestag, wie es mein Vorkommentator vortrug, etwas gruselig.

  • Sehr guter Beitrag, der offen mit den Zahlen umgeht. Allerdings bin ich mir sicher, dass ein Großteil der Linken-Mitglieder überrascht wäre, dass nur rund € 4100 von der doch recht hohen Summe übrigbleiben.



    Was passiert eigentlich mit der steuerfreien Pauschale, die die Abgeordneten zusätzlich bekommen? Bleibt die ungedeckelt?

    • @Dirk Osygus:

      Ich bin mir sicher, dass ein Großteil der Menschen das "nur" mit Kusshand bei 4100€ vernachlässigen würden.

    • @Dirk Osygus:

      Die ist nicht zum Verjubeln da, wie mancher vielleicht meint, sondern zum Beispiel für die Bezahlung von Mitarbeitern. Dass sie insbesondere von AgD-Abgeordneten gern verwendet wird, um Familienmitgliedern eine Sinekure zu verschaffen, steht auf einem anderen Blatt.