piwik no script img

Umgang mit der AfDVerdampft noch mal!

Daniel Bax

Essay von

Daniel Bax

Die Wirtschaft steckt in der Krise, die Regierung auch, die AfD steht vor der Tür. Warum sind so viele immer noch so gelassen?

Nicht so flüchtig wie diese Rauchwolke auf ihrer Wahlparty: die AfD Foto: Rafael Heygster/laif

D ie Temperatur steigt. Langsam, aber unausweichlich. Und wie der sprichwörtliche Frosch, der in einem Kochtopf sitzt, der langsam wärmer wird und der deswegen allmählich verbrüht, harren auch viele von uns paralysiert und schreckensstarr der Dinge. Manche reden sich ein, dass es schon nicht so schlimm kommen werde, während andere versuchen, der Entwicklung etwas Gutes abzugewinnen. Aber wir nähern uns, ganz allmählich, einem gesellschaftlichen Kipppunkt.

Die Anzeigetafeln an den Tankstellen lesen sich wie ein Fieberthermometer. Die Preise steigen, besonders sichtbar beim Benzin, das immer noch ein zentraler Treibstoff unserer Gesellschaft ist. Aber nicht nur die Spritpreise, auch die Kosten für Heizöl und Erdgas steigen, weil die Straße von Hormus aufgrund des Kriegs gegen den Iran noch immer massiv eingeschränkt ist.

Infolgedessen steigen die Preise für Grundnahrungsmittel wie Gemüse, Backwaren und Milchprodukte, auch Restaurantbesuche und Reisen werden teurer. Zugleich nimmt die Inflation zu, wodurch man für sein Geld weniger kaufen kann.

Parallel dazu steigen die Umfragewerte der AfD. Langsam, aber ebenso scheinbar unausweichlich. Im Bund hat sie jetzt, laut allen Meinungsforschungsinstituten, die Union überholt. In Sachsen-Anhalt, wo im Herbst gewählt wird, liegt sie bei über 40 Prozent, eine absolute Mehrheit liegt dort bedrohlich nahe.

Bleibt es dabei, wird es zumindest schwierig, ohne sie eine Regierung zu bilden. So, wie es schon in Sachsen und Thüringen schwierig geworden ist. Die Minderheitsregierungen dort stützen sich zur Not, wenn es darauf ankommt, noch auf andere Parteien, vor allem auf die Linke. Doch die AfD wartet nur darauf, dass die Brandmauer bricht.

Krisen über Krisen

Die aktuelle Wirtschaftskrise kommt zu all den anderen Krisen dazu, zur Klimakrise und zur Ukrainekrise, und sie verschärft die Krise der Demokratie. Denn jeder weiß, wer die Energiekrise verursacht hat: Es waren Donald Trump und Israels Premier Benjamin Netanjahu, der ihn zu seinem dummen Krieg gegen den Iran überredet hat.

Man kann froh sein, dass die AfD nicht offensiv auf dumpfen Antiamerikanismus und antisemitische Ressentiments setzt. Mit ihrer ostentativen Trump-Kumpanei hat sie sich kompromittiert, mit ihren offiziellen Lippenbekenntnissen zur deutschen Staatsräson gegenüber Israel gibt sie sich handzahm. Gut möglich, dass sie ihren Ton ändert, wenn sie es für opportun erachtet. Doch sie muss eigentlich gar nichts tun, sie muss nur abwarten. Der Unmut über die aktuelle Entwicklung ist Wasser auf ihre Mühlen.

Die Bundesregierung findet keine geeigneten Mittel, um diesem Unmut zu begegnen. Friedrich Merz hat zu viel versprochen, als er im Wahlkampf vollmundig zusicherte, das Land aus der Krise zu führen, und in seiner Regierungserklärung behauptete, man werde schon im Sommer 2025 spüren, dass es vorangehe im Land. Auf den ausgebliebenen „Herbst der Reformen“ folgt nun ein Sommer des Unbehagens. Ein Sommer, den mehr Menschen in Deutschland verbringen werden als die Jahre zuvor.

Der wirtschaftliche Einschnitt ist tiefer als während der Coronakrise. Denn während die Pandemie einem abrupten Schock glich, der irgendwann überstanden war, erleben wir jetzt eine Wirtschaftskrise, die aufgrund struktureller Schwächen zu einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand führen wird. Darauf sind wir nicht vorbereitet, und Merz findet nicht die richtigen Worte, um die Menschen auf schwierige Zeiten einzustimmen. Der Tankrabatt ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die AfD muss in dieser Lage gar nichts tun, sie muss nur abwarten

Die Union glaubte, mit einer radikalen Migrationswende der AfD das Wasser abgraben zu können – das Ergebnis ist bekannt. Nun will sie die Arbeitszeit ausweiten, den Kündigungsschutz lockern und an der Rente rütteln. Ob das die AfD schwächt? Unwahrscheinlich. Auch von rechts wird die Kritik an Friedrich Merz immer lauter. Milliardenschulden statt „Schuldenbremse“ gelten vielen als gebrochenes Versprechen, die sogenannte Migrationswende geht manchen nicht weit genug. In ihren Augen gibt der Kanzler der SPD viel zu oft nach.

Konservative Autoren wie Jan Fleischhauer, Gabor Steingart und Nikolaus Blome behaupten, „linke Mythen“ und die SPD würden den Kanzler fesseln. Merz gibt sich trotzig und wild entschlossen, diesem Eindruck entgegenzutreten, und lässt sich dafür beim DGB und sogar auf dem Katholikentag ausbuhen. Dennoch werden die Sirenenrufe von Springer, Nius, Tichy und Co immer lauter, die Union möge doch den Schulterschluss mit der AfD suchen. Dann könne Merz endlich die Politik machen, die er möchte, säuseln sie.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Die Abstiegsängste sind real, die Verteilungskämpfe brutal. Das treibt der AfD, die sich als die Partei des nationalen Egoismus und Anwältin der alteingesessenen Mehrheit versteht, die Wähler zu. Was die Union zum Pakt mit der AfD abhält, ist vor allem deren Haltung zu Russland und zum Krieg in der Ukraine.

Aber wird das ein Hindernis bleiben? Es wird schließlich immer einfacher, die Ukraine im Stich zu lassen, nachdem schon die USA abgerückt sind. Warum soll man sie noch finanziell unterstützen, wenn schon hierzulande immer mehr gespart wird – zumal viele Deutsche einen direkten Krieg gegen Deutschland für wenig wahrscheinlich halten, allen Bedrohungsszenarien zum Trotz?

Was Menschen von Fröschen unterscheidet

Die Milliardenbeträge an die Ukraine übersteigen die Ausgaben für die viel genannten „Radwege in Peru“ bei Weitem, die zum Sinnbild für eine angeblich verrückte linke Politik geworden sind. Das macht den Ruf nach „Germany first“ für viele attraktiv. Und Markus Söder und Jens Spahn lauern schon darauf, das Ruder zu übernehmen, wenn Merz scheitert.

Sie wären womöglich auch zu einem Deal mit der AfD bereit. Union und AfD hätten im Bundestag und in sieben Bundesländern – in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Bayern und Hessen sowie neuerdings auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz – schon jetzt rechnerisch eine Mehrheit.

Dass sich ein Frosch langsam zu Tode kochen ließe, wenn man das Wasser langsam erhitzt, ist übrigens ein Mythos. Diese Wechselwarmblüter reagieren vielmehr sehr empfindlich auf Temperaturveränderungen. Sobald das Wasser eine Temperatur erreicht, die für sie unangenehm ist, versuchen sie, ihrer Situation zu entkommen.

taz schneller googeln

Sie wollen beim Googlen taz-Texte besser finden? Dann können Sie mit einem Google-Konto die neue Funktion „bevorzugte Quellen“ nutzen. Um die taz hinzuzufügen, müssen Sie nur diesen Link anklicken und einen Haken setzen.

Ach, sie wollen Google lieber meiden? Dann nutzen sie doch duckduckgo oder ecosia.

Das unterscheidet sie von vielen Menschen. Denn es ist bemerkenswert, wie ruhig viele in dieser Lage noch bleiben. Entweder es geht ihnen doch besser, als man denkt. Oder sie glauben, eine AfD-Regierung werde sie selbst schon nicht betreffen und einschränken. Anders ist diese Gelassenheit – oder besser: dieser Fatalismus – nicht zu erklären.

Anders als Frösche können Menschen mehr tun, als nur aus dem Kochtopf zu flüchten, um etwas an ihrer Situation zu ändern. Zum Beispiel auf die Straße gehen und mehr Druck auf diese Regierung ausüben, alles dafür zu tun, dass die Temperatur sinkt.

Nur noch 460 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Daniel Bax
Redakteur
Daniel Bax ist Themenchef im Regieressort der taz. Er schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland und hat bisher zwei Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den Trend zum Rechtspopulismus. Sein neues Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist gerade im Goldmann Verlag erschienen.
Mehr zum Thema
Fotomontage eines wochentaz-Titels und dem Buchcover „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit

10 Wochen taz + Sachbuch „Autoritäre Rebellion“

Zeiten wie diese brauchen Seiten wie diese: unabhängig, konzernfrei und mit klarer Kante gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsruck. Teste jetzt die taz und erhalte das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit als Prämie.

  • Das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit als Prämie
  • Die wochentaz jeden Samstag frei Haus + digital in der App
  • Die tägliche taz von Mo-Fr digital in der App
  • Zusammen für nur 28 Euro

10 Wochen taz + Buch „Autoritäre Rebellion“

Jetzt bestellen

87 Kommentare

 / 
  • Ja vieles finde ich richtig angesprochen.



    Zweimal 2024, und 2025 kamen Millionen Deutsche zu Demonstrationen gegen Rechts landesweit zusammen.



    Aber wenn es um Sozialabbau-Angriffe von oben geht, dann demonstriert kaum jemand. In Bremen gab es eine solche Demo Ende April mit 400 Tn.



    Es gibt "unkürzbar"-Treffen in Stadtteilen.



    Und auch der Tacheles-Newsletter hat viele tausend Abonnenten.



    Aber praktischer Widerstand gegen die Rechtsfront fehlt, als wäre es eine bürgerliche Aktivität "gegen Rechts Haltung zu zeigen."



    Davon habe ich nichts.



    Ich habe eine zu kleine Wohnung, erreiche kaum Arzttermine, habe kein Auto, der ÖPNV ist zu grobmaschig, nur mit dem Fahrrad geht etwas. Bei den Jobcentern werden die Anträge nicht bearbeitet - man muss erneut einen Antrag auf sofortige Bearbeitung beim Sozialgericht stellen. Nur dann gibt es Geld.



    Auf welche Krise nicht vorbereitet? Für arme Leute ist das ein Dauerzustand. In den Urlaub fliegen? Was soll das sein?



    Ich fürchte allseitige Entsolidarisierung.

  • Michel Friedmann kritisiert das gesellschaftliche Schweigen in Bezug auf den starken Erfolg der AFD.



    Bei über 40 Prozent für die AFD bundesweit dürfte fast jeder jemanden kennen, der AFD wählt.

    Raphael Gross, Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museums, kritisiert in der FAZ Erinnerungsversnstaltungen mit Holocaust-Opfern, weil Täter und Mitläufer nicht eingeladen wurden.



    Denn, Zitat "Man wollte eigentlich Überlebende des Holocausts treffen, um ihnen zu sagen oder allein durch diese Begegnung zum Ausdruck zu bringen, dass man sich für die Taten schämt, sie ablehnt. Dieses Bedürfnis finde ich auch völlig verständlich!"

    Doch diese Scham verdecke, worum es wirklich gehe, die Auseinandersetzung mit den Taten der Täter und



    das lebende Opfer in einer "Erinnherungskultur" verabschiedet wurden, obwohl er Gross mit diesen Opfern seit Jahren zusammenlebe.



    Er kritsiert vor allem das konsequenzlose der „Erinnerungskultur": dass es z. b. kein Gesetz zur Rückgabe von geraubten Kunstgütern gebe und erst an Taten und Täter erinnert wurde, als keine Konsequenzen mehr zu befürchten waren. Das gälte für alle gesellschaftlichen Eliten.

  • Ein Hauptgrund für das grosse Erstarken der AfD ist die schlechte politik von CDU und SPD der lezten Jahre.



    Es werden grundsätzliche Dinge nicht angegangen, deren Dringlichkeit offensichlich ist (Rentensysten, Gesundheitssystem, Reform der EU). Es werden handwerkliche Fehler gemacht (Heizungsgesetze, Verteidigungspolitik).



    Inzwischen scheint eine Lösung nur noch dergestalt möglich, dass fähige Kräfte aus CDU, SPD und FDP eine neue Partei der Mitte / liberalen Mitte gründen, uner Einbeziehung interessierter fähiger Käfte, die bis jetzt nicht in der Politik sind.

    • @T-Rom:

      CDU und SPD haben schlechte Politik gemacht?



      Kommt drauf an, wen man fragt. Die obersten 0,x % der Bevölkerung finden deren Politik sogar ganz gut. Haben auch viel Geld in Lobbyismus und Medien gesteckt.



      Der Bevölkerung wird aber verkauft, dass alles natürlich im Interesse der Wählenden geschieht. Warum trotzdem die Lebenskosten steigen? Dafür braucht man ein Feindbild: Die Ausländer und die Grünen sind natürlich schuld.



      Und das ist auch genau der Grund, warum sich 1. die Politik nicht ändern wird (weil sie kommt ja der herrschenden Klasse zugute), 2. Ihr Vorschlag zwar gut klingt, aber nicht umgesetzt wird (siehe 1.) und selbst wenn, dann auch diese "neue" Partei wieder nur die Interessen der Reichen vertreten würde, da diese die öffentliche (durch Medien) und politische (durch Lobbyismus) Meinungsbildung maßgeblich beeinflussen.



      Und das ist auch drittens der Grund, warum die AfD an Macht gewinnt: Weil sie nur ehrlich das umsetzen möchte, was alle anderen als Problemlösung vorschieben.

    • @T-Rom:

      Die AfD hat sich während der Regierung von SPD/Grüne/FDP von 10,6 % auf 20,8 % fast verdopelt. Wirtschaftminister war Habeck, Landwirtschaftsmister Özdemir und Aussenministerin war Baerbock. Das es also nur an der SPD, Unnion und FDP liegt das die AfD erstarkt ist halte ich für unwahrscheinlich.

  • Sie können



    1.



    als Richter sehr viel Professionalität und Expertse and den Tag legen und damit der Bundesrepublik nützen ("gute Leute").



    2.



    Sie können aber genauso das System wie Freißler bewusst und sehr brutal von den Füßen auf den Kopf stellen und alles auf dem Weg zerlegen. Dabei werden Sie womöglich (teilweise) von anderen Instanzen ausgebremst.



    3.



    Drittens können Sie aber auch wie Larenz und Carl Schmitt mit großer Professionalität offensichtliche Nonsensentscheidungen juristisch filigran und überzeugend durchargumentieret wasserdicht begründen. Das ist das Schlimmste.

    Deshalb ist der Durchmarsch der AgD viel gefährlicher als die Besetzungen der Grünen oder anderer demokratischer Parteien: Denn als AgD bedienen zwei von drei der genannten Gruppen von Richtern; zunächst die dumpfen Überzeugungstäter und daneben die Karrieristen, die zeigen wollen, das ein guter Jurist alles begründen kann. Sie sind wie Boris Johnson, der eine Rede für und eine Rede gegen den Brexit vorbereitet hatte und dann merkte, dass seine Karrierechancen als Brexiteer weit besser sind. Man kann das derzeit sehr gut am Fallbeispiel USA bestaunen.

  • taz: *Dennoch werden die Sirenenrufe von Springer, Nius, Tichy und Co immer lauter, die Union möge doch den Schulterschluss mit der AfD suchen. Dann könne Merz endlich die Politik machen, die er möchte, säuseln sie.*

    Friedrich Merz macht doch schon die unsoziale Politik, die er möchte, denn solange das 'Damoklesschwert AfD' über unseren Köpfen schwebt, kann die Merz/Söder-Union den Sozialstaat (Art. 20 GG) fleißig demontieren, weil die SPD es nicht wagen wird einen Koalitionsbruch zu riskieren und brav alles Unsoziale der merzschen Politik mitmacht.

    • @Ricky-13:

      Die SPD blockt doch sinnvolle Änderungen und macht damit die AFD immer stärker. Die Umfragen zu Bürgergeld und Migration sind eindeutig. Einen besseren Wahlhelfer kann sich die AFD momentan kaum wünschen.

      • @AmArschderHeide:

        Egal wer was tut, immer hilft alles angeblich der AfD.



        Die SPD will keine Reformen die primär zu Lasten der ärmeren Schichten gehen. Die AfD profitiert.



        Die Union will Reformen auf Basis von Sozialabbau und Entlastung der Wohlhabenden. Die AfD profitiert.



        Die Grünen wollen Energiewende und Klimaschutzmaßnahmen. Die AfD profitiert.



        Linke wollen Umverteilung oder das Ende von Diskriminierung. Die AfD profitiert.



        ...

        Man muss sich endlich mal von dieser irren Argumentation verabschieden. Nichts, aber rein gar nichts, von all dem was da ständig als Begründung dafür angeführt wird warum angeblich die Demokraten die Wähler den Rechtsextremen zutreiben ist ein zwingender oder auch nur logischer Grund dafür rechtsextrem zu wählen. Wer das macht, tut es weil er rechtsextreme Politik will und nicht etwa weil die Grünen das Klima oder die SPD den Sozialstaat retten wollen.

        Und was "sinnvolle Änderungen" sind ist eben notwendiger Gegenstand der politischen Auseinandersetzung. Wäre es eine objektiv feststellbare Tatäsche wäre nicht die Politik, sondern Wissenschaft und Technokraten gefragt.

  • Richtig, interessant wie ruhig es ist. Und wie doch alle Schuld sind, außer man selbst.



    Insbesondere trifft dies viele Medien, derlei Meinungsartikel gehören dazu. Gemotze, Angst schüren, Befürchtung übersteigern, Unterstellungen gegenüber des politischen Gegners. Negativ und destruktiv.



    So macht man die AfD nicht klein, man bestätigt nur, dass man keine Ideen hat wie es besser läuft. So wird das nix mit der AfD Verdampfung.



    Wenn man die Geschichtsbücher bemüht: Auch 1932 und 33 wurde nix besser gemacht....sondern "Gefahr von rechts" gerufen. Zu wenig, diese Strategie!

    • @Tom Farmer:

      "Solche Menschen müssen wir selbstverständlich entsorgen.”



      Petr Bystron, MdEP 2017 auf dem Landesparteitag der AfD Bayern in Greding

      “Vermisst seit 1945 (…) Adolf, bitte melde dich! Deutschland braucht dich! Das deutsche Volk.”



      Elena Roon, AfD-Mitglied des Bayerischen Landtags, Schriftzug auf Hitlerbild in Chatgruppe mit Bild von Adolf Hitler 2017

      „Die Pläne für einen Massen- Austausch der Bevölkerung sind längst geschrieben.“



      Beatrix von Storch, stv. Vorsitzende AfD-Bundes- tagsfraktion auf Twitter 2016

      “Wissen Sie, das große Problem ist, dass man Hitler als absolut böse darstellt.“



      “You know, the big problem is that one presents Hitler as absolutely evil. But of course we know that there is no black and no white in history. And that there are many shades of gray.”



      Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender AfD Thüringen, 2017, Interview Wallstreet Journal

      „Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.“ Alice Weidel, AfD-Bundessprecherin 2017, Rede beim Bundesparteitag in Köln

      „Deutschland den Deutschen!“ Benjamin Nolte, AfD-MdL Bayern 2017

      Die Deutschen wissen sehr genau das die Nazis 6 Millionen Juden ermordet haben. 26% wählen die AfD. Bis jetzt

    • @Tom Farmer:

      Und auf welcher Grundlage meinen sie beurteilen zu können, dass all das nur Stimmungmache und übersteigerte Befürchtungen sind? Man braucht diesen AfD-Leuten doch einfach nur mal zuzuhören was die so sagen und wollen, gern auch solchen die als angeblich gemäßigt gelten. Ich finde schon, dass das Anlass zu sehr berechtigten Befürchtungen ist.



      Die Parallele zu den Kassandrarufen von 1932 ziehen sie selbst und meinen dennoch Entwarnung geben zu können?

  • Viel zu selten wird thematisiert, dass die SPD durch ihre Abgrenzung nach links erheblich zum Erstarken der AFD beiträgt.

    Die Sozialdemokraten lähmen sich durch ihren unbedingten Drang zur sogenannten "Mitte" selbst und ersticken jede Hoffnung auf einen wie auch immer gearteten Politikwechsel im Keim.

    Die Union macht das was man von der Union erwartet - eine konservative bis rechte, den Kapitalismus stützende Politik - notfalls auch ohne Berücksichtigung ökologischer Aspekte.



    Dass Teile der Grünen trotzdem mit dem Gedanken einer schwarz/grünen Regierung spielen schwächt die Position der SPD zusätzlich und macht sie noch mehr zum Erfüllungsgehilfen konservativer Politik.

    Nur zu behaupten, dass es ohne sie für die Durchschnittsbevölkerung noch schlimmer käme, trägt nicht zur Glaubwürdigkeit bei und bindet sie in Ermangelung eigener Mehrheitsaussichten auf Dauer an die CDU/CSU.

    Dass sich verunsicherte Wähler*innen die sich durch die aktuelle Politik nicht ernstgenommen fühlen ausgerechnet der AFD zuwenden hängt m.E. auch mit dem Mangel an echten Alternativen zusammen.

    Wer rot/rot/grün als Linke Alternative grundsätzlich ausschließt, treibt Wähler*innen in die Arme der Rechten

    • @Bürger L.:

      "Wer rot/rot/grün als Linke Alternative grundsätzlich ausschließt, treibt Wähler*innen in die Arme der Rechten"



      Auf Landesebene sind solche Bündnisse gar nicht so ungewöhnlich (je nach Bundesland). Auf Bundesebene stellt sich ein fundamentales Problem:

      Was würde die Linke tun, wenn sie an der Regierung ist und Russland in einen Baltikumsstaat einmarschiert? Die Linke, wie sie sich bisher gibt, würde mutmaßlich eine Erklärung rausgeben, die mit: "Böser Putin, das macht man aber nicht >:(" zusammengefasst werden kann - und gleichzeitig alle darüber hinausgehenden Hilfen verweigern. Das ist schon ein großes Problem.

    • @Bürger L.:

      ""Viel zu selten wird thematisiert, dass die SPD durch ihre Abgrenzung nach links zum Erstarken der agd beiträgt."" --



      =



      Heidi Reichinik ist Im Gegensatz zu Ihnen bereits 10 km weiter - die aus Merseburg/Sachsen-Anhalt stammende Gruppenvorsitzenden der parlamentarischen Linken betont immer wieder sie werde ihre „Heimat nicht dem Faschismus zum Fraß vorwerfen“. Die Partei warnt eindringlich davor, dass die agd im Falle eines Sieges Zugriff auf wichtige Schalthebel wie Polizei, Bildung und Medien erhalten wird..



      =



      "Gesprächsbereitschaft gegenüber DEMOKRATISCHEN Kräften:"



      =



      Um die agd zu verhindern, zeigt sich "Die Linke" offen für eine Zusammenarbeit mit anderen DEMOKRATISCHEN Parteien. Ines Schwerdtner & Reichinnek signalisierten Gesprächsbereitschaft, etwa um eine CDU-Minderheitsregierung zu unterstützen.



      =



      Zusammenarbeit von Links & Konserativ existiert bereits in Thüringen & Sachsen - und Manuela Schwesig (SPD) wird in Mac Pom auch nicht ohne die Linke auskommen.



      =



      Die Konservativen sind in der Mehrheit Anti-AFd-ler - und Reichinnik hat begriffen das Klein Klein erstmal links liegen zu lassen - um mit Bündnissen & Toleranz Faschismus zu verhindern.

    • @Bürger L.:

      Rot-rot-grüne Koalitionen sind doch auf Landesebene alles andere als eine irgendwie ungewöhnliche Option. Da von einer "unbedingten Abgrenzung" zu sprechen scheint mir keine wirkliche Grundlage zu haben. Und davon, dass es in der SPD einen Beschluss gäbe der eine solche Konstellation "grundsätzlich ausschließt" hätte ich bislang auch noch nichts gehört. Aber mit gemeinsam rund 35% ist halt keine stabile Regierungsmehrheit zu machen.

  • Nehmen wir mal an die CDU bandelt mir der AfD tatsächlich an. Ich kann mir vorstellen, dass sie dann rund die Hälfte ihrer Wähler verliert. Die AfD ist nämlich bei CDU-Wählern nicht besonders beliebt (60% sind gegen eine Schwächung der Brandmauer), und die CDU-Rechtsaußen aus dem Nius-Umfeld, die 2025 noch Merz gewählt haben, stimmen in den Umfragen wahrscheinlich größtenteils schon für die AfD.

    Daher müsste die CDU dann aufpassen, dass ihr nirgendwo Neuwahlen untergejubelt werden. Und AfD-Alleinregierungen in einigen ostdeutschen Ländern dürfte es dann trotzdem geben, weil die CDU zu schwach wäre.

    Alles in allem keine besonders gute Aussichten für die CDU. Es sieht fast nach dem Schicksal von Parteien wie Les Républicains aus. Sie hat sich aber selber in diese Sackgasse manövriert. Es mag ehrenwert erscheinen, die AfD halbieren zu wollen, die Umsetzung war aber sehr schlecht und die Entwicklung vorhersehbar. Kein Mitleid von mir daher.

    • @argie:

      "Nehmen wir mal an die CDU bandelt mir der AfD tatsächlich an. Ich kann mir vorstellen, dass sie dann rund die Hälfte ihrer Wähler verliert. Die AfD ist nämlich bei CDU-Wählern nicht besonders beliebt (60% sind gegen eine Schwächung der Brandmauer)"



      Vorsicht, diese 60% entstanden nach einer bundesweiten Umfrage...



      Da viel mehr Menschen im Westen als im Osten leben, verzerrt das leicht das Bild.



      In ostdeutschen Landesverbänden sind die Ansichten zur AfD wesentlich differenzierter unter Unionswählern und Politikern der Landesverbände - vereinzelte Stimmen riefen schon offen zur Öffnung zur AfD auf.



      Unabhängig davon wird eine Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke von der CDU-Wählerschaft bundesweit strikt abgelehnt.



      Ich bin bei Ihnen, dass eine Mehrheit der CDU-Wähler keine Koalition mit der AfD anstrebt, aber wenn die Ergebnisse nach den Wahlen nur zwei Konstellationen zulassen, nämlich Koalition mit AfD oder Die Linke, dann wäre ich sehr vorsichtig, weil die AfD der Union natürlich deutlich näher steht als Die Linke...



      An eine Koalition aus AfD und Union glaube ich auch (noch) nicht, aber eine Minderheitsregierung der Union mit Duldung der AfD ist absolut vorstellbar.

  • Ich möchte bemerken, dass der Machtübernahme der AfD von beiden politischen Rändern gerade der Weg geebnet wird. Die linke Rhetorik, auch hier in der Taz, schießt nämlich in ihrer Kritik an der aktuellen Regierung auch oft weit über das Ziel hinaus. In den Kommentaren hier finden sich regelmäßig Bemerkungen der Marke: "Die csdU will doch längst mit der AgD zusammengehen!!!!!", und in der Zeitung selbst werden selbst absurde Unflätigkeiten wie die plumpe Beleidigung mit Merz und den Eiern noch verteidigt und z.B. von "Ostereiern" gesprochen. Die jetzige Regierung könnte die letzte sein, die noch eine Chance hat, die AfD tatsächlich abzuwehren. Wem etwas an der liberalen Demokratie liegt, der sollte ihr - bei aller Kritik - Gelingen wünschen und nicht hämisch ihr baldiges Scheitern heraufbeschwören.

    Hinzu kommt die noch viel katastrophalere Rhetorik, welche die Merz-CDU und AfD direkt gleichsetzt - wer diese ultimative Verharmlosung der AfD praktiziert, der sollte sich wirklich schämen.

    Linke sollten wieder stärker zwischen politischem Gegner und Feind unterscheiden. Die Merz-CDU ist ersteres, die AfD ist letzteres, und wer beides verwischt, hilft der AfD.

    • @Agarack:

      So richtig der Wunsch nach differenzierter Betrachtung auch ist, sollte man schon nicht unterschlagen, dass die Union selbst auch nicht viel dazu beiträgt, den Linken eine klare Unterscheidung zwischen konservativer und extremer Rechter leichter zu machen. Irgendwo im Spektrum zwischen Ex-CDUlern wie Gauland, Maaßen, Steinbach und Noch-CDUlern wie Klöckner, Ludwig, Petschner-Multari oder Rödder gälte es eigentlich die Brandmauer zu verteidigen, statt lieber recht nahtlos den rechten Kulturkampf gegen Migranten und Regenbogenfahnen fortzusetzen. Dass es in diesem Spektrum zwischen rechts-konservativ und rechts-radikal inzwischen doch auch einige einflussreiche Köpfe innerhalb der Union gibt die laut über eine Duldung oder gar Kooperation mit der AfD nachdenken ist eben leider keine haltlose linke Unterstellung sondern eine belegbare Tatsache. Das bedeutet noch nicht, dass sich diese Leute sämtliche AfD-Positionen zu eigen machen, sehr wohl aber, dass sie ihr potentiell zur Macht verhelfen. Solche Tendenzen von Links aufzuzeigen, zu kritisieren und möglichst zu verhindern bleibt unabdingbar notwendig.

    • @Agarack:

      "...Linke sollten wieder stärker zwischen politischem Gegner und Feind unterscheiden. Die Merz-CDU ist ersteres, die AfD ist letzteres..."







      Da wird sehr wohl unterschieden. Die erstere wird politisch mit harten Bandagen bekämpft, die zweitere soll möglichst isoliert und verboten werden.







      Und Merz sollte mal nicht so jammern. Während der Ampeljahre waren er und Söder eine reine Diffamierungsmaschine jenseits von gut und böse. Da war erst recht nichts mit "der Regierung gutes Gelingen wünschen". Auch noch unterstützt von der damals noch LINKEN Wagenknecht (Zitat: "„Für mich sind die GRÜNEN die heuchlerischste, abgehobenste, verlogenste, inkompetenteste und gemessen an dem Schaden, den sie verursachen, derzeit auch die gefährlichste Partei, die wir aktuell im Bundestag haben“) ging die Kritik noch viel weiter als heute an der CDU-Regierung.







      Der Bruch der demokratischen Parteien ging von CDU/CSU aus! Brandmauer zu den LINKEN, konsequente Ablehnung der GRÜNEN („Die Grünen machen so viel Mist, die müssten eigentlich unter die Düngeverordnung fallen.“ „Schwarz-Grün geht mit mir nicht. Da kann sich auch jeder darauf verlassen").

      SPD als notwendiger Stimmenbringer geht gerade noch

      • @Sisone:

        Sie haben nicht völlig Unrecht mit Ihrer Kritik an Merz und Söder während der Ampelzeit, nur hat die linke Presse dieses Vorgehen durchgehend massiv kritisiert, und das Ganze ist insgesamt eher nach hinten losgegangen, weil ein Teil der potenziellen CDU-Wählerschaft darauf mit einem gewissen Befremden reagiert hat.

        Sich jetzt aber hinzustellen und zu sagen: "Merz und Söder haben angefangen, also schnell die Boxhandschuhe ausziehen!" halte ich für falsch. Stattdessen wäre jetzt eine Chance da, eine Versachlichung und Abkühlung des Diskurses zu erzwingen.

    • @Agarack:

      Danke, ich sehe es genauso.

  • Ich Frage mich immer wieder, warum die AfD gewählt wird.



    Inzwischen glaube ich da gibt es einen großen Teil Wähler gibt, für die das eine Art "Rache" Wahl ist. Von denen erwartet niemand, dass sich durch die AfD irgendetwas verbessert. Im Gegenteil: Da ist die Erwartung, das sprengt das "System" wirklich in die Luft... und dabei erwischt es dann auch endlich einmal oberen 10000 und nicht nur den Rest... dass es den Rest immer auch erwischt, davon gehen alle diese Wähler sowieso aus.

    • @lundril:

      Scheinbar sind die AgD Wähler so naiv, dass die/wir unten immer alles ausbaden ist ja gesetzt, allerdings zeigt die Geschichte doch, dass das die oberen 10.000 aka Superreichen, früher Adel bislang kaum tangiert hat, der einzige Bruch war die Arisierung, wo die Vermögen reicher Juden von den reichen Arieren gestohlen wurden.



      Bei den AgD Wählern scheint das so eine Lust am Chaos zu sein ähnlich der früheren Begeisterung vor Kriegen. Das nicht vorhandene Charisma von Figuren wie Höcke, Weidel und Chrupalla kann es ja nicht sein, wenn man die nicht kennen würde und begegnete ihnen auf der Straße, hätte man doch allenfalls ein mitleidiges Lächeln für die übrig.

    • @lundril:

      Und ich frage mich sehr oft: Rache wofür??



      Vielen FdA-Wählern geht es gut, sie lassen sich durch Hetze und Polemik einreden, es gehe ihnen schlecht.



      Wofür rächen sich die Spender von hohen Geldbeträgen, wofür Firmen- und Konzernleitungen? Ich fange jetzt nicht mit Aufzählen an....

  • Die Einschätzung wird von Verfassungsschützern, und Vertretern der demokratischen Institutionen geteilt das bei einer Machtübernahme der agd, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, dass die vorhandenen Sicherheits- und Rechtsorgane systematisch unterwandert, gleichgeschaltet und entsprechend umgebaut werden.



    =



    Es existieren bereits Pläne und Aussagen von agd-Vertretern, unliebsame Führungskräfte in Sicherheitsbehörden auszutauschen und durch eigene Gefolgsleute zu besetzen.



    =



    Das gildet für alle Behörden, für die Polizei, Bundeswehr, für Richter und Staatsanwälte.



    =



    Derzeit laufen bundesweit zahlreiche Disziplinarverfahren gegen Beamte wegen des Verdachts auf rechtsextremistische Gesinnung. Eine Regierungsbeteiligung führt dazu, dass solche Ermittlungen gegen Verfassungsfeinde eingestellt und vertuscht werden.



    =



    Natürlich ist der rechte Rand der CDU gefährdet wenn es hart auf hart kommt die Brandmauer einzureissen. Die Linke sollte differenzieren lernen: Merz und die übergroße Mehrheit der CDU gehören mit Sicherheit nicht dazu - die Linke sollte die agd nicht größer machen als sie tatsächlich ist.

    • @zartbitter:

      Zitat : Es existieren bereits Pläne und Aussagen von agd-Vertretern, unliebsame Führungskräfte in Sicherheitsbehörden auszutauschen und durch eigene Gefolgsleute zu besetzen.

      Und? Standard praktizieren die Anderen, speziell die Grünen, seit Jahrzehnten. Also wo ist das Problem?

      „Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausge-



      tauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht. Bei der Feuerwehr, der Polizei, der Generalstaatsanwaltschaft und auch beim Verfassungsschutz.“

      Deutscher Bundestag Drucksache 21/3167



      21. Wahlperiode 08.12.2025



      dserver.bundestag....21/031/2103167.pdf

  • "Die Abstiegsängste sind real..."



    Euphemismus. Nicht die "Ängste" sind real, sondern der Abstieg. Jedenfalls für viele, angefangen von Oberkante Grundsicherung.

    • @sollndas:

      Selbst wenn man meint das politische Konzept von Russland, China oder auch den Golfmonarchien kopieren zu müssen weil man meint, dass Autokratie schon ok ist, solange sie nur für Wohlstand sorgt, stellt sich aber eben doch die Frage ob Konzepte wie EU-Austritt, Renationalisierung, Neoliberalismus a la Milei und die Deportation von Millionen Mitbürgern die nicht nur von der freien Wirtschaft dringend gebraucht werden, sondern auch an anderer Stelle, etwa im Gesundheitswesen, das System am Laufen halten, ein geeigneter Weg sind um einen breiten Aufschwung hinzubekommen.

      • @Ingo Bernable:

        Sie geben sich Mühe, mich misszuverstehen.



        Ich habe darauf hingewiesen, dass für viele der Abstieg (bzw. der voraussehbare Abstieg) real ist, und nicht etwa irrationale "Angst".



        Der viel zitierte Gini-Koeffizient versteckt, dass sich die zu Grunde liegende Lorenz-Kurve verformt, dass es eine Umverteilung aus der Mitte nach unten gibt [1].



        So lange links von der AFD kein auch nur annähernd tragfähiges Konzept zu erkennen ist, wie der Abstieg aus der Mitte nach unten gestoppt werden werden kann, wird sie weiter Zulauf bekommen.



        [1] de.wikipedia.org/w...ent#Datenreduktion

  • Zuerst hat Merz versprochen die afd zu halbieren..das Ergebnis ist bekannt.



    Dann haben Merz, Dobrindt & Co versprochen die afd "weg zu regieren".. das Ergebnis ist ebenfalls bekannt.







    Das Problem von Merz und Co sind aber im Kern nicht bloß falsche oder gebrochene Versprechen, sondern der Umstand, daß sie im Geiste das *spalterische Denken* der afd teilen.



    Die afd ist permanent dabei gegen irgendwen zu hetzen (seien es Geflüchtete, Queere, Transferleistungsbezieher oder "die da oben")..offenbar ist es vollkommen beliebig wer da abgewertet wird, Hauptsache die eigenen Anhänger werden vermeintlich aufgewertet (was natürlich nicht stimmt).



    Dahinter steht ein *elitäres Menschenbild* (wir sind die Guten..und die Anderen das Problem). Diese art von Spaltung betreibt auch Merz (an Beispielen mangelt es nicht).







    Die Lösung kann also nicht in Neuwahlen bestehen, aber in einem Wechsel hin zu einem Kanzler der nicht spaltet, sondern die Kräfte bündelt, indem er *vereint und versöhnt*. Söder und Spahn kommen da nicht in Frage.

    Wer allerdings über geradezu beeindruckende Fähigkeiten in dieser Hinsicht verfügt, ist







    -> Hendrik Wüst.

    Er wäre in dieser Lage genau der richtige.

    • @Wunderwelt:

      Rent-a-Rüttgers-Wüst?

  • Wer immer noch nicht verstanden hat, dass die AfD ein Instrument zur Machtergreifung der oberen 10.000 ist, die ahnungslose besitzlose Klassen mit Populismus und einfach gestricktem Rassismus über soziale Medien ködern und dann über den Löffel balbieren, dem ist ehrlich nicht zu helfen.



    Ich vertraue darauf, dass diese Wahrheit mehr und mehr ins Bewusstsein durchsickert, je länger das Zuwarten der AfD auf ihren angeblich unvermeidlichen "Endsieg" dauert und je länger uns Trump demonstriert, wie eine solche "maga"-getarnte Aristokratenregierung im Alltag funktioniert.



    Allerdings kann es auch wirklich noch sein, dass die dünne Oberschicht der Billionaire Bros den Klassenkampf doch noch endgültig für sich entscheidet, und wir Linke alle in die Röhre schauen aus einer solchen Neuauflage der Venezianischen Räterepublik bzw. des österreichischen Ständestaats gemeinsam mit allen Migranten auswandern müssen. Ich persönlich finde Spanien und Griechenland recht attraktiv. Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.

  • Es ist ein Fehler zu denken, die AfD würde nur in Krisenzeiten Wähler auf ihre Seite ziehen.



    Die Regierung könnte noch so gut ihren Job machen (was sie leider nicht tut), die Leute würden trotzdem zur AfD strömen.



    Denn das Narrativ bestimmt sie über Facebook und Co. Dort werden ihre Beiträge durch Bots, Trolle und den Algorithmus nach oben gespült. Seiten wie Nius verstärken dies noch.



    Und damit ist es auch total egal, was in der realen Welt passiert. Real ist für viele mittlerweile, was sie dort lesen.



    Deutschland und die EU machen zu wenig gegen diese Desinformationskampagnen.



    Ohne ein Verbot amerikanischer Propagandakonzerne wird Europa einen ähnlichen Weg beschreiten wie Amerika unter Trump.

    • @Ingo Knito:

      Ich fürchte das ist viel wahres dran.



      .



      In Spanien brummt die Wirtschaft, der Mindestlohn wurde erheblich erhöht und die Regierung setzt sich glaubwürdig gegen steigende Mieten ein.



      .



      VOX und PP sind dennoch weiterhin stark in den Umfragen.

  • Die entscheidende Frage ist inzwischen nicht mehr nur, wie stark die AfD wird, sondern ob die Union bereit ist, sich klar auf die Seite einer demokratischen, ökologischen und solidarischen Modernisierung zu stellen. Deutschland braucht angesichts von Klima-, Wirtschafts- und Verteilungskrisen ein neues Geschäftsmodell. Doch viele Signale aus der CDU/CSU – etwa von Friedrich Merz, Alexander Dobrindt oder Carsten Linnemann – setzen eher auf gesellschaftliche Polarisierung, wirtschaftsliberale Härte und kulturelle Abgrenzung statt auf sozialen Zusammenhalt und Zukunftsinvestitionen. Gerade dadurch droht die politische Verschiebung nach rechts weiter normalisiert zu werden.

    • @Yoriko N.:

      "Die entscheidende Frage ist inzwischen nicht mehr nur, wie stark die AfD wird, sondern ob die Union bereit ist, sich klar auf die Seite einer demokratischen, ökologischen und solidarischen Modernisierung zu stellen."



      Träumen Sie mal weiter. Als wenn die CDU dann von der AfD Wähler zurückgewinnt, wenn sie sich mit den Grünen ins Bett legt. Dann ist sie eher noch schneller weg vom Fenster, als so schon.

  • Die alten Parteien haben eine wesentliche Mitschuld an dem Aufstieg der AFD.



    In RLP wurde die SPD abgewählt. Die CDU siegt und macht Ch. Baldauf zum Geschäftsführer von Lotto RLP. Da er das Amt wohl nicht stemmen kann, wird H. Hering (SPD) gleichberechtigt mit extrem hohem Gehalt auf einen neuen Stellvertreterposten gehievt. Die Brandmauer wird so zur Schutzmauer für die Vetternwirtschaft der Altparteien.

    • @Laura Renner:

      "Altparteien" ist AfD-Sprech und zeigt, wie die Grenzen des sagbaren immer weiter verschoben werden. Ist jetzt kein "schlimmes" Wort, aber es wird einfach übernommen und findet sich jetzt im Forum der TAZ vermehrt Anwendung.

      • @DerLurch:

        Brandmauer ist auch AFD-Sprech. Denn die AFD hat diesen Begriff zuerst verwendet.

    • @Laura Renner:

      Wenn es eine Altpartei gibt, ist das ja wohl die AfD. Alte weiße Männer, rückwärtsorientiert, geschichtsvergessen, wissenschaftsfeindlich, rassistisch und monothematisch unterwegs. Überwiegend nur auf ihre eigenen privaten Vorteile aus - Methode Trump. Auf der anderen Seite eine sich überflüssig machende SPD ohne Basisbezug, der Söder als Fähnlein im Stimmungswinde mit AfD-light an seiner bayerischen Seite und ein jeden Fettnapf suchender Merz mit seinen "Konifähren" Reiche, Klöckner und Weimer. Wahrlich schlechte Aussichten. Naja, vielleicht sind ja 81 Jahre Demokratie und Frieden historisch gesehen genug und die Wiedervereinigung erweist sich für spätere Historiker*innen als Sargnagel.

      • @Tazacorte:

        Zur Völkerverständigung trägt des "Ossi-Bashing" nu auch ned bei ;) .

      • @Tazacorte:

        Die AfD war bei der BTW unter den Jungwählern stärkste Partei, nicht bei den Alten!

      • @Tazacorte:

        Das ist aber nicht das, was AfD-Anhänger*innen unter "Altparteien" verstehen, sondern diese beziehen sich auf deren institutionelle Verankerung, die für die sonstigen aktuellen Parteien (mit Ausnahme der Linken in großen Teilen Westdeutschlands) eine ganz Andere ist. Dass die AfD weiterhin als institutionsfern wahrgenommen wird, gibt ihr seit langem die Chance, als der "hippe Außenseiter" wahrgenommen zu werden. Dass das Quatsch ist, mag sein, aber es verfängt.

  • Es kann nie, niemals einen Grund geben die ArfD zu wählen. Eine Partei die menschenverachtende Politik macht. Unfassbar. Weltpolitische Krisen sind nun mal nicht innerhalb von wenigen Monaten zu lösen. Sie sind von Außen entstanden und ein Konzept braucht Zeit, um erarbeitet und erprobt zu werden. Egal ob CDU, SPD, Grüne etc. Die ArfD hat null Konzept. Wer deren Parteiprogramm kennt, wüsste, dass es für's "einfache Volk" nicht zu erwarten gibt. Die ArfD würden Deutschland ins wirtschaftliche Mittelalter zurück führen. Und, woher kommt all diese Unzufriedenheit? Gemeckert wird immer. Typisch deutsch.

    • @Duck:

      Will hier niemanden verteidigen, aber was ganz sicher nicht hilft, sind Gefühle...



      "Eine Partei die menschenverachtende Politik macht."



      Die Afd war nie in Verantwortung und hat nie Politik gemacht.

      "Die AfD hat null Konzept. Wer deren Parteiprogramm kennt, wüsste, dass es für's "einfache Volk" nicht zu erwarten gibt. "

      Hab das für Sachsen-Anhalt gelesen. Gibt ein paar für mich teure Punkte, aber der Rest klingt nach CDU.

      Will sagen: mit Polemik und dem schimpfen auf alte weiße Männer kommen wir definitiv keinen Zentimeter weiter. Geht eher nach hinten los.

      Helfen würde: die Empfehlungen der Expertenräte 100% umsetzen und nicht nur 5%. Auf Umfragen hören und umsetzen, was die Leute mehrheitlich wollen. Bissi mehr Geld im Geldbeutel. Für alle. Denn auch Leute, die mehr als Mindestlohn verdienen wollen mehr. Das wars schon! Wahl gewonnen..

  • "Die Union glaubte, mit einer radikalen Migrationswende der AfD das Wasser abgraben zu können"



    Ich werde nicht müde, dieser unsinnigen Behauptung zu begegnen. Die cdU/csU verfolgt ihre menschenverachtenden rassistische Politik nicht, um "der AfD das Wasser abzugraben", also WählerInnenstimmen zu fangen. Sie arbeiten seit vielen Jahrzehnten erfolgreich daran, dass Menschenrecht auf Asyl in Deutschland zu zerstören. Wenn hier jemand jemandem nachläuft, dann ist es die AfD, die der cdU/csU nachläuft.



    Die cdU/csU macht schon länger AfD-Politik als es die AfD gibt.

    • @Jalella:

      Das stimmt so nicht ganz. Es gab in der CDU dazu immer verschiedene Strömungen, auch wenn sie natürlich beim Thema Migration immer für einen härteren Kurs als die Grünen stand.



      Ihre Behauptung würde den AfDlern rechtgeben, die behaupten, die CDU wäre zu Merkels Zeiten "linksextrem" und "nicht mehr richtig CDU" gewesen. Das ist ebenfalls Unsinn, es war einfach die christliche, moderate Linie die damals Oberhand hatte. Jetzt ist es die kalte neoliberale BlackRock-Linie, für die Migration als willkommener "Votebait" dient.

    • @Jalella:

      "Sie arbeiten seit vielen Jahrzehnten erfolgreich daran, dass Menschenrecht auf Asyl in Deutschland zu zerstören."

      Kann irgendwie nicht stimmen. In den letzten 15 Jahren sind hier über 6 Millionen Geflüchtete eingewandert und werden alle bleiben. Dank der CDU.



      Allein dieses Jahr 300.000 Einbürgerungen, hauptsächlich Syrer und Türken...

      Wenn überhaupt Asyl zerstört wird, dann gerade weil wir keinen nach Kriegsende mehr heimschicken und quasi wegen Überlastung und Wohnungsnot Asyl abschaffen..

    • @Jalella:

      " Die cdU/csU macht schon länger AfD-Politik als es die AfD gibt."

      Warum die AfD dann fürchten? Die CDU regiert seit 2005 mit kurzer Unterbrechung von 2021 bis 2024. Wenn die CDU die gleiche Politik macht, und es Deutschland insgesamt noch relativ gut geht, dann braucht man doch keine Angst vor der AfD haben - und wenn doch, dann müssten Sie mir erklären, warum.

    • @Jalella:

      Ich werde nicht müde, dieser unsinnigen Behauptung zu begegnen.

      Angeblich befürworten 70% der Bevölkerung eine Beendigung der aktuellen Asylpolitik und eine massive Verschärfung.



      Sollte dem so sein, hat die AfD bei Wählerstimmen noch gewaltiges Potential.

      • @Donni:

        Absolute Zustimmung. Es gibt laut Umfragen eine deutliche Mehrheit FÜR Verschärfungen beim Bürgergeld und Asylpolitik. Solange die anderen Parteien sich hier sperren hat die AFD noch ein riesiges Potenzial

      • @Donni:

        Selbst wenn 70% der Bevölkerung eine Verschärfung der aktuellen Asylpolitik wollen, ist das noch kein vernünftiger Grund, eine Partei zu wählen, die irgendwie nur einen einzigen Programmpunkt bespielt, der zudem noch weiter geht, als reine Einreisebeschränkungen zu fordern (Stichwort Remigration).







        Jeder direkt angesprochen würde sicher gerne auch eine kostenlose Putzhilfe haben. Damit hätte meine noch zu gründende Partei ein noch gewaltigeres Wählerpotential. Wer mich dann aber aufgrund eines einzigen Programmthemas wählt, ist allerdings ziemlich bescheuert, wenn ich für die echten Probleme des Landes keine Antworten finde.

        Ein kleines echtes Miniproblem in Berlin ist zum Beispiel, dass am Stadtrand regelmäßig Busse weit vor Endstation umdrehen, um unter Personalmangel wenigstens die Kernstrecke bedienen zu können. Währenddessen sitzen in den Flüchtlingsunterkünften tausende Leute mit Fahrtauglichkeit rum, die irgendwie jahrelang geduldet werden, aber nicht arbeiten dürfen, weil es ihr Aufenthaltsstatus verbietet.







        Dass Asylbewerber kosten statt nutzen, könnte man ja mal ändern. Dann würden vielleicht auch die 70% begreifen, dass es abseits der Probleme auch Chancen gibt.

        • @Sisone:

          "Partei zu wählen, die irgendwie nur einen einzigen Programmpunkt bespielt"

          Das kann nun wirklich nur noch jemand behaupten, der sich mit der Materie überhapt nicht auskennt und nur in seiner Blase verkehrt.

          Ohne es zu werten, aber die AfD hat inzwischen in allen Politikbereichen genaue Vorstellungen und Pläne. Migration ist nur einer von vielen.

          Es gibt hier aktuell noch einen weiteren Artikel, der die Pläne der AfD in Sachsen-Anhalt auswertet. Es ist einer der längsten, die man hier so liest.

          • @Debaser:

            Mir ist schon klar, dass auch die AFD zu allen möglichen Dingen einen Standpunkt hat. Da wären z.B. die Leugnung des menschengemachten Klimawandels, die Forderung nach Wiedereinstieg in die Kernenergie und russischen Gasimporten sowie Weiterlaufen der Kohle, restriktivere Handhabung bei Abtreibungen, Förderung des "traditionellen" Familienbild mit Abwertung aller anderen Lebensgemeinschaften, Abschaffung des ÖRR, Abschaffung der Erbschaftssteuer, EU-Skepsis bis -Ablehnung bis hin zum Niederreißen der "Windmühlen der Schande".







            Also nix, was wirklich irgendwelche Probleme löst.







            Aber öffentlich bespielt bei jedem Wahlkampfauftritt wird immer die nationalistische Frage mit "Das-Boot-ist-voll"-Rhetorik und den Flüchtlingen und Asylbewerbern und selbst schon länger hier lebenden Migranten als Prügelknaben. Migration ist eben nicht ein Thema unter vielen, sondern das Thema schlechthin, wenn es um populistische Verführung der Wähler geht.

    • @Jalella:

      Vollkommene Zustimmung. Man braucht sich nur die Mandatsträger der AFD insbesondere der früheren AFD-Jahre ansehen; eine Großteil waren zuvor CDU-Politiker.







      Gauland war z.b. 40 Jahre in der CDU, Steinbach saß 27 Jahre für die CDU im Bundestag. Ein paar andere (z.B. Weidel, Beatrix von Storch) waren früher FDP-Mitglieder. CDU und FDP haben die rechte Gesinnung immer in sich mitgetragen und der AFD guten personellen Zulauf beschert.







      "Mehr Kinder an die Computer statt mehr Inder"?







      Kommt nicht von der AFD, sondern war offizieller Wahlkampfspruch der NRW-CDU (Röttgen) gegen die rot-grüne Greencard für Fachkräfte. Schon damals rechter Populismus pur.







      "Kleine Paschas", "Probleme beim Stadtbild", "Sozialtourismus" usw. würde Merz auch ohne AFD raushauen; das ist seine persönliche Einstellung und keine Taktik, die AFD klein zu halten.







      Prominente Wechsel von SPD, Grünen und Linken gab es dagegen nicht. Wobei SPD-Sarrazin bis heute ein guter Stichwortgeber für die AFD ist und die LINKEN-Abspaltung BSW auch so einige Schnittmengen hat.







      Es scheint leider tief in Deutschland verwurzelt zu sein, bei Problemen braune Lösungen zu suchen. Die AFD ist bloß ein Krankheitssymptom.

      • @Sisone:

        Wohl aber bei den Wählern, laut Infratest sind 100000 Wähler von den Grünen zur AfD gewechselt.

        • @Reinero66:

          Ja, das gibt´s natürlich auch. Aber zur Einordnung der Dimensionen mal die Wählerwanderung zur AfD (Bundestagswahl 2025):







          CDU / CSU ~ 1.000.000 (!!!)







          FDP ~ 1.100.000 (!!!)







          SPD ~ 720.000







          Die Linke ~ 110.000







          Die Grünen ~ 100.000











          Von der CDU und FDP kamen allein über 2 Millionen Überläufer. Das macht schon mal ein Fünftel der Gesamtstimmen aus. Dann noch die dazu, die schon früher gewechselt sind, dann wird nachvollziehbar, wer die AFD so groß gemacht hat.

  • Jeder weiß, dass den Grundstein zur Energiekrise bereits Wladimir Putin durch seinen absolut böswillg rechtswidrig herbeigeführten Ukrainekrieg gelegt hat. Die Straße von Hormuz hat nur das im Ursprung putineske Krisenfass zum Überlaufen gebracht. Derweil ist an den Tankstellen in Deutschland Benzin immer noch preisgünstig: Der ökologisch vertretbare Literpreis läge bei gut zwei Euro fünfzig, wenn der Mehrpreis zur Behebung von Umweltschäden durch Verbrenner-Energie und für Klimakrisenvorsorge ausgegeben würde!

    Wären die Deutschen nicht in großen Teilen so verteufelt mimimi-krank, würden sie nicht wegen einer kleinen Wirtschaftskrise mit "hohen" Benzinpreisen die Partei groß machen, die Deutschland am wenigsten gebrauchen kann: Die AfD.

    Was die genannten Presse-Organe angeht: Wir brauchen garnicht zuerst ein Verbrenner-Aus. Wir brauchen ein Verblöder-Aus! Das kann die taz mitbewirken: Politische Bildung unterstützen wo nur geht. Kritik per Kabarett hat sich vielleicht überlebt. Vielleicht brauchen wir eine ernsthafte politikwissenschaftliche Sendung im Öffentlichrechtlichen. Alle LeserInnen und RedakteurInnEN bitte Mitdenken, was mehr politische Vernunft auf den Weg bringt.

    • @Uwe Kulick:

      👍👍👍!

  • Wenn ich mir anschaue wie viele Wähler die Ampelregierung nach nur 3 Jahren im Amt verloren hat und wenn ich dann noch sehe das die Spd dabei 800000 Wähler an die AfD verloren hat wäre doch die Zeit reif für eine rot blaue Regierung.



    Wenn dann am Ende der Regierungszeit die Wähle feststellen, das nichts besser geworden ist sind sie enttäuscht und wählen andere Parteien.

  • Der Zug ist leider schon komplett abgefahren, die AfD wird kommen. Dank rechter Propaganda und Merz/Spahn/Dobrindt/Klingbeil und derer dämlicher Ausweitung ihrer Austeritätspolitik und komplettem Dilettantismus im politischen Betrieb. Es ist wirklich unfassbar, wie man den Unmut der deutschen Bevölkerung noch weiter entfachen kann, aber jede Entscheidung für mehr Einschnitte in der arbeitenden Bevölkerung befeuert diesen Trend weiter. Das fatale dabei ist, dass sie es nicht mal verstehen, was sie da bewirken, obwohl jede Woche neue Umfragetrends veröffentlicht werden. Die einzige Antwort, die sie kennen, ist, noch härtere Antimigrationspolitik. Deutschland leidet seit Jahrzehnten unter politischer Inkompetenz, es gab nur selten mal ein zwei Lichtblicke.

    • @Montagsdepression:

      Der Kapitalismus hat versagt.

      Ach, wir haben Wohlstand? Egal, unser Wohlstand steckt in einer Krise, die Flüchtlinge seien schuld und ihr habt mehr zu arbeiten!

      Und immer hieße es, die Linke machen einen Bärendienst. Offenbar ist es aber unsere neoliberale Regierung, die der AfD zum Aufstieg verholfen hat.

    • @Montagsdepression:

      Denken wir diesen Gedanken doch einfach mal weiter. Wenn freie und demokratische Wahlen "seit Jahrzehnten" nur zu "Inkompetenz" und "Dilettantismus" führen, scheint es eben logisch und folgrichtig die Demokratie abzuwählen. Dumm halt nur, dass das schnell eine Einbahnstraße sein kann und wenn man sich anschaut in welchem Modus von Korruption und Dummheit die autoritären Rechten dort agieren wo sie bereits an der Macht sind darf man schon berechtigte Zweifel daran haben ob damit auch nur irgendwas besser würde?

      • @Ingo Bernable:

        Auf normalen Weg kann man die Demokratie nicht abschaffen von daher braucht man da nicht weiter diskutieren

        • @Marcelo:

          Der "normale" Weg auf dem sich Demokratien abschaffen ist, dass man sich Radikale in Regierung und Parlament wählt, die regieren dann mit Verordnungen und Notstandsgesetzen, tauschen Spitzenbeamte und Richter durch Loyalisten aus, schränken Presse, Opposition und Meinungsfreiheit ein, ändern Gesetze und irgendwann auch die Verfassung, die rein formell natürlich immer noch "demokratisch" ist, so wie in der "Demokratischen Volksrepublik Nordkorea".

      • @Ingo Bernable:

        So ist inzwischen leider der Diskurs geworden. Es wird ein neues Deutschlandticket eingeführt? Ist Mist, viel zu teuer! Die Zusatzbeiträge zu den Krankenkassen steigen? So ein teurer Mist, sofort Leistungen kürzen - aber bitte keine, von der irgendjemand jemals vielleicht irgendwie profitieren könnte, sonst ist man ein finsterster Lobbyist der jeweiligen Gegenseite. Klimaneutralität bis 2035 als Ziel der Ampel? Solange das Dorf Lützerath, das vorher keiner kannte, weggebaggert wird, ist das alles Mist!

        Ich habe das Gefühl, das in Zeiten des Internets Empörung der stets dominante Modus der Kritik ist. Einig sind sich die Leute immer nur darin, dass alle Politiker*innen doof sind, außer vielleicht ein paar aus der Lieblingspartei, aber wehe, die regieren jemals, dann sind sie ganz schnell wieder böse, weil sie tatsächlich Entscheidungen treffen müssen, die nicht jedem gefallen.

        Es würde vielen Leuten guttun, den Diskurs etwas abzukühlen.

  • Was der Autor als Fatalismus beschreibt ist meines Erachtens die Hoffnung vieler Bürger und damit potentieller AfD Wähler, dass die wachsende, förmlich zu riechende Angst der Regierenden vor Macht- und Pfründeverlust selbige dazu bewegt, endlich wirksam im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung zu werden. Der Möglichkeiten gäbe es viele. Sie hier aufzuzählen, erspare ich mir. Sie sind zu offensichtlich, werden aber, ideologieverhaftet immer weiter und damit der AfD mehr und mehr Wähler zutreibend, ignoriert.



    Es wird noch richtig böse werden.

    • @Trabantus:

      Endlich jemand, der versteht... Danke!

    • @Trabantus:

      Jetzt bin ich aber gespannt: Was sind denn ein paar der vielen Möglichkeiten, die "wirksam im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung" wären?

      • @Agarack:

        Vergenossenschaftlichung aller Konzerne über einer gewissen Schwelle, so dass der Profit der Konzerne bei den Arbeitern landet



        Erbschaftssteuer ab 5 Millionen in Höhe von 100 %



        Vermögenssteuer ab 5 Millionen



        und dann würde Arbeit sich für den Einzelnen und die Gemeinschaft lohnten und es würde nicht geackert mehr werden für die Yacht der Milliardäre

      • @Agarack:

        Verschärfung der Migrationspolitik, deutliche Verschärfungen beim Bürgergeld usw. Die Umfragen sind da eindeutig.

        • @AmArschderHeide:

          Nur weil gehypte Themen in den Umfragen oben sind, bedeutet das nicht, dass die "Lösungen", die von Rechts angeboten werden, im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung sind. Kürzungen im sozialen Bereich können jeden treffen, der nicht auf einem sehr großen Geldhaufen sitzt.

          Kleines Beispiel gefällig? Ein fleißiger Kollege, der bis jetzt immer gearbeitet hat, hatte vor ein paar Wochen auf der Heimfahrt von der Arbeit einen schweren Verkehrsunfall. Mehrfacher Beckenbruch, innere Verletzungen. Das volle Programm. Er ist Mitte 40 und es ist unklar, ob er jemals wieder arbeiten kann. Von den Kürzungen bei den angeblich Faulen, wäre er dann auch betroffen.

          Aber die Hetze gegen Schwache funktioniert eben...

  • Wirtschaftskrise, Ukrainekrise, Klimakrise, Energiekrise, Demokratiekrise...



    Hängt vielleicht alles zusammen?



    Wir haben uns aus verständlichen moralischen Gründen dafür entschieden, kein Gas und Öl mehr von Russland zu kaufen. Am Klima können wir nichts ändern. Unser Einfluss hier in Schland ist minimalst. Aber anstatt sich politisch auf das Abmildern der Folgen zu fokussieren, werden Milliarden in Klimasymbolpolitik versenkt und die Wirtschaft weiter belastet. Und diese simplen und diskussionswürdigen Fakten dürfen politisch nicht in Frage gestellt werden, dann ist man gleich Putinfreund, Russlandversteher, Klimawandelleugner... Und die sammeln sich dann hinter einer Brandmauer, keiner redet mehr miteinander...

    • @Otto Mohl:

      "Wir haben uns aus verständlichen moralischen Gründen dafür entschieden, kein Gas und Öl mehr von Russland zu kaufen."

      Das sind keine "moralischen" Gründe. Russland hat bewiesen, dass es bereit ist, zur Vergrößerung des eigenen Territoriums andere Staaten direkt anzugreifen, mit der offiziellen Begründung, diese Staaten wollten heimlich der NATO beitreten. Sich mit einem solchen Staat zu verbünden, ist strategischer Irrsinn. Sich mit einem derart agierenden Staat zu verbünden, ist historisch betrachtet noch nie gut ausgegangen - fragen Sie Josef Stalin.

    • @Otto Mohl:

      Wen dem so wäre, dass niemand mehr miteinander redet, dann gilt das aber genauso für die Putinfreunde, Russlandversteher und Klimawandelleugner, die es ja durchaus gibt.

      Von linker Seite - auch häufiger hier in der TAZ zu lesen - vernehme ich oft die selbstzweiflerische Frage "Liegt es auch irgendwie an uns? Treiben wir die Leute mit unserer linken Weltsicht, mit unseren Forderungen, den radikalen Menschenfeinden der AFD in die Arme?" So viel Selbstkritik und Verständnis für die andere Seite sehe ich bei den Rechten und bei den Putinfreunden, Russlandverstehern und Klimawandelleugnern nicht.

      Also, wer redet hier nicht mehr mit wem? Und wer ist auch nicht mehr bereit, dem anderen zuzuhören?

    • @Otto Mohl:

      Schön wär's wenn wir am Klima nichts ändern könnten. Leider ändern wir es ständig. Seit Jahrzehnten/Jahrhunderten und zwar in eine sehr ungesunder Richtung.

  • Mir fehlt das Vertrauen, dass irgendeine Partei oder Koalition den schleichenden Abstieg Deutschlands aufhalten kann.

    Die Rahmenbedingungen sind einfach zu schlecht mit dem demographischen Wandel, hohen Energiepreisen, lähmender Bürokratie, dem Rückstand bei entscheidenden Zukunftstechnologien und immer größerer globaler Konkurrenz, die deutlich dynamischer ist.

    • @gyakusou:

      Selbst wenn sie Recht haben und der Abstieg unvermeidbar ist gibt es ja immer noch die Wahl ob man ihn mit Würde und Anstand erträgt oder ob man meint es dann eben mal mit dem 4. Reich probieren zu müssen.

    • @gyakusou:

      Der Abstieg schleicht nicht. Die cdU/csU arbeitet konzentriert am Abstieg. Sie lassen keinen Punkt aus, der nötig dazu ist. Zerschlagung des Sozialstaats, Turboantrieb der Ungleichheit, Ruin der Wirtschaft durch ihre Inkompetenz in Sachen Volkswirtschaft, Demokratiezerstörung durch aushebeln der Rechtsstaat und Be- oder Verhinderung demokratischer Bewegungen.



      So orchestriert, wie das abläuft bei ihnen, würde ich auch nicht mehr sagen, dass das schlicht Blödheit ist. Der Wahnsinn hat Methode. Shakespeare wäre begeistert.

  • Der Artikel ist angebracht-danke!



    Das Problem mit der „afd“ ist das größte für die Gesellschaft.



    Da der Trend nach rechts aber scheinbar nicht aufzuhalten ist, sucht man*frau sich andere Betätigungsfelder.



    Die größte Gefahr für unsere Gesellschaft ist der Faschismus, das sollten wir Deutschen eigentlich aus der Geschichte gelernt haben.



    Was ist das Mittel dagegen?



    Die Brandmauer!



    Die sollte nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich stehen.



    Das bedeutet, keine Gräben diesseits der Brandmauer auszuheben, sondern Seite an Seite das gemeinsame Ziel zu verfolgen.



    Derzeit ist das Gegenteil der Fall.



    Aus Parteiinteressen heraus wird beispielsweise die SPD permanent kritisiert, obwohl die schon immer diesseits der Brandmauer stand.



    Liebe Grüne, liebe Linke,



    Es geht, angesichts einer Mehrheit für die „afd“ im Bund (lt. Umfrage), nicht mehr darum, einer inhaltlich nahen Partei bei Umfragen 1 oder 2 Prozentpunkte abzuluchsen.



    Es geht darum, ob wir zukünftig von einer rechten Partei regiert werden wollen.



    Diese Gefahr wird in Sachsen Anhalt wahrscheinlich bald Wirklichkeit.



    In Mecklenburg wäre sie vielleicht noch zu verhindern.



    Gesellschaft entsteht durch Zusammenarbeit!

    • @Philippo1000:

      "Gesellschaft entsteht durch Zusammenarbeit!"

      Einen diesbezüglich schlechten Kommentar liefert heute die taz wider den Föderalismus in Deutschland. Rath lobt darin den EU-Föderalismus über den grünen Klee, aber hält den deutschen Föderalismus für abschaffenswert.

      Föderalismus ist politische Zusammenarbeit auf hohem Niveau. Es gibt aber Zeiten wie die unmittelbar jetzige, in denen SOWOHL der deutsche ALS AUCH der europäische Föderalismus kriselt: Die EU hat den Brexit hinter sich, hat Orban grad (hoffentlich!!!) hinter sich, hat weitere Nationalismen, und der deutsche wird bekanntlich selbst von europäischen Rechtsextremen anderer Länder misstrauisch als zu extreme Variante betrachtet.

      In Sachsen-Anhalt droht ein innerdeutscher Orban, und Rath's Rat ist deshalb wohl, den Föderalismus abzuschaffen. Die rundweg hanebüchenen Führerbefehle, die Deutschland 1939-45 in den Untergang trieben, sollten Deutschland doch eigentlich von jeglichem Zentralismus geheilt haben! Macrons Frankreich kann als Beispiel dienen, dass zentralistisch-präsidiale Systeme keineswegs bessere Politik liefern.

      Föderal, die Europäische Union UND und die Bundesrepublik, ja bitte. BEIDE bitte in Zukunft besser!

    • @Philippo1000:

      Wer weit weg vom Brandherd ist, braucht keine Brandmauer. Daher wird auch bei der cdU/csU, die ja schon längst AfD-Politik machen - menschenverachtend, rassistisch, auf die unteren Schichte eintretend statt für sie eintretend - darüber geredet. Ideologisch gibt es keine Brandmauer zwischen Union (christlich, sozial, demokratisch lassen sie ja zu Recht auch sprachlich oft weg wenn sie von sich reden) und AfD. In vielen Punkten ist Unionspolitik von AfD-Politik nicht zu unterscheiden.



      Wenn jemand eine Brandmauer errichten will, dann sollte sie AfD/cdU/csU von den demokratischen Parteien, die noch hinter dem Grundgesetz stehen, trennen.

      • @Jalella:

        "In vielen Punkten ist Unionspolitik von AfD-Politik nicht zu unterscheiden."

        Wenn das so sein sollte, dann wäre die Afd ja kein großes Übel. Oder was hat die CDU in der letzten Zeit so alles super Rechtes in Gesetze gegossen? Genau.. Nix.

      • @Jalella:

        Und damit in eine Koalition zwingen? Klasse Idee

      • @Jalella:

        Dann wird es langsam aber fraglich, um wen die Brandmauer eigentlich herum geht. Um "AfD/cdU/csU" oder um das, was Sie "demokratischen Parteien" nennen. Viel Erfolg in Ihrer Wagenburg :-)