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Abgeschobene Frau in Passau„Nix Stammtisch, stinksauer bin i“

Ende April wurde in Passau eine Frau, die seit sechs Jahren in einem Traditionsgasthaus angestellt war, abgeschoben. Seither probt der Wirt den Aufstand.

Passau, Altstadt, als Landzunge streckt sie sich hin zum Eck, wo die Ilz, der Inn und die Donau zusammenfließen. Beschaulich ist es hier bis in die letzte Kirchturmspitze und den letzten Winkel eines Hauses, das schräg ans nächste gebaut ist. Heimelig bis ins rostende Scharnier eines Fensterladens und ins winzigste Grün, das am Innkai wächst. (Verbotenerweise wächst, denn die Obrigkeit findet, dass das Grün zu viel Dreck macht.)

Vom großen Hochwasser im Jahr 2013 sind keine Spuren mehr sichtbar. Dabei war hier doch alles überschwemmt. Auch das jahrhundertealte Gasthaus zum Goldenen Schiff ein Trümmerhaufen. „Den Boden in der Wirtschaft haben wir verloren“, sagt Josef Wolf. Verloren – was für ein Wort. Den Boden verlieren.

Wolf sitzt am Stammtisch und erzählt, wie das Wasser über Nacht unaufhörlich stieg, es bis zur Kante der Tischplatte stand, wie sie noch Gäste auf ihren Zimmern hatten, die nicht mehr rauskonnten, wie sie später, als die Flut sich zurückgezogen hatte, die Reste vom weggeschwemmten Boden rausrissen, „300 Jahre altes Fischgrätparkett“, und über die Deckenbalken des darunter liegenden Gewölbes balancierten. 19 Jahre war er da. Alt genug für Sintflut, Mut und Abenteuer. Und er erzählt, dass es jetzt, 13 Jahre später, wieder passiert: Gerade nämlich hat seine Mitarbeiterin Rugiatu Kamara den Boden unter den Füßen verloren und ist im freien Fall.

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Kamara ist angestellt im Goldenen Schiff. Sie ist Beiköchin, managt verantwortlich die kalte Küche, wird überhaupt eingesetzt bei vielem, was in einer Wirtschaft anfällt. „Unsere Rugi“, sagt Wolf, „eine fröhliche Frau, trotz all der Schicksalsschläge, die sie erlebte.“ In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde sie Ende April von der Polizei abgeholt und nach Sierra Leone abgeschoben. „Seit vielen Jahren ist sie angestellt bei uns, ihr Vertrag unbefristet, weil sie eine so gute Mitarbeiterin ist, und davor hat sie auch schon hier gearbeitet“, sagt er. „Eine verlässliche Kraft.“

"Ich bin Stammtischkind"

Josef Wolf, der auf der Holzbank sitzt, die sich die Wände der Gastwirtschaft entlangzieht, die nach dem Hochwasser noch zu retten war, spricht sanft. Der Stammtisch vor ihm, Vollholz, ist ein Fixpunkt in seinem Leben. Wenn er Bestellungen oder Abrechnung macht, sitzt er hier, oft im Lodenjanker, dem mit den Hornknöpfen und dem Pork-Pie-Hut, an dem Anstecker von seinen Abenteuern hängen, vom Oktoberfest etwa. „Das Outfit, das bin schon ich.“ Auch wenn er Filme für den Instagram-Kanal vom Goldenen Schiff aufnimmt, sitzt er hier.

Der Wirt sagt von sich, „ich bin ein Stammtischkind“, eins, das nebenbei mit den sozialen Medien aufwuchs. Er weiß damit umzugehen. Außerdem hat er mal Audio-Engineering in Berlin studiert. Drei Jahre. Und abgebrochen. „Mich hat das Künstlerische interessiert, nicht das Technische.“ Lieber Musik auflegen statt Kabel schleppen. Wenn er Musik auflegt, Techno meist, ist er DJ Susi.

Wolf liebt das Spiel mit Namen; auf dem Instagram-Kanal vom Goldenen Schiff heißt er Beppo Guancale. Beppo – Sepp, Guancale – Schweinebacke, Bauchspeck. „Stammtisch mit Beppo Guancale“, heißt es dann. Er am Tisch in seinem bayrisch-mondänen Outfit, hinter sich ein gläserner Schaukasten, in dem farbige Elemente hängen, die nicht zu identifizieren sind, aber auf tote Weise sinnlich wirken, wie in Keramik gegossene Genitalien. Vor sich hat er das Schild, auf dem „Stammtisch“ steht.

Von hier aus erzählt er in seinen Videos dann aus dem Leben eines Wirts. Wie viel vom Schnitzel nach Abzug aller Kosten bei ihm ankommt etwa. Fünf Prozent, rechnet er vor. In einem anderen Post kündigt er ein vergünstigtes Kellerbier an für Leute, die beim Volksfest, der Dult, in Tracht ins „Schiff“, wie hier alle nur sagen, kommen. Oder er wirbt für ein Schafskopfbrett. Im Wirtshaus treffen sich Schulklassen, die das bayrische Kartenspiel lernen und spielen. „Das freut mich“, sagt Wolf.

Und dann, unerwartet, wieder ein anderer Post, wo er sich mit dem Gender-Pay-Gap beschäftigt, damit also, dass Frauen bei gleicher Arbeit im Schnitt sechs Prozent weniger verdienen als Männer. Deshalb gibt es im Schiff ein Herrengedeck (Kellerbier und Marillenbrand), das sechs Prozent teurer ist als das Damengedeck (Weinschorle und Aprikosenlikör). „Um Gendergerechtigkeit wieder herzustellen.“

Gefragt, woher sein Engagement für Frauen kommt, antwortet er, er sei mit einer Feministin verheiratet und seine Schwester, Charlotte Piwowarsky, mit der zusammen er das Goldene Schiff vor zwei Jahren vom Vater übernommen hat, sei auch sehr für Gleichberechtigung. „Piwowarsky heißt Bierbrauer“, sagt sie, es klingt, als gefiele ihr der Name. Sie hat ihn von der Mutter.

Seit dem 29. April aber ist auf Josef Wolfs Instagram-Kanal nichts mehr wie vorher: „Nix Stammtisch, stinksauer bin i“, sagt er und rutscht vor die Kamera. Es fehlt, dass er auf den Tisch haut. Denn der Wirt, der sonst so sanft klingt, ist wütend: „Unsere Rugi, eine Mitarbeiterin, die seit sechs Jahren bei uns arbeitet, ist abgeschoben worden.“

Er fasst zusammen, was bekannt ist: dass Rugiatu Kamara sich seit Jahren von Duldung zu Duldung hangelte, dass sie versucht hat, nach dem Chancenaufenthaltsgesetz eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, alle Tests bestanden hat, gefehlt hat ihr der Pass. Sie hätte nach Sierra Leone fahren müssen, dem Land, aus dem sie vor Jahren floh. Immerhin war es ihr gelungen, einen sogenannten Proxy-Pass zu organisieren, einen, der ausgestellt wird in Abwesenheit. Das Ausländeramt in Passau erkennt ihn nicht an. „Es ist so würdelos und so unverschämt, was da passiert“, sagt Wolf auf Instagram.

An einem Donnerstag wurde Kamara in Abschiebegewahrsam genommen, das Handy durfte sie nicht behalten, konnte niemanden informieren. Am Dienstag war sie schon weg. Das Goldene Schiff sei am Ende vom Anwalt informiert worden. Josef Wolf alias Beppo Guancale nutzt den Instagram-Post für eine Abrechnung mit der Ausländerpolitik. Dass abgeschoben werde ohne Sinn und Verstand. Das Video wird millionenfach geklickt, hat mittlerweile über 220.000 Likes, und Josef Wolf, der viele Rollen im Leben hat, der Wirt, der Koch, der Geschäftsführer, Ehemann, Sohn und Arbeitgeber von 15 Mitarbeitenden, der DJ, Oktoberfestkellner und Influencer ist, hat nun eine Rolle mehr: Jetzt ist er auch Aktivist.

"Bis Rugi zurück ist"

„Ja“, sagt er, „es schaut so aus. Ich habe das gemacht, um etwas gegen meinen Unmut, meine Hilflosigkeit zu tun.“ Er ist entschieden, an der Sache dranzubleiben, „bis Rugi zurück ist“. Sein Vater, der einst Professor für Volkskunde werden wollte, dann aber als Student so reinrutschte ins Gastwirtsleben, steckt sein Ziel nicht gar so hoch. „Wir machen das, damit andere in Zukunft eine Chance haben.“

Seit Wolf viral ging mit der Geschichte von Kamara, melden sich andere Wirte bei ihm, deren Personal die gleichen Probleme hat. Wolf nennt eine Pizzeria in Passau, wo es in letzter Sekunde gelungen ist, dass der angestellte Mann nicht abgeschoben wurde. „Ich habe mit unserem Mitarbeiter gesprochen, er möchte hier leider nicht genannt werden“, schreibt der dortige Besitzer in einer Mail am 22. Mai und fährt fort, dass sein Mitarbeiter „erstmal froh ist, dass er nun endlich für die nächsten 2 Jahre seinen Aufenthaltstitel erreicht hat“. Und dann schreibt er noch: „Auch wir möchten leider nicht genannt werden.“

Warum die Öffentlichkeit scheuen? „Weil das Ausländeramt in Passau ein Angstgegner ist“, sagen die beiden Integrationshelferinnen, die ins Schiff kommen, um über die Schwierigkeiten zu sprechen, die sie mit dem Amt haben. Auch sie wollen anonym bleiben. „Wir wollen nicht, dass die Kanäle, die wir überhaupt noch zum Ausländeramt haben, verstellt werden.“

Und dann erzählen sie, wie sie 2015, als die vielen Flüchtlinge über die nahe Grenze zu Österreich in die Stadt kamen, natürlich helfen wollten, „von Butterbrote schmieren bis Windeln verteilen, Wunden verbinden oder Impfungen organisieren, wir haben alles gemacht“. Sie blieben dran an der Flüchtlingsarbeit, auch als weniger Menschen ins Land kamen, und wurden nach und nach Expertinnen, ohne die die Flüchtenden aufgeschmissen wären. „Wir helfen ihnen durch den deutschen Bürokratiedschungel, dämpfen das Unwirsche“, sagt eine.

Und die andere: „Wir besorgen Ausbildungen, erklären, finden Wohnungen, unterstützen, geben Deutschkurse, helfen bei Krankheiten, tun, was wir können.“ Sie sind das menschliche Gesicht der Ausländerpolitik. Und trotzdem, „uns wird vermittelt, dass wir lästig sind“. Politik und Verwaltung machen ihre Arbeit immer wieder zunichte, indem sie Leute aus den Häusern, aus Schulen, vom Arbeitsplatz weg holen. Und sich damit brüsten, dass mehr Leute aus dem Land geschafft werden denn je. „Durch ihre Abschiebungen zeigen sie uns, dass sie uns nicht ernst nehmen. Wir sind geschädigt“, sagt eine.

Ein runder Tisch

Die Integrationshelferinnen wollen, dass endlich ein runder Tisch eingerichtet wird mit allen, die mit Flüchtenden zu tun haben. Sie wollen Ansprechpersonen im Ausländeramt, eine Telefonnummer, wo sie anrufen können, sofort Auskunft bekommen, „die, die es gibt, ist seit zwei Jahren blockiert“. Und sie wollen eine Möglichkeit, Post abzugeben mit Bestätigung, dass die Unterlagen eingereicht wurden.

„Immer wieder wird behauptet, Briefe seien nicht angekommen. Wir raten den Leuten, zu filmen, was sie in den Umschlag stecken, und zu filmen, wie sie die Post in den Briefkasten vor dem Ausländeramt einwerfen.“ Sie wünschen sich, dass auf der Homepage ein FAQ steht und dass die Beamten auf Deutsch, nicht auf Bayrisch mit den Menschen sprechen. „Eigentlich sind das Selbstverständlichkeiten.“ Solange die nicht gelten, sei der Willkür Tür und Tor geöffnet. Josef Wolf, der Wirt vom Schiff, drückt es so aus: „Die Intransparenz, die ein Amt mit sich bringt, finde ich extrem undemokratisch.“

Rugiatu Kamara betreuten die beiden Integrationshelferinnen nicht, „bei der lief es doch“, sie hatte Arbeit, sie hatte eine Wohnung. „Die vom Schiff haben sie unterstützt.“ Dass sie abgeschoben wurde und wie, da seien Fehler gemacht worden. „Ihr Pass wurde hier nicht anerkannt, aber zum Abschieben hat es gereicht“, sagt eine. Das ist eine Ungereimtheit.

Eine andere: dass sie ungeimpft abgeschoben wurde. Hubert Denk, der Journalist des lokalen Magazins Bürgerblick, wollte sofort nach Sierra Leone fliegen wegen Kamara. Geht nicht. Er braucht eine Gelbfieberimpfung, die mindestens zwei Wochen vor Abflug verabreicht sein muss. „Wie man mit den Menschen umgeht: So geht staatlicher Menschenhandel“, sagt er in seinem Büro. „Leute wie Rugi, die werden doch gebraucht. Die Gastronomen, die Krankenhäuser, die Landwirte sind aufgeschmissen ohne sie.“

Aus Sierra Leone geflüchtet

Josef Wolf, der Wirt, weiß einiges über Kamara. Dass sie aus Sierra Leone kommt, dass sie mit den Folgen sexualisierter Gewalt zu tun habe, dass ihre Familie nach Gambia flüchtete aus politischen Gründen, dass sie in Sierra Leone, wohin sie jetzt abgeschoben wurde, niemanden mehr habe, dass es gefährlich sei für sie dort, dass sie sich versteckt hielte. Und dass sie jetzt versuche, nach Ghana zu gelangen, 2.000 Kilometer entfernt, weil sie nur dort ein Visum für Deutschland beantragen könne, in Sierra Leone geht das nicht. Und er sagt, dass er nicht insistiere, wenn er merke, dass ihr das Antworten auf persönliche Fragen schwer falle, die Stimme belegt, die Augen feucht. „Ich stelle ihre Fluchtgründe nicht infrage, wenn ich höre, wie Frauen dort behandelt werden“, sagt er. Die Menschenrechtslage ist laut Amnesty International in Sierra Leone schwierig. Insbesondere was Frauenrechte angeht.

Wann kam Kamara nach Deutschland? Wo hat sie vorher gelebt? Wie war ihr Fluchtweg? Was hat sie erlebt? Hat sie Kinder? Die Ausländerbehörde in Passau, die es wissen könnte, gibt keine Auskunft. „Datenschutz.“ Es gibt die Frau hier nicht mehr. Sie ist wie gelöscht.

Nach Umwegen ist es möglich, Kamara per E-Mail zu erreichen. Hier ist, was sie schreibt: „Thank you for reaching out to me currently am not happy because I was deported against my wish and …“ – Danke dass Sie mich kontaktieren es geht mir nicht gut weil ich gegen meinen Willen abgeschoben wurde und ich habe ein Problem in meinem Land über das ich nicht sprechen kann ich fühle mich bedroht durcheinander unglücklich ich kann nicht aus dem Haus gehen verstecke mich die ganze Zeit weil ich Angst habe dass diese Leute mich umbringen wenn sie mich sehen auch meine Augen machen mir zu schaffen weil ich nicht die richtigen Augentropfen habe … „please continue to help and rescue me from this situation. Thanks.“ Alles geschrieben in einem Zug.

Die Frau ohne Namen

Passau ist eine kreisfreie Stadt, der Bürgermeister ist oberster Dienstherr der Ausländerbehörde. Mitte Mai kam der neue Bürgermeister Andreas Rother, ein Sozialdemokrat, ins Amt. Wolf sprach mit ihm über die Abschiebung. Daraufhin hat er einen Brief an die deutsche Botschaft in Ghana geschickt, dass man Kamara ein Arbeitsvisum geben möge. Zumindest das.

Die Anfrage der taz nach einem Gespräch indes wurde abgelehnt. Der Ablehnung wurde eine Pressemitteilung beigelegt, in der auch folgender Satz steht: „Die Dame hatte 1 ½ Jahre Zeit, um die Vorgaben des Chancenaufenthaltsgesetzes zu erfüllen, was insbesondere die Beschaffung eines gültigen Identitätsnachweises anbelangt.“ Soll heißen: Die Frau ohne Namen ist selbst schuld.

„Ich verstehe nicht“, sagt Josef Wolf, „dass der Bürgermeister nicht stärker betont, wie wichtig Leute wie Rugi für die Wirtschaft von Passau sind. Er hat die Abschiebung doch nicht zu verantworten, sondern sein Vorgänger. Für den neuen Bürgermeister wäre es eine Win-Situation.“

Auf die Pressemitteilung des OB angesprochen, antwortet Toni Schuberl, der rechtspolitische Sprecher der Grünen im bayrischen Landtag, am Telefon: „Frau Kamara soll also in ein Land reisen, aus dem sie geflüchtet ist, um dort ein Visum für Deutschland zu beantragen, das sie bei uns nicht beantragen kann, damit sie wieder einreisen kann. Das ist Schwachsinn.“

Auch den bayrischen Innenminister geht er an, weil der bei einer Anfrage der Grünen im Landtag ausführte, dass die 57-Jährige zu Recht abgeschoben worden sei, da sie alt und keine Facharbeiterin sei und zukünftig die Sozialsysteme belasten könnte. Die Gegenrechnungen, die aufgemacht werden, lassen das so nicht stehen. „Kamara zahlt seit Jahren in die deutschen Sozialsysteme ein“, sagt Schuberl. Ohnehin mache die Rechnung des Innenministers eines klar: Ausländer und Ausländerinnen würden vor allem unter dem Aspekt der Verwertung betrachtet.

Das mit der Facharbeit wird übrigens gerade kreativ gelöst. Wenn Kamara es zurückschafft, wird sie im Goldenen Schiff eine Ausbildung zur Köchin machen. Das Passauer Arbeitsamt signalisiere Zustimmung.

Ein Lehrstück

Schuberl sieht, was Wolf sieht, was der Journalist vom Bürgerblick sieht, was die Omas gegen Rechts von Passau sehen, die sich im Schiff gründeten, was die Integrationshelferinnen sehen: dass jene Leute abgeschoben werden, die kooperativ sind und sich an Regeln halten, weil sie leichte Beute sind. „Und abgeschoben wird, weil viele in der CSU/CDU denken, dass sie so der AfD Stimmen abspenstig machen können“, sagt der Grüne Schuberl, was absurd und gefährlich sei. Wobei er klar betont: „Schwere Straftäter will ich nicht im Land haben.“ Nur deren sei es schwieriger habhaft zu werden.

All das ist zu einem Lehrstück im Umgang mit Schutzsuchenden geworden. Josef Wolf stellt immer weiter Videos bei Instagram über die Abschiebung ein. Denn eines ist klar: Rugiatu Kamara wird es nur zurückschaffen, wenn der Druck nicht nachlässt. Nach Gesetz nämlich ist es so: Wer abgeschoben ist, unterliegt einer Einreisesperre; in Kamaras Fall ein Jahr für mindestens ein Jahr. Toni Schuberl relativiert das und sagt: „Natürlich kann die Bundesrepublik jeden jederzeit reinlassen, den sie reinlassen will.“

Derweil sitzt Kamara mittellos in Sierra Leone. Sie kennt niemanden mehr dort. Ein Integrationshelfer aus Passau hatte einen Kontakt im Land, bei ihr kam sie erst mal unter. Aber wovon leben? Und wie soll sie es nach Ghana schaffen? Das Leben sei für sie in Sierra Leone extrem gefährlich. Banden hätten es direkt auf aus dem Ausland Einreisende abgesehen, weil sie wohl annehmen, dass die Geld haben. Das US State Department und das schweizerische Auswärtige Amt warnen ausdrücklich vor der Kriminalität im Land. Auf der Seite des deutschen Auswärtigen Amtes klingt es harmloser.

Josef Wolf hat ein Crowdfunding organisiert für die Rückkehr von Rugiatu Kamara. Jetzt wird daran gearbeitet, wie man ihr Geld schicken kann, ohne sie deswegen zu gefährden. Damit sie die Reise nach Ghana sicher schafft, um dort ein Visum zu bekommen. Sie möchte zurück, möchte nicht, dass ihre Wohnung aufgelöst wird. „Sie hat noch Hoffnung“, sagt Wolf. Der Vermieter kooperiert. Schafft sie es zurück nach Deutschland, muss sie, Ungereimtheit Nummer drei, die Kosten für ihre Abschiebung bezahlen. „Niemand kann mir sagen, wie viel das ist. Zwischen 10.000 und 30.000 Euro hab ich gehört. Auf jeden Fall wird viel Geld verbrannt“, sagt Wolf.

Zurück an den Stammtisch im Goldenen Schiff: Wolf sitzt wieder dort. Nach dem abgebrochenen Studium hat er Koch gelernt. Und eine Zusatzausbildung in Slow Food gemacht. „Ich verstehe nicht, warum die Leute teure Einbauküchen kaufen, aber an Lebensmitteln, dem Wichtigsten, sparen“, sagt er, während er am nächsten Instagram-Beitrag über Kamara arbeitet. „Ich habe ein Verantwortungsgefühl für die Frau“. Ob er Angst hat, dass ihm sein Engagement bei den Passauer Ämtern schaden könnte? „Ein bisschen schon, aber das kann es nicht sein am Ende des Tages, dass es daran scheitert.“

Hinter ihm hängt der Schaukasten mit den farbigen Objekten, aufgereiht wie Käfer in naturkundlichen Sammlungen, aber von Nahem sehen sie aus wie verformte männliche Genitalien. Gefragt, was das eigentlich für Dinger sind, die in dem Glaskasten hinter ihm hängen, antwortet er: „Weihwasserkesselchen“. Ein Künstler aus Passau hat sie gesammelt, identifiziert, beschriftet. Darunter: „phallut impudicum“ – der unkeusche Phallus, „phallut preaecox“ – der frühreife Phallus, „phallut tulipum“ – die Phallustulpe.

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74 Kommentare

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  • Es ist auch in Passau völlig problemlos möglich der Behörde eine sichere Nachricht zukommen zu lassen. Dieser Weg ist unabstreitbar - man bekommt sofort ein Aktenzeichen und alles ist auf den Weg gebracht. Ferner möchte ich noch ergänzen dass ich nach vielen Jahren, noch dazu berufstätig in einem fremden Land dessen Möglichkeiten ich nutzen möchte, nicht mehr nur in Englisch kommunizieren können sollte. Und auch Transparenz, Ehrlichkeit & Offenheit gehört für mich einfach dazu. Wenn ich über die Fluchtgründe keine Auskunft gebe ist Misstrauen & Unverständnis vorherzusehen. Die Mitarbeitenden in unseren Ausländerbehörden arbeiten seit Jahren am und über dem Limit und machen einen der verantwortungsvollsten Jobs den man sich nur vorstellen kann. Just my 2 cents.

    • @Michael Dahms:

      Das sind noch nicht mal 2 cents. Aber mit einem kleinen Belastungseifer und einer gehörigen Portion Klischeedenken lässt sich das alles sicherlich in die Schilderungen hineinkonstruieren.



      Wenn die Bediensteten der Ausländerbehörde seit Jahren am und über dem Limit arbeiten, wäre es kaum verwunderlich, wenn sie Schreiben und Anträge auf irgendeine Weise nachlässig gehandhabt hätten. Mit der reinen Möglichkeit, der Behörde eine Nachricht sicher zukommen zu lassen, hat das nichts zu tun.



      Wie kommen Sie außerdem darauf, dass Frau Kamara ihre Fluchtgründe nicht offengelegt habe? Dem Artikel lässt sich das ebenso wenig entnehmen wie die Annahme, sie könne nur auf Englisch kommunizieren.



      Die Ausländerbehörde erteilt zu den Fluchtumständen lediglich aus Gründen des Datenschutzes und vermutlich, weil es sich um Dienstgeheimnisse handelt, keine Auskunft. Das heißt aber nicht, dass die Fluchtursachen ihr nicht mitgeteilt worden wären. Der Wirt berichtet zudem von Schicksalsschlägen, die Frau Kamara erlebte habe, und sagt, dass er ihre Fluchtgründe nicht infrage stelle, was immerhin darauf hindeutet, dass diese (auch) ihm ganz oder teilweise bekannt sind.

  • Wenn eingereichte Unterlagen angeblich am Amt nicht (mehr) aufzufinden sind, muß man sie vom Gerichtsvollzieher zustellen lassen. Allerdings nur von einem, bei dem man sich sicher ist, daß sie/er die Amtshandlung alsbald vorzunehmen pflegt. Wenn danach angeblich immer noch was fehlte, wäre das zwar keine Überraschung ... aber an einer Zustellungsurkunde käme das VG nicht vorbei, an allem anderen vielleicht schon.

  • Produktive, integrierte Arbeitskräfte abschieben, gehts noch ?!



    Vielleicht sollte man mal eine Rechtsgrundlage schaffen um straffällige oder verfassungsfeindliche AFDler abschieben zu können.

  • Vielen Dank für den Artikel! Er macht mich traurig. Aber er bietet auch gleichzeitig Trost, wenn man den Einsatz vieler "Zivilgesellschafter" bedenkt. Sind sie (wir) die eigentliche Mitte? Das Volk? Dann bitte weg mit blaubraunen Propagandalügen, mit vorauseilender Grausamkeit und allgegenwärtiger Normalisierung faschistischer Narrative!

    Rugi come home!

  • In den USA ist es ICE. Und in Europa wird GEAS neue Weichen stellen. Wir nennen wir unsere Abschiebebehörde in Zukunft? CSU?

  • Wieder einmal in Bayern, wo gerne Christlichkeit geheuchelt, aber gerne Hinterfotzigkeit praktiziert wird, wenn sich die Opfer nicht wehren können.

    • @Aurego:

      Nicht doch so negativ, der Wirt und die übrigen Helfer leben auch in Bayern.

      • @Yes:

        Das ist wohl wahr, aber gerade bayerische Ämter sind in der Vergangenheit schon öfter negativ aufgefallen. Söder hat zwar überall Kreuze aufhängen lassen, aber ich bin mir nicht sicher, ob Jesus als Flüchtling aus Galiläa in Bayern eine Bleibeperspektive gehabt hätte. Wahrscheinlich nicht.

  • Deutschlands Regierung - kommt endlich zur Besinnung , wir sind auf Zuwanderung angewiesen, was soll diese Abschiebungsscheiße.



    Schaut lieber auf die Volksabstimmung in der Schweiz, heute am historischen Sonntag den 14.06.2026 und orientiert euch an Volkeswille und hört nicht auf die unkompetenten Hetzer der AfD !

  • Es stehen hier ja viele auf das untrügliche Bauchgefühl und formalrechtliche Regelungen sind deren natürlicher Entgegner.



    Sachlich betrachet; warum war es, wenn Integrationshelfer involviert waren nicht möglich einen Identitätsnachweis aus Sierra Leone zu besorgen?

    • @Ignaz Wrobel:

      Sie haben den Artikel nicht wirklich gelesen, oder?

    • @Ignaz Wrobel:

      🤖 In Sierra Leone liegt die Zuständigkeit für die Ausstellung und Verlängerung von Pässen zentral beim Sierra Leone Immigration Department (SLID) in Freetown.Immer wieder steht die Passvergabe in dem Land wegen Intransparenz und dem Vorwurf von Amtsmissbrauch oder „Willkür“ in der Kritik.



      www.google.com/sea...8PjM8T#lfId=ChxjMe

    • @Ignaz Wrobel:

      Weil solche Länder nicht kooperieren?

  • Manchmal könnte man meinen, Ausländerbehörden wären die Vorfeldtruppe der AfD. Was da in der Praxis unabhängig von der eigentlichen politischen Mehrheit in der kommunalen Gebietskörperschaft durchgezogen wird, müsste jedem halbwegs rechtsstaatlich gesinnten Beamten unseres Gemeinwesens die Schamesröte über die Arbeitsweise der Kolleg:innen ins Gesicht treiben. Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien die Mitarbeiter:innen rekrutiert werden, aber „Empathie“ und „nachhaltiges Denken“ ist sicher eher ein Malus in dem Bereich. Nach meiner Erfahrung scheint eher die eigene Bequemlichkeit die Basis des beruflichen Alltags zu sein: Man holt sich die gut Integrierten, weil die sich ja nicht verstecken. Ich würde jedenfalls keine(n) Exmitarbeiter:in eines Ausländeramts einstellen, die Arbeitsmoral erscheint mir zu zweifelhaft

    • @vieldenker:

      Ihr erster und Ihr letzter Satz sind pauschal beleidigend. Schade.

      • @WELZEL Stefan:

        Ja, es war bewusst provozierend formuliert, aber eben nicht ohne entsprechenden eigenen Erfahrungshintergrund in der Begleitung betroffener Menschen.

    • @vieldenker:

      Der im Artikel geschilderte Fall ist tragisch, menschlich schwer erträglich und politisch absolut diskutabel. Aber genau deshalb ist der hier zitierte Leserkommentar so problematisch: Er nutzt einen Einzelfall, um eine ganze Berufsgruppe pauschal zu verunglimpfen. Das ist billig – und gefährlich.

      Ausländerbehörden sind keine „Vorfeldtruppe der Alternative für Deutschland“, sondern Teil einer Verwaltung, die geltendes Recht umsetzt – oft unter enormem Zeitdruck, Personalmangel und politisch widersprüchlichen Vorgaben. Wer so tut, als handelten Sachbearbeiter:innen nach Lust, Bequemlichkeit oder gar ideologischer Neigung, verwechselt Verwaltung mit Stammtisch.

      Und der letzte Satz – man würde keine ehemaligen Mitarbeiter:innen eines Ausländeramts einstellen – ist nichts anderes als soziale Ausgrenzung im Namen vermeintlicher Moral. Genau diese Haltung beschädigt das Vertrauen in staatliche Institutionen und befeuert jene, die den Rechtsstaat insgesamt delegitimieren wollen.

      • @Zippism:

        Es ist eben leider nicht nur nach meiner Erfahrung kein Einzelfall und auch nicht (nur) mit dem Arbeitsdruck und politischen Vorgaben erklärbar. Vielleicht fehlt auch einfach zu oft die entsprechende Supervision in den Amtsstuben. Fakt ist, da werden besonders Menschen die leicht greifbar sind, massiv angegangen, werden Briefe verschickt, die auch deutsche Muttersprachler oftmals nicht verstehen würden, vermeintliche Beratungstermine zur Festsetzung genutzt etc. Das alles beschädigt den Glauben in die operativen Sachwalter ganz sicher mehr, als ein provokanter Kommentar. Von daher, liebe Ausländerverwaltung währe es vielleicht doch auch mal an der Zeit zu fragen, warum der eigene Ruf eigentlich so schlecht geworden ist. Das liegt eben nicht nur an „den Bedingungen“ und den „bösen“ Berichten der Medien.

    • @vieldenker:

      @ vieldenker



      Ich hatte mal einen ehemaligen Arbeitsamtmitarbeiter für die Administration eingestellt - NIE wieder - konnte überhaupt nicht selbständig arbeiten und war es gewohnt ständig Anweisungen zu bekommen. Kannste in der Tüte - äääh Pfeife rauchen. Nach zwei Monaten nach Hause versendet.

  • Genau um diese Leute geht es, wenn millionenfach abgeschoben werden soll.



    Und die Union buhlt genau um die Leute, die das wollen, wenn sie am rechten Rand fischen geht.



    Und Europa baut gerade Konzentrationslager für die Leute, bei denen die Beamten nicht sicher sind, wo sie hingeflogen werden können.



    Ja, ich weiß, was ich da für einen Vergleich gezogen habe. Und ich verharmlose damit nichts. Deutschland und Europa sind gewaltig ins Rutschen geraten.

    • @Herma Huhn:

      Danke, so sieht es aus. Das neue GEAS ist ein großer Schritt rückwärts, allein die ellenlange Liste angeblich "sicherer" Herkunftsstaaten plus die Liste der Länder mit unter 20% Schutzquote im Asylverfahren (also OHNE Abschiebungsverbote gerechnet), deren Staatsbürger dann dem beschleunigten Verfahren ausgesetzt werden. Geschlossene Lager in Drittstaaten für Menschen, die nicht nach Europa sollen, die aber auch nicht umgehend ins Herkunftsland können - aud unbestimmte Zeit. Sozusagen Haft für den Versuch, dem Elend, der Verfolgung, der Diskriminierung, der Gewalt, dem Hunger... zu entfliehen.



      Dieses Europa mit seiner Menschenrechtskonvention als Feigenblatt für seinen Rassismus widert mich so an inzwischen.

      Wieviele Fehlentscheidungen des BAMF habe ich schon gesehen, die das VG zerpflückt hat? Wie viele traumatisierte Menschen, die nur deshalb scheiterten, weil sie eben NICHT erzählen konnten, was so traumatisch war. Wie viele, die sich durch Arbeit was aufgebaut haben und zur Gesellschaft beitragen, und die dann so missachtet werden?



      Unanständig, so verhält sich Deutschland, so verhält sich Europa.

  • Da die Union angeblich ja vor allem Wirtschaft können soll, sollten man einfach mal eine Kosten-Nutzen Analyse aufstellen lassen, was geht Staat, Gesellschaft und Wirtschaft mittelfristig durch eine Abschiebung verloren und wo liegt der Gewinn wenn sich ein paar Beamte auf dem Ausländeramt über eine Zahl freuen.

  • "Immerhin war es ihr gelungen, einen sogenannten Proxy-Pass zu organisieren, einen, der ausgestellt wird in Abwesenheit. Das Ausländeramt in Passau erkennt ihn nicht an."

    Können Ausländerämter "von sich aus" entscheiden, welche Pässe sie anerkennen und welche nicht? Es wird doch eine übergeordnete Behörde geben oder ein Gericht, das über die Rechtmäßigkeit entscheidet. Hatte Frau Kamara bereits alle Rechtswege ausgeschöpft oder war das nicht mehr möglich, weil sie vorher abgeschoben wurde?

    • @*Sabine*:

      War nach meiner Zeit -

      🤖 Ein Proxy-Pass ist ein regulärer Reisepass, der in Abwesenheit des Passinhabers von Dritten (wie Verwandten, Freunden oder Vertretern) bei der Passbehörde beantragt oder abgeholt wird. Ob ein solches Dokument gültig ist, hängt streng vom nationalen Recht des jeweiligen Ausstellerstaates ab.



      … dt. Sicht sind Proxy-Pässe oft problematisch, da das deutsche Aufenthaltsrecht das persönliche Erscheinen und eine eigenhändige Unterschrift vor dem Passbeamten verlangt.Anerkannt: In bestimmten Ausnahmefällen, wie etwa bei Pässen aus Gambia, ist die Ausstellung nach dortigem Recht rechtmäßig. Solche Pässe werden in Deutschland – nach Maßgabe einer Allgemeinverfügung des Bundesministeriums des Innern – teilweise zur Erfüllung der Passpflicht oder zur Ausreise anerkannt.Nicht anerkannt: Die Ausstellung von Proxy-Pässen in Abwesenheit des Antragstellers macht die Dokumente für die Einreise nach Deutschland oder für den Grenzübertritt in vielen Fällen ungültig. Dies betrifft laut Allgemeinverfügung beispielsweise Reisedokumente aus Angola, Ghana, Nigeria und dem Jemen.

      . 🇩🇪 oft als nicht visierfähig eingestuft, da sie nicht durch den Inhaber persönlich abgeholt

    • @*Sabine*:

      Die Schuld beim Opfer suchen, um institutionellen Rassismus zu relativieren. Die Frau hat alles richtig gemacht und sich ein Leben in der Diaspora aufgebaut. Sie wird gebraucht, als Mensch und als Arbeitskraft. Sie ist keine Kriminelle, sondern eine hart arbeitende Frau. Respekt.

      • @Andreas J:

        Ich schiebe die Schuld meiner Meinung nach gerade nicht dem Opfer zu, sondern frage mich bzw. das Forum, ob es keine übergeordnete Behörde gibt, wenn das Ausländeramt einen/diesen Ausweis nicht anerkennt. Ich kann es schlecht nachvollziehen, dass irgendein Sachbearbeiter irgendwo irgendetwas entscheidet und weder Vorgesetzten noch Gerichten usw. Rechenschaftspflicht schuldet. Das erscheint mir in Deutschland nicht so ganz typisch, aber vielleicht ist das heutzutage so.

    • @*Sabine*:

      "Können Ausländerämter "von sich aus" entscheiden, welche Pässe sie anerkennen und welche nicht?"

      Nicht nur Ausländerämter und nicht nur in Deutschland. Papiere, die in Abwesenheit ausgestellt werden, garantieren keine Übereinstimmung mit dem Lichtbild und müssen formal fast nirgendwo zwingend akzeptiert werden. Damit können Sie fast überall auf der Welt Schiffbruch erleiden - auch als Deutscher in Deutschland...

  • Da hat jemand Arbeit, und dann sowas.



    Schildbürger sind nichts dagegen.



    taz.de/Berechnung-des-IW/!6186926/

  • In Passau wird traditionell koaa Hochdeitsch grääd, außer vielleicht auf dem Uni-Campus (wo es dann den (Nieder-)Bairisch-Kurs für die höheren Töchter und Söhne gab). Hochdeutsch in den Behörden ('s geit hier net ois no earer Noose) ist auch daher schon viel verlangt.

    Alles andere machen für eine korrekte, aber auch zielführende Lösung ist aber abverlangbar.

    • @Janix:

      Hannoveranisch ist definitiv _nicht Hochdeutsch. Wer das nicht glaubt, hört mal den Omas im Café Kröpcke zu.



      Wolfenbüttel bis Wolfsburg ist es wohl eher, aber These: niemand in Deutschland redet Hochdeutsch als Muttersprache.

      Und wer meinen Post las, könnte übrigens schon auf die Idee gekommen sein, dass mir allgemeine Verständlichkeit ausreicht. Und wäre es als Zweitsprache. So viel Respekt und Integration dürfen aber schon alle zeigen, die in Publikumsberufen arbeiten - es geht! In Passau vielleicht etwas später. Das haben Dialektinseln zuweilen, dass die Verständlichkeitsgrenze vergessen wird: I rääd doch Hochdeitsch mit Dia, woos wuist d'nn?

    • @Janix:

      Mitarbeiter einer Ausländerbehörde können sich schon der 2. Sprache dem halbwegs Hochdeutsch bedienen, sie können wenn sie wollen, aber wollen tun sie oft nicht



      Oder gar Englisch vielleicht

    • @Janix:

      Warum sollte auch jeder Hannoveranisch sprechen?

      Vielfalt und Inklusion? Oder doch lieber sprachliche Gleichschaltung?

      • @Chris McZott:

        Wenn man gendern verbieten kann, sollte es ein leichtes sein, von Beamten oder Angestellten im öffentlichen Dienst in gerade diesem sensiblen Bereich zu verlangen, Hochdeutsch mit ihren Kunden zu sprechen. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, sich darum zu bemühen, dass mein Gegenüber mich versteht, wenn ich mit ihm sprechen möchte.



        Einer guten, nicht aus Deutschland stammenden Bekannten wurde einmal ihre Germanistikprüfung nicht anerkannt, weil sie in Bayern studiert hat und während der Prüfung mit bayerischem Akzent geredet hat. Damit ist Bayerisch offiziell nicht Deutsch. Sollte also auch in keiner Amtsstube gesprochen werden dürfen. Und wer kein Deutsch kann, sollte vielleicht abgeschoben werden. In Sierra Leone gibt es leider kein Goethe Institut. Aber für ausreichend Geld findet die CSU schon einen Return Hub für die Bayern

      • @Chris McZott:

        Hochdeutsch ist lt. Gesetz verpflichtende Amtssprache - also auch in allen Ämter verbindlich

        • @Gagman:

          Nein das ist so nicht richtig. Zum einen steht das so nicht in den Verwaltungsverfahrensgesetzen und zudem anderen ist Bairisch schlicht Deutsch.

          Außerdem wird der Begriff "Hochdeutsch" in der Umgangssprache anders als in der Fachsprache gebraucht: Bairisch ist ein z.B. ein hochdeutscher Dialekt.

          "Schriftdeutsch" wäre passender. Wobei da auch nicht klar ist, mit welchem Akzent man das aussprechen sollte denn Deutschland hat kein sprachliches Zentrum - oder würden sie Berlinerisch-Brandenburgisch als "Führungsdialekt" akzeptieren? Ich nicht.

          So spricht man z.B. Bayern die Konsonanten präziser aus als wir im Norden...("Pf" und "F" sind bei uns identisch, das "r" wird schnell zum "ä" ...)

        • @Gagman:

          Mal abgesehen davon, dass das Wort "Amtssprache" keinen Beamten zur dialektfreien Sprache verpflichtet, kommt das Wort "Hochdeutsch" im Gesetzestext nicht einmal vor.

          BVwVfG §23

          (1) Die Amtssprache ist deutsch

  • Maßnahmen mit dem einfachen Ziel, die Abschiebungszahlen nach oben zu drücken, soweit es geht, führen eben genau dazu: Diejenigen, die sich an die Regeln halten und sich Mühe geben, sich zu integrieren, werden als Erste abgeschoben - denn dieser wird man am leichtesten habhaft und diese folgen am ehesten offiziellen Aufforderungen. Wer seinen Pass wegwirft, bei seinem Alter mogelt, oder einfach so lange prozessiert, bis er/sie geduldet werden muss und dann im Zweifel "nicht auffindbar" ist, ist hingegen fein raus. Das nützt letzten Endes niemandem und wird mittelfristig die Problematik eher verschärfen, weil man im jetzigen System die Leute, die tatsächlich Probleme machen, gar nicht loswird - von dem menschlichen Leid, das dadurch unnötig verursacht wird, mal ganz abgesehen.

  • Tja. Das ist die Politik der csdU, allen voran der bayrische "Christ" Dobrindt. Solche Vorgänge werden vielleicht Kim in N-Korea gerecht, doch bei mitteleuropäischen Staaten sollte das überhaupt nicht auch nur in Betracht gezogen werden.



    Und komme mir keiner damit, dass es ja "Vorschrift" sei. Da gibt's andere Dinge, bei denen sehr viel besser auf deren Einhaltung geachtet werden müsste...

    • @Perkele:

      Aber die anderen Dinge sind weniger einfach und betreffen oft Menschen, die widerspenstig sind. Wenn dann noch das Vitamin B ausreicht....

  • Ein wichtiger Bericht: Er zeigt, das wir es uns wieder einmal zu einfach und richtig falsch machen: Rechtsschaffene Leute, die keinen Ärger machen, die, die wir hier wollen und brauchen und die uns bereichern, werden abgeschoben. Die, vor denen wir und die Behörden Angst haben, bleiben hier und terrorisieren uns weiter.

    PS: Abschiebung nach Sierra Leone? Wirklich?! Die, die das Land kennen, sprechen von einer Hölle, vor allem in der Hauptstadt Freetown.

    • @WELZEL Stefan:

      Mir hat ein Syrer, der acht Jahre bei einer hiesigen Firma gearbeitet hat, äußerst fachgerecht eine Tür eingebaut. Jetzt hofft er wieder auf eine auskömmlichen Job in seinem Ursprungsland, wohin er nicht mehr zurückwollte. Und sein Chef ist wieder auf der Suche....

  • Wir schieben als Deutschland Menschen ab, die gebraucht werden, feste Arbeitsverträge haben. Und so? Pass soll sie benantragen und ein Visum, in dem Land, aus dem sie floh? Ungeimpft nach Afrika? Was sind das für Menschen, die sich das ausdenken und durchsetzen? Das kann man sich nicht ausdenken, das kann nur Realität sein. Hollywood würde man das nicht abnehmen.

    SPD OB? Ich kam schon lange immer weit weg von denen, das gibt meiner Entscheidung den entscheidenen Stoß. Weg von der SPD, sollen sie bei 5 % um den Einzug kämpfen in Landtage und Bundestag. Wer braucht die noch? Menschenrechte interessieren die nicht. Und allein die Tatsache, dass die Frau ihre Abschiebung bezahlen soll, sagt alles. Was für ein Land ist denn das, in dem ich lebe?

  • Der BMI spielt den harten Mann im Glauben, die Blaunen klein zu halten. Die versuchen inzwischen sogar, gebürtige Deutsche abzuschieben und damit Agent Orange in Washington rechts zu überholen 🤮

    hamburg.t-online.d...e-abschiebung.html

  • taz: *In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde sie Ende April von der Polizei abgeholt und nach Sierra Leone abgeschoben.*

    So langsam wird einem klar, wohin die Reise mit der neuen CDU/CSU-Politik geht. Muss die Merz/Söder-Union eigentlich alles nachmachen, was in der undemokratischen Trump-USA momentan passiert?

    • @Ricky-13:

      Bevor sie in einer "Nacht und Nebelaktion" abgeholt wurde hat sie eine Auforderung zur Ausreise erhalten. Das Ziel wird nicht vorgeschrieben. Da sie dem nicht nachgekommen ist wurde sie abgeschoben. Und das wird nicht Mittags durchgeführt sondern zu Zeiten wo Abschiebende sich Zuhause aufhalten.

      • @Martin Sauer:

        Der deutsche Staat schiebt ja bekanntlich immer die "Richtigen" ab. In diesem Fall eine Frau, die seit sechs Jahren in einem Traditionsgasthaus angestellt und bei allen Leuten sehr beliebt war.

        „Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten lässt sich immer noch regieren. Bei schlechten Beamten helfen die besten Gesetze nichts.“ [Otto von Bismarck]

        Wenn man allerdings schlechte Gesetze und schlechte Beamten hat, dann kommt so eine Idiotie wie in Passau dabei heraus.

  • Ja mein Gott - wen soll man denn abschieben, wenn nicht die, die man findet und von denen kein gefährlicher Widerstand zu befürchten ist? Behörden arbeiten nun mal effektiv. Und wenn dann noch schädliche Nebenwirkungen für Einheimische entstehen......

  • Was für eine Ungerechtigkeit und Niedertracht. Da wird von der Wirtschaft der Fachkräftemangel beklagt und der Kanzlerdarsteller will, dass wir bis 75 arbeiten. Aber integrierte Arbeitskräfte werden wegen irrsinniger Formalien abgeschoben. Läuft in Deutschland, da können sich sich die Braunblauen und die "christlichen" Parteien gegenseitig auf die Schulter klopfen.

    • @FraMa:

      Eine Küchenhilfe ist keine Fachkraft, sorry

      • @Astrid Sehnefeld:

        Als Beikoch oder Beicköchin muss man eine zweijährige Berufsausbildung absolviert haben, ergo ist sie per Definition sehr wohl eine Fachkraft. Abgesehen muss man in diesem Berufsfeld durchaus auch Aufgaben und Verantwortungen eines Kochs übernehmen. Abgesehen davon, was wollen sie jetzt damit sagen?

      • @Astrid Sehnefeld:

        Eine, seit Jahren eingearbeitete Kraft, die eigenständig einen Bereich des Betriebs organisiert, gut ins Team integriert ist und verlässlich, ist für jedes Gastronomieunternehmen schwer zu finden und wertvoller als jeder Ingenieur oder Germanist. Wenn man nicht gerade einen Zeugnisfetisch mitbringt, wie es leider viele in Deutschland tun, dann ist das natürlich eine Fachkraft.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Eine, seit Jahren eingearbeitete Kraft, die eigenständig einen Bereich des Betriebs organisiert, gut ins Team integriert ist und verlässlich, ist für jedes Gastronomieunternehmen schwer zu finden und wertvoller als jeder Ingenieur oder Germanist. Wenn man nicht gerade einen Zeugnisfetisch mitbringt, wie es leider viele in Deutschland tun, dann ist das natürlich eine Fachkraft.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Was soll ihre abwertende Bemerkung von der "Küchenhilfe"?



        Wie soll sie denn aus Sierre Leone einen deutschen Berufsabschluss mitbringen?



        Als wenn nur Menschen mit einem Zertifikat sinnvolle und wertschöpfende Arbeit verrichten können.



        Ich glaube wir alle würden dumm aus der Wäsche gucken, wenn alle von der Papierlage "Ungelernten" ihre Arbeit einstellen würden.

  • Das ist unendlich traurig. Das Leben dieser Frau, alles, was sie sich aufgebaut hat, ist mit einem Federstrich kaputt. Zerstört.

    Wenn man daran etwas Gutes finden will, dann höchstens, dass nun im tiefsten konservativsten Bayern evtl. ein paar Menschen ins Nachdenken kommen, was die menschenverachtende rassistische (und nebenbei bemerkt extrem dämliche) Politik ausgerechnet ihrer Leib- und Magen-Partei bedeutet. Die antichristliche asoziale Union.

  • Danke!



    Für den Artikel und an die Menschen, die sich auch weiterhin für Hilfsbedürftige einsetzen.



    Das Thema begleitet meine Familie seit Jahrzehnten.



    Von nachbarschaftlicher Integration über Sprachkurse, Aufnahme von minderjährigen Flüchtigen, Vermittlung von Ausbildungsplätzen und Arbeit, Schaffung von Wohnraum und Vermittlung von Wohnungen war so ziemlich Alles dabei.



    Wer nebenbei auch noch seine Brötchen verdienen muss, kann das nicht permanent, daher ist ein Netzwerk, wie Familie und Freunde, notwendig.



    Ich freue mich immer, zu hören, dass auch Andere weiterhin aktiv sind.



    Wie das Beispiel zeigt, trägt der derzeitige Trend ein Doofprint.



    Laut aktueller Studie fehlen durch die Verrentung der Boomer*Innen noch 1,5Millionen Arbeitskräfte mehr.



    Wo sollen die herkommen, „Herr“Dobrindt?!



    Deutschland braucht Zuwanderung, das war schon immer so.



    Polen seit Beginn der Industrialisierung, Sinti und Roma als Erntehelfer, Vertriebene nach dem zweiten Weltkrieg, Flüchtlinge aus der DDR, Gastarbeiter aus Griechenland, Spanien, Italien und der Türkei für das Wirtschaftswunder.



    Spätaussiedler aus Rumänien und Russland, Afghanische Unterstützer, Syrer.



    Wir Alle bauen Deutschland .

  • Und wieder ein Beispiel für den völligen Irrsinn deutscher Politik. Vertrocknete Bürokraten schieben eine Steuerzahlerin ab...

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Ist der Verweis aufs Steuerzahlen nicht schon der erste Schritt in eine ausbeuterische Logik und die Abkehr von Menschenrechten und unbedingter Solidarität?

      Sollte nicht jeder in Deutschland leben dürfen unabhängig davon ob er dem dt. Staat und den Menschen hier "nützt".

      • @Chris McZott:

        Ja. Ist es. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Abschiebung selbst nach CSU Logik völliger Quatsch ist.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Bei Steuerzahlerin wäre ich vorsichtig. Küchenhilfen zahlen wenn überhaupt minimal Steuern, das ist Mindestlohn. Wenn da nicht Vollzeit dann bist du Aufstocker und somit ein Minusgeschäft

      • @Astrid Sehnefeld:

        Ach, Frau Sehnefeld, auch hier wieder. Sie wissen absolut nichts über die Frau in dem Artikel, über ihr Arbeitsverhältnis. Woher nehmen sie die Arroganz hier einfach mal Mindestlohn und Aufstockung zu unterstellen?

        Abgesehen davon: Jeder, der hier lebt und arbeitet, zahlt Steuern und Sozialabgaben. Selbst im Niedriglohnsektor fließt ein riesiger Teil des Einkommens über die Mehrwertsteuer bei jedem Einkauf direkt an den Staat zurück.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Mal abgesehen davon, dass man auch dringend benötigte Küchenhilfen nicht abschiebt.



        Sie ist keine. Und selbst wenn sie es wäre, läge das Problem darin, dass Menschen ohne ausreichende Bezahlung arbeiten. Niemand sollte aufstocken müssen.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Also wissen alle, dass wir genau diese Menschen brauchen (welcher Deutsche arbeitet schon für den Mindestlohn als Aushilfe, bei Lieferdiensten, im Dienstleistungssektor?) und wenn wir sie genug ausgebeutet haben, ohne dass sie für ihren Ruhestand vorsorgen konnten, schieben wir sie ab? Finde ich moralisch fragwürdig...

      • @Astrid Sehnefeld:

        Also werden Küchenhilfen abgeschafft??? Und wenn nicht, dann dürfen sie nur ehrenamtlich arbeiten? Dann wäre es ja auch keine Ausbeutung mehr, und es würde nicht mehr so auf sie Hinuntergeschaut.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Die Begründung : "dass die 57-Jährige zu Recht abgeschoben worden sei, da sie alt und keine Facharbeiterin sei und zukünftig die Sozialsysteme belasten könnte."



      Auf gut deutsch klingeln die als Erfolg alle raus, die sie einfach auffinden und haben damit ungefähr vierstellig "abgeschoben". Das Prodecere dazu hat auch schon die hier im Zuge der Balkankriege und Seperationsbewegungen hier seßhaft werden wollende "geärgert" (ums ma sehr euphemistisch auszudrücken).

  • Ein persönlicher Fall erklärt besser als Zahlen, wie schlimm die Lage in DE für Flüchtende ist. Hier in Frankreich läuft bei Amnesty gerade eine Kampagne bezüglich der Aufenthaltsgenehmigungen. Diese sind oft sehr kurz (1 oder 2 Jahre). Wenn man die Verlängerung beantragt, dauert das oft so lang, dass die Aufenthaltsgenehmigung bereits abgelaufen ist, bevor die Verlängerung ausgestellt ist. Die betroffenen Personen werden "sans papiers", Menschen ohne gültige Ausweispapiere. Dagegen kämpfen wir hier, ebenfalls, indem wir individuelle Fälle zeigen, die sehr dem von Frau Kamara ähneln. Der Claim von Amnesty France ist: On se bat ensemble, on gagne ensemble. Wir kämpfen gemeinsam, wir gewinnen gemeinsam. In diesem Sinne: Danke für den Artikel.

    • @Charlotte Fondraz:

      Wir haben hier das gleiche Problem, allerdings in der Form, dass die Antagsteller*innen dann in die Duldung rutschen und nicht mehr arbeiten dürfen. Aus vorauseilendem Gehorsam vor einem erwarteten AfD-Sieg werden derzeit kaum mehr Aufenthaltstitel über zwei Jahre ausgestellt, sondern nur noch Kurzzeit-Fiktionsbescheinigungen von ein bis drei Monaten ausgeworfen. Und weil die Behörden mit diesem Wahnsinn völlig überlastet sind, verlieren Migranten alle drei Monate ihren Job - mit teils drastischen Folgen auch für die Unternehmen, die auf ihre Fahrer*innen, Lagerarbeiter*innen, Pflegehelfer*innen, Köch*innen, Paketzusteller*innen etc. dringend angewiesen sind.

  • Ja, Kernaussage für mich: Es ist extrem undemokratisch wie Briefe formuliert werden und Amtsdeutsch abläuft.



    Von Verwaltungsfachleuten und Juristen formuliert.



    Wenn der Staat sich hinter Formularen verbarrikadiert um den Leuten das Leben zu erschweren.



    Von der Steuererklärung und Anlagen, von Grundsteuer und Aktenzeichen, Zuschussbeantragung bei welcher Behörde auch immer. Selbst wir mit reichhaltigster Deutscherfahrung, Studium und Leitungsfunktionen in Betrieben müssen uns da durchkämpfen. Wie geht es da wohl Leuten die das Grundgerüst nicht mitbringen (können)?



    Vereinfachungen in allen Verwaltungsakten wäre ein Reformvorhaben. Zu komplex(!), nehme ich an um das selbst zu verstehen, also als Politiker.

    • @Tom Farmer:

      Evtl. noch als Zusatz, auch das "nicht erhalten" von Briefen inkl. Einschreiben hat z.B. beim Arbeitsamt System. Da steckt sicher mehr drin als nur Desorganisation: Wille zum Sadismus.

      Ebenso gibt es Anknüpfungen bei der Kritik "Ausländer und Ausländerinnen würden vor allem unter dem Aspekt der Verwertung betrachtet": Die Personalnomina lassen sich hier durch andere ergänzen (Arbeitslose, u.a.).

      Will damit nur sagen, dass die Schikanierung nicht einzig rassistischen Ursprungs.

      Danke für den ausführlichen Bericht @taz.de

  • Großartiger Artikel, mit einem Einstieg, in dem man Passau fühlen kann.

  • Klasse Bericht über den obsessiven Irrsinn der Abschiebelogik um jeden Preis anhand eines Einzelschicksals, das mehr erklärt, als alle Zahlen und Tabellen. Selbst mit festem Job und nach jahrelangem Steuern und Sozialabgaben zahlen, wird abgeschoben.







    Falls beim schnellen Lesen übersehen wurde, dass es einen Spendenaufruf für die Rückkehrunterstützung geht:

    www.goodcrowd.org/...-wurde-abgeschoben

    Bleibt zu hoffen, dass die Geschichte gut ausgeht (und die taz dann auch darüber berichtet!).

    • @Sisone:

      Vielen dank für den Link, ich hatte ihn ebenfalls übersehen. Er wurde geteilt und es wurde gespendet, hoffentlich hilft es.

    • @Sisone:

      🙏 vielen Dank, tatsächlich ist er, mir zumindest, untergegangen und jetzt habe ich ihn auch geteilt!