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Gentest für Tennisprofis Feindbild Transfrau

Selina Hellfritsch

Kommentar von

Selina Hellfritsch

Tennisprofis sollen künftig ihr Geschlecht per Gentest beweisen. Dabei geht es nicht um „fairen Wettbewerb“, sondern um transfeindliche Symbolpolitik.

P rofi-Tennisspielerinnen müssen in Zukunft für die Teilnahme bei Turnieren einen Gentest absolvieren, um zu beweisen, dass sie auch wirklich Frauen sind. Das bestätigte die Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen Women’s Tennis Association (WTA) der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Die Entscheidung der WTA geht auf Druck der USA zurück. Internationale Sportverbände folgen so dem Trump’schen Vorbild und stürzen sich wieder einmal auf eine der vulnerabelsten Gruppen: trans Menschen.

Der Versuch, die Kategorie Frau so weit zu verengen, dass nur noch das heteronormative Idealbild übrig bleibt, ist dabei weit von der biologischen Realität und gelebter Inklusion entfernt. Bisher durften trans Frauen an WTA-Turnieren teilnehmen, wenn sie ihr Geschlecht als weiblich angegeben hatten und einen niedrigen Testosteronspiegel nachweisen konnten. Mit der Änderung der Richtlinien werden sie allerdings faktisch ausgeschlossen. Damit reiht sich der internationale Tennissport bei den Sportarten Leichtathletik und Boxen ein, die in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Regelungen verabschiedet haben.

Da empfiehlt sich ein Realitätscheck: Nur ein kleiner Anteil der internationalen Profi-Sportler*innen ist trans. Beim Tennis ist beispielsweise keine einzige trans Frau bekannt, die gerade an WTA-Turnieren teilnimmt.

Auch die Ergebnisse von trans Ath­le­t*in­nen fallen genauso aus wie die ihrer cisgeschlechtlichen Mitstreiter*innen: Mal gewinnen sie, mal verlieren sie. Nur: Wenn sie verlieren, ist das mediale Interesse gleich null. Erst kürzlich erschien eine Metaanalyse, die 50 Studien heranzog und zu dem Schluss kam, dass trans Frauen keinen sportlichen Vorteil gegenüber cis Frauen haben.

Gentests sind verkürzt

Das Argument des unfairen Wettbewerbs ist also mehr Schauergeschichte als ein reales Problem. Allerdings hält sich die Debatte über womögliche körperliche Vorteile von trans Menschen gegenüber cis Menschen hartnäckig.

Solche Maßnahmen werden dazu beitragen, dass es so bleibt: Der SRY-Gentest, der von der WTA jetzt wieder herangezogen wird, wurde in den 90er-Jahren bereits im Profisport genutzt, aber dann abgeschafft. Selbst der Wissenschaftler, der das entsprechende Gen entdeckte und bis heute daran forscht, nennt den Test zu verkürzt, um jemanden als „biologische Frau“ zu kategorisieren. Er würde nichts darüber aussagen, ob das Gen auch funktioniere, ob sich Hoden gebildet haben und ob mehr Testosteron produziert werde oder nicht.

Außerdem wird bei der Debatte verkannt, dass es – auch biologisch gesehen – nicht nur zwei Geschlechter gibt. Wir haben zwar zwei Geschlechterkategorien, die aus dem Mittelwert vieler Daten ermittelt wurden. Aber neben Frauen mit hohem Testosteronwert gibt es eben auch Männer mit einem schmalen Knochenbau und Frauen, die XY-Chromosomen aufweisen.

Jeder Körper ist individuell und bringt in jeder Sportart seine eigenen Vor- und Nachteile mit sich. Dass Sportverbände und die Politik aber weiterhin auf einen vermeintlichen Standard pochen, den es in der Realität nicht gibt, zeigt vielleicht eher, wie sie an die Grenzen des gesellschaftlich binären Geschlechtersystems stoßen.

„Schutz“ durch Drangsalierung

Um die Einführung von Gentests und das transfeindliche Vorgehen zu rechtfertigen, wird nur allzu gern das Argument herangezogen, Frauen, beziehungsweise den Frauensport „schützen“ zu wollen. Dass aber gerade dieses Vorgehen in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass Menschen erniedrigende Prozeduren durchmachen mussten, um ihr Geschlecht zu „beweisen“, ihnen eine Hormontherapie angedreht wurde oder Frauen anhand ihres Erscheinungsbilds ihr Frausein abgesprochen wurde, wird dabei gern vergessen.

Die WTA schreibt, dass sie sich dessen bewusst sei, dass es sich um ein sensibles und komplexes Thema handele. Und dass sie sich dazu verpflichte, alle Spielerinnen mit Würde und Respekt zu behandeln. Aktuell ist davon wenig zu sehen.

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Selina Hellfritsch

Selina Hellfritsch

Ist aktuell Teil von tazzwei und freie Journalistin mit Sitz in Berlin. Sie schreibt gerne über intersektionale feministische Themen und legt dabei Wert auf queere Perspektiven. Hat einen Bachelor in Crossmedia Redaktion und studiert nebenbei Gender Studies.
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76 Kommentare

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  • Es gäbe eine Lösung, wenn ich es mal grob skizziere: Es gibt Sport für normale Sportler unterteilt in 2 Gruppen: Weiblich/Männlich. Dann gibt es Sport für Menschen mit Einschränkungen. Auch unterteilt in Weiblich/Männlich. Man könnte eine 3 Gruppe aufmachen und dort dann die Sportler einteilen, die sich nicht „eindeutig“ in die anderen beiden Gruppen einordnen lassen. Ich mein ja nur…

  • Gehe ich richtig in der Annahme, daß es beim Sport um Leistungsvergleich geht?



    Die Tatsache, dass Männer biologisch den Frauen in manchen Tätigkeiten überlegen sind, ist doch schon längst irrelevant.

    Echte Vergleichbarkeit von sportlichen Leistungen braucht ein anderes Fundament.

  • Ist es tatsächlich so abwegig darüber nachzudenken, ob man nicht die Frauen des DTB fragen sollte?

  • Hat der Autor die von ihm zitierte Studie überhaupt gelesen? Selbst in der conclusion steht folgendes:

    Current evidence is mostly low certainty and has heterogenous quality but does not support theories of inherent athletic advantages for transgender women over cisgender.

    Das heißt auf deutsch, dass es einfach keine ausreichenden Daten gibt für eine gesicherte Aussage.

  • Wenn man das so sieht, dann kann man den Profi Sport auch abschaffen. Oder man trennt ihn nicht mehr nach Mann und Frau. Nur, dann werden bei den meisten Sportarten die Frauen nie wieder gewinnen.

    Kann man so sehen, halte ich für falsch.



    Es ist einfach eine genetische Tatsache, dass Männer aus evolutionären Gründen hier riesige Vorteile haben. Das kann man sich aus ideologischen nicht weg zaubern.

  • Wenn man Frauensport will, muss man irgendwie irgendwo eine Grenze ziehen. Für die, die gerade knapp an dieser Grenze scheitern, ist es immer ungerecht. Für einzelne Betroffene hart - aber es gibt wichtigere Probleme.

  • Biologisch gesehen gibt es zwei Geschlechter, weil der Mensch ein anisogames Wesen ist, das zwei verschiedene Arten von Keimzellen produzieren kann. Zu behaupten, das wäre gar nicht so, wäre, als würde man sagen, es gäbe tausend magnetische Pole, weil alle Punkte zwischen den Polen auch irgendwie geladen sind. Das ist schlicht und ergreifend Unsinn, und jedes Argument, das darauf aufbaut, ist dementsprechend ebenfalls Unsinn. Über Geschlechterrollen und die Zahl der sozialen Geschlechter kann man gern bis zur völligen Ermüdung diskutieren, aber die Biologie ist eindeutig.

    • @Agarack:

      Ich möchte das schon präzisieren: Die Biologie ist nicht eindeutig. Es gibt XXY-Personen usw., manche können sich sogar fortpflanzen wenn auch kritisch. Und dann gibt es welche, bei denen beide Fortpflanzungsorgane angelegt sind. Dann gibt es noch viele >biologische< Feinheiten drumherum.

      Ich stimme dennoch mit ihnen überein, dass diese Uneindeutigkeit und diese Sonderformen - weil so extrem selten wirklich die Zuordnung zu einem Geschlecht erschwerend und noch viel seltener die Zuordnung verunmöglichend - nicht dazu herangezogen werden sollte, die Einteilung, die für sehr viel mehr als 99% der Menschen Sinn macht, abzulehnen. Die Einordnung ist für die sehr große Mehrheit der Menschen sehr hilfreich und sehr berechtigt.

      Es mag für einige Menschen Probleme damit geben und das ist blöd und mitunter - stellen wir fest - ist diese Situation durch Regelungen nicht aufzuheben sondern zieht neue Probleme (gelabelt als Ungerechtigkeiten) nach sich. Da ist es aus meiner Sicht besser, beid er einfachsten Unterscheidung zu bleiben.

      Vielleicht - Gedankenanstoss - wäre es für den Sport sinnvoll, eine dritte Gruppe neben "Mann" und "Frau" aufzumachen. Aber natürlich wird das auch abgelehnt.

      • @JK83:

        Auch Personen mit dem Klienfeltersyndrom

      • @JK83:

        Eine dritte Kategorie wurde bereits schon mal angeboten – etwa von World Aquatics. Es gab daran aber kein Interesse und keine Anmeldungen für diese Kategorie.

      • @JK83:

        "Vielleicht - Gedankenanstoss - wäre es für den Sport sinnvoll, eine dritte Gruppe neben "Mann" und "Frau" aufzumachen. Aber natürlich wird das auch abgelehnt."



        Na ja, damit kommen Sie direkt zur Frage, wer in dieser dritten Gruppe mitmachen darf und wer nicht. Und schon haben Sie dasselbe Problem in anderer Kleidung...

      • @JK83:

        Eine dritte Gruppe im Sport ist nicht erforderlich. Es gibt die Gruppe "Frau", die besonders geschützt ist und in der dann natürlich nur biologische / genetische Frauen starten dürfen. Die andere Gruppe ist offen, da kann jeder mitmachen.

    • @Agarack:

      Die unselige Vermischung von Sex und Gender entzieht jeder sachlichen Diskussion die Grundlage.

      Männer, die sich mittels Hormonen die Innerlichkeit und Äußerlichkeit von Frauen geben, sind trotzdem keine genetischen Frauen. Über die Wichtigkeit dieser Genetik kann man streiten. Es ist ein weites Feld.

  • Die Metaanalyse von Mendes Sieczkowska et al. (2026) wird hier irreführend rezipiert. Die Autoren kommen zwar zu dem Schluss, dass die verfügbare Evidenz keine inhärente sportliche Überlegenheit transidenter Männer gegenüber Frauen stützt. Bezugspunkt hierbei ist jedoch die allgemeinen schwache Evidenz. Ihre Ergebnisse erlauben daher umgekehrt genauso wenig eine positive Aussage über eine Leistungsangleichung. Angesichts der niedrigen Evidenzqualität gilt die Nichtaussagekraft beidseitig. Weder Hypothese A ("inhärente Überlegenheit") noch Hypothese B ("funktionelle Gleichstellung") werden gestürzt. Hier wird sich einseitig nur auf einen dieser Aspekte berufen, um zu insinuieren, transidente Männer wären Frauen nicht überlegen.

    Ferner ist die Behauptung, es gebe nicht nur zwei Geschlecht, sondern Geschlecht sei sinngemäß ein "Mittelwert aus Eigenschaften" nicht korrekt. Geschlecht ist eine funktional auf Basis der Anisogamie definierte Fortpflanzungsrolle. Weitere (durchaus diverse) Eigenschaften und Ausprägungen ergeben sich erst aus dieser Zweiteilung. Männer und Frauen sind divers. Es bleibt aber bei diesen zwei Geschlechtern als eine für Säugetiere unveränderliche Realität.

  • Und wo ist da jetzt das Problem? Im Profisport geht es um sehr viel Geld, da sollte man dann schon mal genauer hinschauen. Im Freizeitsport kann man das natürlich alles nach Lust und Laune machen; aber wo es um viel Geld geht, da sollte man dann schon Regeln aufstellen.

    Männer besitzen im Durchschnitt auch deutlich mehr Muskelmasse als Frauen, sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Gesamtkörpergewicht. Während biologische Männer im Schnitt etwa 38 bis 45 Prozent ihres Körpergewichts als Muskelmasse aufweisen (plus ein größeres Herz und ein größeres Lungenvolumen), liegt der Anteil bei biologischen Frauen typischerweise zwischen 28 und 35 Prozent.

    Allerdings sinkt durch die Blockade von Testosteron und die Gabe von Östrogen die Muskelmasse dann drastisch, während der Körperfettanteil steigt. Es bleibt also mal wieder alles sehr schwierig mit der sogenannten "Gerechtigkeit" - aber das kennt man ja schon.

    Vielleicht sollte man den blödsinnigen und geldgierigen Profisport endlich mal beenden, dann braucht man auch keinen Gentest und jeder kann endlich das sein, was man sein will (m/w/d). Und dann gibt es auch keinen Zwang mehr zur biologischen "Kategorisierung".

    • @Ricky-13:

      Niemand muss sich am Profisport beteiligen. Weder als Sportler noch als Zuschauer.

      • @Oma:

        Da bin ich vollkommen bei Ihnen.

        Der Schriftsteller George Orwell bezeichnete den internationalen Spitzensport einst treffend als "Krieg ohne Schießereien". Obwohl Sport heute primär der Unterhaltung dienen sollte, spiegeln sich in ihm viele Mechanismen des Krieges wider – besonders im Profisport.

        Mit Unterhaltung und Spaß hat Profisport ohnehin schon lange nichts mehr zu tun. Im modernen Profisport wird auch nichts mehr dem Zufall überlassen. Athleten werden durch maximale Optimierung in allen Lebensbereichen zu biologischen "Hochleistungsmaschinen" geformt. Warum man sich so etwas Ungesundes als sportlicher Mensch (m/w/d) antut, habe ich ja oben schon geschrieben – es geht um sehr viel Geld, aber nicht um einen fröhlichen sportlichen Wettbewerb.

        Der moderne Spitzensport hat sich von einer Freizeitbeschäftigung zu einer globalen, milliardenschweren Unterhaltungsindustrie entwickelt, in der Athleten die wichtigsten Wirtschaftsgüter sind; und da stören anscheinend trans-Menschen. Wer echten Sport machen möchte (der gesund ist und auch Spaß macht), der hält sich ohnehin vom Profisport fern, egal ob nun Mann, Frau oder 'trans-Mensch' (eine merkwürdige Wortkreation! 😠).

        • @Ricky-13:

          Mit Sport lässt sich hervorragend Kommerz machen, weil er das menschliche Bedürfnis nach Suspense befriedigt. Deshalb wird man ihn nicht aus der Welt kriegen. Die Faszination durch Weltrekorde bleibt, obwohl jeder weiß, dass sie heutzutage nur noch mit Doping möglich sind. Seit dem kalten Krieg sind alle Sportarten längst wissenschaftlich durchanalysiert, nicht nur medizinisch, sondern auch physikalisch, z.B. im Wind- und Strömungskanal. Weitere Hunderstelsekunden gehen nur durch neue Manipulationen. Im Erwachsenensport fände ich theoretisch Doping ok, dann gewinnt halt das beste Forscherteam. Das Problem ist, dass die Grundlagen für sportlichen Erfolg im Kindesalter gelegt werden. Doping ist daher Missbrauch und gehört verboten..Ich erinnere mich noch an die phänomenalen DDR-Schwimmerinnen bei Olympia 76 und ihren Trainer, der ihre Bassstimmen kommentierte



          „sie sollen schwimmen und nicht singen“. Würde man



          Transmenschen die Teilnahme am Profisport erlauben, gäbe man Sportmedizinern noch mehr Möglichkeiten zur Kreativität. Transmenschen können nach Lust und Laune Freizeitsport machen. Nicht jeder kann jeden Beruf machen. Doping ist übrigens auch im Freizeitsport verbreitet.

  • Wenn das alles so egal ist, wieso nicht einfach die Geschlechtertrennung aufheben?

    Ich bin ein Mann und verliere ziemlich sicher gegen 99,x% aller Frauen, die Tennis spielen - da ich es nicht kann. Damit ist doch klar bewiesen, auf das Geschlecht kommt es nicht an.

  • Hier werden leider sehr viele Falschinformationen und Transphobie in den Kommentaren verbreitet. Ein paar Fakten:



    - Eine trans Frau nach medizinischer Transition ist biologisch nicht mit einem Mann vergleichbar, vor allem was die Leistung im Sport betrifft



    - Trans Frauen sind in so gut wie jedem Sport klar unterrepräsentiert, besonders bei den Gewinnern



    - Ein größerer Körper ist mit verhältnismäßig schwachen Muskeln ist in vielen Sportarten ein Nachteil und kein Vorteil.

    • @Miri N:

      Üblicherweise wird die Transistion erst nach dem Durchleben der Pubertät durchgeführt. Da ist der Zug mit Knochenbau und Anzahl der gebildeten Muskelfasern abgefahren.

      Ich denke da nur an Rachel McKinnon oder Laurel Hubbard. Bei beiden kam der sportliche Erfolg erst nach der Transistion bzw. wurde die Sportart erst nach dieser angefangen.

    • @Miri N:

      Gene kann man nicht ändern. Hormontherapie allein ist nicht alles.



      Sowas kann man sich nicht wegwünschen.



      Entweder man schafft dann die Geschlechter Trennung einfach ab. Oder den Profi Sport.

    • @Miri N:

      "Eine trans Frau nach medizinischer Transition ist biologisch nicht mit einem Mann vergleichbar, vor allem was die Leistung im Sport betrifft"

      Es ist doch vollkommen unerheblich, ob der Körper dann noch mit dem Körper eines Mannes vergleichbar ist oder nicht. Entscheidend ist, ob eine Transfrau Vorteile gegenüber einer Nichttransfrau haben könnte oder nicht.

      Im Übrigen kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass in Zukunft Transitionen ohne Muskelabbau angeboten werden.

      Im Übrigen setzt "Trans Frau" gerade in Deutschland überhaupt nicht voraus, dass eine medizinische Transistion stattgefunden hat.

    • @Miri N:

      Eine trans Frau nach medizinischer Transition ist biologisch nicht mit einem Mann vergleichbar, vor allem was die Leistung im Sport betrifft

      Aber ist sie denn mit einer Frau vergleichbar? Das ist doch die Frage. Dass eine trans Frau bei den Männern keine Chance hat, mag sein, ist aber irrelevant.

      Zu Ihrem 2. Punkt. Das liegt aber wohl eher an der absoluten Anzahl an trans Frauen, die dazu ihren Sport nach Transition weiter auf gleichen Leistungsniveau ausüben.

  • Das ist schon lustig. Die allerwenigsten Sportler*innen erlangen ihren Erfolg aus reinem Training physischer oder psychischer Natur. Der eine oder andere 'biologische Vorteil', gerne mehr und in Kombination, ist dabei immer im Spiel!

  • "Nur ein kleiner Anteil der internationalen Profi-Sportler*innen ist trans. Beim Tennis ist beispielsweise keine einzige trans Frau bekannt, die gerade an WTA-Turnieren teilnimmt"



    Es ist doch vollkommen egal, ob es nur ein kleiner Anteil ist und es ist auch vollkommen egal, ob gerade jemand gut genug ist, um die Weltspitze aufzumischen oder nicht.



    Im Sport geht es um fairen Wettbewerb.



    Sonst bräuchten wir gar keine Einteilung in Geschlechter. Dann treten einfach Menschen gegeneinander an.



    ...dann würden aber auch 90% aller Sportarten von biologischen Männern dominiert werden.



    Das will verständlicherweise niemand.



    Was Trans-Personen betrifft: Sport ist nicht sozialer Alltag. Im sozialen Alltag mag es unbedeutend sein, wenn sich ein biologischer Mann als Frau fühlt und auch so auftritt und benannt werden möchte - im Sport aber macht es einen enormen Unterschied.



    Sportler müssen klar eingruppiert werden - und es kann nicht sein, dass trans-Personen sich raussuchen dürfen, wo sie mitspielen wollen, während nicht trans-Personen klar nach Geschlechtszugehörigkeit gruppiert werden.



    Es geht nicht um Ausschluß oder Feindlichkeit, es geht um fairen Wettbewerb für alle.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Warum gibt es dann nicht etwas ähnliches im Männersport? Wenn es dort etwas äquivalentes gäbe, könnte man sich auch weniger aufregen.

      • @Greebo:

        Weil der Männersport keinen separaten Schutz benötigt.

        Biologische Männer sind im Durchschnitt biologischen Frauen körperlich weit überlegen. Wenn ein Transmann im Männersport teilnimmt, besteht nicht das Risiko einer Wettbewerbsverzerrung.

        • @Ralf Inkle:

          Davon abgesehen, dass es einer solchen Art Erklärung nicht bedurft hätte, meinen Sie also, Männer sind nicht schützenswert, wenn es um genetische Mutationen bei Männern geht? Genetische Anomalien, die einen mehr als nur hohen Vorteil beim Sport geben? Quasi „Übermänner“? Das ist dann also völlig ok, ja? Oder wenn da kein normaler Testosteronwert ist, sondern darunter? Oder höherer Östrogenlevel? Ist so ein Mensch dann überhaupt ein Mann und darf der dann überhaupt zu den Männern gezählt werden? Genetische Unterschiede gibt es schließlich nicht nur bei Transmeschen…

      • @Greebo:

        In Bezug auf Knochenbau, Muskelkraft etc pp sind Frauen gegenueber Maennern im Nachteil. Und eben aus diesem Grund braucht es eine Regelung fuer Transfrauen und keine fuer Transmaenner.



        Ist wie beim Boxen: Jemand aus der Gewichtsklasse Schergewicht darf nicht in der Gewichtsklasse Fliegengewicht antreten, umgekehrt ist das kein Problem.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Das ist doch totaler Mumpitz.



      Das chromosomale Geschlecht sagt doch überhaupt nichts über die hormonell bedingte Konstitution aus. Der Test ist vollkommen ungeeignet.



      Fairer Wettbewerb: Ja, definitiv und ja, Frauensport ist im Wettkampf grundsätzlich eine Schutzkategorie, weswegen ein unlimitierter Zugang von Transpersonen (mit erhöhtem Testosteron!) unfair wäre.

      Das hat aber nichts mit den Chromosomen zu tun.

      Eine Transfrau, die einen entsprechend niedrigen Testosteronwert hat, analog zu Cisfrauen, ist nicht das Problem.

      Jetzt könnte man damit kommen, dass eine Transfrau, die erst im Erwachsenenalter den Geschlechtswechsel vollzogen hat, im Rahmen der männlichen Pubertät einen Vorteil hatte. Wäre das so, könnte man das an einer Überrepräsentanz von solchen Transfrauen sehen. Gibt es aber zumindest im Tennis nicht. Abgesehen davon, gibt es auch Cisfrauen, die aus medizinischen Gründen in der Pubertät erhöhte Testosteronspiegel hatten. Soll man die auch ausschließen? Irgendwo hört es auf...

      • @Ringsle:

        "Irgendwo hört es auf..."

        Richtig. Nur wo? "Irgendwo" oder ein übertriebenes Extrembeispiel sind da keine besonders hilfreichen Ortsbestimmungen. Eine anständige Abgrenzung erfordert eine möglichst objektive und von außen verständliche Linie, die die "Nein"- von den "Ja"-Fällen trennt.



        Das Problem dabei ist, dass die Diskussion dem Ziel zuwiderläuft, so eine klare Grenze der Schutzkategorie "Frauensport" zu ziehen. Die Einen finden, dass es nur auf das soziale Geschlecht, sprich die subjektive Eigendefinition ankommt, und der Hinweis auf körperliche Unterschiede Misgendering sei, die Nächsten, dass Hormone zählen, Andere, dass die - ob nun bei postpubertärer Transition oder auch sonst - nicht Alles sind, was einen unfairen Vorteil bringen kann, und wieder Andere meinen dann, dass die Beschreibung "Frau" ohnehin viel zu unbestimmt sei, um als Abgrenzungskriterium durchgehen zu können.

        Vieelicht geht es darum, dass Frauen in Frauenwettbewerben vorn sind, die möglichst vielen anderen Frauen das Gefühl geben "Das könntest - mit genug Training und Glück - auch DU sein." Und da die Kategorie nunmal "Frau" heißt, sind dann halt nur NICHT geschlechtsbedingte Gen-Vorteile irrelevant.

      • @Ringsle:

        "Irgendwo hört es auf..."

        Das mag sein, nur braucht es halt eine Unterscheidung. Dabei kann es sicher nicht auf die eigene Einschätzung der Sportlerin ankommen. Auch der aktuelle Testtosteronwert ist kaum aussagekräftig.

        Insoweit ist irgendeine Form der prüfbaren Abgrenzung notwendig.

        Das Argument, dass es derzeit keine bekannte Transfrauen im Profibereich des Tennis gibt, ist irrelevant, den es erscheint notwendig, möglichst frühzeitig Regeln aufzustellen um nachträgliche und unwürdige Diskussionen aus den Bereichen Schwimmen, Leichtathletik oder Boxen vorzubeugen.

  • "Erst kürzlich erschien eine Metaanalyse, die 50 Studien heranzog..."

    Sollen wir Leser diese Analyse nicht selbst lesen oder warum fehlt hier eine genaue Quellenangabe?

    • @C. Avestruz:

      Ein Mausklick auf den link und schon sieht man die Zusammenfassung der Studie.....

      • @fly:

        Danke für den Hinweis, habe ich auch übersehen. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen der Aussage des Artikels, dass " trans Frauen keinen sportlichen Vorteil gegenüber cis Frauen haben" und dem Ergebnis der Studie, dass sich sich aus den Studien Nachweis ergibt, dass Transfrauen einen Vorteil haben". Die Aussage der Studie ist: es ist möglich, aber nicht bewiesen. Die Aussage des Artikels ist, es sei nachgewiesen, dass es keinen Vorteil gibt.

        Der Unterschied ist hoffentlich klar.

        • @Dr. McSchreck:

          Wäre es nicht die Pflicht derjenigen, die andere ausschließen wollen, zu beweisen, dass trans* Frauen einen Vorteil haben, und nicht anders herum? Wer eine Minderheit diskriminieren will, sollte immer in der Bringschuld sein, zu beweisen, dass sie gerechtfertigt ist.

  • Von "Würde und Respekt" spricht auch die britische Regierung gerne, während sie die Diskriminierung von trans Menschen gesetzlich verankert. Schreiben die alle voneinander ab?

    Die Heritage Foundation, die sich seit vielen Jahren mit großem Erfolg einsetzt, aus menschenrechtlicher Sicht die Uhr ein paar Jahrhunderte zurückzudrehen, plant übrigens im Bereich des Sports schon den nächsten Schritt. Letztens hat Kevin Roberts, der Präsident des Thinktanks, erklärt, dass Frauen doch eigentlich lieber Yoga und Tanzkurse machen als wettbewerbsorientierten Sport und es deshalb sinnlos sei, Frauenfußball, -basketball usw. ähnlich zu fördern wie den Männersport.

    Soviel also zum Thema "Frauensport schützen".

  • Eine Frage ist auch noch, warum es eigentlich keine Transmänner gibt, die in Männerschaften erfolgreich sind, sondern nur Transfrauen, die Frauen ausstechen. Wie kommt das denn nur? Es kann nicht alles nur noch ideologisch bestimmt werden! Die Biologie hat eine Relevanz!

  • "Wir haben zwar zwei Geschlechterkategorien, die aus dem Mittelwert vieler Daten ermittelt wurden"

    Also, das hat mich fast zum Lachen gebracht, so absurd ist das.



    Ich weise mal auf einen Umstand hin, der sehr wohl begründen könnte, warum man Frauen und Frauen nicht in einen Topf wirft (ich orientiere mich gerade daran, dass die Autorin auch nicht trans Frauen schreibt, wenn sie solche meint, als könnte sie so alle Unterschiede auslöschen).







    Der Community Dyke* March am Freitag in Berlin hat laut taz von heute den "Dyke March für lesbische Sichtbarkeit", der eigentlich an einem eigenen Tag stattfindet, jetzt aber durch Vorziehung des CDM auf den Freitag, unsichtbar gemacht.



    Er hat damit die Frauen, die keine trans Frauen sind, sondern Lesbierinnen, unsichtbar gemacht.

    Das zählt genau zu dem, was befürchtet wurde, und was denjenigen, die das befürchten, übelst vorgeworfen wird.



    Dabei steht schon heute bei Plakat-Arbeitsangeboten nur noch "Monteur gesucht - m/w/d" und nicht "Monteur/in" gesucht.

    Zu dem Thema biologische Nachweise für mehrere Geschlechter als zwei - da haben hier schon andere gesagt: es geht um Normabweichungen.

  • Im Text steht etwas von heteronormativ, das Gegenteil von trans ist aber cis und nicht hetero. Niemanden interessiert es ob eine Sportlerin hetero, homo, bi oder asexuell ist. Auch das Argument, es gäbe nur wenige Trans- Sportlerinnen überzeugt nicht, die die es gibt haben nunmal einen Vorteil.

  • Solange es Sportwettbewerbe mit unterschiedlichen Geschlechtern gibt, solange braucht es eine klare - möglichst wissenschaftlich fundierte - Abgrenzung. Da niemand bestreitet, dass es unterschiedliche körperliche Entwicklungen zwischen den Gschlechtern gibt, gibt es eine entsprechende Notwendigkeit. Und da Transpersonen die Teilnahme an Wettkämpfen der Männer offen bleibt, wird auch niemand diskriminiert.

  • >Außerdem wird bei der Debatte verkannt, dass es – auch biologisch gesehen – nicht nur zwei Geschlechter gibt. Wir haben zwar zwei Geschlechterkategorien, die aus dem Mittelwert vieler Daten ermittelt wurden.

    Sorry, liebe TAZ, aber das ist unwissenschaftlich.

    Geschlechter sind in der Biologie nicht als statistischer Mittelwert kontinuierlicher Merkmale (wie Größe oder Gewicht) definiert. Das grundlegende biologische Kriterium für Geschlecht bei Anisogamen ist der Keimzell-Typ: Organismen, die große, unbewegliche Keimzellen (Eizellen) produzieren, gelten als weiblich; solche, die kleine, bewegliche Keimzellen (Spermien) produzieren, als männlich.

  • Ok, dann also die Kategorien männlich und weiblich einfach abschaffen, weil nach der hier formulierten steilen These es angeblich ja noch mehr Geschlechter gäbe. Dann wären zwar viele aktuellen Athletinnen vom Profisport ausgeschlossen, aber wenigstens könnte fröhlich duchgegendert werden.

    • @FraMa:

      Wo sehen Sie denn eine komplette Aufhebung der Geschlechtskategorien, wenn in Studien bewiesen wurde, dass Transathletinnen keinen physischen Vorteil gegenüber cis-Frauen haben?



      Wenn wissenschaftlich klar ist, dass die aktuellen Testosteronwerte viel entscheidender sind als die durchlebte Pubertät, dann könnte man sich als Sportfest-Veranstalter vielleicht einfach daran halten, das so zu akzeptieren.



      Gerne mehr Studien darüber, wo die Grenzen gezogen werden müssen. Aber auf wissenschaftlicher nicht auf ideologischer Basis.

      • @Herma Huhn:

        "Gerne mehr Studien darüber, wo die Grenzen gezogen werden müssen. Aber auf wissenschaftlicher nicht auf ideologischer Basis."

        Wenn man die Kommentare durchliest drängt sich die Frage auf: Wozu? Ideologen scheinen die Wissenschaft ohnehin nicht anerkennen zu wollen bzw. nur dann, wenn sie in die eigene Ideologie passt. Das nimmt auf immer mehr Gebieten zu. Wir wandern frohgemut zurück ins Mittelalter.

      • @Herma Huhn:

        So einfach ist es nicht mit der verlinkten Studie, da dort keine Sportlerinnen und schon gar keine Spitzenathletinnen untersucht wurden. Gerade die Letzteren profitieren alle von irgendeiner genetischen Anpassung, die sie neben dem Training zu den Spitzensportlern macht. Und da spielt auch der Testosteronstoffwechsel eine Rolle.

        Der Level wird aber bisher schon untersucht, warum nun auch noch ein Gentest, ist vielleicht wirklich nur politisch erklärbar.

      • @Herma Huhn:

        Es geht bei diesem Posting weniger um die spezifischen Vorteile als um die Behauptung, dass die binäre Abgrenzung von Wettbewerben jainsgesamt nich tdie Realität widerspiegele. Da wäre es in der Tat konsequent, alle Sportler in einer Klasse gegeneinander antreten zu lassen. Eines Tages wird man vielleicht die Möglichkeit haben, das einigermaßen niedrigschwellig durch einen genetischen Handicap-Faktor zu nivellieren, aber bis dahin WÄRE ein einklassiges "Come-as-you-are" die einzige realistische Erfüllung der impliziten Forderungen des Artikels, das binäre System aufzugeben.



        Tut man das NICHT, sondern bleibt bei Frauen- und Männerwettbewerben, dann sollte klar sein, dass diese Abgrenzung dem Schutz von Frauen dient: Sie sollen nicht von Mitbewerbern untergebuttert werden, die mit anderen biologischen Startvoraussetzungen ins Rennen gehen. Dieser Schutz braucht klare, sportlich sinnvolle Grenzen.



        Vielleicht können Studien wirklich belegen, dass eine durch das biologische Geschlecht bedingte Mehrproduktion eines Hormons, das als Wirkstoff ganz oben auf der Dopingliste steht, KEINEN unfairen Leistungsvorteil brächte. Halte ich nach wie vor für eine steile These, aber wer weiß...

        • @Normalo:

          Die Mehrproduktion des Hormons Testosteron stellt in der Tat einen Vorteil dar, weswegen Testosteron ja auch auf der Dopingliste steht und per Bluttest bestimmt wird. Bei jeder Sportlerin, nicht nur bei denen, die nicht weiblich genug aussehen.



          TransFrauen haben ihren Testosteronwert jedoch dem üblichen Wert von cis-Frauen angeglichen und werden daher durch den Bluttest nicht mehr auffällig sein.



          Die Diskussion beginnt ja dann, wenn unterstellt wird, dass eine männlich durchlaufene Pubertät auch nach der Transition noch einen Vorteil darstellt. Dazu gibt es unterschiedliche wissenschaftliche Ergebnisse, die vermutlich auch von Sportart zu Sportart unterschiedlich sind.



          Beim Bogenschießen oder Schachspielen zum Beispiel geht es bei der Trennung der Geschlechter einzig um Sichtbarkeit, nicht um tatsächliche physische Vorteile. Hier wären TransAthletinnen daher durchaus korrekt in der Kategorie weiblich untergebracht.



          Beim Boxen dagegen kann ich den Aufschrei schon eher verstehen. Aber auch hier würde ich jederzeit die Historie der Sportlerin jedem Gentest vorziehen, der ihr ein Geschlecht zuordnet, welches sie in ihrem ganzen Leben nie gelebt hat.

          • @Herma Huhn:

            "..., welches sie in ihrem ganzen Leben nie gelebt hat."



            Und ich halte - im Leistungssport - genau das für sekundär. Beim Sport geht es um die körperlichen Möglichkeiten und nicht darum, welche genderspezifischen Rollenklischees jemand erfüllt (oder meint zu erfüllen). Die sind von unbestreibarer sozialer Relevanz, aber im sportlichen Wettbewerb zählen mehr die blanke Leistung und deren Faktoren - außer da, wo dezidierte Frauenwettbewerbe nur der Sichtbarkeit dienen, also ebenfalls eine rein soziale Funktion haben. Da bin ich bei Ihnen.



            Im Übrigen lässt sich die Reduzierung des Testosteronspiegels hören. Aber auch da bedarf es wohl nicht nur punktueller sondern ständiger Kontrollen, und ein wenig monokausal ist die Betrachtung dann schon. Denn so ganz abtun wird man wohl die Frage nach NICHT transitionierten Elementen von Körperbau und Stoffwechsel auch nicht können. Die Gene bleiben halt auch nach Transition ein Faktor - und sei es nur einer, der die Notwendigkeit erhöhter Wachsamkeit signalisiert.

            • @Normalo:

              Wenn Sie einen Gentest brauchen, um eine Frau, die von ihrem ersten Lebenstag an stets als Mädchen und Frau angesehen wurde, der Männlichkeit zu überführen, dann wage ich mal zu behaupten, dass ihre körperlichen Vorteile gegenüber anderen Frauen nicht größer sind, als die ebenso körperlichen Vorteile jeder anderen Sportlerin.



              Es gibt Frauen, die ohne entsprechende Gene einen erhöhten Testosteronspiegel haben, die nicht ohne weiteres an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen dürfen, ohne dass ihnen jemand die Weiblichkeit abspricht.



              Es gibt also Grenzen, die sich auf tatsächlich vorhandene Vorteile beziehen, die funktionieren.



              Wozu muss man dann einen Gentest einführen, der ein Ergebnis liefert, welches sich nicht zwingend auch in entsprechenden Vorteilen zeigt?



              Wir wollen verhindern, dass Männer, die im Sport nicht genug Erfolg haben, sich stattdessen bei Frauenwettbewerben anmelden. Das können wir auch ohne Gentest erreichen. Dazu muss einfach nur die Transition erfolgen, bevor die Sportlerin als Sportler bei Wettbewerben teilgenommen hat.

  • 27. Januar 1998. Der 31-jährige Kettenraucher Karsten Braasch (Platz 203 der ATP Weltrangliste der Männer) schlägt Serena Williams am Rande der Australian Open.

    Braasch: "Meine Trainingsvorbereitung beinhaltete eine gemütliche Runde Golf am Morgen gefolgt von einigen Radlern. Ich tauchte auf dem Platz angemessen entspannt auf."

    Ergebnis im ersten und einzigen Satz des Testspiels: 6:1 für Braasch, der sich während des Seitenwechsels eine Zigarette anzündete und auf einen 2. Aufschlag verzichtet hatte.

    Anschließend wollte auch Venus Williams es wissen. Braasch besiegte auch sie relativ mühelos mit 6:2.

    Nein. Wenn Spielerinnen im Tenniswettbewerb der Frauen ihr Geschlecht mittels Gentest nachweisen müssen, dann geht es eben nicht um Diskriminierung von Transfrauen, sondern tatsächlich um einen fairen Wettbewerb.

    Sonst würde die weibliche Weltrangliste demnächst von gewillkürten Transfrauen dermaßen dominiert werden, dass geborene Frauen keinerlei Chance mehr auf einen Titel erhalten können.

    Es ist m.E. verschmerzbar, Transfrau-Tennisprofis und solchen, die es vielleicht werden wollen, diese Dominanz zulasten von gebürtigen Frauen nicht einzuräumen.

    • @Metallkopf:

      Wenn aber der Gentest weniger aussagekräftig ist, als die ohnehin schon verpflichtende Blutprobe - welchen Vorteil hat dann der Gentest?



      Im Artikel wurde eine Studie zitiert, nach der Trans-Frauen keinen sportlichen Vorteil gegenüber cis-Frauen haben. Die Diskussion sollte allein an der Aussagekraft dieser Studie entlang laufen.



      Niemand verlangt, dass ein Mann einfach seinen Pass ändert und am Wettbewerb teilnehmen darf. Seine aktuellen Testosteron-Werte würden ihn als gedopt ausschließen.

      • @Herma Huhn:

        Jede Seite sucht sich in diesen Diskussion die Studienergebnisse heraus, die zu der eigenen Haltung und Überzeugung passen.

        Alle Studien zu dem Thema haben das Problem, dass die Teilnehmeranzahl sehr klein ist. Bei der vielzitierten IOC-Studie wurden zum Beispiel nur gut 20 trans Frauen untersucht. trans Menschen machen einen kleinen Teil der Bevölkerung aus, noch weniger sind Leistungssportler.

        Ich denke, dass zukünftige Studien viel stärker trans Männer in den Fokus nehmen sollten. Es erscheint mir einfacher nachzuweisen, wie stark trans Männer nach der Transition werden und ob sie sportlich das durchschnittliche Niveau von cis Männern im Leistungssport erreichen. Einfacher als zu überprüfen, wie "schwach" trans Frauen nach der Transition werden.

        • @gyakusou:

          Die Studie des Leistungsgewinns bei TransMännern wäre tatsächlich ein wichtiger Hinweis, aber noch kein hinreichender Beweis was den Leistungsverlust durch Transition bei TransFrauen angeht.



          Zugegeben, die kleine Teilnehmerzahl jeglicher Studien macht jede wissenschaftliche Bewertung sehr schwierig. Man sollte dabei aber auch nicht vergessen, dass JEDER Athlet gewisse genetische Vorteile genießt, um in seinem Sport an die Spitze zu gelangen. Dies bei Transathleten statistisch rauszurechnen ist vermutlich nochmal schwieriger.



          Das einzige, das wirklich verhindert werden muss, ist doch, dass Männer, die eine Sportkarriere beginnen, bei Erfolglosigkeit die TransKarte ziehen.



          Dafür braucht es keine Gen-Tests. Dafür braucht es lediglich eine Sportlerhistorie.

        • @gyakusou:

          Wenn in irgendeine Studie ich aufgenommen würde, müßte fast zwangsläufig die Überlegenheit von Frauen im Sport herauskommen. Und ich bin weit repräsentativer für die männliche Gruppe als als ganzes als die wenigen Spitzensportler. Wenn es um Wettkampfsport geht, sind Untersuchungen der Normalbevölkerung weitgehend sinnlos.

    • @Metallkopf:

      Im Artikel werden ja Studien angeführt, die zeigen sollen, dass es eben keine gravierenden Leistungsunterschiede bei Trans-Athletinnen gibt. Wie möchten Sie damit umgehen, wenn Sie es schon in Ihrem Kommentar ausblenden?

      • @Kawabunga:

        Wenn jemand als Mann nicht Tennisspielen kann, kann er es als Frau auch nicht.

  • Die Metaanalyse sagt nicht, "dass trans Frauen keinen sportlichen Vorteil gegenüber cis Frauen haben." So allgemein, geht die Aussage weit über den zitierten Befund hinaus.

    Vielmehr sagt sie, dass die untersuchten trans Frauen, die qua Einschlusskriterium alle bereits eine Hormontherapie hinter sich hatten, bei Körperfettanteil, Sauerstoffumsatz sowie Ober-/Unter-Körperkraft keinen signifikanten Vorteil gegenüber den jeweils verglichenen cis Frauen hatten.

    Dagegen waren sie hinsichtlich ihrer absoluten Muskel-/Organ-/Knochenmasse (=absolute lean mass) signifikant schwerer als die verglichenen cis Frauen; wobei die Dauer der Hormontherapie mit einer Zunahme des Körperfettanteils und einer Abnahme der Muskelmasse (absolute lean mass) sowie der Körperkraft (upper body strength) einherging.

    Während die Autoren die Annahme geschwächt sehen, dass trans Frauen alleine(!) durch Hormontherapie und residuale Unterschiede in der Muskelmasse einen unfairen Vorteil haben, weisen sie darauf hin, dass trans Frauen sich hinsichtlich ihrer Körpermerkmale am besten als eigene Gruppe kategorisieren lassen. So gesehen wären eigene Turniere für trans Frauen vielleicht das fairste.

    • @Dr. M.:

      Das wäre sicherlich die beste Möglichkeit. Allerdings dürfte die Zahl der Transweiblichen Menschen, die in einer bestimmten gegebenen Sportart antreten, so gering sein, dass die Frage gestellt werden darf, ob eine eigene Kategorie überhaupt in der Lage ist, sinnvolle Wettbewerbe durchzuführen?

      Laut worldpopulationreview.com beträgt die weltweite Zahl an Menschen die sich als Transgender definieren 3.440.480 (soweit Zahlen vorliegen), also bummelig 3,5 Mio. worldpopulationreview.com schätzt den Anteil der Weltbevölkerung, die sich als transgender, genderfluid oder nichtbinär definieren, auf 2%. Davon sind sicherlich nicht alle Transfrauen, also ist deren Anteil denknotwendig darunter.

      Der Anteil an transitionierenden oder posttransitionierten Transfrauen, die im Profisport aktiv sind, oder sein wollen, dürfte noch einmal um Größenordnungen geringer sein.

      Mal anders gesagt: Würde man für Linkshänder im Tennis eine eigene Turnierorganisation aufbauen, wäre das vermutlich erheblich erfolgreicher.

  • In den meisten Sportarten wird inzwischen eine gut trainierte und talentierte XX(Y)-Frau einen nicht gut trainierten, nicht talentierten XY-Mann besiegen - den gemittelten Unterschied bei Oberarmen, Schusskraft und evtl. Sprint mal ausgeklammert.



    Trans-Themen aufs Tableau zu setzen soll wohl vor allem links spalten, damit rechts weiter ungestört nach oben umverteilt werden kann. Schade, denn hier geht es um Menschen, da lassen sich besser unaufgeregt Lösungen finden wie etwa die vorherige.

    • @Janix:

      Beim Sport treten in der Regel nur gut trainierte, begabte Leute an. Und da spielen Geschlechtsunterschiede durchaus eine Rolle, auch auf den Langstrecken. Der untalentierte und schlecht trainierte Mann ist bei Sportwettbewerben nicht von Belang.

    • @Janix:

      Der Aussage kann ich nur voll und ganz zustimmen. Leider sieht man auch in dieser Kommentarspalte, dass der Plan aufzugehen scheint. Anstatt dass man konstruktiv Wege sucht, die Förderung von Frauen im Sport zu erhalten und gleichzeitig trans-Frauen (die ja auch Frauen sind) zu inkludieren, wird hier in vielen Kommentaren schlicht dem Artikel und der zu Grunde liegenden Metastudie (!) widersprochen (Einige grenzen sogar an Ableismus - kann man das irgendwo melden?).



      Bleibt nur zu hoffen, dass es sich hierbei um rechte Trolle handelt, die keinen Querschnitt der Leserschaft der TAZ abbilden.

    • @Janix:

      Vorsicht mit solchen Behauptungen. Es könnte sein, dass diese von der Realität widerlegt werden.

      Die Pleite der Williams-Schwestern, gegen einen extrem unterklassigen und kaum vorbereiteten Tennisspieler habe ich oben bereits wiedergegeben.

      Der 12:0 Untergang der US-Frauen-Fußball-All-Stars gegen alternde Ehemalige des britischen Fünftligisten AFC Wrexham ist auch bekannt. Weniger bekannt ist, dass das Spiel nach 20 Minuten abgebrochen wurde, sonst wäre der Rückstand gegen die bierbäuchigen Waliser wohl noch stärker ausgefallen.

      Natürlich kann man einen Mann, der noch nie die betreffende Sportart, oder generell Sport betrieben hat, gegen eine trainierte Profisportlerin antreten lassen und diese wird mit einiger Wahrscheinlichkeit den Mann schlagen. Aber dann vergleicht man endgültig Birnen und Äpfel und sagt am Ende gar nichts aus.

      • @Metallkopf:

        Sie hatten gewiss meine qualifizierte Einschränkung gelesen, die auf Ihre Fälle womöglich besonders zutrifft (Oberarmkraft als stärkste Differenz, Schusskraft als weitere).



        Und noch mal das Plädoyer, dieses Thema sehr niedrig zu hängen und die vielen möglichen pragmatischen Lösungen zu durchforsten, es ist doch Sport, nicht Kulturkampf.

  • Wenn die Annahme stimmt, dass die Transition alle "biologischen" körperlichen Vorteile von trans Frauen verschwinden lässt, muss das umgekehrt auch für trans Männer gelten: Die sollten im Gegenzug sportlich mit cis Männern mithalten können.

    Dafür gibt es aber keine Hinweise. trans Männer sind komplett unsichtbar im Sport und sie erreichen keine vergleichbaren Erfolge wie trans Frauen, etwa im US-Highschool und College-Sport.

    Und die wenigen trans Männer, die es gibt, spielen weiter in Frauenwettbewerben, wie etwas der schwedische Freeskier Elis Lundholm.

    • @gyakusou:

      Elis Lundholm ist ein schlechtes Beispiel, er hat sich keinen geschlechtsangleichenden Maßnahmen unterzogen, also auch keine Hormonersatztherapie gemacht. Nur deswegen kann er noch bei den Frauen antreten.

      de.wikipedia.org/wiki/Elis_Lundholm

      Was stimmt, trans Männer sind häufig unsichtbar, nicht nur im Sport sondern auch in der Gesellschaft. Das liegt oft auch an einem guten Passing. Aber guck mal hier: www.outsports.com/...d-make-the-podium/

  • Die naheliegendste Lösung: nur noch eine Open-Kategorie in allen Sportarten.



    Warum thematisiert die Autorin dies nicht, sondern möchte weiter eine Frauen-Kategorie und einfach die Gen Tests abschaffen? Wie siehts mit den Testosteronspiegeltests aus?



    Ich möchte gern mal sehen, wie ein Djokovic sich in einem Frauentableau in Wimbledon macht - meine Vermutung: der gewinnt.

    Fazit: Nach der Lektüre des Artikels bleiben sehr viele Fragen offen.

    Den Aufschrei v.a. hier in der taz, die Einführung einer einzigen unisex-Kategorie sei frauenfeindlich, kann ich aber jetzt schon hören.

  • Wenn ich diesen Unsinn schon wieder lese. Natürlich gibt es biologisch nur zwei Geschlechter. Die anderen Beispiele sind Normabweichungen die in der Regel krankheitsbedingt sind.



    Die beschriebene XY-Frau ist zwar in der Tat phänotypisch weiblich und genetisch männlich. Diese Person sieht aber nur deshalb weiblich aus weil in der Mehrzahl der Fälle ein Gendefekt vorliegt (komplette Androgeninsensitivitätssyndrom). Diese Frauen haben in der Regel auch keine Gebärmutter.

    • @charly_paganini:

      Laut der Seite Doccheck ist das komplette Androgeninsensitivitätssyndrom jedenfalls eine Unterform der Intersexualität und diese wiederum ein Sammelbegriff für Abweichungen von den beiden Prädominanzmustern, womit wohl männlich und weiblich gemeint sind.

      Weiter gehört das CAIS zu den Sexualdifferenzierungsstörungen, die laut Leitlinien von 2016 als Varianten statt Störung bezeichnet werden, da es Individuen gibt, die keinen Leidensdruck oder Therapiebedarf haben.

      Ich habe nicht Medizin studiert oder so (du?) aber ich würde Abweichung und Variante nicht mit Krankheit gleichsetzen.

      • @S J:

        Variante und Störung meinen letztendlich das Gleiche. Man hat sich irgendwann darauf geeignet bestimmte Bezeichnungen nicht mehr zu verwenden. So spricht man auch nicht mehr von "Mutationen" sondern von "Varianten". Das "Risiko für einer Erkrankung" wurde durch "Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung" ersetzt. Man ist jetzt auch in der Medizin sprachsensibel. Ähnlich verhält es sich mittlerweile mit dem Begriff Krankheit. Krank sein ist negativ konotiert, daher vermeidet man den Begriff. Wer von einem genetisch bedingten Kleinwuchs betroffen ist, ist der jetzt krank, auch wenn er keine Leidensdruck verspürt? Da wird es dann philosophisch.

        • @charly_paganini:

          Ja, genau. Ob es nur zwei Geschlechter gibt und Intersexualität eine Abweichung davon ist, oder Mann und Frau nur die häufigsten Geschlechter sind und es noch weitere gibt, ist eine philosophische Frage.

  • Auch als Frau möchte ich nicht beim Boxen oder Wrestling gegen ursprüngliche Männer antreten. Dabei gab es bereits schwer verletzte Frauen.



    Das kann man so trans-feindlich finden wie man will, aber wenn man im Männnerschwimmen scheitert, danach sein Geschlecht ändert und in Frauenschwimmen antritt, hat das mit fair nichts zu tun.

    • @ToMuch:

      Wir wissen doch den Hintergrund des Schwimmtathleten garnicht. War er (der Mensch) vielleicht von Depressionen betroffen, weil er sich im Körper unwohl gefühlt hat und deswegen ungenügende Leistungen abgegeben hat? War erst die Transition endlich der befreiende Schlag und die Motivation schnellte in die Höhe? Für den Unwissenden, der wenig Empathie zu Transpersonen zeigt, sieht es nach unfairem Wettbewerb aus.

      Im Falle Liebich war es klar: Es ist rechtsextrem, also wollte er ein System verarschen, das Millionen von Menschen helfen sollte.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Der Hintergrund spielt keine Rolle für den Ausschluss von Schwimm-Wettbewerben. Allein wegen der Hände und Füße, die bei jemandem, der die Pubertät als Mann durchgemacht hat, deutlich größer sind als bei Frauen, ist eine Teilnahme an Frauenwettbewerben nicht möglich. Dazu noch die viel größere Armspannweite aufgrund der breiteren Schultern. Die Teilnahme an Männerwettbewerben wäre weiterhin möglich, aber oben ohne, weil es bei Schwimmwettbewerben strenge Vorschriften bezüglich der Wettkampfkleidung gibt. Die wirkt sich nämlich auf die Geschwindigkeit im Wasser aus (etwas weniger als der Körperbau, aber trotzdem signifikant) und muß daher für alle Teilnehmer einheitlich sein.

  • "Außerdem wird bei der Debatte verkannt, dass es – auch biologisch gesehen – nicht nur zwei Geschlechter gibt. " - Ob das die Biologen auch so sehen? Welche gibt es denn da noch? Die anschließende Erklärung im Kommentar, dass es innerhalb des jeweiligen Geschlechts unterschiedliche Körperformen gibt ändert ja am Geschlecht nichts.



    Und: Die logische Konsequenz aus der Sichtweise der Autorin bestände darin, Wettbewerbe für alle gleich stattfinden zu lassen. Mit der Folge, dass Frauen in vielen Sportarten nicht mehr anzutreten brauchen wenn sie gewinnen wollen. Schwierig