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Eralp zeigt Dobrindt an Überfällige rote Karte

Daniel Bax

Kommentar von

Daniel Bax

Der inflationäre Missbrauch des Antisemitismus-Vorwurfs zu politischen Zwecken ist fatal. Nicht nur die Linke sollte sich dagegen wehren.

D ie Linke muss eine rote Linie gegen Antisemitismus ziehen, das ist klar. Sie muss sich aber auch gegen all jene wehren, die den Antisemitismus-Vorwurf für ihre Zwecke instrumentalisieren, um Stimmung gegen sie zu machen. Nicht nur konservative Medien haben nach ihrem fulminanten Wahlsieg in Berlin ein regelrechtes Trommelfeuer gegen die Linke eröffnet. Auch in öffentlich-rechtlichen Talkshows müssen sich Linke-Politiker gegen Antisemitismus-Vorwürfe zur Wehr setzen.

Bei Maybritt Illner hat sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt im Ton vergriffen, als er Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Berliner Linken, als „Antisemitin“ diffamierte. Eralp hat nun Strafanzeige gegen Dobrindt wegen übler Nachrede und Beleidigung erstattet. Das ist eine überfällige rote Karte, die deutlich macht, dass der CSU-Politiker eine Grenze überschritten hat. Nicht alle haben die Zeit und die Mittel, sich wie Eralp juristisch gegen unberechtigte Antisemitismus-Vorwürfe zu wehren: Das macht ihren Fall exemplarisch.

Die Linke ist die einzige Partei im Bundestag, die Deutschlands Unterstützung für Israels Kriegsverbrechen in Gaza und anderswo kritisiert. Diese Kritik wird ihr teilweise als Antisemitismus ausgelegt. Sehr viele Wählerinnen und Wähler in Berlin haben das durchschaut, und der Linken trotz dieser Vorwürfe – oder gerade wegen ihrer klaren Haltung zum Nahost-Konflikt – ihre Stimme gegeben.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Der Vorwurf des Antisemitismus wiegt schwer in einem Land, das für den Völkermord an über sechs Millionen Jüdinnen und Juden die Verantwortung trägt. Doch durch seinen inflationären Missbrauch im politischen Meinungskampf wird der Vorwurf stark entwertet. Das ist fatal.

Warum konservative Politiker und Medien so erpicht darauf sind, der Linken pauschal Antisemitismus zu unterstellen, ist klar: Mit der Behauptung, die Linke sei im Grunde nicht besser als die AfD – ja vielleicht sogar schlimmer –, haben sie ein Argument, um die Brandmauer zu den Rechtsextremisten zu schleifen. Das sollte ihnen nicht nur die Linke nicht durchgehen lassen.

Daniel Bax

Daniel Bax Redakteur

Daniel Bax ist Journalist und Autor und schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Er arbeitet als Themenchef im Regieressort der taz und hat mehrere Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den grassierenden Rechtspopulismus. Sein aktuelles Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist Ende 2025 im Goldmann Verlag erschienen. Impressum: Daniel Bax c/o taz, die tageszeitung. taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin
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126 Kommentare

  • Ricky-13

    Von Alexander Dobrindt (CSU) ist man ja nichts anderes gewöhnt. Allerdings war das in einer Talkshow und da kann man sich immer irgendwie als Politiker "herausreden". Im Grunde hat Alexander Dobrindt in der Talkshow nur mal wieder gezeigt, dass er in einem anderen Beruf besser aufgehoben wäre.

    Dass allerdings die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit einem Video und dem Titel „Antisemitismus und Enteignung gefährden unsere Wirtschaft“ auf dem offiziellen Instagram-Kanal des Bundeswirtschaftsministeriums Stimmung gegen 'Die Linke' gemacht hat, ist eine ganz andere "Hausnummer" und da sind rechtliche Schritte der Berliner Linken (Unterlassungsklage) natürlich auch angebracht.

    Staatliche Stellen und Ministerien unterliegen nämlich einer parteipolitischen Neutralitätspflicht. Einseitige parteipolitische Angriffe über staatliche Kommunikationswege sind unzulässig und das sollte Bundeswirtschaftsministerin Reiche eigentlich wissen. Da der Instagram-Kanal des Ministeriums mit Steuergeldern finanziert wird, stellt die Verbreitung des Videos nach Ansicht der Linken eine Zweckentfremdung dar - und eine Frechheit ist das obendrein noch von dieser sogenannten "Ministerin".

  • MarsiFuckinMoto

    Ich weiß nicht, ob das die richtige Taktik be solch verbalen Angriffen ist. Mal angenommen, das Gericht betrachtet die Äußerung als gesetzlich geschützt durch die Meinungsfreiheit: Dann werden BILD, AFD etc die Berliner LINKE und Frau Eralp ab sofort, wann immer sie können und sich die Gelegenheit bietet (und da kamen in letzter Zeit ja doch einige Steilvorlagen), als „antisemitisch“ bezeichnen und betonen, dass genau DAS auch vom Gericht so überprüft und zugelassen wurde. Wie eben bei Höcke, da wird ja auch jedes mal betont, dass er nicht nur ein Faschist ist, sondern dies auch „gerichtsfest“ bestätigt wurde. Wird Frau Eralp dann in Zukunft, sollte das Urteil so ausfallen, (leider) genauso gehen...

    • Sole Mio

      @MarsiFuckinMoto:

      „Wer in den Berg ruft, muss das Echo vertragen“

      Soweit ist es nun gekommen

    • Karla Columna

      @MarsiFuckinMoto:

      Ja, genau das war auch meine Überlegung. Wenn es nämlich so ausgeht, was gar nicht unwahrscheinlich ist, hat sie dann ein gewaltiges Problem.

    • rero

      @MarsiFuckinMoto:

      Und jeder, der behauptet, Eralp sei ja keine Antisemitin, erhält sofort das Urteil vorgelegt.

      Ich weiß nicht, ob Eralp gute Beraterinnen hat.

  • Sole Mio

    Vielleicht auch eine Retourkutsche für den inflationären Gebrauch der Worte vieler Linken gegenüber den anderen Parteien.

    Wie oft wurden auch hier Äußerungen die etwas rechts von der Mitte schon als braune, rechtsextreme, oder nationalsozialistisch bezeichnet.

    Man durfte und darf ja bspw nicht mal die Meinung zur Diskussion stellen dass mehrfache Straftäter abgeschoben werden sollen.

    Von Links bis Mitte-Rechts sollten sich nun mal an die eigene Nase fassen.

    Denn nur zusammen, wenn auch mit geringen Schnittmengen, wird es möglich sein Wähler zurück zu gewinnen und der AFD Einhalt gebieten zu können

  • M_Kli

    Was ist passiert?



    Moderatorin Illner versprach sich dabei, korrigierte sich aber sofort: "Elif Eralp sagt, sie ist Antisemitin... Sie ist keine Antisemitin." Darauf sagte Dobrindt: "Na doch."



    Und deswegen nun das Ganze Theater, überfällige Rote Karte ?



    Frau Erlap könnte überzeugend gegen den Antisemitismus in ihrer Partei vorgehen, wählt aber lieber den Weg einer Selbstinszenierung.

    • Deep South

      @M_Kli:

      Exakt das. Hier kann man den Zustand der Politik bestens ablesen. Es dreht sich nur um die Befindlichkeiten der Herrschaften selbst. Dobrindt polemisiert dümmlich und Eralp ist schlimm beleidigt. Und so mancher Journalist hält das für schlimmer, als den Asgangspunkt der Debatte. Währendessen verliert die Union Wahl um Wahl Wähler an die AfD und Die Linke in Berlin gibt ein denkbar schlechtes Bild ab.



      Würde die Braunen nicht von einer immensen Politikverdrossenheit immer mehr Profit schlagen, wäre diese Posse schlicht lächerlich.

  • Mark Tassimtee

    Die Methoden sind immer die gleichen.



    Mal sind alle Antisemiten, mal sind alle NZs.

    Der Vorwurf der Kontaktschuld wird auch immer gern genutzt.



    Und man kramt gerne Sachen aus der Vergangenheit raus, wenn's denn passt.

    Und dann wird ein Shitstorm von den Anhängern im Netz gestartet..

    Egal welche politische Richtung. Das können sie alle!

    • Strolch

      @Mark Tassimtee:

      Yep. Auch die taz ist gut darin, rauszukramen, das Friedrich Merz in den 90er Jahren gegen ein Gesetz gestimmt hat, obwohl er mehrfach gesagt hat, dass er heute anders stimmen würde. Wenn so etwas wenigstens nur zwei, drei Jahre her ist. Da leuchtet es ein. Aber mehr als 20?!

  • Oma

    Das sieht mir nach einem Eigentor aus. Erinnert sich noch jemand an die Häme, mit der man Robert Habeck wegen diverser Beleidigungsklagen übergossen hat? Jemanden wegen eines süffisanten „na doch“ in einer hitzigen Diskussion anzuzeigen, dürfte auf die meisten Leute reichlich albern wirken. Falls sich ein Gericht tatsächlich damit befassen muss, wird es vermutlich den Antisemitismus-Vorwurf gründlich prüfen und dann wird eine Reihe unschöner Vorgänge bei den Linken in ein helles Scheinwerferlicht gestellt werden. Ob das so schlau ist?

  • Oliver Schneider

    Die rote Karte zeigt in die falsche Richtung

    Ja, Dobrindts „Na doch" war plump. Aber wer jeden Vorwurf zur „Kampagne" erklärt, muss sich nicht mehr fragen, was daran stimmt. Und da stimmt einiges: Die Berliner Linke hat kein Problem mit Israelkritik – sie hat ein Problem damit, die Grenze zu ziehen. Intifada-Parolen auf Parteiveranstaltungen, ein Neuköllner Bezirksverband, dem der 7. Oktober keine Fußnote wert ist – das ist kein Medienkonstrukt, das ist geduldeter Zustand.

    Bax schreibt es selbst: Viele wählten die Linke „gerade wegen ihrer klaren Haltung zum Nahost-Konflikt". Genau das ist der Punkt. Wer damit in Neukölln Rekordergebnisse holt, gewinnt nicht nur Wähler, die Völkerrecht einfordern, sondern auch jene, für die „Israelkritik" nur die höfliche Verpackung für etwas Älteres ist. Man muss kein Antisemit sein, um von Antisemiten gewählt zu werden – man muss ihnen nur nie einen Grund geben, woanders hinzugehen. Eralp hat diesen Grund bisher nicht gegeben.

    Eine Strafanzeige ersetzt kein Ausschlussverfahren. Solange die Linke schneller vor Gericht zieht als in die eigenen Reihen, ist die rote Karte kein Zeichen von Stärke, sondern ein Ablenkungsmanöver.

    • aujau

      @Oliver Schneider:

      Ich fürchte, dass Sie da Recht haben.

  • Pico

    Da ja rechnerisch auch die CDU weiter wurschteln könnte, wird aus allen Rohren gefeuert. Gegen Die Linke und besonders gerne gegen Frau Eralp. Es wird schwierig werden. Besonders widerlich ist, dass man einer Regierung mit den Linken, den Geldhahn zudrehen will.

    • Vigoleis

      @Pico :

      Warum? Beim Thema "Geldhahn zudrehen" ist die Linke ja auch nicht zimperlich.



      Hat die Linke wirklich geglaubt, radikale Politik ankündigen zu können, und keiner reagiert darauf? Wer Wlnd säht, sollte sich über den Sturm als Ernte nicht wundern.

      • Axotono

        @Vigoleis:

        Nein, ich glaube ganz genau damit hat die Linke natürlich gerechnet. Niemand ist so blöd zu glauben, dass die Herrschenden einfach dabei zusehen, wie umverteilt wird. Das muss man nun ausfechten, auch wenn das Ganze für die Linke höchstwahrscheinlich verloren geht. Die beste Strategie wäre m. E.: Antisemiten konsequent rauswerfen, aber auf den Enteignungen radikal bestehen. Angst sollen nicht Juden bekommen, sondern die Mächtigen

  • Sommerflieder

    Ja, natürlich geht es nur darum, von den eigenen Mißerfolgen abzulenken und die Linken schlecht zu machen. Vielleicht könnte man ja doch regieren mit der SPD und den Grünen?? Sehr schlechte Verlierer! Wie wäre eine sachorientierte Debatte? Hier ein sehr wohltuender Kommentar zur Berliner Enteignungsdebatte und den Antisemitismus Vorwürfen. Kommentar im DLF vom 26.09.2026 von Vivien Leue:



    www.deutschlandfun...-dem-mund-100.html

  • Gerhard Krause

    Wie man auch immer zur Linken steht, es gibt nicht unmaßgebliche Personen, welche ein Fallen dieses Landes auf eine mutmaßlich linke Seite - das sind bereits klassische soziale bzw arbeitnehmerfreundliche CDU- und SPD-Linien - mehr fürchten, als beispielsweise ernstliche rechte Einflussnahme.

  • Karla Columna

    Weiß nicht, ob Eralps Strategie durch diese Klage abzulenken und gleichzeitig Solidarität durch Empörung zu erhalten, auf lange Sicht aufgehen wird. Falls die Klage überhaupt angenommen wird, könnte sie sie auch verlieren und riskiert dann, dass es eben per Urteil okay ist, sie Antisemitin zu nennen. Es ist allerdings fragwürdig, ob es überhaupt zu einem Verfahren kommt. Schließlich hat Dobrindt auf den von Illner verhaspelten Satz "Elif Eralp sagt, sie ist (keine) Antisemitin" reagiert, und "Na, doch" gesagt, was in dem allgemeinen Stimmengewirr ohnehin fast unterging und völlig uneindeutig in seiner Aussage ist. (Zu diesem Zeitpunkt war man als Zuschauer schon genervt von dem Hin- und Her zwischen Reichinnek und Dobrindt. Bin gespannt, wer als Nächster in der Linken klagt. Kocak gegen die Berichterstattung im Tagesspiegel, dass es noch mehr Clan-Verbindungen gibt?

    • Axotono

      @Karla Columna:

      Was soll dieser Zynismus? Elif Eralp setzten sich seit Jahren gegen Antisemitismus ein, es ist schlicht Verleumdung

      • Karla Columna

        @Axotono:

        Verstehe wirklich nicht, was an dieser Einschätzung zynisch sein soll?

  • Sybille Bergi

    Wer Menschen aus dem Vorfeld von Terrororganisationen auf der eigenen Wahlparty willkommen heißt und Fotos mit Ihnen macht muss sich wohl zumindest den Vorwurf mal anhören.

    • Land of plenty

      @Sybille Bergi:

      Sie verbreiten hier Lügen.



      Das ist genau nicht so gewesen. Es wurde in den letzten Tagen alles genau berichtet.

    • Thomas Müller

      @Sybille Bergi:

      Tut mir leid aber das ist so flachgeistig, dass, wenn sich auf so eine lapidare Kommunikationsart geeinigt wird, man gänzlich politisches auftreten in der Öffentlichkeit als konsequenzloses Geschnatter abtun kann.

      Politische Artikulation sollte nicht nur Dunstkreise bedienen, gerade von Profis wie Dobrindt.

  • Wanderin

    Es ist eine Kampagne, die von den Medien, inklusive der taz, gedankenlos weitergereicht und vervielfältigt wurde. Vor einigen Tagen stand unter einem Artikel dieses Autors folgende Zusammenfassung der Redaktion: "Elif Eralp hat es geschafft, die Stadtgesellschaft in ihrer Breite anzusprechen. Doch über der Berliner Linken hängt hartnäckig der Antisemitismusverdacht." Dieses Fazit (der Redaktion, nehme ich an) insinuiert mit dem Wort "hartnäckig", dass irgendwas dran sein könnte und mischt somit kräftig und clickbait-wirksam mit bei der Verwirrung- anstatt aufzuklären. Der Antisemitismus-Vorwurf bezieht sich auf einen Vorfall, der innerhalb einer Minute googelbar ist. Es handelt sich um den Auftritt eines Rappers, in dem Stellung zur Politik Israels genommen wurde. Anstatt aufzuklären, wie Israelkritik von Antisemitismus zu differenzieren ist und einzuorden, ob er in dem Fall zutrifft, wird der Verdacht in vielen Artikeln über Tage vervielfältigt und im Trüben belassen. Natürlich bleibt was hängen.



    -



    Diese Kampagnen betreffen nicht nur die Linke- davor wurde tagelang gedankenlos an einer Medienkampagne gegen Merz mitgemischt, nachdem er sich von der AfD abgegrenzt hatte.

    • Axotono

      @Wanderin:

      Genau diese Art von Abwiegelung ist doch Teil des Problems. Als gäbe es die antisemitischen Tendenzen in der Linken nicht, alles nur ausgedacht von den Rechten für deren Kampagne. Dass es eine Kampagne gibt ist unstrittig, aber die Linke liefert eben auch eine Steilvorlage. Erst recht wenn sich nicht auseinandergesetzt wird damit, sondern geleugnet wird (Israelkritik ist doch kein Antisemitismus etc)

    • Gerhard Krause

      @Wanderin:

      Verzeihung, nein, der Begriff "hartnäckig" insinuiert mit der von Ihnen vertretenen "Hartnäckigkeit" nicht, dass der Vorwurf wahr ist (sein dürfte), sondern der in Rede stehende Vorwurf nicht weicht (etwa: wiederholt wird). Was auch immer an dem Vorwurf dran sein könnte, die von der taz genommene Formulierung weißt nicht auf ein Erhärten hin.

    • Zippism

      @Wanderin:

      Das Problem ist doch genau diese Verkürzung: Aus der berechtigten Forderung, zwischen Israelkritik und Antisemitismus sauber zu unterscheiden, wird plötzlich die Behauptung, die Antisemitismusvorwürfe seien praktisch erfunden.

      Nein. Man kann sehr wohl kritisieren, wenn aus einzelnen Vorfällen vorschnell auf Elif Eralp persönlich geschlossen wird. Aber die zugrunde liegenden Vorgänge sind deshalb nicht erfunden. Die taz berichtet selbst über den Auftritt eines propalästinensischen Rappers bei einer Linken-Veranstaltung, bei dem zu Gewalt gegen die israelische Armee aufgerufen worden sein soll, sowie über weitere Vorgänge im Berliner Landesverband.

      Und genau deshalb ist „hartnäckiger Antisemitismusverdacht“ nicht automatisch eine Tatsachenbehauptung, Eralp sei Antisemitin. Es beschreibt, dass diese Debatte innerhalb und außerhalb der Partei fortbesteht.

    • rero

      @Wanderin:

      Stimmt doch nicht.

      Es gibt Hannah Bruns und die LAG Palästinasolidarität.

      Lederer, Breitenbach und andere sind bereits wegen Antisemitismus in der Partei ausgetreten.

      Ferat Kocak hat schon vorher entsprechende Aussagen gemacht.

      Dahabflex wurde ja wegen seiner Lieder eingeladen.

      Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Menschen bereit sind beiseitezuschieben und zu beschönigen.

      • Land of plenty

        @rero:

        Hannah Bruns war vor Corona in der Sekte Jugendwiderstand - eine hate group, die andere Gruppen bedrohte. Weder braucht die Linkspartei diese Person noch braucht sie Mitgliedsbeiträge zu entrichten. Es gibt da noch weitere Personen unter den seit 2024 neu Eingetretenen, die mit krassen Auftritten aufgefallen sind.



        Politische Trennungen sind an diesen Stellen auf jeden Fall notwendig.



        Ausschlussanträge sind bereits in Arbeit.

    • Wanderin

      @Wanderin:

      Letzte Woche Merz, diese Woche Eralp, nächste Woche wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. In zwei Wochen weiss keiner mehr was der Grund war- aber das Gefühl bleibt. Meistens werden nur Überschriften gelesen- es bleibt ein verzerrter Eindruck hängen, der irgendwann zu einem Gefühl wird, aus dem irgendwann ein Vorurteil und dann Hass wird.

      So funktioniert Stimmungsmache in den Medien, Berichterstattung kann man das nicht mehr nennen.

      • Sonderzeichen

        @Wanderin:

        Ich weiß was Sie meinen.



        Das Thema wurde ja auch schon glaube vor dem Bundesverfassungsgericht, zumindest aber von gerichtlichen Instanzen behandelt. Es ging dabei um NIUS.



        Schluss war: die Überschrift alleine darf "triggern" und polemisch/überspitzt formuliert sein so lange der mündige Leser im Artikel den tatsächlichen Sachverhalt feststellen kann.



        Aber Sie haben natürlich völlig recht: viele lesen nicht mehr als die Überschrift. Der Impact ist dann bereits da.



        Ein allgegenwärtiges Problem in der Medienlandschaft.

  • Pico

    Ich hoffe doch sehr, dass sich nun ein Gericht finden lässt, die diesen bayrischen Sprücheklopper in die Schranken weißt. Das ist doch grenzwertig wie derzeit bestimmte Kreise gegen Die Linke hetzen.

  • zartbitter

    "......als er Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Berliner Linken, als „Antisemitin“ diffamierte."



    =



    Richtig ist das nicht - die Moderatorin Illner hatte während der Sendung gesagt: "Elif Eralp sagt, sie ist Antisemitin", um kurz darauf ihren Versprecher in "sie ist keine Antisemitin" zu verbessern. Dobrindt äußerte darauf die Worte "Na, doch".....



    =



    Damit das klar ist: Elif Eralp mit seltsamen Anschuldigungen zu überziehen disqualifiziert sich als ernst zunehmender Gesprächsteilnehmer.



    =



    Darüber hinaus hatte Heidi Reichinnek die Oberhand in der unangenehmen hitzigen Debatte in der Dobrind eindeutig unterlag - Reichinnek liess Dobrind keine Chance in Ruhe und sachlich seinen Redebeitrag zu leisten. Was Dobrind eigentlich sagen wollte blieb mindestens unklar.



    =



    Ergüsse wie in der präsentierten überreizten Debatte sollte Man oder Frau eigentlich abschalten. Wobei die Frage erlaubt sein muss wer eigentlich die Verantwortung trägt das Mitglieder der Linken glauben mit Antisemitismus zukünftig politisch punkten zu wollen.

    • Josef 123

      @zartbitter:

      "In Anwesenheit von Fraktionschefin Reichinnek hatte die Linke in Niedersachsen einen Beschluss gegen "den heute real existierenden Zionismus" beschlossen. Der Zentralrat der Juden und andere reagieren empört, der Landesverband verteidigt sich. (...) Bei CDU, SPD und Grünen stieß der Beschluss ebenfalls auf Kritik - und auch in der Partei selbst gab es Widerspruch. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow sagte der Nachrichtenagentur KNA, wer den Kampf gegen den Zionismus zum Zentrum von Parteitagen mache und Kraft aufwende, die innerparteiliche Debatte gegen die Existenz Israels zu richten, missbrauche das Leid der Palästinenser zum innerparteilichen Landgewinn."

      tagesschau.de, Stand: 18.03.2026 • 17:30 Uhr, zu einem Beschluss der Linken in Niedersachsen vom 18.3.2026

      • Axotono

        @Josef 123:

        Reichinek ist nicht Eralp

        • Josef 123

          @Axotono:

          Das habe ich weder geschrieben noch gemeint. Es geht darum, dass es sich nicht um berliner Einzelfälle handelt, ist eine Reaktion auf entsprechende Behauptungen und nimmt Bezug auf obigen Kommentar: "Wobei die Frage erlaubt sein muss wer eigentlich die Verantwortung trägt das Mitglieder der Linken glauben mit Antisemitismus zukünftig politisch punkten zu wollen."

          Ich wollte darauf hinweisen, dass es zu dem Thema z.B. auch Beschlüsse von Landesverbänden außerhalb Berlins gibt. Und nicht erst seit jetzt.

    • Perkele

      @zartbitter:

      Außer ein paar Spinnern nehme ich keinen strukturellen Antisemitismus in der Linken wahr. Genausowenig wie ich außer ein paar Spinnern in csdU dort keinen strukturellen Faschismus erkenne.



      Wenn schon, denn schon....

      • zartbitter

        @Perkele:

        Bitte lesen sie im Beitrag von Josef 123 das Zitat von Ramelow welches den Eiertanz der Linken zum Antisemitismus erklärt. Ansonsten - wenn die berühmtesten Linken mit erfolgreicher Regierungserfahrung fluchtartig nach dem Parteitag im Oktober 2024 die Partei verlassen - ist das ein strukturelles Problem und kennzeichnet den Politikwandel der Linken.



        =



        Warum war denn in der vergangenen Legislatur als Lederer Kultursenator war Antisemitismus nicht im Mindesten ein Thema?

  • Ruediger

    Eine Anzeige ist keine rote Karte, das wäre ein entsprechendes Urteil. Um im Bild zu bleiben, Eralp ist dieser Fußballer der zum Schiri rennt, und andere wegen irgendwelcher Nickeligkeiten des Fouls bezichtigt.

    Was Eralp hier tatsächlich macht, ist die politische Auseinandersetzung von irgendwelchen Talkshows in die Gerichte zu verlagern. Ob das ein guter, lösungsorientierter politischer Stil ist, muss jeder selbst beurteilen.

    Ist Eralp eine Antisemitin? Wahrscheinlich nicht. Führt sie eine Partei, die in Teilen der antisemitischen Hamas nahe steht? Durchaus. Haben diese Leute Anteil am Wahlsieg der Linken? Wahrscheinlich ja. Davon soll diese Anzeige ablenken, und das ist ein Umgang mit Antisemitismus, den sich Grüne und SPD, aber auch die Anhänger der Linken, die keine Antisemiten und Hamas -Fans sind genau anschauen sollten.

    • Josef 123

      @Ruediger:

      Wenn ich ergänzen darf"

      "Eine Anzeige ist keine rote Karte, das wäre ein entsprechendes Urteil", gefolgt von einem Platzverweis und einer dann festzulegenden Sperre;

      "Um im Bild zu bleiben, Eralp ist dieser Fußballer der zum Schiri rennt, und andere wegen irgendwelcher Nickeligkeiten des Fouls bezichtigt", während ihre Mitspielerinnen gerne ungeniert kernig hinlangen.

      • Gerhard Krause

        @Josef 123:

        Das Zeug mit sportbackenen Sinnsprüchen zu ergänzen macht es auch nicht klüger.

  • Weidenkaetzchen

    Bei einer roten Karte steht das Urteil fest, der Empfänger derselben muss vom Platz. Im Fall Dobrindt/Eralp wird garnichts passieren. Da kann Daniel Bax noch so viel Wind machen, Dobrindts Meinungsäußerung wird von der Justiz als genau das eingestuft werden, als Meinungsäußerung.

    • Kaboom

      @Weidenkaetzchen:

      Und jetzt mal zurück in die reale Welt:



      Dobrindts Verleumdung Eralps wird vom Gericht als genau das eingestuft werden, was es ist: Eine Verleumdung.

    • Yes

      @Weidenkaetzchen:

      Die Bemerkung, jemand sei Antisemit, ist keine Meinungsäußerung, sondern eine Tatsachenbehauptung, die, wenn sie unwahr ist, grundsätzlich keinen Schutz durch das Recht auf freie Meinungsäußerung genießt. Dieses Grundrecht erfasst keine ersichtlichen Unwahrheiten.

      • Yes

        @Yes:

        Das war zu voreilig, ich muss es korrigieren: Die Anmerkung, jemand sei Antisemit, ist keine Tatsachenbehauptung sondern eine Meinungsäußerung, da sie eine subjektive Bewertung ausdrückt, deren Wahrheitsgehalt man weder beweisen noch widerlegen kann. Ich bitte um Entschuldigung, falls jemand durch meinen Beitrag einem Irrtum unterlegen ist. Lediglich die Äußerung von Illner, Eralp habe gesagt, sie sei (keine) Antisemitin, stellte eine Tatsachenbehauptung dar. Sie betraf einen Vorgang, der grundsätzlich beweisbar ist. Dass sich das „Na doch“ von Dobrindt darauf, dass Eralp das gesagt habe, bezogen hat, ist allerdings eher fernliegend. Trotzdem ist seine Bemerkung nicht zwangsläufig von der Meinungsäußerungsfreiheit gedeckt. Wenn eine sachliche Grundlage für die Anmerkung fehlte oder das tatsächliche Verhalten von Eralp sogar für das Gegenteil (z. B. für eine prosemitische Haltung) sprach, es sich um eine eigennützige, reine oder überwiegende Herabsetzung handelte, wird seine Meinungsfreiheit dennoch hinter ihrem Persönlichkeitsrecht zurücktreten.

      • Comerade Aardvark

        @Yes:

        Da man sich nicht einmal über eine Definition von Antisemitismus einig ist, kann hier nicht von "Tatsache" gesprochen werden.

        • Yes

          @Comerade Aardvark:

          Da haben Sie vollkommen recht, es war ein Schnellschuss meinerseits.

      • rero

        @Yes:

        Es ist vergleichbar mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtes Meiningen zu Björn Höcke und die Bezeichnung als „ Faschist“.

        Laut Gericht handelt es sich um ein Werturteil, für das eine überprüfbare Tatsachengrundlage vorhanden war.

        Seine Bücher, seine Äußerungen, …

        Deshalb ist es von der Meinungsfreiheit gedeckt, ihn als „Faschisten“ zu bezeichnen.

        Ob er wirklich einer ist, hat das Gericht nicht festgestellt.

        Ist nicht seine Aufgabe.

        „Antisemitin“ ist ebenfalls ein Werturteil und könnte von der Meinungsfreiheit gedeckt sein, wenn eine überprüfbare Tatsachengrundlage vorhanden ist.

        Die hat Dobeindt in der Sendung wohl sogar aufgezählt. Der Grundvorwurf war dabei wohl, dass sie als Parteiführerin nichts gegen den Antisemitismus in ihrer Partei tut.

        Dass die Behauptung, es gäbe in der Linken in Berlin Antisemitismus und die Parteiführerin täte nichts Effektives dagegen, nicht an den Haaren herbeigezogen ist, können Sie in verschiedenen Artikeln der Taz nachlesen.

        Verbreitet die Taz ebenfalls Unwahrheiten?

        Wohl nicht.

        • Yes

          @rero:

          Das mit dem Werturteil stimmt natürlich. Die Tatsachen, die Dobrindt als Grundlage für seine Äußerung angeführt haben soll, können allerdings kaum rechtfertigen, Elif Eralp selbst als Antisemitin zu bezeichnen. Dafür müsste sie selbst antisemitische Positionen vertreten oder wenigstens gebilligt haben. Das ist nach den bisherigen Berichten nicht der Fall. Die Vorwürfe richten sich gegen Vorgänge im Umfeld der Berliner Linken, wohingegen Eralp selbst sich von Antisemitismus distanziert und stets das Existenzrecht Israels betont haben soll.

          • rero

            @Yes:

            "Dafür müsste sie selbst antisemitische Positionen vertreten oder wenigstens gebilligt haben."

            Nichtstun in ihrer Position könnte reichen, damit der Vorwurf von der Meinungsfreiheit abgedeckt ist.

            Ob Eralp wirklich Antisemitin ist, würde ein Urteil nicht feststellen.

        • Axotono

          @rero:

          Wenn all jene, die nichts gegen Antisemitismus in den von ihnen verantworten Bereichen tun, gleich Antisemiten sind, dann trifft das wirklich viele, unabhängig von der Partei. Es ist nun wirklich Unsinn, Elif Eralp, die sich seit Jahren gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben einsetzt, als Antisemitin zu bezeichnen. Allerdings wirklich rechtfertigen müsste sie sich, wenn sie nichts gegen die antisemitischen Ausfälle so mancher ihrer Genossen täte

  • MK

    Reichinneck hat mit ihrem Versprecher eine Steilvorlage geliefert, die Dobrindt genutzt hat. Da müssen sie Linken jetzt durch.



    Die wichtigere Fragen für die Linken ist vielmehr, wie sie es geschafft haben bei einer Kommunalwahl die Weltpolitik auf die Agenda zu bringen. Das ist eine komplette Themaverfehlung. Bei Mieten und Müll kann und muss Verbesserungen voranbringen. Aber die Kommunalpolitik spielt in der Weltpolitik nicht mit. Sie sitzt nichtmal am Katzentisch.



    Dafür ist der Antisemitismus im Raum, den Rot und Grün in den Koalitionsverhandlungen für sich nutzen werden.

    • Thomas Müller

      @MK:

      Weltpolitik so wie auch alle möglichen Themen sind legitim auch für kommunale Politik, wenn sie darin Einfluss haben. Die Skandalisierung von Palästina Solidarität haben viele Berliner erleben müssen.

      Wenn es ihnen nicht passt, sagt es vermutlich mehr über Ihr eigenes Weltbild aus.

    • Paul Schmitt

      @MK:

      Illner hat sich versprochen, nicht Reichinek.

  • Sisone

    Während ganz Deutschland wieder über Worte und Symbole und Liedzeilen und "justiziable Äußerungen" diskutiert, geht beinahe unter, dass in drei Bundesländern JETZT die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden sollen.







    HALLO? AUFWACHEN!







    Natürlich ist Dobrindts Äußerung eine bodenlose Frechheit, aber ehrlich, was soll man von so einem Typen denn anderes erwarten? Einfach ignorieren und ihn innerlich für seine Hilflosigkeit bezüglich sachlicher Argumente auslachen!

    Natürlich hat die Linke mit Teilen ihrer eigenen Mitglieder Probleme; so wie sämtliche andere Parteien auch. Und diese mal eben wegzuzaubern, würde keiner Partei gelingen, deswegen sollte man das auch von den Linken nicht mit sofortiger Umsetzung erwarten. Sonst wird am Ende wieder mit der CDU verhandelt und dieser ganze rechts-konservative 50er-Jahre-Mief geht in Berlin weiter mit ein bisschen rot-grüner Deko.







    Also liebe Grüne und SPD: Prinzipien sind wichtig und die Zeit wird zeigen, ob Elifs Wort etwas wert ist. Wenn nicht, kann man immer noch die Notbremse ziehen. Aber bekommt jetzt bitte die Koalition auf die Reihe!

    • Zippism

      @Sisone:

      Es geht doch überhaupt nicht darum, dass die Linke ihre innerparteilichen Probleme „sofort wegzaubern“ soll. Das Problem ist vielmehr, dass die Debatte über Antisemitismus in Teilen der Berliner Linken eben nicht erst seit ein paar Wochen existiert und auch nicht erst mit Dobrindts Äußerung entstanden ist.

      Bereits im Frühjahr gab es innerhalb der Partei Streit über den Umgang mit dem Nahostkonflikt. Ende August dann der Auftritt von Dahabflex bei einer Veranstaltung des Neuköllner Linken-Bezirksverbands mit „Yalla Yalla Intifada“ und „Death to the IDF“. Und beim jüngsten Landesparteitag musste die Landesvorsitzende selbst Fehler im Umgang mit israelkritischen Äußerungen einräumen und eine Aufarbeitung ankündigen.

      Das kann man nicht einfach als eine von Medien aufgeblasene Dobrindt-Kampagne abtun.

      Und natürlich gilt das nicht nur für die Linke: Antisemitismus gibt es in verschiedenen politischen Lagern. Aber gerade deshalb sollte man doch bei einer Partei, die möglicherweise eine Landesregierung führen will, erwarten dürfen, dass sie solche Probleme nicht relativiert, sondern glaubwürdig aufarbeitet.

      • Sisone

        @Zippism:

        "...Das Problem ist vielmehr, dass die Debatte über Antisemitismus in Teilen der Berliner Linken eben nicht erst seit ein paar Wochen existiert und auch nicht erst mit Dobrindts Äußerung entstanden ist..."







        Ist mir schon klar.







        Aber entweder die Grünen und die SPD verlassen sich erst einmal darauf, dass die Linken das aufarbeiten werden, oder sie verhandeln eben nicht mit den Linken über eine Koalition, denn eine Aufarbeitung, langfristige Konsequenzen, Parteiausschlüsse oder ähnliches werden bedeutend länger dauern als Koalitionsverhandlungen.







        So zu tun, als müsste die Aufarbeitung zwingend vor den Verhandlungen passieren, ist entweder naiv, dumm, vorgeschobene Verhandlungsmasse oder sogar ein Vorwand, nicht in Verhandlung treten zu müssen.







        Ums klar zu sagen, ich bin kein großer Fan der Linken und habe sie auch nicht gewählt. Aber monatelang auf rot-rot-grün hinzuarbeiten und dann plötzlich festzustellen, dass es ja da (wie Sie selber sagen: schon lange) ein Problem gibt, ist unehrlich.







        Deswegen: jetzt die Koalition festmachen und danach das Problem beheben. Es gibt nämlich auch noch ganz andere Probleme in Berlin, die auf eine Lösung warten!

        • Zippism

          @Sisone:

          Ich glaube, Sie bauen hier einen Gegensatz auf, den so niemand behauptet. Es geht nicht darum, dass die Linke vor Beginn irgendwelcher Gespräche sämtliche innerparteilichen Probleme „behoben“ oder Parteiausschlüsse vollzogen haben muss.

          Es geht um etwas viel Einfacheres: Wenn SPD und Grüne mit der Linken über eine gemeinsame Regierung sprechen, dürfen sie doch wohl erwarten, dass die Linke glaubwürdig klärt, wie sie mit antisemitischen Positionen und entsprechenden Vorfällen in den eigenen Reihen umgehen will.

          Und genau deshalb sind die Sondierungen ja der richtige Zeitpunkt dafür. Die Parteien müssen nicht erst monatelang warten, bis irgendein Parteiverfahren abgeschlossen ist. Sie können konkrete Zusagen, rote Linien und Konsequenzen vereinbaren. Dass SPD und Grüne gerade das Thema Antisemitismus zu einem zentralen Punkt der Sondierungen machen wollen, ist entsprechend keine „vorgeschobene Verhandlungsmasse“, sondern schlicht politische Verhandlung.

          Ihre Logik „erst Koalition festmachen, danach das Problem beheben“ wäre übrigens ziemlich bequem: Erst die Machtfrage klären und anschließend hoffen, dass die angekündigte Aufarbeitung irgendwann tatsächlich stattfindet.

  • Donald Duck

    Herr Bax erkennt ein Problem:



    In Deutschland wird inzwischen fast jeder von irgendeinem anderen als Nazi, Antisemit oder beides eingeordent. Wenn das so weiter geht wird, wird eine solche Zuordnungen bald nicht mal mehr als anstößig empfunden.

  • rakader

    Daniel Bax ist nicht einmal bereit, Antisemitismus von links durchzudeklinieren, so ist er bemüht, eine Kampagne von Rechts zu unterstellen und die Linke freizusprechen. Genau dieses Lagerdenken schadet der Debatte - den Palästinensern wie der deutschen Bevölkerung jüdischen Glaubens.

    Warum nimmt er nicht zur Kenntnis, dass Elif Eralp sich schon vor ihrer Nominierung zur Spitzenkandidatin zwar immer gegen Pauschalisierungen in Bezug auf Israel und Juden ausgesprochen hat, sich aber gleichzeitig sehr mutlos gezeigt hat, wenn es darum ging antisemitische Stimmen in ihrer Partei einzuhegen. Das ist eine belegbare Tatsache, und so sollte es zu diskutieren erlaubt sein, ob Elif Eralp zumindest mittelbar durch ihr zögerliches und unentschiedenes Verhalten, Förderung von Antisemitismus innerhalb der Linken zu attestieren.

    Im übrigen einmal mehr ist bei diesem Kommentar von Daniel Bax erkennbar, dass wohl die Kriegsverbrechen Israels genannt, die 1.200 Toten vom 3. Oktober 2023 aber mit keinem Wort erwähnt werden. Das ist symptomatisch für die Sicht linker selektiver Empathie. Und die ist in meinen Augen ein Teil des Problems.

    • Kaboom

      @rakader:

      Spannend in diesem Kontext ist immer, dass Leute darauf bestehen, andere Dinge zu erwähnen, als die Verbrechen oder Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von Israel begangen wurden.



      Interessanterweise wird das nur in diesem Kontext gefordert. Kein Mensch käme auf die Idee, einen Artikel über die Verbrechen der Hutu zu kritisieren, weil vielleicht die Tutsi vorher auch irgendwelche Verbrechen begangen haben.



      Und der Zweck der Übung ist IMO völlig klar: Die Diskreditierung von Kritik an der aktuellen rechtsradikalen Regierung Israels und ihrer Verbrechen.

    • Sisone

      @rakader:

      "...Im übrigen einmal mehr ist bei diesem Kommentar von Daniel Bax erkennbar, dass wohl die Kriegsverbrechen Israels genannt, die 1.200 Toten vom 3. Oktober 2023 aber mit keinem Wort erwähnt werden. Das ist symptomatisch für die Sicht linker selektiver Empathie..."







      Symptomatisch ist es vor allen Dingen, dass bei all der deutschen defacto-Solidarität mit der israelischen Regierung inklusive Waffenlieferungen und Ignorieren der Handlungen Israels durch die UN und den ISTGH, die eine von wenigen Stimmen (Daniel Bax), die sich klar und menschlich und legitim für die JETZT leidende Bevölkerung in Gaza einsetzt, ständig dafür kritisiert wird, nicht den Hamas-Anschlag zu erwähnen, selbst wenn es nur um drei Ecken entfernt etwas mit dem Thema zu tun hat.







      Dobrindt diffamiert Eralp öffentlich als Antisemitin --> Daniel Bax berichtet darüber, hat aber im Artikel den Hamas-Anschlag nicht erwähnt --> Selektive linke Empathie!







      Tut mit leid, aber irgendwann wird´s albern.

    • Thomas Müller

      @rakader:

      Ihr Schlagwort "Lagerdenken" trifft vermutlich ins Schwarze... Leider sind auch die vermeintlich "Guten" (also wir selbst) nicht davor gefeit.

    • Ruediger

      @rakader:

      Danke, dass sie hier den 7. (!) Oktober erwähnen. Es ärgert mich, dass ausgerechnet von vielen deutschen Linken immer totgeschwiegen wird, dass die Hamas diesen Krieg vom Zaun gebrochen hat und die jüdischen Opfer ignoriert werden.

      • Thomas Müller

        @Ruediger:

        Ab irgendeinem Ausmaß der Gewalt ist es unerheblich, wer den Konflikt ausgelöst hat, sondern entscheidend, dass es aufhört.

        Dass heute noch unschuldige Menschen sterben müssen ist absolut menschenverachtend und nährt letztlich jene Argumentationen, dass genozidale Absichten bei den Gewalttätern gehegt werden.

  • test_name

    Wer bestimmt was Antsemitismus ist - sicher am ehesten die Betroffenen.







    - Siedler sind Terroristen



    - Palästina hat neben Israel ein Existenzrecht



    - Netanjahu ist ein Kriegsverbrecher

    Drei richtige Thesen, die von Betroffenen als Antisemitismus verstanden werden können - und zum Teil auch verstanden werden.

    Die drei Thesen werden dadurch nicht falsch.

    • Karla Columna

      @test_name:

      Keiner dieser Thesen wird idR als Antisemitismus verstanden. Man kann diesen "Thesen" allerdings eine gewisse Oberflächlichkeit und Pauschalität vorwerfen.

      "Palästina hat neben Israel ein Existenzrecht" ist eine Meinung. Wie Sie wissen gibt es gerade in PaliSoli-Kreisen eher eine andere Meinung, die Israel sein Existenzrecht abspricht, und dabei ausblendet oder vertuscht, was das bedeuten würde.

      "Siedler sind Terroristen" Ist zunächst - je nach Kontext - ein Satz, der in seiner Pauschalität natürlich falsifizierbar ist. Nicht alle Terroristen sind Siedler, nicht alle alle Siedler sind Terroristen usw. Außerdem ist er ungenau. Wer ist mit Siedler gemeint? Sie wissen schon. Auch hier wird gerne verallgemeinert.

      Netanjahu ist mutmaßlich ein Kriegsverbrecher wäre als Satz richtiger, da kein Gerichtsurteil vorliegt. Ich finde, solche Differenzierungen sind wichtig und keine Relativierung.

      • Kaboom

        @Karla Columna:

        ""Palästina hat neben Israel ein Existenzrecht" ist eine Meinung. Wie Sie wissen gibt es gerade in PaliSoli-Kreisen eher eine andere Meinung, die Israel sein Existenzrecht abspricht, und dabei ausblendet oder vertuscht, was das bedeuten würde."

        In Teilen Israels wird den Palästinensern das Existenzrecht abgesprochen. DA regt sich aber kaum jemand darüber auf. Der Likud hat den Slogan "From the river to the sea" mehrfach in Wahlkämpfen benutzt. Und niemand hat daran Anstoß genommen. Minister der Regierung Netanjahu haben öffentlich die Vertreibung und auch Vernichtung der Palästinenser in Gaza gefordert. Stört - zumindest hierzulande - offenbar auch niemand.

        • Karla Columna

          @Kaboom:

          "Palästina hat neben Israel ein Existenzrecht" ist eine Meinung, von der obiger Kolumnist behauptet hat, "Betroffene" würden sie als Antisemitismus verstehen, was ich bestreite. Mir scheint das eher ein Ablenkungsmanöver, denn in PaliSoli-Kreisen ist es eher andersherum. Dort wird oft eben nicht auf friedliche Koexistenz zweier Staaten gesetzt, sondern Israel das Existenzrecht zugunsten von Palästina abgesprochen. Ich würde bestreiten, dass "niemand" Anstoß an den von Ihnen erwähnten Aussagen von Netanyahu oder seinen rechtsextremen Ministern nimmt. Im Gegenteil ist die Stimmung doch im Moment sehr gegen Israel gekippt. Netanyahu steht im Moment auch in Israel unter Beschuss, weil er mit seiner Politik nicht nur sehr viel Elend und Zerstörung nach Gaza und Kriegsverbrechen an der palästinensischen Bevölkerung zu verantworten hat, sondern letztlich auch die Sicherheit Israels aufs Spiel gesetzt hat. Der Nahostkonflikt ist allerdings sehr komplex und lässt sich auch nicht von Neukölln aus lösen, selbst wenn das Teile der Linken im Wahlkampf suggerierten.

      • Thomas Müller

        @Karla Columna:

        Israel sein Existenzrecht abzuerkennen ist genau so schlimm wie Palästina sein Existenzrecht abzuerkennen!

        Wir sollten keine doppelten Standards zulassen, wenn wir von allen Menschen ernstgenommen werden wollen.

        • Karla Columna

          @Thomas Müller:

          Hier ging es aber doch um die Frage, wann die "Israelkritik" der Linken in Antisemitismus kippt. Ich habe auf Berlins Straßen bislang keine Demos gesehen, auf denen jemand explizit Palästina das Existenzrecht abspricht. (Mal ganz abgesehen davon, dass im Moment Palästina als Staat immer noch nicht wirklich existiert. Ich würde mich freuen, wenn es eine Vorstellung gäbe, wie "Free Palestine" eigentlich als Staat aussehen soll. (Demokratisch? Rolle der Fatah? Hamas-frei? Religiös oder säkular? Minderheitenrechte? ) Das meine ich nicht despektierlich oder zynisch, es geht nur oft unter, dass das Einigende dann oft bloß der Hass auf Israel ist, was schade ist). Ich habe bislang übrigens auch keine Demos in Berlin gesehen, wo man den Palästinensern das Existenzrecht abspricht. Auf linken pro-palästinensischen Demos sehe ich viele Demo-Teilnehmer, die sich erlauben, Israel rein fahnentechnisch auf der Landkarte einfach mal auszulöschen. Soviel zu Doppelstandards.

    • Zippism

      @test_name:

      automatisch antisemitisch seien. Kritik an der israelischen Regierung, an Netanyahu oder an Siedlungspolitik kann selbstverständlich legitim sein.

      Nur ist das eine ziemlich bequeme Ablenkung von der eigentlichen Debatte: Es geht um konkrete, dokumentierte antisemitische bzw. israelfeindliche Vorfälle im Umfeld der Berliner Linken und um den Umgang der Partei damit.

      Wenn bei einer Veranstaltung aus dem Umfeld der Berliner Linken „Death to the IDF“ und „Yalla Yalla Intifada“ skandiert wird, wenn es wiederholt Streit über antisemitische bzw. antizionistische Positionen innerhalb des Landesverbands gibt und die Parteiführung selbst Aufarbeitungsbedarf einräumt, dann ist das nicht dadurch erledigt, dass man drei völlig andere, grundsätzlich legitime Aussagen über Israel aufzählt.

      • test_name

        @Zippism:

        >Es geht um konkrete, dokumentierte antisemitische bzw. israelfeindliche Vorfälle<







        Wer definiert, was antisemitisch ist? Für Netanjahu, Zentralrat, Charlotte Knobloch, Volker Beck sind die drei Thesen mutmaßlich antisemitisch. Wenn man den Betroffenen die Definitionsmacht zugesteht - wem denn sonst? - gibt es antisemitische Aussagen, die trotzdem zulässig sind, weil sie der Wahrheit entsprechen.







        „Yalla Yalla Intifada“



        Schnell, schnell, Volksaufstand - ja natürlich, zulässige Parole. Angesichts der Übermacht der Siedler vielleicht nicht vernünftig - aber vernünftiges Verhalten bringt den Palästinensern auch nichts.







        „Death to the IDF“



        Angesichts der IDF-Kriegsverbrechen halte ich es zumindest für verständlich, dass die palästinensischen Opfer eine Beendigung dieser Organisation fordern.







        Wir sind uns einig, das Verhalten von Eralp ist nach der maßgeblichen Auffassung der Betroffenen antisemitisch - nur ein Problem sehe ich darin nicht.

        • Vigoleis

          @test_name:

          Ab wann wird denn ein solches "Verhalten" für Sie zum "Problem"? Wenn sich die "maßgeblich Betroffenen" selbst nicht mehr zu Wort melden können?

        • Zippism

          @test_name:

          Genau da liegt doch der Denkfehler: „Die Betroffenen bestimmen, was antisemitisch ist“ kann kein sinnvoller alleiniger Maßstab sein. Sonst wäre tatsächlich jede Kritik an Israel potenziell antisemitisch, sobald irgendein Betroffener sie so empfindet. Das behauptet aber auch die IHRA-Definition ausdrücklich nicht. Sie sagt im Gegenteil, dass Kritik an Israel, wie sie auch an jedem anderen Staat geäußert wird, nicht als antisemitisch gelten kann. Gleichzeitig nennt sie Kriterien, wann israelbezogene Aussagen antisemitisch werden können.

          Und bei „Death to the IDF“ geht es ebenfalls nicht darum, dass jemand Kritik an der israelischen Regierung verboten haben möchte. Es geht um den konkreten Kontext einer Parteiveranstaltung: Dort fielen neben „Death to the IDF“ auch „Yalla Yalla Intifada“ und Bezüge zur PFLP. Die Polizei prüft deshalb sogar die strafrechtliche Relevanz – einschließlich des Gesamtzusammenhangs.

          Sie können das für verständlich oder politisch gerechtfertigt halten. Das ist Ihre Bewertung. Aber daraus folgt nicht, dass die Linke solche Parolen in ihrem Umfeld einfach als unproblematisch akzeptieren muss.

  • Christian Carstens

    Frau Elrap kann keine rote Karte zeigen, das kann nur der Schiedsrichter (Staatsanwalt/Gericht). Ob die staatlichen Institutionen der Aufforderung Folge leisten werden, halte ich für zweifelhaft. Dobrindt hat ja nur etwas wie "ja doch" gegrunzt, was ausgelegt werden muss. Bei der Auslegung von Äußerungen muss das Gericht zur Wahrung der Meinungsfreiheit die für den Äußernden günstigste Auslegung wählen.

    Damit dürfte das Verfahren enden. Es wird der "Streisand-Effekt" bleiben.

    • Kaboom

      @Christian Carstens:

      Meinungsfreiheit ist in diesem Land nicht grenzenlos. Beleidigung, Verunglimpfung oder üble Nachrede sind strafbar.

  • Manzdi

    Ja, die rote Karte ist überfällig. Das sehe ich genauso und es ist sehr auffällig, wie der Großteil der Medien immer wieder solche Narrative gegen die Linke im Raum stehen lässt.

    Nicht nur Antisemitismus, sondern auch "Sozialismus", "Kommunismus" etc. sind gängige Diffamierungen, die selbst in den öffentlich rechtlichen Medien transportiert werden.

    Ich würde nicht sagen, dass es das Ziel ist, die Brandmauer zu schleifen, aber es hat die Folge. Primäres Ziel der diffamierenden Politik ist es, die eigene Macht zu sichern und eine Gerechtigkeitsdebatte zu ersticken.

    • Vigoleis

      @Manzdi:

      Die Linke proklamieren in ihrem eigenen Programm einen "demokratischen Sozialismus" und akzeptieren unter dem Dach der Partei Formationen wie die "Kommunistische Plattform". Wie beides langfristig auf den Boden der FDGO passt, wissen wir noch nicht. Aber von "Diffamierung" zu sprechen, wenn das thematisiert wird, ist auch falsch.

      • Kaboom

        @Vigoleis:

        Das Ziel des demokratischen Sozialismus findet sich auch in jedem Programm der SPD, abgesehen von einem. Möchten Sie die SPD auch verbieten?

      • Axotono

        @Vigoleis:

        Was soll an demokratischem Sozialismus bitte gegen die demokratische Grundordnung verstoßen? Das GG schreibt keine Wirtschaftsform vor

    • Zippism

      @Manzdi:

      Man kann ja durchaus darüber diskutieren, ob Medien bestimmte Vorgänge unterschiedlich stark gewichten oder ob politische Begriffe zu schnell als Kampfbegriffe verwendet werden. Aber daraus folgt doch nicht, dass die konkreten Antisemitismusvorwürfe gegen Teile der Berliner Linken eine erfundene Kampagne sind.

      Die Vorfälle, um die es hier geht, sind dokumentiert. Das kann man nicht einfach mit dem Hinweis auf „Narrative gegen die Linke“ wegwischen. Man muss sich schon konkret mit den jeweiligen Aussagen und Vorgängen auseinandersetzen und erklären, warum sie gegebenenfalls anders einzuordnen sind.

      Und genau das passiert in solchen Kommentaren auffällig oft nicht: Statt über die konkreten Vorfälle zu sprechen, wird auf Medienkampagnen, Diffamierung und die Brandmauer ausgewichen.

      Natürlich kann man über die politische Motivation hinter Berichterstattung streiten. Aber die Existenz dokumentierter Vorfälle wird dadurch nicht zur Kampagne. Wer das behauptet, müsste schon erklären, was an den jeweiligen Vorgängen konkret falsch dargestellt oder erfunden wurde.

      • Reinero66

        @Zippism:

        Das mit den Kampagnen kann die "Linke" auch sehr gut, bei einer privaten Party auf Sylt wurde bei einer Horde betrunkener ein Heiopei gemacht, bis zum Rauswurf aus dem Job sollte es gehen usw.



        Bei der Veranstaltung der Linken wurde jemand bewusst offiziell eingeladen der Vernichtungsphantasien besang - das gilt dann als harmlos.



        Das ist messen mit zweierlei Maß und ruft natürlich Reaktionen hervor über die unsäglichen Bilder bei der Wahlparty und den bekanntgewordenen Chat Verläufen wollen wir erst gar nicht anfangen. Entweder es ist fürchterlich naiv oder fürchterlich d... Das sind Steilvorlagen.

  • Biblebrooks

    Herr Dobrind muss sich wohl mit dieser Klage beschäftigen. Dieses Muster wird seit Jahren, aktuell am medienwirksamsten in den USA, benutzt. Einfach mal Lügen und anderen Bullshit rausblasen. Immer und immer wieder. Irgendwann sind alle daran gewöhnt.



    Zitat (Beschreibt es meiner Meinung nach perfekt.):



    "Wenn man ständig belogen wird, ist die Folge nicht, dass man die Lügen glaubt, sondern dass niemand mehr irgendetwas glaubt.



    ...



    Und ein Volk, das nichts mehr glauben kann, kann sich auch nicht mehr entscheiden. Es ist nicht nur seiner Handlungsfähigkeit beraubt, sondern auch seiner Denk- und Urteilsfähigkeit. Und mit einem solchen Volk kann man dann machen, was man will.“



    Hannah Arendt zum Thema Pressefreiheit

    Schauen wir uns um, genau das erleben wir gerade. Der eine sagt, er kannte den nicht, obwohl es schon früher Fotos von beiden gab. Die anderen schreien irgendwelche Anschuldigungen raus. Egal ob wahr oder nicht, es ist ihnen egal, Hauptsache es dient ihren Zielen. (On Bullshit, Harry Frankfurt, 1986)

    Gut gemacht Frau Eralp, jetzt nur noch konsequent die eigenen Reihen vornehmen.

    • Thomas Müller

      @Biblebrooks:

      Wunderbar konstruktiv, danke!

  • Otto Buchmeier

    Hundertprozentig Antisemitismus - frei: Ich bin dafür jetzt mal alle Parteien auf den Prüfstand zu stellen - ob die auch hundertprozentig Antisemitismus - frei sind. Was von der Linken gefordert wird (ohne die Linke zu verteidigen) sollte definitiv von allen gefordert werden. Danach könnte definitiv unterstellungsfreier debattiert werden.

    • Kaboom

      @Otto Buchmeier:

      Die Statements von Lederer und den anderen, die vor rund 2 Jahren austraten, sind ernst zu nehmen. Ich hätte von einer linken Partei erwartet, dass man sich damit auseinandersetzt. Eine Resolution ist da IMO bei weitem nicht genug.

    • Zippism

      @Otto Buchmeier:

      Natürlich sollten bei allen Parteien dieselben Maßstäbe gelten. Nur ist das hier kein Argument gegen die Forderung an die Berliner Linke.

      Von der Linken wird schließlich nicht verlangt, dass sie „hundertprozentig antisemitismusfrei“ ist – das wäre bei einer großen Partei mit Tausenden Mitgliedern ohnehin eine absurde Forderung. Verlangt wird, dass sie sich mit konkreten, dokumentierten Vorfällen in den eigenen Reihen auseinandersetzt und daraus Konsequenzen zieht.

      Und genau das ist eben keine theoretische Debatte: Beim Wahlkampfevent der Neuköllner Linken fielen die umstrittenen Zeilen des Rappers Dahabflex; die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft prüfte anschließend sogar deren mögliche strafrechtliche Relevanz. Beim Landesparteitag räumte die Linken-Landesvorsitzende Kerstin Wolter zudem selbst ein, dass es Äußerungen gegeben habe, die Grenzen überschritten und jüdischen Menschen Angst gemacht hätten, und dass diese Fälle aufgearbeitet werden müssten.

    • V. Ohneland

      @Otto Buchmeier:

      Da kann dann die CDU/CSU gerne vor der eigenen Haustür kehren.



      Ich schlage vor die Parteien erklären erst mal ihrem Kanzler, dass Antisemitismus keine "Ausländerfeindlichkeit" ist, das wäre doch ein schöner Anfang.

  • Nickalsname

    Es wäre schön wenn diese Begriffe, diese Label, Nazi, Antisemit, linksgrünversifft verschwinden, denn sie erschöpfen sich und klingen am Ende nur noch hohl. Manche fühlen sich dann sogar noch geehrt. Argumente sind die Waffen der Demokratie

    • Thomas Müller

      @Nickalsname:

      Herrlich! Mit so einer sachlichen Einstellung kann der Empörungs-Apparat aber nicht mehr betrieben werden und somit implodiere Politik nur noch zu etwas, für nüchterne Geister!

  • N. Ietsche

    Die Anzeige ist sicherlich richtig, da hat Herr Dobrindt eine klare Grenze überschritten. Frau Eralp ist sicherlich keine Antisemitin.

    Wenn man es jetzt noch schaffen würde, so klar bei den Antisemiten im Berliner Landesverband zu sein, dann wäre man sein Antisemitismusproblem ganz schnell los.

    Dass man es auf der einen Seite schafft konsequent zu sein und schnell zu handeln, auf der anderen Seite aber nicht, verstärkt dann das Geschmäckle.

  • Elite123

    Man muss zugeben, dass die Vorkommnisse in der Berliner Linken insbesondere im Stadtteil Neukölln kein besonders gutes Licht auf die Partei werfen. Auch nicht auf Eralp selbst.

    Bei derlei vielen Indizien ist der Vorwurf nicht aus der Luft gegriffen, und obendrein eine reine Meinungsäußerung.

    Ich halte es für absolut fragwürdig, Meinungsäußerungen juristisch zu verfolgen.

    • Axotono

      @Elite123:

      Jemanden als Antisemitin zu bezeichnen ist keine Meinungsäußerung, insbesondere wenn der Vorwurf völlig absurd ist. Hätte Dobrindt die Genossen aus Neukölln so bezeichnet, sähe das freilich anders aus

    • V. Ohneland

      @Elite123:

      Schon ein herzhaftes "Arschloch" im Straßenverkehr ist keine Meinungsäußerung sondern eine Beleidigung, selbst wenn man gerade fast überfahren wurde von einem.



      Aber politische Gegner öffentlich als Antisemit zu markieren soll in Ordnung sein? Als Bundesminister des Inneren zumal?



      Ich denke nicht.

    • Perkele

      @Elite123:

      Das war/ist keine bloße "Meinungsäußerung". Es dient der Hetze gegen unbequeme Mitbewerber, no less.

  • Kai Malmus

    ich halte die rote Karte für berechtigt. das politische und mediale bashing ist überbordend, fast agitatorisch - leider war der taz artikel, was andere jüdische mitmenschen zu diesem verhalten meinen, für weitere kommentare geschlossen - den fand ich aber debattenfähig, auch ausgewogen - den wollte ich unterstützen, und dieser Artikel ist second best. Herr Dobrindt sollte mal in Neukölln leben, oder sich mal den Unterschied zwischen Antisemitismus und Trauer und Wut über eine aktuelle Eskalation über eine mind. 50jährige Besatzungspolitik machen. Er will aber nur abschieben, hoffend, damit die AfD auszubremsen. und Israelkritik kann er nicht unterscheiden vom Antisemitismus. Natürlich gibt es extreme Gruppen, die mich in ihrem fanatischen Geschrei abschrecken, aber das ist nun mal eine erst mal offene Partei, und das müssen sie klären; aber Wüst trifft Erdogan, wohl für billig Öl: fasst euch an die eigene Nase. Hier wird das Gespenst von stalinistischer und antisemitischer Enteignungsgefahr heraufbeschworen - und für diese Agitation verdient er diese rote Karte - ist eh nicht rot - er macht den Andi Scheuer - aber sich wehren macht Sinn

  • Paul Heinrich

    Und was passiert, wenn das Gericht es genauso sieht wie Dobrindt? Denn zwischen Antisemitismus und Kritik an der israelischen Regierung wird in der Linkspartei kaum unterschieden.



    Im übrigen ist sowohl die AFD auch die Linkspartei in Teilen verfassungsfeindlich und nicht umsonst werden beide in verschiedenen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet.



    Wenn man dann für sich in Anspruch nimmt mit der Linken zu koalieren sollte man sich nicht wundern dass die Brandmauer verschwinden wird an die sich die CDU bisher komplett gehalten hat.

    • Kaboom

      @Paul Heinrich:

      "Und was passiert, wenn das Gericht es genauso sieht wie Dobrindt? "

      Da wir in einem Rechtsstaat leben, muss Antisemitismus bei Frau Eralp nachgewiesen werden. Ist das nicht möglich, handelt es sich schlicht um üble Nachrede.

      "Im übrigen ist sowohl die AFD auch die Linkspartei in Teilen verfassungsfeindlich und nicht umsonst werden beide in verschiedenen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet."

      In der realen Welt wird die Linke in keinem einzigen Bundesland beobachtet, und der VfS auf Bundesebene beobachtet die Linke ebenfalls nicht.

      "Wenn man dann für sich in Anspruch nimmt mit der Linken zu koalieren sollte man sich nicht wundern dass die Brandmauer verschwinden wird an die sich die CDU bisher komplett gehalten hat."

      Auch dies ist schlicht eine Falschbehauptung. Die CDU arbeitet auf kommunaler Ebene seit langem mit der AfD zusammen, ebenso im EP und mindestens 1x im Bundestag.

      • Fairchild670

        @Kaboom:

        Nur geht es leider nicht darum, ob Frau Eralp objektiv Antisemitin ist, sondern, ob Dobrindt seine Ansicht, sie sei es, öffentlich kundtun darf. Und es gilt zu beweisen, dass die Antwort auf Letzteres nein lautet. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass Eralp demnächst gerichtsfest als Antisemitin bezeichnet werden darf - ähnlich wie ein gewisser Faschist (oder den man so bezeichnen darf).

        Für meinen Geschmack riskiert Eralp hier leichtfertig ein sehr ungünstiges Eigentor.

      • Zippism

        @Kaboom:

        Beim ersten Punkt haben Sie recht: Ein Gericht muss nicht feststellen, dass Eralp „Antisemitin“ ist. Es muss die konkrete Äußerung rechtlich einordnen. Genau deshalb ist „Das ist eine bloße Meinungsäußerung“ aber ebenfalls keine juristische Abkürzung.

        Beim Verfassungsschutz würde ich allerdings zwischen der Partei selbst und einzelnen Strukturen in ihrem Umfeld unterscheiden. Dass die Bundespartei nicht vom Bundesamt beobachtet wird, bedeutet nicht, dass es innerhalb der Partei oder ihres Umfelds keine vom Verfassungsschutz thematisierten extremistischen Strukturen oder Bestrebungen geben kann. Das sollte man nicht miteinander vermischen.

        Und bei der Brandmauer gilt dasselbe: Eine einzelne Abstimmung mit AfD-Stimmen ist noch keine Zusammenarbeit im Sinne einer Koalition. Aber sie zeigt eben auch, dass die Realität komplizierter ist als „die CDU hat sich komplett an die Brandmauer gehalten“.

        • Reinero66

          @Zippism:

          Zumal auch einige andere mit der AfD auf kommunaler Ebene gestimmt haben bzw. die AfD mit den Anderen gestimmt hat.

  • Philippo1000

    Danke!



    Ich bin froh, dass ich derartige Sendungen nicht mehr sehen muss und dennoch den Inhalt erfahren k.



    Ich kann die Darstellung im Artikel gut nachvollziehen.



    Es sind zwei Paar Schuhe, Antisemitismus als Problem zu begreifen oder als Antisemit/in beleidigt zu werden.



    Es ist nachvollziehbar und richtig, dass Frau Eralp und die Linke rechtskonform reagiert.



    Gerade den Bundesinnenminister rechtlich zu belangen ist genau der richtige Ansatz!



    Dobrindt ist in meinen Augen schon rechtsaußen und es wird Zeit, dass frau ihm mal Kontra gibt.



    Gerade Spitzenpolitiker*Innen der Linken haben ihre Haltung deutlich gemacht.



    Dazu gehört auch Elif Eralp.



    Die überzogene Reaktion der Union soll wohl von dem eigenen Mißerfolg bei den Wahlen ablenken - leider funktioniert das gerade .



    Es täte einem linken Bündnis gut, tragfähige Kompromisse zu finden und durch Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit die Kritiker*Innen Lügen zu strafen.

  • Okti

    Es ist schon etwas verblüffend wie große Teile des Establishments in Berlin losgelöst sind von der Realität. Große Teile der deutschen Bevölkerung verurteilen den systematischen Völkermord und die Kriegsverbrechen der Israelis in Gaza, der Westbank, und anderswo, nicht zu erwähnen die Position vieler Europäer:innen zu diesem Thema. All diese Menschen versuchen auf Linie zu bringen indem man ihnen die Diffamierung als Antisemiten versucht anzulasten ist verrückt.

    • Axotono

      @Okti:

      Es ist doch eher eine laute Minderheit, zumindest in Deutschland.

  • Mondschaf26

    Dobrindt: „Nicht satisfaktionsfähig" (s. nebenan). Für den ist die Justiz zuständig.

  • Thomas2023

    Ich finde auch, das der Begriff Antisemitismus inflationär verwendet wird.



    Aber die Strafanzeige wird keine Aussicht auf Erfolg haben. Und was passiert dann? Darf sie danach dann jeder als Antisemitin bezeichnen wenn das Gericht das einmal als zulässige Meinungsäußerung erklärt hat?

    • Kaboom

      @Thomas2023:

      "Aber die Strafanzeige wird keine Aussicht auf Erfolg haben. "

      Selbstverständlich wird die Strafanzeige Erfolg haben.

      • Thomas2023

        @Kaboom:

        Natürlich besteht auch die Chance auf Erfolg, aber die ist sehr sehr gering.



        Ich habe mir mehrere Stellungnahmen von



        Rechtsexperten durchgelesen und die Chancen auf Erfolg sieht so wirklich niemand, abgesehen vom Anwalt von Frau Eralp. Aber manchmal ist bei solchen Anzeigen nicht der Erfolg am Ende das Ziel, sondern die kurzfristig mediale Aufmerksamkeit.

        • Axotono

          @Thomas2023:

          Sie wird klar Erfolg haben, weil sie keinen Meinungsäußerung darstellt

  • MarsiFuckinMoto

    „Die Linke ist die einzige Partei, die Israels Krieg kritisiert.“ Im Ernst?Katharina Dröge erklärte im Bundestag, Israels Kriegseinsatz in Gaza halte sich „nicht an die Grenzen des Völkerrechts“. Luise Amtsberg bezeichnete 2026 israelische Handlungen im Libanon ausdrücklich als völkerrechtswidrig. Und Agnieszka Brugger kritisierte die Bundesregierung dafür, das Völkerrecht nur anzusprechen, „wenn es bequem ist“ – also gerade eine Kritik an deutschen Doppelstandards. Derya Türk-Nachbaur sagte im Juni 2026 im Bundestag, Deutschland sei beim Völkerrecht teilweise „nicht klar genug“ gewesen und müsse unbequeme Wahrheiten auch gegenüber starken Partnern aussprechen. Auch bei Gysis Rede 2025 (Kritik an Israel) gab es ausdrücklichen Beifall von SPD und den Grünen. Kurz: Zu sagen, die Linke sei hier quasi ein "alleiniges Bollwerk“ gegen Israels falsche Gaza-Politik und dessen Folgen im Krieg ist einfach falsch. Der Unterschied ist die Heftigkeit der Kritik, und das die Linke hier manchmal über das Ziel hinausschießt: Das bestreitet die Linke (siehe Jan van Aaken) ja nicht mal selbst...

  • Vigoleis

    Es ist ja ein Standardvorwurf an die AfD, also den rechtesten Rand des politischen Spektrums, den politischen Gegner möglichst zahlreich in einer Art "Guerilla-Taktik" vor Gericht zu bringen und ihn so zu verunsichern, zu zermürben und mundtot zu machen.



    Jetzt hat das äußerste linke Spektrum auf der politischen Skala, die Berliner Linke, innerhalb nur weniger Tage gegen gleich zwei Unionspolitiker Anzeige erstattet, und auf diese Art begonnen, ein Kernthema ihrer politischen Agenda vor Gegenargumenten zu schützen.



    Es ist (und das lehrt auch ein Blick in die Geschichte) immer ein Anzeichen für aufkommenden Totalitarismus von beiden Enden des politischen Spektrums, wenn der politische Diskurs letztgültig in den Gerichtsaal verlegt, so beendet und der Prozess dann noch öffentlichkeitswirksam aufbereitet wird.



    Willkommen in der schönen, neuen Welt.

    • Land of plenty

      @Vigoleis:

      Verleumdungen anzuzeigen ist kein "Anzeichen für aufkommenden Totalitarismus".



      So was lächerliches.

      • Vigoleis

        @Land of plenty:

        Mmh, das kann man so und so sehen.



        Soeben wurde in der Türkei der Satiriker Hr. Güktas (die Taz berichtete) wegen einer angeblichen Verleumdnung des zum Autokratismus (von da aus geht es dann wohin?) neigenden Präsidenten Hr. Erdogan zu 19 Monaten Haft verurteilt.



        Man macht sich kaum Vorstellungen davon, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Gewarnt wird ja allenthalben...

  • Dietmar Rauter

    Es wird wirklich einmal Zeit, die Sprechblasenerotik, Teil des CSU-Populismus, an den Pranger zu stellen. Söder & Co haben außer Sprüchen und Angstmache vor Überfremdung und Kriminalität nichts zu bieten. Im EU-Parlament arrangiert sich Manfred Weber mit der Rechten. Wehret...

  • degouges

    Danke für die klaren klärenden Worte!!!

  • Gartenfreundin

    Danke für diesen klugen Kommentar, endlich sagt das mal jemand so deutlich. Und danke an Frau Eralp, dass sie diese Verunglimpfung vor Gericht bringt. Der Begriff Antisemitismus ist zur politischen Waffe verkommen.

  • Land of plenty

    Weil es nur ums Diffamieren geht.



    Genauso in Bremen:



    www.butenunbinnen....gram-clip-100.html



    Insta-Post der FDP: Bremer Linken-Fraktionschefin fordert Unterlassung:



    FDP-Fraktionschef Thore Schäck wirft der Fraktionsvorsitzenden Sofia Leonidakis vor, mit Antisemiten und Terroristen gefeiert zu haben. Sie nennt das unwahr und wehrt sich nun juristisch und fordert eine Unterlassungserklärung. In seinem Instagram-Video hatte Fraktionschef Thore Schäck behauptet, Leonidakis habe "in Berlin auf der Wahlparty dort mit Antisemiten, mit Terroristen und mit Clankriminalität" gefeiert.



    "Bei Unwahrheit hört die Meinungsfreiheit auf", sagt Leonidakis. Sie sei noch nicht einmal auf besagter Wahlparty gewesen.



    Die FDP will das Video jedoch nicht löschen. Die Frist für eine Unterlassungserklärung läuft bis Mittwoch.



    Diese Politiker der Reichen können eben nicht die Macht abgeben.

  • Astrid Sehnefeld

    Ich halte fest:



    Die Linke muss klare rote Linien ziehen, aber "Merz leck Eier" oder Merz als Nazi bei Demonstrationen verbal oder auf Plakaten verunglimpfen, das ist okay...



    Bisschen einseitig, oder?



    Dobrindts Meinung ist für mich legitim. Es gibt antisemitische Strömungen in der Linken. Einige einzelne Akteure können klipp und klar benannt werden, aber Frau Eralp tut bisher nichts außer Lippenbekenntnissen.



    So lange Die Linke da nicht klare Kante zeigt und diese Personen rauswirft und so lange Die Linke die generelle Haltung des Bezirksverbands Neukölln toleriert, ist das Bekenntnis zum Antisemitismus nichts wert.



    Und Frau Eralp ist als Chefin nun mal die, die die Verantwortung für ihren Laden zu tragen hat.



    Merz behauptet auch er sei gehobener Mittelstand und kein Mensch glaubt es ihm - zurecht.



    So lange Frau Eralp nur sagt sie sei keine Antisemitin aber aktiv nichts dagegen unternimmt, so lange hat Dobrindt für mich recht.



    Den Anspruch ,den Die Linke an andere Parteien stellt, soll sie bitte zuallererst bei sich umsetzen.

    • V. Ohneland

      @Astrid Sehnefeld:

      Ach so herum funktioniert das jetzt? Frau Eralp soll erstmal beweisen, dass sie irgendetwas nicht sei was ihr negativ zugeschrieben wird? Das ist ja ganz was Neues. Sie wissen aber schon dass Elif Eralp selbst keinerlei entsprechende Äußerungen getätigt hat, oder? Darf ich dann Manuel Neuer einen Steuerhinterzieher nennen weil er im selben Verein wie Uli Höneß ist?



      Außerdem: WER einen verleumdet und beleidigt spielt schon noch eine Rolle. Da muss man an den amtierenden Bundesinnen(!, nein,:!!!)minister gerne einen strengeren Maßstab anlegen als an eine einfache Demoteilnehmerin. Nicht zuletzt weil man annehmen darf, dass seiner Meinung schon qua Amt viele Menschen Gehör schenken dürften. Er sollte seine Worte daher besser abwiegen als Lieschen Müller.



      Und dieses Verleumden von oben (Merz kann das auch recht gut) darf dann auch gerne mal rechtliche Konsequenzen haben, wenn es so konkret wird wie hier.

      • Astrid Sehnefeld

        @V. Ohneland:

        "Sie wissen aber schon dass Elif Eralp selbst keinerlei entsprechende Äußerungen getätigt hat, oder?"



        Ja das weiß ich, aber wie ich schrieb: "Frau Eralp ist als Chefin nun mal die, die die Verantwortung für ihren Laden zu tragen hat"



        Wenn ein Chef oder in diesem Falle Vorsitzende sagt, 'ich bin kein Antisemit', aber gleichzeitig nachweislich antisemitische Strömungen und Aussagen aus dieser Partei bekannt sind dann hat sie entweder kein genügendes Interesse dagegen vorzugehen oder es fehlt ihr an Autorität dagegen vorzugehen.



        Welche der beiden Möglichkeiten es letztendlich ist, ist egal -



        Eltern haften für ihre Kinder, Parteivorsitzende haften (moralisch) für ihre Verbände 🤷

    • Senza Parole

      @Astrid Sehnefeld:

      Ich hoffe Sie wissen, dass es ziemlich schwierig ist Mitglieder aus einer Partei „rauszuwerfen“. Und der Versuch ist schon oft gescheitert. Die Wahl in B ist auch erst 1,5 Wochen her. Und fallen Sie doch bitte auch nicht auf das Geschwätz von konservativer und rechter Seite herein.

  • Puky

    Alle sind genervt vom ständigen Gebrauch von „Antisemitismus“, „Rassismus“ und „Faschismus“

  • rero

    Der Polit-Zirkus hört nicht auf und wird immer peinlicher.

    "Na doch" kann keine Beleidigung sein.

    Und "Yalla yalla, Intifada" ist keine Kritik an der Haltung der deutschen Regierung.

    Ob sich das Eralp gut überlegt hat?

    Wird spannend, wenn ein Gericht feststellt, dass die Sichtweise von der Meinungsfreiheit gedeckt ist.

    Vergleichbares hatten wird schon bei der AfD.