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29.09.2026 , 22:05 Uhr
Die rote Karte zeigt in die falsche Richtung
Ja, Dobrindts „Na doch" war plump. Aber wer jeden Vorwurf zur „Kampagne" erklärt, muss sich nicht mehr fragen, was daran stimmt. Und da stimmt einiges: Die Berliner Linke hat kein Problem mit Israelkritik – sie hat ein Problem damit, die Grenze zu ziehen. Intifada-Parolen auf Parteiveranstaltungen, ein Neuköllner Bezirksverband, dem der 7. Oktober keine Fußnote wert ist – das ist kein Medienkonstrukt, das ist geduldeter Zustand.
Bax schreibt es selbst: Viele wählten die Linke „gerade wegen ihrer klaren Haltung zum Nahost-Konflikt". Genau das ist der Punkt. Wer damit in Neukölln Rekordergebnisse holt, gewinnt nicht nur Wähler, die Völkerrecht einfordern, sondern auch jene, für die „Israelkritik" nur die höfliche Verpackung für etwas Älteres ist. Man muss kein Antisemit sein, um von Antisemiten gewählt zu werden – man muss ihnen nur nie einen Grund geben, woanders hinzugehen. Eralp hat diesen Grund bisher nicht gegeben.
Eine Strafanzeige ersetzt kein Ausschlussverfahren. Solange die Linke schneller vor Gericht zieht als in die eigenen Reihen, ist die rote Karte kein Zeichen von Stärke, sondern ein Ablenkungsmanöver.
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