piwik no script img

Angriffe auf „Gen Z regelt“-Proteste Gewalt ist nicht das Problem

Adefunmi Olanigan

Kommentar von

Adefunmi Olanigan

Wenn es nach der Union geht, sollten die „Gen Z regelt“-Proteste verboten und die Bundeswehr eingesetzt werden. Was ist das für ein Demokratieverständnis?

E ine jede kennt doch die alte Leier: Angriff ist die beste Verteidigung. Und wenn man als Partei nichts zu bieten hat, dann lieber angreifen. Getreu diesem Motto begegnen allen voran die Union und teils auch die SPD den Demonstrationen von „Gen Z regelt“, die am Samstag in 24 Städten bundesweit demonstrieren wollen.

Noch bevor die Farbe auf den Plakaten getrocknet ist oder ein*e De­mons­tran­t*in die erste Parole gebrüllt hat, überschlagen sich die Ängste vor Gewaltexzessen und die Forderungen, mit aller Härte dagegen vorzugehen. Dabei ist der Diskurs von Anfang an rassistisch vergiftet. Immer wieder schwingt der Rassismus mit, den die Rechten in Frankreich und Deutschland seit den Ausschreitungen nur noch mehr befeuern.

Immer wieder wird vor der kriminellen Energie, die von Mi­gran­t*in­nen ausgehe, gewarnt. Die Vorstellung, dass junge Menschen in großen Massen auf die Straße gehen und aber anders als Fridays for Future nicht nur ein weißes Bildungsbürgertum abbilden, wird als Bedrohung verstanden. So können migrantisch gelesene Personen mal wieder nur verlieren. Sie bleiben entweder stumm oder werden als potenzielle Gewaltquelle abgestempelt.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Es scheint, als könne die Union nicht anders, als sich weiter und weiter an links abzuarbeiten und in roter Angst um sich zu schlagen. So, wie sie es unaufhörlich seit den Landtagswahlen tut, und so, als könnte sie sich damit aus der eigenen Affäre winden, den Rechtsrutsch in den eigenen Reihen aufzuarbeiten. Also schlägt die Junge Union etwa vor, direkt die Bundeswehr einzusetzen – was verfassungswidrig wäre. Die CDU in Stuttgart würde am liebsten die Demonstration ganz verbieten.

Das lenkt von den eigentlichen Problemen ab

Was ist das für ein Demokratieverständnis, wenn lieber die Stimme von jugendlichen Menschen gänzlich ungehört bleiben soll, weil es in Frankreich zu gewaltvollen Ausschreitungen kam? Dabei hat sich das Bündnis „Gen Z regelt“ von Anfang an von Gewalt distanziert – und ist seitdem mit nichts anderem beschäftigt, als sich von jeder Form des Extremismus abzugrenzen. Aber all das scheint nicht genug zu sein. Man glaubt den Or­ga­ni­sa­to­r*in­nen schlichtweg nicht oder gibt ihrem Bekenntnis unzureichenden Wert, weil sie unterwandert werden könnten.

Auch die Bundesschülerkonferenz distanziert sich: „Gewalt und Gewaltaufrufe lenken von den eigentlichen Problemen im Bildungssystem ab.“ Gerne möchte man erwidern, dass auch der unaufhörliche Diskurs, ob es zu Gewalt kommen könnte, von den tatsächlichen Problemen ablenkt.

Die „Gen Z regelt“-Demonstrationen werden bereits jetzt schon in eine Ecke gedrängt, aus der nur noch Verteidigung möglich ist. Damit soll verhindert werden, dass sich möglichst viele den Protesten anschließen. All jene Menschen, die in Deutschland mit den maroden Schulen unzufrieden sind, die Angst vor einer Wehrpflicht haben, die sich ihre Miete kaum noch leisten können und mit ihrem Nachnamen erst recht eine Absage nach der nächsten kassieren. Im Grunde alle Menschen, die die Ungleichverteilung der Eigentumsverhältnisse besonders stark zu spüren bekommen.

Junge Menschen haben das Gefühl, ihnen wird die Zukunft verbaut. Und was macht die Partei, die bei den drei jüngsten Landtagswahlen bei den unter 30-Jährigen nicht mal auf 10 Prozent kam? Die Union hat der jungen Generation nichts zu bieten. Nicht mal die Anerkennung, dass man ihre Probleme sieht, ernst nimmt und ihr zuhören möchte.

Adefunmi Olanigan

Adefunmi Olanigan Redakteurin

Schreibt gerne über Wissenschaft und soziale Ungleichheit. Hat Biochemie in Würzburg und Leipzig studiert und danach bei der taz volontiert. Aktuell Redakteurin in der Wochentaz.
Mehr zum Thema

111 Kommentare

  • Ignaz Wrobel

    Schon wieder so ein Gewaltfantasien- rechtfertigender Kommentar (nach Frau Klutes inhaltlich fast identischen Artikel). Glaubt die taz damit die fehlenden jungen Abonnenten ködern zu können?



    Eine andere Erklärung hab ich nicht.

  • Selbstauslöser

    Kein gesunder Mensch liebt Gewalt, könnte man glauben. Aber das stimmt nicht.



    Man lehnt lediglich die damit verbundene Anstrengung und Gefahr ab. Gewalt ohne diese beiden Qualitäten ist im Gegenteil in unserer Kultur immer noch sehr beliebt. Wie genießen sie in Kino, TV, Sportarten, Computerspielen, ... wir fordern sie geradezu, wenn wir angegriffen werden, und uns jemand mit Gewalt vor den Angreifern schützen soll, oder wenn Ungerechtigkeit herrscht, und nur Gewalt sie beenden kann ..., und wir ertragen sie gläubig und geduldig als strukturelle Gewalt.



    Nicht Gewalt ansich ist das Problem, sondern, wofür sie eingesetzt wird, und was sie uns kostet.

  • Selbstauslöser

    So machen es alle machtbesessenen Spalter seit undenklichen Zeiten auf der ganzen Welt: wenn das biedere Volk nicht mehr gehorchen will, bekommt es einen gemeinsamen Gegner vorgeführt, und schon hält es wieder brav zusammen. Merz & Söder ganz auf Trump-/Putin-/Netanjahu-/Milei-Linie. Alles links vom rechten Rand ist kommunistisch/nazistisch/antisemitisch/terroristisch, am besten alles zusammen.



    Die Union samt spd-Oberen braucht die Drohung von (=mit) Krawallmachern zu genau diesem Zweck. Die afd scheint noch unentschieden, auf welcher Seite zu stehen für sie nützlicher ist, ungeachtet jeglicher Inhalte.

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    Gen Z distanziert sich von Gen Z!



    Nicht nur in Berlin geht es wohl drunter und drüber ...

  • Andreas_2020

    Die GenZ macht mir gute Laune.



    Endlich wachen die jungen Menschen auf und tun auch was.



    Wir brauchen junge Menschen, die denken und die was tun.



    Dass diese Leute angeblich von Linksextremen unterwandert, insutrumentalisiert werden, ist ein typisches Propaganda-Produkt der CDU/CSU, die einen Feind jagen will, der so nicht mehr existiert.



    Die GenZ wird sich selber formieren und die werden nicht alle gemeinsam in die MLPD oder DKP eintreten oder autonome Zellen bilden. Ja, die sind links, links-liberal und einige auch radikal.



    Dazu haben sie genug Gründe.



    Aber die sind weniger gefährlich als die Hetzer von der CDU und CSU. Und wer unterrichtet uns über diese Entwicklungen?



    Geheimdienste ...



    Dass Geheimdienste auch desinformieren, dürfte bekannt sein ... Und echte Gefahren gar nicht erkennen (9.11.) das ist sogar bewiesen.



    Was soll also diese Unfug über die GenZ?

  • economista

    Wir hatten in Berlin auch 2021 Polizeieinsätze gegen Demonstrationen, die aufgrund ihrer unverhältnismäßigen Härte von der UN kritisiert wurden. Ich kann die Sorgen vor Prügelangriffen auf Gen Z gut nachvollziehen und hoffe sehr, dass sich die Einsatzleitung korrekt verhält.

    Ja, die Proteste sollten friedlich bleiben, um nicht als sinnloser Krawall abgekanzelt zu werden. Ob allerdings unser Herrschaftssystem flexibel genug ist, konstruktiv zu reagieren und endlich die Trendwende zum sozialen Ausgleich zu schaffen, bezweifle ich. Zu bequem ist der Weg in die Schuldknechtschaft, an dessen Ende entweder ein neues Feudalsystem steht, oder eine Revolution.

  • commonsense444

    Danke für den Artikel. Der Schaum vorm Mund der jugendfeindlichen Menschen beweist nur wieder, wie sehr diese Proteste nötig sind.

  • Astrid Sehnefeld

    "Immer wieder wird vor der kriminellen Energie, die von Mi­gran­t*in­nen ausgehe, gewarnt."



    Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts liefert jedes Jahr detaillierte Zahlen zur Erfassung von Tatverdächtigen in Deutschland.



    Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung sind Ausländer und Zuwanderer bei den ermittelten Tatverdächtigen teils drastisch überrepräsentiert - insbesondere bei Rohheitsdelikten wie Körperverletzung, Raubdelikten und Messerangriffen.



    Warnungen vor der kriminellen Energie, die von Jugendlichen Mi­gran­ten ausgehen kann, sind also nicht rassistische Verleumdungen, sondern Fakten die sich leider jedes Jahr aufs Neue aus der PKS des BKA ablesen lassen.



    Insofern muss man natürlich, gerade wegen der aktuellen Vorkommnisse in Frankreich und den leider einhergehenden Plünderungen und Brandstiftungen neben den legitimen Demonstrationen, auf mögliche Gewaltszenarien in Deutschland gewappnet sein und auch im Vorfeld davor warnen.

    • Ruhig bleiben

      @Astrid Sehnefeld:

      Wenn einer ganzen Gruppe("Jugendliche Migranten") im Vorfeld Gewaltbereitschaft unterstellt wird, nennt man das leider Rassismus, liebe Astrid.

      Gemessen an ihrer Anzahl sind in D übrigens weiße, deutsche Männer überrepräsentiert. Sind jetzt alle weißen, deutschen Männer gewaltaffin?

    • Barnie

      @Astrid Sehnefeld:

      So, muss man das?



      Im Vorfeld irgendwelche Spekulationen in den Raum schmeißen?



      Und kriminelle Energie kann von allen möglichen Jugendlichen ausgehen - auch Deutschen.



      Insofern hat das natürlich einen rassistischen Beigeschmack.

  • the fall

    Sorry, aber seit wann ist "die Stimme jugendlicher Menschen" ausschließlich bei dieser einen Demonstration zu vernehmen?



    "Ausschließlich", weil die Autorin behauptet, ohne diese Demo blieben die jungen Leute "gänzlich ungehört".



    Man könnte hier also zurückfragen: Was ist das für ein Demokratieverständnis, das solche falschen Annahmen verbreitet?

    Genauso wenig kann die Realität bzw deren bloße Beschreibung "rassistisch vergiftet" sein. Wenn bestimmte Einwanderergruppen extrem überproportional an bestimmten Taten oder einem bestimmten Geschehen -hier den gewalttätigen Eskalationen am Rande der französischen Proteste- beteiligt sind, ist es genauso wenig "rassistisch" diesen Umstand zu benennen, wie es nicht rassistisch ist, die Verbrechen der Kolonialzeit durch weiße Eroberer und Siedler aus Europa als solche sowie deren rassistischen Weltbilder als Ursache greifbar zu machen.

    Wer glaubt, bestimmte Realitäten nicht formulieren zu können, da dies rassistisch sei, hat das ideologische, realitätsblinde Wesen von Rassismus nicht oder falsch verstanden und erliegt diesem letztendlich sogar selbst.

    • Davin_112

      @the fall:

      Sellner-Rhetorik-Grundkurs, leider durchgefallen. Sie kritisieren unbelegte Annahmen und erklären gleichzeitig Ihre eigenen Behauptungen kurzerhand zur "Realität", ohne dafür Belege zu liefern. Zudem verwechseln Sie die sachliche Feststellung statistischer Unterschiede mit deren Interpretation. Nicht die Benennung einer Tatsache ist automatisch rassistisch, wohl aber können ihre Darstellung, Kontextualisierung und die daraus gezogenen Schlüsse rassistisch sein. Der Vergleich mit Kolonialverbrechen ändert daran nichts. Und aus einer zugespitzten Formulierung über die politische Sichtbarkeit Jugendlicher gleich ein falsches Demokratieverständnis abzuleiten, ist ebenso wenig schlüssig. Sie widerlegen hier vor allem Positionen, die Sie Ihrem Gegenüber selbst unterstellen.

    • E.W.

      @the fall:

      Waren Sie denn in Frankreich auf den Demos dabei, oder glauben Sie einfach alles, , was sie die tendenziöse Berichterstattung,der öffentlich rechtlichen Rundfunksender glauben machen will? Denn diese Berichterstattung reduziert sich ausschließlich auf die krawalle, Plünderungen ect. Dass die Demonstranten berechtigte Anliegen haben wurde in der Berichterstattung überhaupt nicht ernsthaft besprochen. Uns so soll es dann wohl in Deutschland auch sein. Es werden Krawalle inszeniert, damit sich die Politik darauf stürzen und danach mit neuen Verboten der Demokratie den Garaus machen kann, während die Probleme unserer Zeit, die ganz erheblichen Benachteiligung unserer jungen Generationen einfach in die Tonne der Missachtung und Geringschätzung getreten werden.

    • Ruhig bleiben

      @the fall:

      Wer einer Gruppe anhand ihrer Herkunft vermehrte Gewaltbereitschaft zuschreibt, macht Folgendes:

      - Verallgemeinerung zigtausender Menschen



      - Schreibt ein Merkmal einer Gruppe allein



      aufgrund ihrer Herkunft zu. Und genau das



      ist Rassismus. Man könnte jetzt nämlich auch fragen, ob Weiße in der Mehrheit gewaltbereit sind.

      Noch eine Frage: Wo vernimmst Du denn die Stimme unserer Jugend? Oder ist es nur unangenehm, weil sie jetzt mal etwas lauter sind? Und was hat das mit Demokratieverständnis zu tun!?

      • SummSumm

        @Ruhig bleiben:

        Laut wissenschaftlicher Untersuchungen ist Fakt, dass in Deutschland Menschen mit Migrationshintergrund MEHR Gewalttaten verüben als deutsche. Das können Sie gern nachprüfen.



        Wenn diesbezüglich jegliche Äußerungen als "rassistisch" abqualifiziert werden, geht das an der REALITÄT vorbei. Sie treffen hier eine reine Bewertung, die nicht auf Fakten basiert.

        PS) In Deutschland herrscht übrigens Vermummungsverbot. (Ihr Foto)

        • Ruhig bleiben

          @SummSumm:

          Deine subjektive Realitat ist leider nicht DIE Realität und auch das "Fakt ist" macht sie nicht realer, denn Deutsche sind mit ~60% in der polizeilichen Kriminalstatistik von 2025 unter "Gewaltdelikten" die größte Gruppe.

          Warum eigtl das ad personam mit meinem pfp? Soll das meinen Comment irgendwie delegitimieren?

    • nihilist

      @the fall:

      Wo ist sie denn sonst zu vernehmen, wenn man nicht gerade persönlichen Umgang mit Jugendlichen hat?

    • hessebub

      @the fall:

      So reaktionär klang Mark E. Smith ja leider auch in seinen späten Jahren...Dass junge Menschen in der Politik und bei Seniorenparteien wie der CDU schon sowieso viel zu wenig Gehör finden ist nicht nur eine Binsenweisheit, sondern auch erforscht. Und solche Bewegungen entstehen nunmal, wenn der Druck steigt und die bestehenden Jungparteienorgs nicht mehr genug Dampf machen. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit aufgrund von Präjudizierungen betreffs Herkunft oder Alter einzuschränken hat ja schon was von Minority Report. Dass die Politik von CDU/CSU bis Seeheimer Kreis die AfD politisch nachäfft und simultan in anti-linke Hysterie und Hetze auf 50er Jahre Niveau verfällt ist so beängstigend wie wenig überraschend. Konservative werden immer die Steigbügelhalter des Faschismus bleiben, diese Tradition wird offensichtich sorgfältig bewahrt und gepflegt. Pfui!

    • commonsense444

      @the fall:

      Dein Argument gegen Rassismus ist ein rassistischer Kommentar, wirklich lustig

  • Nichtsalsverdrus

    Wie hieß es noch bei Umberto Eco so treffend: "Für die Existenz des Teufels, spricht jedermanns Begierde, ihn am Werke zu sehen..." Wenn es den weit rechtsaußen angesiedelten Parteien tatsächlich um Schutz und Sicherheit von Menschenleben ginge, könnte man ja ein gewisses Verständnis aufbringen, einfach weil man sinnlose Gewaltausbrüche und Zerstörungswut nicht gutheißt. Wie man aber befürchten muss, provoziert man stattdessen im Vorhinein mit Androhung von Einsatz der BW und Komplettverbot und wartet sehnsüchtig auf Eskalation, um dann endlich "mit voller Härte" zuchlagen zu können. Das ist seit alters her eines der Mittel um oppositionelle Kräfte mundtot zu machen...

  • Thomas Raukamp

    Die jungen Leute machen mir Mut. Und das Gefühl hatte ich lange nicht mehr.

  • Jutta57

    Pardon, es ist schon erstaunlich, mit welch Leichtigkeit man auf den berechtigten Protest gegen fehlende Zukunftsperspektiven (dieses Defizit reklamierte bisher eigentlich jede Generation seit Sokrates für sich) verweist - ja in einzelnen Fällen sogar Gewalt nicht kategorisch ausschließt- , allerdings vor einigen Jahren die wirklich essentiellsten Interessen der Jugend mit Hilfe fragwürdiger epidemiologischer Argumenten nicht nur ignorierte, sondern die Proteste auch als undemokratisch diskreditierte.

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    Ich verweise auf das heute veröffentlichte taz-Interview mit dem Juristen M. Plöse. Damit ist alles gesagt!

  • Deep South

    Na ja, dass in der CDU/CSU immer irgendwelche Pappenheimer Einen raushauen müssen und hart am rechten Rand genäht sind ist jetzt nichts Neues. Ich finds trotzdem ein bisserl zu groß aufgezogen, dass "der Union" anzuhängern, was die Berliner Unionsjugend da von sich gibt. Das Geschwafel von Bundeswehr ist so lächerlich wie verfassungswidrig. Da könnte ich jetzt auch ein paar irrationale Stimmen aus der Linksjugend ranziehen, die politische Gewalt für legitim halten.

    Am Ende können die Proteste nur Erfolg haben und nachhaltig sein, wenn sie weitesgehend friedlich ablaufen. Die große Masse der Jugend hat mit der militanten Szene und ihren Zielen nichts zu tun. Man sollte den Hardlinern kein Futter liefern, die ihr Drohszenario unterfüttern. Und natürlich ist das ein Thema nach den Bildern aus Frankreich.



    Wenn die Distanzierung der "GenZ" von Gewalt und Randalen sogar hier in der taz in Frage gestellt wird, ist die Sorge vor Ausschreitungen nicht komplett unbegründet.

  • Kaboom

    "Also schlägt die Junge Union etwa vor, direkt die Bundeswehr einzusetzen"

    Dieser Mumpitz kam AFAIK nicht von der JU, sondern von der JU Berlin-Mitte. Auch wenn das bundesweit so berichtet wird.

    Ansonsten: 👍

  • Narrenfell

    ...alles scheint billiger als sich mit den berechtigen Themen der jungen Menschen auseinander zusetzen. So muss man auch nicht in Bildung und Schulen investieren, es reicht in Rüstung und BW um auch das eigene Volk gleich mit still zu halten.

  • Thomas Baroque

    Es ist befremdlich und empörend zugleich was die Union abzieht.



    Aber wir haben schon bei Aiwanger von den Freien Wählern in Bayern gesehen wie schnell Demokraten und Demokratinnen als linksextrem absgestempelt werden (siehe anti-AfD Demos im Jahr 2024, als Hunderttausende Deutsche auf die Straße gingen gegen die Massendeportationspläne der Faschisten und es für einen Moment so aussah als ob es das Ende der AfD eingeläutet hätte).

    Die CDU sollte dafür bloßgestellt werden, hat sie sich doch auch nicht im geringsten für die Fridays for Future Demos interessiert wie wir an der jetzigen fossilen Brennstoff-Regierung sehen.



    Jetzt so zu tun als ob die angekündigte Demo die größte Gefahr sei ist genauso hysterisch anti-demokratisch wie die Linke mit der AfD gleichzustellen. Ich denke dies hat auch mit dem Rechtsrutsch zu tun der seit einem Jahrzehnt in Deutschland stattfindet: wenn die Sorgen von Linken oder links-gerichteten Bürger und Bürgerinnen nicht mehr ignoriert werden können, werden sie als Gefahr dargestellt während die Rechtsextremen verhätschelt werden.

    Es ist ja schließlich einfacher zu hetzen als einen konstruktiven Dialog zu führen - und Gott bewahr: Fakten anzuerkennen

  • Jalella

    Einfache Antwort: Das Demokratieverständnis einer jeden antidemokratischen Partei. Die Regierung wischt sich doch sowieso schon den Hintern mit dem Grundgesetz - bevorzugt Artikel 1, 15,16,21). Ein Innenminister, der Gerichtsurteile ignoriert und Recht bricht. Wo das nicht reicht, werden einfach verfassungswidrige Gesetze erlassen, bis das Verfassungsgericht die kippt, kann man ja fröhlich weiter marodieren.

    Es wird laufen wie in Frankreich. Millionen protestieren, ein paar hundert Randalierer finden sich immer. Und auf die werden sich Politiker und Presse exzessiv stürzen, so dass niemand mehr über die berechtigten Gründe der Proteste redet. Wenn alles nicht hilft, diffamiert man sie als Antisemiten und unterstellt ihnen KOntakte zu Clan-Kriminalität.

    Oder: sind Schüler nich eigentlich auch so eine Art "nicht neutrale" NGO, die der Verfassungsschutz bespitzeln muss? Blödsinn, macht er sicher längst.

    Bloß so eine Vermutung.

    • Filburt

      @Jalella:

      Welches verfassungswidrige Gesetz meinen Sie? Den von "fröhlichen Marodierern" erlassenen Berliner Mietendeckel?

    • Selbstauslöser

      @Jalella:

      👍🏼👍🏼

  • Agarack

    "Man glaubt den Or­ga­ni­sa­to­r*in­nen schlichtweg nicht oder gibt ihrem Bekenntnis unzureichenden Wert, weil sie unterwandert werden könnten."



    ... und, weil sie sich in den letzten Wochen wiederholt mit den Protesten in Frankreich solidarisiert haben. Das ist schon ein nicht ganz unwichtiges Detail.

    Ich persönlich bin noch nicht überzeugt, ob eine solche Großdemo in Zeiten europäischer Unruhen wirklich klug ist. Ich wäre auch sehr zurückhaltend mit den empörten Kommentaren (in beide Richtungen), ehe die Demos tatsächlich passiert sind. Fest steht, dass Schüler*innen natürlich das Recht haben zu demonstrieren. Fest steht aber auch, dass in diesen Zeiten eine solche Veranstaltung ein Risiko der (auch massiven) Eskalation beinhaltet, das definitiv größer als 0 ist. Ich halte es also für das Klügste, erstmal abzuwarten, was passiert, und bis dahin die Empörung - in alle Richtungen - erstmal in der Schublade zu lassen.

    • Klabauta

      @Agarack:

      Die Proteste in Frankreich liefen zum überwiegenden Teil friedlich ab. Dass wir in den Medien nur brennende Autos oder eingeschlagene Scheiben präsentiert bekommen, ändert daran nichts.

    • Albert Rumm

      @Agarack:

      Und warum sollten sie sich nicht mit den Protesten in Frankreich solidarisieren? Die Sorgen der Gen Z sind (mit kleinen Unterschieden) analog, egal ob hüben oder drüben des Rheins. Wer denkt, man solle sich nicht mit den Demonstrationen in Frankreich solidarisieren, redet denen das Wort, für die die Gewaltbereitschaft der Wenigen die berechtigten Anliegen der Vielen deligitimiert. Wenn wir es mal schaffen würden, da ein bisschen schärfer zu unterscheiden, hätten's die rechten Demagogen vielleicht ein bisschen weniger leicht mit ihrer Teile-und-Herrsche-Strategie...

  • Duplozug

    Das die Union eine alte Leute Partei ist, ist nun wirklich nichts neues. Außer auf dem Land gibt es kaum Nachwuchs.



    Aber, man kann die Sorgen schon verstehen.



    So zu tun als ob es ok wäre einfach zu warten bis die Proteste so eskalieren wie in Frankreich ist keine Option. Wenn man sich erinnert, in Frankreich haben sie auch friedlich begonnen.



    Und wir haben zwar sowas von der Qualität zum Glück hier nicht gesehen, aber auch die "Demonstrationen" zum ersten Mai eskalieren ja regelmäßig in Berlin oder Hamburg.



    Oder die gewisse "eventszene" die in Stuttgart randaliert hat weil sie "nicht Party machen konnten".

    Ich kann jedem Linken nur sagen, solche Exzesse gehen nach hinten los. In Frankreich wird das dazu führen, dass die Mitte Le Pen zum Präsidenten wählen wird. Und Deutschland ist noch ordnungsaffiner. Außerhalb der Berliner Großstadt Blase wird das nur die AfD stärken und zu noch mehr Law and Order Politik führen.



    Und ich sage es ganz klar. Ausschreitungen und Plünderungen gehören auch verfolgt.

    • Klabauta

      @Duplozug:

      Vielleicht sollte man ein staatliches Gütesiegel für Demonstrationen einführen? Der blaue Demoengel?



      Oder eine Zertifizierung durch das BMI?

    • nihilist

      @Duplozug:

      Hervorragender Punkt. Da die meisten Ausschreitungen als friedliche Proteste begonnen haben, sollte man sicherheitshalber einfach friedliche Proteste verbieten. Sonst hilft man nur der AfD.

    • schoenix

      @Duplozug:

      Gemäß der Meinung mancher stärkt sogar atmen die AfD.

      • LinksRechtsMitte

        @schoenix:

        Duplozug scheint aber hier Recht zu haben. Klar, sind auch linke Kräfte wieder am Wachsen. Aber: Die Punkte, welche die Linke in Deutschland gewinnt, hat sie einfach von der SPD und Grünen geklaut. Auch im globalen Schnitt ist eher eine Übermacht in die rechte Richtung zu beobachten.



        Schlicht auch, weil sauer und wütend sein so einfach ist. Das haben Menschen wie Donald Trump oder die AfD ja wunderbar einfangen können. Das einzig gute ist, dass Donald Trump sich mittlerweile selbst entzaubert hat, nachdem aber viel Porzellan zerschlagen wurde. Wir haben die AfD noch nicht in dieser Verantwortung oder wie in Frankreich Madame Pen. Die konnten sich noch nicht entzaubern.



        Und wenn nun ein im Kern linker Protest solche Ausschreitungen mit sich bringt... ja dann wird es am Ende auf das Konto der AfD einzahlen. Punkt.

      • Troll Eulenspiegel

        @schoenix:

        Eben. Der Drops ist bereits gelutscht, die Bevölkerung ist derweilen so gespalten durch die Fehlentscheidungen der neoliberalen Politik der CDU und SPD, dass die AfD garnichts machen muss, und kriegt trotzdem 40%.

        Da haben die Linken garnichts damit zu tun. Siehe USA, wo das, was bei uns Mitte ist, da drüben Sozialismus heißt. Da drüben sind Linke nicht einmal ansatzweise vorhanden, trotzdem erhob sich der Faschismus aus dem Boden. Nein, den Linken kann keine Schuld gegeben werden, egal ob Gewalt im Spiel ist oder nicht.

      • AliceMirrow

        @schoenix:

        Am Falle Le Pen kann man doch sehen, dass die Rechten durch Plünderungen und Ausschreitungen zulegen.

  • Hugo

    " Also schlägt die Junge Union etwa vor, direkt die Bundeswehr einzusetzen"



    War wohl "nur" die Berliner, der Fairness halber sollte mensch ned suggerieren, daß die versammelte Konrad-Adenauer-Stiftung so drauf ist.

  • Martin Rees

    Die Vorboten des Niedergangs der Zustimmung für die Konservativen seitens der Jugend beschäftigen die Fachleute schon länger: Die CDU hat schon lange nicht mehr die richtigen Antworten parat.



    Bereits !2024 b. zeit.de



    "Mehr Zugewandtheit, bitte!



    Unions-Chef Friedrich Merz hat Jugendwahlrecht und Jugendstrafrecht im Zusammenhang gestellt. Damit treibt er junge Menschen erst recht von der Politik weg."



    Weiter dort:



    "Man könnte zukunftsgerichteter auftreten, allgemein zugewandter sein. Zum Beispiel sagen: Lasst uns darüber sprechen, ab wann man als junger Mensch in unserer Gesellschaft Verantwortung übernehmen sollte..."



    Und dann:



    "Gleichzeitig müssen viele von ihnen jeden Tag erleben, wie gerade in den Schulen durch schlechte Planung und Personalpolitik oder unaufholbare Rückstände wie in der Digitalisierung täglich ihr Recht auf Bildung missachtet wird. Solange das der Fall ist und solange Politiker sich altväterlich über „die Jugend“ mokieren, solange man sich nicht zu wundern braucht, dass sich junge Erwachsene von dieser Art der Politik abwenden. Vertrauen, das sich in Wählerstimmen zeigt, kann man nicht von Menschen erwarten, denen man selbst kein Vertrauen entgegenbringt."



    2024!

    • Oleg Fedotov

      @Martin Rees:

      " Damit treibt er junge Menschen erst recht von der Politik weg." -werden junge Menschen nicht schon durch die Altersstruktur der Parteien, deren allgemeine Struktur und auch der Möglichkeit, als junger Mensch dort etwas zu bewirken, abgeschreckt?



      "Rückstände wie in der Digitalisierung täglich ihr Recht auf Bildung missachtet wird." -man kann (vielleicht sogar noch besser, ganz klassisch auch aus Büchern lernen. Nur weil der PC/Beamer in der Klasse schon älter ist, hat dies keine Einschränkung auf den Lernerfolg. Der hängt nämlich immer noch vom Schüler selbst und auch von Lehrkräften, welche motivieren können, ab. Nicht von der Technik und Ausstattung.



      "Vertrauen, das sich in Wählerstimmen zeigt, kann man nicht von Menschen erwarten, denen man selbst kein Vertrauen entgegenbringt." -Zustimmung. Aber leider haben viele dieser Bewegungen bisher nur Forderungen gestellt, ohne auch aufzuzeigen (was zwingend dazu gehört), wie dies realistisch und gesetzeskonform umgesetzt werden kann. Mit vorhandenen oder erreichbaren Mitteln und nicht mit linken/rechten/grünen Wunschträumen.

  • Stefan Schmitt

    Als ob es hier nur um die Gen Z ginge. Als ob ich am 31. auf dem Sofa sitzen und meine Arthritis pflegen würde, statt mich mit den Jungen auf die Straße zu stellen.

    Der Blick nach Serbien macht Mut. Wer seit Jahrzehnten keine überzeugenden Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit findet, von Klimawandel über Bildungsgerechtigkeit bis zur sozialen Ungleichheit, darf sich nicht wundern, wenn die Menschen irgendwann selbst aktiv werden.

    Es ist höchste Zeit, dass wieder demokratische Bewegung in dieses verkrustete System kommt. Dass Menschen erkennen, welche Macht sie haben, wenn sie sich zusammentun und ihre Interessen selbst vertreten.

    Denn die Volksvertretung droht zunehmend zur Farce zu werden.

    Ein Blick nach Berlin genügt: Wie dort mit dem Volksentscheid umgegangen wurde und mit welcher Nervosität nun versucht wird, auch einen zweiten Bürgerwillen zu unterlaufen, zeigt, wie wenig selbstverständlich es offenbar geworden ist, demokratische Entscheidungen tatsächlich zu respektieren.

    • aujau

      @Stefan Schmitt:

      31.10.2026 14 Uhr Brandenburger Tor. Wir sehen uns beim Oma- und Opablock.

  • Angst Hase

    Elitäres Gehabe. Das einzig Gute an der Sache ist, dass es doch recht klar wird auf welcher Seite große Teile der CDU stehen. Nämlich auf der rechten und finanzstarken Seite. Wie reflexartig die Linke in Berlin boykottiert und dämonisiert wird und wie abgehoben volksfern prophylaktisch Zehntausende Schüler*Innen der Mund verboten werden soll, so hätte man sich eine klare Positionierung zu dem



    rechten Quatsch der AfD gewünscht. Aber das zeigen die Zeiten heute. Teile der Union stehen der AfD näher als der Linken und das Istrien ganz gravierender Fakt. Das darf man jetzt so anerkennen und sollte man auch nicht wieder vergessen. Der Zeitgeist des Sozialen und die Zeiten der wahren Mehrheit wird kommen und dann wird sich auch die Union wieder als „Volkspartei“ verkaufen. Nur muss sich dann erinnert werden auf wessen Seite sich diese Partei in Zeiten des Wandels und in Zeiten der Unsicherheit geschlagen hat.

    • E.W.

      @Angst Hase:

      bravo!

  • Bolzkopf

    "Wenn es nach der Union geht, sollten die „Gen Z regelt“-Proteste verboten und die Bundeswehr eingesetzt werden. Was ist das für ein Demokratieverständnis? "

    Ganz einfach: Das ist genau das Demokratieverständnis der Unionen (vulgo: der Schwatten).



    Nur dass sie das in der Vergangenheit immer schön kaschiert und verklausuliert haben.

    Aber seit "Berlin" müssen sie ihrem Klientel zeigen was sie für eine Harke sind und daher ... sie lesen und hören es ja selbst ...

  • pablo

    Wer sind hier eigentlich die wahren Extremisten? Mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung haben es CDU/CSU sowie SPD auch nur wenn es ihnen gerade passt.

  • Evi Holtendorp

    Lustig finde ich auf der Seite der BSK die Pressemitteilungen:



    "BSK distanziert sich von den Protesten am 31.10.2026" am 24.10., "BSK solidarisiert sich mit Schüler*innenprotesten in Frankreich und fordert Investitionen in Bildung" am 15.10..



    Oder vielleicht doch eher traurig.



    (Die Stellungnahmen sind natürlich deutlich differenzierter als diese Überschriften, und Vorbehalte wegen "undurchsichtiger Organisationsstrukturen" kann ich verstehen.)

    • commonsense444

      @Evi Holtendorp:

      Die haben btw ihre undurchsichtige Struktur mit Selbstschutz begründet, was ich absolut verstehen kann. Die Medien und rechte Hetzer würden die Leute privat nicht mehr in Ruhe lassen.

  • Isnunmalso

    Mit dieser Forderung der CDU hat diese Partei eindeutig gezeigt, dass Sie sich nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetztes befindet. Sie hat ganz klar die Gewalt gestartet. Erinnert mich an die "Hexe" aus der Alternative, die Geflüchtete an der Grenze zur Not erschiessen lassen wollte, egal ob Frauen oder Kinder. Die ist keine Volkspartei mehr...sie ist eine lose Ansammlung (nicht alle!) von fragwürdigen Charakteren. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte...seit ich diese Forderung las.

  • Axel Schäfer

    Der Bundeswehreinsatz war ja wohl auch nur von einem Berliner JU Verband gefordert worden, was ja zum einen auf deren wirres Weltbild und auch die Bildungsmisere in Berlin hinweist. Die haben als Verfassung und Gewaltenteilung dran war wahrscheinlich alle gefehlt.



    Am besten nicht irre machen lassen und schön protestieren und wer die Demo anmeldet sollte sich vielleicht auch einfach mal die Nummern mit der Einsatzleitung der Polizei austauschen, damit man Provokateure die die Veranstaltung vielleicht zu kapern versuchen verpetzen kann. Das wäre jetzt eine echte Bewährungsprobe für die Polizei, das sie nicht nur reden kann, dass hier alle besser ausgebildet sind als in Frankreich, sondern es auch zeigen.



    Andernfalls eher wieder ein Grund mehr für Protest.

    • pumble

      @Axel Schäfer:

      Wenn Äußerungen irgendeines linken Jugendverbandes andauernd auf die Gesamtheit der Linken übertragen werden können, geht das mit der JU genauso.

    • Klabauta

      @Axel Schäfer:

      Mein Eindruck nach dem Besuch der Webseite genz-regelt.de/ ist, dass die Organisator*innen ziemlich gut vorbereitet sind. So organisiert waren wir "damals" nicht :-)

  • Leo Onlin

    Wofür oder wogegen geht die GenZ denn nun auf die Straße? Welche Inhalte sollen denn mehr Beachtung als die eventuelle Gewalt finden? Für ein rein jugendliches Dagegen sind die meisten potentiellen Teilnehmer doch wohl zu alt. Also worum geht es?

    Ein „alles soll besser werden“ ist doch wohl intellektuell zu wenig.

    • aujau

      @Leo Onlin:

      Es geht u.a. um die Verbesserung der Bildungsstrukturen, gegen Wehrpflicht, gegen extrem zu hohe Mieten, gegen die zu hohen Lebenshaltungskosten.

    • commonsense444

      @Leo Onlin:

      Man könnte auch 2 Minuten googlen, statt mit Unterstellungen zu arbeiten.



      Die Forderungen sind:



      1. Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie statt Kürzungen.



      2. Ein bezahlbares Leben.



      3. Lasten gerecht verteilen, statt bei der jungen Generation zu sparen.



      4. Nein zur Wehrpflicht.



      5. Grundrechte schützen, statt die Überwachung auszubauen.



      6. Konsequenter Klimaschutz, damit wir eine Zukunft haben.

    • PartyChampignons

      @Leo Onlin:

      Es geht um eklatante Probleme im Bildungswesen von denen man , wenn man Kinder hat oder Leute mit Kindern kennt, eigentlich schonmal gehört haben sollte. Reicht ihnen das interlektuell?

    • Klabauta

      @Leo Onlin:

      Hier die Forderungen zum nachlesen:

      genz-regelt.de/#forderungen

      • Leo Onlin

        @Klabauta:

        Ja, genau die meine ich doch! Das sind alles Allgemeinplätze. Es werden Probleme beschrieben, die auf die Politik der letzten Jahre zurückgeführt werden kann.



        Könnte fast so im AfD-Programm stehen, wenn man als Ursache für den Mangel an Geld im System die Kosten der Migration und den teuren Klimaschutz benennen würde.



        Stattdessen ein „die Reichen und die Konzerne sind schuld“, das greift zu kurz und muss geradezu in revolutionärer Gewalt enden.

    • Der dreckich Katz

      @Leo Onlin:

      Kurze Recherche im Netz - genz-regelt.de/



      Direkt auf der ersten Seite die Forderungen und ein Download des Positionspapiers.

      • Leo Onlin

        @Der dreckich Katz:

        Das sind keine klaren Forderungen sondern ein klassisches Jammern über den Zustand der Welt.

  • Marci Schiavone , Autor*in ,

    "Das ist nicht zulässig!", schrie Merz wie ein fehlgeleiteter Verfassungsrichter kürzlich schon diesem lächerlichen JU-Haufen entgegen, bezogen auf die Sondierungsgespräche zwischen Grünen, SPD und Linken in Berlin. Das passt genau zum "Demokratieverständnis" dieser Leute, wie es Adefunmi Olanigan andeutet - es ist nicht (mehr) vorhanden. Das sind autoritäre Rechte bis Rechtsextreme (Dobrindt schwafelte schon 2018 von einer neuen "Konservativen Revolution", die es brauche usw.), die Angst haben, dass die neoliberale "Ordnung" (Oligarchie), der sie sich hochgedient haben, zusammenbricht.



    Das Gefängnis, das diese "Ordnung" z.B. für die über 20 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in diesem Land bereithält, fasst Olanigan treffend: "Die Vorstellung, dass junge Menschen in großen Massen auf die Straße gehen und aber anders als Fridays for Future nicht nur ein weißes Bildungsbürgertum abbilden, wird als Bedrohung verstanden. So können migrantisch gelesene Personen mal wieder nur verlieren. Sie bleiben entweder stumm oder werden als potenzielle Gewaltquelle abgestempelt."



    Ansonsten ist hier bereits alles gesagt:



    taz.de/Gen-Z-regelt-Proteste/!6223733/

     

  • Sonnenhaus

    Da die cdsU von der AfD unterwandert ist und die Gewaltbereitschaft seint Jahren zunimmt, und das nicht nur im Migrationsbereich, sondern sich auch mit Clan-Kriminellen einlässt werden diese Parteien zunehmend eine Gefahr für unser Land. In den letzten Wochen werden zunehmend Vorhaben öffentlich gemacht, welche dem Grundgesetz und unserem Rechtsstaat, sogar der Gewaltenteilung widersprechen. Die politische Mitte nimmt scheinbar zunehmend autoritäre Züge an. Von Demokratie ist immer weniger sichtbar. Dabei werden diese Parteien dafür oder tragen sie im Parteiname. Als Markenzeichen? Es wird Zeit für einen politischen Wechsel mit echtem Demokratieverständnis, so wie es nach der Wahl in Berlin gestartet ist. Nur so hat unsere Jugend und damit unser Land eine Zukunft. Lasst uns "Gen Z regelt" unterstützen, um unsere Demokratie zu bewahren, bevor sie die Union und die SPD zerstört haben.

    • E.W.

      @Sonnenhaus:

      Ja, genau! Auf geht`s Boomer, auf zu den Demos

  • Desdur Nahe

    "...schlägt die Junge Union etwa vor, direkt die Bundeswehr einzusetzen."



    Zur Präzisierung: Es war der Kreisverband der Jungen Union Berlin-Mitte.



    Klingt aber natürlich weniger dramatisch als "Wenn es nach der Union geht, sollte ... die Bundeswehr eingesetzt werden".

    • commonsense444

      @Desdur Nahe:

      Also Bundeswehr in Berlin ist okay?

    • Josef 123

      @Desdur Nahe:

      Tja, Jugendorganisationen in Berlin. Die einen so, die anderen so:

      "Die Jugendorganisation der Berliner Partei Die Linke hat die Polizei im Zusammenhang mit einer Demonstration online verbal angegriffen und als "kriminellen Clan" bezeichnet. Bei der Demonstration von Schülern und anderen Teilnehmern gegen die Wehrpflicht am Freitag habe "ein krimineller Clan, mit Pistolen, Quarzhandschuhen, Knüppeln und Pfefferspray ausgestattet", die Demonstranten schikaniert. Gemeint sei damit "die Berliner Polizei", heißt es in einem am Samstag geposteten Instagram-Beitrag der Linksjugend Solid Berlin." (rbb 24, So 27.09.2026, 21:12 Uhr).



      Das scheint völlig ok zu sein, zumindest habe ich hier noch nichts Negatives zu diesen Aussagen der jungen Linken gelesen.

      • Encantado

        @Josef 123:

        "Tja, Jugendorganisationen in Berlin."



        Da muss irgendwas im Trinkwasser sein oder so...

  • mad11

    „Wenn es nach der Union geht, sollten die „Gen Z regelt“-Proteste verboten und die Bundeswehr eingesetzt werden. Was ist das für ein Demokratieverständnis?“

    Der Unterschied zur AfD wird täglich kleiner. :-( Es ist unglaublich schade, wenn die CDU eine starke und pluralistische Zivilgesellschaft offenbar zuerst als Bedrohung wahrnimmt (wie ja schon bei der Diskussion um „Demokratie leben“). Je weiter sich die Union der AfD annähert, desto mehr Zuspruch wird sie verlieren.

    Soweit ich weiß, ist diese Erkenntnis mittlerweile sogar wissenschaftlich belegt. Im Sinne einer pluralistischen Gesellschaft kann man der Union nur wünschen, dass sich diese Erkenntnis noch rechtzeitig durchsetzt – bevor sie bundesweit ihre Bedeutung verliert.

    Es klingt durchaus einleuchtend für mich, dass die Union aus Angst heraus so agiert. Doch ist Angst grundsätzlich kein kluger Ratgeber – und hier könnte sie erst zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden.

    Dabei haben wir doch zuletzt in Serbien gesehen, dass ein friedlicher Protest der Jugend möglich ist – und etwas verändern kann. Ich hoffe und vertraue auf die Aktivisten, dass sie ihren Protest friedlich auf die Straße tragen.

  • Sole Mio

    Ich finde es gut, dass die Gen-Z friedlich demonstrieren möchte und es hoffentlich auch tut.

    Schrecklich jedoch finde ich, wenn sich kriminell orientierte Personen diese zu ihrem Nutzen machen, jenen soll die Polizei mit der nötigen Härte entgegentreten.

    Aber was mich wütend macht, sind Personen, auch in der TAZ, die diese friedlich demonstrierenden demotivieren und ihnen vermitteln wollen, das Gewalt durchaus dazu gehört!

    • Klabauta

      @Sole Mio:

      Da sind Sie ja voll auf den Zug mancher Politiker*innen aufgesprungen.



      Die taz demotiviert "diese friedlich demonstrierenden"? Echt schräg, Ihre Wahrnehmung.

      • Encantado

        @Klabauta:

        "Die taz demotiviert "diese friedlich demonstrierenden"? Echt schräg, Ihre Wahrnehmung."



        Jede Person, die Gewalt rechtfertigt, unterminiert friedliches Demonstrieren. So geschehen auch hier in der taz, leider. Sollten Sie das nicht wahrgenommen haben, sollten Sie etwas gerader gucken, sorry.

  • Aurego

    Der Union droht die Auflösung von rechts, aber sie schlägt nach links. Typisch, aber so sind sie halt. Daher sollten intelligente Mitbürger Parteien wählen, die irgendeine Art von Zukunftsperspektive bieten. AfD und CDU/CSU können das offensichtlich nicht. Die einen wollen das Rad 200 Jahre zurückdrehen, die anderen 20 Jahre. Beide klammern sich an einer vermeintlich besseren alten Zeit fest. Wie heißt es so nett in einer älteren bayerischen Fernsehserie? "Es war eine liebe Zeit, die gute alte Zeit, vor anno 14, in Bayern gleich gar. Damals hat noch seine königliche Hoheit, der Herr Prinzregent regiert, ein kunstsinniger Monarch, denn der König war schwermütig. Das Bier war noch dunkel, die Menschen waren typisch, die Burschen schneidig, die Dirndl sittsam und die Honoratioren ein bisserl vornehm und ein bisserl léger. Es war halt noch vieles in Ordnung, damals. Denn für Ordnung und Ruhe sorgte die Gendarmerie und für die Gerechtigkeit das Königliche Amtsgericht."

    Aber gab es die "gute alte Zeit" wirklich oder ist sie nur ein Produkt unserer Phantasie? Und natürlich fand man zu jeder Zeit seit Platon das Benehmen der jungen Leute ungebührlich und auch sonst vollkommen unpassend.

    • aujau

      @Aurego:

      Im Vorspann wurde auch gesagt: "Trotz der Vorkommnisse."



      Die "gute alte Zeit" war eine Zeit, zu der Aufzählungen von Unrecht und Gewalt zur Genüge erbracht werden können.

  • ImInternet

    Viele junge Menschen wissen gar nicht, wie Politik und Protest funktionieren, und ich denke, das war auch immer so, seit wir diese Form der Demokratie haben. Je nach Schicht. Sie sind zum Teil so aufgewachsen, dass es "die da oben" gibt, mit denen nicht zu reden ist und die allmächtig erscheinen. Sie kommen größtenteils gar nicht auf die Idee, etwa Kontakt zu einem Lokalpolitiker aufzunehmen, wenn es keine Freizeitangebote gibt oder die (Hoch-)Schule bröckelt. Sie begreifen nicht, dass auch sie in die Politik gehen könnten, und was man eigentlich alles bedenken muss. Und dann kommt da über soziale Medien die Meldung, dass in anderen Ländern mit Gewalt viel erreicht werden könne, um denen da oben den Unmut zu zeigen oder ja, auch nur auf der Nase rumzutanzen. Und das begleitet sie wohl zum Teil ein Leben lang.

    Es ist wichtig, dass man frühzeitig verhindert, dass eine Gewaltspirale entsteht. Aber wenn man nur darauf eingeht und nicht darauf, dass es tatsächlich Probleme gibt, die angegangen werden müssen und auch wie man diese angehen will, ja dann befeuert man das doch auch wieder nur.

    • Klabauta

      @ImInternet:

      Es gibt ein Demonstrationsrecht, das wahrzunehmen jeder*/jedem Bürger*in zusteht. Im Vorfeld Gewalt herbeizureden ist der perfide Versuch, die Jugendlichen einzuschüchtern. Da muss jemand so richtig Angst haben...

      Die Erfahrung der Selbstermächtigung, das Gefühl, nicht alleine zu sein und gemeinsam etwas bewegen zu können, kann einen das ganze Leben begleiten und wird sicher auch die Eine oder den Anderen ermutigen, den langen Marsch durch die Institutionen anzutreten.

    • Der dreckich Katz

      @ImInternet:

      Jugendlichen einfach Ahnungslosigkeit vorzuwerfen ist mir zu simpel. Es gibt eine Vielzahl junger Menschen, die sehr engagiert ihre Meinung vertreten und auch die vorgesehenen Wege zur politischen Beteiligung nutzen.



      Natürlich gibt es auch welche, die politischen Themen ausgesprochen desinteressiert begegenen. Aber ist das bei der älteren Generation 50+ anders?

  • Wunderwelt

    Eijeijei..







    Da haben wohl ein paar altgediente Politiker mächtig Schiss, wenn sie schon im Vorfeld ihren Gewaltphantasien soviel Raum geben.



    Man könnte auch von Panik und Hysterie sprechen..







    Vlt wird dann nach der Warnung vor einer Klima-RAF, demnächst vor einer Jugend RAF gewarnt..







    Das alles ist komplett irrational und taugt, wenn überhaupt, nur dazu Gewalt und Krawalle geradezu herbei zu reden. Aber vlt steckt dahinter ja auch eine perfide Strategie..?







    Wie dem auch sei. Wenn "Druck auf dem Kessel" ist, hilft es halt immer nur kurzfristig, die Öffnungen zu verschließen..







    Und die jungen Menschen werden sehr genau registrieren, wer jetzt wie auf ihre berechtigten Forderungen reagiert. Insofern scheint, allen voran die cdU, sich mittelfristig ihr eigenes Grab schaufeln zu wollen.







    Gut..wenn sie das unbedingt wollen, sollen sie in genau dieser Tonart weiter verfahren.







    Denn offenbar gilt auch hier der Satz:







    -> *Angst frisst Hirn*..

  • Warim Wilke

    Die CDU, Gefahr laufend obsolet zu werden, gibt ein armseliges Bild ab. Es wäre nicht schade drum, wäre die selbsternannte "Alternative" nicht noch schlimmer.

    Guter Beitrag jedenfalls.

    • Evi Holtendorp

      @Warim Wilke:

      Warum "selbsternannte Alternative", aber CDU ohne "selbsternannt"? Oder ist "Christlich Demokratisch" etwa eine objektive Beschreibung dieser Partei? Ich zweifele.

    • mad11

      @Warim Wilke:

      „Es wäre nicht schade drum, …“

      Sicher? Auch, wenn ich persönlich anders denke, finde ich eine konservative Partei im politischen Diskurs gut und wichtig. Wobei zur Wahrheit gehört, dass die Union unter Herrn Merz tatsächlich nicht mehr die konservative Stimme im Diskurs ist, die wir dringend bräuchten.

      • aujau

        @mad11:

        Da sagense was.

      • commonsense444

        @mad11:

        Die jetzige SPD reicht als konservative Partei

      • Kaboom

        @mad11:

        Die CDU hat sich für einen Kandidaten entschieden, der schlicht und ergreifend nicht das Format hat, Bundeskanzler zu sein. Wenn man sich aber ansieht, wer da gerade aus der 2. und 3. Reihe meint, seine geistigen Ergüsse in der Öffentlichkeit zum Besten geben zu müssen, kann man nur konstatieren, dass auch nichts nachwächst. Rhein oder Hagel sind nur die beiden prominentesten Beispiele für CDU-Funktionäre, die nicht mal in die Nähe der Macht kommen sollten. Prien und Reiche sind weitere Beispiele. Das ist alles nichts.

    • Hans Hauke

      @Warim Wilke:

      Die CDU scheint aus der Zeit gefallen.....

  • Hans Dampf

    Auf dass es friedlich bleibt!



    Endlich steht die Jugend auf und geht nicht für für "FFF", sondern auch anderer eigener, direkter politischer Anliegen auf die Straße. Das habe ich so seit der Studentenproteste und die gegen den NATO-Doppelbeschluss 1981 in Bonn nicht mehr erlebt, welcher übrigens trotz 300.000 Teilnehmer total friedlich war. Und genau darauf sollten die Demonstranten achten, dass sie jegliche vermummten Personen in ihren Reihen nicht dulden. Ihr habt genug Gründe für eure Zukunft auf die Straße zu gehen, die Demo ist notwendig und richtig. Sorgt dafür, dass sie friedlich bleibt, so es irgend-möglich durch euer Zutun geht.

    • E.W.

      @Hans Dampf:

      gleiche Generation gleiche Meinung! Danke Hans Dampf!

    • Marcelo

      @Hans Dampf:

      Nur die Themen wofür sie auf der Straße gehen ist Großstadt privilegiert! Hinzu kommt mit zwei begriffen bzw. Bild wird direkt die Mehrheit der Jugendlichen gesagt, ihr seid unerwünscht. Welche das sind, kannst dir ja denken

    • Sam Spade

      @Hans Dampf:

      Klassischer "Revolution ja, aber nur mit Bahnsteigkarte" Text.

      Die Demonstranten nehmen ihr Demonstrationsrecht war und sind keine Hilfsordner die "vermummte" von der Demo entfernen. Das Demonstrationsrecht gilt übrigens auch für diese Gruppe. Generell ist die deutsche Gewaltdiskussion im Zusammenhang mit Demonstrationen dermaßen bieder, das es einen graut.

      Massen neigen nunmal unter Stressfaktoren zur Deindividuation. Und wenn die Staatsgewalt provoziert oder gar eskaliert, dann kann die Gegenreaktion schonmal in Gewalt ausarten. Das es von Seiten der Demonstranten auch Gruppen gibt die der Gewalt nicht abgeneigt sind - geschenkt.

      Wer das zum Anlass nimmt um Massenkundgebungen im Vorfeld verbieten zu wollen, der müsste auch die Austragungen von Bundesligaspielen verbieten. Da ist jedes Wochenende mehr Gewaltpotenzial in deutschen Landen unterwegs als es bei irgendeiner Demo jemals der Fall war.

      Beim Fußball kräht kein Hahn danach bei einer Schülerdemo heisst es allenthalben "Keine Gewalt - Hauptsache friedlich". Als ob das der Kern einer Demo wäre.

      Das ist ebenso lachhaft wie die Forderung nach der Bundeswehr im Inland.

      • sociajizzm

        @Sam Spade:

        Nicht nur bei Fußballspielen, auch bei anderen Protesten.



        .



        Anstelle der Forderungen wird sich auf Protestmittel und einzelne Gewaltexzesse fokussiert.



        .



        Gutes Beispiel zum Vergleichen ist der Umgang mit den Bauernproteste und LG. Sehr ähnliche Protestmethoden, aber sehr unterschiedliche Reaktion von Politik, Justiz, Polizei und Medien.



        .



        Das hat dann auch am Ende große Auswirkungen auf die gesellschaftliche Wahrnehmung.

      • commonsense444

        @Sam Spade:

        gesprochen wie ein Löwe!

      • Hugo

        @Sam Spade:

        "Als ob das der Kern einer Demo wäre."



        So als knapp 50-järiger Eingeborener; des interessiert hier irgendwie so richtig keinen Menschen im "Normalvolk", außer es geht um Trecker und Windräder.

    • Sonnenhaus

      @Hans Dampf:

      Da wird dann wohl die Junge Union für Unruhe sorgen.

    • Sole Mio

      @Hans Dampf:

      Dem schließe ich mich an!

  • realnessuno

    Ich wünsche allen Protestierenden dass sie sich nicht von einer urbürgerlichen "Gewaltdiskussion" lähmen lassen und dass sie die Agents-provocateurs früh genug erkennen und entsprechend behandeln :-)

    Es ist schändlich diejenigen Leute anzugreifen die wenigstens noch etwas TUN und nicht ausschließlich auf ihrem Popo herumsitzen wollen. Wir benötigen dringendst fähige Politiker, wenn möglich Leute mit Erfahrung, keine Juristen und Berufsdarsteller!

    • Martin Rees

      @realnessuno:

      "Agents-provocateurs früh genug erkennen und entsprechend behandeln..."



      Mich wundert es nicht, wenn seitens der "Gegenpartei", also aus dem Unionslager, jetzt auch Verschwörungstheorien verbreitet werden mit den "üblichen Verdächtigen" und den gewöhnlich revozierten Forderungen. Die "ancienten" Blaupausen sind evident:



      2013 zu dem Thema Gewalt und Prävention



      "EGMR zum Präventivgewahrsam



      Auch ein Hoo­ligan muss fried­lich bleiben



      von Dr. Sebastian Söllner"



      www.lto.de/recht/h...bringungsgewahrsam



      Die angestrebte und öffentlich annoncierte Vorabkriminalisierung der Jugend kann das Menetekel der Konservativen werden...



      Es fällt vielen Politiker*innen offensichtlich schwer, in eine Deeskalationstreppe durch einen neuen konstruktiven Dialog einzusteigen, schon die Wortwahl mit Abwertung macht Barrieren höher und schürt die angestaute Wut, wie die Erfahrung lehrt, seit Jahrtausenden, denn: Legendäre Konflikte mit der Jugend gab's schon in der Antike.

    • Axel Schäfer

      @realnessuno:

      "... fähige Politiker, wenn möglich Leute mit Erfahrung, ..." Ja und vor allem auch mit Erfahrung aus der realen Welt und nicht nurvon Blackrock, JU, JUSOS oder dem Hinterzimmer der Nazikneipe.

  • Newjoerg

    Wenn es erst mal zu Gewalt und Gegengewalt gekommen ist, ist der Diskurs zerstört und es bleiben die gegenseitigen Beschuldigungen, wer damit begonnen hat. Und da aus Gewalt noch nie Gutes hervorgegangen ist, ist Gewalt immer das Problem.

    • Angst Hase

      @Newjoerg:

      Spielen sie nicht das Spiel der Union mit. Es ist noch überhaupt garnicht zu Gewalt gekommen. Und wenn von 100000 500 gewalttätig sind, sollte man den anderen 95500 trotzdem zuhören.

      • Šarru-kīnu

        @Angst Hase:

        Gilt das dann auch für Demos in meiner ostdeutschen Heimat? Hier bei uns reichte ein 10 Sekundenvideo ohne sichtbare Straftat um alle Demonstrierenden in einen Sack zu stecken und wochenlang über Hetzjagden und Pogrome zu berichten. Irgendwie ist die aktuelle Berichterstattung so ganz anders und verständnisvoll. Wir sind hier auch abgehängt und sozial benachteiligt werden aber medial ganz anders bewertet als die Einwohner der Banlieus. Ein Schelm der Arges dabei denkt.

    • pablo

      @Newjoerg:

      Ist es nicht schon gewalttätig das man die jugen vernachlässigt bei dem Wissen auf welche Katastrophe deutschland und die welt sehenden Auges ungebremst zu laufen und ein Herr Merz lieber noch mehr Öl verbrennt auf das die tropischen Korallen vor Helgoland heimisch werden

      • commonsense444

        @pablo:

        Ja ist es. Aber Staat vom Gewalt wird selten als solche identifiziert.

    • mad11

      @Newjoerg:

      Hier scheint mir der Diskurs durch die Androhung von Verboten und staatlicher Gewalt aber schon vergiftet, obwohl die Aktivisten sich von vorn herein und ausdrücklich von Gewalt distanzieren. Was können sie vor dem Protest denn noch tun, damit man ihnen überhaupt einmal die Chance lässt, zu beweisen, dass sie ihren Gewaltverzicht ernst meinen? Diese Vorverurteilung empfinde ich als sehr ungerecht.

    • Herma Huhn

      @Newjoerg:

      Die Frage, wer mit der Gewalt begonnen hat, ist obsolet, wenn es von der einen Seite noch gar keine Gewalt gegeben hat.

      • rero

        @Herma Huhn:

        Von beiden Seiten hat es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Gewalt gegeben.

        Wobei hier die deutsche Polizei als eine Seite zu betrachten, eigentlich falsch ist.

        Ich erwarte, dass sie einschreiten, wenn Situationen wie in Frankreich entstehen.

        Bei egal welcher Demo.

        • nihilist

          @rero:

          Ich finde auch falsch, wenn die Polizei für autoritäre Fantasien von Innenministern und solchen, die es werden wollen, die Rübe hinhalten muss.

        • Herma Huhn

          @rero:

          In dem Fall habe ich tatsächlich eher die Politiker als die andere Seite betrachtet.



          Und je nach Definition ist deren Kommunikation nicht unbedingt als gewaltfrei zu bezeichnen.



          Aber selbst,wenn man in der Gewaltdefinition nicht so weit gehen möchte, muss man doch sehen, dass hier Jugendliche mit berechtigten Anliegen diffamiert werden, obwohl nichts aber auch wirklich nichts gewalttätiges geschehen ist. (Zumindest mit der Definition, die die Politiker von Gewalt freispricht. Ist man hier strenger muss man aber immerhin anerkennen, dass die Gewalt nicht von den Organisatoren ausgeht.)

        • PartyChampignons

          @rero:

          Jemandem drohen (der Nebenbei von einem Grundrecht gebrauch macht) ist auch eine Form von Gewalt, in dem Sinne hat es von der einen Seite, nämlich der Seite der Politik, eben wohl schon Gewalt gegeben.

        • Klabauta

          @rero:

          Man kann die Gewalt halt auch herbeireden und -schreiben. Und das geschieht gerade durch gewisse Politiker und manche Medien.



          Honi soit qui mal y pense.