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Ministerin Dorothee Bär zur Bafög-ReformAutos sind in diesem Land besser dran als Studierende

Kersten Augustin

Kommentar von

Kersten Augustin

Forschungsministerin Dorothee Bär erklärt die Bafög-Erhöhung für gescheitert. Statt das zu bedauern, beleidigt sie Studierende.

Dorothee Bär will von der Bafög-Reform plötzlich nichts mehr wissen Foto: Bernd von Jutrczenka

W as sagt man bei einer Trauerrede? Man könnte sein Beileid ausdrücken und freundliche Worte finden über den Verstorbenen. Was man aber unbedingt vermeiden sollte, ist, nachzutreten.

CSU-Wissenschaftsministerin Dorothee Bär hat sich anders entschieden. Sie hat in einem Interview lapidar die geplante Bafög-Erhöhung beerdigt – offenbar ohne Absprache mit dem Koalitionspartner SPD, der an der Reform festhalten will. Bär dagegen scheint ein mögliches Scheitern aber nicht einmal zu bedauern. Bafög, das sei schließlich keine „Vollkasko-Versicherung“. Und ein Nebenjob habe noch keinem geschadet.

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Eigentlich plant die Koalition, den Bafög-Anteil für die Unterkunft von 380 auf 440 Euro anzuheben. Das reicht in den meisten Städten nicht für ein WG-Zimmer, wäre aber ein Fortschritt. Auch der allgemeine Bafög-Satz soll schrittweise steigen. Die gesamte Reform würde 1 Milliarde in dieser Legislatur kosten, die Erhöhung der Wohnkostenpauschale aber nur etwa 70 Millionen in diesem Jahr.

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Man kann Dorothee Bär entgegnen, dass schon heute drei Viertel der Studierenden arbeiten. Man kann darauf hinweisen, dass der Bildungserfolg schon heute in kaum einem Land so von der Herkunft abhängt wie in Deutschland. Man kann auf ihre Polemik aber auch mit Polemik antworten und fragen, warum die Bundesregierung drei Milliarden Euro für die Subvention von E-Autos hat, aber kein Geld für Studierende. Um die „Vollkasko“-Metapher aufzugreifen: In Deutschland sind Autos besser dran als Studierende.

Aber selbst wenn man wie Bär die Bafög-Reform für nicht finanzierbar hielte: Warum tritt die Ministerin auch noch nach? Familienministerin Karin Prien zeigt gerade bei der Debatte ums Elterngeld, wie man auf Sparzwänge auch reagieren kann – mit der Frage: Wie lässt sich mit weniger Geld mehr erreichen?

Dorothee Bär dagegen ruft den Studierenden zu: Jetzt habt euch mal nicht so. Statt klug umzuverteilen, begründet diese Bundesregierung ihre Reformen immer wieder mit Herablassung und Unterstellungen. Wenn sie bei dieser Haltung bleibt, fährt sie mit Karacho gegen die Wand. Und bei Vorsatz zahlt keine Vollkasko-Versicherung.

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Kersten Augustin
Ressortleiter Inland
Kersten Augustin leitet das innenpolitische Ressort der taz. Geboren 1988 in Hamburg. Er studierte in Berlin, Jerusalem und Ramallah und wurde an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München ausgebildet. 2015 wurde er Redakteur der taz.am wochenende. 2022 wurde er stellvertretender Ressortleiter der neu gegründeten wochentaz und leitete das Politikteam der Wochenzeitung. In der wochentaz schreibt er die Kolumne „Materie“. Seine Recherchen wurden mit dem Otto-Brenner-Preis, dem Langem Atem und dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet.
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100 Kommentare

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  • Nachdem man in diesem Land so manche Zukunftstechnologien jenseits der Automobilbranche und des Maschinenbaus bewusst oder durch Ignoranz vergrault und verjagt hat und bei einigen Technologien der nächsten Jahrzehnte faktisch weit abgeschlagen das Feld räumen muss, ist es scheinbar erwünscht, dass dies auch weiterhin genauso bleiben möge.

    Vielleicht hofft man ja darauf, dass eine KI all die Probleme der Zukunft lösen wird? Man vergisst dabei aber scheinbar, dass die Qualität der europäischen „KIs“ im internationalen Vergleich bisher eher nicht nennenswert ist und dass diese mit enormen Kosten, etwa in Form eines hohen Ressourcen- und Energieverbrauchs, verbunden sind. Zudem erfordert gerade dieses technologische Feld ein sehr breites Spektrum an Fachwissen, wenn man echten Fortschritt gegenüber globalen Mitbewerbern erzielen möchte.

    Im Römischen Reich wurden Brot und Spiele dazu genutzt, um das „einfache“ Volk zu steuern. Das Brot ist immer noch da; nur die Form der Spiele hat sich gewandelt. Denn man muss sich nur durch die Nutzlosigkeit eines Großteils der Sendungen im TV quälen, um festzustellen, dass das Prinzip offenbar immer noch funktioniert.

  • Frau Bär hat recht - am akademischen Nachwuchs lässt sich vortrefflich sparen, wir brauchen keine studierten Ingenieure, keine Ärzte, Architektinnen, Lehrer und Philosophinnen schon mal gar nicht. Deutschland ist aktuell dermaßen gut aufgestellt und zukunftsfest, das Wort "Krise" können wir endgültig aus dem Wörterbuch streichen. Was ist jetzt eigentlich mit der überfälligen Diätenerhöhung für kluge Analysten der Zeit wie Bär?

  • Wir haben in manchen Bereichen einen Überschuss an Menschen mit Studienabschluss…..die ( und ich kenne welche) als Taxifahrer ( nichts gegen diesen wichtigen Beruf) arbeiten.



    Also macht die Autoprämie für manche studierten durchaus Sinn!

  • "Vollkaskoskostudium", geht's noch? Im Erfinden von diffamierenden Worthülsen, machen der schwarzen Brut nur wenige etwas vor.

    Weiter aktuelle Beispiele gefällig?



    Voilá, CDU Fraktionsvize Linnemann mit "Erbenschutzprogramm", für den Schutz des selbstgenutzten Eigenheims im Pflegefall und "Umgehungstatbestände" für die vorab Überschreibung des kleinen Eigenheims an die Kinder.

    "Kleine Paschas", "Problem im Stadtbild" oder "Klimaterroristen" sind weiter Beispiele für die gezielte Beschimpfung von Menschen die Fritze und seinen Spiessgesellen nicht in den Kram passen.

    Aber was steckt dahinter? Alle Begriffe sind stammtischtauglich, diffamierend, grobschlächtig und vor allem falsch. Aber egal, Hauptsache mal einen raushauen und in der Zeitung stehen. Genau so machen das Populisten und Nazis.

    Ich ertrage diese durchschaubaren Ablenkungsmanöver der CDU/CSU einfach nicht mehr. Die völlige Inkompetenz wird dadurch nur umso deutlicher.

    Was passiert am Ende? Die Nazis haben wieder einige tausend Stimmen mehr und wir sind der Machtergreifung spätestens 2029 wieder einen guten Schritt näher.

    • @Mr. Spock:

      @Mr. Stock



      Ich denke, viele Bürger in diesem Land werden Ihnen darin Zustimmung geben. Wir sollten uns nicht auf dieses niedrige, politische Niveau - unserer aktuellen aktiven Politiker, begeben.

      • @Alex_der_Wunderer:

        @ "... unserer aktuellen aktiven Politiker ..." - aktiv- der war gut :-)

  • Notenspiegel um 2-3 Noten verschieben, damit die Studentenquote auf ca 30% faellt. Das eingesparte Bafoeg in Stipendien stecken.

    Als ich mein Abi gemacht hab gab es in 4 Parallelklassen (ca 150 Schueler) einen mit einer glatten 1 im Abi. Fuer diese herausragende Leistung bekam er ein Stipendium.

    Gerade die, die der Noteninflation Vorschub geleistet und damit die Selektion ueber Leistung verwaessert haben, beschweren sich jetzt, dass nicht ueber Leistung, sondern ueber Geld selektiert wird. Der Hauptgrund dafuer war die Chancengleichheit, die wie ueblich mit Ergebnisgleichheit verwechselt wurde. Die Idee: Wenn alle ne 1 haben sind alle gleich und billig ists auch noch. Konnte ja keiner ahnen, dass dadurch das Abitur vollkommen entwertet wird und es deshalb Vorstudiumkurse braucht, um die Abiturienten fitt fuers Studium zu machen.

    Fuer die Zukunft erwarte ich, dass es vollkommen egal ist, ob Abi oder Studium, nur der Einstellungstest wird zaehlen. Firmen werden Studenten vor dem Studium einstellen und ein berufsbegleitendes Studium anbieten, dann weiss man was man bekommt und hat ein Mindestlevel an Qualifikation. Find ich zwar nicht gut, ist aber nachvollziehbar.

    • @elektrozwerg:

      "damit die Studentenquote auf ca 30% faellt."



      Die Wirtschaft wird es gewiss danken wenn sie nicht länger von Horden arbeitswilliger MINT-Absolventen überrannt wird und auch den grassierenden Ärzteüberschuss könnte man damit sicher gut eindämmen.



      "ob Abi oder Studium, nur der Einstellungstest wird zaehlen"



      Wer braucht schon Universitäten, wenn man sich doch Anästhesie oder Baustatik auch ebenso gut im Youtube-Selbststudium aneignen kann, der Markt und die Einstellungstest der Firmen regeln dann schon, dass die nötigen Qualifikationen in ausreichender Menge am Arbeitsmarkt verfügbar sind, genau das klappt ja schon heute richtig gut.



      Also am Besten zurück in die 50er-Jahre, als nur rund 1% eines Jahrgangs studierte und das Wirtschaftswunder folgte. Genau das brauchen wir wieder. Also weg mit Unis und Bafög.

    • @elektrozwerg:

      Ist nachvollziehbar!

      Nicht nur beim Abi wird getrickst. Auch in der handwerklichen Ausbildung ist das der Fall. Da darf nicht mehr, so wie früher, nach dem geprüft werden, was für den Beruf notwendig ist! Nein, die Prüfung muss weitgehend dem Niveau der Azubis angepasst werden!

      Finde den Fehler!

    • @elektrozwerg:

      Wohl noch nicht so ganz angekommen, was. Die Bewerbungen kommen schon heute von der künstlichen Intelligenz. Und der Notendschnitt ist schon lange kein Fakt mehr. Vielmehr sind die wahren Skills gefragt. Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, kreative Strategien entwickeln können, usw.



      Bafög ist fundamental wichtig, damit am Ende schlauere Köpfe als Frau Bär (brauchte kein Bafög) aus den unteren Schichten unserem Land Wirtschaftskraft verschaffen können. Die derzeitige Ministerrige in unserem Land ist schon inkompetent genug und sollte kein Ziel für die Zukunft der Akademikerklasse sein.

  • "In Deutschland sind Autos besser dran als Studierende." - Weil Autos höheres Bafög kriegen? Wenn Metapher dann bitte richtig.



    Ansonsten: Wie der derzeitige Ausblick auf die Zukunft zeigt, sind weitere Studienabsolventen eher nicht das, was wir brauchen (im Gegensatz zu E-Autos wie mir scheint). Provokativ gefragt: Warum sollte man das dann subventionieren?

    • @Samvim:

      Weil ohne diese "Subvention" die Kinder mit wohlhabenden Eltern gegenüber denen ohne bevorteilt werden. (Was sie wegen unseres Bildungssystems ja ohnehin schon sind.)



      Aber Sie haben ja Recht. Es ist vollkommen ausreichend, wenn jedes Kind aus der Mittel- und Oberschicht studiert, als wenn vielleicht noch die begabten und motivierten aus der Unterschicht dem Sven-Ole den Studienplatz und die sonnige Karriere wegnähmen.

    • @Samvim:

      "Wenn Metapher dann bitte richtig"

      Ganz genau, zumal der Satz "In Deutschland sind Autos besser dran als Studierende" keine Metapher sondern eine Analogie darstellt. Es werden hier zwei unterschiedliche Dinge miteinander verglichen um eine Aussage zu verdeutlichen. Eine Metapher hingegen verknüpft zwei Bereiche in dem ein Wort in überragender Bedeutung verwendet wird. Wie z. B. bei Shakespeare "Die ganze Welt ist eine Bühne“.

      Hoffe damit zur Aufklärung beitragen zu haben.

  • Mal ganz abgesehen von dem von ihr verklärten Studi-Idylle mit Kellnern und Balkonzeltplatz mieten für all, die sich für die vermögensgesteuerte Akademiker-Inzucht die falschen Eltern ausgesucht haben (für alle, die an dieser Stelle aufstöhnen: lasst Euch mal von jemandem erklären, inwiefern Euer Begriff von wenig Geld nicht der objektive Begriff von wenig Geld ist) - Mein Problem mit diesem unglaublichen Vorgang ist, dass eine einzelne, offensichtlich inkompetente CSU-Politikerin sich das Recht herausnimmt, zu ignorieren, dass sie Teil einer Koalitionsregierung ist welche auf einem sogenannten Koalitionsvertrag beruht, auf den sich alle Beteiligten mehr oder minder freudig geeinigt haben, so dass ich an dieser Stelle ganz naiv erwarten würde, dass man sich daran zu halten hat. Wenn mir da jetzt das Gegenteil bewiesen wird, ist das für meine Begriffe keine demokratische Regierung mehr, und demokratische Wahlen sind damit ein sinnentleerter Begriff. Was fangen wir mit dieser Erkenntnis dann an?

    • @Christine_Winterabend:

      Also, wenn was im Koalitionsvertrag (der keine rechtliche Wirkung hat) etwas nicht eingehalten wird, ist es keine Demokratie mehr?? Das Parlament kann ganz ohne Regierung ein Gesetz einbringen und wenn die Mehrheit des Parlaments dafür stimmt, ist das Gesetz durch. Das kann keine Ministerin verhindern.

      Ich würde zudem die Behauptung wagen, das in der Vergangenheit kein Koalitionsvertrag bisher zu 100% umgesetzt wurde. Das ist eine etwas verbindlichere to-do-Liste. Von daher ist das kein "unglaublicher Vorgang", sondern einfach Regierungsarbeit und die Erkenntnis der Regierung, dass sie an allen Ecken zu viel Geld ausgibt.

      • @Strolch:

        Dass Dinge nicht umgesetzt werden, darum geht es nicht, sondern darum, dass eine, die nicht die Kompetenz und schon gar nicht die Oberhoheit über die Zukunft der akademischen Ausbildung mit allen Konsequenzen für Wirtschaft und Gesellschaft hat (man denke an Ärzte, Ingenieure, Lehrer, akademisches Pflegepersonal u.s.w.), glaubt, zu dieser einseitigen Aufkündigung eines Vertrages berechtigt zu sein. Das gesamte Bildungssystem befindet sich im freien Fall, und da darf die zuständige Ministerin ihre Arbeit verweigern? Mir fällt da auch kein geeignetes Gegengewicht ein, mit dem man noch begründen könnte, dass CDU/CSU nicht selbstherrlich allein regiert, und da ist die Frage nach Wählerwillen und Demokratie wohl nicht so weit hergeholt.

        • @Christine_Winterabend:

          Demokratisch mag das vielleicht noch alles irgendwie darstellbar sein. Wer aber die Gesellschaft in derartiger Weise spaltet und unser wichtigstes wirtschaftliches Rückrat der Zukunft zerstört, wendet keinen Schaden von unserem Lande ab. Aber was gilt einem C-Parteimitglied schon ein ernst zu nehmender Schwur.

  • Ich frage mich tatsächlich, wer in Zukunft die ganzen Technolgien für die Technologieoffenheit so erfinden soll.



    Es passt nichtsmehr zusammen. Fehlbesetzung und Tschüss.

  • Äh BAföG ist eine staatliche Leistung, die zur Hälfte zurück gezahlt werden muss. Eigentlich ein billiger staatlicher volkswirtschaftlicher Invest, für ein Land, dass über keine sonstigen Ressourcen verfügt und auf hohen Bildungsstandard angewiesen ist. Wer kam eigentlich auf das schmale Brett, die CDU für Wirtschaftskompetenz zu halten?

    • @DC Fix:

      In der Kunst des richtigen, langfristigen Investierens haben die Deutschen enormen Nachholbedarf. Muss wohl an der etwas kleinkarierten Mentalität liegen.

    • @DC Fix:

      Ich nicht. Kann man nachlesen.

  • Wenn die gut ausgebildeten Leute vor der Steuerlast ins Ausland flüchten, sind sie auch weg.



    Wozu da noch gut und teuer ausbilden?

    • @Carsten S.:

      Wohin genau würden Sie denn da fliehen wollen?

  • Autos sind besser dran als Studierende? Ist das eine logische Analogie zu Nachts ist es kälter als draußen, oder: Zu Fuß ist es weiter als über den Berg?

  • Frau Bär weis für wen sie da zu sein hat und für wen nicht.



    Nach Unten treten gehört zur DNA der Union, aber die anderen konsevativen Parteien (SPD, Grüne) holen schnell auf.



    Von etwa 2,9 Mill. Studierenden erhalten 11 % BAFÖG, also 220.000.



    Würde jeder Empfänger 60 €/Monat mehr erhalten, so wären dies 13,2 Mill. €/Monat oder 148,5 Mill. €/Jahr.



    Das sog. Sondervermögen für Infrastruktur und Klima umfasst 500 Mrd. €.



    Die BAFÖG-Erhöhung beträgt 0,03168 % vom Sondervermögen.

    • @Ralf:

      Ohne Frau Bär oder ihren Vorstoß hier verteidigen zu wollen. Aber die Rechnung ist von vorn bis hinten falsch.



      Bafög ist ein Bundesmittel. Das Sondervermögen ist für 12 Jahre angelegt. Davon kann der Bund 300 Mrd zur Investition nutzen, 100 Mrd die Länder und 100 Mio sind für den Klimafonds vorgesehen. Rechnet man das aufs Jahr runter, bleiben also 25 Mrd für den Bund übrig. Damit würde die Erhöhung 2% des Sondervermögens in Anspruch nehmen.

      • @Deep South:

        Korrektur. Natürlich sinds keine 2 sondern 0,6%. Mir gings nur mal drum, dass vielzierte Sondervermögen richtig einzuordnen.

        • @Deep South:

          Man könnte das Bafög also aus den virtuellen Zinsen des noch nicht abgerufenen Sondervermögens dreimal bezahlen?

          • @Aurego:

            Man kann aus virtuellen Zinsen genauso viel bezahlen, wie aus imaginären Vermögen oder fiktiven Steuereinnahmen.

        • @Deep South:

          Also Peanuts, oder?

          • @Sonnenhaus:

            Was hat das mit meinem Beitrag zu tun? Es ist halt einfach falsch einen 500 Mrd Betrag, von dem dem Bund nur 300 Mio zustehen und der auf 12 Jahre angelegt ist, mit einem jährlichen Bedarf zu vergleichen.

          • @Sonnenhaus:

            Wenn Ihr Koffer voll ist, passt dann noch ein Paar Socken rein? Ja, das passt eigentlich immer. Und damit hat man den Beweis: Es gehen unendliche Paare Socken in einen Koffer. Und nach der Peanuts-Logik hat die Regierung unendlich Geld.

  • Na ja, es entspricht gleich mehreren Ideologien der weder christlichen noch sozialen Union:

    - Kürzung von Bafög verschärft die Chancenungleichheit, bei der wir im internationalen Vergleich sowieso schon "gut" im Rennen liegen. Schon immer ein Anliegen der Union gewesen.

    - Es ist ein weiterer Beweis der kompletten Wirtschaftsinkompetenz der Union. Ein Land wie Deutschland, das keine Rohstoffe hat, lebt von Bildung. Gut, empathische humanistische Bildung ist der Union sowieso fremd und eher unterwünscht, aber auch die MINT-Bildung, die Kanonenfutter für unsere Wirtschaft produzieren soll, leidet darunter.

    Also aus csU-Sicht alles richtig gemacht.

  • In meiner Studienzeit in Kiel bin ich freitags und sonnabends Taxi gefahren. Desweiteren beim NDR in Kiel als Studioassistent gearbeitet. BAFÖG musste zurück gezahlt werden.



    Die Nebenbeschäftigungen kosteten wertvolle Studienzeit. Darum brauchte ich länger bis zu meinem Abschluss.



    Jedes Jahr gibt's eine Erhöhung der SGB II Leistungen. Auch Abgeordneten Diäten werden jedes Jahr angepasst.



    Was erlaubt sich diese Ministerin da eigentlich?!



    Eine Unverschämtheit sondergleichen!

  • Eine sinnvolle Reform wäre es Bafög zu reduzieren für Städte mit angespanntem Mietmarkt. Aktuell schicken deutsche Eltern ihre Kids an die großen renommierten Unis in den Städten, während viele kleine Unis in der Provinz teilweise +30% Studierende aus dem außereuropäischen Ausland haben ganz besonders hier im Osten. Berlin und Co hätten ihre Unis schon längst in die Provinz abgeben sollen, wo es ja dringend junger Leute bedarf. Eine Erhöhung des Bafög ist deshalb nicht nötig. Für den Preis eines WG-Zimmers im Bafög kannst du bei uns eine 3-Zimmerwohnung mieten.

    • @Šarru-kīnu:

      Nun ja: Erstens werden die meisten Studis nicht mehr von ihren Eltern irgendwo hingeschickt. Zweitens kann man nicht alles überall studieren. Drittens ist mir keine einzige Universitätsstadt bekannt, die Provinz-Mieten hat (auch nicht im Osten). Viertens sind mir ihre Zahlen etwas suspekt. Also ich unterrichte in Greifswald: Klar, keine Münchener Mieten, aber ganz billig ist es nicht und durchaus im Herbst umkämpft. Im Umland ist es dann etwas günstiger, aber da braucht es ein Auto. Studierende aus dem außereuropäischen Ausland haben wir in meiner Fakultät kaum. Ich würde die Zahl +30% mal bezweifeln oder zumindest in einem Kontext sehen wollen: 30% mehr als wann und wo. Gerade bei den Masterstudiengängen und in der Medizin wäre es sehr erfreulich, wenn die Ost-Unis international Anschluss finden. Das sehe ich aber aktuell nur in ein paar wenigen sehr spezialisierten Studiengängen. Korrekt ist, dass der Staat a) Forschung auch in der Provinz fördern sollte; b) selber bescheidenen Studienheime bauen sollte anstatt Mondmieten zu subventionieren. Aber ich würde das nicht über das Bafög machen. Es gibt einen Gleichbehandlungsgrundsatz und das wäre vermutlich grundgesetzwidrig.

    • @Šarru-kīnu:

      Wenn Unis in der ostdeutschen Provinz keine deutschen Studenten ziehen obwohl die Mieten günstig sind, sollte man sich Fragen woran das liegt und nicht gleich finanzielle Repressalien fordern. Das politische Klima in den neuen Bundesländern wird da wenig hilfreich sein. Ich hätte als junger Mensch überhaupt keine Lust darauf.

    • @Šarru-kīnu:

      Dieser Kommentar zeugt leider von nicht allzuviel Verständnis, wie Forschung funktioniert. Gerade wenn man international mitreden will, gibt es bei vielen Forschungszweigen sehr spezialisierte Gruppen. Da kann man nicht einfach sagen "ich gehe halt auf die Feld-, Wald- und Wiesen-Uni nach Hintertupfingen.

      Wenn es beim Studium freilich um "ich mach später mal was mit Medien" und einem Bachelor im Brötchenverkaufen geht, dann haben Sie Recht. Das produziert zwar nur weitere völlig sinnlose Jobs, von denen wir sowieso schon viel zu viele haben, aber das kann man auch an der Baum-Schule lernen. Das stimmt.

      • @Jalella:

        Sorry, aber die Polemik " Bachelor im Brötchenverkaufen " trifft es auch nicht.



        1. gibt es an vielen Unis sehr gute Institute,



        2. kommt nicht jede/r sofort mit einem kompetetiven Umfeld in einem highprofile Institut zurecht,



        3. kann man die Grundlagen (Bachelor) praktisch überall studieren und wechselt danach,



        4. haben die wenigsten AnfängerI einen guten Überblick, wo die Exzellenz ist,



        5. wird die internationale Forschung vielleicht schon im Master relevant, aber richtig erst mit einer Promotion,



        6. ja, das System ist sehr durchlässig für gute Leute.

        • @fly:

          Vor alleallen im technischen Bereich sind mir doch einige bekannt, die in einer Provinz-FH einen knüppelharten Basis-Bachelor durchlaufen haben und dann im Master an vorzüglichen Universitäten Abschlüsse in zukunftsträchtigen Studiengängen ablieferten und auch heute entsprechend tätig sind. Gerade die Provinzialität kann einen entsprechenden Fokus erzeugen, der sich später in Produktivität umsetzt. Sie sagen es richtig: Bachelorstudenten sind für den wissenschaftlichen Output einer Uni eher hinderlich, selbst im Master ist der Mehrwert eher gering. Deshalb ist bei den forschungsstarken Universitäten der Angloamerikaner auch das Verhältnis von Professoren/wissenschaftlichen Kräften zu Studenten so viel geringer als bei uns. Die sollen sich nämlich aufs Forschen konzentrieren und nicht aufs Ausbilden. Und eine gute Ausbildung, die bekommt man auch bei einer Provinzhochschule, vielleicht sogar mehr als im Massenbetrieb einer Großstadtuniversität.

      • @Jalella:

        Auch wenn sie eine abfällige Meinung über Studiengänge im Medienbereich haben, macht ein solches Studium nur Sinn in Städten in denen auch Medienunternehmen angesiedelt sind. Das ist in der Provinz eher selten der Fall. Ob es zu viele Absolventen in dem Bereich gibt, ist ein anderes Thema.

      • @Jalella:

        Als ob das beim heutigen Stand der Technik noch ein echtes Argument wäre. Mehr als Vorurteile lese ich nicht aus ihrem Kommentar heraus. Die weltbesten Unis in den USA und im UK liegen nicht in den Großstädten btw.

      • @Jalella:

        Was hat ein Grundstudium mit Spitzenforschung zu tun?

    • @Šarru-kīnu:

      Shure. Umsiedeln - die Phalanx ist lang - wa!

      “Irgendwie schön - die ganze Stadt voller intelligenter Gesichter!“ als er mich im Studium besuchte!;)

      Sie ahnen es - klein im Westen - .…



      Mittelhessen - Mbg/Lahn 🧐🙀

      (btw - meine Bude: 50,-DM bei Frau Kutscher unterm Dach juchhe! 🤣 ;))

      • @Lowandorder:

        Im Südviertel mit Klo auf halber Treppe. Duschen geht im Unisport.



        Dürfte und kann man heute heute alles nicht mehr vermieten.

        • @fly:

          Hab noch Kommilitoninnen - Mbg/L Barfüßerstr gekannt - Logis ohne Herrenbesuch von Professorenwitwen - die sich den Bettkasten mit einem Strohsack teilten. Geht heute auch nicht mehr!🤣 Gelle

  • Über 1.500 Stiftungen im Land vergeben Stipenden.



    Auch ruhig mal Deutschlandstipendium in die Suchmadchine eingeben. Zwei unserer Junx's haben beste Erfahrungen damit machen dürfen. Zurückzuzahlen brauchte man auch nix.

  • Ja, so ist das halt, wenn die Regierung einfach so vom Himmel fällt. Die armen Deutschen ...

  • Wäre es sinnvoll stattdessen für die, die es benötigen die Möglichkeit eines Kredits auszudehnen?



    Vielleicht macht es auch Sinn, die Studiengänge zu fördern, bei denen wir dringend Menschen benötigen.

    • @Sole Mio:

      Der Studienkredit der kfw-Bank belastet viele sehr viel stärker als die Bafög-Rückzahlung. In der Not abgeschlossen, weil kein oder zu wenig Bafög (vielleicht ist nicht nur die gesamte Höhe ein Problem, sondern auch die Kriterien der Berechnung) - und später unflexible Rückzahlung mit hohen Zinsen. Bafög - Rückzahlung kann man sehr viel länger nach hinten schieben.

    • @Sole Mio:

      wer kein geld hat, bekommt auch keinen kredit, deswegen gibt es ja das bafög das nur zu 50% zurückerstattet werden muss. um mehr soziale mobilität in einem land zu ermöglichen, in dem die vermögensungleichheit so groß ist, wie in keiner anderen westlichen industrienation.

      • @Pflasterstrand:

        Ich kenne niemandem, dem der Studienkredit abgelehnt wurde. Einem jungen Menschen, der in die eigene (finanzielle) Zukunft investieren will, bekommt ihn in der Regel auch. Mein Bruder musste nur nachweisen, dass er voran kommt. Das fanden wir allerdings alle auch legitim.

  • Das schlimmste an diesen „Sparmaßnahmen“ ist, dass sie der Wirtschaft selbst sogar massiv schaden. Wenn man armen Menschen Geld gibt, fließt es im Grunde komplett in die Wirtschaft. Das Geld wird eben ausgehen. Für Miete, Lebensmittel, Bücher, Bonbons, Zigaretten, was auch immer. Was ist der Wirtschaft egal. Sie ist kein Wesen, kennt keine Moral. Ihr ist es auch egal, wer das Geld ausgibt. Hauptsache der Geldfluss ist da.

    Streicht man jetzt im großen Stil Gelder, dann muss man dafür sorgen, dass andere mindestens das gleiche Geld zusätzlich ausgeben. Ansonsten schrumpft die Wirtschaft.

    Genauso wie jetzt viele Gering- und Normalverdiener jetzt den Gürtel enger schnallen müssen. Dann sparen sie eben. Dann sparen sie am Bäcker, am Auto, am Urlaub, am Restaurant, am Handwerker, wo auch immer. Wenn die Lücke keiner ausgleicht, sind die Bäcker bald da, wo die Fleischer jetzt schon sind. Nahezu komplett weg gespart.

    Darum ist es eine volkswirtschaftliche Binsenweisheit, dass der Staat in der Krise Geld in Umlauf bringen muss und sich dafür in guten Zeiten zurück zieht, um keine unnötige Konkurrenz zu machen.

    • @Adan:

      So logisch das ist, ist es offensichtlich nicht ins Bewusstsein der wirschaftsinkompetenten Union und auch sonst vieler anderer Priester des Neoliberalismus reinzubekommen.



      Aber schön, hier in der Kommentarspalte so jemanden anzutreffen. Sowas wünschte man sich auch von unseren selbsternannten "Wirtschaftsweisen", von denen eigentlich nur Herr Truger mit Verstand glänzt.

  • Offenbar hält das aber niemanden vom Studium ab.

    • @FraMa:

      Es gibt nicht für alle eine Alternative zum Studium. Ich kann zum Beispiel nicht mit Kunden oder ständig wechselnden Leuten arbeiten, habe keinerlei handwerkliche Begabung, brauche ein einigermaßen festes Umfeld und muss mental gefordert sein. Ich habe nach anderen Möglichkeiten gesucht, aber genau nichts gefunden. Ebenso gibt es neben meinem eigenen Feld nichts, das ich mal eben als Nebenjob finden könnte. Durch mein Studium kann ich einen Beruf ausüben, der mir liegt, bei dem ich auch ein Mehrwert sein kann. Ohne hätte ich keine Perspektive.

    • @FraMa:

      Das glauben Sie. Das Studieren teuer ist, hält durchaus einige vom Studium ab, die dazu eigentlich geeignet wären, aber aus Kontexten mit wenig Geld und wenig Unterstützung kommen.

    • @FraMa:

      Doch! Immer weniger Studierende nehmen das Bafög in Anspruch.

  • Vollkasko - Na logo! Gell



    “Bär wuchs in der unterfränkischen Gemeinde Ebelsbach auf, wo ihr Vater Werner Mantel (1947–2022), ein CSU-Politiker, von 1996 bis 2002 als Bürgermeister amtierte.[4][5] Während ihrer Schulzeit war sie mit dem AFS für ein Jahr als Austauschschülerin in den USA. Nach dem Abitur 1999 am Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg studierte sie als Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München und am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin mit einem Abschluss als Diplom-Politologin 2005.“



    Geil



    Fehlt nur noch der zB Mettmann-Spruch



    “Eure Armut kotzt mich an!“ Porsche-Aufkleber

    Na Mahlzeit

    • @Lowandorder:

      Gerade im DLF wurde Frau Bär zitiert, sie hatte also gesagt dass sie während des Studiums arbeiten musste weil sie wegen des Einkommens ihrer Eltern nicht BAfög-berechtigt war..

      • @Gerald Müller:

        Stipendium überlesen?!

    • @Lowandorder:

      Und hat all der Aufwand etwas bewirkt, das man als förderlich für ihr Amt bezeichnen könnte? Eher zweifelhaft. Außer Träume von Lufttaxis, sich von Söder beleidigen lassen ("Wenn wir auch nichts von dir erwarten, Doro.") und dümmliche Sprüche ist da nichts. Arme Doro, schon ein Scheißleben.

      • @Peter Lorenz:

        Alte ⛳️🏌️‍♀️ Regel!



        Never up - never in!



        & btw



        Alles selbst serviert - wa!

        Wer sich ohne Not solch einem Hanswurst angedient hat - mein Bedauern hält sich aber sowas von mehr als in Grenzen •

  • Von der Schulbank (mit Umweg Studium) direkt in die Politik. Arbeiten und den täglichen Kampf ums "Überleben" kennt sie nicht. Da wird man vergeblich auf Verständnis für die Nöte von Studierenden warten.

    • @Il_Leopardo:

      "Arbeiten und den täglichen Kampf ums "Überleben" kennt sie nicht."

      Richtig. Das ist ja auch häufig mein Gedanke, wenn es beispielsweise mal wieder heißt dass die CO2-Steuer zwingend regelmäßig steigen muss.

  • Warum wird hier gegen die E-Auto-Prämie gepoltert?



    Das macht wirklich gar keinen Sinn.



    Dabei gäbe es mit dem Dienstwagenprivileg eine indirekte Subvention, die erstens viermal so viel kostet wie die E-Auto-Pramie und die zweitens, im Gegensatz zur E-Auto-Prämie keinerlei Nutzen für Umwelt, Klima und Gesundheit bringt. Das wäre für mich viel einleuchtender gewesen.



    Ansonsten möchte ich zum Bafög sagen, dass ich beide Seiten verstehen kann. Das der Bafögsatz zum sorgenfreien Studieren nicht reicht, keine Frage. Das kostenloses Studieren weltweit nicht die Regel ist, vergessen aber auch viele.



    Deutsche Studenten sind ziemlich gut gestellt. Es gibt genügend Länder, auch Industriestaaten, wo du mit mehreren hunderttausend Euro Schulden aus dem Studium kommst.



    Und, bitte nicht falsch verstehen, aber es studieren bereits zu viele🫣



    Vom letzten Geburtsjahrgang liegt der Anteil der Studienanfänger bei 56%.



    Das ist der Nachteil des immer weiter verwässerten Abiturs.



    Dann kommt halt die Selektion übers Geld. Das ist falsch, es sollten die Fähigsten studieren. Aber 56% eines Jahrgangs ist zu viel.



    Es braucht auch noch Handwerker, Verkäufer, etc...

    • @Astrid Sehnefeld:

      Ich würde prinzipiell mitgehen, dass zu Viele studieren und zu wenige handwerkliche Beruf lernen. Und auch ich halte das für ein absolut unterschätztes Problem. Das hat aber nix mit dem Bafög zu tun, sondern mit einer über Jahrzehnte gewachsene gesellschaftliche Geringschätzung des Handwerks. Die Auswirkungen sind dabei nicht nur im Fachkräftemangel zu sehen, sondern auch in der gefährlichen Entfremdung von Arbeitern, Handwerkern, Bauern, Selbstständigen von den etablierten Parteien, vor allem im vermeintlich progressiven Lager. Dass jemand, der ohne großen finaziellen Background einen langen unentgeltlichen Bildungsweg auf sich nimmt, um hochqulifizierte Arbeit zu leisten, gegebenenfalls dabei auch staatlich unterstützt werden muss, ist natürlich auch im Interesse des Staates und ein Parameter für eine gerechte Gesellschaft.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Volle Zustimmung zu ihrem letzten Satz.

      Es muss ja alles akademisisiert werden, damit man eine fairen Lohn dafür rechtfertigen kann.

      Ich brauche keinen Bachelor das Gas-, Wasser- und Heizungs Wissenschaften und keinen Master der Elektrowissenschaften.

      Genauso tut es auch eine gut ausgebildete Krankenschwester oder ein gut ausgebildeter Pfleger.

      Das Elend ist vermutlich, dass unsere Gesellschaft zu wenig Respekt für Menschen mit Ausbildungsberufen aufbringt und sich das auch in der Bezahlung ausdrückt.



      Welcher Handwerker kann sich noch ein eigenes Haus für seine Familie leisten, wenn er nicht gut heiratet oder erbt?

    • @Astrid Sehnefeld:

      Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit unter Personen



      ohne Schulabschluss,



      ohne Berufsausbildung,



      mit Berufsausbildung,



      mit angefangenem Studium,



      mit abgeschlossenem Studium?

    • @Astrid Sehnefeld:

      "aber es studieren bereits zu viele🫣"



      Aha, und woran genau machen sie das fest? Vielleicht daran, dass die Arbeitslosenquote von Akademikern nur ungefähr halb so hoch ist wie die durchschnittliche? Oder daran, dass sie deutlich überproportional zum BIP beitragen?



      "Es braucht auch noch Handwerker, Verkäufer, etc..."



      Wenn man den Bedarf an einfacheren Tätigkeiten deckt indem man Leute die auch KI-Chips oder Krebsmedikamente entwickeln könnten davon abhält ihr Potential auszuschöpfen ist das nicht nur ein persönliches Drama, sondern auch volkswirtschaftlicher Irrsinn.

    • @Astrid Sehnefeld:

      >Dabei gäbe es mit dem Dienstwagenprivileg eine indirekte Subvention<

      Wo wird hier was subventioniert? Der Arbeitnehmer muss 1% vom Bruttolistenpreis monatlich versteuern. Einen Jahreswagen privat zu kaufen ist auch bei Vollfinanzierung deutlich billiger als den hypothetischen Neupreis bei Dienstwagennutzung als Einnahme zu versteuern.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Nehmen wir an, dass ich ihnen zur überhöhten Quote der Studierenden zustimme… ist es denn gerecht, dass nur die, die einen starken finanziellen Background haben, studieren können?



      Wenn wir uns politisch dazu entscheiden, Ausbildungsberufe zu fördern, darf doch das Portemonnaie meiner Eltern nicht darüber entscheiden wohin mich mein Weg führt, oder?



      Dann sollte es doch um Leistung gehen und im Falle eines Studiums einen Einstellungstest geben.

      • @Angst Hase:

        Schweiz 2020 30 % Akademikerquote.



        Auch die Schweiz hat ein duales Berufsbildungssystem neben der gymnasialen Oberstufe.



        Die Akademikerquote beträgt 2013 in Irland 39,7 %, Neuseeland 40,6 %, Großbritannien 41,0 %, Australien 41,3 %, Korea 41,7 %, USA 43,1 %, Israel 46,4 %, Japan 46,6 %, Kanada 52,6 %, Russland 53,5 %.

      • @Angst Hase:

        Ich schrieb: "es sollten die Fähigsten studieren."



        Also sehe ich das wie sie.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Wer die Allgemeine Hochschulreife erworben hat (Abitur) hat den Nachweis zur Eignung für ein Hochschulstudium erbracht.



      Außerdem gibt es noch die Regelung des numerus clausus:



      Medizin



      Zahnmedizin



      Jura



      Pharmazie



      Psychologie



      Ingenieurwesen



      Mathematik



      Naturwissenschaften



      Sozialwissenschaften



      Geisteswissenschaften



      Kunst & Design



      Reicht Ihnen das noch nicht als Selektionsinstrumente?

      • @Il_Leopardo:

        "Wer die Allgemeine Hochschulreife erworben hat (Abitur) hat den Nachweis zur Eignung für ein Hochschulstudium erbracht."

        So wurde das mal von der Bildungspolitik definiert. Wie das in der Praxis aussah und aussieht, können Sie ja mal selbst in Erfahrung bringen. 😇

      • @Il_Leopardo:

        Der NC selektiert leider gar nichts.



        Wer den NC nicht erreicht, kann sich dennoch seinen Platz einklagen - da werden wieder die bevorteilt, die genügend Geld haben und sich Anwalt und die 10.000€ "Startgebühr" fürs Studium leisten können.



        Oder ich schreibe mich für ein Semester im europäischen Ausland ein und wechsle dann an eine deutsche Uni, siehe Sportstudenten für Lehramt die früher ein Semester nach Österreich gingen oder Medizinstudenten...



        Oder der NC führt zu Wartesemestern. Da 'verstopfen' dann die Studenten andere Fächer die sie ersatzweise anstudieren (im Bestfall, meist nur sich einschreiben), bis die Wartezeit fürs Wunschfach überbrückt ist.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Bei einem Wechsel aus dem Ausland, also "Seiteneinstieg" in ein höheres Fachsemester, müssen aber im Wunschstudiengang Studienplätze freigeworden sein durch Fachwechsel / Hochschulwechsel / Studienabbruch. So jedenfalls Praxis an meiner Uni.



          Und das mit den Wartesemestern klappt auch nur, wenn man sich in einem NC-freien Studiengang parkt.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Und wo bitte schwingt die Lady hier den Hobel?

  • Die Politik dieser Regierung ist unterirdisch. Studenten sollen sehen, wie sie zurechtkommen, aber für die trägen Autofahrer die immer noch Explosionsheizungsmotoren fahren sind 1,5 Milliarden für eine Benzinsteuersenkung sofort zu organisieren.



    Die Zukunft dieses Landes ist CDU/CSU und SPD komplett egal.

    • @Semon:

      Ach ja, das altbekannte Märchen vom „armen Studenten“ gegen den „trägen Autofahrer“. Polemik ersetzt hier jede Differenzierung. Die Benzinsteuersenkung war keine Liebeserklärung an Verbrennungsmotoren, sondern ein kurzfristiges Kriseninstrument, um explodierende Lebenshaltungskosten abzufedern – auch für Pendler, Handwerker, Pflegekräfte und Lieferdienste, die sich ihr Verkehrsmittel nicht ideologisch aussuchen können.

      Studierende verdienen bessere Unterstützung, keine Frage. Aber soziale Politik ist kein Nullsummenspiel, bei dem man Gruppen gegeneinander ausspielt, um moralische Überlegenheit zu demonstrieren. Wer ernsthaft glaubt, man sichere „die Zukunft des Landes“, indem man breite Bevölkerungsschichten finanziell überfordert, betreibt Symbolpolitik statt Verantwortung.

      Und der pauschale Vorwurf, etablierten Parteien sei die Zukunft egal, ist bequem, aber billig.

      • @Zippism:

        Aber alle wissen doch, dass die 17 %



        a) nicht voll beim Verbraucher ankommen



        b) überhaupt keine Lenkungswirkung haben, was eine gute Politik immer haben sollte



        c) schon bei Habeck nicht funktioniert hat.



        d) Unterschiedsllos sowohl den Leuten mit sehr hohen Einkommen und Vermögen als auch Geringverdiener subventionieren



        Also etwas mehr Gehirnschmalz seitens der Politik, was zur Unterstützung der wirklich hilfsbedürftigen führt und gleichzeitig Mittel freisetzt um das BAföG Mal so zu erhöhen, dass man damit auch Studieren kann.

        • @Sven Krüger:

          Hier wird so getan, als sei Politik ein Physikexperiment: richtige Stellschraube drehen, perfekte Lenkungswirkung, alle Ziele gleichzeitig erreicht. So funktioniert Realität nicht. In einer akuten Energie- und Inflationskrise ging es um Entlastung, nicht um Erziehungsmaßnahmen. Dass der Tankrabatt keine Klimapolitik war, wusste jeder – er war Krisenpolitik.

          Ja, die Maßnahme war sozial grob und nicht einkommensdifferenziert. Ja, sie hatte begrenzte Weitergabe. Aber daraus zu schließen, sie sei grundsätzlich falsch, ist bequemes Nachher-Besserwissen. Pendler, Pflegekräfte, Handwerker und Lieferdienste konnten sich ihr Verkehrsmittel nicht „aussuchen“.

          Das BAföG-Problem ist real und skandalös – aber es wird nicht gelöst, indem man andere Gruppen moralisch abwertet oder Entlastung gegeneinander ausspielt. Sozialpolitik ist kein Nullsummenspiel.

          Die eigentliche Blamage ist, dass es der Politik seit Jahren nicht gelingt, dauerhafte, zielgenaue Unterstützung für Studierende auf die Beine zu stellen. Wer daraus einen Gegensatz zur kurzfristigen Krisenhilfe konstruiert, ersetzt Analyse durch Ideologie.

      • @Zippism:

        Was für explodierende Kosten? Wer mit dem ÖPNV fährt, wer im HomeOffice arbeitet oder wer gar schon auf E-Auto umgestellt hat (wie z.B. mein Sohn, seine Freundin und falst alle in meinem Bekanntenkreis), hatte keine "Explodierenen Kosten" - jedenfalls nicht an diesen Erdölauschschankbetrieben.

        Aber all die Personen, müssen jetzt das pampern der Explosionsheizungfetischisten durch diese Fossil-Regierung (wird Merz nicht bald 70?) mit bezahlen!

        Und was "arme Studenten" betrifft. Das wird ja in diesem Land erfolgreich vermieden, dass auch arme junge Leute mit Talent studieren. Wer braucht schon Ingenieure, gelle?

        • @Semon:

          "Wer mit dem ÖPNV fährt"

          drückt die Energiekosten auf die Verkehrsunternehmen ab, ohne sich angemessen an der Kostensteigerung zu beteiligen. Was im Zusammenhang mit anderen Kostensteigerungen, auf denen die Verkehrsunternehmen sitzen bleiben (die Einnahmenverteilung und der Defizitausgleich zum Deutschlandticket werden auf Preisstand und Fahrgastzahlen von 2019(!) berechnet) dazu führt, dass im Schnitt alle ungefähr 5 Wochen ein Busunternehmen im ÖPNV in massive Zahlungsschwierigkeiten kommt...

        • @Semon:

          Die Vorstellung, dass hier nur „Autofahrer“ betroffen waren und alle anderen außen vor bleiben, ist schlicht verkürzt. Energiepreise wirken in einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft nicht selektiv, sondern durchziehen fast alle Bereiche – nur eben unterschiedlich sichtbar.

          Auch wer im Homeoffice sitzt, ÖPNV fährt oder ein E-Auto besitzt, lebt nicht in einer Parallelwelt ohne Öl, Gas und Diesel. Die Waren im Supermarkt liefern sich nicht telepathisch ins Regal, der Strom fürs E-Auto kommt nicht aus dem moralischen Hochsitz, und Beton, Dünger, Logistik und Industrieproduktion funktionieren ebenfalls nicht ohne fossile Energie im Hintergrund. Die Kosten werden nur weniger sichtbar – nicht weniger real.

          Diese künstliche Trennung zwischen „guten E-Auto-Fahrern“ und „bösen Verbrennern“ ignoriert, dass Energiepreise wie ein Stempel auf der gesamten Volkswirtschaft liegen.

          Genau deshalb war die Debatte um Entlastungsmaßnahmen auch keine Frage von „Belohnung für Autofahrer“, sondern eine Reaktion auf einen gesamtwirtschaftlichen Kostenschock, der sich durch alle Haushalte und Branchen zieht – nur eben mit unterschiedlichen Belastungsschwerpunkten.

      • @Zippism:

        Der Tankrabatt ist volkswirtschaftlich unsinnig. Wenn aufgrund der Verknappung des Angebots der Einkaufspreis steigt, steigt natürlich auch der Preis beim Verbraucher. In einer Marktwirtschaft würde man erwarten, dass die Verbraucher, die flexibel sind, sich zurückhalten und aufgrund der sinkenden Nachfrage die Preise wieder sinken.



        Aber die Bundesregierung hält lieber die Nachfrage hoch...

        • @Django:

          Der sogenannte „Tankrabatt“ (zeitweise Senkung der Energiesteuer) hat nicht das Angebot verknappt oder die Nachfrage künstlich „hochgehalten“, sondern die staatlich bedingte Steuerlast pro Liter reduziert. Der zentrale Punkt ist also: Es wurde nicht der Marktpreis an sich subventioniert, sondern ein Teil des staatlichen Preisanteils temporär abgesenkt.

          In einer echten Krisensituation wie 2022 (Energiepreisschock durch Ukrainekrieg, Lieferunsicherheiten, stark steigende Rohölpreise) funktioniert die reine Lehrbuchlogik „hoher Preis → Nachfrage sinkt → Preis fällt“ nur eingeschränkt. Kraftstoff ist kurzfristig extrem unelastisch: Pendler, Logistik, Pflege- und Handwerksfahrten lassen sich nicht einfach „wegoptimieren“. Genau deshalb trifft ein Preisschock Haushalte und Wirtschaft überproportional schnell und ungleich.

          Der Vorwurf „Nachfrage hochhalten“ passt ebenfalls nicht wirklich: Der Tankrabatt hat die Nachfrage nicht strukturell stimuliert, sondern lediglich die Zusatzbelastung abgefedert. Die Preisentwicklung wurde weiterhin primär vom Weltmarkt bestimmt, nicht von der inländischen Nachfrage.

          Man kann das Instrument trotzdem kritisch sehen – etwa wegen Mitnahmeeffekten.

          • @Zippism:

            "Genau deshalb trifft ein Preisschock Haushalte und Wirtschaft überproportional schnell.."

            Haushalte nur dann, wenn sie partout auf das Auto angewiesen sind.

            Die Wirtschaft im laufenden Geschäftsjahr betrifft es überhaupt nicht sondern es wirkt sich auf die Bilanzen am Jahresende aus. Gilt von BASF bis Klempner Meier. Und beide werden bei langfristig hohen Preisen oder anderen Kostenfaktoren und verantwortungsvoller Unternehmsführung rechtzeitig dagegen steuern, geschieht oftmals über den Preis. Zumal temporäre Schwankungen bei jedem Wirtschaftszweig mit eingepreist sind. Gilt für Energie, Transport etc.

            Die Zeche zahlt dann der Endverbraucher. Auf den legen Energieunternehmen, ÖPNV etc die Preissteigerungen um.

    • @Semon:

      Sie machen die Politik, welche sie versprochen haben: Klientelpolitik für die oberen, reichen 10%. Die Bürger innen dieses Landes sind selbst schuld, da sie diesen Müll gewählt haben.

    • @Semon:

      Polemik finde ich auch nicht gut…

      • @Sole Mio:

        das ist gar keine polemik, sondern eine nüchterne tatsachenbeschreibung

  • Als ehemalige Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung aus CSU-Elternhaus kann sie sich einen derartigen Zynismus natürlich erlauben. Worin ihre Qualifikation für das Amt, außer gut vernetzt zu sein, besteht, ist mir sowieso völlig unklar.



    Der Union geht es vor allem darum, die bestehenden Verhältnisse zu zementieren und eine vertikale Durchlässigkeit der Gesellschaft nach Kräften zu verhindern.

    • @Flix:

      Genau das.

    • @Flix:

      "Der Union geht es vor allem darum, die bestehenden Verhältnisse zu zementieren und eine vertikale Durchlässigkeit der Gesellschaft nach Kräften zu verhindern."



      ... garniert mit Empathielosigkeit gegenüber den Schwächeren.

    • @Flix:

      …anschließe mich



      (ps ihrs las ich erst achteran

  • CDU/CSU halt. Bin wenig überrascht. DEREN Kinder und die ihrer Klientel brauchen auch aller Regel kein BAFöG, da die Eltern wohlhabend genug sind, um ihren Kindern ein "vollkasko-versichertes Studium" zu ermöglichen. Ein eigenes Auto gibt es schon zum Abi, und die Studi-Wohnung wird auch von Mama und Papa getragen.

  • Bafög ist ein (bescheidener) Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. Man muss es übrigens zurückzahlen. Soviel zu Vollkasko.

    Dorothee Bär sind die Studierenden aus nichtbegüterten Verhältnissen völlig egal. Was ja eigentlich bereits klar sein sollte, wenn man ihr mal 5 Minuten zugehört hat.

    Ob das langfristig besonders smart ist, Frau Forschungsministerin?

    Schließlich heißt Ihre Partei christlich SOZIALE Union und wird - noch - von knapp 40% der Bayern gewählt.

    Wie gesagt, noch. Denn selbst die Bayern werdens irgendwann checken.

    • @Stavros:

      Den Bayern kann man einen Kartoffelsack mit Aufschrift CSU hinstellen und der wird dann gewählt. Immer.

      • @Alberta Cuon:

        Haha, bisher ja, stimmt.

        Der Kartoffelsack hat aber schon mal 50, 60% eingefahren. So langsam schlittert er dem Tal entgegen ;-)