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Landtagswahlen in Baden-WürttembergDer neue Kretschmann

Tobias Schulze

Kommentar von

Tobias Schulze

Özdemir hat es geschafft: Die Grünen haben die Wahlen in Baden-Württemberg auch ohne den langjährigen grünen Ministerpräsidenten Kretschmann gewonnen.

Freude über grüne Dominanz auch ohne Kretschmann: Grüne nach den ersten Prognosen

D ieses Wahlergebnis ist eine dreifache Sensation. Erstens, weil Cem Özdemir als erster Ministerpräsident aus einer türkischen Einwandererfamilie in die Geschichte eingeht. Zweitens, weil er das Mantra der CDU widerlegt hat, die Grünen-Dominanz in Baden-Württemberg sei eine Anomalie der Geschichte und werde sich nach Winfried Kretschmann erledigen. Drittens, weil er mit seiner Aufholjagd der letzten Wochen vollbrachte, was man seit einiger Zeit auch jenseits seines Bundeslandes für unmöglich hielt: einen grünen Wahlsieg.

Bundesweit hatte sich der Zeitgeist in den letzten Jahren doch gegen die Partei gedreht. Seit der Bundestagswahl rätselten die Grünen darüber, welcher Weg sie doch noch zur Vorherrschaft in der linken Mitte führen könnte. Der Ansatz von Robert Habeck – möglichst nicht zu grün, möglichst nicht anecken – schien gescheitert. Vor allem der Realo-Flügel stand seitdem planlos da. Nun hat ausgerechnet einer der ihren den Gegenbeweis geliefert, und das mit einem Wahlkampf, gegen den der von Habeck fast linksradikal wirkt.

Aus Sicht linker Grünen lässt sich die Aussagekraft des Wahlergebnisses für den künftigen Kurs zwar mit allerlei Argumenten relativieren: Baden-Württemberg ist nicht der Bund. Özdemirs Gegenkandidaten kannte erst keiner, und als ihn dann doch alle kannten, hat es das auch nicht besser gemacht. In Berlin hat es die Union mit ideologischen Vorstößen übertrieben, von Zahngesundheit bis Heizungsgesetz. Als dann auch noch der Iran-Krieg kam und die Gaspreise steigen ließ, erlebte Özdemir sein persönliches Fukushima.

Aber selbst unter den besten Rahmenbedingungen gelingt ein Wahlsieg nur, wenn das eigene Angebot passt. Die Grünen werden deshalb nicht darum herumkommen, sich etwas von Özdemir abzuschauen. Ein Punkt könnte die habituelle Offenheit sein, die er ausstrahlt, mit Anschlussfähigkeit von der Blaskapelle bis zu Haftbefehl.

Klimapolitik kleinzuhalten, ist kein Ausweg

Kniffliger wird es bei den Inhalten. In der Klimapolitik zum Beispiel hat Özdemir auf den Zeitgeist reagiert, indem er seine Ambitionen heruntergeschraubt hat. Das brachte ihm Stimmen ein, hat aber eine Kehrseite: Gestiegen sind die Zustimmungswerte zu ihm, nicht zwingend die zu seiner Partei und schon gar nicht die zu ökologischer Politik.

Das wird es ihm erschweren, in einer Koalition mit der CDU Fortschritte durchzusetzen. Gegen die öffentliche Meinung reagiert es sich schlecht. Die klimapolitischen Ambitionen so flach zu halten wie im Wahlkampf, ist kein Ausweg: Auf dem Weg zur Klimaneutralität hinkte schon Kretschmanns Regierung hinterher. Die nächste Koalition soll bis 2031 reagieren. Viel Zeit bleibt danach nicht mehr.

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Tobias Schulze
Parlamentskorrespondent
Geboren 1988, arbeitet seit 2013 für die taz. Schreibt als Parlamentskorrespondent unter anderem über die Grünen, deutsche Außenpolitik und militärische Themen. Leitete zuvor das Inlandsressort.
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106 Kommentare

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  • Ich musste ja lachen als ich vorhin den Herrrn Hagel im DLF gehört habe. Er hat erneut jegliche Zusammenarbeit mit der AfD komplett ausgeschlossen. Ohne Not beraubt er sich damit seiner stärksten Verhandlungsoption gegenüber den Grünen. Im Gegensatz zu den Grünen-Politikern hat Hagel wohl noch nie von Macchiavelli gehört, gschweige denn ihn gelesen, und nach M. handeln tut er sowieso nicht. Hagel wird wohl als Özdemir´s Dackel enden, genau so wie Merz von Klingbeil am Nasenring durch die Arena geführt wird.

  • An diesem Ergebnis lässt sich nichts Schlechtes finden: Wäre Cem Özdemir mehr nach links gedriftet, säßen jetzt eine stärkere SPD, Linke und FDP in der Opposition gegen einen schwarz-grünen Ministerpräsidenten.

    Aber Manuel Hagel wäre eben dieser Ministerpräsident.

    Dass er es nicht geworden ist, verdankt Özdemir seiner politischen Intelligenz und seinem feineren Gespür für das Ländle, das seinem etwas holzschnittartigen Kontrahenten (noch) abgeht. Was auch half: Cem Özdemir ist ein Realo-Überzeugungstäter, er war noch nie etwas anderes.

    Wahlen werden so gewonnen und erfolgreiche Politik heißt vor allem, Kompromisse schließen und Mehrheiten gewinnen zu können.

    Ironischerweise sind gerade die am überparteilichsten Wirkenden - man denke nur an Merkel oder Ramelow - oft die erfolgreichsten Zugpferde ihrer Parteien.

    Der (wahrscheinlich) neue Ministerpräsident kann es - wie auch sein Vorgänger - einfach.

  • Noch ist er nicht Ministerpräsident. Die Stimmen sind nahezu identisch. Die CDU hat eine Alternative zum regieren - auch wenn sie diese ausgeschlossen hat. Die Grünen haben keine Alternative zur CDU. Ich glaube zwar, dass sich die CDU ins eigene Fleisch schneidet, wenn sie auf den von mir genannten Umstand hinweist und Hagel "durchdrückt". Da es aber im Landtag nicht einmal einen Sitz Unterschied zwischen den beiden Parteien gibt, bleibt abzuwarten, wie das ausgeht.

  • Immer diese Versuche, Cem Özdemir gegen die Grüne Partei auszuspielen - das macht vielleicht Journalisten Spaß, die gerne einen Konflikt schüren und dann beim Kokeln zuschauen, aber es berücksichtigt doch in keiner Weise, dass die Grüne Partei enorm breit aufgestellt ist und allen möglichen, z.T. durchaus widersprüchlichen Strömungen Platz bietet ! Da macht es doch keinen Sinn, die gegeneinander aufhetzen zu wollen, die leben da in meist friedlicher Koexistenz und wenn's doch mal kracht, rauft man sich eben wieder zusammen. Also kein Platz für spitzfindiges Auseinanderdividieren ! Aber alle machen mit, alle hüpfen drauf und meinen, sie müssten dort ihre Zähne dran schärfen ... Journalisten halt ! Statt mal zu überlegen, was da wirklich ansteht - die Wirtschaft und Gesellschaft für die fossilfreie Zukunft fit zu machen, das ist ein Problem, daran könnte man seinen Verstand schärfen, da sollte man nachhaken, aber für die Journis ist Klima und Umwelt ja gerade out - schade !

  • Eine cleverere Version der CDU, das sind die Grünen in Ba-Wü schon lange. So realomäßig-bürgerlich, dass man die Unterscheide zur Union schon mit der Lupe suchen muss.



    Ist machtpolitisch erfolgreich, nur so wird man wohl am Ende Minischterpräsident. Nur rein politisch stellt sich die Frage: wozu noch die Grünen ohne Verbrenneraus, mit harter Migrationspolitik usw.?

  • Es war am Wahltag klar, dass es ein enges Rennen werden würde. Potentielle SPD- und Linke- Wähler haben daraus den Schluss gezogen die Grünen zu wählen. Die Anhänger der AfD waren da nicht so schlau. Özdemir verdankt seinen Sieg der Engstirnigkeit der AfD-Wähler.

  • Die CDU hat doch im Ländle deutlich zugelegt (über 6%) und die Grünen haben verloren (fast 3%). Letztendlich haben die Grünen 56 Mandate und die CDU, eben weil diese fast alle Wahlkreise gewonnen hat, haben ebenfalls 56 Mandate. Also einen grünen Sieg sehe ich hier nicht. Und wenn was zwischen den beiden Parteien umgesetzt werden sollte, dann ist dann mindestens 50% CDU drin. Özdemir wird bestimmt keine grüne Politik bei diesen Voraussetzungen umsetzen können. Das wird noch viele grüne Wähler doch sehr enttäuschen.

  • Fast 30% für die Trump/Netanjahu-Unterstützer-Partei - schlimm.

  • Wirrschaftskompetenz der CDU: Wie kommen die Leute darauf, dass die CDU Wirtschaftskompetenz hätte? Nachdem sie (nicht erst seit letztem Jahr) auf Bundesebene noch fast alles blockiert oder gleich zurückdreht, was auch nur den Hauch von Zukunft in sich trägt?



    Wir bräuchten Bildung, Bildung und nochmal Bildung, aber Merz und Konsorten diskutieren lieber, wie sie Arbeit auf Kosten der Arbeiter billiger machen können und den Leuten noch grundlegende Versorgung wie Wohnung und Gesundheit entziehen können.



    CDU? Nix Wirtschaftskompetenz, nur kurzsichtige Besitzmehrung für die oberen 10 Prozent.

    • @V. Ohneland:

      „Wirrschaftskompetenz" Fast so schön wie „Fordergrund" von @Filou. 🙂

  • Titelbild heute ("er hatte rehbraune Augen"): 10/10.

  • Als allererstes, glückwunsch zum Wahlerfolg Herr Özdemir!



    Diese Aufholjagd war echt bemerkenswert.



    U d ich bin froh das der Ministerpräsident in Zukunft Özdemir heißt, nimmt das doch denen den Wind aus den Segeln, die bei einem CDU Sieg laut Rassismus vorgeworfen hätten. Das ist nun gebannt.



    Allerdings, haben die Grünen gewonnen? Oder sind die nur im Windschatten des Herrn Özdemir so prominent im Landtag gelandet? Schließlich hießen die Zugpferde Kretschmann und ganz groß Palmer. Ein Name den viele noch zu den Grünen zählen, der streitbar, erfolgreich und Bodenstaubsauger ist, aber bei den Grünen als Schlüsselkind einem Rauswurf zuvor kam. Alle drei Zugpferde passen zu der von Özdemir ausgerufenen Grünen CSU, allerdings die Basis nicht, schließlich fordern die Bundessprecher der Grünen Jugend schon das für Palmer kein Platz sein darf im Kabinett. Vermutlich sollen Inder Regierung einige Leute Verantwortung übernehmen , die sich eher zur Linken hingezogen fühlen. Und so sitzt im Gegensatz zur Ampel die Opposition nicht nur in der Regierung sondern erstmals in der Fraktion des Regierungschefs

    • @Georg Sonntag:

      Verzeihung, bodenständig statt bodenständig

  • Zur Wahl standen zwei konservative Kandidaten: Özdemir und Hagel.



    Der Bekanntere von beiden hat gewonnen.



    Nimmt sich die grüne Gesamtpartei Özdemir zum Vorbild, muss sie viele links-grüne Themen beerdigen.



    Daß die SPD nur durch den Özdemir-Hagel-Zweikampf marginalisiert wurde, ist eine Ausrede. Denn die AfD hat sich verdoppelt - bei der gleichen Wahl.

  • Hagel konnte nicht mal Treibhauseffekt. Die Union sollte dringend Nachhilfe bei Klimaschutz und Umwelt nehmen. In vier Jahren hat sie übrigens, konstruktives Vorgehen vorausgesetzt, wieder eine Chance. Dann ist Hagel nicht mehr so arg rehblauäugig unterwegs, hoffe ich. Wie der zu rasch aufsteigen konnte, sollte die Union mal aufarbeiten.



    Die Linken vermisse ich (BSWler, denkt mal nach), die FDP weniger, wobei sie in Rheinland-Pfalz eine Chance haben dürfte, weil sie konstruktiv mitregierte.

  • Ich freue mich, die Wahl von Özdemir ist ein wichtiges Zeichen für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Ein Kind von Gastarbeitern ist tatsächlich auf dem Weg Ministerpräsident zu werden. Und das auch noch mit guten Werten, viele Menschen trauen ihm viel zu.



    Aber das Problem, dass die Gesellschaft immer stärker Rechtsextremismus toleriert und akzeptiert, dass die Politik für das Mitte-Links-Lager immer schwieriger wird, das zeigt auf, welche Umwälzungen über Ba-Wü, aber auch Deutschland einbrechen könnnen.



    Es ist ja nicht nur die AfD oder NPD (Heimat), es ist der Abstieg der SPD, als Mitte-Links-Partei, als Partei der einfachen Arbeitnehmer. Mag sein, dass es einen Cem Özdemir-Effekt gegeben hat, aber 5,5 Prozent zeigt wirklich ein mögliches Ende der SPD im Baden-Württemberg auf. Das mag sich für Hamburg oder Bremen noch anders anfüllen, aber die SPD sackt einfach ab.



    Und es ist nicht die LInke, die das auffüllt. Es ist durchaus die AfD, die Durchschnittsarbeitnehmer mit einem rassistisch-völkischen Narrativ anspricht und teilweise gewinnt.

  • Özdemir hat gewonnen weil er eben nicht grüne Ideologie, sondern die Probleme der Wirtschaft und Menschen in den Fordergrund gestellt hat. Vielleicht lernen die Grünen bundesweit daraus in erster Priorität wieder die Probleme und Sorgen der Menschen zu sehen. Dann könnte auch ihr Ergebnis bundesweit besser werden.



    Übrigens, dass Özdemir vorab von der Schmutzkampagne gegen Hagel nicht informiert war, glaubt das jemand?



    Bin mal auf die Koalitionsverhandlungen gespannt, Grüne und CDU begegnen sich ja auf Augenhöhe.

    • @Filou:

      „Fordergrund " gefällt mir. Kommt in meine Sammlung für geplante Schreibfehler.



      Und es gab keine Schmutzkampagne gegen Hagel. Das Problem der Union waren nicht rehbraune Augen. Es waren eisblaue Augen.

    • @Filou:

      Es gab keine Schmutzkampagne, da eine solche falsche oder verfälschte Information verwendet (Wikipedia):



      "Als Schmutzkampagne werden Maßnahmen bezeichnet, die den Ruf einer Person, einer Gruppe oder Institution beschädigen sollen. Dazu wird die öffentliche Meinung durch die Lancierung falscher oder verfälschter Informationen sowie entsprechender Meinungen manipuliert."

      Es ist auch keineswegs klar, ob es Hagel überhaupt geschadet hat. Die dünne Luft war vielleicht der größere Schnitzer, aber da konnten die Grünen nun wirklich nichts dafür.

  • Da ich meistens, wenn es in der taz um die neoliberal gewendeten Grünen geht, kein gutes Haar an denen gelassen habe, muss ich auch diesmal meiner Linie treu bleiben. Erkenne aber an, dass die Wähler im Ländle das wohl ein bisschen anders sehen (und Peter Unfried ohnehin).



    Der Aufholjagd des Cem Özdemir muss natürlich Respekt gezollt werden, dafür aber musste das Parteilogo der Grünen ganz schön tief in die Versenkung verschwinden. Möglicherweise ein Hinweis darauf, dass anti-grüne Aversionen im schwäbischen Bürgertum doch ähnlich ausgeprägt sind wie im Osten der Republik. Dann hätte ich nicht darauf gewettet, dass die Grünen - hätten sie einen parteibezogenen und nicht konsequent personenbezogenen Wahlkampf geführt - ein Ergebnis weit vor der AfD eingefahren hätten. (Auch hier würde Unfried dann falsch liegen.)



    M.E. lag es in erster Linie an der Zuspitzung in der Kandidatenfrage, die die Grünen als erste über die Ziellinie brachte. Wäre das nicht so, könnten die Sozialdemokraten (trotz vermutlich auch dann schlechtestem Wahlergebnis im Südwesten) noch einmal aufatmen und Die Linke sich über den Einzug in den Stuttgarter Landtag freuen (gut, die FDP wahrscheinlich auch).

  • CDU 30,2% + AfD 18,8% + FDP 4,4% + Freier Wähler 1,9% = 55,3%.

    Die Mitte der Wählerschaft, der Medianwähler ist somit auf CDU-Linie, wenn man die FDP rechts von ihr einstuft und die AfD trotz ihes sozialpolitischen Linksrutsches (u.a. bei geforderten Rentenerhöhungen) ebenfalls.

    • @meerwind7:

      Wie in BaWü traditionell zu erwarten. Hätte die CDU auch nur die einfachsten Hausaufgaben gemacht, personell und programmatisch, hätte sie FDP und AfD kurzhalten können, hätte sie eine dominante Stellung haben müssen, nachdem die Wut über Mappus, S'21 & Co. so langsam verraucht war.

      In BaWü ist die FDP traditionell nicht nur neoliberal-versimpelt, sondern hatte auch mal eine liberale Seite. Zuletzt aber kaum noch - ok, lassen wir gelten.

    • @meerwind7:

      AfD mit Linksrutsch? Hä? Im Leben nicht. Diesen Rentenquark glaubt ja keiner. Und ansonsten ist keiner fieser zu Schwachen wie die AfD, die diese absurderweise aber trotzdem wählen.

      Wäre schlimm wenn Sie zurecht die AfD auf Unionskurs sähen.

  • (Wie) "Özdemir gelang, woran Habeck scheiterte" fragt ein anderer Artikel: Es gab keine Annalena, er wurde Spitenkandidat. Regieren muss er noch.

    Seine Koalitionsvereinbarung bemesse ich daran, ob er das Bekenntnis der CDU zur Solarenergie aufgreift und die weireichenden Solarverbote in der Landesplanung, Regionalplanung und durch (fehlende) Bebauungsplanung beseitigt, und unter anderem die solare Fernwäreversorgung unterstützt.

    Und Stuttgart Hbf. benötigt ein paar oberiridische Gleise zusätzlich zu dem abschüssigen Haltepunkt unter der Erde.

    • @meerwind7:

      Bei S'21 bei Ihnen, entlang von Zürich und Geißlers Vorschlag. Doch da haben zu viele ihr politisches Kapital hineingesteckt und das Flächenfell des Bären der Gleisfläche an lokale Baufirmen und Großspender verteilt, da hätte es einer absoluten Mehrheit der Grünen bedarft.

  • Glückwunsch nach Stuttgard!



    ----



    Politisch ist mMn. selbst dieser "Einlaufsieg" zu begrüßen!



    Doch leider mit mMn. etwas VIEL Jam & Özi für die "proletarische Mittelschicht" verziert mit Stren "vor der Tür"!



    Na ja, im Ländle der Kehrwoche, in dem Freitag's der "Stern auf Hochglanz geputzt wird", ... vielleicht unvermeidbar!



    Btw. Hoffe aber das Cem sich in den nächsten Jahren wieder an seine roots erinnert, trotz der notwendigen Koalition!



    Ist heute zwar üblich, dass sich Parteien "öffentlich" gern umlackieren, das wird Braun auch mal zu Blau, doch einen "grün lackierte 2. CDSU" im Südwesten braucht mMn. wirklich niemand in DE!



    Also "schaff Dich Cem"!

  • Wären "die Grünen" im ganzen Land wie in Baden-Württemberg, dann würden sie auch im ganzen Land gewinnen. Leider haben die Berliner "die Grünen" nichts mit den "die Grünen" aus BW zu tun (bis auf den Namen).

    • @DiMa:

      Von Grünen darf mensch schon verlangen, dass sie wirksamen Umweltschutz sowie gleiche Rechte und Chancen für alle anstreben. Was ich dem Strohmensch der Berliner Grünen genauso zugestehe wie einem Boris Palmer. Da gute Grüne/ böse Grüne spielen zu wollen, ist unfreiwillig amüsant.



      Wenn Özdemir die Energiewende, Verkehrswende, ... auch so hinbekommt: na prächtig. Mitglied der Grünen ist er dabei immer noch und sollte er inhaltlich auch sein.

    • @DiMa:

      Herr Palmer, sind Sie‘s?😉

      • @Abdurchdiemitte:

        Ich glaube nicht das Boris Palmer hinter diesem Account steckt. Wo Boris Palmer mit Sicherheit zu einem guten Teil dahinter steckt ist der unerwartete Wahlsieg von Cem Özdemir, der lieber mit Boris Palmer auf Stimmenfang ging als mit all denen die sich in der Grünen Partei an die Linke anwanzen. Diese allerdings fahren nun die Ernte ein, indem sie ein gutes Einkommen als Abgeordnete haben. Und darum ist es eigentlich undankbar von allen Grünen , die im Fahrwasser von Özdemir, Kretschmann und eben Palmer ihr Auskommen in der Politik haben werden.

    • @DiMa:

      Die "Berliner Grünen" sind allerdings auch nicht mit den Bundes-Grünen identisch.

      Gäbe es Delegierte auf Parteitagen nicht im Verhältnis zur Mitgliederzahl, sondern im Verhältnis zur Zahl der Wählen, stünde es vermutlich auch besser um die Partei.

      Und die Mehrzahl der Grünen-Wähler erwarten ökologischen Forschritt, eine andere Energie- und Verkehrspolitik. Oben Border und höhere Steuern eher nicht.

      • @meerwind7:

        Allerdings sind die Berliner Grünen schon medial stark überrepresentiert mit Ihren Positionen im Vergleich zu anderen Landesverbänden, eben weil Berlin die Hauptstadt ist und hier damit die meisten Politikberichterstatter sind.



        Wenn die Grünen zur Volkspartei werden wollen, dann müssen sie die Berliner Grünen nahezu vollständig ignorieren und keine Beachtung schenken…

  • Warum reden hier alle von Wahl gewinnen? Die Grünen haben 2 Prozent verloren.

    • @Edgar Schmauch:

      Weil sie in Umfragen von 18 % (?) kamen. Zudem hat ein Nachfolger keinen Amtsbonus. Aber ja, im Landtag sind jetzt beide Fraktionen (Grüne und CDU) gleich stark und die CDU hat mehr dazu gewonnen als die Grünen, aber absolut einen Wimpernachlag weniger.

    • @Edgar Schmauch:

      Wer den MP stellt, hat gewonnen.



      Gewinner im Sinne von Zuwachs ist leider die AfD.

    • @Edgar Schmauch:

      Warum reden hier alle von Wahl gewinnen? Die Grünen haben 2 Prozent verloren.



      ----



      Gewöhnungsbedürftiges Argument!



      Die "Grünen" in BaWü wurden stärkste Partei, stellen den MiPrä!



      Wie kommst Du darauf das die "die Wahl" verloren hätten? :-(

  • Das war knapp und der Preis war hoch: das progressive Lager hat Linke und SPD vor den Bus geschuppst, die CDU hat versucht auf Kosten der FDP hinterherzukommen.

    Die Frage ist: hat es sich gelohnt? Ist Opposition Mist oder hätten die zwischendurch prognostizierten 7% Linken mehr gutes getan als der nun leicht grün schimmernde schwarze neue Landesvater, der noch dazu auf Augenhöhe mit den vollschwarzen in die Koalition gehen muss - er hat keine Alternative und noch nicht mal einen Sitz Vorsprung, das könnte schmerzhaft werden.

    • @Garak:

      Welches progressive Lager? Sie möchten doch wohl nicht zwischen den Zeilen sagen, dass die Grünen in BaWü zum progressiven Lager gehören?

    • @Garak:

      Schmerzhaft wird vor allem für das Wahlvolk die Erkenntnis, dass es Klimapolitik geben muss und dass das Einschnitte in Gewohnheiten und Ansprüche erzeugt.

    • @Garak:

      Ganz zutreffend das Bild, dass hier in eine schwarzgrünen Gemeinschaftsaktion gleich drei kleinere Parteien „vor den Bus geschuppst“ wurden, um im finalen Platzhirsch-Rennen die Nase jeweils vorn zu behalten.



      Und die Wähler im Ländle haben mitgespielt.

  • FDP raus, Chem statt Hagel. Ich bin (fast) zufrieden 😊 Nur, dass es die Linke nicht in den Landtag geschafft hat, ist ein kleiner Wermutstropfen.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Seit wann so anspruchslos?😉

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Und dass die Blaunen so zugelegt haben, ist für mich kein kleiner Wermutstropfen, sondern k...zt mich an.



      Was denken Menschen sich eigentlich dabei, so jemanden zu wählen??? "Denken" habe ich jetzt gewohnheitsmäßig gebraucht, ich suche für diese Siewissenschon noch einen Ersatzbegriff.

      • @Erfahrungssammler:

        Das die AfD ungefähr dort landet, wo sie jetzt ist, war so gut wie sicher. Und ich gehe davon aus, dass ein "Landesvater" Özdemir eher dazu geeignet ist, sie künftig wieder schrumpfen zu lassen.

  • Was könnte ich der Wahl Positives abgewinnen?



    Mit dem Ergebnis bin ich nicht glücklich, die AfD wurde viel zu stark. Wenn ich der Wahl etwas Positives abgewinnen will, dann dass die Linke es nicht geschafft hat und die BSW ganz unterging. So was brauchen wir hier in Baden-Württemberg nicht. Zu Özdemir: Ich halte nichts (mehr) von den Grünen, aber Özdemir war eben doch der beste Anwärter als MP, mit ihm kann ich leben.



    Die SPD allerdings sollte sich auf der Stelle von Klingbeil und Bärbel Bas trennen, sie führen die SPD ins Verderben.

    • @Hans Dampf:

      Lieber Hans Dampf - für die AfD gibt's ne ganz einfache Lösung: Verbieten !



      Dafür muss sich nur eine Mehrheit im Bundesrat finden, nachdem Bundestag und Bundesregierung sich da ja feige nicht rantrauen - dass da jetzt wieder ein Grüner Minischderbräsident in BaWü wird, ist schon mal ne gute Voraussetzung dafür, mit Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Bremen und Hamburg sowie Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern könnte die Bundesratsmehrheit stehen ! Also ordentlich Prüf-Demos organisieren und BESUCHEN ! und schon scheiden die Faschisten aus dem politischen Spiel aus .... wie schöööööön !

    • @Hans Dampf:

      Die FDP braucht man im Ländle offenbar auch nicht mehr. Das haben die Schwaben und Badenser aber über viele Jahrzehnte anders gesehen.



      Zeiten ändern sich. Und die Grünen schaffen es am besten von allen Parteien, mit den neuen Zeiten zu gehen. Da es aber keine guten Zeiten sind, erlaube ich mir auch, die Grünen dafür zu kritisieren.

      • @Abdurchdiemitte:

        Badener bitte, Badenser ist eine Beleidigung.

  • Es. Ist auch eine dreifache Tragödie. Der Sieg wurde zwischen einer konservativen und einer rechten Partei ausgehandelt. Die Nazis haben ihr Ergebnis verdoppelt. Und keine einzige links-progressive Partei ist im Landtag vertreten.

    • @Okti:

      Tja, der Wähler will es wohl so. Ihm ist anscheindend die aktuelle Politik zu progressiv und er hätte es gern etwas langsamer. Nach Ihren Maßstäben haben rund 90 Prozent der Wahlberechtigten rechts gewählt.

    • @Okti:

      Recht so !!! 👍

    • @Okti:

      Was aber auch daran liegt, das nur die Parteien sich selber als links Progressiv einstufen. Außerhalb der Parteien würde das keiner machen. Links ja, aber Progressiv würde ich die Parteien nicht bezeichnen!

      • @Walterismus:

        Immer noch besser als CDU, AFD und FDP, die sind "regressiv".

  • Und was soll das nun werden, eine CDU, die alles Neue blockieren wird. Dass die Arbeiterschaft so dumm ist, ist maximal tragisch.

    • @Momo33:

      Was hat die CDU den in BaWü blockiert? Und die SPD? Die hat den Facharbeiter doch seit Jahrzehnten aus dem Blick verloren. Ich kann mich an keine aktive Politik für die Arbeiter erinnern. Bürgergeld interessiert den (Fach-)Arbeiter nicht. Mindestlohn genauso wenig, dafür verdient er zuviel. Der sieht (ob zu Recht oder Unrecht lassen wir mal offen) das sich die SPD für Leute einsetzt, die nicht (genug) arbeiten, während der Arbeiter die Steuern dafür zahlt. Und der grüne Anstrich ist für den Arbeiter auch uninteressant. Da könnte er grün wählen, wenn es ihm wichtig wäre. Das ist alles stark vereinfacht und den 1200 Zeichen geschuldet. Aber mit welchem Gesetz hat die SPD das Leben dieser Menschen besser gemacht?

    • @Momo33:

      Wo geht es denn den Leuten besser, in Berlin, Hamburg, Köln, oder in Baden-Württemberg?

    • @Momo33:

      Der Papst zum Kaiser: "Halte du sie arm, ich halte sie dumm!"



      Nix dazugelernt, Pech gehabt.

  • Supermann Özdemir, fehlt nur noch ein Habeck-Comeback in der Bundespolitik, dann geht es wieder massiv aufwärtes mit den Grünen, zumal Lang den linken Parteifügel abdeckt.

    Fehlt nur noch, dass sich die CDU/CSU nach weiteren verlorenen Landtagswahlen und massiven Krach mit der SPD im Bund vom Grünen-Bashingkurs verabschiedet und eine Koalition mit den Grünen im Bund anstrebt.



    Wüst und Günther warten nur darauf, den Neoliberalismus von Merz, Linnemann und Sphan abzuservieren.



    Und Söder ist spätestens dann wieder Fan alles Grünen, wenn die Kanzlerkandidatur zusammen mit den Grünen bei einer vorgezogenen Bundestagswahl lockt. Söder Kanzler und Habeck wieder Wirtschaftsminister im Bund. Nach dieser Landtagswahl ist nichts mehr unmöglich!

    • @Lindenberg:

      Superstar Özdemir und Ricarda Lang deckt als Feigenblatt den linken Parteiflügel ab. So stelle ich mir die „Arbeitsteilung“ bei den Grünen vor … ohne mich!

    • @Lindenberg:

      Na ja, wie heißt es doch so schön, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

    • @Lindenberg:

      Wüst und Günther warten nur darauf, den Neoliberalismus von Merz, Linnemann und Sphan abzuservieren.



      -----



      "Wo gehobelt wird, fallen Späne, manchmal sogar Hamburger!"



      Doch "Meister Fritz" kann oder will mit 'nem "Hobel" nicht umgehen. Kein Wunder bei seiner VITA! :-(



      Doch mMn. macht ein BaWü keinen "grinen deutschen Sommer", der "Regen" ist auch hier sehr knapp....



      ... denn eine auf "Jam & Özi geschminkte 2. CDSU" in BaWü ist kein großer Lichtblick!



      Btw. "Schaun ma ma!" was Cem in den nächsten Jahren so hinbekommt im Koalitionsvertrag & Realpolitik!

  • Özdemir bekommt die Taktikstimmen der SPD-Wähler.

    Bei der Wahl sind 40% für progressive Parteien.

    Im Parlament ca. 67 von 158 Sitzen für progressive Parteien.

    Fast jeder 5. Wähler stimmt für die Rechtsextremen.

    So Zeiten.

  • ...mit dem schwäbischen Gebabbele klappt es doch schon bei dem neuem / alten Grünen...

    • @Alex_der_Wunderer:

      Gebabbelt wird im Hessischen. Der Schwob schwätzt - und das nicht nur am Albtrauf. Lange galt ja im Ländle die Parole "Wir können alles außer Hochdeutsch." Wirklich alles? Babbeln gehört nur bei den Unnerländern dazu.

  • Nach Wahlen zeigt sich, wer guter und wer schlechter Verlierer ist.

    Ein guter Verlierer ist die SPD mit Andreas Stoch, der ein guter Kandidat in einer guten Partei war. Er zieht persönliche Konsequenzen, obwohl die SPD tatsächlich an der Zuspitzung zwischen CDU und Grünen gescheitert ist.

    Große Sorgen machen mir hingegen die schlechten Verlierer in der CDU und FDP in Baden-Württemberg. Beide Parteien sehen die Schuld nur bei anderen, nicht bei sich selbst.

    Selbst der konsequente Rücktritt des FDP Vorsitzenden begründet dieser mit

    Und dann ein Politiker, der die Klimaerwärmung Schülern mit einer "dünner werdenden Atmosphäre" erklärt und den Versuch der Lehrerin das richtig zu stellen, niederbügelt. Nein, das ist wohl nicht der Anspruch an einen Ministerpräsident.

    • @Bauer Gerry:

      Na ja, wie war das mit den-Strom-speichern-Kobolde-im-Netz-Annalena? Oder Unternehmen-gehen-nicht-pleite-die-produzieren-einfach-nichts-Robert? Ein blöder Fehler und der politische Gegner reitet ewig darauf rum. Die Fehler finden Sie doch bei jedem Kandidaten.

    • @Bauer Gerry:

      Den Fehler zur Klimaerwärmung haben Sie korrekt dargestellt, aber meines Wissens hatte die Lehrerin dies nicht "richtig stellen wollen", sondern andere Themen aufgebracht.

  • Wie Schön!



    Das ist die beste Nachricht seit langem!



    Glückwunsch an den strahlenden Sieger!!!



    Danke für die zutreffende Analyse.



    Es war Cems Wahlkampf, die Grünen Randnotiz.



    Offenbar möchten die Menschen weiter grüne Politik, aber gemäßigt.



    Das bedeutet, nicht extreme (Einzel-) Positionen besetzen, sondern mehrheitsfähige zukunftsweisende Politik.

    • @Philippo1000:

      Ein anderer bekannter (SPD-) Politiker hat mal vom "Versöhnen statt Spalten" gesprochen, das hat der Cem aber parademäßig vorexerziert und damit gewonnen !

  • Die Grünen in BW zeigen wie sich die Grünen im Bund und anderen Bundesländern aufstellen sollten. Berlin kann man als linkes Bantustan betreiben, aber sollte innder Bundespolitik ignoriert werden.

  • Die Grünen haben noch gar nichts gewonnen.Laut der neuesten Hochrechingen kommen Grüne auf 30,3 und CDU auf 29,7 % Grüne minus 2,3 % und CDU plus 5,6 %. Um ca. 2 Uhr steht der vorläufige Sieger fest.

    www.wr.de/politik/...-manuel-hagel.html



    Wahl-Krimi zu später Stunde – Grünen-Vorsprung plötzlich hauchdünn



    Stuttgart/Berlin. Knappes Rennen bei der Landtagswahl: Zunächst sah es nach einem Sieg für die Özdemir-Partei aus. Schafft Hagels CDU die Aufholjagd?

  • Danke für diesen profunden und ausgewogenen, fairen Kommentar. Klar ist die Kritik an der Klimapolitik, aber das ist eben nicht alles. Angesichts der Disruption, die ein Industrieland wie BaWü schwerer trifft als andere, ist klar, dass KLimaschutz nur ein Politikfeld von vielen ist. Aber Özdemir sagt ja auch, dass er Klimaschutz und indutrielle Basis zusammendenken möchte. Daran wird er sich messen müssen.

    Das hat Kretschmann wie sein Ziehsohn im Geiste Özdemir besser erkannt als andere. Und doch ist das eine offene Flanke der Grünen im Ländle. Da wird Özdemir einen Zahn zulegen müssen.

    Was bringt das höchste Forschungsbudget aller Bundesländer (5,7% des BIP), wenn dessen Ergebnisse nicht industriell genutzt werden?

    Kretschmann rechtfertigte den langsamen Ausbau von Windrädern mit der Bürokratie. Özdemir wird sich darauf nicht mehr zurückziehen können. Er wird mehr liefern müssen - und sich sowohl gegen Nimbys als auch Naturschützer zugunsten des Klimaschutzes positionieren müssen. Kretschmann moderierte das immer noch mit einem bedächtigten Hannah-Arendt-Spruch weg, Özdemir muss eine andere Sprache finden.

  • Bin mal auf die Koalitionsverhandlungen gespannt, die Grünen haben keine Alternative zur CDU und müssen auf Augenhöhe verhandeln, praktisch gibt es keinen Juniorpartner.



    Zudem wird die Schmutzkampagne der Grünen gegen Hagel noch Nachwirkungen zeigen.

    • @Filou:

      Zudem wird die Schmutzkampagne der Grünen gegen Hagel noch Nachwirkungen zeigen.



      ----



      Komisch! Nachprüfbare Fakten werden zur "Schmutzkampagne"?



      Oder ist der alte Adenauerspruch gemeint:



      "Was kümmert mich mein Geschätz von gestern?"



      Btw. Vergessen der eigenen Geschichte scheint zwar Zeitgeist bei Politikern & Wählern zu sein, doch ein Kurzzeitgedächtnis < als ein paar Monate bei den o.a. macht DOCH massiv Sorgen! :-(

  • Von den Zahlen her ist der größte Gewinner die AFD, gefolgt von der CDU. Grüne haben etwas und Spd viel verloren.



    Und bei den Grünen war es dann ja irgendwie auch kein wirklich grüner Wahlkampf wo nichtmal die Partei auf den Plakaten erwähnt wurde.

    Auch wenn die CDU nicht mit der AFD koallieren wird, von den Zahlen her ist der Sieger ganz klar rechts-konservativ. Grün spielt letztlich nur noch wegen der Brandmauer mit, sonst wären die eigentlich Opposition. Faktisch sind die abgewählt und nur wegen der Umstände dann doch nicht, -kein Grund zur Freude da im Süden...

    • @Rikard Dobos:

      LOL, seit wann sind Rechtsradikale "rechts-konservativ" ?

  • Wenn überhaupt, wird das ein knapper Sieg der Grünen.



    Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis und landet auf Platz drei.



    Das ist einfach ein Skandal. Was ist mit den Menschen im Ländle los?

    • @Il_Leopardo:

      Es gibt da bestimmt den Einen oder Anderen, der das (klammheimlich und tief drinnen) auf in die Autoindustrie eingewanderte Arbeitnehmer aus den Ostbundesländern schiebt... (Ironie off)



      Aber ja: Sie haben Recht. Mich wundert das auch. Allerdings scheint sich an diesem Beispiel zu bestätigen, was Leute behaupten, die das "Phänomen" untersucht haben wollen: Der Osten ist der Entwicklung leider nur ein paar Jahre voraus.

      • @Der olle Onn:

        "Es gibt da bestimmt den Einen oder Anderen, der das [...] auf in die Autoindustrie eingewanderte Arbeitnehmer aus den Ostbundesländern schiebt"

        Und es gibt noch mehr, die das auf Einwanderer von noch weiter östlich schieben. Man muss sich nur den Namen des Kandidaten im einzigen Wahlkreis mit AfD-Mehrheit bei den Zweitstimmen anschauen... 😎

    • @Il_Leopardo:

      Nicht nur dort - wenn man genau hinsieht, haben sie sie weltweit nicht mehr alle.

  • Vielleicht sollte die SPD bei der nächsten Wahl Thilo Sarrazin aktivieren, scheint ja, wie das Beispiel Özdemir/ Palmer zeigt,



    vom Wähler honoriert zu werden und wenn es um die Macht geht,



    Einer Partei nichts auszumachen, erst jemanden wegen Partei



    schädigenden Verhaltens rauszuschmeißen und später mit ihm



    Wahlkampf zu machen. So ein Verhalten traut man eigentlich nur der



    AFD zu.

    • @behr Behr:

      "So ein Verhalten traut man eigentlich nur der AFD zu."

      Wer ist "man"?

      Und warum ist das Ganze relevant, in Anbetracht das der AfD noch ganz andere Sachen zuzutrauen sind, die die Grünen sich niemals auch nur zu denken wagen würden.

    • @behr Behr:

      Sarrazin und Palmer haben aber wenig gemeinsam.



      Palmer hat genau die Politik gemacht, die Grüne gerne machen würden, aber dabei regelmäßig klar den Finger in die Wunde gelegt und dem Linken Flügel einen vor den Bug geschossen mit seinen Aussagen.



      Grüne Politik mit Konservativen Werten.



      Und Palmer hat in der Kleinstadt Tübingen so starken Erfolg, dass ganz Deutschland darauf aufmerksam wurde. Sowohl in Grüner Kernpolitik, als auch Coronapolitik oder Bildungspolitik vor Ort.

      Der Rausschmiss war schlicht ein Fehler, was diese Wahl klar bestätigt.

      • @Walterismus:

        Kleinstadt Tübingen?! Sorry, aber Tübingen hat über 92000 Einwohner*innen und ab 100000 heißt das Großstadt, also kann Kleinstadt ja wohl kaum sachlich richtig sein.

      • @Walterismus:

        "Und Palmer hat in der Kleinstadt Tübingen so starken Erfolg, dass ganz Deutschland darauf aufmerksam wurde."

        Palmer wurde in die Öffentlichkeit gehievt, weil er rechts der Grünen steht. Das war das relevante Kriterium. Deshalb war er der Star bei Springer & Co.



        Wenn die Grünen nun noch weiter nach rechts rücken wollen, steht der Partei das selbstverständlich frei. Ich fänds gut, da würde noch mehr Platz für die Linke frei.



        Im Übrigen ist natürlich die Frage zu stellen, was mit den Grünen bei einem starken CDU-Kandidaten passiert wäre. Aber gut, lauter konservative Parteien und eine rechtsradikale Partei im Parlament sind ja auch eine Botschaft.

    • @behr Behr:

      Die SPD hat stark verloren, weil SPD-Wähler taktisch GRÜN gewählt haben, damit sie keinen CDU-Ministerpräsidenten erhalten.

      • @Michael Andreas:

        Die SPD hat auch an die "Partei der Nichtwähler" verloren, wenn auch nicht mehr so viel wie bei den letzten beiden Landtagswahlen. Aber wer sowieso schon weniger Wähler hat, kann auch nicht mehr so viele verlieren. Die früheren SPD-Hochburgen in BW weisen nicht erst jetzt eine eher unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung auf...

    • @behr Behr:

      Es spricht ja nicht gegen eine Partei, wenn sie Fehler korrigiert.

      Erst recht, wenn dieser Fehler anschließend als Parteiloser Wahlen gewinnt.

      Wenn man Volkspartei ist, muss man damit klarkommen, dass sich sehr unterschiedliche Meinungen unter dem Parteiendach versammeln.

    • @behr Behr:

      Sehr unpassender Vergleich. Schon deshalb, weil Palmer nicht RECHTS ist.



      Palmer tat etwas, was die Grünen meiner Ansicht nach viel früher hätten machen müssen: die Wahrheit ohne umschweife sagen und keine Rücksicht auf Leute nehmen, die empfindlich reagieren könnten - er hätte es allerdings besser erklären müssen, dann würde er noch immer in der Partei sein. Er bleibt dennoch ein Grüner.



      Die Wirklichkeit verschweigen oder umschiffen, damit gewinnt man heute keinen Blumentopf mehr (mal herkömmlichen Umgangssprachgebrauch verwendend).



      Die CDU lügt gar, nur um an die Macht zu kommen. Jetzt haben die Wähler den Salat. Es tritt genau das ein, was Habeck 3 J. versucht hat zu erklären. Das kam beim Wähler nicht an, weil die nur hörten, dass sie unter 3 min duschen sollen, um Energie zu sparen. Dass er gar nicht unrecht hatte und die Zusammenhänge viel komplexer sind, als nur fürs duschen, ist den Bürgern nicht bewusst.



      Leider müssen die anderen, die lieber einen Habeck in der Regierung gesehen hätten und eine gesicherte unabhängige Energiewirtschaft wollten, die teuren Energiesprünge der Gasindustrie mitbezahlen, sonst müssen die frieren.



      Die hohen Bezin/Dieselpreise sind nur der Anfang.

      • @Francis Bee:

        "Schon deshalb, weil Palmer nicht RECHTS ist."

        LOL, och. Und da schaun wir mal hin:

        www.stern.de/polit...ngen-33428506.html

        • @Kaboom:

          Palmer Aussagen sind nicht nur "rechts" sondern rassistisch, seine Energiepolitik aber progressiv.



          .



          Ein sehr widersprüchlicher Mensch.

      • @Francis Bee:

        Bei den Brennstoffen für Malle-Flüge und AIDAs werden die Preise nicht derartig explodieren. Einen echten Aufstand des Volkes können die da oben wohl nicht riskieren.



        Bei dem Lärm und Gestank durch die Sinnlos-Spazierproller am Wochenende hat man von Preissteigerungen nichts gemorken.

      • @Francis Bee:

        @ Francis Bee



        CO2 Abgaben & Spritsteuern kassiert die Regierung Merz. runter damit und der Preis an den Zapfsäulen halbiert sich....

  • Es sollte eher heißen: Nach guter Vorarbeit von Winfried Kretschmann hat Cem Özdemir auch ohne die Grünen die Landtagswahl in Baden‑Württemberg gewonnen.

  • Ich finde die vorsichtige Haltung von Özedemir besser als das Frühgejubel des Autors. Noch sind viele Wahlkreise nicht ausgezählt, und es kann sich noch einiges ändern.

    • @Torben2018:

      @Torben2018



      Die größten Verlierer bei diesen Wahlen bleiben wie immer die Wähler...

      • @Alex_der_Wunderer:

        Daraus lese ich, dass wir das mit den Wahlen künftig besser lassen sollten ...

      • @Alex_der_Wunderer:

        Aber sie ignorieren es und ziehen sich weiterhin die Schlafmütze tief über die Augen.

        • @Erfahrungssammler:

          Klar, keiner hat den Durchblick außer "Erfahrungssammler"...

        • @Erfahrungssammler:

          @Erfahrungssammler



          Genau, & mit Schlafmütz lässt sich ja auch prima von den verlogene, versprochenen Versprechen der Politiker träumen...🛌💤💤💤

  • Die Hochrechnungen um 20:00 haben die CDU deutlich an die Grünen ranrücken lassen, nachdem die Prognosen noch 3% Differenz fantasierten, als ob die Wahlforschungsgruppen da schon bekanntlich immer noch viel zu sehr fantasieranfällige KI für benutzen würden für ihre "Prognosen"!

    Meine Lieblingsmedien taz und SWR Kultur aber posaunen mehr oder weniger heraus, Özdemir werde Ministerpräsident. Ist in den Redaktionen der Tee ausgegangen? Ich meine der zum Trinken und Abwarten?

  • Özdemir, die Grünen haben gewonnen. Er hat sich im Wahlkampf maximal von den Grünen distanziert, das hat wesentlich zum Erfolg beigetragen. Das Ergebnis für „Grün“ zu vereinnahmen ist schlichtweg falsch, es ist ein Özdemir Erfolg.

    • @Flocke:

      Schonn. Aber wie Caesar auch - hat(te) er doch noch den ein oder anderen grünen



      👨‍🍳👨‍🍳👨‍🍳 dabei. Gell



      (& damit meine ich nicht die tübinger Blendgranate!) Gellewelle&Wollnichwoll

      • @Lowandorder:

        Aber wie Caesar auch - hat(te) er doch noch den ein oder anderen grünen



        ----



        Lass den Bert hier raus! Das, den versteht doch HEUTE fast keiner mehr & kann, bei der BuReg, dem VerfS. leicht Deine Pension "ruinieren"!



        Siehe Weimar/Weimer, Du riskierst "Erkenntnisse"! :-)



        Ps. Köche haben NIE die Welt verändert, bis auf einige, die manchmal etwas "riskant" würzten! :-)

    • @Flocke:

      Ja, es ist ein Erfolg für Özdemir und die Grünen in BW.



      Nein, er hat sich nicht „maximal von den Grünen distanziert“.



      Er hat andere Schwerpunkte gesetzt und das ist sein gutes Recht - aber keine Distanzierung.



      Man kann für Grün sein UND Politik ala Jette Nietzard völlig ablehnen. Glauben sie mir, das geht :)